Ultrabook-Round-Up: Dell gegen HP gegen Samsung

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ultrabook roundup_teaserHP, Dell und Samsung gehören zu den größten IT-Herstellern der Welt – und sind bei den Ultrabooks doch nur Nachzügler. Da es aber kaum ein Ultrabook ohne nennenswerte Problemchen gab, haben  gerade die etwas später verfügbaren Modelle nun die Chance aus den Fehlern ihrer Konkurrenten zu lernen. Ob das gelingt, bei der Frage "Welches ist das beste Ultrabook" oben zu stehen, müssen die drei Ultrabooks Dell XPS 13, HP Folio 13 und das Samsung Series 5 im Round-up zeigen.

Im September letzten Jahres schickte Intel seine lang erwartete neue Notebook-Kategorie, die Ultrabooks ins Rennen. Damit gab man der vom MacBook Air (zum Test) begründeten, ultra portablen Notebook-Klasse schlichtweg einen neuen Namen. Intel beließ es aber nicht nur bei den Abmessungen und dem Gewicht, sondern schrieb darüber hinaus auch weitere Features vor, die das mobile Arbeiten und Konsumieren angenehmer machen sollen. So sollten alle von Tablets (und auch von MacOS) verwöhnten User mit kurzen Aufwachzeiten gelockt werden. Zusätzlich zu den von Intel vorgegebenen Low-Voltage-Prozessoren ist in einem gewissen Rahmen also auch Flash-Speicher ein Must-Have. Aus Kostengründen muss zwar nicht zwangsläufig eine SSD verbaut werden, ein Flash-Cache ist aber das Minimum an Anforderungen.

Wie Intel die Ultrabooks selbst sieht, zeigt im Grunde genommen schon der für die Vorstellung gewählte Event bestens. Der Launch (1, 2, 3) erfolgte während der Internationalen Funkausstellung in Berlin, eine Messe, die bislang eigentlich vornehmlich die CE-Sparte abdeckte. Mit Ultrabooks ist die IT-Welt aber nun endgültig im Wohnzimmer angekommen – CE und IT verschwimmen zusehends miteinander, das zeigen auch Themen wie Media-Player oder SmartTV immer wieder.

In der Vergangenheit konnten wir uns bereits einen Großteil der zum Marktstart verfügbaren Ultrabooks genauer ansehen. Von ASUS waren es das Zenbook UX21 mit 11,6 Zoll und der große 13,3-Zoll-Bruder Zenbook UX31. Gerade das große Modell konnte mit einer hohen Auflösung punkten, hatte im gleichen Zuge aber auch mit einem schwachen Kontrast zu kämpfen. Dafür wusste das hochwertige Gehäuse auf der ganzen Linie zu gefallen, ein Bereich, in dem man Acers Aspire S3 (Test in Hardwareluxx [printed] 02/2012) deutlich anmerkte, dass auf die Kosten geachtet wurde. Auch Toshibas Z830 (Test in Hardwareluxx [printed] 02/2012), das bislang das Label "Business-Ultrabook" mit seinem matten Display am trefflichsten interpretierte hatte mit einem Faux-Pas zu kämpfen. Der kleine Lüfter lief trotz Low-Voltage-Hardware praktisch permanent und gab ein deutlich hörbares Geräusch von sich. Das Problem wurde mithilfe eines BIOS-Updates aber behoben.

Bevor wir uns die drei Testkandidaten genauer ansehen, vor dem Test schon einmal ein kurzer erster Eindruck der drei 13-Zoll-Ultrabooks.

Dell XPS 13:

Dell ist selten ganz vorne mit dabei, wenn eine neue Technik angekündigt wird – und so ist auch nicht verwunderlich, dass das XPS 13 zur zweiten Welle der erscheinenden Ultrabooks gehört. Das Label zeigt zudem recht deutlich die aktuelle Entwicklung des XPS-Brands. Standen die drei Buchstaben bis zur Übernahme von Alienware noch für Gaming-Leistung in Höchstform, hat Dell seine XPS-Geräte in den letzten Jahren immer mehr in die Lifestyle-Ecke verfrachtet. Als Höhepunkt dieser Entwicklung können die aktuellen z-Modelle XPS 15z und XPS 14z angesehen werden, genau wie nun das XPS 13.

Dell XPS 13
Dells Ultrabook XPS 13 wirkt wie aus einem Guss.

Dells Ultrabooks XPS 13 ist der mit Abstand teuerste Vertreter in diesem Test: 1459 Euro müssen in den 13-Zöller investiert werden. Dafür bekommt man aber nicht nur die schnellste CPU, sondern auch ein Gehäuse, das es in sich hat. Dell setzt für die Kombination aus leicht und stabil auf Carbon, was zusätzlich nicht nur eine schicke Optik mit sich bringt, sondern eben auch den Preis in die Höhe treibt. Das Display versteckt sich zudem hinter stabilem Gorilla Glas.

HP Folio 13:

Wir bedanken uns bei 'getgoods.de' für die problemlose Bereitstellung des Testsamples.

Gerade HP durchlebte 2011 ein ereignisreiches Jahr, war doch kurzzeitig nicht nur das beschlossene Aus der Tablets ein Top-Thema, sondern auch der Abschied von der PC-Sparte. Letzteren gab es erfreulicherweise nicht, denn ansonsten hätte uns einer unserer heutigen Testkandidaten, das Folio 13, gar nicht zur Verfügung gestanden. Ist das Folio 13 laut HP teilweise auf den Business-Einsatz zugeschnitten, wurde auf der CES zudem ein zweites, deutlich Consumer-lastigeres Ultrabook, das HP Envy Spectre 14 (zum Hands-on) angekündigt.

HP Folio 13
HP möchte sein Folio 13 als Business-Ultrabook positionieren.

Das HP Folio 13 besitzt ein Aluminium-Gehäuse und widersetzt sich dem aktuellen Trend zu keilförmigen Gehäusen. Entsprechend wirkt das mit 1,6 kg schwere Folio etwas wuchtiger als die Konkurrenz, hat auf diese Weise aber Vorteile, wenn es um Schnittstellen, Akkuvolumen und Kühlung geht. Preislich liegt unsere Testkonfiguration bei knapp unter 990 Euro – und ist damit im Mittelfeld der aktuell verfügbaren Modelle angesiedelt.

Samsung Series 5 Ultrabook:

Wir bedanken uns bei 'getgoods.de' für die problemlose Bereitstellung des Testsamples.

Samsung war seiner Zeit hingegen voraus. Im letzten Jahr war man einer der ersten Hersteller, der dem MacBook Air mit der Series 9 (zum Test) ernsthaft Konkurrenz machen konnte. Nicht nur, dass es ein eigenständiges Design gab, auch ein mattes, sehr gutes Display war das, was sich viele Anwender schon lange gewünscht haben. Nur das Label "Ultrabook" gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein wenig überraschend ist es aber, dass Samsung zur CES ein Series 5-Ultrabook präsentierte (zum Hands-on). Der ebenfalls vorgestellte Nachfolger der Series 9 wird das Ultrabook-Label laut Samsung nicht tragen, da man die Series 9 generell über den Ultrabooks positionieren möchte.

Samsung 530U3B
Das Samsung 530U3B ist der Preisbrecher in diesem Test.

Der erste Eindruck des Series 5 530U3B kann als schlicht beschrieben werden. Setzen die Konkurrenten teils auf auffällige Bürstungen, Glasoberflächen oder eine auffällige Form, ist Samsungs "erstes" Ultrabook analog zu HPs Folio 13 sehr schlicht. Dank teils abgeflachter Seiten bietet das 530U3B ein filigraneres Auftreten. Das eigentliche Highlight des Series-5-Ultrabooks ist aber, dass Samsung ein mattes Display verbaut. Bislang kommen alle Ultrabooks durch die Bank mit Glare-Panels daher, einen Zustand, den wir bislang noch nie wirklich nachvollziehen konnten. Nachdem Samsung im letzten Jahr bereits teils mit tollen Displays auftrumpfen konnte, sind die Erwartungen alles andere als niedrig. Mit einem Preis von knapp 720 Euro ist das 530U3B das günstigste Ultrabook in diesem Vergleich und kostet gerade einmal  knapp die Hälfte des XPS 13. Natürlich bietet Samsung aber auch eine teurere Konfiguration an, die dann bei rund 1000 Euro liegt.

Soviel zum Vorgeplänkel, auf den kommenden Seiten des Reviews wollen wir unseren drei Testkandidaten genau auf den Zahn fühlen.

Die Ultrabooks im Vergleich
HardwareDell XPS 13HP Folio 13Samsung 530U3B
Prozessor: Intel Core i7-2637M Intel Core i5-2467M Intel Core i5-2467M
Prozessor - Grundtakt: 1,7 GHz 1,6 GHz 1,6 GHz
Prozessor - Turbotakt: 2,8 GHz 2,3 GHz 2,3 GHz
Prozessor - Fertigung 32 nm 32 nm 32 nm
Prozessor - Cache 4 MB 3 MB 3 MB
Arbeitsspeicher 4 GB - DDR3 4 GB - DDR3 4 GB - DDR3
Grafikkarte Intel HD 3000 Intel HD 3000 Intel HD 3000
Grafikkarte - Grafikspeicher shared shared shared
Festplatte

1x 256 GB

1x 128 GB 1x 500 GB
Festplatte - Geschwindigkeit SSD SSD 5400 rpm (+ 16 GB Express-Cache)
Optisches Laufwerk - - -
Monitor   
Display - Diagonale: 13,3 Zoll 13,3 Zoll 13,3 Zoll
Display - Auflösung: 1366 x 768 Pixel 1366 x 768 Pixel 1366 x 768 Pixel
Display - 3D-fähig: nein nein nein
Display - Glare-Type: ja ja nein
Display - LED: ja ja ja
Eingabegeräte   
Tastatur - Tastengröße: 15 x 14 mm 15 x 15 mm 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm 4 mm 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 81 83 81
Tastatur - Numblock: nein nein nein
Touchpad - Größe: 100 x 49 100 x 45 103 x 54
Touchpad - Multitouch: ja ja ja
Trackstick: nein nein nein
Tablet-PC: nein nein nein
Anschlüsse   
HDMI: - 1 1
DVI: - - -
DisplayPort: 1 -
VGA: - - Adapter
USB 2.0: 1 2 2
USB 3.0 1 - 1
Firewire - - -
eSATA: - - -
Audio: Line-Out Line-Out Line-Out
Gehäuse   
Akku: 47 Wh 60 Wh 46 Wh
Material: Aluminium + Carbon Aluminium + Kunststoff Kunststoff
Abmessungen: 316 x 205 x 18 mm 319 x 220 x 18 mm 315 x 219 x 18 mm
Preis und Garantie   
Preis: ca 1445 Euro ca. 990 Euro ca. 720 Euro
Garantie: 24 Monate 12 Monate 24 Monate

Dell hat das XPS 13 erst in diesem Jahr auf der CES vorgestellt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass die Amerikaner nicht die gleichen Fehler machen, die wir bei einer Reihe der ersten Ultrabooks gesehen haben. Dafür lässt sich Dell sein Ultrabook gut bezahlen. Das Top-Modell, das uns für diesen Test zur Verfügung steht, kostet 1499 Euro. Noch einmal teurer wird das XPS 13 bei einem Blick auf das Zubehör. Während viele andere Hersteller die wichtigsten Adapter beilegen (schließlich passen nicht alle Buchsen auf die kleinen Gehäuse), müssen diese beim XPS 13 separat dazu bestellt werden.

 

Das Gehäuse:

Dell XPS 13
Geschlossen kann das XPS 13 mit einem schicken Alu-Deckel punkten.

Das Case ist sicherlich eines der Highlights des XPS 13, denn in dieser Kategorie hieß es für Dell ohne Frage "nicht kleckern, sondern klotzen" – und das merkt man dem 13-Zöller auch an. Liegt Dells Ultrabook geschlossen auf dem Schreibtisch, merkt man davon aber noch recht wenig. Es besitzt die aktuell so beliebte Keilform, die ein wenig an das MacBook Air erinnert. Als Material für den Deckel nutzt Dell Aluminium - das besitzt aber nicht die klassische Brushed-Optik, wie sie bei einem Großteil der aktuellen Ultrabooks (auch bei unseren anderen beiden Testkandidaten) genutzt wird, sondern wirkt deutlich homogener und fühlt sich recht handschmeichelnd an. Bekannt ist diese Optik schon von den XPS-z-Modellen.

Dell XPS 13 Boden
Der Boden des Dell XPS 13 besteht aus Sichtcarbon und sieht extrem schick aus.

Etwas Besonderes hat sich Dell aber für den Boden einfallen lassen. Dell nutzt nicht nur Kohlefaser, um das Gehäuse möglichst stabil zu bekommen, sondern zeigt dies auch. So besitzt der Boden getreu dem Motto "auch ein schöner Rücken kann entzücken", eine 3K-Carbon-Oberfläche, die wirklich "sexy" aussieht. Unterstrichen wird der Premium-Anspruch von einer  optisch ansprechend in den Boden integrierten XPS-Platte aus Aluminium. Alles in allem wirkt das XPS 13 bereits jetzt extrem hochwertig.

Dell XPS 13 Topcase
Das Top-Case besteht aus samtigem Kunststoff.

Der bislang gewonnene Eindruck wird noch einmal unterstrichen, wenn das XPS 13 geöffnet wird. Dell setzt beim Top-Case größtenteils auf den vom Alienware M14x (zum Test) oder M18x (zum Test) bekannten, leicht angerauten Kunststoff, der sich herrlich samtig anfühlt. Damit gelingt es Dell auch in diesem Bereich nicht nur ein sehr hochwertiges Auftreten an den Tag zu legen, sondern sich auch deutlich von der Konkurrenz abzuheben. Als weiteren kleinen Eye-Catcher besitzt das Top-Case einen Aluminium-Rahmen, der das hochwertige Auftreten noch einmal unterstreicht. Da nicht nur die Materialwahl, sondern auch die Verarbeitungsqualität passen, kann dem XPS 13 in diesen Disziplinen ein referenzverdächtiges Auftreten attestiert werden.

Wirklich interessant ist darüber hinaus der Formfaktor des XPS 13. Wie man auf obigem Bild gut erkennen kann, ist das XPS 13 bei der gleichen Display-Diagonale deutlich kleiner, als die beiden direkten Konkurrenten. Das liegt daran, dass Dell das 13-Zoll-Panel in ein Gehäuse einpflanzt, das normalerweise für 12-Zöller genutzt werden würde. Gemessen an der Prämisse, ein möglichst mobiles Notebook zu bauen, hat Dell in diesem Vergleichstest also die Nase vorn. Ein weiterer Vorteil: Der so entstehende sehr schmale Display-Rahmen sieht wirklich verdammt gut aus.

Dell XPS 13 Größenvergleich
Das XPS 13 ist das kleinste der Ultrabooks.

Gewichtstechnisch spielt das XPS 13 mit 1,36 kg in der Mittelklasse der Ultrabooks. Deutlich leichter ist in erster Linie das Toshiba Z830, das nicht ganz so massiv und stabil wie Dells Testkandidat wirkt. Der Akku besitzt eine Kapazität von 47 Wh. In dieser Disziplin kann das XPS 13 zwar keine Glanzlichter setzen, eine ordentliche Laufzeit sollte aber auch hier auf jeden Fall möglich sein.

Connectivity – die Anschlüsse:

Anschlussseitig bieten die meisten aktuellen Ultrabooks nur das Nötigste – kein Wunder, bieten die Seitenteile aufgrund der geringen Bauhöhe doch kaum Platz für Buchsen.

Dell XPS 13 Seite links
Seitlich fällt die Keilform des XPS 13 am stärksten auf.

Die erwähnte Problematik gilt leider für den ersten Kandidaten, das XPS 13. Auf der linken Seite des Gehäuses gibt es den obligatorischen Stromanschluss und eine USB-2.0-Buchse. Zur Tonausgabe steht darüber hinaus eine 3,5-mm-Klinkenbuchse bereit.

Dell XPS 13 Seite rechts
Das Sichtcarbon ist auch auf den Seitenteilen zu erkennen.

Auch auf der rechten Gehäuse-Seite sieht es nicht sonderlich rosig aus. Es gibt eine zweite USB-Buchse, die dieses Mal aber immerhin den 3.0-Standard vorweisen kann. Darüber hinaus gibt es in Form eines Mini-Display-Ports die Möglichkeit, Bilddaten digital auszugeben. Das Positive an der von Dell gewählten Möglichkeit: Es können auch Displays jenseits der FullHD-Auflösung digital angesteuert werden, was bei der zunehmenden Verbreitung von 27-Zöllern mit 2560 x 1440 Pixeln ohne Frage ein Vorteil ist.

Auffällig ist aber, dass Dell keine RJ45-Buchse verbaut – und auch keinen Adapter beilegt. Dieser muss bei der Konfiguration im Dell Webshop mitbestellt werden, was den Preis des ohnehin nicht günstigen XPS 13 weiter in die Höhe treibt.

Drahtlos bietet das XPS 13 den aktuell im Notebook-Segment üblichen Standard. Es gibt WLAN für B-, G- und N-Netze. Zudem ist auch Bluetooth mit an Bord, sodass zumindest drahtlos von einer runden Ausstattung gesprochen werden kann.


Eingabegeräte:

Nachdem Dell bei seinen XPS-z-Geräten hinsichtlich der Tastatur nicht vollends überzeugen konnte, heißt es mit dem XPS 13 nun: neues Gerät, neues Glück.

Dell XPS 13 Tastatur
Die Tastatur besitzt eine Hintergrundbeleuchtung.

Dell setzt beim XPS 13 auf eine Chiclet-Tastatur, wie sie aktuell bei den meisten Ultrabooks genutzt wird, aber auch bei der eigenen XPS-z-Reihe. Die klar voneinander abgesetzten Tasten sind an den Ecken leicht abgerundet, was Dells Tastatur eine leicht eigenständige Optik verleiht. Erfreuliches lässt sich auch über die Tippqualitäten sagen: Das massive Chassis des XPS 13 kann seine Vorteile auch an dieser Stelle ausspielen, sodass es kaum Flexing gibt. Noch dazu bietet das Keyboard einen merklich direkteren Druckpunkt, als es noch bei den z-Geräten der Fall war. So lassen sich auch längere Texte ohne Probleme tippen. Ein weiterer Vorteil der Tastatur: Dell hat eine praktische Hintergrundbeleuchtung integriert, ein Luxus, an den man sich im täglichen Leben sehr schnell gewöhnt.

Dell XPS 13 Touchpad
Das Touchpad fällt angenehm groß aus.

Das Touchpad wurde von Dell ordentlich groß dimensioniert und fügt sich optisch passend in das mattschwarze Top-Case ein. Die Gleiteigenschaften liegen auf einem guten, wenn auch keinem überragenden Niveau. In der Praxis hatte das Pad anfänglich allerdings Präzisionsprobleme, die können durch ein Treiber-Update, das jedem Käufer dringend angeraten sei, behoben werden.

Das Display:

Dell XPS 13 Displayspiegelung
Trotz angedachter Business-Ausrichtung setzt Dell auf ein stark verspiegeltes Display.

Der robuste Eindruck, den das XPS 13 bislang vermittelte, soll auch beim Display beibehalten werden. Entsprechend setzt Dell bei der Glasoberfläche des 13-Zoll-Panels, die sich über das gesamte Display erstreckt, auf ein Gorilla-Glas-Finish von Corning – dabei handelt es sich aber noch nicht um die auf der CES vorgestellte neue 2er-Version. Fraglich ist aber wieder einmal, weshalb Dell bei einem so mobilen Gerät wie einem Ultrabook auf eine sehr stark spiegelnde Oberfläche setzt – ehrlicherweise betrifft diese Problematik aktuell aber die meisten Ultrabooks.

Beim eigentlichen Display setzt Dell auf den aktuellen Standard. Es wird ein 13-Zoll-Panel mit einer Auflösung von 1366 x 768 Dots eingesetzt, das auf der TN-Technik basiert. Für die Hintergrundbeleuchtung ist natürlich ein LED-Backlight verantwortlich.

In der Praxis kann es aber zu Problemen für große Anwender kommen. Das Display lässt sich nicht allzu weit nach hinten klappen. Wer also weit über der Schreibtischplatte thront, wird gezwungen, den optimalen Blickwinkel aufzugeben. Hier können die beiden Konkurrenten einen besseren Eindruck an den Tag legen.

Weitere Bilder des Dell XPS 13 sind in unserer Gallery zu finden:

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Nach HPs spektakulärer Kehrtwende im letzten Jahr, enthält man uns das Folio 13 doch nicht vor, ein Ultrabook, das HP explizit als Business-Gerät anpreist. Da stellt sich die Frage: "Was macht ein gutes Business-Ultrabooks aus?". Spontan würden wohl die meisten Leser ein mattes Display, einen Docking-Port und Windows in der Professional-Version anführen. Da müssen wir leider enttäuschen, denn Windows 7 Professional x64 ist das einzige dieser Merkmale, das HPs Ultrabook vorweisen kann.

Das Gehäuse:

HP Folio 13 Gehäuse
HP verweigert sich der Keilform.

Im Vergleich zu vielen anderen Ultrabooks wirkt das HP Folio 13 zunächst merklich voluminöser. Das liegt daran, dass HP darauf verzichtet, das Gehäuse in die hippe Keilform zu pressen. Stattdessen ist das Case an jeder Stelle 18 mm dick, was zugegebenermaßen an der Obergrenze von Intels Spezifikationen liegt. Die Ecken sind leicht abgerundet, was dem Folio 13 eine gefällige Optik verleiht. Auf den ersten Blick verströmt der 13-Zöller einen unweigerlichen Business-Charme – was aber nicht nachteilig sein muss. Angenehm ist, dass HP nicht versucht, Apples MacBook Air um jeden Preis nachzueifern.

HP Folio 13 Deckel
Der Deckel des Folio 13 besteht aus gebürstetem Aluminium.

Bislang greift einzig Lenovo auf eine ähnlich kompakte Formensprache zurück. Als Oberfläche setzt HP sowohl beim Deckel als auch beim Top-Case auf gebürstetes Aluminium. Das ist nicht nur sehr schick und unempfindlich, sondern verleiht dem Ultrabook auch ein sehr hochwertiges Auftreten. Über weite Teile wirkt das Folio 13 wie aus dem Vollen geschnitzt. Der tägliche mobile Einsatz dürfte dem Folio, auch mit Hinblick auf die Displaystabilität, wenig anhaben – das haben wir bislang leider nicht bei jedem Ultrabook so empfunden. Unter diesen Gesichtspunkten wird das Folio 13 seinem Business-Anspruch ohne Frage gerecht.

Das Gewicht unseres 13-Zöllers liegt mit 1,5 kg in der gehobenen Ultrabook-Klasse. Dass es leichter geht, zeigen ASUS, Toshiba, Samsung und Acer. Gerade die drei Letztgenannten reichen in Sachen Stabilität jedoch nicht an das Folio 13 heran. Ein weiterer Grund für das leichte Übergewicht ist bei einem Blick auf die Akkukapazität zu finden. HP verbaut einen Akku mit 60 Wh. Damit bietet das HP Folio 13 deutlich mehr Kapazität als die meisten Konkurrenten.

Connectivity – die Anschlüsse:

Nicht allzu üppig fielen bislang die Anschlüsse aus – auch das war der geringen Bauhöhe in Kombination mit der Keilform geschuldet. ASUS und Dell beispielsweise müssen daher auf USB-Adapter zurückgreifen, um VGA und RJ45 zu bieten. Für HP sieht es da schon ein wenig besser aus, denn die Bauhöhe des Folio 13 reicht aus, um beispielsweise einen vollwertigen RJ45-Port unterzubringen.

HP Folio 13 Anschlüsse
Die rechte Seite bietet zahlreiche Anschlüsse.

Ein Blick auf die linke Seite des Gehäuses zeigt gefühlt mehr Buchsen, als so mancher Konkurrent insgesamt vorzuweisen hat. Da wären ein HDMI-Anschluss, ein USB-Port (der leider nur 2.0 beherrscht), der besagte RJ45-Port, der Gigabit-Ethernet ermöglicht, sowie ein Card-Reader und der Stromanschluss. 

HP Folio 13 Anschlüsse
HP verschenkt leider viel vom auf der linken Seite gebotenen Platz.

Den üppigen Platz, den das rechte Seitenteil bietet, nutzt HP leider nicht. Für den Datenaustausch gibt es einzig einen zweiten USB-Port. Die aktuelle 3.0-Version sucht man aber auch hier noch vergebens. Toshibas Z830 ist also noch das Maß der Dinge in diesem Bereich.

Der USB-3.0-Port wäre nicht nur aufgrund der schnelleren Datenübertragung interessant, sondern auch aufgrund der "Docking-Features" – einen dedizierten Connector für ein Trockendock gibt es auf der Unterseite nämlich nicht. Toshiba beispielsweise nutzt die hohe mögliche Datenrate, um einen externen Dock mit zahlreichen Schnittstellen inklusive der Möglichkeit, das Bildsignal auf bis zu vier Monitore aufzuteilen. Wenn man schon ein Business-Netbook im Portfolio haben möchte, so wäre schön, wenn HP ebenfalls entsprechende Features bieten würde.

Die kabelgebundene Netzwerkkommunikation erfolgt, wie bereits erwähnt, via Gigabit-LAN. Drahtlos werden mit den Standards 802.11b, g und n alle aktuell relevanten Netze abgedeckt. Ebenso steht Bluetooth zur Verfügung, sodass von einer drahtlosen Rundumversorgung gesprochen werden kann.


Lange unterschätzt wurden die Eingabegeräte bei der Konzeption eines Notebooks. Erst Apple hat gezeigt, was ein gutes Touchpad für einen Anteil am schlüssigen Bedienkonzept eines Notebooks haben kann.

Die Eingabegeräte

HP Folio 13 Tastatur
Die Tastatur lässt sich hervorragend tippen.

HP setzt bei seinem Ultrabook auf eine schwarze Chiclet-Tastatur. Mit 15 x 15 mm besitzen die Tasten die aktuell üblichen Abmessungen. Das Tippverhalten kann als sehr gut bezeichnet werden. Der Druckpunkt ist klar, präzise und angenehm knackig. So erlaubt die Tastatur ein flottes Tippen, auch von längeren Texten. Das TopCase flext zwar minimal, das macht sich aber kaum negativ bemerkbar. In dieser Disziplin gehört das Folio 13 aktuell aber ohne Frage zu den überzeugendsten Modellen. Aus rein optischen Gründen unpraktisch ist aber, dass HP die Tastatur in einem schwarzen Glossy-Feld verbauen musste – das sieht schon nach einer kurzen Zeit unansehnlich aus.

HP Folio 13 Touchpad
Das Touchpad wird optisch klar abgehoben.

Das von HP verbaute Touchpad kann hingegen nur eine durchschnittliche Performance an den Tag legen – insbesondere die Präzision könnte noch ein wenig besser ausfallen. Trotz (optisch) angedeuteter Tasten lässt sich das Pad übrigens "im Ganzen" klicken. Qualitativ nicht 100-prozentig konnte die Passgenauigkeit des Mausersatzes überzeugen. Die linke vordere Ecke ragte leicht über das TopCase heraus, was sich im Handling mehrfach negativ bemerkbar machte.

Das Display

HP Folio 13 Display
Auch HP setzt auf ein verspiegeltes Display.

Der Monitor war bislang eines der heißesten Themen bei den Ultrabooks. Apple setzt bei seinem 13-Zoll-MacBook Air auf 1440 x 900 dots, ASUS bei seinem Zenbook UX31 sogar auf 1600 x 900 Pixel. Die gesamte Konkurrenz kann mit der im 13-Zoll-Segment üblichen Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten aufwarten. Das sollte nun aber nicht falsch verstanden werden: 1600 x 900 Dots bieten rein produktiv einen klaren Vorteil gegenüber der schwächer aufgelösten Konkurrenz, belasten die Augen beim längeren Betrieb und beispielsweise Websites mit einer kleinen Schrift merklich stärker.

HP schließt sich beim Folio 13 Ultrabook der breiten Masse an. Es kommt ein 13-Zoll-Panel mit einer Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten zum Einsatz. Wie es bei Ultrabooks üblich ist, setzt HP auf die TN-Technik in Kombination mit einem LED-Backlight. Leider hat sich aber auch HP dem aktuellen Trend hingegeben und ein Glare-Panel verbaut – was gänzlich Business-untypisch ist.

Die Messwerte und Eindrücke der Bildqualität im direkten Vergleich mit Samsungs Series 5 Ultrabook und Dells XPS 13 sind auf Seite 12 zu finden.

Weitere Bilder des HP Folio 13 sind in unserer Gallery zu finden:

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Nachdem unsere ersten beiden Testteilnehmer bereits mit überzeugenden Gehäusen auftrumpfen konnten, stellt sich nun die Frage, wie sich das Samsung Series 5 530U3B Ultrabook behaupten kann, schließlich ist es das günstigste Ultrabook in diesem Vergleich. Zudem muss Samsung natürlich aufpassen, dass ein merklicher Abstand zur Series 9 bestehen bleibt, schließlich sollen die teuren Top-Modelle auch noch verkauft werden.

Das Gehäuse:

Samsung 530U3B Deckel
Samsungs Ultrabook ist der günstigste Teilnehmer im Test ...

Auch das Samsung 530U3B kommt geschlossen in einer gebürsteten Edelstahloptik daher, besitzt aber eher einen klassischen Look und fühlt sich nicht so samtig an, wie es beim XPS 13 der Fall ist. Die Formensprache des Flachmanns kann dabei als klassisch beschrieben werden. Der 13-Zöller besitzt, genau wie Dells Ultrabook, eine Keilform, widersetzt sich aber dem Trend von massiven Wangen, wie er seit dem Refresh des MacBook Air hoch im Kurs steht und beispielsweise beim ASUS Zenbook UX21 bzw UX 31 aber auch dem XPS 13 gesehen werden kann. Durch die abgerundeten Kanten wirkt das 530U3B so teils noch flacher als die Ultrabook-Konkurrenten – was in dem Fall aber eine rein optische Täuschung ist. Alles in allem kann dem 530U3B im geschlossenen Zustand attestiert werden, dass jeglicher Eye-Catcher fehlt, was das Ultrabook beinahe ein klein wenig langweilig wirken lässt.

Samsung 530U3B Topcase
... was man der Verarbeitungsqualität anmerkt.

Einmal geöffnet, ändert sich nicht viel am bisher gewonnen Eindruck. Samsung setzt auch beim Innenraum auf eine gebürstete Alu-Optik und verzichtet auf sämtliche Eye-Catcher – einzig die schwarze Tastatur kann dezente Akzente setzen. Überraschend ist es, dass Samsung auf einen schwarzen Display-Rahmen verzichtet – dieser hat sich in den letzten Jahren weitestgehend durchgesetzt, da der subjektive Kontrast auf diese Weise recht einfach gesteigert werden kann.

Qualitativ kann das Ultrabook bei weitem nicht mit den beiden Konkurrenten mithalten. Man merkt dem 13-Zöller an, dass es der günstigste Teilnehmer im Test ist, denn die Display-Steifigkeit kann weder mit dem Folio 13 noch mit dem XPS 13 mithalten. Der vergleichsweise niedrige Preis des 530U3B rechtfertigt die teils windige Verarbeitung des 13-Zöllers nicht wirklich.

Mit einem Gewicht von 1,43 kg befindet sich das Samsung Series 5 Ultrabook im normalen Bereich für aktuelle 13-Zoll-Modelle. Das 530U3B ist zwar nicht besonders leicht, stellt unterwegs aber in keinem Fall eine übertriebene Belastung dar. Beim Formfaktor bleibt Samsung übrigens dem normalen 13-Zoll-Format treu, sodass das XPS 13 das kleinste Ultrabook in diesem Vergleich bleibt. Der Akku fasst 46 Wh, was zu einer normalen Akkulaufzeit führen sollte – gerade das HP Folio 13 kann hier aber einen merklichen Vorsprung herausarbeiten.

Connectivity – die Anschlüsse:

Damit trotz des abgeflachten Gehäuses dennoch alle für Ultrabooks relevanten Anschlüsse verbaut werden können, sind nicht die gesamten Seitenteile abgerundet, sondern nur der vordere Teil – im hinteren Bereich besitzt das 530U3B die normale Höhe.

Samsung 530U3B Anschlüsse
Anschlüsse hingegen sind reichlich vorhanden.

Auf der linken Seite bietet das 530U3B zur Bildausgabe den obligatorischen HDMI-Port. Damit aber nicht genug, gibt es auch einen MiniDisplay-Port – in dieser Disziplin kann das 530U3B also vollends überzeugen. Zum Datenaustausch gibt es erfreulicherweise schon einen USB-3.0-Anschluss. Auch ein RJ45-Port konnte Samsung integrieren. Damit das Gehäuse allerdings nicht übertrieben hoch wird, greift Samsung zu einer Version mit reduzierter Höhe, die zusätzlich aufgeklappt werden kann – als Datenrate stehen bis zu 1 Gbit zur Verfügung. Abgerundet wird die linke Seite von einer Klinke-Buchse, die sowohl als Ein- als auch als Ausgang genutzt werden kann.

Samsung 530U3B Anschlüsse
Insgesamt gibt es drei USB-Anschlüsse.

Die rechte Seite fällt dann aber nicht mehr ganz so anschlussfreudig aus. Zumindest werden aber zwei weitere USB-Ports (beide 2.0) geboten. Damit kommt das 530U3B auf eine stattliche Anschlussausstattung und gehört ohne Frage zur Spitzengruppe der aktuell verfügbaren Ultrabooks.

Auch kommunikativ muss sich das Samsung Series 5 Ultrabook nicht verstecken. Neben dem bereits erwähnten Gigabit-LAN gibt es WLAN nach den Standards b, g und n, sodass alle relevanten Netze abgedeckt werden. Abgerundet wird auch hier das Portfolio vom Bluetooth-Support.


Eingabegeräte:

Samsung 530U3B Tastatur
Die Tastatur ist etwas zu schwammig.

Wie die Konkurrenz setzt auch Samsung auf ein Chiclet-Layout. Die insgesamt 81 Tasten besitzen dabei die üblichen Dimensionen von 15 x 15 mm und lassen sich recht gut tippen. Es fällt aber gerade beim Verfassen von längeren Texten auf, dass das Top-Case merklich flext, was dem Druckpunkt leider nicht sonderlich zuträglich ist. Hier wäre ein etwas steiferes Gehäuse wünschenswert. Schade ist es auch, dass Samsung auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichtet. Gerade in dunklen Umgebungen gewöhnt man sich schnell an den Luxus, sämtliche Beschriftungen zu jedem Zeitpunkt erkennen zu können. Hinsichtlich der Tastatur haben also beide Konkurrenten aktuell die Nase vorn.

Samsung 530U3B Touchpad
Das Touchpad ist angenehm groß.

Das Touchpad misst 103 x 54 mm, gehört also zu den größeren Vertretern seiner Art. Auch wenn Samsung auf eine Glasoberfläche oder Ähnliches verzichtet, so kann das Pad ordentliche Gleiteigenschaften aufweisen. Alle Eingaben werden zudem sehr direkt angenommen – gegenüber dem XPS 13 ist Samsungs Ultrabook damit leicht im Vorteil. Multitouch wird auch von diesem Testkandidaten rudimentär unterstützt, an Apples Pad kommt bislang aber noch kein Windows-Book heran.

Das Display

Samsung 530U3B Display
Samsung setzt als einziger Hersteller im Test auf ein mattes Panel.

Das Display ist unseres Erachtens die aktuell am stärksten vernachlässigte Komponente im Ultrabook-Segment. Die meisten Geräte versuchen ihre Glare-Oberflächen zwar mit einer ordentlichen Helligkeit zu überspielen, gerade bei Kontrast und Farbdarstellung haben bislang aber alle Ultrabooks ihre Schwächen. Zumindest umgeht Samsung die Glare-Probematik bei ultramobilen Geräten, indem ein Panel mit einer matten Oberfläche eingesetzt wird. Das gab es bislang nur beim Toshiba Z830. Hatte Toshibas Ultrabook noch mit recht kleinen Blickwinkeln zu kämpfen, haben wir die Hoffnung, dass Samsung es etwas besser macht.

Davon einmal abgesehen, bietet das 530U3B den aktuellen Ultrabook-Standard. Ein LED-beleuchtetes TN-Panel besitzt im 13 Zoll-Format eine Auflösung on 1366 x  768 Bildpunkten. Noch ist also das UX31 der Spitzenreiter bei der Auflösung. In absehbarer Zeit könnte es einzig von HPs Envy Spectre Konkurrenz bekommen, das zwar auch 1600 x 900 Dots in petto hat, allerdings auch eine Diagonale von 14 Zoll besitzt.

Weitere Bilder des Samsung Series 5 530U3B sind in unserer Gallery zu finden:

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Gerade bei mobilen Geräten ist das Gehäuse enorm wichtig, ganz außer Acht lassen wollen wir die verbaute Hardware aber auch nicht – schließlich muss auch diese einen Preisunterschied von knapp 750 Euro helfen zu erklären, der zwischen dem Samsung Series 5 530U3B und Dells XPS 13 besteht.

Prozessor + Grafikkarte:

Die Ultrabook-Spezifikationen schreiben vor, dass Intels aktuelle Low-Voltage-Modelle zum Einsatz kommen. Da alle Welt noch auf Ivy Bridge wartet, muss unser Trio allerdings noch mit der bald abgelösten Sandy Bridge-Plattform vorlieb nehmen. Auch wenn das 22-nm-Verfahren und 3D-Transistoren für einen niedrigen Stromverbrauch sprechen und entsprechend eine noch einmal bessere Eignung der kommenden Ultra-Prozessoren (so nennt Intel dann seine ULV-CPUs) für sehr portable Geräte denkbar ist, so muss man aktuell nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn schon jetzt ein neues Ultrabook gekauft werden soll. Die Sandy Bridge-Plattform bietet aktuell noch immer eine beachtliche Leistung, die gerade bei Office-Arbeiten nur selten den Wunsch nach einer "vollwertigen" Mobile-CPU aufkommen lässt.

Da unsere drei Testkandidaten recht spät auf den Markt gekommen sind, ist davon auszugehen, dass die Hersteller sie auch im Ivy-Bridge-Zeitalter, wenn auch mit gewissen Updates, weiterlaufen lassen werden.

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Bei der CPU-Wahl tut sich der erste Unterschied auf. Während Samsung und HP auf Intel Core i5-2467M setzen, der das Mittelklasse-Modell der Ultrabook-CPUs darstellt, greift Dell bei der uns vorliegenden Konfiguration direkt zur Speerspitze. Ein Intel Core i7-2637M soll für eine noch mal gesteigerte Geschwindigkeit sorgen. Während das Folio 13 und das 530U3B also mit einem Grundtakt von 1,6 GHz und einem maximalen Turbotakt von 2,3 GHz vorlieb nehmen müssen, kann sich das XPS 13 für einen Taktbereich von 1,7 GHz bis hin zu 2,8 GHz freuen. Der L3-Cache der Dual-Core-Prozessoren variiert etwas. Der i7-Prozessor bringt es auf 4 MB, während die i5-Version 3 MB vorweisen kann – allzu groß sollten die Unterschiede an dieser Stelle nicht sein. Entsprechend wird der Performance-Unterschied einzig auf den gesteigerten Takt zurückzuführen sein. Gefertigt werden alle CPUs natürlich in einer Strukturbreite von 32 nm. Da die aktuellen Stromsparmechanismen von Intel sehr gut greifen, ist nicht davon auszugehen, dass Laufzeitunterschiede im großen Maße auf die verschiedenen Prozessoren zurückzuführen sind.

Bei der Grafikkarte gibt es keine Unterschiede zwischen den drei Ultrabooks. Auf dedizierte Modelle wird im 13-Zoll-Segment verzichtet, sodass jeweils Intels HD3000 zum Einsatz kommt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Intels (noch) aktuelle GPU in der Low-Voltage-Version zwar nicht zum Spielen geeignet ist, im Office-Bereich aber keine Wünsche offen lässt. Die in den Ultrabooks verbaute Version besitzt einen Takt von 350 MHz. Einen dedizierten Speicher kann der Grafikbeschleuniger aber nicht vorweisen, sondern muss sich aus dem Hauptspeicher bedienen.

Massenspeicher und Arbeitsspeicher:

Den aktuell erheblichen Einfluss der Speicherlösungen auf den Notebook-Preis zeigt dieses Round-up par excellence. Das günstigste Modell, Samsung 530U3B muss sich mit einer mechanischen HDD mit 500 GB Fassungsvermögen und einem 16 GB großen Flash-Cache begnügen. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Platter liegt bei 5400 rpm. Einen Eingriff auf die im Cache abgelegten Daten hat der User leider nicht. Programmstarts sollen aber durch das automatische Ablegen von immer wieder benötigten Daten merklich beschleunigt werden.

Das 300 Euro teurere HP Folio 13 kann hingegen schon eine SSD bieten. Das Fassungsvermögen ist mit 128 GB allerdings noch eingeschränkt, auch wenn es möglich ist, die meisten relevanten Daten immer unterwegs dabei zu haben.

Wird es noch einmal teurer, wächst die SSD schon auf eine Kapazität von 256 GB an, wie es bei Dells XPS 13 der Fall ist. Dell greift bei seinem Ultrabook auf Samsungs aktuelle SSD 830 zurück, die in unseren Tests mit einer erstklassigen Leistung überzeugen konnte und in unserer Community einen guten Ruf hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit besitzt. Anders als im Desktop-Bereich greift Dell aber auf eine Version mit mSATA-Interface zurück, um Platz zu sparen.

Keine Unterschiede gibt es hingegen beim flüchtigen Speicher. Alle drei Ultrabooks bieten eine Kapazität von 4 GB. Das geht bei Samsung und HP in Ordnung, gerade beim XPS 13 hätten wir hinsichtlich des Preises aber bereits 8 GB erwartet.
Abschließend noch einmal die technischen Daten der Ultrabooks im Überblick:

Die Ultrabooks im Vergleich
HardwareDell XPS 13HP Folio 13Samsung 530U3B
Prozessor: Intel Core i7-2637M Intel Core i5-2467M Intel Core i5-2467M
Prozessor - Grundtakt: 1,7 GHz 1,6 GHz 1,6 GHz
Prozessor - Turbotakt: 2,8 GHz 2,3 GHz 2,3 GHz
Prozessor - Fertigung 32 nm 32 nm 32 nm
Prozessor - Cache 4 MB 3 MB 3 MB
Arbeitsspeicher 4 GB - DDR3 4 GB - DDR3 4 GB - DDR3
Grafikkarte Intel HD 3000 Intel HD 3000 Intel HD 3000
Grafikkarte - Grafikspeicher shared shared shared
Festplatte

1x 256 GB

1x 128 GB 1x 500 GB
Festplatte - Geschwindigkeit SSD SSD 5400 rpm (+ 16 GB Express-Cache)
Optisches Laufwerk - - -
Monitor   
Display - Diagonale: 13,3 Zoll 13,3 Zoll 13,3 Zoll
Display - Auflösung: 1366 x 768 Pixel 1366 x 768 Pixel 1366 x 768 Pixel
Display - 3D-fähig: nein nein nein
Display - Glare-Type: ja ja nein
Display - LED: ja ja ja
Eingabegeräte   
Tastatur - Tastengröße: 15 x 14 mm 15 x 15 mm 15 x 15 mm
Tastatur - Tastenabstand: 4 mm 4 mm 4 mm
Tastatur - Anzahl der Tasten: 81 83 81
Tastatur - Numblock: nein nein nein
Touchpad - Größe: 100 x 49 100 x 45 103 x 54
Touchpad - Multitouch: ja ja ja
Trackstick: nein nein nein
Tablet-PC: nein nein nein
Anschlüsse   
HDMI: - 1 1
DVI: - - -
DisplayPort: 1 - 1
VGA: - - Adapter
USB 2.0: 1 2 2
USB 3.0 1 - 1
Firewire - - -
eSATA: - - -
Audio: Line-Out Line-Out Line-Out
Gehäuse   
Akku: 47 Wh 60 Wh 46 Wh
Material: Aluminium + Carbon Aluminium + Kunststoff Kunststoff
Abmessungen: 316 x 205 x 18 mm 319 x 220 x 18 mm 315 x 219 x 18 mm
Preis und Garantie   
Preis: ca 1445 Euro ca. 990 Euro ca. 720 Euro
Garantie: 24 Monate 12 Monate 24 Monate

Cinebench + 7-Zip:

Cinebench

7-Zip

Die Entwicklung war zu erwarten. Während das Folio 13 und das 530U3B auf einem Level liegen, kann sich das XPS 13 absetzen. Der Vorsprung liegt im durch den i7 erwarteten Leistungsbereich. Ob es nun aber ein i7 sein muss, sei dennoch einmal dahingestellt. Die beiden Kontrahenten des XPS 13 bieten im täglichen Betrieb die nahezu identische gefühlte Geschwindigkeit. Wer nicht regelmäßig größere Renderings mit seinem Ultrabook durchführen muss (was mit Hinblick auf die Ausrichtung nicht zu erwarten ist), der ist auch mit einer i5-Konfiguration bestens bedient. Sinnvoller ist da auf jeden Fall, etwas mehr in eine SSD zu investieren, wie wir im Anschluss noch sehen werden.

PC Mark

Besagte Entwicklung zeichnet sich bereits im PC-Markt ab. Während sich das XPS 13 dank SSD und i7 klar an die Spitze setzen kann, schafft es das HP Folio 13 seinerseits dank der SSD einen merklichen Vorsprung gegenüber dem Samsung 530U3B auszubauen.


HDD-Durchsatz:

HDD Durchsatz

HDD Zugriff

Die Spannweite der Leistung wird schnell deutlich. Nicht nur, dass das Samsung-Ultrabook aufgrund der verbauten HDD weit zurückfällt, Dells XPS kann sich dank einer überragenden SSD-Leistung, die das Folio 13 um den Faktor 2 übertrifft, mehr als deutlich an die Spitze setzen. Dell ist bei der Wahl der SSD auf jeden Fall ein großer Wurf gelungen. Eine ähnlich hohe Performance bietet aktuell nur ein weiteres Stangen-Notebook, ebenfalls ein Ultrabook, das ASUS UX31. Hier gibt es allerdings User-Berichte, dass im Markt auch viele Geräte mit langsameren Speicherlösungen zu finden sind.

Speicherdurchsatz

Hinsichtlich des Speicherdurchsatzes zeichnet sich die zu erwartende Reihenfolge ab. Das XPS 13 setzt sich an die Spitze, während das Folio 13 und das 530U3B auf einem Niveau liegen.


Die Gaming-Tests haben wir für dieses Round-up auf ein Minimum reduziert, da keiner der hier vorgestellten Testkandidaten wohl auch nur halbwegs ernsthaft als Gaming-Maschine angesehen werden wird – der Vollständigkeit halber dürfen die Tests aber natürlich nicht fehlen.

World in Conflict

Streetfighter

Streetfighter

Wie zu erwarten war, liefert die HD3000 in ihrer Low-Voltage-Version keine Leistung ab, die auch nur annährend als spieletauglich eingestuft werden kann. Wer auf der Suche nach einem ultramobilen Notebook ist, mit dem hin und wieder auch einmal ein klein wenig gespielt werden kann, für den ist Sonys aktuelles Z21 noch immer die erste Wahl. Da die GPU über Thunderbolt angebunden wird und in einem externen Gehäuse untergebracht wird, muss sich Sony weniger nach den thermischen Gegebenheiten der kleinen Gehäuse richten. Wirklich mobil ist die Gaming-Leistung also auch nicht – und noch dazu ist das Z21 exorbitant teuer.


Subjektive Bewertung + iColor Display:

Eines haben alle drei Geräte gemeinsam, das 13-Zoll-Panel besitzt eine Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten. Auch wenn uns das ASUS UX31 mit seinen 1600 x 900 Bildpunkten durchaus begeistern konnte, so hat die Standard-Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten durchaus ihre Berechtigung. Die Darstellung besitzt eine angenehme Größe und lässt ein langes, für die Augen ermüdungsfreies Arbeiten zu. Für Consumer, die ihr Notebook nicht zum Arbeiten nutzen möchten, kann daher auch die niedrigere Auflösung durchaus ihre Vorteile haben.

Elementare Unterschiede gibt es hingegen bei der Oberfläche der Geräte. HP nutzt für sein Panel eine normale Glare-Oberfläche, während Dell das gesamte Display von Kante bis Kante verglast. Das wirkt sehr hochwertig und sieht in Kombination mit dem schmalen Rahmen des XPS 13 sehr gut aus. Ist das Folio 13 aber schon stark verspiegelt, so setzt das XPS 13 diesem die Krone auf. Dells 13-Zöller könnte mit gutem Gewissen auch als Schminkspiegel beworben werden, was bei hellen Umgebungen sehr störend ist. Zumindest besitzt das XPS 13, anders als das Folio 13 genügend Leuchtkraftreserven, um gegen die Spiegelungen anzukommen – einzig in sehr hellen Umgebungen geht auch ihm die Puste aus. Das sind Probleme, die das 530U3B in der Art nicht betreffen, denn Samsung hat sich dazu entschlossen, sein Ultrabook mit einem matten Panel auszustatten.

Diese Entscheidung macht sich natürlich auch in der Bildqualität bemerkbar. Während HPs und Dells Ultrabooks mit einer poppigen Farbgebung und subjektiv satten Kontrasten aufwarten können, wirkt das Samsung 530 immer etwas flau und leblos. Dieser Eindruck entsteht nicht nur im direkten Vergleich mit Glarepanels, sondern auch bei  anderen matten Displays. Hier verschenkt Samsung leider ähnlich viel Potenzial, wie es schon bei Toshibas Z830 der Fall war.

Allen drei Geräten gemein sind die schwachen Blickwinkel – schon bei einer leichten Kopfbewegung heraus aus der optimalen Achse, kommt es bei den Ultrabooks zu merklichen Fehlfarben. Das kann zwar dann von Vorteil sein, wenn ein Nebensitzer im Zug nichts erkennen soll, ein klein wenig mehr Freiheiten wären aber dennoch angenehm gewesen. Besonders störend ist dies beim XPS 13, denn der Display-Deckel kann nicht weit genug zurückgeklappt werden. Große Anwender haben bei der Schreibtisch-Nutzung so immer das Problem, dass Farben nicht korrekt dargestellt werden können.

Dell XPS 13

Dell XPS 13 RGB

Dell XPS 13 Farbraum

HP Folio 13

HP Folio 13 RGB

HP Folio 13 Farbraum

Samsung 530U3B

Samsung 530U3B RGB

Samsung 530u3B RGB

Messwerte:

 

Dell XPS 13:

Dell XPS 13 Ausleuchtung

HP Folio 13:

HP Folio 13 Ausleuchtung

Samsung 530U3B:

Samsung 530U3B Ausleuchtung

Ausleuchtung

Helligkeit

Kontrast

Bei der maximalen Helligkeit gibt es deutliche Unterschiede. Gerade das matte Gerät, das Samsung 530U3B, kann mit der höchsten Helligkeit aufwarten. Auch die Leistung des XPS 13 geht  noch in Ordnung. HPs Folio 13 fällt mit seinen durchschnittlich 208 cd/m² deutlich zu dunkel aus, um bei einem Glare-Panel überzeugen zu können.

Alles andere als eine überzeugende Leistung liefern unsere drei Testkandidaten auch beim Kontrastverhältnis ab. Können das XPS 13 und das Folio 13 dies noch durch die Glare-Oberfläche größtenteils überspielen, sieht es beim 530U3B in dieser Disziplin schon deutlich schlechter aus. Das Bild wirkt matt und kraftlos. An die gute Leistung des 2011er Series-9-Modells kann das Ultrabook also leider nicht anknüpfen.

Keine Beanstandungen gibt es hingegen bei der Homogenität der verbauten Panels. Alle Geräte liefern eine gute Leistung ab. Unterschiede sind mit dem bloßen Auge so gut wie nicht auszumachen, sodass im Praxiseinsatz keine Einschränkungen entstehen.


Ultrabooks sind für die Hersteller noch immer eine heikle Sache. Einerseits darf ein hochportables Gerät natürlich nicht zu schwer werden, auf der anderen Seite muss aber auch eine gewisse Akkulaufzeit geboten werden, ansonsten nützt die Leichtbauweise herzlich wenig. Entsprechend greifen alle Hersteller auf fest verbaute Lithium-Polymer-Akkus zurück.

Akkulaufzeit

Akkulaufzeit

Eine gute Leistung liefern alle drei Testkandidaten. Das HP Folio 13 kann von seinem großen Akku profitieren und setzt sich entsprechend an die Spitze, Samsungs und Dells Ultrabook-Interpretation liegen hingegen gleichauf. Allen drei Testkandidaten kann also eine mehr als nur gute Mobiltität attestiert werden. Auch im längeren mobilen Einsatz entstehen also keine Einschränkungen.

Alle drei Testmuster liegen damit übrigens auch im Leistungsbereich der übrigen Ultrabooks. Wirklich absetzen kann sich bislang noch keines der verfügbaren 13-Zoll-Modelle.


Wärmeentwicklung:

Da alle drei Geräte auf aktueller Low-Voltage-Hardware aufbauen, ist es kein Wunder, dass es bei keinem unserer Testmuster zu auffälligen Wärmeproblemen kommt. Das XPS 13 wird zwar auf der Unterseite, bedingt durch die schnelle CPU etwas wärmer, wirklich unangenehme oder gar brenzliche Bereiche werden aber nicht erreicht.

Die Wärme-Entwicklung der drei Ultrabooks kann den unten stehenden Bildern entnommen werden.

Dell XPS 13:

Temperatur

Temperatur

 

HP Folio 13:

Temperatur

Temperatur

 

Sammlung 530U3B:

Temperatur

Temperatur

Lautstärke-Entwicklung:

bench db_idle

Lautstärke

Erfreulicherweise gibt es auch bei der Lautstärke-Entwicklung kaum Auffälligkeiten. Das Samsung Series 5 ist zwar stets ein wenig lauter, was der verbauten mechanischen Festplatte geschuldet ist, störend ist das aber selten. Auch das XPS 13 ist nicht frei von Störgeräuschen. In einer sehr stillen Umgebung fällt hin und wieder ein Transistor-Fiepen auf. Hörbar ist das aber nur dann, wenn wirklich nichts anderes die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Ob es sich dabei um ein Problem unseres Testmusters oder der gesamten Serie handelt, war auf die Schnelle leider nicht klärbar.

Erfreulich ist außerdem, dass alle drei Ultrabooks auch im längeren Volllast-Betrieb nicht allzu laut werden. Die Lüfter drehen zwar bei allen drei Geräten in hörbare Bereiche auf, wirklich störend sind die erzeugten Geräusche aber nie. Zudem ist davon auszugehen, dass ein Ultrabook nur selten über eine längere Zeit am Volllast-Limit betrieben werden wird.


Bisher haben wir die Vor- und Nachteile der drei Ultrabooks in aller Genauigkeit aufgezeigt. Interessant ist  natürlich nicht nur, wie sich die drei Flachmänner im direkten Shoot-out schlagen, sondern was die direkten Konkurrenten bieten können.

Acer Aspire S3 (zum Test):

Libratone Lounge

Acers Aspire S3 stellt aktuell das günstigste Ultrabook dar – Samsungs 530U3B ist aber nicht mehr weit entfernt. Dass sich diese Sparmaßnahmen beim Gehäuse bemerkbar machen, versteht sich von selbst. Zwar setzt Acer auf eine Magnesium-Legierung, hinsichtlich Stabilität und Look-and-Feel kann das S3 aber keineswegs mit seinen teureren Konkurrenten mithalten. Das macht sich gerade bei der Tastatur bemerkbar, die sich aufgrund eines merklichen Flexings nicht wirklich angenehm tippen lässt und einen unpräzisen Druckpunkt besitzt.

Auch das Glare-Display liefert keine Spitzenleistung ab, sondern kann weder bei Helligkeit noch bei Kontrast wirklich überzeugen – der Outdoor-Einsatz wird so merklich eingeschränkt. Dass Acer sparen musste, merkt man natürlich auch am Storage-System. Auf eine SSD muss verzichtet werden. Stattdessen gibt es eine 320 GB fassende HDD mit einem 16 GB großen Express Cache. Wie beim Samsung 530U3B gilt aber auch hier, dass die Leistung bei Weitem nicht an die von SSDs heranreicht.
Wer auf der Suche nach einem günstigen Ultrabook ist, sollte unseres Erachtens das 530U3B ebenfalls in Betracht ziehen, das zumindest ein mattes Display besitzt.

ASUS Zenbook UX31 (zum Test):

Libratone Lounge

Von den bisherigen Ultrabooks gehören die Zenbooks zweifelsohne zu den beliebtesten Modellen. Nicht nur, dass sie dank des aus einem Alublock gefrästen Gehäuses enorm hochwertig daherkommen und sehr steife Chassis besitzen, sie haben auch den Charme eines Macbook Airs – für manchen wohl sogar schon ein wenig zu sehr. Wer etwas mehr Individualität wünscht, ist mit dem mindestens genau so hochwertig verarbeiteten XPS 13 also besser bedient. Schön ist, dass ASUS mittlerweile die anfänglichen Touchpad-Probleme behoben hat, sodass auch die Eingabegeräte auf einem sehr hohen Niveau arbeiten.

Neben dem Gehäuse ist das Display aber ohne Frage das Highlight des UX31. Während das kleinere UX21 mit der Standard-Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten vorliebnehmen muss, greift ASUS beim UX31 auf ein Panel mit 1600 x 900 Bildpunkten zurück. Der störenden Glare-Oberfläche versucht ASUS dabei mit einer enormen Helligkeit zu entgegnen, vergisst dabei aber  auf das Kontrastverhältnis zu achten, das leider nicht überzeugen kann.

Leistungstechnisch spielt das Zenbook ebenfalls auf einem hohen Niveau. So kann unser Testmuster mit einer extrem schnellen SSD aufwarten, die auf einem Niveau mit der im XPS 13 verbauten Samsung 830 liegt. Im Aftermarket scheinen aber auch langsamere Modelle verbaut worden zu sein.

Alles in allem bietet gerade das UX31 aktuell mit das rundeste Auftreten im Ultrabook-Segment, spielt dafür aber auch in der gehobenen Preisliga.

Toshiba Z830 (zum Test):

Libratone Lounge

Toshiba ist der Anbieter, der sein Ultrabook bislang am merklichsten auf den Business-Einsatz ausgerichtet hat. Nicht nur, dass das Gehäuse die von der R-Series bekannte Formensprache besitzt, auch auf ein mattes Display setzt der Japaner. Das hat aber leider mit einem schlechten Kontrast und der Standard-Auflösung zu kämpfen. Gerade im Hinblick auf die Business-User wäre schön gewesen, wenn auch Toshiba auf 1600 x 900 Dots zurückgegriffen hätte.

In weiten Teilen kann dagegen das Gehäuse punkten. Das Z830 ist aktuell das leichteste Ultrabook und kann dennoch mit einer guten Verarbeitungsqualität aufwarten. Einzig das Display wirkt etwas labil, hier hat uns Toshiba aber mehrfach bestätigt, dass keine Probleme zu erwarten sind – man wird also einfach abwarten müssen. Überdurchschnittlich fällt die Schnittstellen-Ausstattung des Z830 aus. Nicht nur die Anzahl der Buchsen kann überzeugen, auch die Realisierung von USB 3.0 über einen Zusatzchip kann gefallen. Dieses Feature hielt danach erst bei den hier vorgestellten Nachzüglern Einzug in das Ultrabook-Segment.  

Die Leistung des Toshiba 830 geht vollends in Ordnung, kann aber in keinem Bereich Glanzpunkte setzen. Probleme gab es während unseres Tests noch mit einem permanent drehenden Lüfter, der noch dazu unangenehme Schleifgeräusche von sich gab. Dieses Problem möchte Toshiba aber mit einem BIOS-Update behoben haben – ein Nachtest wird in Kürze folgen.


Nach so vielen Seiten ist es nun sicherlich kein einfaches Unterfangen, zu einem abschließenden Fazit zu kommen. Kurz gefasst kann gesagt werden, dass alle drei Testkandidaten ihre Berechtigung haben. Samsung bedient das Budget-Segment, muss sich den niedrigen Preis aber mit Abstrichen bei der Gehäuse-Qualität und dem Storage-System erkaufen. HP hingegen setzt auf ein recht nüchternes Design, kann dafür aber mit einer robusten Verarbeitung und zahlreichen Schnittstellen punkten. Dell schlussendlich geht in die Vollen und konstruiert das bislang überzeugendste Ultrabook-Chassis. Unverständlich ist für uns aber noch immer, warum alle Hersteller deutliche Abstriche bei den Displays in Kauf nehmen. Gerade bei ultramobilen Geräten ist die Display-Qualität enorm wichtig und zu versuchen, einfach nur ein möglichst helles Panel zu verbauen, ist leider nicht ausreichend.

Dell XPS 13:

Dell XPS 13
Dells Ultrabook XPS 13 bietet ein tolles Gehäuse und eine hohe Leistung.

Dell steigt spät in den Ultrabook-Markt ein, macht aber gerade beim Gehäuse alles richtig. Das Chassis aus Aluminium und Carbon ist leicht, extrem stabil und sieht nicht zuletzt extrem gut aus. Abstriche müssen hingegen bei der Schnittstellen-Ausstattung gemacht werden, denn die wird von Dell auf ein Minimum reduziert. Gerade mit Blick auf den Preis ist es schade, dass die Amerikaner nicht zumindest ein paar Adapter beilegen – stattdessen müssen diese über den Shop hinzukonfiguriert werden.  Ein Alleinstellungsmerkmal des XPS 13 ist aktuell aber noch ohne Frage sein Formfaktor. Da Dell das 13-Zoll-Panel in ein 12-Zoll-Gehäuse integriert, fällt das XPS 13 deutlich kleiner aus als die Konkurrenten – bei einem ultramobilen Gerät sicherlich kein zu unterschätzender Vorteil.

Vom sehr hochwertigen Chassis profitiert auch die Tastatur. Flexing existiert praktisch nicht, sodass das XPS 13 mit einem sehr präzisen Druckpunkt aufwarten kann. Als praktisch erweist sich darüber hinaus auch die Tastaturbeleuchtung. Das Touchpad hatte zwar anfänglich noch mit kleineren Problem zu kämpfen, die wurden mittlerweile aber mittels eines Updates behoben.

Die hochwertige Optik wird auch von der Gorilla-Glas-Oberfläche getragen. Die hat aber den Nachteil, dass sie extrem verspiegelt ist. Nun hat das XPS 13 zwar gewisse Reserven, um Spiegelungen zu überblenden, gerade in extrem hellen Umgebungen geht dem Panel aber schnell die Puste aus.

Nur Positives kann über die Leistung berichtet werden. Nicht nur, dass Dell die schnellste CPU verbaut, insbesondere die SSD kann mit einer erstklassigen Leistung aufwarten. Gerade bei der CPU kann unseres Erachtens aber mit gutem Gewissen gespart werden, denn ein i5 ist für den Alltag mehr als ausreichend.

So viel Luxus muss aber auch bezahlt werden. Unsere Testkonfiguration schlägt mit ca 1445 Euro zu Buche – was das XPS 13 zum bislang teuersten getesten Ultrabook macht. Ausstattungsneutralisiert ist das XPS 13 noch rund 150 Euro teurer als das HP Folio 13. Gemessen am Gehäuse und der Größe ist das  noch ein vertretbarer Aufpreis – Luxus kostet eben nun mal.

Positive Aspekte des Dell XPS 13:

Negative Aspekte des Dell XPS 13:

Excellent Hardware

 

HP Folio 13:

HP Folio 13
HPs Folio 13 besitzt ein etwas zu dunkles Display, kann darüber hinaus aber punkten.

Im Vergleich zum XPS 13 wirkt HPs ca. 990 Euro teurer 13-Zöller beinahe bieder vernünftig. Aber so viel Vernunft kann auch Vorteile haben. So bietet das Folio 13, das auf die ach so hippe Keilform verzichtet, sehr viele direkt verbaute Anschlüsse. Noch dazu ist auch HPs Gehäuse sehr robust und hochwertig verarbeitet, sodass ihm der längere Einsatz unterwegs nichts ausmachen dürfte. Gewichtstechnisch spielt das HP Folio 13 mit 1,5 kg aber in der Oberklasse der Ultrabooks.

Das höhere Gewicht nimmt HP aber in Kauf, um einen vergleichsweise großen Akku zu verbauen. Entsprechend kann das Folio 13 souverän den ersten Platz in den Akku-Tests einfahren. Manchmal zahlt sich Vernunft eben doch aus.

Genau wie das XPS 13 kann das Folio 13 von seinem steifen Gehäuse profitieren, wenn es um die Tastatur-Qualitäten geht. Ein störendes Flexing gibt es auch hier nicht, was zu einem sehr angenehmen und präzisen Tippgefühl führt. Eine unauffällige Leistung liefert das Touchpad ab.

Gleiches gilt auch für die Leistung unserer Testkonfiguration. Dank einer SSD fühlt sich das Folio 13 angenehm flott an, Glanzpunkte wie das XPS 13 kann es aber nicht setzen. Muss es aber auch nicht, denn die Performance reicht für alle Anwendungszwecke aus. Dafür ist es aber auch etwas günstiger als Dells Ultrabook.

Positive Aspekte des HP Folio 13:

Negative Aspekte des HP Folio 13:

 

Samsung Series 5 530U3B:

Samsung 530U3B
Man merkt dem Samsung 530U3B die Sparbemühungen an.

Samsungs Ultrabook stellt mit ca. 720 Euro das Budget-Modell in diesem Test dar und ist gerade einmal halb so teuer wie Dells exklusives XPS-Modell. Dieser Preisbereich bleibt bei Samsung aber der Series 9 vorbehalten, die nicht das Ultrabook-Label tragen wird.

Wie nicht anders zu erwarten war, muss Samsung für einen solchen Kampfpreis an vielen Stellen den Rotstift ansetzen. So kann das Gehäuse bei Weitem nicht mit den Konkurrenten mithalten, sondern wirkt wenig hochwertig, höchstens durchschnittlich verarbeitet und teilweise sogar ein wenig instabil. Die Hoffnung, sich von Acers S3 absetzen zu können, wird somit nicht bestätigt. Natürlich wirkt sich das auch auf die Tastatur aus: Das Keyboard besitzt einen wenig präzisen Druckpunkt und ist anders als bei Dell und HP auch nicht beleuchtet. Als Pluspunkt kann dem 530U3B aber zweifelsfrei die umfangreiche Anschlussausstattung attestiert werden, die aktuell ganz vorne im Ultrabook-Segment mitspielt.

Besonders schade finden wir es aber, dass Samsung seinen großen Vorteil,  das matte Display, so einfach verspielt. Das Panel besitzt zwar eine ordentliche Leuchtkraft, die Farben sind aber nicht sonderlich ausgewogen und auch der Kontrast fällt alles andere als überzeugend aus. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Die Leistung an sich geht dafür aber in Ordnung. Zwar fühlt sich das 530U3B deutlich langsamer an als die direkten Konkurrenten, das liegt aber an der (kostensparenden) fehlenden SSD. Im normalen Rahmen der aktuellen Ultrabooks befindet sich auch die Akkulaufzeit.
Alles in allem hätten wir uns aber gerade vom 530U3B noch mehr erwartet, denn auf dem Papier hat Samsungs Ultrabook das Potenzial zum Kassenschlager – die Realität geht da leider weit vorbei.

Positive Aspekte des Samsung Series 5 530U3B:

Negative Aspekte des Samsung Series 5 530U3B:

Auch diese Charge an Ultrabooks bietet nicht das Rundum-Sorglos-Gerät. Das Dell XPS 13 hat mit einem tollen Gehäuse und einer hohen Leistung das Zeug zum Überflieger, bräuchte dafür schlussendlich aber ein besseres Display. Das HP Folio 13  wirkt dagegen nüchtern und beinahe langweilig, bietet auf seinem robusten Gehäuse dafür aber viele Anschlüsse. Das Samsung 530U3B hat unseres Erachtens dagegen einen schweren Stand, kann es doch in keiner Disziplin wirklich überzeugen – da hilft auch der niedrige Preis nicht wirklich.