Test: Hawkforce Luna P370 - AMD Radeon HD 7970M im Doppelpack

Veröffentlicht am: von

hawkforce luna teaser kleinDer noch junge deutsche Anbieter Hawkforce möchte mit seinem Luna P370-Gaming-Notebook maximale Frameraten bieten. Um das zu ermöglichen, kommen nicht weniger als ein CrossFire-Gespann und ein Refresh-Ivy-Bridge-Prozessor zum Einsatz. Für eine maximale Performance ist also gesorgt, ob das allerdings ausreicht, um eine runde Vorstellung abzuliefern, das ist eine andere Frage – die wir im Folgenden natürlich klären wollen.

Es gibt Momente, da können es schlichtweg nicht genügend Frames sein, die über den Bildschirm laufen. Für eben solche Situationen bieten sowohl NVIDIA als auch AMD die Möglichkeit ihre ohnehin schon schnellen (und leider auch teuren) Top-GPUs noch einmal zu einem SLI bzw. CrossFire-Verband zu kombinieren, getreu dem Motto „Vernunft: Nein danke! Spaß: Ja bitte!“. Mit Vernunft oder gar Wirtschaftlichkeit darf man an solch extreme Geräte nicht herangehen – und doch ist es eben dieser Aspekt, der unseren heutigen Testkandidaten so interessant macht.

Das Preisgefüge der High-End-GPUs ist nämlich erheblich. NVIDIA bietet mit der GeForce GTX 680M zwar die aktuell schnellste Mobile-GPU, die AMD Radeon HD 7970M bietet unseres Erachtens aktuell aber das wesentlich bessere Preis-Leistunsgverhältnis – bei unserem heutigen Testkandidaten schlägt ein GTX 680M-SLI-Gespann mit zusätzlichen 600 Euro zu Buche – ein Aufpreis, der durch etwas mehr als ein paar zusätzliche Frames gerechtfertigt werden muss.

Hawkforce reiht sich in die deutschen Built-to-Order-Hersteller ein, die auf Clevo-Barebones setzen, als bekannte Beispiele wären hier Schenker Notebooks, One oder Deviltech zu nennen. So ist es im Grunde genommen auch keine große Überraschung, dass wir das unserem Luna als Grundlage dienende Clevo P370 bereits im Test hatten. Als Schenker Notebooks XMG P722 (zum Test) konnte es als gänzlich extrem gestyltes Ultra-Notebook überzeugen. Das Interessante daran ist aber, dass unsere erste P370-Testkonfiguration mit einem GTX680M-SLI-Setup bestückt war, sodass wir im Laufe des Tests einige Rückschlüsse ziehen werden. Wie bei BTO-Anbietern üblich kann das 17-Zoll-Barebone Luna P370 in weiten Teilen frei konfiguriert werden, das gilt für CPU, Speicher und Laufwerksbestückung, bei der GPU hat man allerdings nur die Wahl zwischen einer Dual-GPU-Konfiguration von NVIDIA oder AMD.

Ein preislicher Vergleich zwischen unseren beiden P370-Modellen ist aber äußerst unfair, das sollte gleich hinzugefügt werden. Während wir unsere Konfiguration des P722 mit Schenker Notebooks als aktuelle Machbarkeitsstudie getreu dem Motto „Alles was geht“ abgesprochen haben, stellt das Luna P370 eine deutlich vernünftigere Herangehensweise an das Thema High-End-Gaming dar. Mit einem Preis von rund 2300 Euro ist aber auch das Luna klar im Bereich der sündhaft teuren Luxus-Güter einzustufen, es gibt aber nicht wenige High-End-Gamer mit Single-GPU, die in ähnlichen Preisregionen liegen oder gar teurer sind, beispielsweise das MSI GT70 (zum Test). Der Einstiegspreis unseres Barebones liegt übrigens bereits bei schon recht happigen 1669 Euro. Wem das P370-Barebone zusagt, aber keine zwei Top-GPUs benötigt, der kann sich bei der Konkurrenz umsehen, denn dort wird das P370 auch als GTX-670M-SLI-Version angeboten. Laut Hawkforce kann das P370 darüber hinaus auf Anfrage auch mit einer Single-GPU bezogen werden.

Auch ein Wimbledon-XT-CrossFire-Gespann hatten wir schon im Test, befeuert wurde ein Alienware M18x R2 (zum Test) – fairerweise muss aber auch hier gesagt werden, dass es sich um eine Maximalkonfiguration ohne jeglichen Blick auf den Preis handelte. Man darf also gespannt sein, wie sich das Hawkforce Luna P370 aufstellen kann.

Auf den kommenden Seite wollen wir das P370 auf Herz und Nieren unter die Lupe nehmen.

 


 

Es ist nicht sonderlich überraschend, das Luna P370 ist ein waschechtes Desktop-Replacement-System – aber wer ein Notebook mit zwei der aktuell schnellsten Mobile-GPUs auf dem Schreibtisch stehen hat, der wird ohnehin kein zweites Setup bemühen wollen.

Hawkforce Luna P370

Understatement pur vermittelt Clevos P370-Barebone, zusätzlich verzichtet Hawkforce auf jegliches Branding, sodass wir das P370 in Reinform vor uns liegen haben. Der Deckel wird von einem Softtouch-Lack überzogen und ist entsprechen mattschwarz. Von den beiden Lüftungsöffnungen einmal abgesehen sind Eye-Catcher Fehlanzeige – uns stört das aber nicht, denn die Zeiten von mit Flammen verzierten Gaming-Notebooks sind schon länger vorbei.
Auch wenn Clevo in der letzten Zeit immer weiter zu den Branchengrößen aufschließen konnte, so wirken ASUS‘ G-Serie, aber auch das Alienware Portfolio im Detail noch einmal etwas raffinierter, eines kann dem P370 aber bescheinigt werden: Es wird auch in einigen Jahren noch zeitlos gut aussehen, weder modern noch unmodern.

Hawkforce Luna P370

Die schlichte Optik setzt sich auch dann fort, wenn der Deckel geöffnet wird. Schwarz dominiert das Geschehen, wohin man blickt. Für die Handballenauflage hat sich Clevo erneut für den Softtouch-Lack entschieden, den wir bereits beim Deckel gesehen haben. Das fühlt sich recht angenehm an, gerade an die extrem samtige Haptik der Alienware-Geräte kann das P370 aber bei weitem nicht heranreichen. Die Tastatur ist in einem schwarzen Metallrahmen, was den alles in allem sehr hochwertigen Eindruck weiter unterstreicht.

Hawkforce Luna P370

„Mobile“ Setups mit zwei Grafikkarten kommen in der Regel in riesigen 18-Zoll-Barebones daher, wie das M18x R2 (zum Test) wieder einmal bestätigt hat. Im direkten Vergleich wirkt das P370 da schon beinahe wieder klein – was rein subjektiv betrachtet natürlich nicht im Geringsten der Fall ist. Unser heutiger Testkandidat ist immerhin knapp 4 kg schwer und maximal rund 50 mm hoch, da überlegt man es sich zwei Mal, ob der dicke Barebone-Klopper wirklich mitgenommen werden soll. Anders herum ist es aber natürlich wesentlich bequemer ein einzelnes Gerät mit „nur“ 4 kg mit zur LAN-Party zu transportieren, als das gesamte Setup mit Tower, Monitor und Eingabegeräten.

Während das Design noch ein wenig altbacken, dafür aber zeitlos oder nett formuliert „klassisch“ wirkt, hat Clevo gerade im Bereich der Verarbeitungsqualität massive Fortschritte gemacht. Das P370 wirkt massiv, die Materialgüte liegt alles in allem auf einem hohen Niveau und kann, wie bereits erwähnt, einzig im Bereich der Haptik nicht mit der zugegebenermaßen noch einmal merklich teureren Konkurrenz nicht ganz mithalten.

 


 

Gerade im Bereich der Eingabegeräte konnte uns Clevo in der letzten Zeit überzeugen, da wird erfreulicherweise auch das P370 keine Ausnahme darstellen.

Hawkforce Luna P370

Clevo setzt bei seinem aktuellen Produkt-Lineup auf eine erstklassige Tastatur. Das Keyboard besitzt überraschenderweise nicht das momentan so beliebte Chiclet-Layout mit klar abgesetzten Tasten, sondern einer Anordnung, die recht nah am klassischen zusammenhängenden Aussehen ist.

Wichtiger ist als die Optik ist natürlich die Frage, wie sich das Keyboard tippen lässt. Die kurze Antwort: referenzverdächtig. Der Druckpunkt ist knackig präzise und gibt angenehm Rückmeldung, der Hub weder zu lang noch zu kurz. So macht Tippen Spaß. Die so gewonnene Präzision ist natürlich nicht nur beim Zocken ein enormer Vorteil, sondern erleichtert auch das Tippen von langen Texten ungemein.

Hawkforce Luna P370

Wie bei einem 17 Zoll-DTR-System nicht anders zu erwarten, kommt natürlich auch ein numerischer Zahlenblock zum Einsatz. Das ist im Grunde genommen enorm praktisch und eines der Features, das bei einem den Desktop ersetzenden System auf gar keinen Fall fehlen darf. Wirklich glücklich sind wir mit der Integration beim P370 aber nicht.

Die Enter-Taste besitzt nur noch die halbe Höhe, die darunter positionierte Shift-Taste fällt deutlich schmaler aus und der rechte Cursor-Pfeil schrumpft die „0“ des Zahlenblocks zusammen. Um die Verwirrung perfekt zu machen, wandert auch noch die „<“-Taste auf die rechte Seite neben die Leertaste – wer denkt sich so etwas bitte aus? Die Eingewöhnungszeit wird auf diese Weise nur unnötig verlängert, das Wechseln zwischen P370 und einem eventuell doch vorhanden zweiten Rechner wird zur immer wiederkehrenden Herausforderung. Das wirklich Umverständliche an der Sache ist aber die Tatsache, dass rund um das Keyboard noch mehr als genügend Platz auf dem Top-Case gewesen wäre, man hätte nur das Top-Case überarbeiten müssen.

Hawkforce Luna P370

Als angenehm praktisch erweist sich auf der anderen Seite die von Clevo integrierte Tastatur-Beleuchtung, die in mehreren Farben konfiguriert werden kann. Das sieht schick aus und ist vor allem in dämmerigen Umgebungen eines der Features, das die meisten Vorteile bringt. Einmal daran gewöhnt, möchte man die Beleuchtung nicht mehr hergeben.

Hawkforce Luna P370

Das Touchpad fällt mit 108 x 77 mm sehr groß aus und lässt sich, anders als es bei bisherigen Clevo-Designs der Fall war, im Gesamten tippen, das sieht schick aus und lässt noch dazu recht gut handeln. Der Druckpunkt der „Tasten“ kann überzeugen, die Gleiteigenschaften könnten aber noch ein klein wenig besser ausfallen. Multitouch, ein Feature, das mit Windows 8 immer wichtiger wird, ist natürlich ebenfalls mit von der Partie. Gamer werden dem Touchpad aber ohnehin abschwören und lieber eine „echte“ Maus nutzen.

 


 

Das Luna P370 soll der alleinige Herrscher des Schreibtischs sein – entsprechend muss es sich aber auch kommunikativ geben, um sich der teils reichlich vorhandenen Peripherie gegenüber offen zu zeigen.

Hawkforce Luna P370

Die linke Seite vermittelt zugleich den Eindruck, als wäre unser Luna P370 ein wenig verschlossen. Es gibt auf dieser Seite zwar vier Klinke-Anschlüsse, einen Card-Reader und nicht zuletzt einen Gigabit-LAN-Anschluss, gerade einen USB-Port sucht man an dieser Stelle aber vergebens.

Hawkforce Luna P370

Rückseitig sieht es dann aber schon ein wenig besser aus. Hawkforce bzw. Clevo setzen an dieser Stelle auf zwei digitale Bildausgänge. Mit HDMI ist der aktuelle Klassiker mit von der Partie, wer aber auf der Suche nach Auflösungen jenseits von FullHD ist, der wird sich über den ebenfalls integrierten Display Port freuen. Damit nicht genug, gibt es (endlich) auch einen USB-Port. Der beherrscht bereits den 3.0-Standard, bietet sich also auch für den flotten Datenaustausch an. Abgerundet wird die Rückseite vom Stromanschluss.
Gut zu erkennen ist an dieser Stelle übrigens auch das von Clevo überarbeitete Kühl-Design beim P370. Die warme Luft wird nun direkt nach hinten aus dem Gehäuse befördert, auf den Seitenteilen gibt es keine weiteren Lüftungsöffnungen. Richtig: Das erinnert ein wenig an das Konzept von ASUS aktuellen G-Gamern. Ob das P370 auch ähnlich leise ist, das werden wir im weiteren Verlauf des Tests klären.

Hawkforce Luna P370

Auf der rechten Seite gibt es drei weitere USB-Anschlüsse – alle erneut im USB-3.0-Standard ausgeführt, was sehr vorbildlich ist. Vor dem 3.0-Trio gibt es einen weiteren USB-Anschluss, der dieses Mal allerdings nur die ältere 2.0-Spezifikation unterstützt, dafür aber mit einem eSATA-Port kombiniert wurde und darüber hinaus eine Powered-Version ist. Geräte können also auch dann geladen werden, wenn das Notebook ausgeschaltet wurde. Die Positionierung der Ports ist recht weit hinten am Gehäuse, was praktisch ist, da man so nicht mit einer Maus ins Gehege gerät.

Unser Testkandidat bietet neben Gigabit-LAN auch WLAN nach den Standards B, G und N, ist also bestens ausgestattet. Wie es bei den meisten BTO-Gaming-Notebooks der Fall ist, kann zudem eine Killer-NIC hinzukonfiguriert werden. Der Aufpreis ist mit 30 bzw. 40 Euro nicht allzu hoch, ob der spezielle Netzwerk-Algorhythmus aber wirkliche Vorteile beim Spielen bringt, darüber scheiden sich die Geister.

 


 

Ein Gerät wie das Luna P370 steht aber natürlich in erster Linie aus einem ganz einfachen Grund auf der Wunschliste: Es wird maximale Performance gesucht. Entsprechend wollen wir nun noch einmal einen genaueren Blick auf die verbaute Hardware werfen.

Wichtig: Wie eingangs bereits erwähnt, können die Komponenten im großen Rahmen frei gewählt werden, sodass die hier vorliegende Konfiguration nur beispielhaft gesehen werden sollte – unseres Erachtens bietet die Hawkforce-Muster-Konfiguration aber ein ordentliches Verhältnis aus Preis und Leistung, einzig bei der CPU könnte ohne größere Performance-Einbrüche noch etwas gespart werden.

Hawkforce Luna P370

Hawkforce entscheidet sich bei unserem Luna P370 nicht für Intels allgegenwärtigen Core i7-3610QM, den wir aktuell in den meisten Quadcore-Notebooks vorfinden oder gar den sparsamen i7-3612QM, der mit einer reduzierten TDP daherkommt, sondern für ein Refresh-Modell. Der verbaute i7-3740QM kommt auf einen Grundtakt von 2,7 GHz und läuft maximal auf 3,7 GHz – der Taktunterschied zum 3720QM beläuft sich also jeweils auf 100 MHz. Anders als beim noch einmal teureren Core i7-3840QM beträgt der L3-Cache nicht länger 8 MB, sondern „nur noch“ 6 MB – merkliche Einschränkungen sind durch den kleineren Cache aber nicht wirklich zu erwarten. Die integrierte GPU HD4000 läuft mit einem Grundtakt von 650 MHz, im Turbobetrieb können bis zu 1250 MHz abgerufen werden. Die TDP des Core i7-3740QM liegt bei normalen 45 Watt.

Der Prozessor ist natürlich eine der entscheidenden Komponenten um den Preisvorteil gegenüber unseren bisher getesteten High-End-Gaming-Notebooks zu erklären, denn die nutzten jeweils eine Extreme Edition – und dass die den Preis natürlich schnell in exorbitante Höhen schraubt, sollte allgemein bekannt sein.

Hawkforce Luna P370

Für Gamer wesentlich wichtiger als die verbaute CPU ist aber natürlich der genutzte Grafikprozessor. Es kommt AMDs aktuelle Top-GPU in Form der AMD Radeon HD 7970M zum Einsatz – und das gleich zwei Mal. Besser bekannt ist die GPU unter dem Codenamen Wimbledon XT. AMDs aktuelle Speerspitze kann 1280 Shader-Einheiten vorweisen. Der Kern- sowie der Shadertakt liegt bei 850 MHz. Der 2 GB fassende GDDR5-Grafikspeicher wird mit 1200 MHz befeuert und über ein 256 Bit breites Interface angebunden.
Die TDP, der im 28-nm-Verfahren gefertigten GPU, beträgt 100 Watt, die Wimbledon XT wird also nur in größeren Notebooks zum Einsatz kommen können, die eine ausreichend dimensionierte Kühlung ermöglichen. Bei unserem M18x R2 heißt dies: 2x 100 Watt für die GPU und 55 Watt für die CPU – das Kühlsystem muss also entsprechend üppig dimensioniert worden sein. Deutliche Schwächen gegenüber NVIDIAs Optimus-Technik hat bislang stets AMDs Automatik offenbart. Das ist bei unserem Luna P370 allerdings weniger von Bedeutung, denn ein automatisches Umswitchen zwischen integrierter GPU und dem CrossFire-Verband ist nicht vorgesehen. Es ist zwar möglich, auf Intels HD4000 zu wechseln, dafür muss der Rechner aber neu gestartet werden. Ob das in der Praxis allerdings häufig passieren wird, steht auf einem anderen Blatt.

Vergleichsweise vernünftig aber keineswegs sparsam geht es im Storage-Segment zu. Das Luna P370 setzt auf eine 120 GB fassenden OCZ Nocti-SSD als Systemlaufwerk, also auf ein mSATA-Laufwerk. Die OCZ Nocti gehört zwar bekanntlich nicht zu den schnellsten Laufwerken, vermittelt aber dennoch das prinzipielle SSD-Feeling und ermöglicht den theoretischen Einsatz von zwei weiteren 2,5-Zoll-Laufwerken im Clevo-Barebone. Einer dieser Slots ist in unserer Testkonfiguration mit einer 750 GB fassenden Seagate Momentus XT, also einem Hybrid-Laufwerk belegt. Der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB recht üppig dimensioniert – in der Praxis entspricht das aber dem Standard der aktuellen High-End-Klasse. Abgerundet wird die Hardware-Ausstattung von einem Blu-ray-Player, der auch in der Lage ist, DVDs zu beschreiben.

Hawkforce Luna P370
Hardware 
Prozessor: Intel Core i7-3740QM
Prozessor - Grundtakt: 2,7 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,7 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 6 MB
Arbeitsspeicher 16 GB - DDR3
Grafikkarte 2x AMD Radeon HD 7970M
Grafikkarte - Grafikspeicher 2x 2 GB - GDDR5
Festplatte 1x 120 GB + 1x 750 GB
Festplatte - Geschwindigkeit SSD + HDD
Optisches Laufwerk Blu-ray
Monitor 
Display - Diagonale: 17,3 Zoll
Display - Auflösung: 1920 x 1080
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: nein
Display - LED: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 103
Tastatur - Numblock: ja
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Tablet-PC: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort: 1
VGA: -
USB 2.0: 1
USB 3.0 4
Firewire -
eSATA: 1 / shared
Audio: Line-Out / Line-in / Mik / Digital
Gehäuse 
Akku: 89,2 Wh
Material: Kunststoff + Aluminium
Abmessungen: 419 x 286 x 49,7
Preis und Garantie 
Preis: ca. 2300 Euro
Garantie: 24 Monate

 


 

Bevor wir uns auf der kommenden Seite mit dem elementaren Gebiet, der Gaming-Performance beschäftigen, wollen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Systemleistung unserer Testkonfiguration werfen.

Cinebench 11

7-Zip

Der Vergleich mit dem P722 ist ein wenig unfair, schließlich nutzt Schenkers Alles-was-geht-Konfiguration eine Extreme Edition. Es zeigt sich allerdings wieder einmal, dass der Aufpreis auf die brutal teuren EE-Modelle aus reiner Leistungssicht kaum gerechtfertigt werden kann. Das i7-3740QM liefert eine erstklassige Performance ab, kann sich in internen Vergleichen aber nur minimal von seinem Vorgänger absetzen. Der im MSI GT70 eingesetzte i7-3610QM wird aber auf die Plätze verwiesen. Aus reiner Preis-Leistungs-Sicht sind i7-36xx-CPUs aktuell noch immer die interessantesten Vertreter. Eines steht fest: Für sämtliche Non-Gaming-Anwendungen hat unser Hawkforce Luna P370 mehr als genügend Performance in Petto.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

Der Speicherdurchsatz liegt auf dem von aktuellen 4-Kern-i7-Modellen gewohnten sehr hohen Niveau. Wie erwartet fällt die eingesetzte OCZ-Nocti merklich hinter die Konkurrenz zurück. Das gewohnt smoothe SSD-Feeling kommt zwar auf, wer allerdings maximale Performance in diesem Segment auf seinem Wunschzettel stehen hat, der sollte besser auf ein 2,5-Zoll-Modell switchen, von denen ohnehin zahlreiche Varianten im Programm sind.

PC Mark 7

Im PC-Mark zeigt sich, dass die drei Testkandidaten von der ermittelten System-Performance dicht beieinanderliegen – jedes Modell kann hier ein wenig von seinen individuellen Stärken profitieren, das GT70 macht beispielsweise Boden mit seinem extrem schnellen SSD-RAID gut.

 


 

Nun geht es aber ans Eingemachte, die beiden Radeon HD 7970M müssen zeigen, was in ihren Shader-Einheiten steckt.

3D Mark 11

Call of Juarez

Streetfighter Benchmark

Resident Evil 5

Stalker Benchmark

In den meisten Benchmarks hat die GTX-680M-SLI-Kombination die Nase vorn, bei Battlefield kann sich das AMD-Gespann aber absetzen. Mehr als flüssige Frameraten können aber mit beiden Dual-GPU-Setups erzielt werden, weshalb wir an dieser Stelle den Vorteil aufseiten von AMD sehen. Der enorme Mehrpreis des SLI-Setups wird durch den teils nur marginalen Vorsprung auf keinen Fall egalisiert.

Das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis des P370M wird im Vergleich mit MSI GT70 deutlich, das teurer ist, aus reiner Leistungssicht aber nicht an unseren Testkandidaten heranreichen kann.

Wer sich mehr Benchmarks wünscht: Hier sind weitere Vergleiche zwischen GTX 680M SLI und Radeon HD 7970M CF zu finden.

 


 

Äußert flexibel gestaltet sich das Hawkforce Luna P370 beim Display. Neben dem bei unserem Test-Modell verbauten Standard-Panel gibt es zwei weiteren Display-Optionen. Zum einen wird ein Wide-Gammut-Panel von LG angeboten, zum anderen ein 120-HZ-Modell, das den 3D-Betrieb ermöglicht. Bei dieser Auswahl sollte wirklich jeder fündig werden.

Subjektive Bewertung + iColor Display

Die Zeiten von Glare-Displays scheinen immer mehr gezählt zu sein. Auch unser Testmuster Luna P370 besitzt erfreulicherweise ein mattes Display. In Kombination mit den guten Messwerten des Displays wird so eine fast maximale Flexibilität bei der Aufstellung des Notebooks gewährleistet.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Das von Clevo verbaute Panel besaß in unseren Tests eine native Farbtemperatur von 6541 Kelvin, trifft also fast den fotoneutralen Wert von 6500 Kelvin – Fotofans müssten bei unserem Testmuster also kaum nachkalibrieren, gerade dieser Wert kann im Zuge der Serienstreuung aber recht leicht variieren. Fernab der Zahlen kann dem Luna P370 eine angenehme und nie überzogene Darstellung attestiert werden, Farben wirken subjektiv aber natürlich weniger knackig als bei einem Glare-Panel – uns stört das aber nicht im Geringsten.

Hawkforce Luna P370

Dank der matten Oberfläche, dem sehr hohen Kontrast und der angenehm hohen Luminanz sind auch gelegentliche Outdoor-Einsätze für unseren heutigen Testkandidaten nicht wirklich ein Problem. An dieser Stelle limitiert das Display weniger als das hohe Gewicht – gerade bei Ultrabooks ist es oft anders herum. Da Hawkforce auf ein TN-Panel setzt, fallen die Blickwinkel nicht allzu groß aus, liegen aber auf dem normalen Niveau für eben jene Panel-Technik. Wird das P370 allein genutzt, entstehen aber keine Einschränkungen.

Messergebnisse:

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

In den Benchmarks kann das eingesetzte Panel überzeugen. Es ist mit 346 cd/m² sehr hell und bietet mit 1153:1 sogar einen noch besseren Kontrast. Auch die Homogenität der Ausleuchtung liegt mit 84,94 Prozent auf einem ansprechenden Level.


 

Temperatur-Entwicklung:

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Hawkforce setzt auf eine etwas optimierte Kühlung des P370-Barebones. Mehr dazu ist im entsprechenden Sammelthread in unserem Forum zu finden. Sprünge gegenüber der Stock-Lösung sind natürlich nicht zu erwarten, wir können aber festhalten, dass unser Luna P370 bei der Spitzenbelastung stets im angenehmen Temperatur-Bereich agiert

Lautstärke-Entwicklung:

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Nichts geändert hat sich an der maximalen Lautstärke unseres Testkandidaten. Das P370 ist und bleibt ein lauter Geselle, der im Grenzbereich in die Regionen „unangenehm laut“ vordringt. Damit steht es im Bereich der High-End-Gamer zwar nicht allein da, dass es deutlich leiser geht, zeigen aber doch so manche Geräte. Hier würden wir uns für die kommenden Generationen endlich einmal Fortschritte von Clevo wünschen.

Throtteling:

Hawkforce Luna P370

Keine Probleme konnten wir in unserem Throtteling-Test ausfindig machen. Trotz theoretischer Maximallast (Furmark + Prime) arbeitet die verbaute CPU kontinuierlich an ihrem Maximum.


 

Akkulaufzeit:

Hawkforce Luna P370

Das Luna P370 kommt mit einem recht üppig dimensionierten Stromspeicher mit 89,2 Wh daher. Muss es aber auch, denn die verbaute Hardware ist natürlich alles andere als anspruchslos – und noch dazu greift bei unserem CrossFire-Setup AMDs automatische Grafikumschaltung nicht. Entsprechen gering fällt bereits das Durchhaltevermögen im Idle aus – und schmilzt natürlich unter Last noch einmal weiter zusammen.

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Wirklich mobil ist unser Testkandidat also nicht, es wird aber dennoch mehr Mobilität geboten, als man es von einem Gaming-Monster dieser Dimension erwarten würde. Man kann das Luna P370 also problemlos im Sommer auf dem Balkon oder Terasse betreiben, surfen und sogar ein wenig zocken. Noch dazu macht einem auch das Display keinen Strich durch die Rechnung.

Stromverbrauch:

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

Es sollte niemanden überraschen, wirklich genügsam zeigt sich unser Testkandidat auch dann nicht, wenn es an der Steckdose hängt. Dennoch zeigen sich beide Radeon GPUs nicht ganz so stromhungrig, wie ein SLI-Setup, bestehend aus zwei GTX 680M.

 


 

Das Hawkforce Luna P370 ist eine High-End-Gaming-Maschine für Enthusiasten – nicht mehr und auch nicht weniger. Dank der Nutzung von zwei Radeon HD 7970M werden aber nicht nur maximale Frameraten geboten, sondern der Geldbeutel sogar geschont – sofern das in diesen Regionen überhaupt noch möglich ist.

{jphoto image=30035}

Clevo hat bei seinem neuen Barebone P370, auf dem das Luna P370 aufbaut, vieles richtig gemacht. Das Case besitzt ein klassisches Design, das zwar nicht ausgesprochen modern wirkt, aber ohne Frage das Zeugs zum Evergreen hat. Anders als viele Konkurrenz-Produkte kann man unseren Testkandidaten sicherlich auch noch in einigen Jahren gut anschauen. Die Materialwahl weiß zu gefallen, denn der Mix aus Soft-Touch-Lack (auch wenn Alienware hier noch immer die Referenz ist) und Edelstahl im Bereich des Deckels bzw. der Handballenauflage kann ohne Frage gefallen. Die Verarbeitungsqualität kann ebenso überzeugen. Klar ist aber, dass ein Gerät, das zwei der aktuell schnellsten GPUs aufnehmen kann, natürlich alles andere als klein und handlich ist. Mit einem Gewicht von knapp 4 kg und einem 17-Zoll-Gehäuse ist das P370 im Grunde genommen aber handlicher als viele Konkurrenten.

Die Anschlussausstattung kann überzeugen, es sind alle Schnittstellen in angemessener Zahl vorhanden. Schade ist es aber, dass Clevo auf der linken Gehäuse-Seite keinen USB-Anschluss integriert hat.

Die eingesetzte Tastatur gehört im Grunde genommen mit zum Besten, was es aktuell am Markt gibt. Die Tasten besitzen einen superben Druckpunkt, was nicht nur beim Gamen, sondern auch beim Verfassen von längeren Texten ein enormer Vorteil ist. Noch dazu integriert Clevo eine Hintergrundbeleuchtung, was ebenfalls eine feine Sache ist. Leider verbaut man sich mit dem teils wirren Tastaturlayout aber viel Sympathie. Der Umgewöhnungsprozess wird so nur unnötig in die Länge gezogen. Da auf dem Top-Case eigentlich genügend Platz gewesen wäre, eine unnötige Einschränkung. Das Touchpad weiß zu gefallen, könnte aber gerne noch einmal etwas bessere Gleiteigenschaften besitzen.

Über jeden Zweifel erhaben ist natürlich die Leistung. Die beiden Wimbledon-XT-GPUs pushen die Frameraten nahe ans Maximum und erlauben so auch bei höchsten Auflösungen und maximalen Qualitätseinstellungen ein flüssiges Spielerlebnis. Ein GTX 680-SLI-Setup ist zwar, von Battlefield einmal abgesehen, noch einmal einen Tick schneller. Gemessen am happigen Aufpreis von 600 Euro, erachten wir die Dual-AMD-Lösung aktuell als bessere Wahl. Beinahe schon unter geht der Prozessor, aber auch Intels Core i7-3740QM liefert eine erstklassige Leistung ab und bietet in allen Lebenslagen mehr als genügend Reserven. Weniger gut gefällt uns da die OCZ Nocti SSD, die als Systemlaufwerk verbaut wurde. Da gibt es aktuell schnellere Lösungen.

Eine erstklassige Leistung liefert das matte Standard-Panel ab. Es ist sehr hell und kontrastreich und bietet eine angenehme Farbdarstellung. Die Blickwinkel sind zwar TN-typisch nicht allzu groß, reichen aber für den normalen Einsatz mehr als aus.

Keine Abstriche müssen bei der Kühlung gemacht werden. Der 17-Zoll-Maxi erwärmt sich nicht über Gebühr und das Throtteling-Phänomen konnten wir in unseren Tests trotz theoretischer Maximallast nicht herbeiführen. Leider wird der 17-Zöller aber dennoch recht laut – das ist aber ein typisches Problem von Clevo-Barebones.

Abschließend ist es auch kein Wunder, dass der Stromverbrauch das Prädikat „Nicht-Grün“ verdient – damit muss bei einem solchen Setup aber immer gerechnet werden. Dank eines riesigen Akkus hält das P370 aber doch fernab der Steckdose durch.

Alles in allem ist das Hawkforce Luna P370 ein Extrem-Gamer, wie er im Buche steht und kann sich daher über einen Excellent-Hardware-Award freuen.

eh hawkforce luna s

Positive Aspekte des Hawkforce Luna P370:

Negative Aspekte des Hawkforce Luna P370: