Test: MSI GT70 - Zweiter Anlauf mit GTX 680M

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msi gt70 teaser kleinBereits zum zweiten Mal erreicht uns das MSI GT70, ein Gaming-Notebook, das uns bereits beim ersten Aufeinandertreffen durchaus überzeugen konnte. Nun liegt uns das GT70 erneut vor, kann nun aber auf NVIDIAs aktuelle Top-GPU GeForce GTX 680M und ein noch einmal schnelleres RAID-System zurückgreifen. Ob MSIs Gaming-Bomber im zweiten Anlauf einen Excellent Hardware Award einbringt, das werden wir nun klären.

Der PC-Markt ist im stetigen Wandel – das ist keine allzu überraschende Aussage. Entsprechend schwierig ist es daher auch für die Anbieter von Notebooks. Die beliebten Geräte werden zum Launch zwar meist in mehreren Konfigurationen angeboten, kommt aber eine neue GPU auf den Markt, wie in diesem Fall die GTX 680M, die endlich Kepler-Gene in das Top-Segment der Mobile-GPUs befördert, entsteht oft ein Vakuum. Kleine Built-to-Order-Anbieter können hier oft schnell ein entsprechendes Upgrade anbieten, große Hersteller mit entsprechend langen Validierungsprozessen tun sich da etwas schwerer. Umso erfreulicher ist es da, dass es MSI mit dem GT70 vergleichsweise flott geschafft hat, ein aktualisiertes Gerät auf den Markt zu bringen.

Entsprechend wollen wir einen zweiten Blick auf das GT70 werfen. Klar, am Gehäuse hat sich nichts geändert, sodass MSIs Gamer noch immer mit einem Aluminium-Case, einer Steelseries-Tastatur und einem Dynaudio-Soundsystem aufwarten kann und so doch den ein oder anderen Unterscheidungspunkt zur Konkurrenz in Form des Schenker Notebooks P702 (zum Test), des ASUS G75 (zum Test), des Alienware M17x (zum Test) oder des One M73-2N (zum Test) ins heiß umkämpfte Gaming-Segment führen.

Darüber hinaus kann das GT70 mit einem Core i7-3610QM, der besagten GeForce GTX 680M und einem SSD RAID aufwarten, das es auf 256 GB Speicherplatz bringt. Die Grundvoraussetzungen stimmen also schon einmal. Klar ist dabei aber auch, dass der Preis nun deutlich höher liegen muss als bei unserer ersten Begegnung mit dem GT70, das es noch auf rund 1800 Euro gebracht hat. So ruft MSI nun sportliche 2700 Euro auf, was uns unweigerlich in die High-Class der Gaming-Notebooks führt.  Den hohen Preis möchte MSI aber nicht nur mit einer potenten Hardware-Konfiguration rechtfertigen, sondern auch mit einem aufgebohrten Zubehör-Paket. So gibt es das Gaming-Headset Steelseries Siberia V2, die Gaming-Maus Steelseries Kinzu V2 und ein Gaming-Mauspad, das ebenfalls von Steelseries stammt, mit dazu. Darüber hinaus wird die Garantiezeit auf 36 Monate erweitert.

Da es sich im Grunde genommen um ein schon bekanntes Gerät handelt, werden wir viele Teile unseres ersten GT70-Tests übernehmen, aber natürlich genauer auf die gesteigerte Leistung eingehen.

 


 

Die großen Anbieter legen Wert darauf, ihre eigene Corporate Identity in das Gehäuse-Design förmlich einbrennen zu lassen – schön zu sehen beispielsweise bei den Alienware-Geräten. Ein Blick genügt und man weiß sofort, mit welchem Gerät man es zu tun hat. Schwieriger ist die Angelegenheit für MSI, denn der eigene Barebone wird schließlich auch von vielen BTO-Anbietern genutzt. Dennoch gelingt es MSI, in kleinen aber feinen Details für die nötigen Unterscheidungsmerkmale zu sorgen.

MSI GT70

Der erste und wohl größte Unterschied zu den BTO-Geräten besteht in der Materialwahl. Auf den klassischen „Knick“ im Deckel, der bei Medion beispielsweise wie LEDs beleuchtet wird, verzichtet MSI aber.

MSI GT70

Das Top Case greift die Optik und Formensprache des Deckels auf, erweist sich in diesem Fall (anders als bei der BTO-Version) ebenfalls nicht als Blender. Die Handballenauflage wird tatsächlich aus Aluminium gefertigt, was sehr hochwertig wirkt und haptisch einen angenehmen Eindruck hinterlässt.  Zudem kann man sich so geschickt von der BTO-Konkurrenz absetzen.

Gerade bei älteren Generationen wusste MSI stets mit einer sehr eigenwilligen und auffälligen Gestaltung im Innenraum auf sich aufmerksam zu machen. Die aktuelle Generation fällt zwar nicht mehr ganz so extrovertiert aus. Dass es sich um ein MSI-Produkt handelt, das erkennt man dennoch auf den ersten Blick. Das Touchpad läuft trapezförmig zu und die Lautsprecherabdeckungen setzen sich in Silber klar vom restlichen Gerät ab. Wirklich polarisierend ist das aber nicht.

MSI GT70

Das MSI GT70 wiegt 3,8 kg bei einer maximale Bauhöhe von 55 mm. Damit gehört MSIs 17-Zöller ohne Frage in die Kategorie „Desktop Replacement“, denn einen solchen Brummer möchte man nur ungern regelmäßig umherschleppen. Die Verarbeitungsqualität sowie die Materialgüte gehen in Ordnung. Gerade mit dem Alienware M17x R4 (zum Test) kann MSIs 17-Zöller aber nicht mithalten.

Der verbaute Akku bringt es auf 87 Wh, was einen nicht unerheblichen Teil des Gewichts ausmacht. Wie sich das GT70 hinsichtlich seiner Akkulaufzeit schlägt, das klären wir im weiteren Verlauf des Tests.

 


 

Besonders gespannt sind wir darauf, wie sich das MSI GT70 in der Disziplin der Eingabegeräte verkaufen kann, schließlich setzt man auf die Kooperation mit Steelseries.

MSI GT70

Die Tastatur war bislang ohne Frage einer der Schwachpunkte des MSI-Barebones, denn starkes Flexing und ein ohnehin schon kaum überzeugender Druckpunkt erwiesen sich in Kombination mit einem gewöhnungsbedürftigen Tastaturlayout alles andere als optimal.
So gesehen bringt die Kooperation mit Steelseries ohne Frage einen entscheidenden Vorteil, denn die Tastatur des GT70 kann mit an herrlichen präzisen Druckpunkt aufwarten, der auch nicht von einem störenden Flexing beeinflusst wird, da das Top-Case deutlich stabiler ausfällt als bei vielen der Barebone-Versionen. Gaming-typisch verzichtet MSI auf die linke Windows-Taste, was vor der unbeabsichtigten Betätigung während des Spiels schützen soll.

Ist die Steelseries-Tastatur nun aber wesentlich besser als andere sehr gute Notebook-Tastaturen? Unseres Erachtens nicht. Gerade Clevo verbaut bei seinem aktuellen 17-Zoll-Barebone P170EM eine exzellente Tastatur und auch ASUS und Alienware statten ihre Gaming-High-Ender mit überzeugenden Keyboards aus. Fällt der Vorteil der Steelseries-Tastatur im Vergleich mit der Barebone-Tastatur mehr als überzeugend aus, relativiert sich dieser Vorteil also recht schnell, wenn man sich im hochpreisigen Konkurrenz-Niveau umsieht. Falsch macht man mit der Steelseries Tastatur aber ohne Frage nichts.

MSI GT70

Was von der Barebone-Version aber bleibt, ist allerdings das gewöhnungsbedürftige Tastaturlayout im Bereich der Enter-Taste. Nicht nur, dass die Entertaste nach amerikanischem Vorbild nur mit halber Höhe ausgeführt wurde. Noch dazu fällt die Numblock „0“ sehr schmal aus und konkurriert mit der rechten Pfeiltaste. Damit nicht genug fällt die rechte Shift-Taste sehr klein aus und das sonst neben dem  „Y“ platzierte „<“ wandert rechts neben die Leertaste. Alles in allem sind das nach unserem Geschmack ein paar Änderungen zu viel, um einen halbwegs reibungslosen Übergang zwischen Desktop und Notebook zu gewährleisten.

MSI GT70

All diese Kompromisse werden eingegangen, um einen Numblock zu ermöglichen. Das sollte bei einem 17-Zöller eigentlich kein Problem darstellen. Da sich MSI aber für einen recht breiten Rahmen entscheidet, werden leider einige Zentimeter an Platz verschenkt. Und gerade die sind es, die die zahlreichen Änderungen im Tastaturlayout nötig machen. Hier wäre es besser gewesen, entweder auf den Numblock zu verzichten oder den Rand des Gehäuses zu minieren.

MSI GT70

Das Touchpad fällt mit 85 x 45 mm in der heutigen Zeit nicht mehr allzu groß aus, verrichtet seinen Dienst aber weitestgehend unauffällig. Die Gleiteigenschaften sind ordentlich, die Präzision für den normalen Einsatz vollkommen ausreichend. Gerade ein Gaming-Gerät im DTR-Segment wird aber wohl ohnehin meist nur mit einer dedizierten Maus betrieben.

Noch nicht eingegangen sind wir auf die Beleuchtungsmöglichkeiten, die das MSI GT70 bietet. Die Tastatur kann beleuchtet werden, was sich in dunklen Umgebungen als sehr angenehm erweist – und sich aktuell in der Oberklasse immer mehr zum guten Ton entwickelt. Damit hat sich MSI aber nicht begnügt, sondern eine in drei Zonen unterschiedlich beleuchtbare Tastatur integriert. Einige der Beleuchtungsmöglichkeiten haben wir in der unten stehenden Galerie zusammengefasst. An das Ausmaß von Alienwares Beleuchtungsprogramm reicht MSI dabei aber nicht heran, denn die Amerikaner bieten deutlich mehr Stellen, die sich verändern lassen und eben nicht nur die Tastatur.

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Natürlich wollen wir auch bei diesem Test die Connectivity nicht außer Acht lassen. Gerade bei einem DTR-System ist eine üppig vorhandene Anschlussausstattung natürlich besonders wichtig, sollen doch nach Möglichkeit alle Peripherie-Geräte problemlos Anschluss finden.

MSI GT70

Auf der linken Seite verbaute MSI drei USB-Anschlüsse, die allesamt den modernen 3.0-Standard verfügen. So steht auch dem Transport von großen Datenmengen nichts mehr im Wege. Weiterhin gibt es vier Klinke-Buchsen für ein umfangreiches Soundsetup und einen Card-Reader. Unterschiede zum Barebone gibt es hier kaum, der einzige Unterschied besteht darin, dass die Klinkebuchsen beim GT70 vergoldet sind. Ob das einen wirklichen klangtechnischen Unterschied macht, darf allerdings bezweifelt werden.

MSI GT70

Analog zu den BTO-Modellen wird auch beim GT70 die Rückseite mit Buchsen bedacht, was bei einem Desktop-Replacement-System sehr löblich ist und für einen aufgeräumten Schreibtisch sorgen kann. Mit HDMI und VGA kommen an dieser Stelle die beiden Schnittstellen zur Bildausgabe zum Einsatz. Ebenso sind mit eSATA und RJ45 zwei weitere Ports zum Datenaustausch vorgesehen. auch darf an dieser Stelle natürlich der Stromanschluss nicht fehlen. Schlussendlich hätten wir uns noch einen rückwärtigen USB-Anschluss gewünscht.

MSI GT70

Die rechte Seite wird vom optischen Laufwerk dominiert. Direkt davor sitzen zwei weitere USB-Anschlüsse, die allerdings nur als 2.0-Variante ausgeführt wurden. Da es aber auch reichlich USB-3.0-Ports gibt, soll uns das an dieser Stelle nicht weiter stören.

 


 

Bislang gab es natürlich kaum etwas Neues über das GT70 zu berichten, schließlich lag uns der genutzte Barebone bereits vor. Anders sieht es da schon bei der Hardware-Zusammenstellung aus, auf die wir im Folgenden genauer eingehen wollen.

MSI GT70

Das Herzstück unseres MSI GT70 ist Intels aktueller Core i7-3610QM, bei dem es sich um das Brot-und-Butter-Modell des 2012er-Line-ups handelt. Intels kleinster 4-Kerner der 45-Watt-Klasse (in Form des i7-3612QM gibt es bei Ivy Bridge erstmals auch einen Quadcore mit 35 Watt) besitzt einen Grundtakt von 2,3 GHz und erreicht im maximalen Turbo-Betrieb 3,3 GHz. Der L3-Cache, der im 22-nm-Verfahren gefertigten CPU, beläuft sich auf 6 MB. Natürlich ist auch Intels neue HD4000 mit an Bord, die mit 650 MHz Basistakt und einem Turbo-Tempo von 1100 MHz betrieben werden kann.

MSI GT70

Jetzt wollen wir uns aber der GeForce GTX 680M widmen, die auf NVIDIAs GK104-Kern basiert und wie alle Kepler-Karten im 28-nm-Verfahren produziert wird. Ähnlich wie es Intel bei seinen Ivy-Bridge-Prozessoren handhabt, nutzt NVIDIA den Shrink des Produktionsverfahrens nicht, um einen niedrigen Stromverbrauch zu realisieren, sondern hält an der 100-Watt-Marke, die für High-End-GPUs im Notebook schon eine ganz Zeit lang gilt, fest. 

Im Vergleich zum bisherigen Top-Modell, der GeForce GTX 675M, ist die Anzahl der Shadereinheiten entsprechend deutlich angestiegen. Setzt man bei Fermi noch auf 384 Shadereinheiten, sind es nun 1344 Shadereinheiten – eine satte Steigerung. Der Kerntakt beläuft sich auf 720 MHz, auf eine Boost-Funktion, wie man sie auch von Desktop-Kepler kennt, verzichtetet NVIDIA beim GK104-Chip hingegen – das ist ein wenig verwunderlich, hat man eben jene Technik bei der GeForce GTX 660M doch implementiert. Abgerundet wird der Prozessor von 32 ROPs und 112 TMUs.

Beim Grafikspeicher geht NVIDIA in die Vollen und spendiert seiner GeForce GTX 680M satte 4 GB an GDDR5-RAM. Ob eine so üppige Speicherausstattung im Notebook sinnvoll ist, steht indes auf einem anderen Blatt. Unsere Tests im Desktop-Segment haben gezeigt, dass die Frameraten erst bei sehr hohen Auflösungen und extremsten Qualitätseinstellungen von den zusätzlichen Gigabyte profitieren – ob gerade erstere häufig im Notebook-Segment zum Einsatz kommen werden, ist fraglich.

MSI zielt mit der vorliegenden Version des GT70 auf das absolute High-End-Klientel ab, eine flotte Grafikkarte allein ist da nicht ausreichend, da muss es schon ein wenig mehr sein. Entsprechend hat man sich auch beim SSD-RAID etwas einfallen lassen und setzt nun nicht mehr wie bei der kleineren Version auf zwei 64 GB-SSDs, sondern direkt auf zwei 128 GB-Modelle.  Laut MSI soll beim neuen „Super-RAID“ aber nicht nur die Kapazität, sondern auch der Datendurchsatz steigen. Damit auch größere Datenmengen gespeichert werden können, gibt es daüber hinaus eine Als Auch der Arbeitsspeicher wurde aufgestockt, sodass nun 16 GB vorhanden sind. Einen merklichen Vorteil in der Praxis wird es wohl kaum geben, im High-End-Segment kommt man aktuell mit 8 GB aber nicht mehr weit.

MSI GT70
Hardware 
Prozessor: Intel Core i7-3610QM
Prozessor - Grundtakt: 2,3 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,3 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 6 MB
Arbeitsspeicher 16 GB - DDR3
Grafikkarte NVIDIA GeForce GTX 680M
Grafikkarte - Grafikspeicher 4 GB
Festplatte

2x 128 GB + 1x 750 GB

Festplatte - Geschwindigkeit 2x SSD + HDD
Optisches Laufwerk Blu-ray
Monitor 
Display - Diagonale: 17,3 Zoll
Display - Auflösung: 1920 x 1080
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: nein
Display - LED: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 3 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 103
Tastatur - Numblock: ja
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Tablet-PC: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort: -
VGA: 1
USB 2.0: 2
USB 3.0 3
Firewire -
eSATA: 1
Audio: Line-Out / Lin-in / Mic /Digital
Gehäuse 
Akku: 87 Wh
Material: Aluminium
Abmessungen: 428 x 288 x 55 mm
Preis und Garantie 
Preis: ca. 2700 Euro
Garantie: 24 Monate

 


 

Auch wenn das interessanteste Upgrade ohne Frage die verbaute GTX 680M ist, so ist auch in diesem Kapitel bereits eine leichte Abweichung gegenüber dem kleineren Modell zu erwarten, denn es soll schließlich auch ein verbessertes SSD-RAID zum Einsatz kommen.

Cinebench 11

7-Zip

In den ersten Messungen liegen die Ergebnisse beinahe gleichauf, was mit Hinblick auf die verbaute CPU kein allzu großes Wunder ist. Es wird also wie beim i7-3610QM üblich mehr als genügend Systemleistung geboten. Ein schnelleres und natürlich deutlich teureres Modell wird aktuell nur in Sonderfällen benötigt.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

War das erste GT70 im SSD-Bereich dank des RAIDs schon „sauschnell“, so kann das neue Top-Modell noch einmal eine Schippe drauflegen und schrammt so bereits an der 1 GB/s-Marke – und ist damit das bislang schnellste von uns gemessene Notebook. Ob das auf der anderen Seite aber wirklich vonnöten ist, sei einmal dahingestellt. Bereits eine normale SSD im Single-Betrieb ist extrem schnell, und fühlt sich sehr smooth an. Zudem erkauft man man sich die enorme Leistung eines RAID0-SSDs natürlich mit einem merklich gesteigerten Ausfallrisiko.

PC Mark 7

Die höhere SSD- aber natürlich auch GPU-Leistung schlägt sich auch im PC Mark nieder, sodass das GT70PH mit einer rund 10 Prozent höheren Leistung aufwarten kann.

 


 

Interessant sind nun natürlich die Gaming-Benchmarks, auch wenn die GTX 680M bereits mehr als einmal zeigen konnte, was in ihr steckt.

3D Mark 11

Call of Juarez

Streetfighter Benchmark

Resident Evil 5

Stalker Benchmark

Alles in allem ist es so nicht verwunderlich, dass das GT70PH auch in den Gaming-Benchmarks vollends überzeugen kann. Das GT70 lässt wieder einmal die Muskeln spielen und stellt alle aktuellen Games auch in der hohen nativen Auflösung ruckelfrei dar. Noch einmal merklich schneller geht es eigentlich nur mit einem SLI-Setup, das fordert den Geldbeutel aber noch einmal ein gutes Stück mehr.

 


 

Subjektive Bewertung + iColor Display

MSIs Barebone hatte im letzten Jahr ein wenig die Vorreiterrolle inne und brachte matte Displays in den bezahlbaren Bereich. Da ist es kein Wunder, das auch das GT70 mit dem gleichen matten Panel daherkommt. Wie aktuell üblich setzt MSI bei seinem 17-Zoll-Panel auf die FullHD-Auflösung – eine Kombination, die sich in der Vergangenheit schon sehr oft als stimmig erwiesen hat.

MSI GT70

Gerade bei einem Desktop-Replacement-System ist es, anders als bei Ultrabooks, im Grunde genommen nicht essenziell, ein mattes Display zu verbauen, wird ein 17-Zoll-Maxi doch wohl in den meisten Fällen nur im Indoor-Einsatz genutzt werden. Gerade wenn es um die Flexibilität der Aufstellung geht, kann sich eine matte Oberfläche als sehr angenehm erweisen.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Subjektiv kann das Panel mit einer ordentlichen Leuchtkraft und einem hohen Kontrast aufwarten, sodass auch der Einsatz in sehr hellen Umgebungen ohne größere Probleme vonstattenging. Typisch MSI ist die Tatsache, dass das Display leicht grieselig wirkt. Das stört in der Praxis so gut wie gar nicht. Im direkten Vergleich mit anderen Geräten sieht man aber, dass es eben doch schärfer geht. Damit kämpfen aktuell aber alle MSI-Barebones.

Die Farbabstimmung kann als angenehm eingestuft werden. Sind Gaming-Geräte sonst meist etwas poppiger abgestimmt, hat sich MSI für eine neutralere Darstellung entschieden. Foto-Fans sollten das Display aber dennoch etwas nachkalibrieren. Die Blickwinkelunabhängigkeit liegt dabei auf dem normalen Niveau für ein TN-Panel  - horizontal geht die Stabilität in Ordnung, vertikal verschwimmen die Farben leider recht schnell.

Messwerte

Ausleuchtung

 

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

Das MSI GT70 zeigt wieder einmal schön, wie groß die Serienstreuung in einer Gerätereihe sein kann. Unser zweites Gerät ist trotz des gleichen Panels rund 70 cd/m² heller als das erste Testgerät. Die höhere maximale Helligkeit schlägt sich aber auch in einem höheren Schwarzwert nieder, sodass das Kontrastverhältnis auf 572:1 absinkt. Das ist aber noch immer ein ordentlicher Wert für ein mattes Panel, sodass es hier rein subjektiv kaum merkliche Abweichungen gibt. Erneut auf seinem hohen Niveau pendelt sich die Homogenität der Ausleuchtung ein.

 


 

Temperatur-Entwicklung:

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Die Temperatur-Entwicklung des MSI GT70 kann sich sehen lassen. Sowohl im Idle als auch unter Last werden keine brenzlichen Bereiche erreicht. Im direkten Vergleich mit dem ersten GT70 können sich die Temperaturen ebenfalls sehen lassen, denn trotz der merklich gesteigerten Gaming-Leistung wird das GT70 kaum wärmer. Auch wenn nicht davon auszugehen ist: Das GT70 könnte ohne Probleme auf den Oberschenkeln betrieben werden.

Lautstärke-Entwicklung:

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Die Lautstärke liegt im normalen Bereich aktueller Gaming-Notebooks. Im Idle ist vom GT70 noch nicht viel zu hören – was sich unter Last aber schnell ändert. Nach einem längeren maximalen Volllast-Betrieb dreht der verbaute Lüfter merklich auf und erreicht Bereiche, die sicherlich nicht jeder Nutzer als noch angenehm betrachten wird. Zwar legt MSI ein Headset bei, wird aber einmal ohne Kopfhörer gespielt, stört das GT70 erheblich – das gilt natürlich auch für umsitzende Personen, die nicht mit einem Headset gesegnet sind.

Throtteling:

MSI GT70

Wie bereits beim ersten GT70 konnten wir auch beim zweiten Modell Throtteling feststellen. Unter extremer Volllast (Furmark + Prime95) taktet die CPU auf 1200 MHz herunter. Das hört sich nun aber schlimmer an, als es wirklich ist. Da eine so extreme Last, wie wir sie mit den angesprochenen Programmen künstlich herbeiführen, in der Praxis nicht auftritt, wirkt sich dieses Phänomen nicht auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus. MSI betonte darüber hinaus, dass dieses Vorgehen als reine Vorsichtsmaßnahme gewählt wurde.

 


 

Akkulaufzeit:

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Der von MSI verbaute Akku bietet eine recht üppige Kapazität von 87 Wh, was mit Hinblick auf die verbaute Hardware sicherlich nicht die schlechteste Idee ist. Dass NVIDIAs aktuelle Kepler-Technik deutlich sparsamer zu Werke geht als noch der Fermi-Vorgänger, zeigt sich in unseren Messungen recht schnell. Das GT70 hält nun im Idle eine gute Stunde länger durch, was ein respektabler Fortschritt ist. Unter Last fordern die verbauten Komponenten dann aber natürlich ihren Tribut, sodass die Laufzeit merklich in die Knie geht.

Stromvebrauch:

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

Die Akkuergebnisse werden von den Messungen des Stromverbrauchs unterstrichen. Im Idle werden rund 5 Watt weniger als bei der GTX 675M-Version verbraucht, während im Load-Betrieb beinahe exakt die gleiche Menge Strom aus der Steckdose gezogen wird.

 


 

Klangcheck:

Bis zu diesem Test hat es noch nicht zum Testparcours gehört, auf ausdrücklichen Leserwunsch hin, wollen wir einen kurzen Klangqualität-Test der verbauten Lautsprecher mit in unser Standard-Repertoire aufnehmen – und welches Gerät sollte sich da besser eignen, als das mit einem Dynaudio-Soundsystem ausgestattete GT70 von MSI.

MSI GT70

Gerade bei einem so gebrandeten Soundsystem sollte man sich grundsätzlich die Frage stellen, was von der Klangqualität eines Notebooks erwartet werden sollte. Die deutlichste Limitierung stellt natürlich erst einmal das Gehäuse eines Notebooks dar. Wir wissen: Das Volumen eines Lautsprechers ist durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Volumen. Was in erster Linie für den Tieftonbereich gilt, ist im Grunde genommen aber auch für den Hoch- und Mitteltonbereich nicht außer Acht zu lassen. Reichlich schlechte Voraussetzungen also, die ein Notebook im Grunde genommen mit sich bringt.

Klanglich gehört das MSI GT70 ohne Frage zur Oberklasse im Gaming-Segment und kann sich so vom G75, aber auch vom Alienware M17x absetzen. Die Höhen sind angenehm differenziert und lassen auch größere Lautstärken zu. Dass hingegen leichte Abstriche bei der Bühnenabbildung in Kauf genommen werden müssen, ist nicht sonderlich überraschend, wenn man bedenkt, wie nah die beiden Hochtöner zusammensitzen. Positiv fällt auch der Mitteltonbereich auf, der dem gesamten Klangbild ein natürliches Auftreten verleiht.
Abstriche müssen hingegen beim Tieftonbereich in Kauf genommen werden – was kein allzu großes Wunder ist. Gemessen daran, was wir sonst aus dem Notebook-Bereich kennen, kann das MSI GT70 aber auch hier mit einer runden Vorstellung aufwarten. Einen wirklichen Tieftonbereich sollte man hingegen natürlich nicht erwarten, denn mehr als einen Oberbass, der teils etwas zu dick aufgetragen ist, sollte man nicht erwarten. ASUS geht das Volumen-Problem mit einem kleinen externen Subwoofer an – der Vorteil dieser Lösung hält sich aber in Grenzen.

Leider gilt aber auch bei einem so hochwertigen Soundsystem wie dem Dynaudio-Setup des GT70, dass es mit dedizierten Setups der Mittelklasse nicht mithalten kann – hier zeichnet sich oft das zusätzliche Volumen am stärksten aus. Wer also den Platz auf dem Schreibtisch hat, sollte eine „echte“ Boxenlösung auch beim GT70 in Betracht ziehen.

 


 

MSI möchte mit dem GT70PH in die Premium-Klasse der Gaming-Notebooks aufsteigen, das unterstreicht nicht nur die extreme Leistung, sondern auch die Premium-Komponenten wie die Tastatur und das Soundsystem. Dass sich so viel Luxus auf den Preis auswirken muss, versteht sich da von selbst.

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MSI setzt im Grunde genommen auf ein Barebone-Gehäuse, das wir schon bei verschiedenen Anbietern, beispielsweise One oder Medion gesehen haben. Entgegen dem für BTO-Anbieter verfügbaren Gehäuse setzt MSI aber auf eine merklich hochwertigere Version, die großflächig auf Aluminium setzt und so merklich stabiler wirkt. Im direkten Vergleich mit der direkten Konkurrenz in Form des Alienware M17x (zum Test),  dem ASUS G75 (zum Test) oder auch dem Schenker Notebooks P702 (zum Test) fällt man aber zurück. Hier wird man gerade im Premium-Segment schnell das ein oder andere Problem bekommen. Sehr gut konnte erneut die Chiclet-Tastatur gefallen, die von Steelseries stammt und mit einem erstklassigen Tippgefühl und einem exzessiven Beleuchtungsmanagement daherkommt.

Performancetechnisch kann das MSI GT70PH auf der anderen Seite natürlich voll und ganz überzeugen, denn die verbaute Hardware liefert Leistung ohne Einschränkungen. Die ab jetzt eingesetzte GeForce GTX 680M ist extrem schnell und liefert auch in der hohen nativen Auflösung und mit hohen Qualitätseinstellungen noch ansprechende Frameraten. Noch dazu kann das verbaute SSD mit einer erstklassigen Performance aufwarten und legt unsere Messlatte im Notebook-Segment wieder einmal ein Stückchen höher – man muss allerdings beachten, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit, bedingt durch ein RAID0, stark steigt. Dass der verbaute i7-3610QM darüber hinaus wieder einmal eine erstklassige Leistung bietet, überrascht darüber hinaus nicht, sodass das GT70 in diesem Kapitel als rundum gelungen bezeichnet werden kann. Throtteling ist zwar noch immer vorhanden, wie beim ersten GT70 gilt aber auch hier: Einen Einfluss auf die tatsächliche Gaming-Leistung hat das Phänomen nicht.

Das verbaute FullHD-Display bietet eine ordentliche Darstellung, wirkt wie es bei aktuellen MSI-Barebones aber leider häufiger vorkommt ein wenig grieselig. Dafür kann das Panel in unserem zweiten GT70-Testmuster aber mit einer deutlich gesteigerten Helligkeit aufwarten, muss im Gegenzug dann aber auch mit einem etwas schlechteren Kontrast vorliebnehmen. Gemessen am hohen Preis des Top-Modells muss das Display daher auch etwas mehr Kritik einstecken, denn das G75 aber auch das P702 bieten hier beispielsweise eine deutlich bessere Qualität.

Im Lautstärketest wurde unser neues Testgerät etwas lauter als das erste GT70 und gehört zu den lauteren Gaming-Modellen. Zwar sollte man gerade in diesem Segment immer wieder einmal ein Auge zudrücken, das GT70PH liegt aber ohne Frage an der Obergrenze des noch Angenehmen. Die Temperaturen halten sich dafür in Grenzen, was nicht weniger wichtig ist.
Gerade im Idle-Betrieb kann das MSI GT70 von der effizienteren GTX 680M profitieren. Die Akkulaufzeit steigt, der Stromverbrauch sinkt. Unter Volllast zeigt sich auf der anderen Seite aber schnell, dass der leistungsstarken Hardware eben doch Tribut gezollt werden muss.

Alles in allem ist das MSI GT70PH ein Gaming-Notebook, bei dem die Performance an erster Stelle steht, das aber auch mit ansprechenden Detail-Lösungen wie einer Steelseries-Tastatur oder einem sehr guten Dynaudio-Soundsystem. In der exklusiven Preisklasse von rund 2700 Euro, in der das MSI GT70PH mitspielt, würden wir uns aber ein noch einmal etwas hochwertigeres Gehäuse und ein besseres Display wünschen.

Positive Aspekte des MSI GT70PH:

Negative Aspekte des MSI GT70PH: