Dell XPS 15 - Multimedia-Schönling

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dell xps15 teaser kleinDell hat in diesem Jahr sein Notebook-Portfolio ordentlich umgekrempelt und im Consumer-Bereich kein Stein auf dem anderen gelassen. Das neue Dell XPS 15 trägt zwar nicht das Ultrabook-Label der kleineren Geschwister, wartet aber mit der gleichen überzeugenden Optik, einer dedizierten Grafikkarte und einem FullHD-Display auf. Ob Dells MacBook-Konkurrent im täglichen Einsatz überzeugen kann, klärt unser Praxistest.

Dells XPS-Reihe hat in den letzten Jahren eine merkliche Veränderung durchlaufen. Bevor der Gaming-Spezialist Alienware übernommen wurde, standen die drei Buchstaben XPS im Dell-Portfolio für kompromisslose Gaming-Leistung. Seitdem Alienware bei Dell aber für so herrlich unvernünftige Gaming-Kracher wie das erst kürzlich getestete Alienware M18x R2 (zum Test) steht, wurde das XPS-Label stetig in Richtung der Lifestyle-Ecke verschoben.

Den Höhepunkt fand diese Entwicklung ohne Frage in diesem Januar, als die Amerikaner ihr erstes Ultrabook in Form des XPS 13 (zum Test) vorgestellt haben. Besonders überzeugend bei Dells flacher Flunder: Optik und Materialwahl. Da ist es nun um so erfreulicher, dass Dell auch die im Juni vorgestellten großen Geschwister XPS 14 und XPS 15 mit der neuen Designsprache, bestehend aus gebürstetem Aluminium, Softtouch-Lack und einer sehr flachen Formensprache bedacht hat.

Anders als der Urvater des neuen XPS-Designs, das XPS 13 oder aber auch das XPS 14 kommt unser heutiger Testkandidat ohne das aktuell so hippe Ultrabook-Label daher, bietet dafür aber ein optisches Laufwerk. Bei der CPU geht Dell ebenfalls in die Vollen und verbaut, wie bereits beim schon getesteten neuen Dell Inspiron 15R SE (zum Test), Intels aktuellen 4-Kerner Core i7-3612QM. Der Clou der CPU besteht darin, dass sie mit einer um 10 Watt niedrigeren TDP daherkommt als ihre Geschwister mit der gleichen Core-Anzahl. Wie der Name schon sagt, kommt das XPS 15 mit einem 15,6 Zoll durchmessenden FullHD-Panel daher, das allerdings hinter einer Glasscheibe versteckt wurde.

Als stattlich kann der Preis von Dells neuem Multimedia-15-Zöller angesehen werden. 1500 Euro werden für unseren Testkandidaten aufgerufen. Je nach Konfiguration ist aber mühelos auch ein Einstiegspreis von rund 2200 Euro möglich.

Ob Dells brandneuer 15-Zöller gerade vor diesem Hintergrund überzeugen kann, wird sich auf den kommenden Seiten zeigen müssen.

 


 

Der letzten Generation der XPS-Geräte hing stets der Ruf an, Apples omnipräsenten Macbooks nachempfunden worden zu sein. Zudem wurden die Alu-Cases im letzten Jahr noch einmal geschrumpft und mit dem z-Label versehen, die eigentliche Formsprache aber beibehalten.

Dell XPS 15

Liegt das Dell XPS geschlossen auf dem Schreibtisch, man sollte nicht meinen, dass Dells Designer etwas von den Vorwürfen der Community mitbekommen haben. Von der generellen Formensprache, über das Material, bis hin zu manchen Details wie der LED auf der Front (die zwar nicht am rechten Rand, sondern mittig sitzt) – man könnte meinen … ein MacBook liegt auf dem Tisch. Einzig das genutzte Aluminium wirkt ein klein wenig dunkler als bei Apples Vorbildern. Gegenüber der XPS-Vorgänger-Generation hat sich das Design zu einem großen Teil aufgrund des überarbeiteten Scharnier-Bereichs an Apple angenähert. Klappte das Display bisher noch über das Gehäuse, landet das Panel nun hinter dem Case. Gut zu erkennen ist darüber hinaus, dass Dell großen Wert auf ein möglichst flach wirkendes Gehäuse legt und die Seiten entsprechend recht stark abrundet – rein anschlusstechnisch hat das aber nicht nur Vorteile – dazu aber später mehr.

Dell XPS 15

Wird der Deckel des XPS 15 geöffnet, ändert sich das Bild schlagartig – an ein Notebook aus Cupertino denkt nun niemand mehr. Stattdessen setzt Dell, wie schon beim XPS 13, auf einen schwarzen Softtouch-Lack. Das sieht klasse aus und fühlt sich sogar noch angenehmer an. Einmal in die Hand genommen, möchte man das XPS 15 am liebsten kaum noch loslassen. Noch samtiger fühlen sich aktuell nur die Alienware-Geräte an. Der Nachteil des Softtouch-Lacks: Fingerabdrücke und sonstige Fettflecken werden nun allzu gerne quittiert.

Der optisch ansprechende und hochwertige Eindruck wird vom umlaufenden Alu-Rahmen noch einmal verstärkt, der einen angenehmen Kontrast zum sonst schlichten Mattschwarz schafft. Gleiches gilt auch für das Display, das hinter einer Glasscheibe versteckt wird. Überzeugen kann das Dell XPS 15 hinsichtlich seiner Optik also auf jeden Fall.

Dell XPS 15

Der positive Eindruck bleibt auch bei einem Blick auf die Verarbeitungsqualität und die Materialgüte bestehen. Das XPS 15 wirkt wie aus dem Vollen geschnitzt und hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck. Sowohl die gewählten Materialien als auch die Passgenauigkeit der Komponenten sind ohne Frage im High-End-Bereich anzusiedeln.

Auf das Ultrabook-Label muss das Dell XPS 15 zwar verzichten, mit einem Gewicht von rund 2,5 kg bleibt der 15-Zöller aber doch noch einigermaßen mobil. Wer aber auf der Suche nach einem stetigen Begleiter für jeden Tag ist, der sollte sich lieber in der 13-Zoll-Ultrabook-Klasse umsehen, denn hier wiegen die Geräte teils knapp die Hälfte.

 


 

Dells XPS 15 lebt von seiner cleanen Optik. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Amerikaner auch das Top-Case nicht allzu unruhig gestalten wollten.

Dell XPS 15

Entsprechend wird auf einen numerischen Zahlenblock verzichtet – was im 15-Zoll-Segment aktuell zu einer Seltenheit geworden ist. Der Vorteil besteht klar in der cleanen Optik, aber auch darin, dass keine Kompromisse eingegangen werden müssen, um die zusätzlichen Tasten auf einem eigentlich zu kleinen Case unterzubringen – wirklich überzeugen konnten uns bislang nämlich nur die wenigsten Lösungen, meist wird das Layout nur unnötig unintuitiv.

Die Tasten messen 15 x 15 mm und sind im klassischen Chiclet-Layout ausgeführt. Tippen lassen sie sich, anders als die Vorgänger, hervorragend. Das liegt am nun wesentlich steiferen Top-Case und dem daraus resultierenden merklich präziseren Druckpunkt. In diesem Bereich hat Dell einen klaren Schritt nach vorne vollzogen.

Dell XPS 15

Schon von den Vorgängern ist die beleuchtete Tastatur bekannt. Das weiße Backlight sieht nicht nur gut aus, sondern bietet in der Praxis auch einen erheblichen Vorteil. Die Nutzung des XPS 15 in einer dunklen Umgebung stellt somit nicht mehr das geringste Problem dar.

Dell XPS 15

Das Pad fällt mit 99 x 72 mm angenehm groß aus und integriert sich optisch ansprechend in das Top Case. Nun aber keine Angst, Dell nutzt für das Pad eine andere Beschichtung, sodass es mit deutlich besseren Gleiteigenschaften als das Top Case aufwarten kann. Auch die Präzision geht in Ordnung, sodass Dell alles in allem einen ansprechenden Mausersatz liefert.

 


 

Dell möchte durch recht stark abgerundete Kanten den Eindruck erwecken, dass das Gehäuse des XPS 15 flacher wirkt, als es wirklich ist. Zudem klappt das Display aus optischen Gründen nun hinter das Gehäuse. Beide Design-Entscheidungen haben auch einen Einfluss auf die Anschlussausstattung.

Dell XPS 15

Das linke Seitenteil zeigt sich üppig bestückt. Es kommen gleich drei USB-3.0-Schnittstellen sowie zwei Buchsen zur digitalen Bildausgabe in Form von HDMI und DisplayPort zum Einsatz. Der Vorteil am verbauten Display-Port besteht darin, dass auch Auflösungen jenseits von FullHD ohne größere Probleme angefahren werden können. Weiterhin positioniert Dell auf dieser Seite den RJ45-Anschluss. Um aber die flache Optik zu ermöglichen, wird dieser als Klapp-Version ausgeführt. Das sieht ohne Frage optisch ansprechend aus, leider verhaken sich die Kabel aber nur allzu gerne im Klappmechanismus, was alles andere als praktisch ist.

Dell XPS 15

War das Vorgängermodell rückseitig noch reichlich mit Anschlüssen bedacht worden, lässt Dell das Display nun hinter das Gehäuse klappen. Daraus resultierend muss auf Anschlüsse jeglicher Art verzichtet werden.

Dell XPS 15

Rechtsseitig zeigt sich das XPS 15 recht knauserig mit Anschlüssen. Der meiste Platz wird vom optischen Laufwerk eingenommen, das optisch ansprechend als Slot-in-Version ausgeführt wurde. Direkt davor sitzen ein Card-Reader, der Anschluss für einen Kensington-Lock und zwei Klinke-Buchsen. Zumindest eine USB-Buchse hätten wir uns auch auf dieser Seite gewünscht, da es nicht immer praktisch ist, wenn alle Schnittstellen einer Art nur auf einer der Seiten unterbracht werden.

 


 

Wie bei Dell üblich stehen mehrere Konfigurationen zur Auswahl, die in der Regel auch noch im Rahmen angepasst werden können. Mit den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die viele kleinere BTO-Hersteller anbieten, will es Dell aber gar nicht aufnehmen. Stattdessen werden nur Kombinationen angeboten, die aus Sicht der Amerikaner Sinn machen.

Dell XPS 15

Intel hat mit dem Umschwung auf die Ivy-Bridge-Generation, einem Tick im Tick-Tock-Modell, seinen Shrink auf die 22-nm-Fertigung vollzogen. Gleichzeitig hat man aber an den bewährten TDP-Klassen von 17 Watt für Low Voltage, 35 Watt für Dual-Core-CPUs und 45 Watt für 4-Kernern festgehalten. Es wurden lieber die MHz-Zahlen gesteigert.

Eine Ausnahme stellt da der von Dell verbaute Intel Core i7-3612QM dar, der trotz seiner 4-Kerne lediglich 35 Watt im Maximum verbrät und sich daher gerade für den Einsatz in kleineren Systemen eignet. Um das zu erreichen, wurden gegenüber Intels Brot-und-Butter-Modell, dem i7-3610QM 200 MHz beim Takt eingespart. So bringt es der Quad-Core-Prozessor im Normalfall auf 2,1 GHz und kann, wenn nur ein Kern belastet wird, kurzzeitig mit 3,1 GHz laufen. Gemessen daran, dass die CPU-Leistung heutzutage in den allermeisten Fällen in Hülle und Fülle zur Verfügung steht, eine Reduzierung, mit der wir gut leben können. Mit von der Partie ist auch Intels Hyper-Threading-Technik, sodass theoretisch bis zu acht Aufgaben gleichzeitig abgearbeitet werden können. Keine Abstriche müssen auch beim L3-Cache in Kauf genommen werden, denn es stehen 6 MB zur Verfügung. Noch einmal zwei MB mehr bieten lediglich die Top-Modelle. Bemerkbar macht sich der größere Cache in der Praxis aber kaum.

Mit von der Partie ist natürlich auch Intels HD4000-Grafik. Die integrierte FPU bietet einen Takt von 650 MHz und kann im Turbo auf bis 1,1 GHz beschleunigt werden. Natürlich gibt es aber auch eine dedizierte Grafik.

Dell XPS 15

Als GPU setzt Dell auf NVIDIAs aktuelle GeForce GT 640M, also bereits ein Kepler-Modell, das auf dem GK107-Kern basiert und entsprechend im fortschrittlichen 28-nm-Verfahren produziert wird, was der Erfahrung nach für eine erstklassige Effizienz sorgt. Der Kerntakt beläuft sich auf auf 405 MHz, Shader-Einheiten stehen insgesamt 384 zur Verfügung. Der 2 GB fassende DDR3-Grafikspeicher wird über ein 128 Bit breites Interface angebunden und taktet mit 1000 MHz. Natürlich wird Optimus unterstützt, sodass eine zuverlässige Umschaltung zwischen den verschiedenen Grafikeinheiten gewährleistet wird.

Die weitere von Dell verbaute Hardware-Ausstattung kann als schnörkellos bezeichnet werden. Es werden 8 GB an Arbeitsspeicher und eine 750 GB fassende HDD mit 5400 rpm geboten. Wer beim recht hohen Preis verständlicherweise auf eine SSD gehofft hat, der wird enttäuscht.

Dell XPS 15
Hardware 
Prozessor: Intel Core i7-3612QM
Prozessor - Grundtakt: 2,1 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,1 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 6 MB
Arbeitsspeicher 8 GB - DDR3
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 640M
Grafikkarte - Grafikspeicher 2 GB - GDDR5
Festplatte

1x 750 GB

Festplatte - Geschwindigkeit 5400 rpm
Optisches Laufwerk DVD-Brenner
Monitor 
Display - Diagonale:

15,6 Zoll

Display - Auflösung: 1920 x 1080
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 81
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Tablet-PC: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort: 1
VGA: -
USB 2.0: -
USB 3.0 3
Firewire -
eSATA: -
Audio: Line-Out / Line-in
Gehäuse 
Akku: 65 Wh
Material: Kunststoff + Aluminium
Abmessungen: 371 x 249 x 23,2
Preis und Garantie 
Preis: ca. 1499 Euro
Garantie: 24 Monate

 


 

Entgegen dem aktuellen Mainstream setzt Dell beim Prozessor auf einen 35-Watt-4-Kerner. Das macht die Systemleistung des XPS 15 besonders interessant.

Cinebench 11

7-Zip

In den Benchmarks machen sich die fehlenden 200 MHz der 35-Watt-CPU im Rahmen bemerkbar. In der Praxis wiederum spürt man aktuell nicht den geringsten Unterschied zwischen dem großen Bruder i7-3610QM und dem sparsameren i7-3612QM. Wem also Akkulaufzeit wichtiger ist als ohnehin nur theoretisch messbare Leistung, der ist hier genau richtig.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

Gleiches gilt auch für den Speicherdurchsatz. Die fehlenden 200 MHz merkt man dem i7-3612QM in den Benchmarks durchaus an, das war es aber auch schon. Eine ansprechend hohe Leistung bietet die verbaute HDD. Mit knapp 90 MB/Sek. steht sie vielen RAID-Kombinationen in nichts nach. So „smooth“ wie mit einer SSD läuft Windows aber leider nicht, was mit Blick auf den Preis schade ist.

PC Mark 7

Keine Überraschungen erwarten uns im PC Mark. Der erzielte Score entspricht der verbauten Hardware, liegt also aktuell im gehobenen Mittelfeld. Eine SSD hätte hier aber noch einmal einen erheblichen Boost gebracht.

 


 

Dell setzt neben Intels integrierter  HD4000 auf eine dedizierte GPU. Ob diese im täglichen Leben einen erheblichen Vorteil bietet, werden wir uns nun ansehen.

3D Mark 11

Call of Juarez

Streetfighter Benchmark

Resident Evil 5

Stalker Benchmark

Das XPS 15 bietet eine hohe native Auflösung – zu hoch für die verbaute GeForce GT 640M. Aktuelle Titel können nativ nicht ansatzweise flüssig dargestellt werden. Das ist schade, da Dell bekanntlich zum Weg der dedizierten GPU greift, leidenschaftliche Gamer sind aber ohnehin nicht die angesprochene Zielgruppe des XPS 15. Für Gelegenheitsspieler, die auch mit reduzierten Auflösungen und Details vorliebnehmen können, reicht das Gebotene indes problemlos.

 


 

Subjektive Bewertung + iColor Display

Dell stattet seinen 15-Zöller erfreulicherweise mit einem FullHD-Panel aus. So wird die Darstellung zwar etwas kleiner als bei den lange Zeit favorisierten 1600 x 900 dots oder gar den in die Tage gekommenen 1366 x 768 Bildpunkten, der Praxisvorteil ist aber immens. Es passt schlichtweg deutlich mehr auf den Desktop. Wer sich einmal an den zusätzlichen Platz, sei es beim Office-Einsatz oder aber der Bildbearbeitung sowie die feinere Auflösung gewöhnt hat, der wird sie im Anschluss nicht mehr missen wollen. Der Trend zu höheren Pixeldichten ist hier ganz klar erkennbar und wird wohl in absehbarer Zeit zwangsläufig im vom Apple forcierten (und von Windows 8 endlich unterstützten) High-DPI-Bereich enden.

Dell XPS 15

Leider hat sich Dell aus optischen Gründen dazu entschlossen, das Display hinter einer Glasscheibe zu verstecken. Das mag zwar schick aussehen, erweist sich gerade im Mobil-Bereich aber als nicht allzu praktisch, denn gerade in hellen Umgebungen machen sich die Spiegelungen negativ bemerkbar. Zumindest kann das Display aber mit einer hohen Helligkeit und knackigem Kontrast aufwarten, sodass besagte Spiegelungen über weite Bereiche im Zaum gehalten werden können. Einzig bei extremen Situationen wäre etwas mehr Punch wünschenswert. Gerade dann, wenn man die eigene Position aber verändern kann, sehen wir keine Probleme. Wer das XPS 15 meist in geschlossenen Räumen nutzten möchte, für den entstehen darüber hinaus keine Probleme, denn hier steht auf jeden Fall genügend Leuchtkraft bereit.

Ausleuchtung

Ausleuchtung

Die Farbabstimmung fällt Glare-typisch subjektiv recht poppig aus. Noch dazu entscheidet sich Dell dazu, das Panel mit rund 7200 Kelvin etwas kühler abzustimmen, was den meisten Nutzern subjektiv besser gefällt. Für alle Anwender, die keinen Wert auf exakte Farben legen, geht das Setup damit in Ordnung, gerade Foto-Fans sollten aber ein Colorimeter bemühen. Das von Dell eingesetzte Panel basiert auf der TN-Technik. Entsprechend fallen die Blickwinkel aus. Bei horizontalen Abweichungen (beispielsweise bei einem Film-Abend mit mehreren Zuschauern) ändern sich die Farben erst recht spät, vertikal sind hingegen recht flott Abweichungen festzustellen.

Messwerte:

Ausleuchtung

 

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

Die Messwerte können auf der ganzen Linie überzeugen. Das Dell XPS 15 bietet eine hohe maximale Helligkeit von 374 cd/m² bei einem ebenso knackigen Kontrast von 748:1. Da auch die Homogenität der Ausleuchtung in Ordnung geht, kann von einem rundum gelungenen Auftritt gesprochen werden.

 


 

Temperatur-Entwicklung

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Dell setzt bei seinem flachen 15-Zöller auf eine dedizierte GPU und einen 4-Kerner, Letzterer begnügt sich zumindest mit lediglich 35 Watt. Dennoch erwärmt sich das Case bereits im Idle merklich im Bereich der Handballenauflage. Unter Last legt das XPS 15 dann noch einmal einige Grad zu und erwärmt sich sowohl an Ober- und Unterseite merklich, sodass teils sogar die 50 °C-Marke durchbrochen wird. Wirklich angenehm fühlt sich das 15-Zoll-Modell auf dem Oberschenkel so nicht mehr an. Hier macht es sich bemerkbar, dass Dell recht leistungsstarke Komponenten in einem kleinen Gehäuse verstaut.

Lautstärke-Entwicklung

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Die Wärmeentwicklung eines Geräts darf natürlich nie isoliert betrachtet werden, denn sie steht natürlich immer in einer Wechselwirkung mit der Lautstärke der Lüftung. Ein Blick auf den maximal entwickelten Schalldruck zeigt dabei recht schnell, dass Dell versucht hat, einen Kompromiss aus Lautstärke, Wärmeentwicklung und Leistung zu finden. Im Idle bleibt das XPS 15 in den meisten Fällen unhörbar. Im maximalen Volllast-Betrieb dreht der Lüfter zwar etwas hoch, regelt sich aber auf moderaten 45,8 dB ein. Damit ist unser Testkandidat zwar hörbar, fällt aber nie unangenehm auf.

Throtteling

Leider hat Dells Entscheidung hinsichtlich der Lautstärke eine Auswirkung auf unseren Throtteling-Test. Wenn das Dell XPS 15 mit maximaler Volllast (Prime+Furmark) läuft, dann taktet sich die CPU auf 1200 MHz herunter. Das ist im Grunde eine unschöne Angelegenheit, da das Throtteling recht früh einsetzt uns somit die Leistung bei Games negativ beeinflussen kann.

 


 

Akkulaufzeit:

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Die Akkulaufzeit des Dell XPS 15 liegt gerade im Idle mit rund 5 Stunden im ansprechenden Bereich. Dell bietet so mehr als die nur übliche rudimentäre Mobilität. Auch wenn man an die Fabelwerte von so manchem Ultrabook bei Weitem nicht heranreicht, so bietet sich das XPS 15 doch als mobiler Begleiter an, der nicht sofort nach der nächsten Steckdose lechzt. Unter Last zeigen die Komponenten dann aber sehr wohl, dass sie ordentlich Saft benötigen, und lassen die Laufzeit auf rund 90 Minuten zusammenschmelzen. Auch das ist aber noch ein ansprechender Wert.

Stromverbrauch:

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

An der Steckdose zeigt sich Dells 15-Zöller als sehr sparsam. Im Idle kommt er mit 16,1 Watt aus, was wieder einmal zeigt, dass die Stromsparmechanismen in der heutigen Zeit erstklassig funktionieren – gerade NVIDIAs Optimus-Technik muss hier immer wieder positiv erwähnt werden. Unter Last benötigt das XPS 15 74,8 Watt, was noch immer ein sehr guter Wert ist.

 


 

Dells neues Lifestyle-Notebook XPS 15 kann mit einem nahezu perfekten Gehäuse aufwarten, kämpft aber ein wenig mit dem recht hoch angesiedelten Preis von 1500 Euro.

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Dell hat für seine Mainstream-Geräte für die 2012er-Saison mit einer neuen Design-Sprache versehen. Die Königsklasse im Consumer-Bereich stellt dabei das XPS-Label dar, das nicht nur mit  einem ansprechenden Design, sondern auch mit einer tollen Verarbeitung aufwarten soll. Mit Blick auf diese Vorgaben kann das Design ohne Frage als gelungen betrachtet werden. Zwar sieht das XPS 15 im geschlossenen Zustand für unseren Geschmack ein wenig zu sehr nach Macbook aus, spätestens dann, wenn der Deckel geöffnet wird, tritt aber ein gänzlich anderes Äußeres zum Vorschein – und das kann auf der ganzen Linie punkten. Der von Dell genutzte Softtouch-Lack sieht klasse aus und fühlt sich sehr angenehm an – man möchte das XPS 15 am liebsten den ganzen Tag umhertragen. Optisch kann der massive Aluminiumrahmen zudem den hochwertigen Auftritt abermals unterstreichen. Auch wenn das hinter Glas sitzende Display aus Design-Aspekten bestens zum sonst eher zurückhaltenden Auftritt passt, bei einem noch recht mobilen Gerät wie unserem Testkandidaten, will uns die stark verspiegelte Oberfläche nicht wirklich überzeugen.

Anschlussseitig verbaut Dell alle wichtigen Buchsen auf den Seitenteilen, die abgerundet wurden, um extra flach zu wirken. Der Design-Trick hat aber zur Folge, dass der RJ45-Port nur in einer Klapp-Version untergebracht werden kann, was im täglichen Leben nicht immer praktisch ist, da sich das Kabel nur allzu gerne verhakt. Zudem wäre es schön, wenn Dell die USB-Anschlüsse etwas gleichmäßiger verteilt hätte.

Die Eingabegeräte verrichten einen unauffälligen und überzeugenden Job. Die Tastatur bietet einen guten Druckpunkt und lässt sich dank einer Hintergrundbeleuchtung auch in dunklen Umgebungen noch mühelos bedienen. Der Mausersatz leistet sich darüber hinaus ebenfalls keine Blöße.

Sieht man von der etwas zu stark verspiegelten Oberfläche einmal ab, so kann das von Dell verbaute FullHD-Display aber überzeugen. Es bietet nicht nur eine hohe Auflösung, sondern auch eine Leuchtkraft, die die meisten Spiegelungen mühelos überblenden kann. Darüber hinaus wartet es mit knackigen Kontrasten und einer ansprechend lebendigen Farbdarstellung auf. Hier macht Dell also auch fast alles richtig.

Die Leistung des XPS 15 kann überzeugen. Der Intel Core i7-3612QM bietet auch in seinem zweiten Einsatz eine vorzügliche Systemleistung beim gleichzeitig noch überschaubaren Stromverbrauch. NVIDIAs GT 640M kann zwar gemessen an ihrer Positionierung mit einem ansprechend Preis-Performance-Verhältnis auftrumpfen, ist mit dem FullHD-Display bei aktuellen Games aber überfordert. Wer zocken möchte, muss also die Auflösung herunterschrauben. Mit Blick auf den Preis ist darüber hinaus schade, dass keine SSD zum Einsatz kommt – das wäre für die gefühlte Leistung deutlich wichtiger als die dedizierte GPU.

Zwar kommt es beim XPS 15 zum Throtteling-Phänomen, da dies im Grunde genommen aber keine Auswirkung auf die Praxis hat, ist es uns wichtiger, dass das XPS 15 im täglichen Betrieb nicht allzu laut wird. Weniger gut hat uns wiederum die Wärmeentwicklung gefallen. Das XPS 15 wird unter Last recht warm. Brenzliche Bereiche werden zwar nicht erreicht, der Einsatz auf den Oberschenkeln kann bei rund 50 °C aber durchaus unangenehm werden.

In Ordnung geht die Akkulaufzeit – das XPS 15 bietet mehr als die nur rudimentäre Mobilität, sondern könnte beispielsweise auch für den Unieinsatz genutzt werden. Mit Hinblick darauf, dass die Komponenten aber sparsam mit dem Strom umgehen, wäre bei einem etwas größeren Akku noch mehr drin gewesen.

Alles in allem ist das Dell XPS 15 ein gelungenes Lifestyle-Notebook, das für die gebotene Vorstellung aber etwas zu teuer ist.

Positive Aspekte des Dell XPS 15:

Negative Aspekte des Dell XPS 15: