Test: Intel Core i7-4700MQ - Haswell im Notebook

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haswell mob teaser kleinEndlich ist es so weit. Nachdem der Codename Haswell bereits seit einiger Zeit durch die Untiefen des World Wide Web geistert, dürfen wir heute die vierte Core-Generation im Detail vorstellen. Neben Einblicken in die Architektur und die mobilen Besonderheiten hatten wir bereits die Möglichkeit, verschiedene Vorseriengeräte auf den Prüfstand zu stellen, sodass wir einen detaillierten Performance-Einblick liefern können. 

Wie es nun seit einigen Jahren üblich ist, stellt Intel zeitgleich sein neues Desktop- als auch sein neues Mobile-Line-up in Dienst. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, unsere Haswell-Launch-Artikel aufzuteilen. In unserem großen Haswell-Desktop-Artikel gibt es neben zahlreichen Benchmarks auch einen detaillierten Blick auf die Architektur der vierten Core-Generation. In diesem Mobile-Artikel gehen wir auf die Unterschiede ein, die es zwischen den großen Desktop-Kloppern und den auf den mobilen Bereich optimierten CPUs mit einer geringeren TDP gibt. Heute soll es zunächst einmal nur um die neuen 4-Kern-Prozessoren von Intel gehen, über die 2-Kerner und damit auch die sehr interessanten neuen Ultrabook-Prozessoren dürfen wir noch nicht Auskunft geben. Lange dauert es aber nicht mehr, bis es auch hier zahlreiche Neuigkeiten gibt. Das soll nun im Umkehrschluss aber nicht bedeuten, dass es zu den neuen 4-Kernern nichts zu erzählen gibt, denn auch hier hat sich einiges getan. Es gibt nun beispielsweise die H-Prozessoren – was es damit auf sich hat, klären wir auf den kommenden Seiten.

Intel Core i7-4700QM

Intel hat in den letzten 24 Monaten große Anstrengungen darauf verwendet, den ultramobilen Sektor, sprich die Ultrabooks, weiter nach vorn zu bringen. Nicht vergessen werden sollte dabei aber, dass es auch im Performance-Segment, also bei den 4-Kernern, um die es heute gehen soll, einen klaren Trend gibt. Gab es lange Zeit eine große Leistungslücke zwischen den stationären und den mobilen Geräten, schmilzt diese über die letzten Generationen immer weiter zusammen. Das hat allerdings nicht nur mit der schieren Leistungsfähigkeit der Prozessoren zu tun, sondern auch mit den immer stärker werdenden GPUs, wie die vor zwei Tagen vorgestellte neue NVIDIA GeForce GTX 770M eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Im Gegenzug hat Intel aktuell aber auch damit zu kämpfen, dass die Leistungsdichte selbst bei älteren Generationen so hoch ist, dass der Upgrade-Wunsch immer seltener vorhanden ist – ob Haswell bzw. die vierte Core-Generation das ändert, werden wir auf den kommenden Seiten versuchen zu klären.


Intel „tockt“ mit neuer Architektur:

Intels nächster Tock im Tick-Tock-Modell behält die Fertigungsbreite von 22 nm bei und setzt, wie es auch nicht anders zu erwarten war, auf die mit der letzten Generation eingeführten 3D-Transistoren. Ein Quadcore-Prozessor besitzt beeindruckende 1,4 Milliarden Transistoren, die auf einer 177 mm² großen DIE-Fläche untergebracht werden. Im Grunde genommen weicht die eigentliche Architektur der mobilen Haswell-Prozessoren nicht von ihren großen Desktop-Geschwistern ab, sodass wir an dieser Stelle noch einmal auf den Desktop-Launch-Artikel hinweisen wollen.

Intel Core i7-4700QM

Gerade für den mobilen Bereich gibt es aber durchaus interessante Entwicklungen, die von der rein architektonischen Sichtweise abweichen. Während es weiterhin den klassischen 2-Chip-Aufbau mit einer CPU und einem Chipsatz gibt, der bei Modellen mit einer Thermal Design Power (TDP) von 37 Watt, 47 Watt oder 57 Watt zum Einsatz kommt, gibt es für Geräte mit einer niedrigeren TDP auch eine neue BGA-1-Chip-Lösung, bei der die CPU und der Chipsatz auf einem gemeinsamen Package untergebracht werden. Darüber hinaus unterstützt die BGA-Lösung nicht nur DDR3L-RAM, wie er auch bei der 2-Chip-Lösung eingesetzt wird, sondern auch den besonders Strom sparenden LPDDR3. Hier darf man aber gespannt sein, inwieweit die Hersteller diese neu gewonnenen Möglichkeiten in der Praxis auch wirklich nutzen werden. Diese Entwicklung erweist sich aus einem mobilen Blickwinkel als äußerst interessant und lässt vermuten, dass ein interessantes zweites Halbjahr auf uns zukommt, schließlich spricht Intel vom größten Fortschritt im Bereich der Akkulaufzeit in der Geschichte des Herstellers. Schenkt man einer von Intel zur Verfügung gestellten Vergleichsgrafik Glauben, so profitieren mobile Core-Prozessoren der vierten Generation nicht nur von der BGA-Lösung, sondern die neue Plattform kann im Gesamten als wesentlich effizienter eingestuft werden. So zeigt Intel zwar, dass die größten Effizienz-Fortschritte im Bereich der CPU zu finden sind, auch im Bereich des neuen Chipsatzes konnten deutliche Fortschritte unternommen werden.

Iris Pro als neue Top-Grafik:

Aber nicht nur im Bereich der Prozessor-Leistung möchte Intel erhebliche Fortschritte gemacht haben, wie bereits bei den letzten Neuvorstellungen wurde auch die Grafik erheblich aufgebohrt. Auf diesem Wege versucht Intel seit der Einführung der ersten Core-Generation verstärkt kleinen dedizierten GPUs das Wasser abzugraben. Dabei erweisen sich die IGP-Lösungen als besonders interessant für kleine Geräte mit beschränktem Platz, entsprechend ist dieses Bestreben gerade im Ultrabook-Segment von Erfolg gekrönt. Bei größeren Geräten haben aber noch immer klar die dedizierten GPUs die Nase vorn.

Bereits vor einigen Wochen ließ Intel erste Details zur neuen Grafikkarten-Generationen bekannt werden. Die neuen Top-Modelle laufen nicht mehr unter dem HD-Label, sondern nennen sich nun Iris Pro 5200 bzw. Intel Iris 5100. Den HD-Modellen bleibt Intel aber dennoch treu, denn es gibt HD 5000, HD 4600, HD 4400, HD 4200 und die ganz einfache HD-Graphics als Einsteigermodell. Intel differenziert die neuen Modelle dabei nach dem Stromverbrauch. Während die GT3e und die GT3 eine TDP von 28 Watt besitzen, kommen alle weiteren Modelle mit 15 Watt aus.

Die Iris Pro 5200 bezieht den Großteil ihres Performance-Zuwachses aus einem auf dem Package untergebrachten EDRAM-Speicher, der im Grunde genommen als Cache arbeitet und die gesamte Performance des Prozessors, also auch die der IGP-Lösung, weiter beschleunigt. Software-seitig bietet Intel bei seinen neuen Grafik-Lösungen DX11.1- und OpenGL 4.0. Leistungstechnisch möchte Intel auf diesem Wege in Ultrabooks eine bis um den Faktor 2 gesteigerte Leistung bieten können. Da uns bis dato noch kein Haswell-Ultrabook zur Verfügung stand und unsere Test-CPU darüber hinaus keinen Iris-Grafikkern vorweisen konnten, können wir diese Aussagen bislang nicht auf den Prüfstand stellen.

Intel Iris Präsentation

Intels neueste Grafikgeneration wird darüber hinaus als Neuheit drei Displays gleichzeitig in einem Collage-Modus ansprechen können. Ebenso wird es 4Kx2K-Support geben und auch Display-Port 2 ist mit von der Partie. Zudem ist nun auch Intels Wireless-Display in der Version 4.1 vorhanden, das übrigens für Haswell-Ultrabooks ein verpflichtendes Feature wird. Gegenüber bisherigen Versionen soll der Stromverbrauch optimiert worden sein. Passend zur ebenfalls neuen Ultrabook-Vorgabe, dass Touchscreens integriert sein müssen, wurde das Interface auf eine Touchbedienung angepasst. Zudem sollen künftig mehr WiDi-USB-Devices unterstützt werden, sodass eine nachträgliche Integration einfacher wird.


Mit der Einführung von Haswell ändert Intel das Benennungsschema für seine Mobil-Prozessoren – teilweise zumindest, die kryptischen Zahlenkürzel werden uns auch in Zukunft begleiten. Gemeint sind vielmehr die allseits bekannten Buchstaben. Zusätzlich zu den bislang genutzten X- und M-Kürzeln gibt es künftig auch noch H-Prozessoren. Während das M-Label für „normale“ Dual- und Quad-Core-Modelle genutzt wird, die allesamt auf HD-Grafikösungen zurückgreifen, sind H-Prozessoren grafik-technisch die neuen High-Ender, denn nur dort setzt Intel auf seine Iris-Grafikeinheiten.

Intel Core i7-4700QM

Wie bereits erwähnt, dürfen wir heute noch nicht hinsichtlich der neuen Dual-Core-Prozessoren und damit allen für Ultrabooks relevanten CPUs berichten, sondern gehen auf die neuen 4-Kerner ein.

Nicht allzu viel hat sich bei Haswell im Bereich der Taktraten getan – im Grunde genommen laufen die Ableger der vierten Core-Generation analog zu ihren Ivy-Bridge-Vorgängern. Das neue Top-Modell Intel Core i7-4930MX arbeitet mit 3,0 GHz im Basistakt und leistet maximal 3,9 GHz, wenn nur ein Kern belastet wird. Weniger hat sich beim L3-Cache getan, der noch immer 8 MB bietet. Eine interessante Entwicklung ist hingegen bei der TDP zu beobachten, denn die fällt zum ersten Mal seit längerer Zeit aus dem gewohnten Schema der Amerikaner heraus. Noch überraschender ist es aber beinahe, dass Intel die TDP nach oben und nicht nach unten verschiebt, denn nun werden für die Top-Klasse 57 Watt aufgerufen. Ob sich die Differenz von zwei Watt in der Praxis jedoch wirklich bemerkbar macht, ist zu bezweifeln.

Das gleiche Spielchen setzt sich auch bei den weiteren M-Prozessoren fort, die über eine TDP von 47 Watt verfügen. Der i7-4900MQ arbeitet mit 2,8-3,8 GHz und besitzt wie die Extreme-Edition ebenfalls einen 8 MB großen L3-Cache. Noch einmal 100 MHz langsamer (sowohl beim Normal- als auch beim Turbotakt) arbeitet der i7-4800MQ, der darüber hinaus auch einen 2 MB kleineren L3-Cache vorweisen kann. Alle M-Prozessoren (auch die Extreme Edition) besitzen dem neuen Namensschema folgend noch keine Iris-Grafik. Insofern ändert sich nichts im grundlegenden Prozessor-Gefüge der M-Prozessoren, die Differenzierung sah bereits bei der letzten Generation ähnlich aus.

Die Kennzahlen der bisher bekannten M-Prozessoren im Vergleich haben wir in einer Tabelle zusammengefasst. Die Dual-Core-Modelle müssen wir allerdings noch ausklammern.

Mobil-Modelle Haswell M-Linie
ProzessorCore i7-4930MXCore i7-4900MQCore i7-4800MQCore i7-4702MQCore i7-4700MQ
Preis 1096 US-Dollar 568 US-Dollar 378 US-Dollar keine Angaben keine Angaben
TDP 57 Watt 47 Watt 47 Watt 37 Watt 47 Watt
Kerne /
Threads
4
8
4
8
4
8
4
8
4
8
CPU-Frequenz 3 GHz 2,8 GHz 2,7 GHz 2,2 GHz 2,4 GHz
Turbo 4 Core 3,7 GHz 3,6 GHz 3,5 GHz 2,9 GHz 3,7 GHz
Turbo 2 Core 3,8 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz 3,1 GHz 3,3 GHz
Turbo 1 Core 3,9 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,2 GHz 3,4 GHz
Speicherinterface Dual-Channel DDR3-1600
(Low Voltage Support)
L3-Cache 8 MB 8 MB 6 MB 6 MB 6 MB
Intel HD Graphics HD 4600 HD 4600 HD 4600 HD 4600 HD 4600
Render Frequency 400 MHz 400 MHz 400 MHz 400 MHz 400 MHz
Graphics Turbo bis 1350 MHz bis 1300 MHz bis 1300 MHz bis 1150 MHz bis 1150 MHz
SIPP 2013 2013 2013 - -
SBA - - - ja ja
vPro, VT-d, TXT  ja ja ja nein nein
VT-x ja ja ja ja ja
AES-NI ja ja ja ja ja

Neu sind die H-Prozessoren, die die Iris-Grafik nutzen. Hier sind wir gespannt, wie sich die neue Grafik verkaufen wird.

Mobil-Modelle Haswell H-Linie
ProzessorCore i7-4950HQCore i7-4850HQCore i7-4750HQCore i7-4702HQCore i7-4700HQ
Preis 657 US-Dollar 468 US-Dollar keine Angaben keine Angaben keine Angaben
TDP 47 Watt 47 Watt 47 Watt 37 Watt 47 Watt
Kerne /
Threads
4
8
4
8
4
8
4
8
4
8
CPU-Frequenz 2,4 GHz 2,3 GHz 2 GHz 2,2 GHz 2,4 GHz
Turbo 4 Core 3,4 GHz 3,3 GHz 3 GHz 2,9 GHz 3,2 GHz
Turbo 2 Core 3,4 GHz 3,3 GHz 3,1 GHz 3,1 GHz 3,3 GHz
Turbo 1 Core 3,6 GHz 3,5 GHz 3,2 GHz 3,4 GHz 3,4 GHz
Speicherinterface Dual-Channel DDR3-1600
(Low Voltage Support)
L3-Cache 6 MB 6 MB 6 MB 6 MB 6 MB
Grafik Intel HD Graphics HD 5200 Intel HD Graphics HD 5200 Intel Iris Pro Graphics 5200 Intel HD Graphics HD 4600 Intel HD Graphics HD 4600
Render Frequency 200 MHz 200 MHz 200 MHz 400 MHz 400 MHz
Graphics Turbo bis 1300 MHz bis 1300 MHz bis 1200 MHz bis 1150 MHz bis 1200 MHz
SIPP 2013 2013 - - -
SBA - - ja ja ja
vPro, VT-x  ja ja ja ja ja
TXT, VT-d ja ja nein nein nein
AES-NI ja ja ja ja ja

Eigentlich wollten wir an dieser Stelle gern einen groß angelegten Benchmark-Parcours mit fünf aktuellen Haswell-4-Kernern präsentieren. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das eigentlich vorgesehene Pressesample hatte noch mit Problemen im BIOS zu kämpfen, sodass alle CPUs bei 3,4 GHz im Turbo limitiert wurden – und da bringen Leistungsvergleiche herzlich wenig. Zum Glück hatten wir noch weitere Geräte mit einem Core i7-4700QM und Core i7-4700HM vor Ort, die nun für unsere Tests herhalten mussten. Welche Geräte dies genau waren, dürfen wir noch nicht verraten, denn die offizielle Vorstellung erfolgt erst innerhalb der kommenden Tage. Pünktlich zum Launch werden wir Vorab-Tests präsentieren.
Wir hoffen aber, dass die Probleme schnell der Vergangenheit angehören und wir im Nachgang noch einen Leistungsvergleich der verschiedenen Haswell-Prozessoren liefern können.

Cinebench 10

Cinebench 10
in Punkte

Cinebench 11

Cinebench 11
in Punkte

Frybench

Frybench
in Sek.

7-Zip

7-Zip
in MIPS

WPrime

WPrime
in Sek.

WinRar

Cinebench 10
in kb/sek.

Cachedurchsatz

Cinebench 10
in GB/sek.

Speicherdurchsatz

Cinebench 10
in GB/sek.

Arithmetik-Leistung

Cinebench 10
in kb/sek.

Kryptografie-Leistung

Cinebench 10
in kb/sek.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger-Modell kann unser Testprozessor eine ordentliche Leistung an den Tag legen, der von manchem Leser sicherlich erhoffte Performance-Boost ist aber nicht gegeben – was sich jedoch mit einem Blick auf die von Intel gewählten Taktraten bereits angekündigt hat. Die rund 10 Prozent höhere Leistung stellt Intels Pflicht und nicht unbedingt die Kür dar, denn eine etwas höhere Leistung muss schließlich jede neue Generation bieten.
Im Umkehrschluss kann aber natürlich auch die Frage gestellt werden, inwieweit eine deutlich höhere Leistung überhaupt sinnvoll ist. Die meisten normalen Anwendungsgebiete lasten bereits die Vorgänger-Generationen ansatzweise im täglichen Betrieb aus. Die für Gamer wichtigen Frameraten werden indes noch immer klar von den GPUs limitiert – welcher Prozessor im Notebook steckt ist egal, solange eine gewisse Grundperformance geboten wird. Daher gilt für die vierte Core-Generation: Auch wenn es keine riesigen Performance-Sprünge gibt, so ist die Performance doch noch immer als erstklassig einzustufen.

War der geringe Leistungsfortschritt bei Ivy-Bridge noch zu erwarten, da lediglich der Fertigungsprozess weiter verkleinert wurde, zeigt Haswell nun mehr als deutlich: Die Zeiten der großen Performance-Sprünge sind vorüber, jetzt geht es für Intel leistungstechnisch nur noch um die Detailoptimierung. Was für Performance-Junkies schade ist, erweist sich aus Intels Blickwinkel als nachvollziehbar, denn einerseits fehlt die Konkurrenz seitens AMD, andererseits müsste erst wieder einmal eine neue Killerapplikation auftauchen – beides wird so schnell nicht der Fall sein.


Intel fokussiert sich aus Leistungssicht bereits seit einiger Zeit auf den integrierten Grafikkern. Leider war es uns bis zum Launch nicht möglich, eine CPU mit Iris-GPU zu validen Ergebnissen zu überreden – das wird sich aber hoffentlich in Kürze ändern.

Anno 2140 - 1280x720

Anno 2140
in kb/sek.

Anno 2140 - 1920x1080

Anno 2140
in fps

Unigene Heaven - 1280x720

Unigine
in fps

Unigene Heaven - 1920x1080

Unigine
in fps

3D Mark - Cloude Gate

Cloudgate
in Punkte

Es zeigt sich aber, dass nicht nur im Bereich der neuen 5000er-Serie Fortschritte zu erwarten sind, sondern auch die neuen Ableger der 4000er-Reihe Fortschritte machen, auch wenn diese nicht allzu ausgeprägt sind, sodass sie für Gamer noch immer keine Alternative zu dedizierten Grafikkarten darstellen. Deutlich gespannter darf man sein, wie der Leistungszuwachs bei den H-Prozessoren ausfällt.


Wie eingangs erwähnt, kündigt Intel mit dem Launch der Haswell-Generation die größten Fortschritte im Bereich der Akkulaufzeit in der Firmengeschichte an. Und hier wird es für uns heute etwas kompliziert, denn die neu angekündigten 4-Kern-Modelle verfügen beispielsweise nicht über die sehr interessante BGA-Lösung mit integriertem Chipsatz. Noch dazu will Intel viel im Bereich der Umschaltung zwischen den einzelnen Energiespar-Modi erreicht haben. Diese Fortschritte lassen sich aber nur schwer mit unseren klassischen Benchmarks erfassen, denn im reinen Idle- oder Volllast-Test wird schließlich nicht zwischen verschiedenen Modi umgeschaltet.

Stromverbrauch

Stromverbrauch
in Watt

In den Messungen zum Stromverbrauch zeigt sich, dass Haswell durchaus etwas weniger Strom verpulvert. Der Vorsprung hält sich aber sowohl im Leerlauf als auch unter Last in Grenzen, sodass rein aus diesen beiden Werten keine neuen Fabellaufzeiten interpretiert werden können.

Akkulaufzeit

Stromverbrauch
in Minuten

Das zeigt sich auch im Akkutest unseres Referenz-Geräts mit einem 48 Wh fassenden Stromspeicher. Die Laufzeit hebt sich nicht im größeren Maße von älteren Modellen ab. Hier werden wir in den kommenden Wochen ermitteln müssen, ob es bei der normalen Praxisnutzung größere Fortschritte gibt oder ob sich Intels Versprechen hinsichtlich der deutlich verlängerten Nutzungsdauer rein auf die Ultrabooks bezieht.


Nachdem Intel im vergangenen Jahr eine Verkleinerung der Fertigungsstruktur auf 22 nm vollzogen hat, ist in diesem Jahr also die neue Architektur mit dem Codenamen „Haswell“ dran. Die vierte Intel Generation zeigt dabei recht deutlich, dass die Zeiten der großen Leistungssprünge endgültig vorbei sind und vielmehr von Detailoptimierung gesprochen werden kann. Noch dazu fällt es nun nicht mehr ganz so leicht so manchen Fortschritt mit einem klassischen Benchmark aufzuzeigen – aber jetzt erst mal der Reihe nach.

Intel Core i7-4700QM

Modell-technisch startet Intel die vierte Haswell-Generation ähnlich breit aufgestellt, wie es bei Ivy-Bridge der Fall war, bislang dürfen wir aber ausschließlich über die Quadcore-Modelle sprechen. Auf den ersten Blick ist hier der größte Unterschied, dass Intel das bekannte Namenschema der XM-Prozessoren (Extreme-Edition) und QM-CPUs (normale 4-Kerner) um eine dritte Reihe, die HM-Prozessoren erweitert. Bei diesen Modellen wird die neue Iris-Grafikeinheit verbaut. Ebenso fällt auf, dass sich Intel von seinen gewohnten TDP-Stufen verabschiedet und diese nun sogar 2 Watt höher ansetzt. Takttechnisch hat sich bei Haswell kaum etwas getan, denn die GHz-Zahlen der neuen Prozessoren entsprechen 1:1 ihren direkten Vorgänger-Modellen – bereits hier zeichnet sich also ab, dass leistungstechnisch kein allzu großer Unterschied zu erwarten ist, wenn es bei der Architektur keine riesigen Fortschritte zu verzeichnen gibt.

Besonders interessant sind langfristig gesehen auf jeden Fall Intels neue BGA-Lösungen, bei denen künftig CPU und Chipsatz gemeinsam auf einem Package sitzen, was weitere Watt sparen kann. Im Performance-Segment werden wir die Lösung aber vermutlich kaum sehen, dafür aber sicherlich bei zahlreichen Ultrabooks der neuen Generation, denn neben dem Vorteil des geringeren Stromverbrauchs können diese auch von der reduzierten Baugröße profitieren. Hier darf man gespannt sein, inwieweit es den Herstellern gelingt, diese neuen Möglichkeiten wirklich umsetzen – auf der Computex werden wir sicherlich schon die ein oder andere Interpretation sehen.

Wie bereits angedeutet: Exorbitante Leistungssprünge dürfen gerade CPU-seitig nicht erwartet werden. Im Mittel kann sich die vierte Generation rund 8 Prozent von ihren jeweiligen Vorgänger-Modellen absetzen – für Besitzer eines Ivy-Bridge-Geräts wird das allein nicht ausreichen, um ein Upgrade zu rechtfertigen. Etwas größere Fortschritte sind – auch hier verhält es sich analog zum Wechsel von Sandy- auf Ivy-Bridge – bei der Leistung der integrierten GPU zu suchen. Messergebnisse von Iris-GPUs können wir aufgrund fehlender CPUs noch nicht liefern, aber auch die neue HD4600 setzt sich von der bisherigen HD4000-Lösung ab. Ob das aber für die klassischen Nutzer einer 4-Kern-CPU von Belang ist, darf bezweifelt werden, denn solch leistungsstarke Prozessoren werden in der Regel mit einer dedizierten GPU kombiniert.

Deutliche Fortschritte möchte Intel bei der Energie-Effizienz gemacht haben – und hier wird es für uns recht schwierig. Unsere Messungen zeigen, dass es im Leerlauf-Betrieb kaum nennenswerte Unterschiede gibt, während unter Last rund 10 Watt gespart werden. In Kombination mit der um rund neun Prozent höheren Leistung konnte Intel also durchaus Fortschritte machen. Noch deutlicher wird der Unterschied vermutlich in der Praxis ausfallen, denn Intel hat beispielsweise die Umschaltgeschwindigkeiten zwischen den verschiedenen Energiesparmodi deutlich beschleunigt. Im täglichen Einsatz führt das dazu, dass das Notebook wesentlich häufiger in sparsameren Modi verweilen kann. Hier ist es nun an uns, unser Messverfahren in den kommenden Monaten umzustellen.

Alles in allem ist Haswell vielleicht nicht der bahnbrechende Fortschritt, den sich mancher Anwender erhofft hat, es zeigt sich aber, dass sich Intels Detailoptimierung durch die Bank bezahlt macht. Eine deutlich höhere CPU-Leistung als sie von der dritten Core-Generation geboten wird, benötigen ohnehin nur die wenigsten Nutzer. Intels neue integrierte GPU ist zwar wieder einmal schneller geworden, bei aktuellen Games (die nun auch auch wieder anspruchsvoller als noch vor einem Jahr sind) wird die Luft bei hohen Auflösungen aber noch immer schnell eng. Für Casual-Games reicht das Gebotene aber problemlos aus. Deutlich sinnvoller ist es da an der Effizienz zu arbeiten – und das ist Intel durchaus gelungen.

Spannend sind die Effizienz-Entwicklungen gerade für den ultramobilen Bereich und die damit verbunden 2-Kerner, zu denen es in einigen Tagen mehr Informationen geben wird. Im Segment der Gaming-Notebooks sind die Fortschritte entsprechend weniger ausgeprägt, denn es kommen ohnehin dedizierte GPUs zum Einsatz und auch die Akkulaufzeit ist nur von untergeordneter Bedeutung.