Microsoft Surface Book im Test

Veröffentlicht am: von

microsoft surface book 9 840x215 2Tablet mit ansteckbarer oder Notebook mit abnehmbarer Tastatur: In den vergangenen Jahren war diese Frage beim Blick auf 2-in-1-Geräte nicht immer ohne weiteres zu beantworten. Dieses Problem scheint auch Microsoft erkannt zu haben und bringt nach dem Surface Pro 4 nun auch das Surface Book auf den deutschen Markt. Glaubt man dem Marketing, ist die Aufteilung klar. Das Surface Pro ist mehr Tablet, das Surface Book mehr Notebook. Ob das auch tatsächlich so ist und ob die Kinderkrankheiten inzwischen behoben sind, zeigt der Test.

Vor allem letztere dürften Käufer der ersten Stunde gestört haben. Nicht nur, dass es im Standby Probleme gab, auch das An- und Abdocken der Tablet-Einheit ging nicht immer reibungslos vonstatten. Zusätzlich sorgten gleich mehrere Fehler dafür, dass die beiden Akkus nicht ihr volles Potential ausschöpfen konnten. Inzwischen hat Microsoft mehrere Updates veröffentlicht, Stand 29. Februar waren diese aber nicht ausreichend.

Ärgerlich ist dies vor allem aus zwei Gründen. Zum einen ist das Surface Book in den USA bereits seit Ende Oktober und damit knapp vier Monate länger als in Deutschland auf dem Markt, zum anderen vermarktet Microsoft das Gerät als Premium-Hardware - entsprechend hoch sind die Erwartungen. Schon das Einstiegsmodell kostet unverbindliche 1.649 Euro, mehr als einen Core i5, 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher erhält man dafür nicht. Mehr Leistung und Platz werden in den beiden mittleren Konfigurationen geboten: Core i5, 8 GB RAM, 256 GB SSD und eine dedizierte GPU kosten schon 2.069 Euro, die gleiche Ausstattung mit Core i7 2.319 Euro.

Getoppt wird das ganze vom Spitzenmodell, das für den Test zur Verfügung stand. Ganze 2.919 Euro verlangt Microsoft für einen Core i7, 16 GB RAM, 512 GB SSD und eine zusätzliche GPU. Dass der Surface Pen und die Tastatureinheit ebenso wie schnelles WLAN (802.11ac) und Bluetooth (4.0) in allen Konfigurationen zum Lieferumfang gehören, relativiert die Preise nicht.

Die Verteilung macht den Unterschied

Eher schon darf der Entwicklungsaufwand als Entschuldigung herangezogen werden. Denn Microsoft hat nicht einfach das Konzept des Surface Pro übernommen und leicht angepasst, sondern fast bei null angefangen; Display-Format und Einbindungen des Stiftes kennt man. Im Normalzustand ist das Surface Book kaum von gewöhnlichen Notebooks zu unterscheiden. Die Anschlüsse sitzen dort wo man sie erwartet, das Display ist fest über das Fulcrum-Scharnier mit der Bodeneinheit verbunden.

Der innere Aufbau weicht aber deutlich von der Norm ab. So stecken CPU, RAM, interner Speicher sowie die Komponenten für die drahtlosen Schnittstellen im Display-Part, die dedizierte GPU sowie die physischen Schnittstellen mit Ausnahme der Audio-Buchse in der Tastatur-Einheit. Den Akku hat man hingegen geteilt: Der größere Teil sitzt unterhalb der Tastatur, der kleinere hinter dem Bildschirm. Spätestens damit ist klar, dass das Surface Book tatsächlich in erster Linie als Notebook konzipiert ist - anders als das Surface Pro 4.

CPU und SSD im Display, GPU und Anschlüsse in der Tastatur: Microsoft verteilt die Technik über das ganze Surface Book
CPU und SSD im Display, GPU und Anschlüsse in der Tastatur: Microsoft verteilt die Technik über das ganze Surface Book

Ein besonderes Schmankerl hat man sich für den Entriegelungsmechanismus einfallen lassen. Zunächst ist der Druck auf die dafür vorgesehene Taste nötig, einen Augenblick später signalisiert eine grüne LED, dass die Trennung erfolgen kann. Eine Spielerei ist das aber nicht - auch wenn es so wirkt. Denn vor dem Abkoppeln muss sichergestellt sein, dass die dedizierte GPU nicht verwendet wird. Durch die feste Verbindung ist aber auch sichergestellt, dass ein unabsichtliches Trennen nicht möglich ist.

Kein Augenschmeichler

Dabei hat Microsoft es geschafft, all dies für den Nutzer fast unsichtbar zu machen. Denn die Verwandlungsfähigkeit ist dem Surface Book nicht nur aus den oben genannten Gründen nicht anzusehen, auch die Wahl des Scharniers spielt dabei eine Rolle. Die Fulcrum genannte Ausführung wirkt zwar etwas befremdlich, verbirgt die darin steckende Technik aber völlig. Das aus mehreren Bauteilen und aus Aluminium gefertigte Scharnier sorgt aber auch dafür, dass das Display sicher an Ort und Stellen gehalten wird, selbst bei groben Stößen. Dennoch kann der Deckel problemlos mit einer Hand geöffnet werden.

Das Scharnier hat aber einen Nachteil. Denn durch den Mindestradius liegt das Display im geschlossenen Zustand nicht plan auf der Tastatur auf. Dadurch kann Schmutz ungehindert eindringen, was im Zweifelsfall die Lebenserwartung senkt. Denn wer denkt, das Gehäuse ab und an für eine Reinigung zu öffnen, der steht vor einem großen Problem. Immerhin hat Microsoft genau dies nicht vorgesehen, was iFixit mit der zweitschlechtesten Note - 1 von 10 - belohnt.

Grau dominiert: Viel schlichter kann ein Notebook nicht aussehen
Grau dominiert: Viel schlichter kann ein Notebook nicht aussehen

Anders sieht es bei der Verarbeitung aus. Nichts wackelt, auch mit hohem Kraftaufwand lassen sich keine Verformungen provozieren und ungleiche Spaltmaße gibt es nicht. Streiten kann man hingegen über das Erscheinungsbild des etwa 312 x 232 23 mm großen und 1,5 kg schweren (jeweils im gekoppelten Zustand) Surface Book. Denn viel mehr Langeweile kann ein Stück Technik kaum ausstrahlen, was nicht nur an fehlenden Eyecatchern, sondern auch am gewählten Grau liegt. Mit viel gutem Willen kann der umlaufende Luftein- und auslass der Display-Einheit (312,4 x 220,2 x 7,6 mm, 0,7 kg) als optisches Highlight bezeichnet werden.

Zumindest hat man die Schnittstellen gut platziert. Die beiden USB-3.0-Ports sind zusammen mit dem Kartenleser am hinteren linken Rand untergebracht, Mini-DisplayPort und Netzteilanschluss am rechten. Letzteres wird lediglich magnetisch am Surface Book gesichert - wer über das Kabel stolpert, reißt somit das Notebook nicht automatisch vom Tisch.

Das Fulcrum-Scharnier mitsamt Docking-Mechanismus fasziniert, hat aber einen klaren Nachteil
Das Fulcrum-Scharnier mitsamt Docking-Mechanismus fasziniert, hat aber einen klaren Nachteil

Die beiden verbauten Kameras - auf der Rückseite mit 8, auf der Front mit 5 Megapixeln - schiessen insgesamt befriedigende Fotos, wenn die Lichtverhältnisse stimmen. Dank Infrarot-Unterstützung kann das Frontmodul für Windows Hello genutzt werden, was das Anmelden am Betriebssystem vereinfacht. Ebenfalls nur Durchschnitt sind die beiden Lautsprecher, die seitlich im Display-Rahmen stecken. Tiefen gibt es kaum, dafür aber auch nur wenige Verzerrungen bei hohen Pegeln.

Gute Eingabegeräte

Schon mit dem Type Cover für das Surface Pro stellte Microsoft unter Beweis, dass man gute Tastaturen und Touchpads bieten kann. Nicht anders sieht es beim Surface Book aus.

Mit 15 x 15 mm fallen wie wichtigen Tasten ausreichend groß aus, das Standard-Layout hilft beim Tippen. Gleiches gilt für das haptische Feedback. Der Druckpunkt ist gut gewählt, der Hub nahezu ideal - in Summe bietet die Tastatur ein sehr knackiges, aber nicht zu hartes Schreibgefühl. Leider hat Microsoft es aber nicht geschafft, alle Tasten entsprechend zu gestalten. Denn Leer- und Eingabetaste wirken sehr schwammig, die kleineren beiden der vier Cursor-Tasten hingegen viel zu hart. Dafür fällt die in insgesamt vier Stufen einstellbare Hintergrundbeleuchtung sehr gleichmäßig aus.

Dank gutem Hub und Druckpunkt sowie der gleichmäßigen Beleuchtung gefällt die Tastatur
Dank gutem Hub und Druckpunkt sowie der gleichmäßigen Beleuchtung gefällt die Tastatur

Einen weiteren Minuspunkt gibt es für die unvollständige Beschriftung, wie schon beim Type Cover ist beispielsweise nicht ersichtlich, mit welchen Kombination die Display-Helligkeit reguliert werden kann. Ein klares Plus ist hingegen die kleine LED, die in der „Fn“-Taste steckt. Damit kann der Nutzer auf Anhieb erkennen, in welchem Modus sich die Funktionstasten befinden.

Der Surface Pen wird mitgeliefert und bietet auch hier einen echten Mehrwert
Der Surface Pen wird mitgeliefert und bietet auch hier einen echten Mehrwert

Nur einen Schnitzer leistet man sich beim Touchpad. Denn wie so viele andere Hersteller verzichtet auch Microsoft auf eine optische Unterteilung der integrierten Tasten. In allen anderen Punkten überzeugt das Eingabegerät jedoch. Die Erkennung von Ein- und Mehrfingergesten ist präzise, die Gleiteigenschaften gefallen und Druck sowie Hub der beiden Tasten sind ideal. Das Verlangen, das Surface Book über den ebenfalls sehr guten Touchscreen bedienen zu wollen, wird dadurch schnell sehr gering.


Beinahe exzellentes Display

Dabei fällt das Display noch besser als beim Surface Pro 4 aus, was das Surface Book in dieser Kategorie zu einem der derzeit besten Notebooks macht. Auf der Haben-Seite stehen eine maximale Helligkeit von 483 cd/m² bei einer Homogenität von 89 %, ein Kontrastverhältnis von 1.815:1 sowie eine durchschnittliche Farbtemperatur von rund 6.700 Kelvin.

Zusätzlich bietet das von Panasonic gefertigte 13,5 Zoll große IPS-Panel mit seinen 3.000 x 2.000 Pixeln eine sehr gute Farbdarstellung - der sRGB-Raum wird zu 92 % abgedeckt - sowie großzügige Betrachtungswinkel und eine mehr als ausreichende Pixel-Dichte von 267 ppi.

Helligkeit, Kontrast und Farbdarstellung stimmen, das Format ist gewöhnungsbedürftig
Helligkeit, Kontrast und Farbdarstellung stimmen, das Format ist gewöhnungsbedürftig

Einziger Wermutstropfen: Das Bildformat erfordert eine gewisse Umgewöhnung. Zwar kennt das Verhältnis von 3:2 schon von den Surface-Pro-Modellen, auf einem Tablet wirkt dieses Format aber weniger befremdlich als bei einem Notebook. Damit kann ein DIN-A4-Blatt zwar fast in nativer Größe abgebildet werden, das Arbeiten mit breiteren Formaten wie 16:9 oder 16:10 wird von vielen aber als angenehmer empfunden.

Zum Surface Pen muss mittlerweile kaum noch etwas gesagt werden. Der dem Surface Book beigelegte Stift entspricht dem des Surface Pro 4 und bietet entsprechend 1.024 Druckstufen sowie eine lange Laufzeit von bis zu 18 Monaten mit einer Batterie und liegt erneut gut in der Hand. Allerdings fehlt auch beim Notebook eine sichere Verstaumöglichkeit.

Schnelle CPU, irritierende SSD

Wer den Kauf des Surface Book in Betracht zieht, muss im Vorfeld wissen, wie viel Leistung benötigt wird. Denn nicht nur, dass der Arbeitsspeicher nicht erweiter- oder tauschbar ist, auch die Frage bezüglich der GPU muss beantwortet werden. Schließlich muss das Einstiegsmodell ohne eine dedizierte Lösung auskommen, was sich im Alltag durchaus bemerkbar machen kann. Einzig die SSD könnte gewechselt werden, wäre da nicht das eingangs beschriebene Problem mit dem Gehäuse und der von iFixit vergebenen Note.

Allen vier Varianten gemein ist ein Skylake-Prozessor, im Falle des Testgeräts ein Core i7-6600U. Dessen zwei Kerne arbeiten im Normalfall mit 2,6 GHz, dank Turbo werden bei Bedarf bis zu 3,2 respektive 3,4 GHz (zwei Kerne/ein Kern) erreicht. Dank Hyper-Threading können vier Threads gleichzeitig abgearbeitet werden, diverse Zusatzfunktionen wie vPro machen den Prozessor auch für den Einsatz im geschäftlichen Umfeld interessant. Der Level-3-Cache fällt 4 MB groß aus, gefertigt wird der i7-6600U wie alle Skylake-Modelle im 14-nm-Verfahren, die TDP liegt bei 15 W.

Hinter den Tasten verbirgt sich in drei von vier Konfigurationen eine modifizierte GeForce 940M
Hinter den Tasten verbirgt sich in drei von vier Konfigurationen eine modifizierte GeForce 940M

Im Cinebench-Test reicht es für vergleichsweise gute bis sehr gute 3,56 und 263 Punkte (Cinebench 11/15, CPU-Gesamtwertung). Im Office-nahen Einsatz - simuliert mit PCMark 7 und 8 - wird ebenfalls mehr als genügend Leistung geboten. Der ältere PCMark 7 spricht von rund 5.100 Punkten, im neueren PCMark 8 sind es je nach Szenario gut 2.400 bis 2.500 Punkte. Dass es keine noch höheren Wertungen gibt, liegt zum einen an einer Nachlässigkeit seitens Microsoft, zum anderen an der NVMe-SSD, die im Test so manche Frage aufwarf.

Ersteres bezieht sich auf den Einsatz von LPDDR3-Speicher (16 GB), obwohl die CPU auch mit Chips vom Typ DDR4 umgehen kann, zweiteres auf widersprüchliche Ergebnisse bezüglich der Transferraten. Das von Samsung bezogene Modell mit NVMe-Unterstützung erreichte in den Tests maximale Leseraten zwischen knapp 750 und rund 1.400 MB/s, beim Schreiben sprachen die Benchmarks in der Spitze von circa 300 bis 600 MB/s. Derartige Streuungen gab es bei den zuletzt entsprechend bestückten Notebooks nicht.

Spezialfall GPU

Wer zu einem der drei teureren Modellen des Surface Book greift, kann im gekoppelten Zustand auf eine modifizierte GeForce 940M zurückgreifen. Vom Standardmodell weicht die eingesetzte GPU in Sachen Takt und Speicher/Speicheranbindung ab. Ausgangspunkt ist der GM108 mit insgesamt 384 Shader-Einheiten, der GPU-Takt ist allerdings auf 954 bis 993 MHz gebremst; Standard sind 1.029 bis 1.100 MHz. Schneller ist die Sonderlösung dann aber ausgerechnet beim Speicher. Denn während die 940M auf Basis des GM108 für gewöhnlich mit DDR3-Speicher ausgestattet ist, kommt im Surface Book GDDR5 zum Einsatz - allerdings in Verbindung mit einem nur 64 Bit breiten Interface.

Das Ergebnis sind im 3DMark etwa 55.500, 7.600 und 1.900 Punkte (Ice Storm, Cloud Gate, Fire Strike). Damit gehört das Surface Book zu den schnellsten Vertretern seiner Art, für Spiele und ähnliches reicht die Leistung aber dennoch nur eingeschränkt. In nativer Auflösung reicht es selbst bei älteren Titeln nicht, bei aktuellen müssen Auflösung und Details deutlich heruntergestellt werden. Aber durch die dedizierte GPU kann der Core i7 entlastet werden. Schließlich muss sich die CPU Cache und thermisches Budget nicht mit der integrierten Grafikeinheit teilen, was bei hoher Prozessorlast zu längeren Phase mit vollem Takt führt.

Entsprechend das Zwischenfazit: Die GeForce 940M macht aus dem Surface Book keinen Allrounder, kann aber dennoch eine sinnvolle Investition sein.

Die GPU-Kühlung versagt

Warum Microsoft zu einer beinahe maßgeschneiderten Grafiklösung gegriffen hat, wird beim Blick auf das thermischen Eigenschaften des Surface Book deutlich. Bei geringer Last erwärmen sich Tastatur- und Tablet-Einheit nur unwesentlich, im Schnitt konnten etwa 25 °C gemessen werden. Die beiden Lüfter - je einer in der Tastatur- und Tablet-Einheit - arbeiten unter solchen Bedingungen nur sehr selten, die meiste Zeit verbleibt das Kühlsystem passiv.

Anders unter Volllast. Bei vollen Touren werden 46,6 dB(A) erreicht, die aufgrund der tiefen Frequenz aber eher an ein Rauschen erinnern, das beim konzentrierten Arbeiten kaum stört. Die Oberflächentemperaturen steigen dann auf durchschnittlich 32 bis 34 °C, punktuell konnten in der Spitze etwa 43 °C gemessen werden - ein durchaus noch guter Wert.

Die umlaufenden Öffnungen sorgen für genügend CPU-Kühlung
Die umlaufenden Öffnungen sorgen für genügend CPU-Kühlung

Allerdings überrascht das Taktungsverhalten von CPU und GPU. Während der i7-6600U selbst nach langen Volllastphasen stoisch seinen Nominaltakt von 2,6 GHz hält und ab und an für sehr kurze Zeit den Turbo aktiviert, wird die GeForce 940M schon nach wenigen Minuten deutlich gebremst. Am Ende wurde nur noch mit knapp 700 MHz gerechnet. Das verwundert angesichts des Aufbaus der Tastatur-Einheit, in der ein separates Kühlsystem verbaut ist.


Beim Akku macht Microsoft nicht alles richtig

Die Gewichtung der beiden Nutzungskonzepte wird an keiner Stelle so deutlich wie beim Akku. Mit insgesamt 68,9 Wh bietet das Surface Book eine überraschend hohe Kapazität für ein Gerät dieser Größenordnung, die Aufteilung des Energiespeichers kann aber zu gravierenden Einschränkungen führen. Denn nur etwa ein Viertel steckt in der Tablet-Einheit, der Rest unterhalb der Tastatur. Wer das Surface Book häufiger als Tablet nutzen will, muss sich entweder kurzfassen oder aber das Display andersrum mit dem Scharnier verbinden – was aber den Gewichtsvorteil zunichtemacht. Eine weitere Einschränkung: Das Netzteil kann nur mit der Tastatur-Einheit verbunden werden, ein separates Laden des Tablets ist nicht möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass letzteres aber auch nicht auf einfachem Wege durch das Aufstecken auf die Tastatur geladen werden kann. Wirklich durchdacht wirkt das nicht

Mehr Gedanken hat man sich dafür beim Akkuhandling im Betrieb gemacht. Im gekoppelten Zustand wird zunächst der sekundäre Akku in der Tastatur-Einheit genutzt, ab einem Füllungsgrad von etwa 40 % wird dann der primäre Akku im Display hinzugeschaltet. In der Regel dürfte das die beste Lösung sein, mitunter dürfte es aber wünschenswert sein, wenn die primäre Energiequelle erst im äußersten Fall genutzt würde.

Das Surface Book bietet gute Laufzeiten, aber ein nicht ganz durchdachtes Akkukonzept
Das Surface Book bietet gute Laufzeiten, aber ein nicht ganz durchdachtes Akkukonzept

Wichtiger ist aber, wie lange das Surface Book überhaupt ohne Verbindung zur Steckdose aushält. Bei geringer Last (Battery Eater Reader’s Test) konnten im Test knapp 13,5 Stunden gemessen werden, im Tablet-Modus blieben davon knapp 4,5 übrig. Im PCMark 8 wurde der Akku im gekoppelten Zustand ebenfalls innerhalb von rund 4,5 Stunden geleert, das Tablet alleine schaffte eine Stunde. Zu guter Letzt: Bei hoher Last (Battery Eater Classic) musste nach rund vier Stunden respektive rund einer Stunde zum Ladegerät gegriffen werden.

Im Vergleich landet das Surface Book als Einheit klar im oberen Drittel, im Tablet-Modus enttäuscht es hingegen. Der Blick auf den Energiebedarf zeigt, dass Microsoft insgesamt aber gute Arbeit geleistet hat. Im Leerlauf bei einer Display-Helligkeit von 120 cd/m² begnügt sich das Notebook mit gut 7 W, unter Volllast sind es knapp 52 W, davon dürften etwa 30 bis 35 auf die GeForce 940M entfallen.

Etwas mehr hätte es aber beim Netzteil sein dürfen. Dies gefällt zunächst aufgrund des zusätzlichen USB-Ports, liefert aber maximal nur 65 W. Das bedeutet: Bei hoher Last und Display-Helligkeit wird der Akku nur sehr langsam geladen.

Fazit

Wo andere Hersteller sich bei der Differenzierung zwischen Tablet mit Tastatur-Dock und Notebook mit abnehmbarem Display schwertun, hat Microsoft eine klare Grenze gezogen. Vergleich man Surface Book und Surface Pro 4 direkt miteinander, sind die Unterschiede unübersehbar. Für die Positionierung beider Produkte ist das wichtig, schließlich können Kannibalisierungseffekte somit minimiert werden. Ob man deshalb viele Käufer für sich gewinnen kann, bleibt aber abzuwarten.

In weiten Teilen überzeugt das Surface Book, vor allem Display und Laufzeiten gefallen
In weiten Teilen überzeugt das Surface Book, vor allem Display und Laufzeiten gefallen

Denn vom „ultimativen Laptop“ – so Microsoft – ist man ein gutes Stück entfernt. Zwar bietet man vergleichsweise viel Leistung, gute Laufzeiten, ein überzeugendes Display sowie eine tadellose Verarbeitung, das insgesamt unausgegorene Akkukonzept und die Drosselung der dedizierten GPU trotz des separaten Kühlsystems sprechen aber gegen eine uneingeschränkte Empfehlung. Hinzu kommen im aktuellen Zustand mehrere Software-Fehler, die vor allem das korrekte Erkennen des Betriebszustandes (gekoppelt/ungekoppelt), das Umschalten zwischen den Akkus sowie die Leistung der SSD betreffen. Dass bei einem so teuren Notebook USB Typ-C oder Thunderbolt 3 mit an Bord sein sollte, ist ein ganz anderer Punkt.

Und auch wenn es keinen direkten Konkurrenten gibt, fallen die Mitglieder des erweiterten Kandidatenumfelds weitaus günstiger aus. Kann auf die dedizierte GPU verzichtet werden, ist das Surface Pro 4 vermutlich die bessere Wahl, die mit gleicher Speicherbestückung und Tastatur rund 400 Euro unterhalb des Surface Book landet. Und für den beruflichen Einsatz dürfte sich das neue Lenovo ThinkPad X1 Tablet empfehlen.

Fehlende Schnittstellen, das Akkukonzept, Treiber-Probleme und der hohe Preis sind hingegen ernüchternd
Fehlende Schnittstellen, das Akkukonzept, Treiber-Probleme und der hohe Preis sind hingegen ernüchternd

Ein schlechtes Notebook ist das Surface Book am Ende nicht. In weiten Teilen gehört es zu den besten Vertretern seiner Art, ähnlich wie beim ersten Surface Pro leidet es aber unter zu vielen Schwächen, die teils auf mangelnde Erfahrung, teils aber auch auf eine gewisse Schlampigkeit seitens Microsoft zurückzuführen sind.

Positive Aspekte des Microsoft Surface Book:

Negative Aspekte des Microsoft Surface Book:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar


Microsoft Surface Book
Hardware 
Prozessor: Intel Core i7-6600U
Prozessor - Kerne: 2
Prozessor - Grundtakt: 2,6 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,4 GHz
Prozessor - Fertigung 14 nm
Prozessor - Cache 4 MB
Arbeitsspeicher 16 GB - LPDDR3
Grafikkarte

Intel HD Graphics 520
NVIDIA GeForce 940M (modifiziert)

Grafikkarte - Grafikspeicher -
Festplatte

1x 512 GB SSD

Optisches Laufwerk -
Monitor 
 
Display - Technik: IPS
Display - Diagonale: 13,5 Zoll
Display - Auflösung: 3.000 x 2.000 Pixel
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Display - Touch: ja
Eingabegeräte 
 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 3 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 80
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Abmessungen: 105 x 68 mm
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Anschlüsse 
 
HDMI: -
DVI: -
DisplayPort 1 (Mini-DisplayPort)
Thunderbolt: -
VGA: -
USB 2.0: -
USB 3.0 2
USB Typ-C -
Firewire -
eSATA: -
Audio: 1
Gehäuse 
 
Akku: 69,9 Wh (davon 17,9 Wh im Tablet)
Material:

Magnesium, Aluminium

Abmessungen: 312,4 x 232,0 x 23,0 mm
312,4 x 220,2 x 7,6 mm (Tablet)
Gewicht 1,5 kg
0,7 kg (Tablet)
Preis und Garantie 
 
Preis (UVP): 2.919 Euro
Garantie: 12 Monate

Cinebench 11

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

MIPS
Mehr ist besser

Massenspeicher

Datenrate

MB/Sek.
Mehr ist besser


PC Mark 7

maximal

Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 - Home

maximal

Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 - Creative

Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Ice Storm

maximal

Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Cloud Gate

maximal

Punkte
Mehr ist besser

3D Mark - Fire Strike

maximal

Punkte
Mehr ist besser


Display

Helligkeit

cd/m2
Mehr ist besser

bench display

Lautstärke

Lautstaerke

Idle/Load

47.9 XX


31.1 XX
47.8 XX


34.7 XX
46.6 XX


0.0 XX
45.6 XX


32.1 XX
44.7 XX


31.6 XX
44.2 XX


33.4 XX
42.8 XX


31.0 XX
42.6 XX


0.0 XX
42.2 XX


35.1 XX
41.9 XX


30.6 XX
41.6 XX


29.4 XX
40.8 XX


0.0 XX
40.3 XX


0.0 XX
40.2 XX


33.6 XX
39.7 XX


31.4 XX
39.0 XX


31.7 XX
38.9 XX


0.0 XX
38.8 XX


31.7 XX
38.1 XX


0.0 XX
38.0 XX


32.8 XX
36.2 XX


31.7 XX
35.9 XX


31.9 XX
35.1 XX


32.3 XX
33.8 XX


28.4 XX
33.4 XX


32.5 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
0.0 XX


0.0 XX
dB(A)
Weniger ist besser

Temperaturen

Temperaturen

CPU/GPU

Grad Celsius
Weniger ist besser

bench temp unterseite

Temperaturen

CPU/GPU

Grad Celsius
Weniger ist besser

bench temp unterseite

Akkulaufzeit

Battery Eater - Classic/Reader

991 XX


98 XX
852 XX


196 XX
847 XX


178 XX
808 XX


194 XX
804 XX


424 XX
730 XX


137 XX
703 XX


133 XX
699 XX


213 XX
646 XX


127 XX
623 XX


141 XX
549 XX


93 XX
532 XX


109 XX
512 XX


121 XX
505 XX


110 XX
504 XX


137 XX
496 XX


77 XX
469 XX


197 XX
461 XX


191 XX
434 XX


162 XX
425 XX


208 XX
417 XX


200 XX
399 XX


215 XX
382 XX


115 XX
286 XX


173 XX
286 XX


71 XX
278 XX


196 XX
Minuten
Mehr ist besser

Akkulaufzeit

PC Mark 8 - Home/Creative

513 XX


526 XX
331 XX


318 XX
289 XX


285 XX
278 XX


299 XX
272 XX


265 XX
259 XX


281 XX
259 XX


276 XX
240 XX


247 XX
230 XX


233 XX
226 XX


246 XX
226 XX


225 XX
223 XX


235 XX
222 XX


200 XX
218 XX


194 XX
213 XX


219 XX
211 XX


208 XX
210 XX


215 XX
208 XX


212 XX
208 XX


205 XX
206 XX


210 XX
194 XX


183 XX
173 XX


176 XX
171 XX


163 XX
168 XX


173 XX
157 XX


147 XX
Minuten
Mehr ist besser

Stromverbrauch

Idle/Load

12.3 XX


5.2 XX
13.7 XX


6.3 XX
14.3 XX


6.6 XX
16.4 XX


7.5 XX
17.8 XX


5.9 XX
20.1 XX


9.2 XX
23.5 XX


8.9 XX
27.5 XX


5.4 XX
28.2 XX


8.9 XX
29.1 XX


5.2 XX
29.6 XX


8.4 XX
29.8 XX


7.7 XX
29.9 XX


7.9 XX
30.6 XX


6.4 XX
31.1 XX


10.6 XX
32.5 XX


7.1 XX
32.9 XX


5.9 XX
33.0 XX


7.3 XX
33.9 XX


12.1 XX
39.7 XX


10.6 XX
40.7 XX


11.2 XX
41.9 XX


8.3 XX
51.9 XX


7.1 XX
52.9 XX


4.8 XX
57.6 XX


17.3 XX
61.5 XX


14.4 XX
63.2 XX


9.5 XX
Watt
Weniger ist besser