Intel Pentium 4 Extreme Edition 3.46 Ghz und Intel i925XE-Chipsatz

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Schaut man auf unsere letzten CPU-Tests, so ist Intel zuletzt in vielen Benchmarks hinter die Konkurrenz aus Texas gerutscht. Die CPUs des kalifornischen Herstellers mussten gerade gegen den kürzlich vorgestellten AMD Athlon 64 4000+ wieder ein paar Niederlagen einstecken. Intel kämpfte zuletzt mit Release-Terminen, der Temperatur der Prozessoren und auch einigen Absagen - so wird der Pentium 4 auf Basis des Prescott-Kerns mit 4 GHz wahrscheinlich nie das Licht der Welt erblicken, während man vor einem Jahr diesen noch zu ungefähr dieser Zeit präsentieren wollte. Wie geht es also weiter mit dem Chipriesen? Zunächst kontert man mit einem Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz und einem neuen Front Side Bus.

Ein schnellerer Bus hat Intel schon oft zu besserer Performance verholfen. Der Pentium 4 startete mit 400 MHz FSB - anschließend kam ein 533 MHz FSB, schließlich der 800 MHz FSB, der aktuell in den Läden steht; heute stellt man den ersten Prozessor mit einem 1066 MHz FSB vor. Über den Bus schaufelt der Prozessor 8,5 GB/s, ebensoviel wie DDR2-533 leistet. Somit ist endlich auch wieder ein Gleichgewicht zwischen FSB und Speichertakt hergestellt; denn zuletzt hatte der Pentium 4 mit 800 MHz FSB und DDR2-533 ein ungleiches Verhältnis.

Mit 3,46 GHz ist der Pentium 4 Extreme Edition allerdings nicht der taktschnellste Intelprozessor am Markt. Das Modell mit 3,6 GHz hatten wir schon präsentiert, auch soll in diesem Jahr noch ein Modell mit 3,8 GHz folgen. Diese basieren auf der Prescott-Architektur (90 nm) mit 800 MHz FSB; der heute vorgestellte Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz wird allerdings erst einmal der einzige Prozessor bleiben, der mit 1066 MHz läuft.

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Am Chip selber hat sich wenig geändert - auf der nächsten Seite stellen wir sowohl die CPU wie auch den Chipsatz, der nun benötigt wird, in aller Kürze vor. Intel verwendet für den Pentium 4 Extreme Edition 3.46 GHz weiterhin eine Variante des Gallatin-Kerns, den Northwood-2M. Der Kern wird weiterhin in 0,13 µm-Technologie hergestellt - hier hat sich also wenig getan. Als Chipsatz wird der i925XE verwendet, ein auf 1066 MHz aufgebohrter i925X-Chipsatz.

Natürlich vergleichen wir den Prozessor wieder gegen die bereits getesteten Modelle von AMD und Intel. Auf den nächsten Seiten werfen wir jedoch auch einen Blick auf den Stromverbrauch und die Abwärme des Prozessors sowie der Chipsatzarchitektur.


Man stelle sich einen i925X-Chipsatz vor und bohre diesen auf einen FSB von 1066 MHz auf - fertig. Mit entsprechender Validierung macht Intel nun den i925X für den schnelleren FSB fit; ansonsten bleibt allerdings alles beim Gleichen. Sämtliche Features des i925X sind auch beim i925XE enthalten - er unterstützt also DDR2-533, PCI-Express x16-Grafikkarten, kann mit den ICH6-Versionen zusammenarbeiten, unterstützt die Flex Memory Technology und das Reordering der Memory-Befehle. Über die Features wollen wir uns an dieser Stelle wenig auslassen, die genauen Erklärungen kann man bei Interesse in unserem Launch-Artikel zum i925X nachlesen, in dem wir auch detailliert auf die Southbridge-Features wie Matrix Raid Technology, Native Command Queuing oder High Definition Audio eingegangen sind.

Die technischen Details haben wir in der Übersicht noch einmal zusammengestellt - wie man sehen kann, ändert sich nur der FSB:

Die Frage stellt sich hier allerdings, warum Intel den Chipsatz nicht auch gleich auf DDR2-667 aufgebohrt hat. Dass die Speichertechnik keine Probleme diesbezüglich bereitet, zeigte unser erstes DDR2-Roundup - von den 11 getesteten Modulen schafften fast alle Taktraten von über 700 MHz. Ein entsprechender Teiler ist im Chipsatz aber nicht implementiert - nur DDR2-533 wird offiziell unterstützt. Die Mainboardhersteller werden hier aber wieder besondere Optionen bieten und sich dem 3:4-Teiler bedienen, der im Chipsatz aufgrund der DDR2-533-Unterstützung bei 800 MHz FSB enthalten ist. Zwar kommt man dann nicht auf DDR2-667, aber auf DDR2-711, was es zwar als "Standard" nicht geben wird, aber für Overclocker natürlich interessant ist.

Die Frage ist aber, was ein asynchroner Takt überhaupt bringen würde - denn endlich hat man mit dem FSB1066 wieder eine Parität zwischen Speicherbandbreite und CPU-Bandbreite hergestellt. Sowohl zur CPU wie auch zum Speicher hat der Chipsatz eine Anbindung von 8,5 GB/s. Der Leistungszuwachs ist demnach äußerst gering einzustufen, der Aufwand der Validierung wäre allerdings recht hoch. Demnach ist es verständlich, dass Intel hier nur auf DDR2-533 gesetzt hat - mehr macht wirtschaftlich keinen Sinn.

Problematisch ist an dieser Stelle immer noch der ECC-Support. In der Liste steht zwar ein "Ja", allerdings kommen bislang keine Boards mit dem Feature zurecht, da der Chipsatz hier noch einen Bug besitzt. Ob und wann hier eine neue Revision auf den Markt kommen soll, ist nicht klar. Wahrscheinlich ist jedoch, dass Intel den i925XE und den i925X mit diesem Feature nicht mehr ausstattet und das Feature im Server-Bereich über einen anderen Chipsatz anpreisen lässt. Für den Heim- und Desktop-Bereich hat ECC sowieso keine Bedeutung.


Zu diesem Prozessor müssen wir auch nicht mehr viel sagen - wir hatten den ersten Extreme Edition mit 3,2 GHz direkt nach dem Launch im Test und schließlich auch das neue 3,4 GHz-Modell auf dem neuen Sockel 775. Technisch gesehen validiert Intel den Northwood-2M-Kern jetzt nur für den höheren FSB von 1066 MHz und verpasst ihm eine neue TDP-Angabe von 110,7 Watt sowie eine Tcase-Temperatur von maximal 66 °C. Damit liegt der Prozessor minimal über den thermischen Angaben des Pentium 4 Extreme Edition 3.4 GHz, aber immer noch unterhalb der Pentium 4 Prescott-Prozessoren mit 3,4 und 3,6 GHz, die mit 115 W zu Buche schlagen.

Leistungsaufnahme (TDP in Watt)
Intel Pentium 4 560 (3.6 GHz, D0)
116
Intel Pentium 4 550 (3.4 GHz, D0)
115
Intel Pentium 4 EE 3.46 GHz (S775)
110,7
Intel Pentium 4 EE 3.4 GHz (S775)
109,6
AMD Athlon 64 FX-55
104
Intel Pentium 4 3.4 GHz E Precsott C0
103
Intel Pentium 4 3.2 GHz E Prescott C0
103
Intel Pentium 4 EE 3.4 GHz (W0)
102,9
Intel Pentium 4 EE 3.2 GHz (W0)
94
Intel Pentium 4 3.0 GHz E Prescott C0
89
Intel Pentium 4 2.8 GHz E Prescott C0
89
Intel Pentium 4 3.4 GHz Northwood
89
AMD Opteron u. Athlon 64
84,7

Spezifiziert ist der Prozessor weiterhin für eine Spannung zwischen 1,525 und 1,6 V, je nach Modell. Auch an der Produktion und an den Caches hat sich nichts verändert - der Prozessor basiert auf dem Gallatin-Kern (Northwood-2M) mit 2 MB L3-Cache, der als Inclusive-Cache auch die Daten des L2-Caches (512 kB) enthält. Die 130 nm-Technik läuft hier auch noch mit 3,46 GHz - wer hätte es gedacht, dass Intel die Technik dann doch noch für Taktraten nahe 3,5 GHz nutzt.

Hier die aktuellen Intel-Prozessoren in der Übersicht:

Der Unterschied zwischen den bisherigen Modellen und dem hier gezeigten Prozessor liegt also nur in der Validierung. Bei Messungen konnten wir hingegen feststellen, dass der Pentium 4 Extreme Edition auf jeden Fall energiesparender ist als der Pentium 4 auf Basis des Prescott-Kerns:

Stromverbrauch Gesamtsystem - idle

Stromverbrauch Gesamtsystem - load

Die Temperaturen blieben mit dem Intel Boxed-Heatsink in unserem Fall unter denen eines Pentium 4 560 und somit in einem akzeptablen Bereich. Auch lassen sich mit entsprechenden Lüftersteuerungen hier gute Lautstärkewerte erreichen, wenn Tcontrol aktiviert ist. Trotzdem ist der Stromverbrauch recht hoch - im Load-Bereich erreichten wir für das Gesamtsystem 233 Watt, was im Gegensatz zu unserem Athlon 64 4000+-Test recht viel ist, allerdings noch unter der Leistung des Prescott-Prozessors bleibt. Hier sind die Leckströme aufgrund der 90 nm-Strukturen höher. Der Athlon 64 hat vor allen Dingen Vorteile im Idle-Bereich aufgrund von Cool & Quiet.


Overclocking des Prozessors und des Chipsatzes:

Einen kleinen Ausblick wollen wir auch auf das Overclocking werfen. Das von uns verwendete Intel D925XECV2-Mainboard bietet zumindest die Option über einen Burn-In-Modus bis zu 10% Takt mehr einzustellen - das sind immerhin 3,806 GHz für den Pentium 4 Extreme Edition. Für einen 0,13 µm-Prozessor ist das recht viel, da wir auch nicht die VCore-Einstellung manipulieren konnten. Trotzdem erreichten wir diese Frequenz stabil. Das dies jedoch eine Glückssache ist, beweisen Ergebnisse anderer Seiten, wo die CPU dann nicht mehr stabil war.

Etwas mehr Overclocking-Möglichkeiten bieten sicherlich die Mainboards der typischen Verdächtigen, also ASUS, MSI, Abit, DFI, Epox und anderen. Hier findet man reichhaltige Overclocking-Features. Uns liegt bereits ein ASUS P5AD2-E mit i925XE-Chipsatz vor, nur ist dieses leider ungeeignet für unsere CPU-Tests, sodass wir hier nur für das Overclocking Tests durchführten. Im normalen Betrieb scheint ASUS die AI-Overclocking-Features trotz deaktivierten Einstellungen im Bios dennoch zu aktivieren - ein "Fehler", der unter Last 8 MHz mehr FSB einstellt.

Beim Overclocking kamen wir mit dem ASUS P5AD2-E immerhin auf auf 3900 MHz bei 325 Mhz FSB - sprich "FSB1300":

Der Weg zu DDR800 ist theoretisch auch offen, allerdings ist fragwürdig, ob diese Funktion bislang wirklich funktioniert. DDR711 entsteht aus Nutzung des 3:4-Teilers für FSB:RAM, die der Chipsatz aufgrund seiner FSB800-Funktionalität in Verbindung mit DDR2-533 besitzt. Wird dieser Teiler beibehalten, so entsteht ein Takt von 356 MHz Speichertakt bei einem FSB von 1066 MHz. Intel bietet diese Option nicht - aber ASUS. Das ASUS-Mainboard verhielt sich jedoch sehr merkwürdig und zeigte nur bei Standard-Taktung tatsächlich höhere Leistungswerte an. Es ist davon auszugehen, dass das Feature beim Übertakten deaktiviert ist und ein synchroner Speichertakt verwendet wird. Ab 270 MHz fiel die Performance deutlich zurück, was unser Statement untermauert, dass die DDR711-Option nur bis zu dieser Taktfrequenz funktioniert. Bis dahin konnten wir eine sehr gute Performance für den Speicher erreichen:

Interessanter als das Übertakten der FSB1066-Prozessoren ist aber sicherlich das Übertakten der normalen FSB800-Prozessoren - denn diese müssten Dank dem höheren FSB ja nun in neue Taktdimensionen übertaktet werden können. Begrenzend war hier bislang bei knapp 260 MHz das Ausfallen der Serial ATA-Funktionalität und das Ansteigen des PCI-Express-Taktes mit dem Bustakt. Mit dem neuen XE-Chipsatz läuft jedoch ab 266 MHz wieder alles innerhalb der Spezifikationen. Ein Test mit einem Pentium 4 520 zeigte, dass dies auch zumindest beim ASUS P5AD2-E möglich ist.

 

Ein Ausblick auf Intels Roadmap:

Was fehlt dem Pentium 4 und was kommt? Hilfreich ist hier ein Blick auf den bereits erhältlichen Xeon "Nocona"-Kern, der schon einige Verbesserungen enthält, die in die neuen Pentium 4-Modelle integriert werden sollen:

  • NX-Bit: Der Schutzmechanismus für den Speicher gegen Virenzugriffe ist bereits in den Xeon-Varianten verfügbar - den Desktop-Markt erreicht er im Q1 2005 .
  • EM64T: Die 64 Bit-Unterstützung ist auch schon im Xeon auf Basis des Nocona-Kerns enthalten - für die Pentium 4 Modelle komm sie im Q1 2005.
  • Enhanced Speed Step / Demand Based Switching: Intels Cool & Quiet-ähnliche-Technik kommt ebenfalls im Q1 2005 in die Desktop-Prozessoren.

Zumindest gleicht man hier erst einmal ein paar Vorteile der Athlon 64-Prozessoren aus. Die Enhanced Speed Step-Features funktionieren zwar etwas anders als Cool & Quiet, aber zumindest bezüglich der 64 Bit-Unterstützung und dem NX-Bit zieht man gleich. Wahrscheinlich pünktlich zu Microsofts x86-64bit-Windows kann man also auch mit Intel-Prozessoren für den Desktop auftrumpfen.

Im Q1 2005 werden also die Features in den Pentium 4 integriert - hinzu stehen 2 MB L2-Cache auf dem Launch-Terminplan. Der Prozessor wird weiterhin einen 800 MHz FSB enthalten und mit Pentium 4 6xx-Prozessornummern gekennzeichnet sein - dies war auf dem diesjährigen IDF in San Francisco zu hören. Zusätzlich wird es eine Pentium 4 Extreme Edition-Variante mit 3,73 GHz geben, welche auch auf diesem 90 nm-Prozessor basiert. Der Gallatin-Kern wird dann schließlich in die Rente geschickt. Bei maximal 3,8 GHz Taktfrequenz wird es dann jedoch bleiben, eine 4 GHz-Variante ist nicht mehr geplant. Statt dessen wird Intel im 2. Halbjahr 2005 auf DualCore-Prozessoren umsatteln - voraussichtlich bei Taktfrequenzen um 3 GHz.

Kommen wir nun zum Testsystem:


Eine Auflistung der verwendeten Hardware und Software darf natürlich nicht fehlen. Wir verwenden für die Testsysteme möglichst identische Setups, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Schwierig ist dies bei neuen Chipsätzen und neuen Features wie PCI-Express - dann sind meistens neue Treiber für die Grafikkarten und Mainboards notwendig, teilweise sogar andere DirectX-Versionen oder Service-Packs. Aus diesem Grund wird von Zeit zu Zeit ein komplett neues Setup nötig, das wir jedoch so lange wie möglich hinauszögern, um eine entsprechend umfangreiche Vergleichsbasis zu ermöglichen. Folgende Hardware und Software haben wir eingesetzt:

Intel Testplattform für Sockel 775 (1066 MHz):

Intel Testplattform für Sockel 775 (800 MHz):

AMD Testplattform für Sockel 939:

Alle restlichen Umgebungsvariablen wurden identisch belassen.

Für die Tests des mit 1066 MHz FSB laufenden Prozessors im Vergleich zur CPU mit 800 MHz FSB haben wir zudem zwei zusätzliche Tests durchgeführt :

Auf dieser Vergleichsbasis lässt sich eine genaue Aussage treffen, welche Performancgewinne aus den 66 MHz mehr CPU-Takt gegenüber dem Pentium 4 Extreme Edition 3.4 GHz kommen und welche Performancegewinne tatsächlich aus dem höheren FSB resultieren.

Im Vergleich zum ersten Sockel 775-Testbericht konnten wir eigentlich alle Treiber bis auf den unerheblichen Chipsatztreiber identisch belassen. Auch die AMD Athlon 64-Benchmarks haben wir mit identischen Treibern durchgeführt, nur für die neuen nForce 4 Tests mussten wir auf einen aktuelleren ForceWare upgraden, wobei wir die Settings allerdings auf den neuen ForceWare übertrugen und deshalb eine gute Vergleichbarkeit gegeben ist. Im Gegensatz zu den ersten Sockel 775-Tests konnten wir mit dem neuen Mainboard nun auch 3-3-3-10-Timings fahren, was wir aus Vergleichbarkeitsgründen mit den AMD-Prozessoren einstellten, um hier ebenfalls den niedrigen Latenzen gerecht zu werden. Aus diesem Grund haben wir alle Pentium 4-Benchmarks erneut durchgeführt, um die Benchmarkwerte entsprechend auf den neuesten Stand zu bringen. An den Benchmarks wurde nichts geändert.

Das eingesetzte Mainboard ist ein Intel D925XECV2, welches wir in Kürze in einem Mainboard-Roundup präsentieren werden:

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Gründlich wie man es von Intel gewohnt ist, stimmt natürlich der FSB bis auf die letzte Kommastelle :

Kommen wir nun also zu den Benchmarks:


Ein typischer Office-Benchmark ist der Sysmark 2002, ein professioneller Benchmark zur Messung der Application Performance. Er ist sogar dank der Verwendung von einigen Programmen, die SMP unterstützen, multiprozessorfähig, deshalb könnten wir ihn auch in derartigen Reviews zur Darstellung von Hyperthreading sehr gut verwenden. Über Makros werden bei diesem Benchmark bestimmte typische Befehle in Programmen ausgeführt und die Arbeitsgeschwindigkeit des Systems gemessen. Nicht nur die CPU-Performance spielt dabei natürlich auch eine Rolle, auch das Memory-Subsystem ist nicht unbeteiligt. Sonstige Komponenten, die ebenso ins Gewicht fallen würden, haben wir konstant gelassen: Die Festplattenperformance ist ebenso maßgebend, diese ist jedoch in beiden Systemen aufgrund der Serial ATA-Festplatte gleich.

Betrachten wir zuerst den Sysmark 2002 Internet Content Creation Test. Dieser beinhaltet die folgenden Applikationen:

Beim Sysmark haben wir nur wenige Werte. Der Extreme Edition mit 3,46 GHz liegt aber klar in Führung - der höhere FSB schafft es hier, die CPU an Platz 1 zu schiessen. Die 11 Punkte mehr resultieren aber natürlich auch aus dem um 1% höheren Takt des Prozessors.

Sysmark 2002 Office Productivity (Bapco)

Als nächstes haben wir den Office Productivity Test von Sysmark 2002. Auch hier sind einige bekannte Programme enthalten, die vor allen Dingen im Office-Bereich oft verwendet werden:

Bei diesem Test erhalten wir folgendes Ergebnis:

In diesem Test ist der Vorsprung mit 7 Punkten etwas geringer, aber auch hier hat der FSB einen Anteil an der besseren Gesamtperformance des Prozessors.

ScienceMark 2.0

Science Mark 2.0 ist ein recht umfangreicher Benchmark, wir verwenden jedoch in diesem Fall nur die Cache- und Memory-Benchmarks des Tools. Sicherlich gibt es auch ein paar andere interessante Bereiche, aber für einen CPU-Benchmark macht dieser Ausschnitt am meisten Sinn. Science Mark kann man sich selber hier herunterladen, wir haben uns dafür entschlossen, die Ergebnisse hier als Grafiken darzustellen. Bei ScienceMark 2.0 betrachten wir nur den Pentium 4 Extreme Edition 3.46 GHz (oben) und den Pentium Extreme Edition 4 3.4 GHz (unten) :

Pentium 4 Extreme Edition 3.46 GHz (oben) und P4 Extreme Edition 3.4 GHz (unten)

Keine großen Unterschiede sehen wir hier zwischen den beiden Modellen - aber die Bandbreiten des FSB1066-Modells sind ein wenig besser.


Sisoft Sandra CPU Drystone ALU (Sisoftware)

Sisoft Sandra ist ein synthetischer Benchmark und aufgrund seiner leichten Anwendung und dem kompakten Download-Umfang ein recht beliebtes Tool zum Vergleich des PCs. Für Mainboard-Reviews wird dieser Benchmark oft verwendet, doch spiegelt er dabei nur die genaue CPU-Frequenz in der Leistungsbeurteilung wieder - dort ist er also nur ein abschreckendes Beispiel. Recht sinnig ist er jedoch hier einsetzbar, auch wenn die Performance-Bewertung nichts mit der realen Performance eines CPUs zu tun hat, sondern eher einen Trend aufzeigt, denn die Berechnungen, die Sisoft Sandra anstellt, sind wirklich rudimentär.

Zunächst wollen wir die CPU-Benchmarks kurz ansehen:

Sisoft Sandra CPU Whetstone FPU

Sisoft Sandra MMX Integer

Sisoft Sandra MMX FP

Sisoft Sandra Memory Int

Sisoft Sandra Memory Float

Der Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz profitiert hier in erster Linie knapp vom dem 1% höheren Takt. Der FSB spielt in den CPU-Tests nur eine geringfügige Rolle, das sieht man am direkten Vergleich bei 3,2 GHz - der FSB1066 bringt hier nicht wirklich viel. Deutlich ausspielen kann die höhere Bandbreite einen Effekt im Speichertest von Sisoft Sandra - hier erreichen wir nun bei 1066 MHz knapp 5700 MB/s, bei einigen anderen Mainboards sollte sich dieser Wert sogar noch nach oben verschieben.


Cinebench 2003 - Rendering 1 CPU (Maxon)

Cinebench ist ein Benchmark, der zur Performancemessung von Systemen für die Software Cinema 4D von Maxon entwickelt worden ist. 3D Modelling ist natürlich auf leistungsfähige CPUs angewiesen und so ist Cinema 4D auch SMP-fähig. Wir haben den Cinebench bislang auch für unsere Mainboard-Tests und für Dual-CPU-Tests verwendet, da er in diesem Bereich sehr gut ist und wir noch keinen vergleichbaren Benchmark im Portfolio hatten. Cinebench 2003 basiert auf CINEMA 4D R8 von Maxon - diese Version kann mit bis zu 16 Prozessoren umgehen. Einige typische Arbeitsvorgänge von Cinema 4D werden simuliert und über den Benchmark abgespult, dieser berechnet dann die Frames pro Sekunde.

Cinebench 2003 - Rendering 2 CPU (HT)

Cinebench 2003 C4D Shading

Cinebench 2003 OpenGL SW-L

Cinebench 2003 OpenGL HW-L

Cinebench gehörte einmal zu den Benchmarks, die fest in der Hand von Intel waren. Bei den Rendering-Tests kommt man ohne Hyperthreading nur noch knapp an die Leistung des Athlon 64 4000+ heran, deutlich übertrumpfen kann man die 354 Punkte des AMD-Prozessors jedoch mit Hyperthreading: Dann hat Intel mit 416 Punkten wieder einen beachtlichen Vorsprung. Dies zeigt sich in vielen Benchmarks: Wenn Hyperthreading unterstützt wird, zieht Intel davon.

Aufgrund der CPU-Last setzt sich der P4 EE 3.46 GHz zwar meistens mit an die Spitze, aber der höhere FSB bringt hier wenig, da Cinebench nicht von einer höheren Bandbreite profitiert, sondern reine CPU-Kraft benötigt.


SpecViewPerf ist ein Benchmark der SPEC.org, er ist kostenlos und kann ebenfalls heruntergeladen werden, allerdings ist die 7.0er Version mit mehreren hundert MB doch ein ganz schöner Brocken. Was macht der Benchmark?

quote:
The first benchmark released by the SPECopc group was SPECviewperf®, which measures the 3D rendering performance of systems running under OpenGL.
Unsere Grafikkarte ist nun aktuell und schnell, aus diesem Grund präsentieren wir jetzt wieder alle sechs Teilbereiche: 3DSMax-01, UGS-01, DRV-08, DX-07, Light-05 und Proe-1.

SpecViewPerf DRV-08

SpecViewPerf DX-07

SpecViewPerf Light-05

SpecViewPerf Proe-01

SpecViewPerf UGS-01

Auch hier holt Intel etwas auf - AMD hatte zuletzt in diesen Benchmarks deutlich aufgeholt, nur scheint die Prescott-Architektur mit dem SpecViewPerf besser zurecht zu kommen als die alte Northwood-Architektur des Extreme Edition. Zwar bringt der FSB1066 hier deutliche Leistungsunterschiede in einigen Benchmarks, aber so katapultiert sich der Extreme Edition nur in gute Folgeplätze - der Prescott mit 3,6 GHz liegt an der Spitze und könnte sich mit einem höheren FSB noch Performancevorteile verschaffen, doch wird es ihn weiterhin nur mit 800 MHz am Markt geben.


KibriBench (Adept Development)

KibriBench ist ein 3D-Renderer - und deutlich CPU-belastend. Wir verwenden die Map "City", die ziemlich leistungsfressend ist. Kribi ist SMP-fähig und somit kommt auch Hyperthreading hier zum Einsatz. Auch diesen Benchmark haben wir neu für unsere CPU-Tests entdeckt, auch er nutzt neue Technologien wie Hyperthreading aus.

Kribi ist wieder klar CPU-lastig - demnach mögen die Extreme Editions diesen Benchmark ganz besonders aufgrund des großen Caches, auch die 0,06 GHz mehr bringen hier wieder ein kleines bisschen etwas, währenddessen bringt der höhere FSB nur wenig. Aufgrund von Hyperthreading liegen die Athlon 64-CPUs deutlich hinter den Intel-Prozessoren.

XMpeg 5.03 (XMpeg)

Xmpeg 5.0.3 ist ein Komprimierungs-Tool, welches mit DivX umgehen kann. Wir verwenden für diesen Test den neuen Codec 5.1.1 in der Version und komprimieren ein Video. Es wurde dabei eine ca. 200MB große MPEG-2 Datei umgewandelt, wobei wir die Audio-Verarbeitung deaktivierten. Zwar zeigt das Programm die durschnittliche Frame-Zahl pro Sekunde an, wir dividieren aber die kompletten Frames durch die benötigte Zeit. Derartige Komprimierungen waren schon immer ein kräftiger Leistungstest für Prozessoren.

Beim Videoediting kommen die Athlon 64-Prozessoren besser in Schwung. Allerdings haben wir hier die "Raw-Performance" gemessen, verwenden wir Optimierungen des XMpeg-Codes für den Pentium 4, so sieht es ganz anders aus. Mit SSE2 kann der Prozessor sich deutlich an die Spitze setzen. Mit neueren Programmversionen wäre dies deutlich erkennbar. Wir aktualisieren gerade unsere Compression-Benchmarks diesbezüglich und möchten mehrere Programmtypen mit und ohne Optimierungen präsentieren - in den nächsten Prozessor-Tests werden diese dann dementsprechend aufgesplittet.

Für diesen Vergleich reicht allerdings noch der Blick auf den FSB - auch hier sehen wir wieder einen kleinen Fortschritt durch den höheren FSB.


PCMark 2004 - CPU (Futuremark)

PCMark 2004 ist der nächste Benchmark in unserer Sammlung. Dieser Benchmark ist die neueste Kreation aus dem Hause Madonion und prüft die Leistung von CPU und Speicher. Heruntergeladen werden kann dieser Benchmark in unserer Download-Area oder bei Futuremark. Enthalten sind zwei Tests - ein reiner CPU-Benchmark und ein sogenannter Memory-Test, der die Bandbreite des Systems messen soll. Als dritten Benchmark findet man einen Harddisk-Benchmark, der jedoch eine sehr hohe Messungenauigkeit besitzt und deshalb für Festplattentests nicht zu empfehlen ist. Der CPU-Test gibt hauptsächlich die Taktung wieder. Beim Memory-Test merkt man deutlich, wenn ein Prozessor einen größeren Cache besitzt.

PCMark 2004 Memory

Der PCMark-CPU-Test visualisiert mal wieder "nur" den CPU-Takt. Beim Speicher wird es interessanter; hier sehen wir auch wieder einen deutlichen Vorteil des höheren FSBs. Knapp 500 Punkte mehr erreichen wir Dank des FSB1066.

TMPGEnc MPEG Encoder (TMPGEnc)

TMPGEnc ist der nächste Benchmark in unserem Test. TMPGEnc ist ein sehr guter Video-Encoder, der ebenfalls SMP-fähig ist und somit von Hyperthreading Gebrauch macht. Da TMPGEnc zunehmend verwendet wird, eignet er sich als guter Benchmark im Vergleich zu anderen ähnlichen Programmen, wie beispielsweise Flask Mpeg.

Achtung : Weniger ist hier besser !

Auch hier gewinnt der Prozessor höchstens aufgrund der höheren Taktrate und nicht aufgrund des höheren FSBs, denn TMPGEnc ist rein CPU-lastig und wird nicht durch eine höhere Bandbreite begünstigt.


Lame MP3 Codec und CDex (Lame)

LAME ist ein weiteres Kompressionstool. Es handelt sich um einen freien MP3-Codec, den wir zusammen mit CDex zum Komprimieren einer CD verwenden. Wir komprimieren hier den Inhalt einer kompletten CD mit elf Songs zu MP3-Dateien mit einer Bitrate von 128 MBit. Interessant ist dabei, das zu Beginn des MP3-Booms dies noch lange dauerte - das Rippen der .wav-Dateien von der CD dauerte mit 4x oder 8x CD-ROM-Laufwerken eine Ewigkeit. Anschließend war der Rechner eine Stunde mit dem Encodieren beschäftigt. Jetzt ist die CD in knapp zwei Minuten ausgelesen, während der Rechner bereits im Hintergrund die Dateien komprimiert. Schneller als die CD wieder ins Regal eingeordnet ist, hat man also die Dateien per USB 2.0 auf seinem Mp3-Player:

Achtung: Weniger ist hier besser!

Bei Lame sehen wir wieder einen kleineren Vorteil bei der Bandbreite - und so gewinnt der Pentium 4 Extreme Edition nicht nur durch seinen etwas höheren Takt ein paar Prozent gegenüber den bislang schnelleren AMD-Prozessoren, sondern auch aufgrund des FSB1066. Allerdings sind immer noch ein paar Sekunden Unterschied zwischen den schnellsten AMD-Prozessoren und dem Extreme Edition.

WinRAR (RARLab)

WinACE und WinRAR sind neben WinZIP die am Weitesten verbreiteten Datei-Komprimierungsprogramme. WinZIP haben wir indirekt bereits mit Sysmark 2002 mitgetestet -hier wollen wir genauer auf die beiden Programme eingehen. Während WinRAR nach unseren Erfahrungen auf Pentium 4-Systemen - eventuell aufgrund von SSE2-Optimierungen - schneller ist, nutzt WinACE wohl keine derartigen Optimierungen, hier liegen Athlon XP und Pentium 4 immer näher zusammen. Wie sieht es hier aus?

Achtung: Weniger ist hier besser!

WinRAR zeigt auch einen minimalen Vorsprung des FSB1066, der Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz kann sich mit dem P4 560 und den AMD-Prozessoren mit 46 Sekunden an die geteilte Spitzenposition setzen.

WinAce (WinAce)

Achtung: Weniger ist hier besser!

Im zweiten Packer-Benchmark sehen wir keine Vorteile des FSB1066 - dafür kann der Extreme Edition mit den 0,06 GHz mehr eine Sekunde aufholen und liegt gleich auf mit dem 3,6 GHz schnellen Prescott-Prozessor.


3DMark 2001 SE (Futuremark)

3DMark 2001 ist sicherlich einer der beliebtesten Benchmarks - nicht nur bietet das Gamers Headquarter von Futuremark auch eine tolle Vergleichsbasis, sondern es lassen sich mit diesem, eigentlich als Grafikkarten-Benchmark konzipierten Programm auch recht gut Performance-Vergleiche anstellen. Je nach Auflösung erreicht man dabei eher eine Grafikkarten-Auslastung oder eine CPU-Auslastung - aus diesem Grund haben wir den Benchmark auch mit 1024x786 durchgeführt, das reicht bei unserer Geforce 6800 GT um zu zeigen, wo ein stärkerer CPU mehr Leistung bringen kann.

400 Punkte mehr - und diese sind nicht hauptsächlich aufgrund der höheren Taktrate des Extreme Edition zu suchen, sondern am höheren FSB. Das lässt sich aus dem Vergleich von FSB800 und FSB1066 erkennen, fast 300 Punkte holt alleine der FSB heraus. Damit kommt Intel allerdings beim 3DMark nur dem AMD Athlon 64 3800+ nahe, der 4000+ liegt immer noch deutlich vorne. Mit 3,73 GHz der nächsten Extreme Edition könnte man hier sicherlich ausgleichen - aber dann ist da ja auch noch der FX55...

3DMark 2003 (Futuremark)

3DMark 2003 kennt auch jeder - nur ist das Programm leicht in den Verruf gekommen, weil die Grafikkartenhersteller hier gerne etwas "optimiert" haben. Für unsere CPU-Tests ist das allerdings nicht erheblich, da wir immer bei demselben Treiber und derselben Grafikkarte bleiben. Aus diesem Grund können wir 3DMark 2003 für den Vergleich recht gut einsetzen, auch wenn die Unterschiede recht gering sind - die Grafikkarte trägt hier die Hauptlast.

Hier finden wir eine höhere Grafikkarten-Last vor, deshalb sind die Unterschiede nicht so hoch und auch die Prozessoren liegen näher beeinander. Intel findet sich haarscharf nach den Athlon 64 4000+-Modellen ein, der FSB bringt hier auch wieder einen kleinen Vorteil, auch wenn dieser minimal ist.

Quake 3 Arena 640x480 (ID Software)

Als Nächstes werfen wir einen Blick auf Quake 3 Arena. Quake 3 Arena ist schon ein Klassiker im Bereich der Benchmarks, deshalb setzen wir ihn auch weiterhin ein, haben ihn für unsere CPU-Tests aber erst jetzt wieder aus dem Archiv geholt. Die Demo 001 wird in der Konsole mit dem Befehl "timedemo 1" und "demo demo001" aktiviert, den Benchmark haben wir bei 640x480 mit 16 Bit laufen lassen, um die CPU am meisten zu fordern. Hier sehen wir die Ergebnisse:

Bei unseren letzten CPU-Tests hatten wir den Eindruck, dass das verwendete Intel D925XCV-Mainboard nicht das Schnellste ist, was die Speicherperformance angeht. Mit schnellen Timings von 3-3-3-10 und dem neuen D925XECV2-Board scheint das Ergebnis gerade im latenz- und bandbreitenhungrigen Quake 3 Arena-Benchmark besser zu sein. Der Athlon 64 sieht hier aufgrund der schnellen Latenzzeiten und dem integrierten Memory-Controller ebenso gut aus.

Die Extreme Edition hat jedoch noch einen Vorteil - der L3-Cache. Somit kommt dieser deutlich vor dem Athlon 64 ins Ziel bei 640x480. Der höhere FSB macht hier auch etwas aus - hat aber einen geringeren Einfluss als der reine CPU-Takt.

Return to Castle Wolfenstein 640x480 (Activision)

Return to Castle Wolfenstein basiert auf der Quake 3-Engine, ist aber ungleich anspruchsvoller. Getestet wurde nach den 3DCenter-Regeln für dieses Spiel und mit der dort beschriebenen Time-Demo Checkpoint durchgeführt. Dieser Link führt zur besagten Time-Demo bei 3DCenter. Das Spiel muss man sich jedoch selbst besorgen, denn eine Demo ist im Internet leider nicht verfügbar.

Bei Return to Castle Wolfenstein flacht der Effekt etwas ab - ist aber immer noch sichtbar. Zuletzt war der Benchmark klar in Hand der AMD Athlon 64 4000+ CPUs - jetzt schiebt sich der neue Extreme Edition mit 3,46 GHz knapp vor die Konkurrenz-Prozessoren. Der Grund ist der etwas höhere Takt und der höhere FSB.


UT2003 Flyby 640x480 (Epic)

Unreal Tournament 2003 ist als Demo verfügbar, in die eine Benchmark-Funktion eingebaut ist. Ein Skript testet bei verschiedenen Auflösungen, es gibt eine Flyby-Demo und ein Botmatch, die die Leistungsfähigkeit des Systems für die Vollversion zeigen soll. Hier die Ergebnisse bei 640x480 mit 16 Bit, denn auch hier wollen wir natürlich die Belastung auf die CPU verlagern:

UT2003 Botmatch 640x480

Unreal Tournament 2003 ist klar in der Hand der AMD-Prozessoren, aber der Pentium 4 Extreme Edition profitiert vom etwas höheren CPU-Takt sowie vom höheren FSB.

Unreal Tournament 2004 - Flyby 1024x768 (Epic)

Etwas hungriger bezüglich der Grafikkartenleistung ist UT2004 - aber in einigen Bereichen limitiert auch die CPU, weshalb sich auch dieser Benchmark perfekt für das Messen der CPU-Performance eignet. Wir haben den Benchmark wie immer mit niedriger Auflösung getestet.

Unreal Tournament 2004 - Assault 1024x768

Da Unreal Tournament 2004 auf derselben, aufgemotzten Engine basiert, ist auch hier das Ergenbis ein Ähnliches. FSB und der etwas höhere Takt sorgen für eine höhere Performance, aber die AMD-Prozessoren liegen weiter in Führung.


Comanche 4 640x480 (Novalogic)

Comanche 4 ist für Auflösungen von 1024x786 durchaus noch als CPU-Benchmark zu gebrauchen, bei höheren Auflösungen limitiert jedoch die Grafikkarte. Der Benchmark nutzt viele Pixel- und Vertexshader. Allerdings wird neben einer hervorragenden Grafikkarte auch ein starker CPU benötigt. Das Spiel basiert auf DirectX 8 und ist in der Demo zum Download erhältlich. Die Demo besitzt einen integrierten Benchmark. Hier kann man also vor dem Kauf auch feststellen, ob das Spiel auf dem gewünschten PC ruckelfrei läuft. Wir verwenden ihn zur Leistungsmessung.

Intel wieder knapp in Führung - die AMD-Prozessoren heizten Intel zuletzt stark ein, nun setzt sich der Extreme Edition wieder haarscharf an die Spitze. Beide Top-Prozessoren, der P4 EE und der FX55, schenken sich hier also nichts. Der leicht höhere Takt bringt hier mehr als der höhere FSB - hier sieht man nur sehr geringe Unterschiede.

Serious Sam 640x480 (Croteam)

Serious Sam ist auch neu bei unseren CPU-Tests - das Game ist hinreichend bekannt, wir verwenden die integrierte Benchmark-Funktion, natürlich mit 640x480 und niedrigsten Settings, um die Grafikkarte möglichst nicht zu belasten und die CPU zu fordern. Hier das Ergebnis:

Hier ist der AMD Athlon 64 wieder deutlich schneller, der integrierte Memory-Controller machts möglich. Intel kann aber mit dem schnelleren FSB wieder ein paar Prozent gewinnen, der etwas höhere Takt der Extreme Edition tut den Rest.

DroneZMark 640x480 (Zetha Games)

DroneZMark liefert nur mit einer starken Grafikkarte eindeutige Werte für einen CPU-Test - mit einer GeForce 6800 GT ist dies jedoch kein Problem. So haben wir hier ziemlich eindeutige Werte. DroneZ reagiert allerdings sehr gerne auch auf einen großen Cache, wie man in unseren bisherigen Tests sehen konnte.

Klarer Vorsprung für Intel - die Extreme Edition-Prozessoren sehen in DroneZ sehr gut aus, weil der Cache hier sagenhaftes liefern kann. Auch der FSB bringt noch einmal ein wenig mehr Performance. Im Endeffekt ist die CPU-Frequenz hier aber auch etwas wichtiger.


Codecreatures 1024x768 (Codecult)

Auch Codecreatures ist ein Benchmark für Grafikkarten - und dabei sogar ein recht anspruchsvoller. Ursprünglich wollten wir diesen Benchmark in den Reviews nur dazu verwenden, um aufzuzeigen, wo die CPU- und Chipsatzhersteller noch etwas verbessern könnten und wo eher eine neue Grafikkarte angebracht ist. Aus diesem Grund handeln wir Codecreatures auch recht schnell mit nur einer Auflösung (1024x786) ab, die zeigt, dass hier unsere Geforce 6800 zwar gute Werte bringt, aber die Frameraten immer noch sehr niedrig sind.

Klare Sache - ein minimaler Vorsprung auch hier aufgrund des etwas höheren CPU-Taktes. Der FSB bringt hier wenig, nur 0,2 fps liegt das FSB1066-Setup vor dem FSB800-Setup.

Aquamark 3 Score (Massive Development)

Aquamark 3 ist ein leistungsfähiger Test für Grafikkarten, aber auch bei ihm sieht man einen Effekt bei einer schnellen CPU. Wir verwenden die kostenlose Version, die man unter obigem Link herunterladen kann. Der Score ist dabei ähnlich wie bei den Benchmarks von Futuremark auch online vergleichbar mit anderen Systemen.

Auch hier lagen die AMD-Prozessoren zuletzt klar in Führung - aber der Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz kann aufgrund des FSBs und des etwas höheren Taktes wieder aufholen. Er kommt fast an die Leistung des Athlon 64 3800+ heran.

X2 The Thread - 640x480 (Egosoft)

X2 ist ein Weltraum-Egoshooter, der auch in einer Demoversion zum Herunterladen existiert, die wir hier für diesen Test verwenden. Die Software wird von uns in einer niedrigen Auflösung getestet, da das Spiel bei höheren Auflösungen beginnt, grafikkartenlastig zu werden.

Auch hier wieder ein klarer Vorsprung für AMD - aber die Leistung des Athlon 64 3800+ wird vom Extreme Edition angekratzt. Allerdings scheint hier eher der Takt eine Rolle zu spielen als der FSB.


FarCry Pier 800x600 (Crytek)

FarCry ist wohl das Spiel des Jahres 2004 und ein Grund, sich mal wieder einen neuen PC zu leisten. Das Spiel ist sowohl stark Grafikkarten-lastig bei höheren Auflösungen und hohen Details, aber es existiert auch eine sehr hohe CPU-Belastung, gerade bei niedrigeren Auflösungen ohne viele Details. Wir verwenden deshalb den Benchmark mit Standard-Settings und unterschiedlichen Auflösungen.

Farcry Pier 1024x768

Farcry Pier 1280x1024

Farcry Pier 1600x1200

Auch die FarCry-Benchmarks zeigen, dass die AMD-Prozessoren hier in Führung liegen - aber der Extreme Edition mit 3,46 GHz kommt fast an den Athlon 64 3800+ heran. Dabei scheint bei niedrigen Auflösungen der neue FSB noch einen größeren Einfluss zu haben. Der reine Takt hilft dem Prozessor natürlich auch wieder.

Kommen wir nun zum Fazit:


Intel holt wieder ein Stückchen auf - der neue Pentium 4 Extreme Edition 3.46 GHz kommt wieder näher an den Athlon 64 4000+ heran und kann in einigen Bereichen sogar wieder die Führung übernehmen. Dabei ist es applikationsabhängig, wo der AMD Athlon 64 vorne liegt und wo Intels Extreme Edition in Führung geht. Gerade bei den Spielen ist der Athlon 64 aber weiterhin größtenteils vorne. Intels Flagschiff müssten wir jedoch auch mit dem FX55 vergleichen, doch der AMD-Prozessor lag uns bislang noch nicht vor. Somit wird AMD vor allen Dingen in einigen Spiele-Benchmarks mit dem Athlon 64 FX55 noch etwas besser aussehen. Alle genannten CPUs sind jedoch recht teuer - der Athlon 64 4000+ kostet im Handel fast 700 Euro, der Athlon 64 FX55 ungefähr 800 Euro, Intels Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz sogar knapp 1000 Euro. Für den Gamer werden alle drei Prozessoren praktisch unerschwinglich sein.

Intels Stärken liegen, wie bislang, in Anwendungen, die entweder für den Pentium 4 optimiert wurden und beispielsweise SSE3 unterstützen oder die im Videoencoding- / Kompressions- / Anwendungs- und Renderingbereich liegen. Auch hier knabbert AMD an den Leistungen der Pentium 4 Prozessoren, aber man kann sich hier noch in vielen Benchmarks an der Spitze wiederfinden. Bei den Spielen ist AMD in der Regel etwas flotter unterwegs, hier liegen oft die Athlon 64-Prozessoren in Führung.

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Der neue FrontSideBus hilft dem Pentium 4 nur teilweise. Zwar stehen je nach Anwendung bis zu 5% mehr in unseren Grafiken, im Gegensatz zu den letzten Anhebungen des FSBs hat Intel aber die Anhebung des Speicherbusses schon bei Einführung der i925X- und i915P-Chipsätze vorweggenommen. Aus diesem Grund verfällt man bei den Ergebnissen sicherlich nicht in Staunen, aber die Vorteile des FSB1066 sind zumindest sichtbar. Da der FSB1066 jedoch bislang nur mit dem Pentium 4 Extreme Edition 3.46 GHz offiziell nutzbar ist, bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Overclocker zumindest an den neuen Boards erfreuen können und die Hersteller Funktionen einbauen, um einen Pentium 4 2.8, 3.0 oder 3.2 mit 266 MHz oder mehr laufen zu lassen. Auch für Overclocker interessant wird die DDR711-Option, die einige Hersteller bieten werden - davon wird höchstwahrscheinlich der Pentium 4 noch stärker profitieren können und in Vergleichstests noch stärker aussehen.

Intel hat im Moment Stärken bei der Plattform: Die neuen i925XE, i925X und i915P-Chipsätze bieten schon viel, die Hersteller nutzen dabei auch meist die volle Palette der Features. Schwächen hat man hingegen beim Prozessor selber: Sinnvolle Stromspartechniken fehlen, die NX-Bit-Protection ist noch nicht realisiert und die Prozessoren haben einen recht hohen Verbrauch. Die 64 Bit-Unterstützung fehlt zwar auch, ist allerdings mangels Betriebssystem aktuell noch kein Beinbruch. Wir hoffen, dass der Extreme Edition im nächsten Jahr noch eine neue Pentium 4 Serie folgt, die zumindest bezüglich der genannten Features aufholen kann, aber bis Intel wieder die Performance-Führung deutlich übernehmen kann, wird es wohl noch ein Weilchen dauern.

Weitere Links:

Weitere Mainboard- und CPU-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Prozessoren, Mainboards Intel oder Mainboards AMD. Interessante Informationen oder Probleme mit der getesteten Hardware? Support nötig und Probleme mit der Hardware? Ab in unser Forum!

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