Neues Apple MacBook mit USB Typ-C im Test

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macbook 2015Mit dem neuen MacBook möchte Apple wieder einmal den Notebook-Markt revolutionieren. Man war und ist nicht immer der Hersteller mit dem schnellsten, dünnsten oder besten Notebook, doch den Mut, Dinge anders als viele andere Hersteller zu machen, den kann man Apple sicherlich nicht absprechen. Einen Hang, Kompromisse eingehen zu müssen, wird Nutzern der Hardware mit Apfel auf dem Deckel bereits länger nachgesagt, mit dem neuen MacBook soll dies eine neue Ebene erreicht haben. Ein passiv gekühlter Core M, ein ultraflaches Design und als einziger Anschluss USB mit dem Typ-C-Stecker - auf diese Punkte lässt sich das neue MacBook reduzieren. Welche Aspekte es ebenfalls noch zu beleuchten gibt, wo die Stärken aber auch die Schwächen zu suchen sind, das versuchen wir auf den folgenden Seiten herauszufinden.

Das MacBook Air der 1. Generation war mit seinem Unibody-Design sicherlich wegweisend. Inzwischen kann kaum noch ein Hersteller darauf verzichten, das Gehäuse seines flachen Notebooks aus so wenig Gehäusekomponenten wie möglich zu fertigen und die Materialwahl fällt meist auch nur noch auf Aluminium, Magnesium, Kohlefaser oder eine entsprechende Kombination aus diesen Materialien.

Allerdings verlangte das MacBook Air der 1. Generation dem Nutzer auch einige Kompromisse und Schmerzen ab. Die mangelhafte Kühlung des Prozessors sorgte schnell dafür, dass sich dieser nur noch durch Heruntertakten vor zu hohen Temperaturen schützen konnte. Auch war das Streichen des optischen Laufwerks damals noch ein großer Schritt - inzwischen gehört eine Installation über Download oder USB-Datenträger zum Alltag. Aufgrund des dünnen Gehäuses ebenfalls verzichtet werden musste auf Ethernet und der USB-Anschluss war hinter einer Klappe versteckt. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, durfte auch eine SSD im MacBook Air Platz finden, kostete aber 800 Euro Aufpreis. Während andere Notebooks, auch solche von Apple, inzwischen bereits mit schnellen SSDs bestückt werden konnte, musste Nutzer des MacBook Air mit einer extrem langsamen HDD auskommen. Mit der 2. Generation des MacBook Air konnte die Hardware dann als mehr oder weniger ausgereift bezeichnet werden und wurde für Apple auch zu einem Verkaufsschlager.

Noch einmal: Apple war und ist nicht der erste Hersteller mit einem ultraflachen Notebook, man war und ist vermeintlich aber der erste Hersteller, der das Weglassen von Anschlüssen, Leistung und Funktionen entsprechend verpacke und verkaufen konnte.

In diese Kategorie gehört auch das neue MacBook. Überraschend wurde es auf dem März-Event zur Apple Watch vorgestellt und sorgte für großes Aufsehen. Das Stirnrunzeln und die Gedanken zum neuen MacBook haben wir bereits in einem Kommentar ausgedrückt, der zwei Ansichten dazu enthält. Überflüssig oder nützlich ist sicherlich die zentrale Frage vor einer Anschaffung des neuen MacBook.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display (unten) und MacBook Air der 1. Generation (oben)

Es hat einen Grund, warum Apple das MacBook nicht als Ersatz für das MacBook Air präsentiert hat. Mit dem neuen Rechner richtet man sich an Kunden, die 2008 auch am MacBook Air der ersten Generation interessiert waren.

Mit dem neuen MacBook hat der Käufer auch erstmals wieder die Wahl zwischen mehreren Farben für das Gehäuse. Genau wie beim iPhone und iPad stehen Silber, Gold und Space-Grau zur Wahl. Zudem muss zwischen zwei Standardkonfigurationen entschieden werden, die sich in puncto Prozessor und Größe der SSD unterscheiden. Ein 1,1 GHz schneller Intel Core M, der im Boost auf maximale 2,4 GHz kommt, kostet zusammen mit einer 256 GB fassenden SSD, 8 GB Arbeitsspeicher 1.449 Euro. Wer die doppelte SSD-Kapazität für notwendig hält, bekommt für 1.799 Euro auch noch einen 1,2 GHz schnellen Intel Core M, der auf maximal 2,6 GHz im Boost kommt. Optional erhältlich ist auch noch ein 1,3 GHz schneller Intel Core M, der einen Aufpreis von 150 Euro nach sich zieht. Ganz billig wird der flache und leichte MacBook-Spaß also nicht.


Auf der folgenden Seite wollen wir und das Gehäuse des MacBook sowie den einzigen und damit dominierenden Anschluss in Form des USB Typ-C einmal etwas genauer anschauen.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display

Mit dem neuen MacBook geht Apple neue Wege bei der Größe des Displays und kann aufgrund von Änderungen beim Design sowie der Integration der Hardware mehr Platz bei gleicher oder geringerer Größe des Gehäuses schaffen. So kommt das neue MacBook auf Abmessungen von 280,5 x 196,5 x 3,5 - 13,1 mm (B x T x H). Damit ist es kleiner als ein MacBook Air mit 11-Zoll-Display (300 x 192 x 3 - 17 mm) und natürlich auch als jedes bisherige MacBook-Modell. Das 13" MacBook Pro kommt auf 314 x 219 x 18 mm. Wer also Wert auf geringe Abmessungen legt, ist beim neuen MacBook sicher an der richtigen Stelle. An dieser Stelle hinweisen möchten wir auch darauf, dass ein Acer S7, das häufig als Vergleich auf Seiten von Windows angeführt wird, auf 323,0 x 223,0 x 12,9 mm kommt und 300 g schwerer ist. Bei etwas anderer Ausstattung kostet es 1.499 Euro - wirklich vergleichen lassen sich die beiden Notebooks in dieser Hinsicht aber nicht.

Auch beim Gewicht setzt Apple mit dem neuen MacBook für die eigenen Produkte neue Maßstäbe. Weniger als ein Kilogramm, genauer 920 g, kommt das neue System, während ein kleines MacBook Air 1,08 kg wiegt und ein 13" MacBook Pro auf 1,58 kg kommt. Zum Vergleich: Das iPad mini 3 erreicht 341 g und das iPad Air 2 wiegt mit 444 g ebenfalls weniger als die Hälfte. 

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit aufgeklappten Display

Im Gehäuse, das kleiner als das des 11" MacBook Air ist, bringt Apple ein Display mit 12 Zoll (30,5 cm Diagonale) unter, dass mit 2.304 x 1.440 Pixel auflöst. Das Seitenverhältnis beträgt 16:10 und die Pixel-Dichte erreicht 226 ppi. Apple verwendet ein IPS-Panel, auf dessen Messergebnisse wir später noch genauer eingehen werden. Die in OS X wählbaren skalierten Auflösungen betragen 1.440 x 900, 1.280 x 800 oder 1.024 x 640 Pixel.

Schematischer Vergleich der Logicboards
Schematischer Vergleich der Logicboards

Was viele Nutzer nicht interessieren wird, ist in technischer Hinsicht aber weitaus wichtiger, als es den Anschein hat. So hat es Apple geschafft, das Logicboard des neuen MacBooks im Vergleich zum 11" MacBook Air um 67 Prozent zu verkleinern. Hier hat man offenbar auch aus der Entwicklung des iPhone und iPad gelernt und überführt die Erkenntnisse mehr und mehr in die Fertigung und das Design der Desktop-Hardware. Allerdings hat dies auch zur Folge, dass inzwischen nicht einmal mehr die SSD getauscht werden kann. Alle Komponenten werden auf dem Logicboard verlötet - Prozessor, Arbeitsspeicher, SSD und alle weiteren Chips und Bauteile.

Konstruktion der terrassierten Akkus
Konstruktion der terrassierten Akkus

Den freigewordenen Platz will Apple sinnvoll genutzt habe. Akkus können nicht beliebig geformt werden und sind immer ein Kompromiss aus "wie lassen sie sich fertigen und wie belegen sie den zur Verfügung stehenden Platz am besten". Eine Geschichte zu Steve Jobs besagt, dass dieser mit der Größe des ersten iPods unzufrieden gewesen sei, als die Ingenieure ihn das erste Mal präsentierten. Steve Jobs wurde aber versichert, dass es aktuell nicht kleiner ginge. Dieser soll sich den Prototypen genommen und in ein Aquarium geworfen haben. Als Luftblasen aufstiegen, soll er gesagt haben, dass, wenn Luftblasen aufsteigen, hier auch noch freier Platz vorhanden sein muss.

Beim neuen MacBook will Apple das zur Verfügung stehende Volumen besser genutzt haben. Terrassierte Akkuzellen passen sich dem gewölbten und gebogenen Gehäuse besser an und erlauben eine im Vergleich um 35 Prozent höhere Kapazität. Apple gibt eine Batterielaufzeit von 9 Stunden an. Die dazugehörige Messungen werden wir später noch ausführlich besprechen.

Die kompakten Abmessungen erreicht Apple aber auch durch die Konstruktion der neuen Tastatur und sowie des Displays. Auf einige der Details gehen wir ebenfalls noch genauer ein.


Der Fokus bei den Anschlüssen am neuen MacBook liegt sicherlich beim USB-Anschluss. Der Typ-C hat zunächst einmal nichts mit der USB-Generation, also ob nun USB 2.0 oder 3.0 zu tun. Der neue Typ-C-Anschluss zeichnet sich in erster Linie durch seine kompakten Maße sowie die Tatsache aus, dass es nun egal ist, in welcher Orientierung er eingesteckt wird.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display mit Blick auf den USB Typ-C-Anschluss

Die Öffnung für den Typ-C-Anschluss beträgt laut Datenblatt nur 8,4 x 2,6 mm. Für die Gerätehersteller aber ebenso wichtig ist, dass die dazugehörige Buchse sehr kompakt gestaltet ist. So können die beidseitig verwendeten Kontakte auch von beiden Seiten der Buchse abgegriffen werden. Noch flacheren Smartphones und Tablets steht also nichts mehr im Wege  - wenngleich hier der übliche 3,5-mm-Klinke inzwischen ebenfalls zum Stolperstein für ein möglichst dünnes Design geworden ist. Bei der Entwicklung ebenfalls eine Rolle gespielt hat auch der mechanische Halt in der Buchse. Der mechanische Widerstand soll ausreichend sein, um den Stecker sicher in der Buchse zu halten. Auch nach 10.000 Ansteckvorgängen soll der neue Typ-C-Anschluss noch funktionieren und einen ausreichenden Halt bieten.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display mit angeschlossenem USB Typ-C-Stecker

Der Typ-C-Anschluss unterstützt eine Datenübertragungsrate von bis zu 10 GBit pro Sekunde, je nachdem welche USB-Generation dem Zugrunde legt. Apple spezifiziert den Anschluss als USB 3.1 der 1. Generation mit bis zu 5 GBit pro Sekunde. Zusätzlich zur schnelleren Datenübertragung wird die durch USB-PD spezifizierte höhere Leistungsübertragung unterstützt. Theoretisch ist der Typ-C-Anschluss also in der Lage, bis zu 100 Watt über die Leitungen zu übertragen. Dies wird im Falle des neuen MacBook auch genutzt.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - das Netzteil

Der USB-Anschluss soll den für den Betrieb notwenigen Strom liefern, aber eben auch Geräte per USB anbinden und die eventuell benötigten Display-Ausgänge bieten. Apple liefert das entsprechende Netzteil natürlich direkt mit. Das beiliegende USB-Kabel kommt auf eine Länge von 2 m und reicht damit in den meisten Fällen aus.

Der Verzicht auf einen MagSafe-Anschluss kam sicherlich überraschend. Die über einen Magneten gehaltene Verbindung wurde immer mit der Tatsache begründet, dass, sollte man selbst oder jemand anderes mal über das Kabel stolpern, das Notebook nicht mehr vom Tisch gezogen und runterfallen kann. Außerdem spielte sicherlich die einfache Art und Weise der Verbindung eine Rolle, die ein fast blindes Anstecken ermöglichte.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - USB Typ-C-Stecker

Damit ist nun Schluss, denn Apple verwendet den einzigen USB-Anschluss auch um den Akku zu laden. Der relativ hohe mechanische Wiederstand des Steckers in der Buchse sorgt für ein sicheres Gefühl beim Anstecken, nicht aber, wenn es darum geht die Sicherheit zu haben, das Notebook vom Tisch zu ziehen, wenn am Kabel gezogen wird. Dabei spielt auch das geringe Gewicht des MacBooks eine Rolle. Beim An- und Abstecken muss das MacBook immer festgehalten werden, damit es nicht über den Tisch geschoben oder gezogen wird.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - das Netzteil liefert bis zu 29 Watt

Das mitgelieferte Netzteil liefert eine Ausgangsleistung von 29 Watt. Theoretisch lassen sich auch andere Typ-C-Kabel für das Laden des MacBooks verwende - zumindest, wenn diese auch für die Übertragung von elektrischer Leistung in dieser Form vorgesehen sind.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - USB-C-Adapter

Hardware mit USB Typ-C-Anschluss ist derzeit noch Mangelware. SanDisk hat einen USB-Stecker angekündigt, der sowohl den klassischen wie auch den Typ-C-Anschluss bietet. Darüber hinaus haben einige Hersteller ebenfalls bereits entsprechende Hardware angekündigt, diese ist aber noch nicht verfügbar. Wer derzeit ein USB-Gerät, bzw. einen USB-Stick am neuen MacBook anschließen muss, der sollte sich gleich den dazu passenden Adapter kaufen. Dieser kostet bei Apple 19 Euro und ist aktuell geradezu ein Pflichtzubehör.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - USB-Hardware setzt nun immer einen Adapter voraus

Mit der Beschränkung auf einen USB-Anschluss muss man sich als Nutzer auch immer festlegen, was man aktuell tun möchte. Soll der Akku geladen werden, dann kann keine USB-Hardware angeschlossen werden. Eine kurze Pause für das Aufladen das Akkus ist sicherlich nicht sonderlich tragisch, häufige Wechsel am Anschluss sind aber sicherlich nicht zufriedenstellend. 89 Euro kostet bei Apple der USB-C-VGA-Adapter, der aus dem einen Typ-C-Anschluss einen weiteren sowie VGA und USB Typ-A macht. Wer häufiger plant, sein MacBook stationär am Ladegerät zu verwenden und dazu auch noch USB-Hardware anschließen möchte, wird auch um diese Investition wohl kaum herum kommen.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - da kein USB-C-Ethernet-Adapter vorhanden ist, muss ein weiterer Adapter herhalten

Aktuell nicht mehr angeboten wird ein Adapter, um das MacBook an ein drahtgebundenes Netzwerk anzuschließen. Anders als bei Thunderbolt verzichtet Apple auf einen USB-C-Ethernet-Adapter. Zwar bietet das MacBook ein WLAN nach 802.11 ac, doch wer auf eine Kabelverbindung setzen möchte, muss einen USB-Ethernet-Adapter auf dem USB-C-USB-Adapter einsetzen, was nicht nur umständlich in der Handhabung ist, sondern auch noch zusätzlichen Platz im Reisegepäck belegt.


Nach einem Exkurs in die Welt der USB-Anschlüsse schauen wir uns das MacBook nun an anderen Stellen etwas genauer an.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - 3,5 mm Klinke und eingebaute Mikrofone

Neben dem USB-Typ-C-Anschluss bietet das neue MacBook auf der anderen Seite auch noch einen 3,5-mm-Klinke-Port, an dem ein Kopfhörer mit Mikrofon angeschlossen werden kann. Links daneben sind die beiden fest verbauten Mikrofone zu sehen. Der Kontrast aus 3,5 mm Klinke als etablierter und sehr alter Anschluss und USB Typ-C als Vertreter der "neuen Welt" auf der anderen Seite ist schon erstaunlich.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - ein Blick auf das Display-Scharnier

Noch ein paar Worte zum Gehäuse: Apple bleibt seinem Unibody-Design aus Aluminium treu. Bei der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Alles ist an seinem richtigen Platz, nichts wackelt oder knirscht. Auf der Innenseite des Display-Deckel finden wir den "MacBook"-Schriftzug sowie einige Öffnungen, die dem darunterliegenden Logicboard die Möglichkeit lassen, etwas Abwärme aufsteigen zu lassen.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - die Rückseite mit unbeleuchtetem Logo

Beim MacBook Air und MacBook Pro versieht Apple die Rückseite des Display-Scharniers mit einer schwarzen Plastikabdeckung. Auf diese wird beim neuen MacBook verzichtet und so ist im geschlossenen Zustand nur noch das Aluminiumgehäuse zu erblicken.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - die neue Tastatur mit Butterfly-Technologie

Beim neuen MacBook verbaut Apple erstmals eine neue Tastatur-Technologie für die einzelnen Tasten. Tastenanschlag und Design der Tastatur sind bei Apple über Jahre gleich geblieben - egal ob am Desktop oder in den MacBooks-Systemen. Mit dem MacBook verwendet Apple einen neuen Butterfly-Mechanismus. Die Tasten bei herkömmlichen Notebook-Tastaturen haben häufig eine Scherenmechanik, die eine gewissen Bauhöhe voraussetzt. Der Butterfly-Mechanismus ist unterhalb der Taste breiter und auch flacher, was neben einem flacheren Design auch einen stabileren Tastenanschlag bewerkstelligen soll.

Der neue Butterfly-Mechanismus bewirkt eine neue Eingewöhnungsphase für eine Tastatur aus dem Hause Apple. Wer die bisherigen Tastaturen gewöhnt ist, wird einige Zeit brauchen, um sich an den Anschlag, den geringeren Hub und das grundsätzliche Verhalten der Tasten zu gewöhnen. Aus eigener Erfahrung nach zwei Wochen mit dem neuen MacBook können wir sagen, dass es einige Tage benötigt, bis die Finger wie gewohnt über die Tastatur huschen.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - Tastatur im neuen Design

Die neu entwickelten Tasten des Macbook haben eine größere Oberfläche, sind dünner und haben eine tiefere Wölbung. Auch Form und Platzierung einiger Tasten haben sich geändert. Während die Buchstaben, Zahlen und einige Sonderzeichen quadratische Tasten besitzen, die 17 Prozent größer als zuvor sind, werden "Sondertasten" wie die ESC-Taste sowie der Ein/Ausschalter etwas kleiner und damit schwieriger zu treffen.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - Tastatur im neuen Design

Am auffälligsten sind diese Änderungen sicherlich bei den Pfeiltasten. Während die Links- und Rechtspfeile noch normalgroß sind, müssen die Tasten für hoch und runter mit der halben Höhe auskommen. Neben dem grundsätzlichen "Gefühl" für die neue Tastatur stellt sich gerade für einige dieser "Sondertasten" ebenfalls eine gewisse Gewöhnungsphase ein, die erst noch überwunden werden muss.

Apple hat sich aber nicht nur wegen der größeren Tasten und dem neuen Design für die Überarbeitung der Tastatur entschieden, sondern vor allem aufgrund der Höhe der Mechanik, die letztendlich einige geringere Dicke des gesamten MacBooks möglich macht.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - auch die Tastaturbeleuchtung wurde verbessert

Bisher wurden die Tastaturen von Apple von einer Reihe von LED und mit Hilfe einer Lichtführung beleuchtet, die sich mehr oder weniger gleichmäßig verteilt unterhalb der Tastatur befunden haben. Damit konnte allerdings keine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet werden und je nach Winkel mit dem auf die Tastatur geschaut wurde, wurden auch die einzelnen LEDs sichtbar bzw. manche Buchstaben waren besser und andere weniger gut beleuchtet.

Bei der neuen Tastatur besitzt jede einzelne Taste eine eigene LED. Die Beschriftung auf der Taste selbst soll damit besser lesbar sein, aber auch die sekundäre Beleuchtung um die Tasten herum soll besser sein, so dass die Tasten besser auffindbar sind. In der Praxis sind die Unterschiede bei der Beleuchtung eine gern genommene Verbesserung, aber sicherlich nicht kaufentscheidend.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - das neue Force Touch Trackpad

Bereits beim überarbeiteten 13" MacBook Pro konnten wir uns das neue Force Touch-Trackpad genauer anschauen. Apple hat den mechanischen Klick komplett entfernt und durch einen mit einem Linearmotor simulierten Klick ersetzt. Wer sich also etwas genauer mit den Hard- und Software-Funktionen des Force Touch-Trackpads beschäftigen möchte, dem legen wir den Artikel zum 13" MacBook Pro nahe. Die im Vergleich zum früheren Trackpad veränderte Konstruktion hilft Apple auch Platz einzusparen, was dem neuen MacBook sicherlich entgegen kommt, bzw. eines der Hauptziele bei der Entwicklung war.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display - der Displayrahmen ist nun dünner

Das Display, bzw. der Display-Deckel hat ebenfalls einige Verbesserungen erhalten. So ist der Rahmen um das Display nun deutlich dünner und auch nicht mehr mit einer silbernen Abdeckung versehen. Der schwarze Rahmen sorgt für einen deutlich besseren Kontrast. Der Display-Deckel ist nur noch wenige Millimeter dick und besteht im Grunde nur noch aus dem Display selbst. Aus diesem Grunde musste Apple auch auf eine Beleuchtung des Apfels auf der Rückseite verzichtet. Dieser ist nur noch silber glänzend.

Aufgrund des Aufbaus des Panels bzw. der Hintergrundbeleuchtung will Apple das Display auch um 30 Prozent energieeffizienter gemacht haben. Dabei sollen keinerlei Kompromisse bei der Helligkeit eingegangen worden sein. Das schauen wir uns später bei den Messungen noch genauer an.

Der dünne Display-Deckel hat allerdings auch einen Nachteil. Die verbaute FaceTime-Kamera löst nur noch in 480p auf. Apple musste also einen weniger hochauflösenden Sensor einsetzen, als bei den anderen MacBooks oder den iPad. In der Videoqualität fällt das neue MacBook daher deutlich zurück.


Das MacBook Air der 1. Generation setzte Maßstäbe und einen neuen Trend. Dies soll nun auch dem neuen MacBook gelingen und sicherlich werden wir einige der Entwicklungen bald auch in weiteren Produkten von Apple sehen.

Neues MacBook mit Retina-Display
MacBook Air der 1. Generation (links) - neues MacBook (rechts)

In Sachen Abmessungen und Gewicht wollte Apple bereits 2008 neue Wege einschlagen. Die dazu notwenigen Kompromisse musste der Nutzer eingehen wollen - dies ist nun auch beim neuen MacBook der Fall.

Neues MacBook mit Retina-Display
MacBook Air der 1. Generation (links) - neues MacBook (rechts)

Aber natürlich hat nicht nur Apple inzwischen große Fortschritte bei der Fertigung und Integration der Hardware gemacht. Innerhalb einer Produktfamilie lassen sich die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten am besten beobachten.

Neues MacBook mit Retina-Display
MacBook Air der 1. Generation (unten) - neues MacBook (oben)

Damals und heute gilt: Flacher, kleiner, effizienter - doch auch die Abstriche bei der Nutzung waren und sind nicht unerheblich. Das MacBook Air der 1. Generation setzte ebenso Überlegungen zur Nutzung bei der Anschaffung voraus, wie dies das neue MacBook nun auch tut.


Mit dem MacBook Air der 1. Generation setzte Apple auf einen besonders sparsamen Prozessor von Intel, der damals so für andere OEMs gar nicht erhältlich war. Für das neue MacBook verbaut Apple den Intel Core M-5Y70 mit zwei Kernen und einem Grundtakt von 1,1 GHz. Die Core M-Prozessoren platzieren sich zwischen den Atoms und den größere mobilen Core-Prozessoren und sollen eine fast vollwertige Desktop-Performance bei niedrigem Verbrauch bieten. Maximal 4,5 Watt soll der Core M-5Y70 aufnehmen und kann daher auch passiv gekühlt werden. Dies ist beim neuen MacBook auch der Fall und wenn man sich die Zerlege-Galerie bei iFixit einmal genauer anschaut ist von einer aufwendigen Kühlung auch wenig zu sehen.

Das neue MacBook kommt ohne aktive Kühlung aus
Das neue MacBook kommt ohne aktive Kühlung aus (Bild: iFixit)

Die vom Core M-5Y70 angebotene Leistung(saufnahme) hat ihre Vor- und Nachteile. Die geringe Abwärme scheint sich in einen gewissen Rahmen passiv abführen zu lassen. Einige Notebooks mit Core M setzen daher auf eine passive Kühlung, andere wiederum auf eine aktive. Hält die Last länger an, kommt eine passive Kühlung zwangsläufig in höhere Temperaturbereiche, was dazu führt, dass sich der Prozessor heruntertaktet. Mit dem Lenovo Yoga 3 Pro (Hardwareluxx-Artikel), dem HP Envy 13 x2 (Hardwareluxx-Artikel) und dem ASUS ZenBook UX305 (Hardwareluxx-Artikel) hatten wir bereits drei Geräte mit Core M im Test. Nicht alle drei Notebooks setzen auf den gleichen Prozessor, lassen sich in gewisser Hinsicht aber dennoch miteinander vergleichen. Das neue 12" MacBook ist in etwa auf einem Leistungsniveau mit dem ASUS ZenBook UX305, während das Lenovo Yoga 3 und das HP Envy 13 x2 deutlich abfallen. Aktiv gekühlt wird einzig das Lenovo Yoga 3. Ein Zusammenhang zwischen gebotener Leistung und der Kühlung ist also nicht wirklich vorhanden.

Der Intel Core M ist nur mit einem kleinen Heatspreader versehen
Der Intel Core M ist nur mit einem kleinen Heatspreader versehen (Bild: iFixit)

Es kommt vielmehr darauf an, wie die einzelnen Hersteller die Thermal Design Power handhaben und wie die Kühlung ausgeführt ist. Zumindest im Falle des MacBook ist von einer aufwendigen Kühlung aber recht wenig zu sehen. Das Logicboard mit dem verlöteten Prozessor ist mit einem kleinen Heatspreader versehen, der dann wiederum die Abwärme direkt in das Gehäuse abführen kann. Bei maximaler Last reicht diese Kühlung aus die Temperatur und damit den Takt für ein paar Minuten zu halten. Arbeitet die CPU mit voller Last, erreicht die Temperatur schnell 84 °C und der Prozessor beginnt mit dem Heruntertakten.

Unter Volllast kommt das neue MacBook schnell an seine Leistungsgrenzen
Unter Volllast kommt das neue MacBook schnell an seine Leistungsgrenzen

Mit dem 12" MacBook richtet sich Apple aber sicherlich nicht an Foto- und Videospezialisten, die auf eine möglichst hohe CPU-Leistung angewiesen sind. Alltägliche Office-Arbeiten stellen kein Problem dar, auch wenn bereits hier die Limits des Intel Core M spürbar sind. Rudimentäre Bildbearbeitung ist ebenfalls möglich. Öffnet man allerdings eine Handvoll Bilder mit hoher Auflösung und will diese bearbeiten, werden dem Nutzer schnell die Grenzen aufgezeigt. Theoretisch ist auch eine Bearbeitung von Videos via iMovie oder Final Cut möglich, allerdings wird man auch daran keine allzu große Freude haben.

Noch einmal: Apple richtet sich mit dem neuen MacBook an Nutzer, die mit einem solchen Gerät den ganzen Tag unterwegs sein wollen und die möglichst geringe Abmessungen und ein geringes Gewicht zu schätzen wissen. Bei der Leistung müssen dann einige Kompromisse eingegangen werden. Diese sind, anders als in der Vergangenheit, nicht mehr bei Komponenten wie der SSD zu suchen, sondern dieses Mal eher beim Prozessor.

Kommen wir nun aber zu einigen Benchmarks:

Cinebench R10:

Cinebench R10

1CPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R10

xCPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R10

OpenGL

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5:

Cinebench R11

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11

OpenGL

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench:

Geekbench

Prozessor - Integer

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench

Prozessor - Floating-Point

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench

Speicherperformance

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench

Gesamtpunktzahl

Punkte
Mehr ist besser

Akkulaufzeit:

Akkulaufzeit

Web

Stunden und Minuten
Mehr ist besser

Akkulaufzeit

Web + Flash

Stunden und Minuten
Mehr ist besser

Akkulaufzeit

Web + Flash + 720p Decoding

Stunden und Minuten
Mehr ist besser

Gerade bei geringer bis mittlerer Last kann das MacBook seine Stärken des geringen Verbrauchs ausspielen. Wer CPU und GPU nur wenig zumutet, kann damit auch einen kompletten Tag durchhalten. Verlangt man dem System aber etwas Rechenleistung ab, sinkt die Akkuanzeige auch deutlich schneller. Abhängig ist dies alles natürlich auch von der gewählten Displayhelligkeit und einigen weiteren Punkten.


Anders als beim MacBook Air und dem MacBook Pro setzt Apple beim neuen MacBook offenbar auf einen eigenen SSD-Controller. Im Artikel zum MacBook Pro mit Retina-Display aus 2015 konnte die verbaute Samsung SM951 mit neuen Bestwerten glänzen. Die im 12" MacBook verbaute SSD ist aber auch die Abkehr vom alten AHCI-Protokoll, das durch das schnellere NVMe ersetzt wurde. NVMe soll AHCI als Protokoll ablösen und ist explizit für die Verwendung von Flash-Speicher vorgesehen. Sowohl die Übertragungsgeschwindigkeiten als auch die Latenzen profitieren von NVMe. Ein weiterer Vorteil ist der geringere Strombedarf.

Die von Apple verbaute SSD im System-Profiler
Die von Apple verbaute SSD im System-Profiler

Das in seine Einzelteile zerlegte neue MacBook offenbart nun offenbar einen von Apple entwickelten Custom-SSD-Controller. Dieser befindet sich in direkter Nähe zum Toshiba MLC NAND, der beidseitig direkt auf dem PCB untergebracht ist. Dabei handelt es sich womöglich um einen Controller, der auch gleich den dazugehörigen DRAM beherbergt. Ein solches Package-On-Package (PoP) kennen wir auch bereits aus der Kombination aus Massenspeicher und Arbeitsspeicher für Smartphones und Tablets, der sogenannte ePOP für eMMC-Speicher. Der von Apple verwendete Controller verwendet offenbar 512 MB LPDDR3 von Hynix. Derzeit ist kein Hersteller bekannt, der ein solches Design für den SSD-Controller im Zusammenspiel mit MLC NAND anbietet - daher kann davon ausgegangen werden, dass Apple hier sein eigenes Design entwickelt hat.

Kommen wir nun aber zu den Leistungswerten:

SSD-Benchmark: Aja System Test
SSD-Benchmark: Aja System Test

Von den mehr als 1 GB pro Sekunde der Samsung SM951 sind wir beim neuen MacBook weit entfernt. Die Schreibrate ist mit gerade einmal 327 MB pro Sekunde nicht besonders beeindruckend. Das Lesen von Daten geht immerhin mit 724 MB pro Sekunde von statten. Die Vorteile von NVMe kann die SSD an dieser Stelle noch nicht ausspielen und offenbar hat Apple noch einen weiten Weg vor sich, um mit etablierten Herstellern von SSD-Controllern mithalten zu können.

SSD-Benchmark: Quickbench
SSD-Benchmark: Quickbench - 1 KB bis 1.024 KB
SSD-Benchmark: Quickbench
SSD-Benchmark: Quickbench - 1 MB bis 10 MB
SSD-Benchmark: Quickbench
SSD-Benchmark: Quickbench - 10 MB bis 100 MB

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Quickbench für die unterschiedlichen Dateigrößen. Je größer die Dateien werden, desto größer wird auch der Unterschied zwischen der Lese- und Schreibrate. Bei maximal 850 MB pro Sekunde ist für das Lesen von Daten aber Schluss.


Gewöhnlich gibt es an den von Apple verbauten Displays wenig auszusetzen. Apple hält sich an die eigenen Vorgaben für die Helligkeit sowie den Kontrast und kalibriert seine Displays ab Werk.

Display-Messung:
Display-Messung:

Am 12 Zoll Display des MacBook messen wir eine Leuchtdichte von 371 cd/m², was mit den eigenen Vorgaben von 350 cd/m² mehr als entspricht. Gleiches gilt auch für den Kontrast von 1.013:1, für den vermutlich 1.000:1 angepeilt wurden. Mit einem Weißpunkt von 6.650 K zeigt sich die gewohnt gute Kalibrierung bei Apple von der besten Seite.

Display-Messung:
Display-Messung:

In der Messung für die Gleichmäßigkeit liegt die Leuchtdichte etwas unter dem ursprünglich gemessenen Wert. Die maximale Abweichung liegt bei 7 Prozent im oberen rechten und linken Bereich. Insgesamt sind wir mit diesem Wert sehr zufrieden, wenngleich die Leuchtdichte gerne auch hätte etwas gleichmäßiger sein dürfen.

Display-Messung:
Display-Messung:

Im 3D-Schaubild zeigen sich die Abweichungen am besten und beschreiben auch die Tendenzen in den unterschiedlichen Bereichen des Displays.

Display-Messung:
Display-Messung:

Auch für den Weißpunkt haben wir die Gleichmäßigkeit gemessen und kommen auf relativ stabile Werte, die um maximal 212 K abweichen. Es ist eine klare Tendenz zum linken oberen Bereich zu erkennen.

Display-Messung:
Display-Messung

Im 3D-Schaubild sind die größeren Abweichungen im linken oberen Bereich am besten zu erkennen.

Display-Messung:
Display-Messung:

Sehr zufrieden sind wir mit der Farbabweichung. Einzig das dunkle Türkis ist mit einem Delta von 9,72 relativ groß und aufgrund der ansonst niedrigen Abweichungen eigentlich kaum zu erklären.


Mit dem neuen MacBook gibt Apple eine Ausblick auf das, was uns in Zukunft erwarten wird. Wie auch schon beim MacBook Air der 1. Generation erwarten wir, dass weite Teile der hier gewonnenen Erkenntnisse in die übrige Produktpalette wandern werden. Dazu gehört die SSD mit eigenem Controller ebenso wie die neue Tastatur, das Trackpad (das es ja schon in das 13" MacBook Pro geschafft hat) und die Art und Weise, wie der Akku verbaut ist.

Apple hat auch aus Fehlern des MacBook Air der 1. Generation gelernt, bzw. profitiert von weitreichenden Weiterentwicklungen. Dazu gehört die Tatsache, dass SSDs inzwischen fast überall verbaut werden (sollten). Auch die Kühlung des Prozessors ist bei geringen Gehäuseabmessungen inzwischen deutlich einfacher möglich. Allerdings muss diese Aussage mit einigen Einschränkungen versehen werden. Der Prozessor eignet sich zwar für viele Bereiche des Alltags und für einfache Office-Aufgaben, darüber hinaus geht ihm aber schnell die Puste aus. Langanhaltende Last ist auch nicht der Freund der passiven Kühlung.

Auf die inneren Eigenschaften beschränkt ließe sich vielleicht noch die SSD erwähnen, bei der Apple erstmals gefühlt einen kleinen Schritt zurück macht. Ob dies nun daran liegt, dass der eigenen SSD-Controller nicht in der Lage ist mehr zu leisten oder einfach bewusst und zu Gunsten der Leistungsaufnahme etwas zurückgeschraubt wurde, wissen wir nicht. Diese Einschätzung beschränkt sich allerdings auch ausschließlich auf die Messwerte, im Alltag spielt der Unterschied zwischen 850 und 1.200 MB pro Sekunde wohl kaum eine Rolle.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display

Sehr gut gefallen hat uns das Gehäuse des 12" MacBook. Man hat fast das Gefühl nur noch ein iPad in Händen zu halten, obwohl wir von fast dem doppelten Gewicht sprechen. Selbst der Vergleich zum 11" MacBook Air ist deutlich spürbar, auch wenn wir hier nur von knapp 200 g sprechen. Messbares und gefühltes Gewicht spielen hier offenbar eine große Rolle und dabei kommen auch die Abmessungen ins Spiel. Diese setzen keine neue Bestwerte, sind in Anbetracht der verbauten Hardware und gebotenen Funktionen aber erstaunlich. Auch hier erwarten wir in den kommenden MacBook-Generationen eine Überführung der Erkenntnisse in die MacBook-Pro-Serie - das MacBook Air wird sicherlich früher oder später in der aktuellen Form verschwinden.

Hervorzuheben sind auch die neue Tastatur und das Trackpad. Während wir das Force Touch-Trackpad bereits beim überarbeiteten 13" MacBook Pro mit Retina-Display ausprobieren konnte, ist die neue Tastatur aktuell ein Alleinstellungsmerkmal und wird sicherlich einige Kontroversen bei den etablierten Mac-Nutzern aufwerfen. Das Trackpad hat Apple schlichtweg nur besser gemacht und wer bereits ein Trackpad gewohnt ist, wird sich nicht großartig umstellen müssen. Anders sieht das jedoch bei der Tastatur aus. Mit den größeren und durch den Butterfly-Mechanismus stabilisierten Tasten will es Apple den Schreibern einfacher machen. Der geringere Hub und damit veränderte Anschlag sorgen aber dafür, dass es einige Zeit dauert, bis man sich daran gewöhnt hat. Nach einigen Tagen huschen die Finger aber wieder in gewohnter Art und Weise über die Tastatur. Die neue Hintergrundbeleuchtung spielt dabei eine untergeordnete Rolle und darf als gerne genommene Verbesserung betrachtet werden.

Gerne wird das 12" MacBook auf einen Punkt reduziert: Den einzigen USB-Port als Typ-C. Dieser dient nicht nur als letzter verbliebener Anschluss für Peripherie, sondern auch als Port, um den Akku aufzuladen. Apple möchte einen neuen Nutzer etablieren, der vollständig auf zusätzliche Hardware verzichten kann, bzw. wenn dann auf Bluetooth setzt. Selbst das Anschließen eines einfachen USB-Sticks setzt nun einen Adapter voraus. Alle Netzwerkverbindungen müssen über das verbaute WLAN nach 802.11 ac erfolgen. In der Theorie werden damit ausreichend hohe Datenraten erreicht, aber je nach Nutzerverhalten ist man sicherlich hin und wieder darauf angewiesen eine kabelgebundene Netzwerkverbindung zu nutzen. Einzige Möglichkeit in diesem Falle ist das Verwenden von gleich zwei Adaptern, an deren Ende dann das Ethernet-Kabel eingesteckt wird.

Neues MacBook mit Retina-Display
Neues MacBook mit Retina-Display

Apple verbaut einen USB-Controller nach USB 3.1 mit bis zu 5 GBit/s. An der Leistung des Anschlusses gibt es auch wenig auszusetzen. Wir konnten zu keiner Zeit eine Limitierung feststellen, egal ob mit Gigabit-Ethernet-Adapter oder einem schnellen USB-3.0-Laufwerk  - natürlich ebenfalls am dazugehörigen Adapter. Bis USB-Hardware mit Typ-C-Anschluss verbreitet sein wird, dürfte es vermutlich noch einige Zeit dauern. Bis dahin wird man also auf die Adapter angewiesen sein - selbst dann, wenn nur einmal kurz ein iPhone angeschlossen werden soll, um den Akku zu laden.

Die mechanischen Vorteile des USB Typ-C liegen dabei auf der Hand. Er kann beliebig in den Port gesteckt werden und ist damit deutlich leichter in der Handhabung. Auch in mechanischer Hinsicht, in Hinblick auf das Verhalten beim Ein- und Ausstecken, bietet Typ-C einige Vorteile. Wer den MagSafe-Anschluss gewohnt ist, wird sich allerdings etwas umstellen müssen. Die magnetischen Stecker waren in der Handhabung nahezu ideal und mussten nur in die Nähe des Anschlusses geführt werden. Weiterer Vorteil war eine gewisse Sicherheit, dass das MacBook nicht vom Tisch gezogen wurde, sollte einmal jemand über das Kabel stolpern. Der USB Typ-C sitzt sehr fest im Anschluss und zieht das MacBook gleich mit vom Tisch, wenn daran gezogen wird.

Was bekommt der Käufer also zu einem Preis von 1.449 Euro? Er bekommt ein kleines, flaches und vollwertiges MacBook mit Retina-Display, welches sich daher gerade für den mobile Einsatz eignet. Arbeitsintensive Aufgaben sollte man dem MacBook allerdings nicht zumuten, dafür ist der Intel Core M einfach zu schwachbrüstig. Der Flaschenhals ist also eher beim Prozessor zu suchen, als in den anderen Bereichen. Darüber kann aber je nach Anwendungsprofil hinweggesehen werden.

Sehr gut in den Alltag pflegt sich die neue Tastatur ein, die nach kurzer Eingewöhnungsphase das üblich hohe Niveau aufweist. Das Trackpad ist mit dem Force Touch sinnvoll erweitert worden. Die Akkulaufzeit ist mit etwa 8 Stunden bei moderater Last für einen kompletten Tag ausreichend. Für ein paar Euro weniger wären einige potenzielle Kunden sicherlich eher bereit ein paar Kompromisse einzugehen. So muss jeder selbst entscheiden und abschätzen, wie oft er einen Adapter benötigt oder sich zwischen USB-Hardware und Ladekabel entscheiden muss. Für viele Nutzer und auch Apple selbst kommen das 12" MacBook, bzw. die Ansprüche daran, sicherlich noch eine Prozessor-Generation zu früh.

Man muss sich aber die Frage stellen, ob ein MacBook Air oder MacBook Pro nicht das bessere Gerät ist. Dies ist natürlich maßgeblich abhängig vom geplanten Einsatzgebiet. Beim MacBook Air muss auf das Retina-Display verzichtet werden, das MacBook Pro hingegen ist vielen einfach zu groß und zu schwer. Wir sind gespannt, ob und wann die Vorzüge der einzelnen MacBook-Varianten in einem Gerät zusammengeführt werden.

Positive Aspekte des 12" MacBook:

Negative Aspekte des 12" MacBook:


Technische Daten:

12" MacBook (Early 2015)
Hardware 
Prozessor: Intel Core M-5Y70
Prozessor - Kerne: 2
Prozessor - Grundtakt: 1,1 GHz
Prozessor - Turbotakt: 2,6 GHz
Prozessor - Fertigung 14 nm
Prozessor - Cache 4 MB
Arbeitsspeicher 8 GB - DDR3
Grafikkarte

Intel HD Graphics 5300

Grafikspeicher 1.536 MB Shared
Festplatte

1x 256 GB SSD

Optisches Laufwerk -
Monitor 
 
Display - Technik: IPS
Display - Diagonale: 12 Zoll
Display - Auflösung: 2.304 x 1.440 Pixel
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Display - Touch: nein
Eingabegeräte 
 
Tastatur - Tastengröße: 17 x 17 mm
Tastatur - Tastenabstand: 2 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 79
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Abmessungen: 112 x 70 mm
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Anschlüsse 
 
HDMI: -
DVI: -
DisplayPort -
Thunderbolt: -
VGA: -
USB 2.0: -
USB 3.0 1 (Typ-C)
Firewire -
eSATA: -
Audio: 1 (3,5 mm Klinke)
SDHX-Kartenleser -
Gehäuse 
 
Akku: 39,7 Wh
Material:

Aluminium

Abmessungen: 280,5 x 196,5 x 13,1 mm
Gewicht 0,92 kg
Preis und Garantie 
 
Preis: ca. 1.449 Euro
Garantie: 12 Monate