Acer Swift 3 im Test: Intel-Alternative mit AMD Ryzen 5 2500U

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acer swift 3 ryzen teaser 2Mit etwas Abstand zum  vielbeachteten Neustart im Desktop-Segment bläst AMD auch bei Notebooks zum Angriff auf Intel. Gelingen soll das mit den APUs der Raven-Ridge-Familie, von denen es zunächst gut eine handvoll Modelle geben soll. Die Hoffnung: Mit der Mischung aus starker Zen-CPU und Vega-GPU soll in Zusammenarbeit mit mehreren Notebook-Herstellern ein möglichst breites Preisspektrum abgedeckt werden. Den Anfang macht Acer. Das Swift 3 soll in verschiedenen AMD-Konfigurationen parallel zu den bekannten Intel-Versionen angeboten werden. Ob AMD tatsächlich auch bei Notebooks wieder eine echte Alternative ist, zeigt der Test des Ryzen 5 2500U.

Mit unverbindlichen 799 Euro rangiert das Swift 3 in der Version NX.GV7EV.001 im unteren Mittelfeld. Ein vor Kraft strotzender Bolide soll das 15-Zoll-Notebook nicht sein, Acer spricht von einem Begleiter für die ganz alltäglichen Aufgaben. Zur Zielgruppe dürften vor allem diejenigen gehören, die zwar einen mobilen Rechner suchen, den aber maximal vom Arbeitszimmer ins Wohnzimmer tragen. Gerade hier soll der Ryzen 5 2500U seine Stärken ausspielen können.

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Neben der hier getesteten Version NX.GV7EV.001 hat Acer auch bereits eine leistungsstärkere Konfiguration (NX.GV7EG.002) angekündigt. Dort verbaut man einen Ryzen 7 2700U, in allen anderen Punkten wird es dem aktuellen zufolge keine Unterschiede geben. Die UVP beziffert man auf 899 Euro.

Raven Ridge ist Zen plus Veränderungen plus Vega

Bei seinen neuen Mobilprozessoren greift AMD grob auf die bekannte Ryzen-Nomenklatur zurück. Die 5 steht beim Ryzen 5 2500U für die Positionierung im mittleren Leistungssegment, die zweite der insgesamt vier darauf folgenden Ziffern sorgt für eine präzisere Zuordnung innerhalb der Leistungsklasse. Das U am Ende signalisiert (vorerst), dass es sich um einen für den Einsatz in Notebooks konzipierten Prozessor handelt. Dem gegenüber stehen die APUs mit G am Ende, die auch dank weitaus höherer TDP eher in Desktop-Systemen wiederzufinden sein werden.

Übersicht AMD-Raven-Ridge-APUs
ModellKerne/
Threads
Basis-/
Boost-Takt
L2L3GPU
Ryzen 3 2200U  2/4 2,5/3,4 GHz 1 MB 4 MB Vega3
Ryzen 3 Pro 2300U 4/4 2,0/3,4 GHz 2 MB 4 MB Vega 6
Ryzen 3 2300U 4/4 2,0/3,4 GHz 2 MB 4 MB Vega 6
Ryzen 5 Pro 2500 U 4/8 2,0/3,6 GHz 2 MB 4 MB Vega 8
Ryzen 5 2500U 4/8 2,0/3,6 GHz 2 MB 4 MB Vega 8
Ryzen 7 Pro 2700U 4/8 2,2/3,8 GHz 2 MB 4 MB Vega 10
Ryzen 7 2700U 4/8 2,2/3,8 GHz 2 MB 4 MB Vega 10

Und auch wenn die Prozssoren der Raven-Ridge-Famlie CPU-seitig auf Ryzen basieren, gibt es dennoch einige die Namensgebung betreffende Unterschiede, die eine gewisse Rolle spielen könnten - vor allem in Bezug auf Ryzen 5. Denn während Ryzen 5 für den Desktop je nach Modell vier oder sechs CPU-Kerne bietet, sind es bei den APUs grundsätzlich vier. Vergleichbar ist allerdings die Abstufung gegenüber Ryzen 3. Denn während letztgenannte Chips mit vier Threads auskommen müssen, sind es bei Ryzen 5 acht. Diesbezüglich konkurrieren die Raven-Ridge-APUs der Modellreihe 5 sowohl mit Intels Core i7 als auch mit den Core-i5-Chips der Kaby-Lake-Refresh-Generation.

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Bezogen auf den Ryzen 5 2500U ist eine genaue Gegenüberstellung nur anhand des Datenblatts nicht einfach. Der Basistakt beträgt 2,0 GHz, der maximale Boost-Takt 3,6 GHz. Das Intel-Pendant wäre damit am ehesten ein Core i5-8350U (1,7 - 3,6 GHz), aber selbst ein Core i7-8650U (1,9 - 4,2 GHz) könnte unter gewissen Umständen ein Konkurrent sein. Für den Verbraucher dürfte es somit schwierig werden, nur anhand der technischen Daten das leistungsfähigere Modell zu finden.

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Nicht unbedingt einfacher wird es beim Cache. AMD spendiert 2 und 4 MB L2- und L3-Cache, bei Intel sind es 1 und 6 MB (Core i5) respektive 1 und 8 MB (Core i7). Die maximale Verlustleistung ist hingegen in allen Fällen gleich: Auch die Raven-Ridge-APUs mit U am Ende verfügen über eine TDP von 15 W. Die kann allerdings ebenso wie bei Intel vom Notebook-Hersteller verändert werden (cTDP). Die Bandbreite reicht von 12 bis 25 W. 

Einen klaren Vorteil hat AMD gegenüber dem Rivalen aber: Denn unterstützt wird lediglich RAM vom Typ DDR4 (DDR4-2400), Intel bietet hingegen die Unterstützung von DDR4 und LPDDR3. Viele Hersteller setzen auf letzteren Standard, natürlich auf Kosten der Leistung. Keinen Unterschied gibt es bei der Anzahl der Speicherkanäle, hier setzt auch AMD auf Dual-Channel-Anbindung. Ein Punkt, der mit genauerem Blick auf das Swift 3 noch wichtig wird.

Auf die Details der Zen-Architektur, auf der auch die Raven-Ridge-APUs aufbauen, sind bereits im Test des Ryzen 7 1800X eingegangen. Der wichtigste Unterschied mit Blick auf die APU-Vorgänger wie Bristol Ridge, Carrizo und Co.: Der Modul-Aufbau weicht dem klassischen Kern-Konzept. Mussten sich Kerne bei den Modul-APUs bestimmte Komponenten wie FPU und SIMD teilen, was nicht zuletzt in bestimmten Situationen zulasten der Leistung ging, hat nun wieder jeder Kern den exklusiven Zugriff auf eine solche Komponente. Jeder Kern verfügt über vier Integer-Einheiten zu je 168 Registern. Hinzu kommen - ausgehend vom Ryzen 5 2500U - unter anderem zwei Load/Store-Einheiten, jeweils zwei FPUs, ein 64 KB großer Instruction-Cache sowie ein 32 KB großer Data-Cache. Ebenfalls exklusiv hat jeder Kern 512 KB L2-Cache, der 4 MB große L3-Cache wird hingegen unter allen Kernen geteilt. Gefertigt werden alle Raven-Ridge-APUs in 14 nm, die Zahl der Transistoren sowie die Die-Fläche werden auf rund 4,9 Milliarden sowie 210 mm² geschätzt.

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Gegenüber dem Vorgänger Excavator spricht AMD bei Zen von 40 % mehr Instruktionen pro Takt bei einem gleichzeitig deutlich verringerten Energiebedarf. Letzteren konnte man unter anderem durch ein aggressiveres Clock Gating und eine Write-Back-Funktion für den L1-Cache erreichen.

Für umfangreich ausgestattete Notebooks nicht unwichtig: Die APUs der Raven-Ridge-Familie bieten 16 PCIe-Lanes (PCIe 3.0). Das ermöglicht nicht nur den problemlosen Einsatz einer dedizierten GPU, sondern auch den mehrerer schnell angebundener SSDs.

Für den Nutzer letztlich wichtig: AMD hat in Hinblick auf den CPU-Part des Ryzen 5 2500U vieles richtig gemacht. Die Single-Thread-Leistung liegt auf dem Niveau eines Kaby-Lake-i7, zumindest in Cinebench 15 wird auch ein neuerer Core i7-8550U eingeholt. Dabei erreicht der einen höheren Maximaltakt, gleiches gilt für das Topmodell Core i7-8650U. Betrachtet man die Multi-Thread-Leistung, schneidet AMDs APU ähnlich gut ab. Die 15-W-Prozessoren der Kaby-Lake-Generation lässt man klar hinter sich, gegenüber dem Core i5-8250U liegt das Plus zwischen etwa 5 bis 10 %. Einzig die aktuellen Core-i7-Modelle haben teilweise die Nase etwas vorn - auch hier unter anderem dem höheren Takt geschuldet.

Cinebench 11

CPU Single-Thread

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 15

CPU Single-Thread

Punkte
Mehr ist besser

Aber Benchmarks zeigen, dass AMD sich nicht hinter Intel verstecken muss. So landet der Ryzen 5 2500U in POV-ray in Bezug auf die Single-Thread-Leistung zwar nur auf dem Niveau eines Core i5-8250U, kommen alle Threads zum Einsatz, lässt die APU hingegen alle aktuellen 15-W-Modelle des Konkurrenten hinter sich. Eine der wenigen Ausnahmen: In Handbrake lässt sich der Prozessor beim Umwandeln von 4K H.265 in 1080p H.265 ungewöhnlich viel Zeit. Greift man hingegen zu 1080p H.264, ist Intel nicht nennenswert flotter.

Cinebench 11

CPU Multi-Thread

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 15

CPU Multi-Thread

Punkte
Mehr ist besser

Dabei könnte der Ryzen 5 2500U durchaus noch mehr leisten. Allerdings hat Acer das Temperaturlimit auf 75 °C gesetzt, so dass die APU nicht bis an ihre eigenen Grenzen gehen kann. Entsprechend sind die Ergebnisse sowie die daraus gezogenen Schlüsse mit ein wenig Vorsicht zu genießen - wie immer bei Tests von Notebook-Prozessoren. Dass mehr möglich wäre, zeigt aber ein Blick auf das Taktverhalten. Nach zehn Minuten CPU-Volllast lag die Taktfrequenz je nach Kern zwischen 1,9 und 2,87 GHz, im Schnitt waren es etwa 2,4 GHz. Bis auf wenige kurze Ausnahmen lag der Takt somit immer im Boost-Bereich, von einer Drosselung kann - Acers Limit einmal ausgenommen - nicht gesprochen werden. Auffällig: In der Regel fiel der Takt auf Kern 0 am höchsten aus, gefolgt von Kern 2 und 3; Kern 1 rechnete unter Volllast am langsamsten.


Der vielleicht wichtigste Unterschied zwischen den Ryzen-Prozessoren für Notebooks (Raven Ridge) gegenüber den Desktop-Chips (Summit Ridge) ist die GPU. Letztere müssen ohne eine integrierte Grafiklösung auskommen, ersteren spendiert AMD eine Vega-basierte Lösung. Grundsätzlich stimmt Vega für Raven Ridge mit der +-GPU für dedizierte Grafiklösungen (5. Generation GCN) überein, allerdings wird der Umfang teils deutlich beschnitten.

Umfasst Vega in Form der Radeon RX Vega 56 und Radeon RX Vega 64 3.584 respektive 4.096 Shadereinheiten und bietet neben dem jeweiligen Basistakt auch eine Boost-Funktion zur Anhebung des GPU-Taktes an, sieht das bei Vega für die Raven-Ridge-APUs anders aus. Das lässt sich bereits an der Bezeichnung erkennen. Die reicht derzeit von Vega 3 bis Vega 10, entsprechend sind drei bis zehn Compute Units vorhanden. Eine Boost-Option gibt es nicht.

Übersicht AMD-Raven-Ridge-GPUs
ModellCompute UnitsTaktShadereinheiten
Vega 3 3 1.100 MHz 192
Vega 6 6 1.110 MHz 384
Vega 8 8 1.100 MHz 512
Vega 10 10 1.300 MHz 640

Da die CUs aber architektonisch dem Desktop-Pendant entsprechen, bleibt die Kern-Konfiguration gleich. Das bedeutet: Jeder Kern bietet 64 Shadereinheiten und vier Texture Mapping Units; die Anzahl der Render Output Units ist nicht bekannt. Der maximale GPU-Takt beträgt 1.100 MHz, nur das derzeitige Topmodell Vega 10 erreicht mit 1.300 MHz ein höheres Tempo. Bezüglich der unterstützten Standards gibt es wiederum keine Unterschiede zwischen APU- und Desktop-Lösung: mit DirectX 12 (12_1), OpenCL 2.2, OpenGL 4.6 und Vulkan 1.0 sind die Raven-Ridge-Prozessoren auf einem aktuellen Stand. Die maximal mögliche Display-Auflösung beträgt 3.840 x 2.160 Pixel bei 60 Hz. Angaben zur Anzahl der ansteuerbaren Displays gibt es nicht.

3DMark

Ice Storm

Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Cloud Gate

Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Fire Strike

Punkte
Mehr ist besser

Dass die Raven-Ridge-APUs den Intel-Pendants vor allem in Bezug auf die Grafikleistung überlegen sein würden, steht schon länger fest. Einzig konkrete Werte fehlten bislang und die Antwort auf die Frage, wie groß der Vorsprung ausfallen würde.

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Im 3DMark setzt sich der Ryzen 5 2500U klar an die Spitze, wenn man sich auf die aussagekräftigen Durchläufe im Setting Fire Strike und aufwärts konzentriert. Mit fast 1.800 Punkten liegt die APU rund 60 % vor Intel, in den weniger anspruchsvollen Settings, die eine eher geringe Aussagekraft haben, hält AMD zumindest gut mit. Dabei gilt aber das gleiche wie schon beim CPU-Part: Das von Acer gesetzte Temperaturlimit verhindert möglicherweise bessere Ergebnisse.

Doch auch ohne dieses Limit dürfte der Ryzen 5 2500U nur bedingt für Spieler geeignet sein, wie der Versuch mit Blizzards Overwatch zeigt. Der eher genügsame Online-Shooter ist vergleichbar mit Titeln wie League of Legends oder Dota 2 und prädestiniert für kurze Gaming-Sessions. Allerdings erkauft man sich eine ausreichende Framerate mit massiven Einschnitten in Hinblick auf Auflösung und Grafikqualität. Selbst im Setting Niedrig (Render-Skalierierung 100 %) reichte es bei Full-HD-Auflösung im Schnitt nur für 36,2 fps - das Ziel sollten mindestens 50, eher 60 fps sein. Schon im Setting Hoch war die Wiedergabe mit im Schnitt 27,8 fps nicht mehr durchgängig flüssig.


Das Swift 3 bietet Acer bereits seit Ende 2016 an und verfügt damit über eine durchaus flexible Basis für Multimedia-Notebooks. Zunächst nur mit 14-Zoll-Display (SF314) erhältlich, gibt es seit Herbst 2017 auch Konfigurationen mit 15,6 Zoll großen Displays (SF315). Noch mehr Vielfalt gibt es bezüglich der Konfigurationen. Zum Start setzte Acer ausschließlich auf Intels Skylake-Prozessoren, es folgten Kaby Lake und Kaby Lake Refresh - wahlweise mit oder ohne dedizierter NVIDIA-GPU. Derzeit reicht die Preisspanne im Handel von etwa 600 bis 1.300 Euro. Mit unverbindlichen 799 Euro rangiert die hier getestete Version somit am unteren Ende.

Dennoch kann sich die Ausstattung sehen lassen. Neben dem Ryzen 5 2500U stecken im Innern unter anderem 8 GB Arbeitsspeicher (DDR4-2400), eine 256 GB fassende Intel-SSD der 600p-Serie sowie die wichtigsten Schnittstellen. Zu denen gehören gleich viermal USB (je einmal USB 2.0 und USB 3.1 Gen 1 Typ-C sowie zweimal USB 3.1 Gen 1 Typ-A), HDMI, ac-WLAN, Bluetooth 4.2, ein Fingerabdrucksensor, eine Audio-Buchse und ein SD-Kartenleser. Komplettiert wird das Angebot von einer nur mäßigen 720p-Webcam sowie einem unterhalb der Handballenablage verbauten Stereo-Lautsprechergespann, dem es an Tiefen und Höhen fehlt.

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Luft nach oben hat auch das Display. Dessen Panel stammt im Falle des Testgeräts von Chi Mei und verteilt auf 15,6 Zoll 1.920 x 1.080 Pixel. Das IPS-Panel wird durch Gorilla Glass geschützt und bietet die für die Technik typischen guten Blickwinkel, einen Touch-Sensor gibt es nicht. Mit maximal 254 cd/m² fällt die Display-Helligkeit schlecht aus, gerade in Kombination mit dem Glasschutz. Hinzu kommt, dass die Homogenität nur bei rund 86 % liegt, an der dunkelsten Stelle liegen somit nur 219 cd/m² an. Das kann selbst in Büros schon zu wenig sein, um Spiegelungen zu vermeiden. Nur ein wenig besser sieht es bezüglich Farbdarstellung und Kontrast aus. Erstere profitiert von einer durchschnittlichen Farbtemperatur von rund 6.800 Kelvin, die nur mittelmäßige Farbraumabdeckung (sRGB 63 %, AdobeRGB 41 %) sieht man dem Swift 3 allerdings nicht an. Mit 1.154:1 landet auch das Kontrastverhältnis nur im Mittelfeld.

Besser gefällt das Gehäuse. Mit 370,5 x 255,0 x 18,9 mm fällt dessen Größe wie in dieser Klasse zu erwarten aus, mit knapp 2,2 kg ist es aber vergleichsweise schwer. Das mag auch am Metall liegen, das Acer für fast alle Teile des Gehäuses verwendet. Im Gegenzug sorgt das zusammen mit dem Brushed-Effekt aber auch für eine hochwertige Haptik und Optik. Letztere profitiert zudem von kleineren Design-Elementen wie der umlaufenden Fase rund um C-Cover und Touchpad oder dem in das Scharnier geprägten Swift-Schriftzug. Die Verarbeitung des Testmusters kann insgesamt als gut bezeichnet werden, Mängel gab es nur sehr wenige. Der vermutlich auffälligste: das nicht ganz mittig platzierte Zentralscharnier. Zudem wäre ein wenig mehr Stabilität wünschenswert. Denn schon auf leichten Druck hin gab die Handballenablage ein wenig nach. Und auch dem Scharnier würde eine leichte Überarbeitung gut tun. Das packt zwar kräftig zu und gleicht auch heftigere Stöße aus, verhindert aber auch das Aufklappen des Displays mit nur einer Hand.

Für Wartungszwecke lässt sich die Bodenplatte entfernen. Dann besteht Zugang zum WLAN-Modul und zur SSD, nicht jedoch zum Arbeitsspeicher. Denn den hat Acer komplett verlötet, späteres Aufrüsten ist somit nicht möglich.

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Als unproblematisch entpuppt sich das Gehäuse in Hinblick auf die Temperaturentwicklung. Selbst nach langen Volllastphasen konnten im Test auf Ober- und Unterseite punktuell nicht mehr als rund 38 und 42 °C, im Schnitt waren es 32 und 34 °C. Das liegt vor allem am Temperaturlimit für den Ryzen 5 2500U, aber auch am Kühlsystem selbst. Bei geringer Last arbeitet das lange Zeit komplett passiv und somit geräuschlos, aber selbst bei vollen Touren hält sich der Lüfter zurück. Mit 38,8 dB(A) stört er kaum.

Etwas mehr Kritik erhält die Tastatur. Die ist zwar eindeutig beschriftet und bietet zumindest eine insgesamt zweistufige, sehr gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung, Hub und Druckpunkt gefallen aber nur eingeschränkt. Ersterer fällt etwas zu kurz aus, letzterer ist nicht eindeutig genug definiert und vor allem nicht bei allen Tasten identisch. Nur halbgar ist auch die Integration des Ziffernblocks. Zwar ist es Acer hoch anzurechnen, dass man diesen berücksichtigt hat, allerdings fallen die entsprechenden Tasten ein wenig zu klein aus und auch die Anordnung entspricht nicht den üblichen Gepflogenheiten. Deutlich besser gefällt das Touchpad. Das reagierte im Test zuverlässig auf alle Eingaben und bietet integrierte Tasten mit nahezu optimalem Hub und Druckpunkt. Einzig eine optische Unterteilung zwischen rechter und linker Taste fehlt. Der am rechten Rand platzierte Fingerabdruck arbeitet mit Windows Hello zusammen und entpuppte sich im Test als unauffällig und gute Alternative zur Passworteingabe.

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Als möglicher Schwachpunkt könnte sich der Akku entpuppen. Der fasst trotz der Größe des Swift 3 nur 47 Wh - ein Wert, den selbst kompakte 13-Zöller teilweise deutlich überschreiten. Hinzu kommt, dass der Energiebedarf in bestimmten Situationen vergleichsweise hoch ist. So wurden im Leerlauf bei einer Display-Helligkeit von 120 cd/m² fast 10 W benötigt, üblich wären eher 5 oder 6 W. Mit annähernd 43 W sieht es aber auch unter Volllast nicht viel besser aus. Verantwortlich für beide Werte ist den Messungen zufolge ausgerechnet der AMD-Prozessor, der sich im Test bis zu etwa 30 W genehmigte. 

Ob es sich dabei um ein generelles Problem der Raven-Ridge-APUs handelt oder lediglich um eines, das in Acers Verantwortungsbereich liegt, ist nicht klar. Denn letztlich könnte auch ein fehlerhaftes BIOS dafür sorgen, dass zu lange zu hohe Taktraten gehalten werden - was den Leerlaufbedarf erklären würde. Das führt in den Benchmarks zu Laufzeiten zwischen knapp 1,5 und rund 8,5 Stunden. Bei voller Last muss nach einer Stunde zum Ladegerät gegriffen werden. Das ist im übrigen etwas zu knapp dimensioniert: Mit einer Ausgangsleistung von 45 W reicht es für den Volllastbetrieb bei maximaler Display-Helligkeit nicht aus.


Wie gut die Raven-Ridge-APUs tatsächlich sind, ist nach dem Test von nur einem Notebook nicht seriös zu beurteilen. Denn das Swift 3 zeigt, wie stark der Einfluss der OEMs auf Notebook-Prozessoren sein kann. Eine klare Tendenz gibt es aber: Intels Führung ist dahin. Denn trotz Limitierung kann der Ryzen 5 2500U in puncto Leistung in vielen Fällen mithalten, in manchen auch vorbeiziehen. Den Core-i5-Modellen der Kaby-Lake-Refresh Generation mit 15-W-TDP (i5-8xxxU) ist er überlegen, womit die APU für die ganz alltäglichen Dinge mehr als ausreichend ist. 

Dank der vergleichsweise schnellen integrierten GPU bietet sich der Prozessor aber auch für ein paar andere Aufgaben an. Gamer sollten sich aber keine Hoffnung machen. Auch ein Ryzen 7 2700U mit Vega 10 wird nicht genügend Leistung zum Spielen bieten - und falls doch, dann nur in Verbindung mit niedrigen Detaileinstellungen. Abzuwarten bleibt aber, auf wessen Konto der hohe Energiebedarf geht. Ist dies ein generelles Problem der Raven-Ridge-Modelle, dürften sie in sehr kompakten Notebooks, bzw. reinen Business-Geräten nur die zweite Wahl bleiben.

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Das Urteil zum Swift 3 fällt nicht ganz so positiv aus. Zwar handelt es sich um einen günstigen Allrounder, doch ein zu dunkles Display, die schwammige Tastatur und das zu schwache Netzteil sind gewichtige Punkte, die dem 15-Zöller das Leben schwer machen. Immerhin ist das Gehäuse insgesamt gut verarbeitet, die Bestückung mit Schnittstellen auf einem zeitgemäßen Niveau und die Kühlung nicht aufdringlich. 

Dass der Arbeitsspeicher nicht aufgerüstet werden kann, dürfte die Zielgruppe kaum stören. Die freut sich dafür darüber, dass die getestete Konfiguration in Handel günstiger als die vergleichbaren Intel-Schwestermodelle angeboten wird. Wer sich für Raven Ridge entschieden hat, sich mit dem Swift 3 aber nicht anfreunden kann, kann lediglich auf das HP Envy x360 15-bg102ng ausweichen, das abgesehen vom Touchscreen mit 360°-Scharnier über eine vergleichbare Ausstattung verfügt und für etwa 780 Euro angeboten wird.

Weitere Notebooks dürften aber folgen. Denn dass AMD einen großen Sprung gemacht und Intel mindestens eingeholt hat, dürfte für die notwendige Nachfrage sorgen - anders als bei den Raven-Ridge-Vorgängern, die mitunter auch unter qualitativ schlechten Notebooks oder fragwürdigen Konfigurationen zu leiden hatten. Beides trifft auf das Swift 3 trotz der genannten Kritikpunkte nicht zu.

Positive Aspekte des Acer Swift 3 (NX.GV7EV.001):

Negative Aspekte des Acer Swift 3 (NX.GV7EV.001):


TEchnische Daten Acer Swift 3 (NX.GV7EV.001)
Hardware 
Prozessor: AMD Ryzen 5 2500U
Prozessor - Kerne: 4
Prozessor - Threads: 8
Prozessor - Grundtakt: 2,0 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,6 GHz
Prozessor - Fertigung 14 nm
Prozessor - Cache 4 MB
Arbeitsspeicher 8 GB DDR4
Grafikkarte

AMD Vega 8

Grafikkarte - Grafikspeicher -
Festplatte

1x 256 GB (SSD)

Optisches Laufwerk -
Monitor 
Display - Technik: IPS
Display - Diagonale: 15,6 Zoll
Display - Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Display - Touch: nein
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 14 mm
Tastatur - Tastenabstand: 3 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 100
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Abmessungen: 105 x 80 mm
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort -
Thunderbolt: -
VGA: -
USB 2.0: 1
USB 3.1 Typ-A: 2 (Gen 1)
USB 3.1 Typ-C: 1 (Gen 1)
Firewire -
eSATA: -
Audio: 1
Ethernet: -
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 4.2
Gehäuse 
Akku: 47 Wh
Material:

Aluminium

Abmessungen: 370,5 x 255,0 x 18,9 mm
Gewicht 2,2 kg
Preis und Garantie 
Preis (UVP): 799 Euro
Garantie: 24 Monate

Cinebench 11

CPU

6.17 XX


3.18 XX


2.55 XX


2.41 XX


1.71 XX


1.64 XX


0.68 XX


Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 15

CPU

540 XX


289 XX


218 XX


168 XX


Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

16251 XX


8310 XX


7734 XX


7660 XX


7258 XX


4962 XX


2607 XX


MIPS
Mehr ist besser

Massenspeicher

Datenrate

1567 XX


513 XX


470 XX


454 XX


MB/Sek.
Mehr ist besser


PC Mark 8 - Home

maximal

2699 XX


2395 XX


2232 XX


2173 XX


2128 XX


1898 XX


Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 - Creative

2630 XX


2336 XX


2265 XX


2182 XX


2094 XX


1690 XX


Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Ice Storm

maximal

61509 XX


42791 XX


38820 XX


35365 XX


34898 XX


27395 XX


27379 XX


22767 XX


19086 XX


14094 XX


10940 XX


Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Cloud Gate

maximal

9340 XX


4560 XX


4533 XX


2975 XX


2937 XX


2871 XX


1281 XX


Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Fire Strike

maximal

1798 XX


615 XX


333 XX


295 XX


Punkte
Mehr ist besser


Helligkeit

381 XX


362 XX


321 XX


254 XX


cd/m2
Mehr ist besser

Lautstaerke

Idle/Load

50.6 XX


0.0 XX
47.9 XX


31.1 XX
47.8 XX


34.7 XX
46.6 XX


0.0 XX
45.6 XX


32.1 XX
44.7 XX


31.6 XX
44.4 XX


34.7 XX
44.2 XX


33.4 XX
42.8 XX


31.0 XX
42.6 XX


0.0 XX
42.2 XX


35.1 XX
41.9 XX


32.2 XX
41.9 XX


30.6 XX
41.6 XX


29.4 XX
40.8 XX


0.0 XX
40.3 XX


0.0 XX
40.2 XX


33.6 XX
39.8 XX


0.0 XX
39.7 XX


31.4 XX
39.0 XX


31.7 XX
38.9 XX


0.0 XX
38.8 XX


31.7 XX
38.8 XX


0.0 XX
38.6 XX


0.0 XX
38.1 XX


0.0 XX
38.0 XX


32.8 XX
37.8 XX


0.0 XX
36.2 XX


31.7 XX
35.9 XX


31.9 XX
35.1 XX


32.3 XX
33.8 XX


28.4 XX
33.4 XX


32.5 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
dB(A)
Weniger ist besser

Temperaturen

CPU/GPU

100 XX


100 XX
99 XX


85 XX
88 XX


88 XX
87 XX


96 XX
85 XX


78 XX
83 XX


83 XX
83 XX


83 XX
83 XX


83 XX
81 XX


81 XX
79 XX


79 XX
79 XX


79 XX
76 XX


76 XX
75 XX


75 XX
75 XX


75 XX
74 XX


74 XX
74 XX


74 XX
73 XX


73 XX
73 XX


73 XX
71 XX


71 XX
71 XX


71 XX
71 XX


71 XX
69 XX


69 XX
68 XX


68 XX
67 XX


65 XX
67 XX


67 XX
67 XX


67 XX
67 XX


67 XX
66 XX


66 XX
65 XX


65 XX
64 XX


64 XX
62 XX


62 XX
59 XX


59 XX
51 XX


51 XX
Grad Celsius
Weniger ist besser


Akkulaufzeit

Battery Eater - Classic/Reader