PowerColor Gaming Station im Test: Mehr Grafikleistung fürs Ultrabook

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powercolor gaming stationSeitdem Thunderbolt 3 auf dem Vormarsch ist und in immer mehr Geräten zum Einsatz kommt, entdecken auch bekannte Grafikkarten-Hersteller die Schnittstelle für sich und kündigen externe Grafikbeschleuniger für weniger leistungsfähige Notebooks und Ultrabooks an. Mit der PowerColor Gaming Station haben wir nun ein weiteres Modell davon im Test. Wie sich die Box in Kombination mit einer Radeon RX 580 schlägt, das erfährt man in diesem Kurztest auf den nachfolgenden Seiten.

Externe Grafikboxen sind wahrlich nicht neu, waren aber längst nicht so populär wie heute. Der Grund dafür ist einfach: Wurden die bisherigen Grafiklösungen wie beispielsweise die Lösung von Alienware bzw. Dell meist über proprietäre Anschlüsse angebunden und waren damit nur zu sehr wenigen Geräten kompatibel, setzen die neuen Geräte allesamt auf Thunderbolt 3. Die gesonderte Typ-C-Schnittstelle kommt schließlich in immer mehr Geräten zum Einsatz und macht die Handhabung besonders einfach. Wenn Intel die Lizenzkosten für Thunderbolt 3 im Laufe dieses Jahr begraben wird, dürfte der Siegeszug endgültig fortgesetzt werden. 

Nach der ASUS ROG XG Station 2 oder der Gigabyte Aorus GTX 1070 Gaming Box begrüßen wir mit der PowerColor Gaming Station einen weiteren externen Grafikbeschleuniger. Dabei ist dieser nicht die erste Kreation des Herstellers. Schon vor zwei Jahren zeigte uns PowerColor im Rahmen der Computex 2016 einen ersten Ableger.

Die im Dezember angekündigte Neuauflage ist noch einmal deutlich kompakter geworden und zeigt sich auch beim Design deutlich schlichter. Das Netzteil leistet nun 550 W, ist 80Plus-Gold-zertifiziert, eingesetzt werden können aber weiterhin Grafikkarten mit einer TDP von bis zu 375 W, die die Abmessungen von 280 x 140 x 43 mm nicht überschreiten. Im Gegensatz zum Vorgänger kann jedoch kein zusätzliches Massenspeicher-Laufwerk per SATA mehr integriert werden, die Box kann damit nicht als zusätzlicher Datenspeicher für die eigene Spielesammlung zweckentfremdet werden. Was aber bleibt ist die Gigabit-Ethernet-Buchse und die Aufladefunktion dank Power Delivery für kompatible Ultrabooks und Convertibles, die per USB-Typ-C aufgeladen werden. 

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Wie die ASUS ROG XG Station 2 gibt es die PowerColor Gaming Station ausschließlich als Leergehäuse ohne Grafikkarte. Der Käufer ist somit nicht wie bei der AORUS Gaming Box auf eine GeForce GTX 1070 oder GeForce GTX 1080 beschränkt, sondern kann theoretisch jeden aktuellen 3D-Beschleuniger von NVIDIA und AMD verbauen. PowerColor selbst spricht von allen Modellen der Radeon-RX-400-, -RX-500-Familie sowie von der GeForce-GTX-10-Reihe. Die neuen Vega-Grafikkarten werden zwar nicht erwähnt, dürften aber ebenfalls kompatibel sein – vor allem mit Blick auf die teils kompakteren Custom-Modelle. 

Die technischen Daten der PowerColor Gaming Station
Technische Daten 
Anschlüsse 1x Thunterbolt 3
1x Gigabit-Ethernet
5x USB 3.1 (2x Front/3x Rückseite)
Netzteil 550 W (SFX), 80Plus Gold
Grafikkarte

TDP: Maximal 375 W
Maße: 280 x 140 x 43 mm
Bauhöhe: Maximal 2 Slots
Typ: PCI-Express 3.0 x16

Gehäuse 
Material: Aluminium
Abmessungen: 343,2 x 163 x 245 mm
Preis und Garantie 
Preis: ab 459 Euro (zzgl. Grafikkarte)
Garantie: 24 Monate

Preislich muss man für die PowerColor Gaming Station fast 460 Euro auf den Ladentisch legen und das ohne Grafikkarte. Die Flexibilität, ein hoch mobiles Gerät für unterwegs zu haben und zu Hause trotzdem die aktuellsten Spieletitel spielen zu können, kostet. Ob sich der Preis lohnt, das klären wir auf den nachfolgenden Seiten.


Bevor wir uns auf die Praxisbenchmarks stürzen und unsere Alltagseindrücke schildern, wollen wir zunächst einen näheren Blick auf das Gehäuse und das Innenleben der PowerColor Gaming Station werfen.

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Für unseren Test der PowerColor Gaming Station versorgte uns Tul nicht nur mit dem Grafikbeschleuniger selbst, sondern auch mit einer hauseigenen Radeon RX 580 Devil, welche wir bereits im letzten Juli einen separaten Test unterzogen hatten. In Kombination soll so bei einem weniger leistungsfähigen Notebook bzw. Convertible eine deutliche Leistungssteigerung bei Grafikanwendungen und Spielen zu erzielen sein.

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Äußerlich zeigt sich die PowerColor Gaming Station sehr geradlinig – vor allem, wenn man sie mit dem futuristischen und kantigen Design der ASUS ROG XG Station 2 vergleicht. Die Front zieren lediglich das Hersteller-Logo sowie der Schriftzug "Gaming Station".

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Ein paar farbliche Akzente setzten die beiden USB-Schnittstellen auf der Vorderseite. Direkt darunter informiert eine blau leuchtende LED über den Betriebszustand der Box. Ist sie eingeschaltet, leuchtet diese permanent auf.

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Ansonsten ist die PowerColor Gaming Station in einem grauen Farbton gehalten. Bei der Materialwahl setzt man ausschließlich auf hochwertiges Aluminium, die beiden Seitenteile sind leicht abnehmbar, wobei es auf der Seite des 3D-Beschleunigers eine Wabenstruktur gibt, die so den Luftzug im Gehäuse erst ermöglichen soll.

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Die restlichen Anschlüsse finden sich natürlich auf der Rückseite. Hier stellt die PowerColor Gaming Station drei weitere USB-3.1-Schnittstellen bereit, stellt die Verbindung per Thunderbolt 3 mit dem Notebook, Ultrabook, Convertible oder dem Mini-PC her und erlaubt über Gigabit-Ethernet eine drahtgebundene Integration ins heimische Netzwerk. 

Die restlichen Anschlüsse für die Videoausgabe sind abhängig von der Grafikkarte. Unsere PowerColor Radeon RX 580 Devil stellt hier einmal HDMI, dreimal DisplayPort und einen DVI-Ausgang bereit.

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Die PowerColor Gaming Station wird über einen kleinen Standfuß etwas aufgebockt, was jedoch nicht nur optische Gründe hat. Der Freiraum zwischen Standfuß und Gehäuseboden wird auch dazu genutzt, damit ein 80-mm-Lüfter im Boden weitere Frischluft ansaugen kann. Etwas schade ist zudem, dass hier keine Standfüße angebracht sind. Die anfällige Oberfläche kann so leider schnell verkratzen. Insgesamt sind leider auch die kleinsten Fettflecken und Staubkörner sofort sichtbar.


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Im Inneren nimmt die PowerColor Gaming Station jede aktuelle Grafikkarte von AMD und NVIDIA auf, sofern diese im Dual-Slot-Format daherkommt und nicht größer als 280 x 140 x 43 mm ist. Außerdem ist die TDP-Grenze auf 375 W begrenzt. Im Test konnten wir neben der hauseigenen Radeon RX 580 Devil problemlos auch die Referenzkarten der beiden großen Grafikkarten-Hersteller verbauen, aber auch das eine oder andere Custom-Modell wie eine MSI GeForce GTX 1070 Gaming X ließ sich ohne Probleme unterbringen.

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Wirklich viel Hardware steckt in der 343,2 x 173 x 245 mm großen Box eigentlich nicht. Lediglich ein kleines Mainboard mit PCI-Express-3.0-x16-Steckplatz, welcher intern allerdings nur maximal vier Lanes beherrscht steckt im Gehäuse. Zudem gibt es eine Zusatzsteckkarte für die USB-Schnittstellen, die Ethernet-Buchse und natürlich den Thunderbolt-3-Port. Für ein wenig Luftzirkulation sorgt neben dem Kühlsystem der Grafikkarte und dem des Netzteils ein zusätzlicher Front-Lüfter mit einem Durchmesser von 80 mm im Gehäuseboden. 

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Einen SATA-Port, welchen PowerColor noch bei seiner ersten Grafikbox einsetzte und sich damit durchaus von der Konkurrenz abgesetzt hatte, gibt es leider nicht mehr. Die neue Gaming Station dient damit nicht mehr als zusätzlicher Speicherort für die eigene Spielesammlung. Das finden wir etwas schade.

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Mit Strom versorgt wird die PowerColor Gaming Station über ein handelsübliches Netzteil im kompakten SFX-Formfaktor. Bei unserem Testgerät hat man sich für ein Modell aus dem Hause FSP entschieden, welches über eine Ausgangsleistung von 550 W verfügt und sich dank 80Plus-Gold-Zertifikat als effizient erweist. Bis zu 87 W kann das Netzteil dabei über die Typ-C-Buchse an das Notebook liefern.

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Für unseren Test schickte uns PowerColor auch eine Radeon RX 580 Devil mit. Sie läuft gegenüber dem Referenzmodell von AMD nicht nur etwas übertaktet, sondern bekam auch ein eigenes Kühlsystem aufgeschnallt, welches sich im Leerlauf sogar in der Box abstellt und die Grafikkarte somit passiv und damit völlig lautlos auf Temperatur hält.


Während unseres Testzeitraums hatten wir lediglich Zugriff auf ein einziges Notebook mit Thunderbolt 3: Das erst kürzlich von uns getestete MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro. Dieses ist zwar ab Werk ein waschechtes Gaming-Notebook, das dank NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q für ein ruckelfreies Spielevergnügen sorgt, im Vergleich zur integrierten Grafiklösung des Intel Core i7-7700HQ kann man aber trotzdem eindrucksvoll die Leistungssteigerungen einer externen Grafikbox wie eben der PowerColor Gaming Station aufzeigen.


MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro 4K
 
Prozessor: Intel Core i7-7700HQ
Arbeitsspeicher 16 GB - DDR4-2400
Grafikkarte

1x NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q

Festplatte/SSD

1x 512 GB M.2-SSD
1x 2 TB HDD

Display 
 
Display - Diagonale: 17,3 Zoll
Display - Auflösung: 3.840 x 2.160
Gehäuse 
 
Material: Aluminium
Abmessungen: 412 x 285 x 19,6 mm
Gewicht 2,4 kg
Preis und Garantie 
 
Preis: 2.699 Euro
Garantie: 24 Monate

Herzstück des MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Proist ein Intel Core i7-7700HQ in Verbindung mit einer NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q und einer Intel HD Graphics 630. Dazu gibt es 16 GB DDR4-2400-Arbeitsspeicher und eine schnelle NVMe-SSD mit einer Kapazität von 512 GB. Als weiteres Datengrab dient eine zusätzliche Magnetspeicher-Festplatte mit satten 2 TB Speicherplatz. Ein 17,3 Zoll großes UHD-Panel, eine RGB-hintergrundbeleuchtete SteelSeries-Tastatur und ein gutes Touchpad sowie ein Aluminiumgehäuse runden das Gesamtpaket weiter ab. Im Handel kostet diese Konfiguration derzeit fast 2.700 Euro.

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Eine externe Grafiklösung macht natürlich nur dann Sinn, wenn das eigentliche Gerät nicht den Mindestanforderungen entspricht. Da uns zum Zeitpunkt des Tests kein kleineres Gerät als ein waschechtes Gaming-Notebook zur Verfügung stand, man mit einer externen Grafiklösung aber durchaus einem weniger potenten Convertible-Gerät, dessen Hardware auf Stromsparen und Effizienz getrimmt wurde, zu neuen Leistungsrekorden verhelfen kann, haben wir uns dazu entschlossen, die Gaming Station mit der integrierten Intel-Grafik zu vergleichen. Dass man aus einem wenig potenten Convertible wie beispielsweise dem ASUS Transformer 3 Pro durchaus eine leistungsfähige Gaming-Maschine machen kann, das hatten wir in einem separatem Artikel ebenfalls schon unter Beweis gestellt.

Wenn die Grundleistung stimmt, dann können auch potentere Grafiklösungen jenseits der GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 580 eingesetzt werden, denn die U-Prozessoren auf Kaby-Lake-Basis limitieren hier schon ziemlich. Auf die Bandbreiten-Problematik, die es trotz Thunderbolt 3 und theoretisch 40 GBit/s gibt, wollen wir an dieser Stelle ebenfalls noch einmal verweisen, die wir in unserem älteren Artikel bereits näher durchleuchtet hatten.

Weniger Fallstricke im Alltag

Die Handhabung mit einer externen Grafikbox hat sich mit den letzten Treiber- und Firmware-Updates für die Thunderbolt-3-Schnittstelle deutlich verbessert. Hatten wir im März 2017 mit der ASUS ROG XG Station 2 noch stetig mit schwarzen Bildschirmen, Neustarts und Systemfreezes zu kämpfen, haben sich die Probleme deutlich minimiert. Ganz reibungslos funktioniert es aber immer noch nicht.

Musste die ASUS ROG XG Station 2 stets über den Powerbutton direkt auf dem Mainboard eingeschaltet werden, funktioniert dies bei der PowerColor Gaming Station nun ganz ohne Zutun. Ist die externe Grafikbox am Notebook angeschlossen, startet sie automatisch mit dem Druck des Powerbuttons am Notebook. Schließt man sie hingegen im laufenden Betrieb an, dann startet sie umgehend und verbindet sich mit dem Notebook. Wird das Notebook heruntergefahren und abgeschaltet, dann schaltet sich die externe Grafikbox ebenfalls mit ab. Die Gaming Station muss also lediglich mit dem Stromnetz und Notebook verbunden werden und erledigt alles Nötige von selbst. Lobenswert: Die Leistungsaufnahme im Standby-Betrieb hält sich mit 0,8 W in Grenzen. Wem das zu viel ist, der legt bei Nichtgebrauch einfach den Kippschalter direkt am Netzteil um. 

Kinderleicht ist zudem die Installation und Einrichtung der PowerColor Gaming Station. Das Gehäuse ist wie jedes andere schnell geöffnet, die Grafikkarte fix verbaut und mit Strom versorgt. Bei der ersten Verbindung mit dem Notebook werden automatisch alle wichtigen Treiber heruntergeladen und installiert. Wer will, kann sich trotzdem den neuesten Grafikkarten-Treiber aus dem Netz ziehen, muss dann aber darauf achten, den Desktop-Treiber zu verwenden. 

Worauf man auf jeden Fall achten sollte, ist die Wahl des Monitors. Wird dieser nur gespiegelt, dann kommt stets die im Notebook integrierte Grafiklösung zum Einsatz. Erst, wenn ausschließlich auf den externen Monitor gewechselt wird, wird auch die Gaming Station aktiv. 

Ein paar Probleme aber bleiben

Im Test kam es vor allem mit der AMD-Grafikkarte immer wieder zu kleineren Aussetzern. Hin und wieder flackerte das Bild, vereinzelt stürzten die Spiele ohne Fehlermeldung ab. Letzteres kam während unserer Tests aber nur sehr selten vor. Spiele wie Assassins Creed: Origins mögen auf dem Papier zwar spielbar sein, in der Praxis fühlt sich das Spiel aber viel langsamer an, es kommt sogar zu störenden Mikrorucklern. Hier hat vor allem AMD noch einige Treiber-Optimierungen vor sich. 

Etwas ärgerlich ist zudem das mit etwa 10 cm viel zu kurze Kabel, vor allem da sich die Thunderbolt-3-Schnittstelle an der Rückseite der PowerColor Gaming Station befindet. Das hat aber seinen Grund: Wie schon bei Thunderbolt 1 und 2 gibt es die Kabel passiv und aktiv. Passive Kabel sind günstiger und werden wie in diesem Fall von den Herstellern mitgeliefert. Sie erlauben nur bis maximal 0,5 m die volle Übertragungsrate von 40 GBit/s; darüber hinaus sinkt diese auf nur noch die Hälfte. 

Wer längere Kabel und die volle Geschwindigkeit haben möchte, der muss zu teuren, aktiven Kabeln greifen – doch auch hier gibt es die volle Übertragungsrate nur bis zu einer Länge von maximal 2,0 m. Wer die Box sinnvoll auf oder unter dem Schreibtisch betreiben möchte, der muss sich ein längeres Aktiv-Kabel selbst besorgen.

Das Aufladen über die Typ-C-Schnittstelle funktioniert nur dann, wenn sich das verbundene Gerät tatsächlich auch darüber aufladen lässt. Bei unserem MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro war das nicht der Fall. Hier musste stets das Netzteil mit angeschlossen werden.

Benchmarks

Was mit der integrierten Intel HD Graphics 630 unseres Intel Core i7-7700HQ im MSI GS73VR-003 Stealth Pro nicht wirklich funktioniert, ist mit der Radeon RX 580 Devil und der PowerColor Gaming Station problemlos machbar: Ruckelfreies Spielevergnügen in 1080p und höchster Detailstufe. Während es die CPU-Grafik nicht einmal in 720p mit geringster Detailstufe schafft, kann man über die externe Grafikbox noch einiges herausholen. Dann sind meist 60 FPS problemlos möglich. 

Futuremark 3DMark

FireStrike Ultra

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

FireStrike Extreme

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

FireStrike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Time Spy

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Assassins Creed: Origins

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Project Cars 2

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Da die NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q bei unserem MSI GS73VR-003 Stealth Pro deaktiviert ist und durch die Radeon RX 580 der PowerColor Gaming Station ersetzt wurde, bleibt der Aufbau deutlich laufruhiger als so manches Gaming-Notebook der High-End-Klasse. Da die Lüfter der Grafikkarte im Leerlauf abgestellt werden und auch das Netzteil erfreulich laufruhig zu Werke geht, ist der Aufbau mit knapp über 35 dB(A) im normalen Office-Modus flüsterleise. Die Geräuschkulisse im Spielebetrieb steigt nur unwesentlich an und erreicht in dieser Disziplin etwas über 39 dB(A). Dieser Wert kann sich ebenfalls durchaus höheren lassen. 

Unerträglich laut wird es nur, wenn man die Notebook-CPU und die Grafikbox voll auslastet, dann steigt der Schallpegel auf über 54 dB(A) an und ist damit alles andere als leise. Da ein solches Worst-Case-Szenario in der Praxis nicht auftreten dürfte, ist das durchaus verschmerzbar. 

Die lauteste Komponente ist im Übrigen klar die Grafikkarte. Wer hier einen leisen 3D-Beschleuniger einsetzt, kann die Werte noch weiter verbessern. 

Lautstärke

dB(A)
Weniger ist besser

Keine Überraschung gibt es bei der Leistungsaufnahme. Die legt gegenüber dem Notebook mit Intel-Grafik und deaktivierter Max-Q-Grafik deutlich zu. Schon im Leerlauf genehmigt sich der Aufbau mehr als Doppelte, unter absoluter Volllast sogar fast das Dreifache. Zum Vergleich: Ohne externe Grafikbox, aber mit aktivierter GeForce GTX 1070 Max-Q läge der Energiehunger des MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro bei maximal 165 W. Die Polaris-Chips von AMD sind bekannt für ihren vergleichsweise hohen Energiehunger.

Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Bei den Temperaturen gibt es in allen Szenarien keinerlei Probleme – sowohl beim Notebook wie auch in der PowerColor Gaming Station. Mit Blick auf die geringe Lautstärke können sich diese Werte also durchaus sehen lassen.

Temperaturen

GPU

Grad Celsius
Weniger ist besser

Vergleich mit GeForce GTX 1070 Max-Q und GTX 1070

Im direkten Vergleich mit der NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q unseres MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro hat die PowerColor Radeon RX 580 Devil in der Gaming Station natürlich das Nachsehen. Der direkte Gegenspieler der GeForce GTX 1070 wäre eigentlich eine Radeon RX Vega 56. 

Im Vergleich mit einer regulären GeForce GTX 1070 aus dem Desktop aber wird klar erkenntlich, dass die native Grafiklösung des Notebooks teilweise deutlich langsamer ist als mit übertatakteter Desktop-Grafik über die externe Grafikbox. Hier macht sich das schmale Thunderbolt-3-Interface mit seinen vier PCI-Express-Lanes dann doch bemerkbar.

Bei der Lautstärke geht es wieder zugunsten der Grafikbox, bei der Leistungsaufnahme hat eine mobile Variante hingegen klar die Nase vorn.


NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q (Notebook)PowerColor Radeon RX 580 DevilMSI GeForce GTX 1070 Gaming X
Call of Duty: WWII (1440p)60,9 FPS45,4 FPS57,5 FPS
Assassins Creed: Origins (1440p)53,1 FPS22,8 FPS33,4 FPS
Project Cars 2 (1440p)57,3 FPS44,9 FPS57,9 FPS
The Witcher 3 (1440p)67,8 FPS33,5 FPS41,0 FPS
Grand Theft Auto 5 (1440p)61,2 FPS45,3 FPS74,0 FPS
Leistungsaufnahme Spielebetrieb136,1 W181,2 W191,7 W
Lautstärke Spielebetrieb43,6 dB(A)39,2 dB(A)39,6 dB(A)

Wenn das eigene Ultrabook, Notebook oder der Mini-PC im Wohnzimmer nicht über eine ausreichende Grafikleistung verfügt, dann lassen sich mit der PowerColor Gaming Station durchaus beeindruckende Leistungssteigerungen realisieren. Das funktioniert aber nur, wenn eine Thunderbolt-3-Buchse vorhanden ist und das ist inzwischen immer häufiger der Fall. Spätestens, wenn Intel im Laufe dieses Jahres die Lizenzkosten dafür abschaffen wird, dürfte der Siegeszug der schnellen Schnittstelle unaufhaltsam sein.

Die Handhabung hat sich dabei deutlich vereinfacht, auf ein paar Probleme stießen wir während unserer Tests aber trotzdem. Vereinzelt kam es zu unerklärbaren Abstürzen, das Bild flackerte oder es kam zu störenden Mikrorucklern. Die anfänglichen Kinderkrankheiten solcher externen Grafikboxen gehören aber fast der Vergangenheit an. Anstecken und fertig – so lautet die Devise. Die Installation erfolgt automatisch, das Ein- und Ausschalten des Grafikbeschleunigers ebenfalls und ohne Zutun des Nutzers.

Das zu kurze Verbindungskabel nervt, schade, dass PowerColor hier nur ein günstiges, passives Thunderbolt-3-Kabel mit einer Länge von gerade einmal 10 cm belegt. Wer die Box sinnvoll auf oder unter seinem Schreibtisch aufbauen möchte, der muss also noch ein teures Aktiv-Kabel hinzukaufen und das obwohl der Preis von fast 460 Euro für das Leergehäuse alles andere als ein Schnäppchen ist. Verglichen mit der ASUS ROG XG Station 2 mag man zwar auf einem ähnlichen Preisniveau liegen, wer sich jedoch für eine GeForce GTX 1070 oder gar GTX 1080 entscheidet, der fährt mit der AORUS Gaming Box von Gigabyte deutlich günstiger. Die Flexibilität, ein hochmobiles Gerät für unterwegs zu haben und zu Hause trotzdem die neusten Grafikkracher in der höchsten Einstellung spielen zu können, lässt sich PowerColor teuer bezahlen.

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Die Geräuschkulisse stimmt dank leisem Netzteil und Gehäuse-Lüfter und ist eigentlich nur davon abhängig, welche Grafikkarte letztendlich verbaut wird. Die Leistungsaufnahme steigt mit einer solchen Box natürlich ein gutes Stück an, Probleme bei den Temperaturen und der Kühlung gibt es aber keine.

Vergleicht man eine GeForce GTX 1070 in der Gaming Station mit einer GeForce GTX 1070 Max-Q im Notebook, muss man aufgrund der schmalen Anbindung und der vier PCI-Express-Lanes ein paar Leistungseinbußen hinnehmen. Der Spielbarkeit tut dies aber keinen Abbruch. Ist der Prozessor zu langsam, dann braucht man sich für die Gaming Station keine absolute High-End-Grafikkarte zuzulegen. Mit einer GeForce GTX 1060 oder wie in unserem Fall mit einer Radeon RX 580 dürfte man aber in den meisten Fällen bestens beraten sein.

Über die Verarbeitung und das Design der PowerColor Gaming Station gibt es von unserer Seite her nichts zu meckern. Alles in allem ist die PowerColor Gaming Station für Anwärter einer externen Grafikbox trotz des hohen Preises durchaus mit in die engere Auswahl zu nehmen.

Positive Aspekte der PowerColor Gaming Station:

Negative Aspekte der PowerColor Gaming Station: