Test: MacBook Pro 13 Zoll mit Ivy-Bridge

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Etwas stiefmütterlich hat Apple in diesem Sommer die MacBook Pros ohne Retina-Display behandelt, zumindest war der Fokus klar auf das hochauflösende Modell ausgerichtet. Dies soll jedoch kein Grund sein, sich die Aktualisierung nicht etwas genauer anzuschauen. Die Ivy-Bridge-Prozessoren von Intel versprechen kein Performance-Wunder, bei der integrierten GPU hat sich aber einiges getan. Ob die kleinere Fertigung zu Verbesserungen der Akkulaufzeit geführt hat, können wir nachmessen. Welchen Effekt USB 3.0 auf den Alltagsbetrieb hat, entscheidet aber das Verhalten des Nutzers.

Zunächst einmal möchten wir uns bei getgoods.de bedanken, die uns mit diesem Testsample versorgt haben.

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13" MacBook Pro

Rein äußerlich hat sich bei den MacBook Pros mit der Aktualisierung nichts getan, doch auf der technischen Seite werden zahlreiche Veränderungen deutlich, auf die wir nun näher eingehen wollen.

  13" MacBook Pro
Preis 1579 Euro
Prozessoren Intel Core i7 2,9 GHz
RAM 8 GB
Massenspeicher 750 GB HDD
Grafikkarte Intel HD Graphics 4000 (512 MB)
Display 13,3" TN-Panel mit 1280x800 Pixel
Abmessungen 32,5 x 22,7 x 2,41 cm
Gewicht 2,06 kg
Anschlüsse MagSafe, Ethernet, FireWire, Thunderbolt, 2x USB 3.0, SDXC-Kartenleser, Audio Ein- und Ausgang
Kommunikation 802.11n WiFi, Bluetooth 4.0, Gigabit-Ethernet
Akkulaufzeit bis zu 7 Stunden

Zunächst einmal sei der Prozessor genannt. Unser Sample ist mit einem Intel Core i7 mit 2,9 GHz ausgestattet. Bei diesem handelt es sich um den i7-3520M mit einem Basistakt von eben 2,9 GHz. Er kann einen CPU-Kern aber auch mit 3,6 GHz arbeiten lassen. Die in 22 nm gefertigte CPU verfügt über zwei Kerne, kann per HyperThreading aber auch vier Threads gleichzeitig bearbeiten. Die maximale Leistungsaufnahme wird von Intel mit 35 Watt angegeben.

Die Intel HD Graphics 4000 verfügt über 512 MB dedizierten Grafikspeicher. Der GPU-Takt beläuft sich auf 650 MHz, auch hier steht ein Turbo zur Verfügung, der bis zu 1250 MHz erlaubt. Durch den neuen Chipsatz wurde Apple nun auch in die Lage versetzt USB 3.0 in seine MacBooks einzubauen. Dies tut man in Form der beiden USB-Anschlüsse. Ansonsten hat sich auch an dieser Stelle recht wenig getan. Geblieben ist es bei einem Gigabit-Ethernet, FireWire, Thunderbolt, dem SDXC-Kartenleser und dem kombinierten Audio Ein- und Ausgang.

Zur Kommunikation stehen 802.11n WLAN, Bluetooth 4.0 und das eben bereits angesprochene Gigabit-Ethernet zur Verfügung. Damit sind die beiden MacBook Pros mit 13 Zoll und 15 Zoll die letzten beiden MacBooks mit eingebauter Ethernet-Schnittstelle. Beim MacBook Air sind sie bereits von Anfang an nicht vorhanden gewesen, aus dem MacBook Pro mit Retina-Display musste sie ebenfalls weichen.

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13" MacBook Pro - Unibody Gehäuse

An den äußeren Abmessungen hat sich ebenso wenig getan wie am Design selbst. Gegen die MacBook-Air-Konkurrenz aus eigenem Hause, aber auch den Ultrabook-Offensive der Konkurrenz wirkt das MacBook Pro inzwischen etwas angestaubt. Die Verarbeitung lässt aber weiterhin keine Wünsche offen.

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13" MacBook Pro - Blick auf die Tastatur

Die Tastaturen auf den MacBooks waren lange ein Alleinstellungsmerkmal. Inzwischen haben sich einige Hersteller gerade in diesem Bereich deutlich verbessert. Haben sich die Finger- und Handmuskeln über Jahre hinweg an die Apple-Tastatur gewöhnt, ist es schwer dieses eingespeicherte Muskelgedächtnis wieder umzugewöhnen. Noch immer seines gleichen sucht das Trackpad. Die Größe und zahlreichen Gesten erlauben den kompletten Ersatz der Maus. Durch die tiefe Integration in das Betriebssystem geht das mobile Arbeiten sehr flüssig von der Hand.

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13" MacBook Pro - Akkuanzeige

Bevor wir zu den Benchmarks kommen, schauen wir uns noch die Anschlüsse auf der linken Seite des MacBooks an. Rechts befindet sich weiterhin nur das SuperDrive. Von vorne gesehen den Anfang macht die Akkuanzeige, die auf Knopdruck in acht LEDs die aktuellen Ladezustand des Akkus anzeigt.

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13" MacBook Pro - Blick auf die Tastatur

Weiter hinten gelegen zu finden sind von links nach rechts: MagSafe, Ethernet, FireWire, Thunderbolt, 2x USB 3.0, SDXC-Kartenslot und das kombinierte Audio Ein- und Ausgang.


Wir beginnen die Messungen mit dem Geekbench und Xbench.

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Sowohl die CPU- wie auch die GPU-Performance lässt sich über den Cinebench abbilden. Danach werfen wir einen Blick auf die Akkulaufzeit.

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Das 13" MacBook Pro hat es schwer, die Konkurrenz aus eigenem Hause ist einfach zu groß. Es gibt kaum noch Punkte die dafür sprechen ein 13" MacBook Pro einem 13" MacBook Air vorzuziehen. Sicherlich spielt die Prozessor-Performance noch ein Rolle, aber die Core-i5-Modelle des 13" MacBook Air stehen den Core-i5- und i7-Versionen des 13" MacBook Pro kaum noch nach. Die Performance-Unterschiede spielen nur bei extremen Compute-Aufgaben eine Rolle. Wer viel Video en- und decodieren möchte, findet aber sicherlich im 15" MacBook Pro den besseren Arbeitsknecht. Unser Testsample war mit einem Core i7 mit 2,9 GHz ausgestattet, kostet dafür aber auch mindestens 1549 Euro. Das 13" MacBook Air mit 1,8 GHz Core i5 kommt auf den gleichen Preis, bietet dafür aber auch ein besser aufgelöstes Display und eine 256 GB SSD. Warum Apple beim 13" MacBook Pro noch immer auf das Display mit einer Auflösung von 1280x800 Pixel setzt, bleibt ein Rätsel. Viele Nutzer werden sich auch weiterhin am stark spiegelnden Display stören. Diesen Effekt will man erst beim Retina-Display des 15" MacBook Pro reduziert haben.

Ein Vorteil des 13" MacBook Pro ist sicherlich die einfache Erweiterbarkeit von RAM und Festplatte. Beides ist beim MacBook Air und MacBook Pro mit Retina-Display inzwischen unmöglich oder nur sehr schwer möglich. Beim "alten" 13" MacBook Pro ist der RAM ebenso zugänglich wie die Festplatte, die auch schnellstmöglich gegen eine SSD ausgetauscht werden sollte. Neben dem Display ist die Festplatte der Hauptkritikpunkt an diesem MacBook Pro.

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13" MacBook Pro

Einige Punkte muss man dem 13" MacBook Pro allerdings noch zu gute halten. Zum einen ist die CPU-Performance durch den schnellen Prozessor sehr gut. Gerade die integrierte GPU in Form der Intel HD Graphics 4000 weiß in der Ivy-Bridge-Generation zu überzeugen. Große 3D-Spektakel sollte man allerdings nicht erwarten. Diablo 3 ist beispielsweise mit 17-18 FPS im Schnitt nicht wirklich spielbar. Wer noch auf den ein oder anderen Grafik-Effekt verzichtet, könnte ein Spielchen für zwischendurch wagen. Gerade im Vergleich zur HD Graphics 3000 aus der Vorgänger-Generation kann die neue GPU aber überzeugen.

USB 3.0 ist sicherlich auch eine mehr als überfällige Schnittstelle in den neuen MacBooks. Wir messen Datenraten von 167 MB pro Sekunde für das Lesen und 98 MB pro Sekunde für das Schreiben auf einem 64 GB USB-3.0-Stick von ADATA. Die Thunderbolt-Schnittstelle kann rund 250 MB pro Sekunde von der Elgato Thunderbolt SSD lesen und schreiben. Bei den Schnittstellen bleiben also kaum Wünsche offen.

Weniger gut gefallen hat uns die Akkulaufzeit. Diese ist teilweise deutlich geringer als beim Vorgänger, was aber vielleicht auch auf die Top-Ausstattung in Sachen CPU zurückzuführen ist. Kritik muss das 13" MacBook Pro auch für seine Lautstärke einstecken. Die Lüfter sind bereits im Idle-Betrieb deutlich hörbar und drehen eigentlich ständig. Kommt dann noch etwas Last hinzu, werden sie umso lauter - so ergeht es aber allen Notebooks unter Last, da machen dann auch die MacBooks keine Ausnahme.

Derzeit können wir für das 13" MacBook Pro keine Empfehlung aussprechen. Wer auf mobile Performance angewiesen ist, sollte zum 15"-Modell greifen. Für Arbeiten ohne große CPU-Last reicht auch ein 13" MacBook Air.

Positive Aspekte des 13" MacBook Pro:

Negative Aspekte des 13" MacBook Pro:

An dieser Stelle geht unser Dank nochmals an getgoods.de für die Bereitstellung des Samples.