Test: Toshiba Satellite U920t-100 - Schiebe-Ultrabook mit Touchscreen

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toshiba u920 teaser kleinSeit dem Start von Windows 8 gibt es von den Herstellern zahlreiche Kampfansagen an das klassische Clamshell-Design bei Notebooks und den damit einhergehenden Versuch, die Vorteile von Tablet und Notebook zu verschmelzen. Toshiba setzt bei seinem 12,5-Zoll-Ultrabook wie auch Sony auf einen Slider-Mechanismus. Ob sich Toshibas Ansatz in der Praxis bewährt und wo die Vor- und Nachteile der gewählten Bauform liegen, zeigen wir in unserem Review.

Wenn bald Intels Haswell-Generation startet, sind Touchscreens im Ultrabook-Segment obligatorisch. Bei der noch aktuellen Ivy-Bridge-Riege ist das zwar nicht der Fall, die Hersteller setzen seit dem Start von Windows 8 und der damit einhergehenden Modern UI aber verstärkt auf berührungssensitive Displays. Einerseits kommen diese bei klassischen Clamshell-Designs zum Einsatz, was zwar zugegebenermaßen etwas langweilig ist, in der Praxis aber überraschend gut klappt. Auf der anderen Seite suchen die Hersteller aktuell noch nach der optimalen Möglichkeit (auch wenn es „die eine“ Lösung sicherlich nicht gibt), um die besten Seiten von klassisch produktiven Notebooks mit denen der konsumorientierten Tablets zu verschmelzen. Toshiba setzt bei seinem Satellite U920t-100 auf ein Slider-Konzept, das wir ähnlich bereits bei Sonys Vaio Duo (zum Test) gesehen haben. Andere Ansätze gibt es beispielsweise von Dell, denn das XPS 12 (zum Test) besitzt ein im Rahmen rotierendes Display oder beim Yoga 13 (zum Test) von Lenovo, dessen Display sich 360° um das Scharnier drehen lässt. All diese Lösungen haben die Problematik gemein, dass das Display fix mit der Baseunit verbunden ist, sodass auch beim reinen Tablet-Einsatz stets mit dem gesamten Gewicht hantiert werden muss. Anders sieht es da bei den diversen Transformer-Lösungen aus, bei denen das Display abgedockt werden kann. Meist sieht man diese Lösungen aber aktuell im Windows RT-Segment.

Preislich liegt unsere Testkonfiguration des Toshiba Satellite U920t-100 mit knapp 1000 Euro im ansprechenden Segment für ein Gerät mit einem i5-Prozessor und einer 128 GB SSD. Dass es auch deutlich teurer geht, zeigen beispielsweise das XPS 12 oder das Vaio Duo. Diese beiden Konkurrenten haben allerdings mit ihren FullHD-Displays einen klaren Vorteil, denn Toshiba setzt zwar ebenfalls auf ein IPS-Panel, nutzt aber lediglich eine Auflösung von 1366x768 Bildpunkten.

Genauere Eindrücke zum Tablet-Ultrabook-Hybriden verschaffen wir uns auf den kommenden Seiten.


Keine Frage: Das Gehäuse ist das Highlight des U920t-100, ist es doch im wenigen Handgriffen möglich, aus dem Tablet ein Ultrabook mit vergleichsweise wenigen Einschränkungen zu zaubern.

Toshiba Satellute U920t

Noch im Tablet-Modus hinterlässt Toshibas Slider-Convertible einen recht unscheinbaren Eindruck, es fällt aber schnell auf, dass das U920t größer ist als die meisten normalen Tablets, denn hier ist in der Regel 10 Zoll die Obergrenze. Sony geht bei seinem Vaio Duo noch einmal einen Schritt weiter und nutzt 11,6 Zoll, während Toshiba dem Ganzen die Krone aufsetzt und auf 12,5 Zoll vertraut. Die große Display-Diagonale wirkt sich natürlich auch auf die eigentlichen Abmessungen aus. Mit 326x213x20 mm ist das U920t nicht nur sehr groß, sondern auch vergleichsweise dick für ein Ultrabook – das Acer Aspire S7 ist mit seinen 12 mm beispielsweise deutlich flacher, verzichtet jedoch auch auf einen Slider-Mechanismus.

Toshiba Satellute U920t

Wirkt es zunächst so, als ob Toshiba und Sony bei ihren Slider-Konzepten auf den gleichen Mechanismus setzen, wird spätestens jetzt klar, dass sich die beiden japanischen Konzerne im Detail erheblich unterscheiden. Bei Sony wird das Display über ein Gelenk bereits ab der ersten Schiebebewegung aufrecht gestellt, bis es seine finale Position erreicht hat. Wie auf obigem Bild zu sehen ist, löst Toshiba das Slider-Prinzip anders. Das Display wird zunächst vollständig hinter das Top-Case geschoben …

Toshiba Satellute U920t

… und dann aufgestellt. Sonys Lösung ist zwar in der Handhabung unseres Erachtens etwa eleganter, besitzt aber auch deutliche Nachteile gegenüber der Lösung des U920t. Zum einen wird auf dem von Toshiba gewählten Wege deutlich mehr Platz auf dem Top-Case geboten, um Tastatur und Touchpad unterzubringen, zum andern kann der Display-Winkel frei bestimmt werden. Wie anfällig die beiden Lösungen langfristig sind, wird sich erst noch zeigen müssen.

Toshiba Satellute U920t

Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem ordentlichen aber nicht überragenden Niveau, ein etwas scharfkantiger Übergang zwischen Handballenauflage und Gehäuse und die merklich flexende Tastatur trüben den ansonsten positiven Eindruck. Auch bei der Materialgüte wäre unseres Erachtens noch etwas mehr möglich gewesen. Während das Display hinter einer Glasscheibe verschwindet, was sehr hochwertig wirkt, könnte insbesondere der Kunststoff des Top-Cases haptisch gern noch etwas mehr hermachen.
Die Baugröße des U920t schlägt sich leider auch auf das Gewicht nieder, denn mit 1,5 kg ist Toshibas Convertible sicherlich kein Leichtgewicht und fast ein 1 kg schwerer als so manches reinrassige 10-Zoll-Tablet. Eines ist damit klar, einhändig kann das Tablet auch bei regelmäßigen Besuchen im Fitness-Studio nicht genutzt werden. Noch deutlicher als bei den direkten Konkurrenten gilt daher auch für das U920t, dass der wirkliche Tablet-Nutzen im Grunde genommen auf die heimische Couch beschränkt ist.


Sonys Vaio Duo, das ein ähnliches Konzept verfolgt, besitzt seine deutlichsten Einschränkungen im Bereich der Eingabegeräte. Entsprechend gespannt sind wir, wie Toshiba mit dem zusätzlich zur Verfügung stehenden Platz umgeht.

Toshiba Satellute U920t

Das U920t bietet durch das weiter hinten sitzende Display deutlich mehr Platz auf dem Top-Case, um die Eingabegeräte unterzubringen, als es beim Sony Vaio Duo der Fall ist. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Toshiba eine etwas größer dimensionierte Tastatur nutzt. Die Tasten fallen mit 15 mm normal breit aus, sind mit 12 mm in der Tiefe aber etwas beschnitten. In der Praxis stört das allerdings nicht sonderlich. Zur schnellen Umgewöhnung trägt darüber hinaus das gelungene Tastaturlayout bei, das sich kaum von der Standardanordnung unterscheidet. Da könnte sich manches XXL-Notebook gern einmal eine Scheibe abschneiden.

Toshiba Satellute U920t

Sollte das U920t einmal im Dunklen genutzt werden, ist das kein Problem, denn praktischerweise hat Toshiba eine weiße Hintergrundbeleuchtung integriert. Das sieht zum einen hübsch aus und erweist sich auch dann schon als sehr praktisch, wenn die Umgebungshelligkeit nur etwas nachlässt.

Toshiba Satellute U920t

Die Tastatur fällt etwas größer aus, der merklichste Unterschied zwischen Toshiba U920t und Sony Vaio Duo besteht aber ohne Frage darin, dass Toshiba ein echtes Touchpad verbaut. Das ist mit 85x45 mm zwar nicht riesig, im Produktivbetrieb lässt sich das Ultrabook so aber deutlich besser nutzen, als der kleine Touch-Track-Stick des Vaio Duo.

Toshiba Satellute U920t

Das „größte“ Eingabegerät wollen wir aber nicht vergessen, denn dank Windows 8 profitiert das Handling enorm vom Touchscreen. Das Display reagiert präzise und sehr schnell auf Eingaben. Wie bei normalen Clamshell-Notebooks gilt auch hier, dass das Touch-Display bei Windows 8 auch dann ganz natürlich in die normale Bedienung integriert wird, wenn das U920t eben nicht als klassisches Tablet genutzt wird.


Reine Tablets kommen in der Regel mit einer deutlich beschnittenen Anschlussausstattung daher. Bei den aktuellen Ultrabook-Convertibles sieht es hingegen meist etwas anders aus, denn schließlich sollen die Geräte nach Möglichkeit auch als normale Notebooks genutzt werden können.

Toshiba Satellute U920t

Die linke Seite des Gehäuses wird aber nicht von Anschlüssen, sondern von weiteren Bedienelementen geprägt. So gibt es an dieser Stelle neben dem Hauptschalter eine Lautstärkewippe und die bei Windows-8-Tablets obligatorische Taste, um die automatische Drehung von Bildschirminhalten zu verhindern. Ganz frei von Buchsen ist das Panel aber nicht, denn es gibt zumindest auch eine USB-3.0-Schnittstelle.

Toshiba Satellute U920t

Dass Toshiba bei seinen Ultrabooks gern auch die Rückseiten mit Schnittstellen ausstattet, hat der Konzern bereits beim gelungenen Z830 bewiesen – und greift dies beim U920t erneut auf. So werden an dieser Stelle ein HDMI-Ausgang und ein weiterer USB-3.0-Port sowie der Stromanschluss verbaut. Darüber hinaus lässt sich auf diesem Bild recht gut erkennen, dass Toshiba die warme Luft über die Rückseite des Gehäuses nach außen führt.

Toshiba Satellute U920t

Wenig gibt es abschließend auf der rechten Seite des Gehäuses zu sehen. Auf den ersten Blick gibt es dort nur eine 3,5-mm-Kombobuchse, bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass ein Card-Reader unter einer Abdeckung versteckt wurde.
Auf einen RJ45-Anschluss verzichtet Toshiba höhenbedingt. Leider liegt aber auch kein RJ45-USB-Adapter im Karton, wie ihn mancher Konkurrent bietet. Kabellos beherrscht das U920t WLAN nach den Standards B, G und N sowie den aktuellen Bluetooth-Standard 4.0.


Sieht das Toshiba U920t-100 im geschlossenen Zustand noch aus wie ein Tablet, so steckt unter der Haube doch eine reinrassige Ultrabook-Plattform. Entsprechend sind ansprechende Leistungswerte zu erwarten, wenn auch nicht unbedingt mit einer großen Differenzierung gegenüber weiteren Ultrabooks zu rechnen ist.

Toshiba Satellute U920t

Das Herzstück unseres heutigen Testkandidaten ist Intels aktueller Core i5-3317U, der natürlich wie alle Ivy-Bridge-Prozessoren im 22-nm-Verfahren hergestellt wird. Der Grundtakt liegt bei 1,7 GHz und kann im Turbo-Betrieb kurzzeitig auf bis zu 2,5 GHz gesteigert werden. Wie in der i5-Reihe üblich verfügt die 2-Kern-CPU über Intels Hyper-Threading-Technik, sodass vier logische Aufgaben zeitgleich abgearbeitet werden können. Der L3-Cache beläuft sich auf 3 MB, ist also etwas kleiner als bei den großen i7-Geschwistern. Im TDP-Bereich ist Intel seiner bisherigen Stufen-Einteilung treu geblieben und klassifiziert den i5-3317U mit 17 Watt. Im Vergleich mit den Vorgängern wird also eine höhere Leistung bei einem ähnlichen Stromverbrauch geboten.

Noch wichtiger für das Ultrabook-Segment ist aber die Tatsache, dass Intel mit der Ivy-Bridge-Generation eine neue integrierte Grafik in Form der Intel HD4000 vorgestellt hat. Die stellt eine höhere Leistung als noch das Vorgängermodell HD3000 zur Verfügung und rutscht damit immer näher an schwache dedizierte Grafikeinheiten heran. Im Intel Core i5-3317U arbeitet die integrierte Grafikeinheit mit 350 MHz und kann im Turbo-Modus auch mit 1050 MHz laufen.

Als Massenspeicher nutzt Toshiba bei der uns vorliegenden Konfiguration eine SSD aus dem Hause Samsung mit einem Fassungsvermögen von 128 GB. Für den normalen Einsatz ist das ausreichend dimensioniert, wer allerdings häufig HD-Filme auf seinem 12,5-Zoll-Tablet genießen möchte oder große Arbeitsdaten besitzt, der wird sich vermutlich bald mehr Speicherplatz wünschen. Leider besitzen aber alle Versionen des U920t lediglich eine 128 GB SSD, sodass der Wunsch nach mehr Speicherplatz auch mit einem größeren Geldbeutel nicht gestillt werden kann. Ultrabook-Standard gibt es beim Arbeitsspeicher, der sich auf 4 GB beläuft. Dass Toshiba auf ein optisches Laufwerk verzichtet, überrascht natürlich nicht wirklich.

Toshiba Satellite U920t-100
Hardware 
Prozessor: Intel Core i5-3317U
Prozessor - Kerne/Threads: 2/4
Prozessor - Grundtakt: 1,7 GHz
Prozessor - Turbotakt: 2,5 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 4 MB
Arbeitsspeicher 4 GB - DDR3
Grafikkarte Intel HD 4000
Grafikkarte - Grafikspeicher shared
Festplatte

1x 128 GB

Festplatte - Geschwindigkeit

SSD

Optisches Laufwerk -
Monitor 
Display - Technik: IPS
Display - Diagonale: 12,5 Zoll
Display - Auflösung: 1366x768
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Display - Touch: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 12 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 87
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
Thunderbolt: -
VGA: -
USB 2.0: -
USB 3.0 2
Firewire -
eSATA: -
Audio: Kombobuchse
Gehäuse 
Akku: 45 Wh
Material: Kunststoff
Abmessungen:
326x213x20 mm
Gewicht 1,5 kg
Preis und Garantie 
Preis: ca. 1000 Euro
Garantie: 24 Monate

Toshiba setzt mit dem Intel Core i5-3317U auf einen Prozessor, den wir schon bei zahlreichen Ultrabooks vorgefunden haben. Entsprechend ist es keine große Überraschung, dass sich die Leistung auf dem zu erwartenden Niveau einpegelt.

Cinebench 11

7-Zip

In den CPU-lastigen Benchmarks zeigt sich wieder einmal, dass Intels noch aktuelle Low-Voltage-Generation mit einer mehr als ansprechenden Leistung aufwarten kann. Die Leistung der großen Geschwister mit einer TDP von 35 Watt wird zwar nicht erreicht, wer sein Ultrabook aber für den normalen Anwendungsbereich eines ultramobilen Geräts nutzt, der wird nicht enttäuscht werden. Für normale Office-Anwendungen und das Surfen im Internet steht zu jedem Zeitpunkt mehr als genügend Leistung zur Verfügung und auch wenn es einmal etwas anspruchsvoller wird, streckt der verbaute i5-Prozessor nicht sofort die Waffen.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

Der Speicherdurchsatz pendelt sich auf dem normalen Niveau für einen i5-3317U ein, hier gibt es also auch keine wirklichen Einschränkungen. Die von Toshiba eingesetzte SSD bringt es auf einen hohen Datendurchsatz, der merklich nur noch von RAID-Lösungen überboten werden kann.

PC Mark 7

3D Mark 11

Der PC-Mark 7 attestiert dem Toshiba U920t-100 eine hohe Systemleistung, ein noch besseres Ergebnis wird aber von der fehlenden dedizierten Grafik verhindert. Ein normales Ergebnis für eine Intel HD4000 wird im aktualisierten 3D Mark erreicht.


In Zeiten, in denen sich auch schon Midrange-Hardware als ausreichend für beinahe alle Anwendungsbereiche erweist, entwickeln sich Displays immer weiter zum schlagenden Verkaufsargument für mobile Geräte. Toshibas U920t fällt dabei aus reiner Tablet-Sicht recht groß dimensioniert aus, denn es besitzt ein Display mit 12,5 Zoll, sodass wir vor diesem Hintergrund und einem Blick auf das Gewicht von 1,5 kg vielmehr von einem Subnotebook mit optionalen Tabletnutzen sprechen würden. Leider verschenkt Toshiba viel Potential bei der Wahl der Auflösung, denn das U920t besitzt lediglich 1366x768 Bildpunkte. Die Vergangenheit hat natürlich gezeigt, dass die Kombination aus Diagonale und Pixelanzahl eine durchaus brauchbare Verbindung darstellt und im Mainstream-Segment müssen auch bei 15 Zoll noch mit 1366 Dots in der Horizontalen vorliebgenommen werden. Das ändert aber nichts daran, dass gerade im Tablet-Bereich und im direkten Konkurrenz-Umfeld (sprich beim Sony Vaio Duo) hohe Auflösungen in Form von FullHD angesagt sind. Entsprechend wird beim U920t weniger Platz auf dem Display geboten und die Darstellung wirkt nicht so gestochen scharf wie beim Vaio Duo.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Als Display-Technik setzt Toshiba – wie es bei Tablets üblich ist – auf einen IPS-Unterbau. Entsprechend blickwinkelstabil fällt die Darstellung aus, sodass auch seitliche Blinkwinkel kein Problem darstellen, wenn das Tablet beispielsweise einmal nicht hundertprozentig optimal auf den Knien positioniert wird. Wie es bei Geräten mit einem kapazitiven Touchscreen üblich ist, wird das Display hinter einer Glasscheibe versteckt. Entsprechend hat Toshibas Convertible in der Praxis mit erheblichen Spiegelungen zu kämpfen. Das LED-Backlight erweist sich aber mit maximal 339 cd/m² als ausreichend leuchtstark und mit einem Kontrastverhältnis von 848:1, sodass es auch in sehr hellen Umgebungen zu keinerlei Problemen kommt.

Toshiba setzt bei seinem Ultrabook auf eine recht natürliche Farbgebung. Bedingt durch die Glare-Oberfläche wirkt die Darstellung angenehm lebendig, ohne dabei einen unnatürlichen Touch zu vermitteln. Ab Werk erreicht uns unser Testmuster mit einer Farbtemperatur von 6037 Kelvin, das U920t besitzt also neutral betrachtetet eine etwas wärmere Abstimmung als die fotoneutralen 6500 Kelvin – in der Praxis störte das aber nicht wirklich.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

 


Temperatur-Entwicklung:

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Das U920t muss trotz der Bauhöhe von 20 mm mit einer vergleichsweise kleinen Baseunit vorliebnehmen, denn der Display-Mechanismus nimmt relativ viel Platz ein. Zu Temperatur-Problemen kommt es dennoch nicht, was beim Einsatz von einer 17-Watt-CPU und dem Verzicht auf eine dedizierte Grafikkarte nicht weiter verwunderlich ist.

Lautstärke-Entwicklung:

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Im Leerlauf bleibt das U920t stets angenehm leise, die Low-Voltage-CPU erzeugt keine nennenswerte Wärme, sodass der Lüfter nicht anlaufen muss. Dank der eingesetzten SSD entsteht darüber hinaus auch kein HDD-Laufgeräusch. Unter Last macht sich dann aber doch der nicht allzu üppig bemessene Platz im Gehäuse bemerkbar, denn mit einer maximalen Lautstärke von 46,2 dB wird das U920t-100 lauter als viele andere Ultrabooks. Da dies aber nur unter extremer Last passiert, wirkt sich dies auf den normalen Alltag nicht allzu sehr aus.


Akkulaufzeit:

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Toshiba verbaut einen nicht sonderlich üppig dimensionierten Akku mit einer Kapazität von 45 Wh. Daraus resultiert ein ordentliches, aber keinesfalls berauschendes Durchhaltevermögen fernab der Steckdose. Wer viel unterwegs ist, wird sich hier schnell etwas mehr wünschen. Dass das U920t unter reinen Tablet-Gesichtspunkten deutlich hinter die Konkurrenz zurückfällt überrascht nicht wirklich, soll mit Blick auf den Hardware-Unterbau aber auch nicht weiter stören.

Stromverbrauch:

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

Sehr gut verkauft sich unser Testkandidat mit Blick auf den Stromverbrauch. Mit einem Idle-Verbrauch von unter 11 Watt gehört es zu den bislang sparsamten Geräten, die wir im Test hatten, während im Volllast-Betrieb normale Ultrabook-Dimensionen erreicht werden.


Toshibas Windows-8-Converible-Konzept ist ein Slider-Mechanismus, wie wir ihn im Grunde genommen schon beim Sony Vaio Duo gesehen haben. In manchen Punkten gibt es aber  entscheidende Unterschiede, die klar für das U920t sprechen. Leider vergibt Toshiba aber leichtfertig viel Potential beim Display.

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Genau wie Sony sieht auch Toshiba das Slider-Konzept als aktuell sinnvollste Convertible-Lösung für den Windows-8-Einsatz. Während Sony auf einen etwas komplexeren Gelenkmechanismus setzt, der bereits die Hälfte des Top-Cases für sich einnimmt, gelingt es Toshiba mit seiner Lösung deutlich mehr Platz gangbar zu machen. Das resultiert in deutlich besseren Eingabegeräten. Die Tastatur besitzt angenehm dimensionierte Tasten und beinahe ein Standardlayout, was die Eingewöhnung einfach macht. Der Druckpunkt könnte für unseren Geschmack zwar gern etwas definierter sein, da wollen wir aber einmal ein Auge zudrücken. Praktisch ist zudem, dass Toshiba dem aktuellen Trend folgt und seinem Keyboard eine Hintergrundbeleuchtung spendiert. Gerade gegenüber Sonys direktem Konkurrenten erachten wir aber das ebenfalls integrierte Touchpad als noch größeren Vorteil. Zwar wird bei Windows 8 intuitiv recht viel über das Display gesteuert, gerade im Desktop-Betrieb erweist sich der gewohnte Maus-Ersatz doch immer wieder als ausgesprochen praktisch.

Wie alle Convertible-Konzepte ohne abdockbares Display hat aber auch das U920t mit einem deutlich zu hohen Gewicht zu kämpfen, um wirklich als Tablet nutzbar zu sein. Wie bereits beim XPS 12, dem Vaio Duo oder dem Yoga 13 gilt damit auch beim U920t: Auf der Couch macht der Tablet-Modus durchaus Sinn, für mehr ist er aber nicht sinnvoll einsatzbar.

Anschlusstechnisch bietet das U920t mit zwei USB-3.0-Ports und HDMI den aktuellen Standard, kann sich aber auch nicht von der breiten Masse absetzen. Einen Rj45-Port gibt es leider nicht und auch auf einen entsprechenden USB-Adapter sucht man vergeblich. Auf einem ordentlichen, wenn auch nicht überragenden Niveau pendeln sich die Materialgüte und die Verarbeitungsqualität von Toshibas Convertible ein. Hier muss sich das U920t aber mit starker Konkurrenz messen lassen, mit der es leider nicht ganz mithalten kann. Insbesondere der für das Top-Case eingesetzte Kunststoff macht dem 12-Zöller einen Strick durch die Rechnung.

Keine größeren Überraschungen gibt es hinsichtlich der Leistung. Den von Toshiba eingesetzten Intel Core i5-3317U haben wir schon bei zahlreichen Geräten vorgefunden und wie bei diesen gilt auch für das U920t: Intels Low-Voltage-CPU bietet mehr als genügend Leistung für normale Alltagsanwendungen, sodass es im Grunde genommen keinen Grund für den teureren i7-Bruder gibt. Als ausgesprochen flott erweist sich die verbaute SSD. Leider müssen aber kapazitätstechnisch Einschränkungen in Kauf genommen werden, denn Toshiba bietet alle Modelle des U920t leider nur mit 128 GB an. Ein Top-Modell mit einem 256 GB fassenden Flashsspeicher wäre hier wünschenswert gewesen.

Zu viel Potential hat Toshiba für unseren Geschmack beim Display verschenkt. Während sich aktuell die FullHD-Auflösung als Standard im Ultrabook-Segment etabliert und auch vom direkten Konkurrenten, dem Vaio Duo genutzt wird, setzt Toshiba noch auf 1366x768 Bildpunkte, was zu weniger Platz auf dem Desktop und einer weniger scharfen Darstellung führt. Als Display-Technik nutzt Toshiba den IPS-Aufbau, sodass tablet-typisch große Blickwinkel und satte Farben geboten werden. Touch-bedingt sitzt das Display hinter einer Glasscheibe, das eingesetzte Panel ist aber angenehm leuchtstark und kontrastreich, sodass es auch in hellen Umgebungen keine Einschränkungen gibt.

Während das Kühlsystem die Hardware im Idle bestens im Griff hat, muss der Lüfter unter Volllast deutlich aufdrehen, um die Temperaturen der Komponenten im Griff zu haben. Die Dimensionen von Gaming-Notebooks werden natürlich nicht erreicht, die meisten Ultrabook-Konkurrenten sind aber leiser. Da die CPU nie brenzliche Temperaturen erreicht, wäre eine etwas moderatere Lüftersteuerung sicherlich eine Überlegung Wert gewesen.

Die Akkulaufzeit liegt auf einem durchschnittlichen Niveau und könnte gerade im Idle-Betrieb gerne noch etwas üppiger ausfallen.

Alles in allem ist das Toshiba Satellite U920t-100 ein ansprechendes Ultrabook-Convertible, dessen Slider-Mechanismus uns überzeugen konnte. Die Materialgüte und vor allem die zu niedrige Display-Auflösung lassen das U920t aber hinter die direkte Konkurrenz zurückfallen. Als echtes Tablet kann unser Testkandidat darüber hinaus nur auf der Wohnzimmer-Couch genutzt werden, ansonsten ist es deutlich zu schwer.

Positive Aspekte des Toshiba U920t-100:

Negative Aspekte des Toshiba U92t-100: