Test: Alienware M14x R2 - Gaming auf kleinstem Raum

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alienware m14xr2 teaser kleinAlienware hat 2011 das M14x vorgestellt, das dank eines kleinen Gehäuses ausreichend mobil ist, dennoch aber mit einer ansprechenden Gaming-Leistung aufwarten soll. Mit dem Launch von Intels Ivy-Bridge-Generation wurde auch das M14x aktualisiert, das nun unter dem Namen M14x R2 firmiert und in unserem ausführlichen Test beweisen muss, was in ihm steckt.

Im letzten Jahr hat Alienware sein Produktportfolio auf den Kopf gestellt. Das M17x wurde ein wenig nach unten verschoben und das M15x dafür aus dem Programm genommen. Dafür wurde ein noch mobileres Gerät in Form des M14x in das Line-up aufgenommen, das die Lücke zwischen dem in der Zwischenzeit aus dem Programm genommenen 11-Zöller M11x und dem großen M17x schließen sollte. In unserem ersten Review konnte das M14x (zum Test) durchaus überzeugen, besaß aber einen deutlich zu lauten Lüfter. Ob sich Alienware dieses Problems bei der nunmehr zweiten Generation angenommen hat, wird sich auf den kommenden Seiten zeigen.

Neben dem Alienware M17x R4 (zum Test) hatten wir mit dem ASUS G75 (zum Test), dem Schenker Notebooks P702 (zum Test) und dem One M73-2N (zum Test) schon einige weitere Gaming-Notebooks mit Ivy-Bridge-Grundlage im Test. Das M14x R2 stellt aber ohne Frage das kleinste der bisherigen Gaming-Testkandidaten dar.

Gerade das Update auf die Ivy-Bridge-Generation (zum Launch-Artikel) könnte sich als besonders interessant für kleinere Formate erweisen, denn da Intel die bekannten TDP-Klassen beibehalten hat, konnten dank der 22-nm-Fertigung die Taktraten problemlos gesteigert werden. Ebenso gibt es in Form des Intel Core i7-3612QM nun die erste Quad-Core-CPU in der 35-Watt-Klasse, die sich für ein vergleichsweise schlankes Gerät natürlich anbietet. Hier zeigt sich aber direkt zum Start eine Besonderheit des M14x, denn unser Testmuster kommt mit einem vergleichsweise üppig dimensionierten Intel Core i7-3720QM daher, was zeigt, dass unser Testgerät also auch mit einem 45-Watt-Prozessor zurechtkommt – entsprechend großzügig dimensioniert muss also das Kühlsystem sein. Als Grafiklösung kommt eine NVIDIA GeForce GT 650M zum Einsatz, also bereits ein Modell, das auf der aktuellen Kepler-Architektur basiert.

Eine Besonderheit, die alle 2012er Alienware-Modelle vorweisen können, macht das Storage-System des M14x besonders interessant: neben dem normalen SATA-Anschluss wurde zusätzlich eine mSATA-Schnittstelle integriert, sodass künftig auch bei einem kleineren Gerät wie dem M14x zwei Massenspeicher genutzt werden können (bei den großen Geschwistern sind es sogar insgesamt drei Laufwerke). Nachdem das mSATA-Laufwerk beim M17x leider nur über ein SATA-3G-Interface angebunden war, sind wir gespannt, ob es beim M14x eine bessere Lösung gibt, da es von Haus aus nicht möglich ist, ein zweites 2,5-Zoll-Laufwerk zu verbauen.

Echte Schnäppchen waren Alienware-Notebooks noch nie – sollen sie aber bewusst auch gar nicht sein, sondern vielmehr die Begehrlichkeit wecken, nicht alltäglich zu sein. Entsprechend lanciert Alienware unsere Testkonfiguration zu einem Preis von rund 1650 Euro. Dabei handelt es sich natürlich nur um eine beispielhafte Zusammenstellung, denn wie es bei Built-to-Order-Herstellern üblich ist, bietet Dell zahlreiche verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten an.


Das Gehäuse war bei einem Alienware-Notebook schon immer besonders wichtig, schließlich zeichnen sich die Gaming-Systeme aus Florida bereits von Anfang an durch ihre eigenwillige Optik aus.

Alienware M14x

Die aktuelle Generation, deren Gehäuse weitestgehend den Vorgängern entsprechen, kann wie gehabt mit einer aggressiven Formensprache auf sich aufmerksam machen. Dass man ein Alienware-Gerät vor sich hat, erkennt man auf den ersten Blick. Initiiert wird diese Optik in erster Linie durch die keilförmige Frontpartie. Auf dem Deckel, der eine Softtouch-Lackierung besitzt, ist der Alienware-typische Schädel natürlich der Eye-Catcher in einer von mattem Schwarz dominierten Umgebung.

Alienware M14x

Erfreulicherweise setzt sich das samtige weiche Softtouch-Finish beim Topcase fort – und dort berührt man sein Notebook natürlich am häufigsten. Die mattschwarze Oberfläche fühlt sich extrem angenehm an und setzt sich noch einmal spürbar von ASUS‘ G75 ab. Das besitzt zwar ebenfalls ein mattschwarzes Kunststoff-Topcase, fühlt sich aber doch merklich rauer an als die liebe Konkurrenz. Der Nachteil der von Alienware verwendeten Lackierung: Staub wird wie magisch angezogen und auch fettige Fingerabdrücke sind deutlich sichtbar.

Alienware M14x

In Zeiten, in denen flache Ultrabooks einen immer größeren Teil der mobilen IT-Landschaft ausmachen – oder ausmachen sollen – wirkt das M14x mit seiner maximalen Bauhöhe von 38 mm doch sehr klobig. Zum Vergleich: Apples aktuelles MacBook Pro ist 20 mm flacher. Wer also wirklich sehr viel unterwegs sein möchte, für den ist auch Alienwares kleinstes Notebook wohl noch eine Stufe zu schwer, man sollte aber auch nicht vergessen, dass dafür vergleichsweise leistungsstarke Hardware zum Einsatz kommt.
Das Gewicht von 2,92 kg trägt zudem nicht wirklich dazu bei, das M14x immer mitnehmen zu wollen. Dafür stimmt aber die Verarbeitungsqualität, denn Alienwares 14-Zöller wirkt wie aus dem Vollen geschnitzt.

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Auch bei unserem Test des M14x darf die Gallery mit einer Auswahl der zahlreichen Beleuchtungsmöglichkeiten nicht fehlen, die Alienware über sein Commandcenter bietet. Allein die Tastatur kann in mehreren Farben beleuchtet werden, zusätzlich können der Hauptschalter, die Lüftungsöffnungen an der Front, der Rahmen des Touchpads und natürlich der Alienschädel auf dem Deckel in gefühlt jeder erdenklichen Farbe beleuchtet werden – und das natürlich unabhängig voneinander. Dem guten Geschmack – aber auch so mancher Design-Verfehlung sind so keine Grenzen gesetzt. Nur eine kleine Auswahl der schier unendlichen Möglichkeiten findet man in der oben stehenden Gallery.


Auf dieser Seite wollen wir uns eine der elementaren Schnittstellen zwischen Notebook und Nutzer ansehen, die Eingabegeräte. Gerade bei einem Gaming-Notebook ist die Tastatur klar von primärem Interesse, denn eine dedizierte Maus wird wohl in den meisten Fällen zum Einsatz kommen.

Alienware M14x

Während Lenovo das Tastatur-Layout seiner Thinkpads vor kurzem zugunsten des aktuellen Chiclet-Hypes geändert hat, bleibt Alienware seinem klassischen Layout auch beim 2012er M14x treu. Die Tasten sind nicht klar voneinander abgesetzt, sondern fallen mit 12 x 14 mm recht schmal aus, besitzen dafür aber einen abfallenden Rand. Die Tasten lassen sich vorzüglich tippen, bieten  einen angenehmen Hub und einen sehr präzisen Druckpunkt. Gerade in dunklen Umgebungen erweist sich die Tastaturbeleuchtung darüber hinaus nicht nur als Eyecatcher, sondern auch als ausgesprochen praktisch.

Einen Numblock gibt es bei einem 14-Zöller natürlich nicht. Zudem verzichtet Alienware bei seinem 14-Zoll-Modell auf die praktischen Zusatztasten, die wir vom M17x kennen.

Alienware M14x

Rund um die Tastatur läuft ein glänzender Rahmen. Gerade an dieser Stelle ist das natürlich nicht unbedingt praktisch, sieht die Einfassung doch immer leicht begrabbelt aus. Zusätzlich ist der Rahmen die einzige Schwachstelle in der ansonsten perfekten Verarbeitung des M14x. Er wirkt ein wenig labil und lässt sich leicht nach unten drücken.

Alienware M14x

Das verbaute Touchpad fällt mit 81 x 43 mm für die heutige Zeit nicht mehr allzu groß aus. Dafür lässt es sich dank guter Gleiteigenschaften aber ordentlich bedienen. Die Tasten besitzen einen angenehmen Hub, der nicht wie bei schon so manchem anderen Alienware-Gerät ein wenig zu lang ausfällt. Rudimentäre Multitouch-Features sind ebenfalls vorhanden, reichen aber leider noch immer nicht an Apples Referenz heran.


Natürlich wollen wir auch beim M14x einen Blick auf die Anschlussausstattung des 14-Zöllers werfen.

Alienware M14x

Auf der linken Seite bringt Alienware eine ganze Reihe von Anschlüssen unter. So gibt es zur Bildausgabe direkt drei Buchsen. Für analoge Signale steht eine VGA-Buchse zur Verfügung, digital können Bilder via HDMI oder Display-Port ausgegeben werden. Schön ist es, dass auf diesem Wege auch Displays mit Auflösungen jenseits von FullHD angesprochen werden können.

Zum Datenaustausch gibt es auf dieser Seite einen USB-Anschluss, der zwar nur als 2.0-Version ausgeführt wurde, dafür aber zumindest in der Lage ist, Geräte auch dann mit Strom zu versorgen, wenn das Notebook nicht in Betrieb ist. Darüber hinaus gibt es die Klinkenanschlüsse und einen Card-Reader.

Alienware M14x

Auch wenn Alienware das Display nicht hinter das Gehäuse aufklappen lässt, wie es bei so vielen Konkurrenten der Fall ist, so nutzt man den zur Verfügung stehenden Platz leider kaum für Anschlüsse. Einzig der Netzteil-Anschluss wurde rückwärtig untergebracht.

Alienware M14x

Auf der rechten Seite gibt es zwei weitere USB-Anschlüsse, die erfreulicherweise über den aktuellen 3.0-Standard verfügen und entsprechend flotte Datenraten erlauben. Als optisches Laufwerk gibt es einen Multiformat-DVD-Brenner.
Direkt hinter den USB-Anschlüssen sitzt eine RJ45-Buchse,die kabelgebunden Gigabit-Netzwerk zur Verfügung stellt. Kabellos zeigt sich das M14x als gut ausgestattet. Es gibt Bluetooth in der aktuellen 4.0-Ausbaustufe und WLAN nach den Standards B, G und N – da sollte für jeden etwas dabei sein.


Auch wenn das Alienware M14x auf den ersten Blick ein vergleichbar mobiles Gerät darstellt, so ist der 14-Zöller doch ein waschechtes „Power House“, wenn man einen Blick auf die technischen Daten der verbauten Komponenten wirft – das spricht für eine ansprechende mobile Gaming-Leistung.

Alienware M14x

Alienware entscheidet sich bei unserem M14x nicht für den Intel Core i7-3610QM, den wir aktuell in den meisten Quadcore-Notebooks vorfinden oder gar den sparsamen i7-3612QM, der mit einer reduzierten TDP daherkommt, sondern für ein größeres Modell. Der verbaute i7-3720QM kommt auf einen Grundtakt von 2,6 GHz und läuft maximal auf 3,6 GHz. Anders als beim noch einmal teureren Core i7-3820QM beträgt der L3-Cache nicht länger 8 MB, sondern „nur noch“ 6 MB – merkliche Einschränkungen sind durch den kleineren Cache aber nicht wirklich zu erwarten. Die integrierte GPU HD4000 läuft mit einem Grundtakt von 650 MHz, im Turbobetrieb können bis zu 1250 MHz abgerufen werden. Die TDP des Core i7-3720QM liegt bei normalen 45 Watt. Alienware will hier also zeigen, dass die Kühlung auch mit dem stärkeren Modell nicht überfordert ist.

Alienware M14x

Als GPU setzt Alienware auf NVIDIAs aktuelle Mittelklasse, die GeForce GT 650M. Anders als es bei den darüber positionierten Modellen GeForce GTX 670M und GTX 675M der Fall ist, setzt NVIDIA bei der Mittelklasse schon auf die Kepler-Architektur, die dank der Fertigung in 28 nm Strukturbreite wesentlich energieeffizienter als der Vorgänger arbeitet. Die GeForce GT 650M kann 384 Shader-Einheiten in die Waagschale werfen. Da Alienware die GDDR5-Version verbaut, taktet der Chip mit 735 MHz (bei der DDR3-Variante, die es ebenfalls gibt, sind es 850 MHz). Der Speichertakt beläuft sich auf 1000 MHz, angebunden werden die GDDR5-Chips, die es auf insgesamt 1 GB bringen, über ein 128 Bit breites Interface.

Wie eingangs bereits erwähnt, setzt Alienware auch beim M14x auf eine Dual-Konfiguration im Storage-Bereich. Als Bootlaufwerk steht eine mSATA-SSD mit 64 GB zur Verfügung. Erfreulicherweise setzt Alienware auf Samsungs P830, deren 2,5-Zoll-Version in unserem aktuellen Round-up rundum überzeugen konnte. Für große Datenmengen steht darüber hinaus eine 500 GB fassende mechanische HDD zur Verfügung, die aus dem Hause Seagate stammt. Als flüchtiger Speicher werden 8 GB geboten. Hier gibt es zwar in der Zwischenzeit zahlreiche Geräte, die mit einem größeren Hauptspeicher daherkommen, für den normalen Einsatz sind 8 GB aber noch immer mehr als ausreichend.


Alienware M14x R2
Hardware 
Prozessor: Intel Core i7-3720QM
Prozessor - Grundtakt: 2,6 GHz
Prozessor - Turbotakt: 3,6 GHz
Prozessor - Fertigung 22 nm
Prozessor - Cache 6 MB
Arbeitsspeicher 8 GB - DDR3
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 650M
Grafikkarte - Grafikspeicher 1 GB
Festplatte

1x 64 GB + 500 GB

Festplatte - Geschwindigkeit SSD + 5400 rpm
Optisches Laufwerk DVD-Brenner
Monitor 
Display - Diagonale: 14,1 Zoll
Display - Auflösung: 1600 x 900
Display - 3D-fähig: nein
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: ja
Eingabegeräte 
Tastatur - Tastengröße: 12 x 14 mm
Tastatur - Tastenabstand: 7 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 87
Tastatur - Numblock: nein
Touchpad - Multitouch: ja
Trackstick: nein
Tablet-PC: nein
Anschlüsse 
HDMI: 1
DVI: -
DisplayPort: 1
VGA: 1
USB 2.0: 2
USB 3.0 1
Firewire -
eSATA: -
Audio: Line-Out / Mic
Gehäuse 
Akku: 62 Wh
Material: Kunststoff
Abmessungen: 337 x 258 x 38
Preis und Garantie 
Preis: ca. 1650 Euro
Garantie: 24 Monate


Bevor wir uns der für ein Alienware-Gerät essentiellen Gaming-Leistung zuwenden wollen, erfolgt zunächst die Pflicht, sprich: Die Systemleistung steht auf dem Testfahrplan.

Cinebench 10

Cinebench 11

7-Zip

Keine Überraschungen gibt es im Cinebench und bei 7-Zip – der verbaute i7-3720QM liefert die erwartete hohe Leistung von Intels aktueller CPU-Generation. Wer sparen möchte, kann gerne aber auch zu einem Core i7-3610QM greifen, denn Leistungsengpässe gibt es mit den aktuellen 4-Kernern sicherlich keine.

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Speicherdurchsatz

In positivem Licht stellt sich die Storage-Fraktion dar. Wurde die 64-GB-Version der Samsung 830er-Serie beim M17x noch durch die Nutzung der SATA-3G-Schnittstelle eingebremst, kann der kleine Flashspeicher im M14x R2 an einem 6G-Port seine Leistung voll ausspielen – und die überzeugt. Auch bei diesem Modell würden wir uns aber eine größere System-SSD wünschen. Die zur Verfügung stehenden 64 GB sind in Zeiten von riesigen Spiele- und Programm-Installationen leider sehr schnell aufgebraucht.

Keine Überraschung gibt es beim Speicherdurchsatz – der liegt auf dem aktuell hohen Niveau der Ivy-Bridge-Generation.

PC Mark 7

Im PC Markt führt die flotte SSD dazu, dass sogar der große Bruder in Form des M17x überholt wird. Alles in allem liefert das M14x R2 auch hier eine erstklassige Leistung ab.


Nun wollen wir aber endlich zur Gaming-Leistung kommen, die bei einem Alienware-Gerät natürlich essenziell ist. Im direkten Vergleich mit der aktuellen Generation wird es das M14x R2 nicht ganz leicht haben, denn das M14x ist das Ivy-Bridge-Modell mit der bislang schwächsten GPU – echte Luxusprobleme eben. 

3D Mark 11

Call of Juarez

Streetfighter Benchmark

Resident Evil 5

Stalker Benchmark

Die Leistung der GeForce GT 650M kann sich - je nach Engine - sehen lassen. An die großen Geschwister reicht sie zwar nicht ganz heran, gemessen daran, dass es sich bei unserem Testkandidaten „nur“ um eine Mittelklasse-GPU handelt, steht das M14x aber doch sehr gut da – zudem zeigt sich recht deutlich, dass NVIDIA mit seiner Fermi-basierten Oberklasse nicht zwingend punkten kann.


 

Subjektive Bewertung + iColor Display

Alienware ist seinem optischen Gesamtkonzept treu geblieben. Das gilt also auch für das Display, das sich aus rein ästhetischen Gründen hinter einer Glasscheibe versteckt. Das sieht gut aus, zugegeben, spiegelt aber leider wie verrückt.

Auch wenn das M14x in handlichen 14-Zoll-Format daherkommt, so wird man Alienwares kleinstes Modell sicherlich nicht permanent herumschleppen wollen, dagegen spricht das Gewicht von knapp 3 kg. Aus diesem Grund wollen wir beim Display doch einmal ein Auge zudrücken. Begünstigt wird unsere Nachsicht vom angenehm hellen und kontrastreichen Panel. Auch wenn mehr als 300 cd/m² in der Spitze erreicht werden, so gelingt es dem Display nicht, mit direkter Sonneneinstrahlung fertig zu werden – bei einer indirekten Einstrahlung entstehen aber keine Probleme.

Farbraum

RGB-Levels

Von der Glasoberfläche kann die Darstellung in einer dunklen Umgebung auf der anderen Seite voll und ganz profitieren, denn das Bild wirkt farbenfroh und ausgesprochen lebendig. Gerade beim Spielen oder der Filmwiedergabe macht das auf der ganzen Linie Laune, die Neutralität bleibt auf der anderen Seite aber leider ein wenig auf der Strecke, das wird Gamer aber nicht wirklich stören.

Die Blickwinkelstabilität des verbauten Panels befindet sich auf dem aktuellen Niveau von TN-Gerätschaften. Die horizontale Farbstabilität geht entsprechend in Ordnung, vertikal hat das M14x allerdings mit starken Farbveränderungen zu kämpfen.

Messwerte:

Ausleuchtung

 

Ausleuchtung

Maximale Helligkeit

Kontrastwert

In unseren Messreihen kann das M14x größtenteils überzeugen. Die maximale Helligkeit fällt mit 323 cd/m² angenehm hoch aus – muss sie mit Blick auf die genutzte Oberfläche aber auch. Gleiches gilt auch für das Kontrastverhältnis, das es auf 538:1 bringt. Manche Notebooks bringen es zwar auf höhere Werte, rein subjektiv gibt es aber ohnehin nichts zu meckern. Abstriche müssen hingegen bei der Homogenität der Ausleuchtung akzeptiert werden. 77,71 Prozent konnten wir ermitteln, da ist man normalerweise bei kleinen Panels Besseres gewohnt. Auffallen tut ein solcher Helligkeits-unterschied in der Praxis jedoch so gut wie nie.

 


 

Temperatur-Entwicklung:

Temperatur Oberseite

Temperatur Unterseite

Alienware verbaut eine, für ein 14-Zoll-Modell, ausgesprochen potente Hardware-Ausstattung – das merkt man dem M14x R2 in unseren Test teils auch an. Unser Testkandidat erwärmt sich auf der Unterseite merklich – erreicht dabei aber zu keinem Zeitpunkt grenzwertige Bereiche.

Lautstärke-Entwicklung:

Lautstärke Idle

Lautstärke Load

Um diese salonfähigen Temperaturen zu erreichen – und natürlich auch um die verbaute Hardware zu schützen, muss Alienware zu einem potenten Kühlsystem greifen. So hat der verbaute Ventilator keine Probleme, die beiden TDP-starken Komponenten zu kühlen, dreht dabei aber leider ordentlich auf. Mit einer maximalen Lautstärke von 50,6 dB kratzt das M14x bereits an der Grenze dazu, noch  salonfähig zu sein. Gamer, die mit einem Headset ausgestattet sind, wird das nicht stören, Nebensitzende schon eher.

Throtteling:

Alienware M14x

Der Lohn für lautstarke Kühlung: Das M14x R2 lässt sich auch von einem lange anhaltenden Volllast-Einsatz nicht beeindrucken und taktet die CPU erfreulicherweise nicht automatisch herunter.


Akkulaufzeit

Akkulaufzeit - Idle

Akkulaufzeit Load

Der Prozessor wird im 22-nm-Verfahren produziert, die GPU in 28-nm-Strukturbreite. Das merkt man natürlich auch an der Akkulaufzeit. Im Idle bringt es unser Testkandidat entsprechend auf mehr als 5 Stunden – ein Wert, der früher bei gamingfähigen Geräten undenkbar gewesen wäre. Dass die Hardware unter Last dann aber doch ordentlich am verbauten Stromspeicher zieht, zeigt ein Blick auf die Last-Laufzeit. Hier bleiben nun noch knappe 70 Minuten zum Daddeln übrig.

Stromverbrauch

Akkulaufzeit Load

Akkulaufzeit Load

Der Stromverbrauch hält sich im Idle in Grenzen und auch unter Last zeigt sich im direkten Vergleich mit den im GPU-Bereich potenter ausgestatteten Vergleichskandidaten deutlich, dass die GeForce GT 650M angenehm effizient arbeitet. Ein Gerät mit einer GeForce GT 675M benötigt beinahe die doppelte Strommenge – das größere Display fällt in diesem Zusammenhang kaum ins Gewicht.


Das Alienware M14x R2 stellt eine hardwareseitig gelungene Evolution dar, denn am eigentlichen Gerät ändern die Amerikaner kaum etwas – und das ist auch gut so.

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Ein Alienware-Notebook muss auf den ersten Blick einfach martialisch daherkommen – da macht das M14x auch in seiner 2012er Ausgabe keinen Hehl daraus. Das Angenehme daran: Mit seiner mattschwarzen Optik kann man ein ganz eigenes Äußeres aufbieten, ohne der x-te Apple-Klon zu sein. Die Materialwahl fällt mehr als überzeugend aus, denn der mattschwarze Softtouch-Lack sieht nicht nur klasse aus, sondern fühlt sich extrem angenehm an. Dass noch nicht mehr Hersteller auf dieses Material setzen, um einen Kontrast zum allgegenwärtigen gebürsteten Aluminium zu schaffen, wundert uns ein wenig. Auch bei der eigentlichen Verarbeitungsqualität geht Alienware keine Kompromisse ein und bietet ein Case, das wie aus dem Vollen geschnitzt wirkt.

Allerdings muss sich das M14x R2 in der Zeit von Ultrabooks den Einwand gefallen lassen, dass es für einen 14-Zöller ein wenig pummelig ausfällt. Mit knapp 3kg kann man das M14x nicht mehr als vollends mobil einstufen – Ultrabooks sind hier gut 1,2 - 1,4 kg leichter, aber eben auch nicht so gamingfähig. Hier hängt es schlussendlich also davon ab, wie wichtig das Gaming angesehen wird. Wer sich für ein Alienware-Gerät interessiert, wird sicherlich nicht auf mögliche FPS verzichten wollen.

Die verbaute Hardware weiß zu gefallen. Die CPU könnte für unseren Geschmack beinahe ein wenig schwächer dimensioniert werden, die verbaute GeForce GT 650M kann aber mit einer überzeugenden Leistung aufwarten und steigert unsere Vorfreude auf die GeForce GTX 680M erheblich – ein Testmuster sollte uns zeitnah vorliegen.

Schön ist es, dass sich Alienware im Storage-Segment der mSATA-Technik bedient, um zwei Laufwerke zu verbauen. Anders als im 17-Zöller wird die Leistung der verbauten SSD in unserem Testmuster nicht nur durch ein SATA-3G-Interface beschnitten, sodass die Samsung 830 ihre Leistung auf der ganzen Linie ausspielen kann. Einzig ein wenig mehr Speichervolumen würden wir uns für das Systemlaufwerk wünschen.

Das Display liefert eine überzeugende Vorstellung ab und kann mit einer gefälligen Auflösung von 1600x900 Bildpunkten aufwarten. Darüber hinaus werden eine hohe maximale Helligkeit und ein ansprechendes Kontrastverhältnis geboten. Leider ist das Panel aus optischen Gründen aber stark verspiegelt, was den täglichen Outdoor-Einsatz trotz der hohen Helligkeit merklich einschränkt.

Auch in den Nebendisziplinen kann das kleine Gaming-Notebook größtenteils überzeugen. Im Idle bietet es eine lange Laufzeit, ist kaum zu hören und wird nicht sonderlich warm. Allzu verwunderlich ist es auf der anderen Seite aber nicht, dass die Akkulaufzeit unter Last deutlich zurückgeht und die Lautstärke leider merklich anschwillt und sogar die 50-dB-Marke durchbricht. Die Kombination aus potenter Hardware und kleine Gehäuse erklärt hier natürlich einiges, ein paar dB weniger wären aber doch angenehm – nicht nur für den Nutzer selbst, sondern auch für die Umsitzenden.

Alles in allem bleibt das Alienware M14x auch 2012 ein erstklassiges Gaming-Notebook im Kleinformat, das die nötige Portion Alienware-Unvernunft in seinen Genen trägt. Wer auf ein erstklassiges Preis-Leistungsverhältnis angewiesen ist, der sollte sich an anderer Stelle umschauen, wer sich einmal etwas Besonderes gönnen möchte, das man nicht an jeder Straßenecke sieht, ist hier genau richtig.

Positive Aspekte des Alienware M14x R2:

Negative Aspekte des Alienware M14x R2: