Test: Sony Vaio Duo - Slider-Ultrabook für Windows 8

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sony vaio duo teaser kleinWindows 8 ist nicht nur aus reiner Software-Sicht interessant, sondern vor allem auch aus der Perspektive der verwendeten Hardware, wird doch ein völlig neues Bedienkonzept eingeführt. Nach einer ersten Begegnung auf der IFA 2012 halten wir das Sony Vaio Duo für einen der interessantesten Vertreter der neuen Ultrabook-Zunft. Ob Sonys 11-Zoll-Convertible auch im harten Praxis-Einsatz überzeugen kann, das wird sich aber erst auf den kommenden Seiten zeigen.

Über Windows 8 ist aktuell so einiges zu lesen. Mal heißt es, dass der Verkauf hinter den Erwartungen zurückbleibt, mal, dass sich Windows 8 besser verkauft als der Vorgänger. Beides schließt sich nicht aus, bereits Windows 7 konnte aber einen fulminanten Marktstart verbuchen. Auch heißt es, dass Notebook-Hersteller durch den Launch des neuesten Betriebssystems der Redmonder nicht wirklich mehr Geräte verkaufen konnten.

Im Grunde genommen ist aber gerade Letzteres keine wirkliche Überraschung: Viele dedizierte Windows8-Designs wie eben das Vaio Duo gibt es noch nicht, bzw. nicht sonderlich lange am Markt. Im Test hatten wir im Convertible-Bereich noch das überzeugende Dell XPS 12 (zum Test), im normalen Clamshell-Design mit Touchscreen erreichten uns darüber hinaus noch das ASUS Vivobook S400 (zum Test) und das Acer Aspire S7 (zum Test). Während auch normale Touchscreen-Designs überraschend stark von den berührungssensitiven Monitoren profitieren, sieht es bei normalen Clamshell-Designs wie dem ASUS N56 (zum Test) derzeit noch wenig berauschend aus, zu unintuitiv ist das Handling mit Touchpad und Tastatur.

Mit dem Sony Vaio Duo strengt sich nun das zweite Gerät an, im Convertible-Segment für Aufsehen zu sorgen – und der erste Eindruck ist alles andere als schlecht. Während Dell auf ein im Rahmen rotierendes Display setzt, geht Sony einen anderen Weg und konzipiert sein Convertible-Design als Slider. Mit einer einfachen Handbewegung gleitet das Display über die Tastatur hinweg und macht das Vaio Duo vom Tablet zum Ultrabook mit Tastatur (aber ohne Touchpad). Auch die eingesetzte Hardware kann für ein 11-Zoll-Gerät überzeugen. Es gibt einen Intel Core i5-3317U, eine 128 GB fassende HDD und nicht zuletzt ein FullHD-Display, das auf der IPS-Technik aufbaut.

Abgerundet wir das ohnehin überzeugende Package von einem Digitizer Pen und natürlich einer vollwertigen Windows-8-Version. 

Sony Vaio Duo

All das schlägt sich natürlich im Preis nieder, denn das Sony Vaio Duo in der uns vorliegenden Version SVD1121X9EB schlägt mit 1599 Euro zu Buche, was den 11-Zöller sicherlich nicht zum Schnäppchen avancieren lässt. Das Dell XPS 12 zum Beispiel ist aber auch nicht wirklich günstiger.

 


 

Sony ist nicht der einzige Ultrabook-Anbieter, der auf ein Slider-Konzept setzt, auch Toshiba nutzt bei seinem Satellite U920-Ultrabook eine entsprechende Mechanik, im Detail gibt es zwischen den beiden Konkurrenten aber doch Unterschiede – leider gibt es bislang noch keine Testmuster des Toshiba U920.

Sony Vaio Duo

Liegt das Vaio Duo im Grundzustand auf dem Schreibtisch, man könnte meinen, ein etwas größeres und dickeres Tablet vor sich zu haben, und nicht ein Ultrabook mit einer vollwertigen x86-Architektur, zahlreichen Anschlüssen und sogar einer Tastatur. Das Design ist den Vaio-Designern wieder einmal erstklassig gelungen, das Gerät wirkt wie aus einem Guss. Die etwas überstehenden Seitenteile erfüllen gerade in der Tablet-Nutzung ihren Zweck, ermöglichen sie doch eine wesentlich bessere Handhabung des 11-Zöllers. Es fällt aber auch jetzt schon auf, dass das Vaio Duo einen recht breiten Rand um das Display besitzt. Hier kann allerdings in beide Richtungen argumentiert werden. Rein optisch würde sich sicherlich ein schmaler Rand besser machen, vom Handling her ist es unseres Erachtens aber nicht ganz verkehrt, etwas „Fleisch“ zu haben, um das Tablet auch einmal anzufassen.

Sony Vaio Duo

Aber das Vaio Duo kann auch ganz anders. Wird an der Oberseite des Displays leicht gezogen, gleitet es sanft über die Tastatur und stellt sich im gleichen Zuge leicht auf. Dabei fährt der Monitor aber nicht vollständig hinter das Gehäuse, sondern bleibt in etwa auf halber Tiefe stehen. Das hat natürlich auch eine Auswirkung auf das Tastaturlayout, dazu später mehr.

 


 

Sony Vaio Duo
Sony Vaio Duo

Der seitliche Eindruck bzw. die Ansicht der Rückseite wird vom Hybrid-Modus dominiert. Gut zu erkennen ist das Haltescharnier auf der Rückseite des Displays, das mit einem Vaio-Logo prominent in Szene gesetzt wird.

Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend. Die Mischung aus Piano-Lack-Kunstoff und Aluminium hinterlässt einen nicht minder hochwertigen Eindruck. Wie es bei den meisten Tablets der Fall ist, verbirgt sich das Display hinter einer „Edge-to-Edge“-Glasscheibe. Entsprechend wird jeder Fingerabdruck deutlich auf dem Display dargestellt, sodass ein Putztuch optimalerweise nie allzu weit entfernt sein sollte. Sony wirbt zwar damit, eine spezielle Beschichtung zu nutzen, die besagte Fingerabdrücke im Optimalfall reduzieren soll, in der Praxis ist davon aber nicht wirklich etwas zu merken.

Mit einer Bauhöhe von 17,8 mm im zusammengeklappten Zustand liegt das Vaio Duo problemlos im Bereich der Ultrabook-Spezifikationen und damit rund 3 mm flacher als das Dell XPS 12. Auch beim Gewicht kann das XPS 12 unterboten werden, denn während Dells Convertible-Ultrabook rund 1,5 kg auf die Waage bringt, sind es beim Vaio Duo 1,3 kg.

Sony Vaio Duo

Für ein Ultrabook ist das ein ordentlicher Wert, rein tablet-technisch sieht das aber etwas anders aus. Ein iPad beispielsweise liegt bei rund 680 Gramm, das VivoTab RT von ASUS schlägt ohne Tastaturdock mit 525 Gramm zu Buche. Das Sony Vaio Duo wiegt hier in etwa das Doppelte, bietet dafür auch eine etwas größere Diagonale und natürlich die Tastatur, für die Bedienung mit nur einer Hand ist es aber zu schwer.

Wer allerdings sein Tablet ohnehin in den meisten Fällen auf der Couch, im Flieger oder in der Bahn nutzt, für den halten sich die Nachteile in Grenzen. Zudem sollte man natürlich auch nicht vergessen, dass wir es hier mit leistungsstarker x86-Hardware zu tun haben. Zudem gilt aktuell: Wer wirklich die Kombination aus Non-Windows-RT und Tablet nutzen will, kommt um das gesteigerte Gewicht nicht herum, denn auch XPS 12, Lenovo Yoga oder ASUS Taichi sind nicht wirklich leichter. Wer jedoch den Tablet-Nutzen favorisiert, der sollte sich vom Wunsch nach x86 und Windows 8 ohne RT-Zusatz verabschieden.

 


 

Auch wenn es sich beim Vaio Duo zumindest auf den ersten Blick um ein Tablet handelt, ganz normale Eingabegeräte sind neben einem kapazitiven Touchscreen auch vorhanden.

Sony Vaio Duo

Das Haupt-Eingabegerät ist ohne Frage der 11 Zoll durchmessende Touchscreen. Dieser konnte in unseren Versuchen mit einer erstklassigen Leistung aufwarten und ließ sich sehr angenehm bedienen. In Kombination mit Windows 8 wird auf diese Weise eine flüssige und intuitive Bedienung geboten. Auch wenn Microsoft in seinem neuen Betriebssystem eine ordentliche On-Screen-Tastatur integriert hat, so ist diese doch nicht für mehr als das Tippen einer kurzen Mail wirklich zu gebrauchen – kein Problem, denn das Vaio Duo bietet auch eine echte Tastatur.

Wird das Display verschoben, kommt die Tastatur zum Vorschein. Wie bereits erwähnt, kann nicht das gesamte Case von der Tastatur genutzt werden, sondern nur etwas mehr als die Hälfte. Das führt dazu, dass Sony bei der Tastatur, die im Chiclet-Layout ausgeführt wurde, einige Kompromisse eingehen musste.

So besitzen die Tasten gerade einmal Abmessungen von 13x11 mm bei einem Tastenabstand von 5 mm. Der Druckpunkt fällt ordentlich aus, dafür ist der Hub aber recht kurz. Gerade anfänglich bedarf es also einiges an Eingewöhnungszeit und eine gewisse Frustrationstoleranz, danach läuft das Tippen aber recht gut und ohne Frage besser als auf einer Touch-Tastatur. Um wirklich lange Texte zu tippen, würden wir zwar jederzeit eine normale Notebook-Tastatur bevorzugen, einer mittellange Passage steht so aber nichts im Wege.

Sony Vaio Duo

Sehr praktisch: Sony spendiert seinem Keyboard eine Hintergrundbeleuchtung, was das Arbeiten in dunklen Umgebungen extrem vereinfacht und zu einem festen Standard der Ultrabook-Spezifikationen werden sollte, wenn es nach uns ginge.

Sony Vaio Duo

Für ein Touchpad war aufgrund der Display-Konstruktion kein Platz mehr. Stattdessen hat sich Sony dazu entschlossen, einen Touchstick einzubauen. Anders als der Trackpoint der guten alten Thinkpads wird der Mauszeiger hier nur durch ein Wischen über den Punkt ausgeführt. Das ist natürlich weniger verschleißanfällig, lässt sich in der Praxis aber recht ungewohnt bedienen. Wie auch bei der Tastatur gilt erneut: Es bedarf einiger Eingewöhnungszeit, bis das Handling wirklich problemlos über die Bühne geht. Insbesondere den Mausklick sollte man besser nicht mit dem Point ausführen, da der Zeiger nur allzu gerne verspringt.

Auch die Maustasten fallen eher gewöhnungsbedürftig aus, denn sie sind im Rahmen der Tastatur untergebracht und sitzen damit nicht nur an ungewohnter Stelle, sondern fallen auch sehr schmal aus.

Sony Vaio Duo

Auch klassische Bedienelemente eines Tablets dürfen nicht fehlen, schließlich soll nicht immer die Tastatur genutzt werden. Entsprechend befinden sich auf der Rückseite des Vaio Duo vier Tasten. Mit zweien lässt sich die Lautstärke ändern, mit einer lässt sich das automatische Drehen des Displays verhindern und mit der letzten lässt sich Sonys Assist-Software aufrufen.

Der beiliegende Stylus wird aktiv betrieben, braucht also eine Batterie und kann leider nicht im Gehäuse verstaut werden, was sicherlich das ein oder andere Mal zu einer verzweifelten Suche nach dem Stift führen wird. In der Praxis kann der Stift mit einer sehr hohen Präzision aufwarten. Es gibt mehrere Druckstufen, allerdings gibt Sony nicht an, wie genau der Stylus in dieser Disziplin arbeitet.

Sony Vaio Duo

 

Bei all der Tablet-Optimierung sollte nicht vergessen werden, dass es sich beim Vaio Duo um ein waschechtes Ultrabook handelt und entsprechend deutlich höhere Ansprüche an die Anschlussausstattung gestellt werden, als es im Tablet-Segment üblich ist – auch das erklärt natürlich die höhere Bauform.

Sony Vaio Duo

Auf der linken Seite des Gehäuses gibt es einen VGA-Anschluss sowie einen SD-Card-Reader bzw. einen MemoryStick-Reader.

Sony Vaio Duo

Auch die Rückseite des Sony Vaio Duo ist nicht frei von Buchsen. Neben dem Strom-Anschluss gibt es an dieser Stelle auch den RJ45-Port. Damit die Bauform allerdings nicht zu hoch wird, ist dieser als Klappversion ausgeführt. Wie üblich kommt es auch dieses Mal zu Problemen, wenn der Stecker abgezogen werden soll, denn dann kann es leicht zum Verhaken kommen.

Sony Vaio Duo

Auf der rechten Seite gibt es die beiden obligatorischen USB-Anschlüsse, die beide den 3.0-Standard vorweisen können. Direkt hinter den beiden Buchsen sitzt ein HDMI-Port, sodass auch für die digitale Bildausgabe gesorgt wäre. Auch den Hauptschalter hat Sony hier platziert, was nachvollziehbar ist, sollte dieser doch auch im Tablet-Modus nutzbar sein.

 


 

Das Sony Vaio Duo mag auf den ersten Blick wie ein Tablet daherkommen, im Grunde genommen haben wir aber natürlich ein Ultrabook vor uns, das sich entsprechend an die Hardware-Voraussetzungen von Intel halten muss.

Das Herzstück unseres heutigen Testkandidaten ist Intels aktueller Core i5-3317U, der natürlich wie alle Ivy-Bridge-Prozessoren im 22-nm-Verfahren hergestellt wird. Der Grundtakt liegt bei 1,7 GHz und kann im Turbo-Betrieb kurzzeitig auf bis zu 2,6 GHz gesteigert werden. Wie in der i5-Reihe üblich, verfügt die 2-Kern-CPU über Intels Hyper-Threading-Technik, sodass vier logische Aufgaben zeitgleich abgearbeitet werden können. Der L3-Cache beläuft sich auf 3 MB, ist also etwas kleiner als bei den großen i7-Geschwistern. Im TDP-Bereich ist Intel seiner bisherigen Stufen-Einteilung treu geblieben und klassifiziert den i5-3317U mit 17 Watt. Im Vergleich mit den Vorgängern wird also eine höhere Leistung bei einem ähnlichen Stromverbrauch geboten.

Noch wichtiger für das Ultrabook-Segment ist aber die Tatsache, dass Intel mit der Ivy-Bridge-Generation eine neue integrierte Grafik in Form der Intel HD4000 vorgestellt hat. Die stellt eine höhere Leistung als noch das Vorgängermodell HD3000 zur Verfügung und rutscht damit immer näher an schwache dedizierte Grafikeinheiten heran. Im Intel Core i5-3317U arbeitet die integrierte Grafikeinheit mit 350 MHz und kann im Turbo-Modus auch mit 1050 MHz laufen.

Wenig überraschend verzichtet Sony bei seinem 11-Zoll-Hybriden auf eine dedizierte Grafik – gerade vor dem Hintergrund des zu erwartenden Nutzungsprofils des Convertibles ist das aber kein Beinbruch.

Als Massenspeicher setzt Sony auf eine SSD mit einem Fassungsvermögen von 128 GB. Rein tablet-technisch gesehen steigt das Vaio Duo damit in die Oberklasse auf. Wer auf der anderen Seite Sonys Convertible-Ultrabook als vollwertigen Rechner nutzen möchte, der kann schnell an die Grenzen kommen. Hier wäre es wünschenswert, wenn direkt eine 256-GB-Version zum Einsatz kommen würde. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 4 GB und kann nicht weiter vergrößert werden. Aktuell ist das noch kein Problem, denn es ist nicht wirklich abzusehen, wie schnell sich der Speicherbedarf aktueller Applikationen vergrößert. Ein optisches Laufwerk gibt es natürlich nicht.

Sony Vaio Duo
Hardware 
Prozessor: Intel Core i5-3317U
Prozessor - Grundtakt: 1,7 GHz
Prozessor - Turbotakt: 2,6 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 3 MB
Arbeitsspeicher 4 GB - DDR3
Grafikkarte Intel HD 4000
Grafikkarte - Grafikspeicher shared
Festplatte

1x 120 GB

Festplatte - Geschwindigkeit SSD
Optisches Laufwerk
Monitor 
Display - Diagonale:

11,6 Zoll

Display - Auflösung: 1920 x 1080
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 13x11 mm
Tastatur - Tastenabstand: 5 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 84
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Multitouch: nein
Trackstick: ja
Tablet-PC: ja
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort: -
VGA: 1
USB 2.0: -
USB 3.0 2
Firewire -
eSATA: -
Audio: Kombo-Jack
Gehäuse 
Akku: 3900 mAh
Material: Kunststoff + Aluminium
Abmessungen: 319,9 x 199 x 17,85 mm
Gewicht: 1,3 kg
Preis und Garantie 
Preis: ca. 1600 Euro
Garantie: 24 Monate

 


 

Cinebench 11

7-Zip

Das Sony Vaio Duo liefert in unseren ersten Benchmarks eine ansprechende Leistung und liegt auf dem Niveau der aktuellen Ultrabook-Generation. Wer mit dem Vaio Duo also auch arbeiten möchte, der wird keine wirklichen Probleme feststellen. Solange keine allzu fordernden Anwendungen auf dem Programm stehen, gibt es keine wirklichen Einschränkungen.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

Der Speicherdurchsatz der CPU liegt auf dem aktuell hohen Niveau und kann rundum überzeugen. Gleiches gilt auch für die eingesetzte SSD, die aus dem Hause Toshiba stammt. Die Transferleistung liegt auf einem ansprechend hohen Level, sodass auch große Datenmengen problemlos geschrieben werden können. Dank kurzer Zugriffszeiten wird das allgemein smoothe Bediengefühl erreicht.

PC Mark 7

Auch im PC Mark liefert das Vaio Duo eine überzeugende Vorstellung ab. Der flotte Prozessor und die sehr schnelle SSD bieten eine gute Einheit, sodass das Ergebnis im aktuellen Futuremark-Systembenchmark eine passende Beschreibung der gefühlten Systemleistung liefert.

 


 

Sony setzt bei seinem 11-Zöller trotz der vergleichsweise kleinen Diagonale auf ein FullHD-Panel. Entsprechend bietet das Vaio Duo nicht nur eine gestochen scharfe Darstellung, sondern auch sehr viel Platz auf dem Desktop – auch wenn das Vaio Duo direkt noch nicht als HighDPI gilt, Retina-Feeling kommt ohne Frage auf. Ohne die Darstellung in Windows aber künstlich zu vergrößern, bedarf es entweder sehr guter Augen oder einer guten Brille. Selbst dann gilt aber, dass die Augen sehr beansprucht werden, sodass man um eine Vergrößerung nur selten herumkommen wird.

Sony Vaio Duo

Wie es bei Tablets üblich und wünschenswert ist, kommt zusätzlich ein IPS-Panel zum Einsatz, was große Blickwinkel ermöglicht, die gerade bei der Nutzung als Tablet enorm praktisch sind. Wie bei Tablets üblich, setzt Sony auf eine Glasoberfläche. Das sieht gut aus, erweist sich aber, wie bereits beschrieben, als extrem anfällig gegenüber Fingerabdrücken. Störender sind da prinzipiell die von der Glasoberfläche hervorgerufenen deutlichen Spiegelungen. Denen kann das Display aber mit einer sehr hohen maximalen Helligkeit von 478 cd/m² und einem nicht minder beeindruckenden Kontrastumfang von 956:1 entgegenwirken. So ist auch eine Nutzung in sehr hellen Umgebungen kein Problem - zumindest solange das Vaio Duo am Strom hängt, denn im Akkubetrieb wird die maximale Helligkeit deutlich heruntergeschraubt.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Abgerundet wird der bis jetzt sehr positive Eindruck des verbauten Panels von einer angenehmen und satten Farbwiedergabe sowie einer feinen Nuancierung derselbigen. Die native Farbtemperatur unseres Panels fällt mit rund 6000 Kelvin etwas rötlicher aus, als es bei den für die Fotobearbeitung optimalen 6500 Kelvin der Fall ist, in der Praxis wird das allerdings nur die wenigsten Nutzer wirklich stören.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

 

 


 

Temperatur-Entwicklung:

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Sony setzt in dem zugegebenermaßen sehr kleinen Gehäuse einzig auf eine 17-Watt-CPU, sodass sich die Wärme-Entwicklung in Grenzen hält. Das merkt man dem Gehäuse auch an, denn sowohl im Leerlauf als auch im Volllast-Betrieb erwärmt sich das 1,3 kg schwere Gehäuse niemals über Gebühr.

Lautstärke-Entwicklung:

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Deutlich interessanter ist aber die Lautstärke-Entwicklung, niemand möchte schließlich ein Tablet auf der Couch nutzen, das ständig vor sich röhrt. Die gute Nachricht: Das Vaio Duo ist im Leerlauf fast lautlos und wird selbst unter extremer Volllast, wie sie bei einem Tablet wohl nur äußerst selten vorkommt, nie allzu laut. Leider gibt es auch eine Kehrseite, denn der Lüfter springt auch im reinen Tablet-Surf-Betrieb immer wieder einmal an. Wirklich störend ist das zwar nicht, wenn man aber ein lautloses Tablet gewöhnt ist, ist der Umstieg anfänglich gewöhnungsbedürftig.

 


 

Akkulaufzeit:

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Gerade an ein äußerst mobiles Gerät wie das Sony Vaio Duo stellt man natürlich höchste Ansprüche hinsichtlich seiner Unabhängigkeit von der Steckdose. Diese Ansprüche kann unser Test-Ultrabook erfreulicherweise im vollen Umfang erfüllen. Das Vaio Duo läuft sowohl im Idle als auch unter Last recht lange und ermöglicht so eine angenehme Flexibilität. Wer auf der Suche nach noch längeren Laufzeiten ist, der kann auf einen optional verfügbare Slice-Akku zurückgreifen. 

Stromverbrauch:

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

Vor obigem Hintergrund und dem Blick auf die Hardwareliste ist es nicht überraschend, dass das Vaio Duo in allen Fällen moderat mit dem Strom umgeht. Es zeigt sich wieder einmal, dass Intel einen sehr guten Job mit seiner aktuellen ULV-Generation gemacht hat.


Sonys Vaio Duo ist das zweite explizite Windows-8-Design, das wir im Test haben. Wie beim Dell XPS 12 gilt auch bei Sonys Testkandidat, dass das Ultrabook in sehr vielen Bereichen (wie dem Display oder dem Handling) vollends überzeugen kann, an anderer Stelle (wie den Eingabegeräten) aber auch strauchelt.

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Die ersten Monate mit Windows 8 werden geprägt sein von der Frage, welches der neuen Convertible-Konzepte sich wirklich durchsetzen wird, feststeht aber jetzt, dass alle Überlegungen der Hersteller an mancher Stelle Vorteile bieten, an anderer Stelle aber auch schwächeln.

Das von Sony genutzte Slider-Konzept hat gleich mehrere Vorteile. Es ermöglicht eine One-Device-Lösung, sodass immer alles Wichtige mit dabei ist. Auch ermöglicht das Design ein kompakteres und leichteres Gehäuse, als die von Dell gewählte Lösung eines rotierenden Displays. Da darüber hinaus die Optik stimmt, zahlreiche Anschlüsse vorhanden sind und auch noch die Materialgüte sowie die Verarbeitungsqualität stimmen, könnte man meinen, dass Sony an dieser Stelle alles richtig gemacht hat. Sehr schön ist übrigens auch der beiliegende Stift, der sich dann als praktisch erweist, wenn das Vaio Duo in der Uni genutzt werden soll.

Das One-Device-Konzept hat jedoch auch einen entscheidendenden Nachteil: Man muss sich immer mit dem ganzen Gerät auseinandersetzen und kann nicht einfach die Tastatur abdocken. Zwar ist das Vaio Duo mit 1,3 kg etwas leichter als das XPS 12, im Grunde genommen aber immer noch viel zu schwer, um es als „echtes“  Tablet nutzen zu können. Wie bei Dell heißt es also auch bei Sony, dass sich die Tablet-Nutzung optimalerweise auf Bereiche beschränken sollte, in denen das Gerät abgestützt werden kann. Viele Nutzer beklagen sich darüber, dass das iPad für die klassische Einhand-Nutzung zu schwer ist – das Vaio Duo wiegt noch einmal rund das Doppelte, das sollte man sich immer bewusst machen. Zum Glück kann aktuell jeder User die optimale Kombination für seinen Anwendungsbereich herausfinden.

Den deutlich größeren Nachteil in Sonys Design sehen wir aber darin, dass das Display nur zwei Drittel des Platzes auf dem Top-Case preisgibt. So muss Sony leider bei der Tastatur sparen und das Touchpad direkt wegrationalisieren. Auch wenn Letzteres beim Vorhandensein eines Touch-Displays sicherlich massiv an Bedeutung verliert, ganz darauf verzichten möchten wir nicht – zumal der von Sony alternativ integrierte Touchpoint eine gewöhnungsbedürftige Alternative ist. Die Tastatur hat mit recht kleinen Tasten und einem kurzen Hub zu kämpfen, daran gewöhnt man sich aber recht schnell. Deutlich ungewohnter ist hingegen, dass es keine Handballenauflage gibt. Praktischerweise hat sich Sony dazu entschlossen, eine Hintergrundbeleuchtung zu integrieren, was sich als sehr angenehm erweist.

Auf dem aktuell üblichen Level pendelt sich die Leistung der Hardware ein. Das ist keine echte Überraschung, basieren alle Ultrabooks doch in etwa auf den gleichen Grundkomponenten. Eine gute Wahl hat Sony mit der genutzten Toshiba-SSD getroffen, die eine exzellente Leistung abliefert.

Nicht minder exzellent ist aber das verbaute Display. Das 11 Zoll durchmessende FullHD-Panel nutzt die IPS-Technik und kann entsprechend mit satten Farben und einer hohen Blickwinkel-Unabhängigkeit aufwarten. Noch dazu ist das Panel extrem hell und bietet einen hohen Kontrastumfang. Da fällt es gleich noch leichter, dem Vaio Duo sein stark verspiegeltes Display zu verzeihen. Störend ist aber, dass Sony das Display im Akku-Betrieb merklich herunterdrosselt, was dem Mobilitätsgedanken alles andere als zuträglich ist.

In der reinen Tablet-Nutzung ist ungewohnt, dass das Vaio Duo Geräusche von sich gibt, was bei einem Blick auf die genutzte Hardware aber nicht im Geringsten überraschend ist. Schön ist aber, dass Vaio stets angenehm leise bleibt und nie unangenehm aus der Rolle fällt.

Abschließend kann das Convertible-Ultrabook mit einer guten Akkulaufzeit und einem niedrigen Stromverbrauch aufwarten, sodass Sonys Vaio Duo seinem hochmobilen Anspruch zu jeder Zeit gerecht wird.

Alles in allem ist das Sony Vaio Duo ein überzeugendes Convertible-Ultrabook, das gerade aufgrund seines erstklassigen Displays und des intuiitven Slider-Mechanismus punkten kann. Letzterer ist uns einen Technik-Award wert.

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Positive Aspekte des Sony Vaio Duo:

Negative Aspekte des Sony Vaio Duo: