Razer Blade Stealth und Core V2: Das fast perfekte Gaming-Gespann im Test

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razer blade stealth core-teaserDass man aus seinem Arbeits-Notebook, welches eigentlich auf Effizienz und lange Laufzeiten optimiert wurde, zu Hause ein echtes Gaming-Monster machen kann, das hatten wir in der Vergangenheit schon mehrmals bewiesen – beispielsweise mit dem ASUS Transformer 3 Pro und der ROG XG Station 2 oder aber erst kürzlich mit dem Dell XPS 13 und der Aorus GTX 1080 Gaming Box. Von Razer gibt es mit dem Blade Stealth und dem Core V2 ein ähnliches Paket. Wir haben dem flotten Alltagsnotebook und der externen Thunderbolt-3-Grafikbox einmal näher auf den Zahn gefühlt.

Externe Thunderbolt-3-Grafikkarten sind derzeit eines der Trendthemen schlechthin – mit ASUS, Gigabyte, ZOTAC, PowerColor und Dell bzw. Alienware haben nahezu alle großen Hersteller der Gaming-Branche entsprechende Geräte im Angebot. Das Paket von Razer, welches wir uns für diesen Hardwareluxx-Artikel einmal näher angesehen haben, ist dabei aus mehrerlei Hinsicht interessant. 

So ist das Notebook ein weiterer Ableger eines der besten Gaming-Notebooks. Dank seines schicken Designs, der hochwertigen Verarbeitung und natürlich der performanten Spielerhardware kürten wir das Razer Blade Pro zum MacBook unter den Gaming-Notebooks, welches unbestritten als Design-Vorlage diente. Das Blade Stealth besitzt im Gegensatz zu den bisherigen Modellen allerdings keine schnelle Spieler-Grafikkarte mehr. Im Gegenteil: Der 13-Zöller muss sich mit der in der CPU integrierten Grafiklösung zufriedengeben, was Spieler auf den ersten Blick sicherlich abschrecken dürfte. Die Grafikpower wird per Thunderbolt 3 und dem Razer Blade Core V2 samt einer handelsüblichen Desktop-Grafikkarte angeschlossen. Damit bleibt das Razer Blade Stealth ein schickes, kompaktes Arbeitsgerät mit langen Laufzeiten für unterwegs und kann zu Hause mit nur einem einzigen Kabel zum pfeilschnellen Spielerechner umfunktioniert werden. 

Mehr Power gibt es außerdem im Bereich des Prozessors. Zwar setzt man nicht mehr auf einen schnellen HQ-Prozessor, die Ultrabook-CPU basiert aber schon auf der Kaby-Lake-Refresh-Architektur und stellt damit trotz gleichwertiger Turbo-Taktraten die doppelte Kernanzahl in der sparsamen TDT-Klasse von nur 15 W zur Verfügung, was die Performance im Alltag deutlich beschleunigt.  

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Diese Flexibilität lässt sich Razer teuer bezahlen: Alleine für das Razer Blade Stealth werden derzeit in der Basis-Version stolze 1.699 Euro ausgerufen. Dafür gibt es neben dem Intel Core i7-8550U insgesamt 16 GB Arbeitsspeicher und eine 256 GB große SSD mit PCI-Express-Anbindung. Für die Speichererweiterung auf 512 GB werden 200 Euro mehr ausgerufen, das Topmodell mit 1-TB-SSD kostet gar stolze 2.349 Euro und damit nochmal 450 Euro mehr. 

Einen Touchscreen mit 3.200 x 1.800 Bildpunkten und ein kompaktes Unibody-Gehäuse aus Aluminium sowie natürlich zahlreich weiteren Gamer-Details gibt esbei allen Modellen. Das Razer Blade Stealth mit Kaby Lake Refresh wird in zwei verschiedenen Farbvarianten angeboten: Einmal als schwarz eloxierte Variante mit Chroma-Beleuchtung und einmal als graue Gunmetal-Version mit weißer Tastatur-Hintergrundbeleuchtung. In Deutschland ist ausschließlich die schwarze Modellvariante erhältlich. Die bisherigen Dualcore-Modelle auf Kaby-Lake-Basis behält Razer weiterhin im Angebot.

Das Razer Blade Core V2 ist ab 519 Euro zu haben, dann allerdings nur als Leergehäuse ohne Grafikkarte. Die muss je nach Belieben zusätzlich berappt werden – mindestens rund 150 Euro sollte man hier für aktuelle Spieletitel zusätzlich einplanen. 

Wie sich das Razer Blade Stealth zusammen mit dem Razer Blade Core V2 in der Praxis schlägt, das klären wir in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten. 

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar


Für unseren Test versorgte uns Razer natürlich mit der Kaby-Lake-Refresh-Auflage, dieses Mal jedoch nicht mit dem absoluten Topmodell. Unser Testmuster wird von einem Intel Core i7-8550U samt einer Intel UHD Graphics 620 befeuert und kann auf einen 16 GB großen Arbeitsspeicher sowie auf eine 512 GB fassende PCI-Express-SSD zurückgreifen. Es handelt sich die mittlere von drei Modellvarianten des Razer Blade Stealth. In unserem Preisvergleich werden dafür aktuell rund 1.899 Euro fällig.

Das MacBook als Design-Vorlage

Wie schon bei den ersten Razer-Blade-Geräten diente auch beim neuen Razer Blade Stealth die aktuelle MacBook-Pro-Familie von Apple unverkennbar als Design-Vorbild. Wie bei den Geräten aus Cupertino setzt man auch hier auf ein hochwertiges Unibody-Gehäuse aus Aluminium, rundet die Ecken ab und schmückt den Bildschirmdeckel mit einem beleuchteten Hersteller-Logo. Anders als bei den älteren MacBook-Geräten gibt es aber keinen weiß beleuchteten Apfel, sondern ein giftgrünes Schlangen-Logo. Links und rechts davon peppen zwei Bügelfalten das ansonsten schnörkellose Design auf.

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Für farbliche Abwechslung sorgt nicht nur der Desktop-Hintergrund, sondern auch die Tastatur. Bei unserer schwarzen Modellvariante setzt Razer auf die hauseigene Chroma-Beleuchtung und erlaubt somit eine RGB-Hintergrundbeleuchtung. Farbe und Effekt können für jede Taste einzeln eingestellt werden.

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Insgesamt bringt es das Razer Blade Stealth auf Abmessungen von 321 x 206 x 13,8 mm und zeigt sich damit äußerst kompakt, vor allem was die Bauhöhe mit gerade einmal nicht ganz 14 mm anbelangt. Zudem ist es mit einem Gewicht von etwa 1,35 kg erfreulich leicht. Im Gegensatz zum 12,5-Zoll-Modell hat die Kaby-Lake-Refresh-Neuauflage gerade einmal um 60 g zugelegt.

Razer hat sich von Apple nicht nur das Design abgeschaut, sondern auch deren gewohnt hohe Verarbeitungsqualität. Das Razer Blade Stealth ist hervorragend verarbeitet, selbst auf stärkeren Druck hin gibt das Chassis an keiner Stelle nach. Scharfe Kanten gibt es keine, alle Spaltmaße sind hervorragend herausgearbeitet. Das Display-Scharnier ist fest, erlaubt jedoch auch weiterhin das Öffnen mit nur einer Hand.

Gute Tastatur, hervorragendes Touchpad

Bei der Tastatur setzt Razer auf einfache Chichlet-Tasten. Während MSI auf die linke Windows-Taste verzichtet und die Return-Taste auf nur eine Zeile beschränkt, setzt Razer auf ein Standardlayout – einzig im Bereich der Pfeiltasten gibt es Anlass zur Kritik. Sie sind teilweise zu eng zusammengefasst und fallen gegenüber den restlichen Tasten deutlich kleiner aus. Zudem gibt es aufgrund der kompakten 13,3-Zoll-Ausrichtung aus Platzgründen keinen separaten Nummernblock. Der Druckpunkt ist knackig, das Feedback sehr gut.

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Die Hintergrundbeleuchtung des Razer Blade Stealth weiß auf ganzer Linie zu gefallen. Über die Razer-Synapse-Software lassen sich Farbe und Effekt für jede Taste einzeln einstellen und die gewünschte Konfiguration bequem in Profilen abspeichern, die sogar per Tastenkombination aktiviert werden können. Möglich sind über 13,8 Millionen unterschiedliche Farben und zahlreiche vorgefertigte Effekte, wie ein statisches Aufleuchten, ein Pulsieren, ein Spektrum-Wechsel oder ein Aufflammen. 

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Die für Spieler wichtigen WASD-Tasten lassen sich so farblich hervorheben. Lobenswert: Wird die FN-Taste gedrückt, um beispielsweise die Helligkeit des Bildschirms oder die Lautstärke der Lautsprecher anzupassen, wird die Hintergrundbeleuchtung der restlichen Tasten mit Ausnahme derer, die per FN Zusatzfunktionen bieten, komplett abgestellt, womit sich die gewünschte Funktion einfacher finden lässt. 

Links und rechts neben der Tastatur sind die integrierten Lautsprecher des Razer Blade Stealth untergebracht. Sie könnten jedoch lauter sein und vor allem tiefere Bässe liefern. 

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Ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist das Touchpad. Dieses verfügt dank gläserner Oberseite über hervorragende Gleiteigenschaften und arbeitet äußerst präzise und schnell. Multitouch-Gesten wie das Scrollen über zwei Finger im Browser oder das Vergrößern von Bildern per Pinch-to-Zoom-Geste werden ebenfalls problemlos verstanden. Dedizierte Tasten für den linken und rechten Mausklick gibt es keine – sie werden direkt im Touchpad ausgeführt. Ein Finger löst den linken, zwei hingegen den rechten Mausklick aus. 

Sehr wenige Anschlüsse

Einer der größten Kritikpunkte des Razer Blade Stealth ist sicherlich seine Anschluss-Vielfalt. Aufgrund der kompakten Abmessungen muss auf den einen oder anderen Port verzichtet werden. Zudem stehen nur sehr wenige USB-Schnittstellen bereit. 

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Auf der linken Seite bietet das Razer Blade Stealth eine moderne Typ-C-Buchse. Sie verfügt nicht nur über das Thunderbolt-3-Protokoll, sondern dient außerdem zur Stromversorgung über das externe Netzteil. Daneben gibt es eine USB-3.1-Schnittstelle nach Typ-A und einen 3,5-mm-Kombiport für den Anschluss eines Headsets. 

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Gegenüberliegend gibt es lediglich eine zweite USB-3.1-Schnittstelle sowie einen HDMI-Port für die Videoausgabe an einen Fernseher, Beamer oder einfach an einen zweiten Bildschirm. Wer als Gamer Tastatur und Maus und anschließen möchte, sollte dies nicht zuletzt wegen der geringen Spieleleistung der integrierten CPU-Grafik besser über das Razer Blade Core V2 tun, welches wir auf den nächsten Seiten noch ausführlich vorstellen werden. 

Schlichte Kühlung

Da das Razer Blade Stealth seine Grafikkarte quasi auf das Razer Blade Core V2 ausgelagert hat und lediglich auf eine 15-W-CPU zurückgreift, genügt eine vergleichsweise einfache Kühlung. Auf den ersten Blick gibt es lediglich auf der Unterseite ein paar Lüftungsschlitze. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man wie bei den Apple-Geräten im aufgeklappten Zustand zwischen dem Topcase und dem Bildschirm aber zahlreiche weitere Lufteinlässe.  

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Eine Wartungsklappe für den Austausch der SSD gibt es leider nicht. Wartungsfreundlich ist das Razer Blade Stealth somit nicht. Ähnlich kompakt fällt das externe Netzteil aus, welches es gerade einmal auf Abmessungen von 107 x 38 mm bringt. Für unterwegs gibt es einen fest verbauten Akku mit 53,6 Wh.


Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim Razer Blade Stealth absolut keine Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, das schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Während die erste Generation des Razer Blade Stealth noch mit einem Dualcore-Prozessor auskommen musste, gibt es die Neuauflage nun auch mit Quadcore-CPU. Dann gibt es statt Kaby Lake schon Kaby Lake Refresh, der bei gleichbleibender TDP-Einstufung über die doppelte Kernanzahl verfügt und somit vor allem in Multicore-lastigen Umgebunden für einen deutlichen Leistungsschub sorgen dürfte. Razer setzt hier auf den Intel Core i7-8550U

Um die TDP weiterhin bei sparsamen 15 W halten zu können, hat Intel den Basistakt deutlich nach unten korrigiert. Macht sich der Intel Core i7-7500U noch mit einem Grundtakt von 2,7 GHz ans Werk, ist der Intel Core i7-8550U auf 1,8 GHz gedrosselt. Im Turbo sollen allerdings 4,0 statt wie bislang nur 3,5 GHz erreicht werden. SMT-Support gibt es weiterhin, womit bis zu acht Threads gleichzeitig bearbeitet werden können.

Dazu gibt es einen 8 MB großen L3-Cache sowie einen insgesamt 1 MB großen Zwischenspeicher in zweiter Reihe, wobei sich dieser auf alle vier Kerne zu je 256 KB aufteilt. Der Daten- und Instruktionscache stellt einen Speicher von jeweils 32 KB zur Verfügung. Gefertigt wird die Kaby-Lake-Refresh-CPU im aktuellen 14-nm-Prozess 

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An den Speichercontroller der Kaby-Lake-Refresh-CPU hat Razer bei seinem neuen Blade Stealth zwei LPDDR3-Module angeschlossen, wobei der Controller auch mit dem neueren DDR4-Standard hätte umgehen können. Die beiden Module sind jedenfalls im schnellen Dual-Channel-Modus zusammengeschaltet und arbeiten mit einem Takt von 2.133 MHz. Damit bringt es der Arbeitsspeicher bei unserem Testgerät auf eine Bandbreite von 22,13 GB/s, was verglichen mit anderen Geräten dieser Preis- und Leistungsklasse, vor allem aber für ein Gerät mit Gaming-Ambitionen, doch geringfügig weniger ist als gewohnt. 

Die M.2-SSD ist dank PCI-Express-Anbindung dafür ausgesprochen schnell. Sie liest Daten mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2.990,1 MB/s aus, geschrieben wird immerhin noch mit 1.482,7 MB/s. Auf eine zusätzliche Magnetspeicher-Festplatte als Datengrab für die eigene Spielesammlung muss man verzichten. 

Der Intel Core i7-8550U schließt die beiden Rendervorgänge von Cinebench R11.5 und R15 im Multicore-Preset mit 5,89 bzw. 440 Punkten ab, im Single-Thread-Test werden 1,59 respektive 157 Punkte erreicht. Das geht für Kaby Lake Refresh durchaus in Ordnung, kommt aber natürlich nicht an die Leistung eines H-Modells heran. Im Komprimierungstest von 7-Zip erreicht das Razer Blade Stealth sehr gute 21.950 MIPS. Andere Geräte scheitern gerne an der 20.000er-Marke.

Das Razer Blade Stealth eignet sich damit hervorragend als Arbeitstier. Das Betriebssystem ist binnen Sekunden geladen, Programme und Spiele starten meist nach einem Wimpernschlag. Für das Surfen im Internet, die Office-Nutzung, aber auch für anspruchsvollere Arbeiten ist das Gerät bestens gerüstet.

Cinebench 15

CPU

738 XX


156 XX
736 XX


157 XX
440 XX


157 XX
Punkte
Mehr ist besser

PCMark 10

Home

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

MIPS
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Wer sich nur für das Razer Blade Stealth entscheidet, bekommt natürlich kein reines Gaming-Notebook. Im Gegenteil: Die integrierte Intel UHD Graphics 620 ist selbst für ältere Spieletitel nicht schnell genug. Spieler, die das Razer-Gerät für unterwegs haben und trotzdem zu Hause spielen möchten, kommen somit nicht um eine externe Thunderbolt-3-Grafik herum. Das Razer Blade Stealth funktioniert nicht nur mit dem hauseigenen Blade Core V2, sondern natürlich auch mit anderen Geräten, wie der ASUS ROG XG Station 2, der PowerColor Gaming Station oder der Aorus GTX 1080 Gaming Box.

Gegenüber der Vorgänger-Generation hat Intel jedoch auch hier ein paar Verbesserungen implementiert. Zur Verfügung stehen 24 Execution-Units, die jeweils acht ALUs und somit in der Summe 192 Shadereinheiten bereitstellen. Ihren Videospeicher zwackt sich die CPU-Grafik direkt vom Hauptspeicher ab, im Falle unseres Testgerät sind das 16 GB LPDDR3 mit einem Takt von 2.133 MHz.

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Für Spiele reicht die Leistung der Intel UHD Graphics 620 überhaupt nicht aus – vor allem, wenn man in der nativen Bildschirmauflösung von 3.200 x 1.800 Bildpunkten spielen möchte. Dann gibt es nur Frameraten im niedrigen, einstelligen Bereich. Gleiches gilt selbst für Full HD und 1.920 x 1.080 Bildpunkte. Hier werden in unseren üblichen Settings ebenfalls keine spielbaren Werte erreicht. Was man mit dem Razer Blade Core V2 noch herausholen kann, klären wir nur wenige Seiten weiter. 

Assassins Creed: Origins

1.920 x 1.080 – Sehr hohe Settings

75.6 XX


67 XX
68.1 XX


59 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

1.920 x 1.080 - High Settings

79.3 XX


51 XX
77.2 XX


53 XX
11.2 XX


7 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Project Cars 2

1.920 x 1.080 – Ultra Settings

94.7 XX


85 XX
83.7 XX


78 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

1.920 x 1.080 - High Settings

85.4 XX


52 XX
70 XX


46 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Unnötige Software wie eine Demoversion von Microsoft Office 365, der eines Virenscanners oder gar Bloatware ist auf unserem Testgerät des Razer Blade Stealth nicht installiert. Der Hersteller beschränkt sich nur auf das Wesentliche. Sehr lobenswert!

Ein Highlight ist Razer Synapse. Das Tool übernimmt nicht nur die Konfiguration der Hintergrund-Beleuchtung der Tastatur, sondern erlaubt auch das Ausschalten der Windows-Taste oder der FN-Funktionen. Das Trackpad kann ebenso konfiguriert werden, wie der Ladezustand des 53,6-Wh-Akkus eingesehen werden. Ansonsten ist das Konfigurationstool für den Killer-Netzwerkchip auf WiFi-Basis vorinstalliert.

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Stellenweise warme Oberflächen

Die zurückhaltende Kühlung des Razer Blade Stealth zollt bei den Oberflächen-Temperaturen ihr Tribut. Wir haben während unserer Tests Temperaturen von bis zu 45,8 °C gemessen. Vor allem im zweiten Quadranten und damit im mittleren, hinteren Bereich der Tastatur wird der 13-Zöller sehr warm. Im Schnitt erreicht die Unterseite etwas höhere Werte. Wir haben durchschnittlich etwa 33,7 und 33,8 °C gemessen. Meist waren es ungefähr 33 bis 36 °C. Im normalen Office-Betrieb wird das Razer Blade Stealth nicht ganz so warm. Hier liegen die Durchschnitts-Temperaturen lediglich bei 29,9 bzw. 30,1 °C, zwischen 28,2 und 31,6 °C sind es in der Regel.

Dabei erreicht der Intel Core i7-8550U im Worstcase-Szenario Temperaturen von bis zu 73 °C. Das mag zwar auf den ersten Blick recht wenig erscheinen, jedoch beginnt die CPU schon mit einem leichten Absenken des Taktes. Während es im Basis-Takt eigentlich 1,8 GHz sein sollten, arbeitet unser Modell mit voller Last auf Grafikkarte und Prozessor nur noch mit 1,3 GHz. Die integrierte Intel UHD Graphics 620 macht sich aber stets mit ihren spezifizierten 1,15 GHz ans Werk.

Eine Paradedisziplin des Razer Blade Stealth ist ganz klar die Lautstärke, denn aufgrund der fehlenden dedizierten GPU, bleibt das Ultrabook selbst im Spielebetrieb vergleichsweise leise. Wird attestieren ihm eine Lautstärke von 40,4 dB(A). Werden Prozessor und Grafiklösung voll ausgelastet, dann steigt der Schallpegel der Kühlung auf bis zu 41,2 dB(A) an. Selbst gemessen mit anderen Ultrabooks ist das ein sehr gutes Geräuschverhalten. Sehr lobenswert: Im normalen Office-Betrieb arbeitet unser Testmuster komplett passiv und damit völlig lautlos. 

Lautstärke

Idle/Load

40.4 XX


0 XX
47.2 XX


37.8 XX
48.9 XX


34.6 XX
53.6 XX


35.8 XX
dB(A)
Weniger ist besser

Gute Ausdauer im Leerlauf

Da dem Razer Blade Stealth eine leistungsstarke, dedizierte Grafikeinheit fehlt, die zusätzlich auf den Akku gehen würde, hält das Razer-Ultrabook vergleichsweise lange durch. Im normalen Office-Betrieb geht der Monitor erst nach 547 Minuten aus, was in etwa neun Stunden entspricht. Wird der 13-Zöller voll ausgelastet, sinkt die Laufzeit enorm. Dann sind nur noch rund 105 Minuten und damit etwa anderthalb Stunden möglich. 

Aufgeladen ist der 53,6 Wh starke Akku über das externe Netzteil nach etwa 90 Minuten. Dann genehmigt sich das Razer Blade Stealth je nach Lastzustand etwa 6,4 bis 58,3 W, wobei Letzteres nur bei Lastspitzen erreicht wird. Nach längerer Last sinkt der Takt und damit auch der Stromhunger auf etwa 33,6 W etwas ab. 

Akkulaufzeit

Battery Eater - Classic/Reader

547 XX


105 XX
377 XX


97 XX
198 XX


47 XX
Minuten
Mehr ist besser

Display

Das Razer Blade Stealth verfügt in der Modellvariante mit Kaby Lake Refresh über einen 13,3 Zoll großen Bildschirm, welcher nativ mit 3.200 x 1.800 Bildpunkten auflöst. Der kapazitive Screen reagiert flott und präzise, wie man es von einem aktuellen High-End-Panels gewohnt ist. Dabei erweist sich das IPS-Panel als gestochen scharf, wenngleich es stellenweise etwas dunkel ist und mit einem starken Blaustich zu kämpfen hat.

Für den Außeneinsatz ist das Razer Blade Stealth nur bedingt zu empfehlen. Das liegt weniger an der maximalen Helligkeit von 301 cd/m², sondern vielmehr am spiegelnden Display, welches leider nicht matt ist und so vor allem in hellen Umgebungen stark spiegelt. Die Homogenität der Ausleuchtung ist mit etwa 89 % gut, zwischen dem hellsten und dunkelsten Wert liegen 35 cd/m². 

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Das Sharp-Panel ist äußerst kontrastreich. Wir attestieren ihm in unserem Test ein Kontrastverhältnis von sehr guten 1.134:1. Jedoch hat das Gerät wie viele aktuelle Notebooks mit einem starken Blaustich zu kämpfen. Im Schnitt liegt die Farbtemperatur bei 7.602 K. Zum Vergleich: Optimal wären etwa 6.500 K.


Um die volle Gaming-Power aus dem Razer Blade Stealth herauszukitzeln, wird das dazugehörige Razer Blade Core V2 benötigt, welches nun schon in der zweiten Generation an den Start geht. Dabei handelt es sich um eine externe Grafikbox, die über Thunderbolt 3 angeschlossen wird. Sie kostet rund 520 Euro zuzüglich einer halbwegs potenten Grafikkarte. Das Core kann (theoretisch) auch an jedem anderen Notebook oder Ultrabook mit Thunderbolt-3-Port betrieben werden. Im Umkehrschluss kann das Blade Stealth natürlich auch mit einer anderen externe Grafikbox kombiniert werden, die via TB3 verbunden wird.

Die technischen Daten des RAZER Blade Core V2
Technische Daten 
Anschlüsse 1x Thunterbolt 3
1x Gigabit-Ethernet
4x USB 3.1
Netzteil 500 W
Grafikkarte

TDP: Maximal 375 W
Maße: 300 x 145 x 43 mm
Bauhöhe: Maximal 2 Slots
Typ: PCI-Express 3.0 x16

Gehäuse 
Material: Aluminium
Abmessungen: 339,9 x 218,4 x 104,9 mm
Preis und Garantie 
Preis: ab 519 Euro (zzgl. Grafikkarte)
Garantie: 24 Monate

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Mit Außenabmessungen von 339,9 x 218,4 x 104,9 mm ist das Razer Blade Core V2 zwar ein gutes Stück größer als die von uns zuletzt getestete Aorus GTX 1080 Gaming Box, dafür nimmt sie nahezu jeden aktuellen 3D-Beschleuniger problemlos auf und ist etwas kompakter als beispielsweise die PowerColor Gaming Station

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Das Design ist sehr schlicht gehalten. Razer setzt auf ein hochwertiges Aluminiumgehäuse, dessen rechtes Seitenteil vom Hersteller-Logo geschmückt wird. An Oberseite und Front gibt es massive Kühllamellen. 

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Alle wichtigen Anschlüsse des Razer Blade Core V2 finden sich auf der Rückseite. Hier bietet die Grafikbox neben vier USB-3.1-Schnittstellen nach Typ-A die Typ-C-Schnittstelle für die Verbindung zum Notebook, Ultrabook oder Mini-PC. Mit Strom versorgt wird das Grafikkarten-Gehäuse über ein herkömmliches Kaltgerätekabel. Eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle zur Integration ins Netzwerk gibt es ebenfalls. 

Die restlichen Anschlüsse sind abhängig von der jeweiligen Grafikkarte. Die MSI GeForce GTX 1070 Gaming X auf unserem Foto bietet hier dreimal Displayport, einmal HDMI und einmal DVI. 

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Der Einbau der Grafikkarte in das Leergehäuse ist relativ simpel und funktioniert fast ohne Werkzeug. Hierfür wird zunächst auf der Rückseite der Schiebegriff umgeklappt, womit gleichzeitig die Gehäuse-Verriegelung entsperrt wird. Dann wird das komplette Innere aus dem Gehäuse geschoben. Abschließend wird die Grafikkarte in den PCI-Express-Slot gesteckt und mit einer Schraube am Slotblech fixiert.

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Das komplette Innere findet sich auf einer kleinen Schiene. Viel Hardware gibt es hier jedoch nicht. Neben einer Platine mit PCI-Express-Slot, Kabel für die Stromversorgung der Grafikkarte gibt es eigentlich nur noch ein Netzteil. Sogar auf Gehäuse-Lüfter hat Razer bei seinem Core V2 verzichtet – bei der ersten Generation waren noch drei Rotoren im Deckel montiert.

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Zwar wird die Grafikkarte in einen handelsüblichen PCI-Express-x16-Slot gesteckt, intern angebunden wird der 3D-Beschleuniger jedoch nur über vier Lanes. Die reduzierte Bandbreite macht sich vor allem in niedrigen Auflösungen bemerkbar, in höheren Auflösung nimmt der Bandbreiten-Nachteil eine weniger bedeutende Rolle ein.

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Das Netzteil liefert bis zu 500 W und besitzt zwei Stecker mit jeweils 6+2 Pins, womit die Grafikkarte theoretisch bis zu 375 W ziehen könnte. Damit werden alle aktuellen Grafikkarten von NVIDIA und AMD unterstützt. Selbst die neuen Vega-Grafikkarten von AMD oder die NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti können verbaut werden.

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Das Netzteil kümmert sich nicht nur um die Stromversorgung der Grafikkarte, sondern lädt auch das angeschlossene Ultrabook mit auf. Das funktioniert aber nur, wenn sich das angeschlossene Gerät tatsächlich über USB Typ-C laden lässt. Bei unserem Razer Blade Stealth war dies der Fall.

Besonders lobenswert: Direkt unterhalb des Netzteils findet sich ein kleiner Kippschalter, worüber sich die Arretierung der Grafikkarte im Slot lösen lässt. Da wenig Platz im Gehäuse vorhanden ist, ist das zu begrüßen. Bei der PowerColor Gaming Station aber auch bei der ASUS ROG XG Station 2 war der Wechsel der Grafikkarte noch eine ziemliche Frickelei. 

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Beschränkungen bei den kompatiblen Grafikkarten gibt es hauptsächlich bei der Größe, denn Tripple-Slot-Grafikkarten können nicht eingebaut werden – Grafikkarten, die größer als 300 x 145 x 43 mm sind, können nicht verbaut werden.


Dass man mit einer externen Grafikbox wie der ASUS ROG XG Station 2, der PowerColor Gaming Station, der Aorus GTX 1080 Gaming Box oder eben dem Razer Blade Core V2 sehr viel Grafikleistung aus einem vermeintlich langsamen Notebook herausholen kann, das haben wir in unseren vergangenen Tests bereits eindrucksvoll beweisen können. Da das Razer Blade Stealth aber nun auf einem Kaby-Lake-Refresh-Prozessor basiert und damit die doppelte Kernanzahl als in unserem letzten Ultrabook-Test besitzt, haben wir die Tests mit dem Razer-Gespann wieder etwas ausführlicher gemacht. Der alte U-Prozessor aus dem ASUS Transformer 3 Pro limitierte schon sehr früh, womit es keinen Sinn machte, schnelle und teure High-End-Grafikkarten anzuschließen. Ob dies auch der Fall mit Kaby Lake Refresh sein wird, wollten wir nun überprüfen.

Eines vorab: Selbst der Wechsel von einer NVIDIA GeForce GTX 1080 auf die Ti-Version bringt noch einmal einen deutlichen Leistungsschub mit sich – vor allem in den hohen Auflösungen. Der Austausch rentiert sich aber nur, wenn man entweder in der nativen Bildschirmauflösung des Razer Blade Stealth spielen möchte oder aber einen hochauflösenden 4K-Bildschirm sein Eigen nennt. Für QHD oder gar Full HD genügt meist schon eine NVIDIA GeForce GTX 1070 oder gar GeForce GTX 1060, wie unsere Tests zeigen. Mindestens sollte es eine GeForce GTX 1050 Ti sein, die es in unserem Preisvergleich derzeit schon ab etwa 150 Euro zu haben ist. Für den Grafikturbo durch das Razer Blade Core V2 werden so zusätzliche 750 Euro fällig. Kein günstiges Unterfangen, wie wir finden.

Während es das Razer Blade Stealth zusammen mit seinem Intel Core i7-8550U und der integrierten Intel UHD Graphics 620 nicht schafft, in den meisten Spielen für spielbare Werte in 720p und jeweils der niedrigsten Detailstufe für ruckelfreie Frameraten zu sorgen, legt das Gespann aus Razer Blade Stealth und Blade Core V2 mit einer NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti deutlich zu. Zwar ist hier noch nicht an 4K oder UHD zu denken, für Full HD reicht es in der Regel aber schon aus. Spiele wie GTA V laufen dann mit fast 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm, in Project Cars 2 sind es immerhin etwa 45 FPS. Wir möchten jedoch betonen, dass wir hier unsere üblichen Grafikkarten-Einstellungen verwenden. Wer sich mit weniger Details zufriedengibt, kann die Performance mit der NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti noch etwas nach oben schrauben.

Mit einer NVIDIA GeForce GTX 1060 sind in Full HD durchgehend spielbare Werte drin, eine GeForce GTX 1070 genügt teilweise auch für QHD, für die Paradedisziplin aber sollte es mindestens eine NVIDIA GeForce GTX 1080 besser noch eine NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti sein.

Futuremark 3DMark

FireStrike Ultra

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

FireStrike Extreme

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

FireStrike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Time Spy

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Assassins Creed: Origins

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Project Cars 2

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Das Konzept geht somit vollends auf: Das Razer Blade Stealth ist ein performanter Begleiter für den Alltag mit relativ langer Laufzeit, zu Hause kann aus ihm mit der Core-Grafikbox ein echtes Gaming-Monster gemacht werden – und das mit nur einem einzigen Kabel.

Integriertes Display oder externer Monitor?

In den vergangenen Tests nutzten wir stets den externen Monitor – nicht immer war es möglich, die Boxen mit dem im Notebook integrierten Bildschirm zu betreiben. Mit dem Razer Blade Stealth und dem Razer Blade Core V2 funktioniert das. In der Theorie müsste es aber leichte Performance-Unterschiede geben, denn wird das im Notebook integrierte Display verwendet und nicht ein zusätzlicher Monitor am Razer Blade Core V2 angeschlossen, dann muss die verfügbare Bandbreite von 40 GBit/s für den Rückweg der Daten von Grafikkarte zum Display aufgeteilt werden. 

In der Tat ergeben sich Leistungsunterschiede von bis zu 30 % wie unsere Benchmarks zeigen. Solch große Unterschiede ergeben sich jedoch nur in synthetischen Benchmarks, in Spielen sind es meist nur etwa 13 % weniger Frames, wenn man direkt am Notebook-Display spielt. Wenn möglich sollte die externe Grafikbox stets mit angeschlossenem Display betrieben werden.

Benchmarks mit externem und internem Monitor
BenchmarkIntegrierter Notebook-BildschirmExternes DisplayLeistungsunterschied
3DMark FireStrike Ultra 5.496 Punkte 5.901 Punkte - 6,9 %
3DMark FireStrike Extreme 8.465 Punkte 9.533 Punkte - 11,2 %
3DMark FireStrike 11.112 Punkte 13.343 Punkte - 16,7 %
3DMark Time Spy 5.878 Punkte 6.407 Punkte - 8,3 %
3DMark Sky Diver 17.808 Punkte 25.901 Punkte - 31,2 %
3DMark Cloud Gate 14.481 Punkte 21.091 Punkte - 31,3 %
Call of Duty: WWII – 1080p 86,3 / 66 FPS 92,6 / 63 -10,3 %
Assassins Creed: Origins – 1080p 50,6 / 42 FPS 57,6 / 49 FPS - 12,2 %
Project Cars 2 – 1080p 94,3 / 88 FPS 114,7 / 104 FPS - 17,8 %
The Witcher 3 – 1080p 62,3 / 49 FPS 70,1 / 51 FPS - 11,1 %
Grand Theft Auto 5 – 1080p 61,7 / 43 FPS 75,3 / 44 FPS - 18,1 %

Das Bandbreiten-Problem besteht weiterhin

Das Razer Blade Core V2 wird per Thunderbolt an das Razer Blade Stealth angeschlossen. Die Schnittstelle erreicht eine Brutto-Datenübertragungsrate von theoretisch bis zu 40 Gbit/s. Netto bleiben davon etwa 32 Gbit/s übrig. Eine Grafikkarte, die intern über vier Lanes verbunden wird, benötigt eine Bandbreite von etwa 33 Gbit/s und sprengt damit eigentlich schon den Rahmen des Verfügbaren bei Thunderbolt 3. Hinzukommt, dass das Razer Blade Core V2 und viele andere Grafikboxen zusätzlich über Gigabit-Ethernet verfügen und obendrein zusätzliche USB-Anschlüsse bieten. Vier weitere USB-3.1-Ports genehmigen sich weitere 5 Gbit/s, die LAN-Schnittstelle hingegen 1,0 GBit/s. Bei voller Auslastung der Ports dürfte also die Performance leiden. 

Wie weit, das zeigen unsere folgenden Benchmarks, bei denen wir jeweils eine Datenübertragung über eine externe USB-SSD und per LAN auf ein NAS-System durchgeführt und gleichzeitig ein Spiel gespielt haben. 

Die Leistung bricht teils deutlich ein – zu unspielbaren FPS-Werten führt das zumindest bei einer NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti nicht. Vor allem aber die minimalen FPS sinken.

Benchmarks mit Port-Auslastung
BenchmarkVolle AuslastungNur GPU (externer Monitor)Leistungsunterschied
3DMark FireStrike Extreme 7.475 Punkte 9.533 Punkte - 21,6 %
Call of Duty: WWII – 1080p 77,5 / 54 FPS 96,2 / 63 FPS - 19,4 %
Assassins Creed: Origins – 1080p 44,3 / 36 FPS 57,6 / 49 FPS - 23,1 %
Project Cars 2 – 1080p 86,2 / 77 FPS 114,7 / 104 FPS - 24,9  %
The Witcher 3 – 1080p 61,7 / 41 FPS 70,1 / 51 FPS - 11,9 %
Grand Theft Auto 5 – 1080p 43,5 / 29 FPS 75,3 / 44FPS - 42,3 %

Lautstärke, Temperaturverhalten, Leistungsaufnahme

Mit einer zusätzlichen Grafikkarte im Razer Core V2 steigt nicht nur der Stromhunger des Gaming-Gespanns an, sondern natürlich auch dessen Lautstärke und Temperaturen.

Was die Lautstärke anbelangt, so tut sich Razer bei seinem Core V2 leider keinen Gefallen. Schon im Leerlauf ist die Grafikbox trotz Lüfterabschaltung bei den kleineren Grafikkarten viel zu laut und das obwohl es gegenüber der ersten Generation keine zusätzlichen Gehäuselüfter mehr gibt. Schuld daran ist wieder einmal mehr das Netzteil, dessen Kühlung schon im Leerlauf mächtig zulegt. 

Selbst mit einer NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti werden so über 37 dB(A) erreicht. Wenn sich der 3D-Beschleuniger hinzuschaltet und mächtig ackert, dann steigt die Geräuschkulisse sogar auf bis zu 52,7 dB(A) an, wobei hier vor allem die AMD-Karten etwas lauter werden. Was beim Razer Blade Stealth zur Paradedisziplin zählt, wird beim Core V2 schon fast zur Katastrophe. Für Silent-Fans ist die Grafikbox nicht zu empfehlen. Schade auch, dass man auf Lüftersteuerung keinerlei Einfluss nehmen und gegebenenfalls nachbessern kann.

Lautstärke

dB(A)
Weniger ist besser

Die Leistungsaufnahme liegt dagegen auf gewohntem Niveau. Im Leerlauf werden für den Gesamtaufbau je nach Grafikkarte etwa 32 bis 39 W aus der Steckdose gezogen, im Spielebetrieb sind es zwischen rund 96 und 265 W, unter absoluter Volllast, die wir gewohnt mit Prime95 und Furmark simulieren, 109 bis 323 W. 

Der Aufbau hält damit trotz sparsamer CPU mit einem performanten Spiele-PC mit. Zum Vergleich: Nur das Razer Blade Stealth gibt sich mit etwa 6,4 bis 55,8 W in der Spitze zufrieden.

Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Keine Probleme gibt es bei der Kühlung. Trotz der fehlenden Gehäuse-Belüftung liegen die Temperaturen der Grafikchips auf bekanntem Niveau. Wir haben im Spielebebtrieb zwischen 63 und 70 °C gemessen. 

Temperaturen

GPU

Grad Celsius
Weniger ist besser


Das Konzept des Razer Blade Stealth und des Razer Blade Core V2 geht voll auf. Das Ultrabook bietet dank des schnellen Intel Core i7-8550U auf Kaby-Lake-Refresh-Basis und mit vier Rechenkernen sowie dank der flotten NVMe-SSD im Alltag eine überaus hohe Performance. Dabei reicht der 53,6 Wh starke Akku für knapp neun Stunden aus. Zu Hause kann man aus dem Ultrabook ein wahres Gaming-Monster zaubern, indem man es eine zusätzliche Grafikkarte per Thunderbolt 3 anschließt. Dann lassen sich je nach 3D-Beschleuniger alle aktuellen Spieletitel problemlos in den höchsten Einstellungen spielen. Hierfür muss sogar nur ein einziges Kabel angeschlossen werden. Das Ultrabook wird über Typ-C geladen, Tastatur, Maus und Monitor hängen direkt an der Grafikbox.

Diese Flexibilität hat allerdings ihren Preis. So verlangt Razer für das Leergehäuse nicht nur stolze 520 Euro, sondern erlaubt sich auch bei der Lautstärke einen dicken Patzer. Schon im normalen Windows-Betrieb ist der Netzteil-Lüfter des Razer Blade Core V2 derart laut, dass ein ruhiges Arbeiten nicht mehr möglich ist. Wer dann noch eine High-End-Grafikkarte wie die AMD Radeon RX Vega 56 verbaut hat, muss mit nervtötenden 52,3 dB(A) leben. Das können andere Grafikboxen wie die Aorus GTX 1080 Gaming Box deutlich besser. 

Zwar kann man direkt am Touchscreen des Razer Blade Stealth spielen, dann allerdings nur mit Leistungsverlust, da hier die Daten über Thunderbolt 3 wieder zurück zum Notebook übertragen werden müssen und somit Up- und Downstream stärker belastet werden. Einen Leistungsverlust gibt es auch, wenn man den Netzwerk-Anschluss sowie die USB-Ports des Razer Blade Core V2 nutzt. Darum wird man aber nicht herumkommen, schließlich bietet das Razer Blade Stealth in unserer Testkonfiguration nur 512 GB Flashspeicher, was bei aktuellen Spielen, die gut und gerne mal über 95 GB Speicherplatz belegen, schnell eng werden könnte. Eine USB-Festplatte ist fast schon Pflicht.

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Punktabzug gibt es aber auch für das Razer Blade Stealth. Das Display ist stellenweise sehr dunkel und zudem nicht entspiegelt. Vor allem in sehr hellen Umgebungen wird das zum Problem. Der Touchscreen ist mit seinen 3.200 x 1.800 Bildpunkten gestochen scharf und äußerst kontrastreich. Touchpad und Tastatur sind sehr gut, Letztere bietet eine schicke RGB-Hintergrundbeleuchtung, bei der sich sogar jede Taste einzeln konfigurieren lässt. Das Design ist schlicht und zeitlos. Die Verarbeitungsqualität ist auf sehr hohem Niveau. Ebenfalls mehr gewünscht hätten wir uns bei den Anschlüssen. Zwei USB-Ports, eine Typ-C-Buchse und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse sowie ein HDMI-Ausgang sind einfach zu wenig. 

Preislich muss man für beides sehr tief in die Tasche greifen. Das Razer Blade Stealth kostet in unserer Ausstattungsvariante stolze 1.899 Euro. Zusammen mit den 520 Euro für das Core V2 sowie die Kosten für den 3D-Beschleuniger wird man so deutlich mehr als ein komplettes Monatsgehalt los. 

Positive Aspekte des Razer Blade Stealth:

Negative Aspekte des Razer Blade Stealth:

Positive Aspekte des Razer Blade Core V2:

Negative Aspekte des Razer Blade Core V2:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar


Die technischen Daten des RAZER Blade Core V2
Technische Daten 
Anschlüsse 1x Thunterbolt 3
1x Gigabit-Ethernet
4x USB 3.1
Netzteil 500 W
Grafikkarte

TDP: Maximal 375 W
Maße: 300 x 145 x 43 mm
Bauhöhe: Maximal 2 Slots
Typ: PCI-Express 3.0 x16

Gehäuse 
Material: Aluminium
Abmessungen: 339,9 x 218,4 x 104,9 mm
Preis und Garantie 
Preis: ab 519 Euro (zzgl. Grafikkarte)
Garantie: 24 Monate

 

die technischen Daten des Razer Blade Stealth
 
Prozessor: Intel Core i7-8550U
Prozessor - Kerne: 4
Prozessor - Grundtakt: 1,8 GHz
Prozessor - Turbotakt: 4,0 GHz
Prozessor - Fertigung 14 nm
Prozessor - Cache 6 MB
Arbeitsspeicher 16 GB - LPDDR3-2133
Grafikkarte

Intel UHD Graphics 620

Grafikkarte - Grafikspeicher abgezwackt vom RAM
Festplatte/SSD

1x 512 GB M.2-SSD

Festplatte - Geschwindigkeit

SSD: 2.990,1 MB/s
HDD: -

Optisches Laufwerk -
Display 
 
Display - Technik: IPS
Display - Diagonale: 13,3 Zoll
Display - Auflösung: 3.200 x 1.800
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Display - Touch: ja
Display - G-Sync nein
Display - Bildwiederholfrequenz 60 Hz
Eingabegeräte 
 
Tastatur - Tastengröße: 16 x 16 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 81
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Abmessungen: 105 x 64 mm
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Anschlüsse 
 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort -
VGA: -
USB 2.0:

-

USB 3.1 Gen1: 3
USB 3.1 Gen2: 1
USB Typ-C: 1 (USB 3.1 Gen 2)
Thunderbolt 3: 1 (USB 3.1 Gen 2)
Firewire -
eSATA: -
Audio: 1x 3,5 mm Audio (Kombojack)
Gehäuse 
 
Akku: 53,6 Wh
Material: Aluminium
Abmessungen: 321 x 206 x 13,8 mm
Gewicht 1,35 kg
Preis und Garantie 
 
Preis: 1.899 Euro
Garantie: 24 Monate