Test: Die neuen MacBook Pros mit Sandy-Bridge und Thunderbolt

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Dass die MacBook Pros von Apple ausgezeichnete mobile Begleiter sind, steht nicht zuletzt seit der ersten Unibody-Generation außer Frage. Stetige Verbesserungen, der Wechsel von GPUs und höhere Prozessor-Taktraten haben die verschiedenen Modelle immer wieder aufgewertet und diesen Weg geht Apple auch mit der aktuellen Generation. Rein äußerlich hat sich nur sehr wenig getan - ein Anschluss kam hinzu bzw. dessen Beschriftung wurde geändert. Am wichtigsten dürfte der Wechsel auf die neuen Intel Prozessoren "Sandy Bridge" sein.

Wir wollen daher in diesem Artikel auf eine ausführliche Beschreibung der MacBook Pros verzichten und konzentrieren uns vielmehr auf die technischen Neuerungen.

Uns stellte Apple zwei MacBook Pros zur Verfügung. Einmal mit 13"- und einmal mit 15"-Display. In beiden kommen Intel-Core-i7-Prozessoren zum Einsatz. Die weiteren technischen Daten können aus der Tabelle entnommen werden.

MacBook Pro Early 2011

Hardware  MacBook Pro 13" MacBook Pro 15"
Prozessor: Intel Core i7-2620M Intel Core i7-2720QM
Prozessor - Takt:

2,7 GHz

2,2 GHz
Prozessor - Fertigung: 32 nm 32 nm
Prozessor - Cache:

L3-Cache: 6 MB

L3-Cache: 6 MB
Arbeitsspeicher: 4 GB DDR3 4 GB DDR3
Grafikkarte: Intel HD Graphics 3000 Intel HD Graphics 3000 + Radeon HD 6750M
Grafikspeicher: 384 MB 1 GB
Festplatte:

500 GB

750 GB
Laufwerk: 8-fach SuperDrive 8-fach SuperDrive
Monitor  
Display - Diagonale: 13,3 Zoll 15 Zoll
Display - Auflösung: 1280x800 Pixel 1440x900 Pixel
Display - Glare-Type: ja ja
Display - LED: ja ja
Anschlüsse  
DisplayPort: 1x 1x 

USB 2.0:

2x 2x
FireWire: 1x FireWire 800 1x FireWire 800
Thunderbolt 1x (gemeinsam mit DisplayPort) 1x (gemeinsam mit DisplayPort)
Audio: Line-in / Line-out / Digital Line-in / Line-out / Digital
Gehäuse  
Akku: 63,5 Wh 77,5 Wh
Material: Aluminium Aluminium
Gewicht: 2,04 kg 2,54 kg
Abmessungen:

32,5 x 22,7 x 2,41 cm

36,4 x 24,9 x 2,41 cm
Preis und Garantie  
Preis: 1449 Euro 2149 Euro
Garantie 12 Monate 12 Monate

Neben den Prozessoren hat Apple auch den Wechsel zu GPUs von AMD vollzogen. Im MacBook Pro 13" kommt allerdings "nur" die in den Prozessoren integrierte Grafikeinheit Intel HD Graphics 3000 zum Einsatz. Der hier verwendete Prozessor Intel Core i7-2620M arbeitet mit 2,7 GHz. Bei ausreichender Kühlung können allerdings auch bis zu 3,4 GHz angelegt werden. Zwei Kerne stecken in der CPU, mittels HyperThreading kommen wir also auf vier Threads. Die Speicherbandbreite liegt bei 21,3 GB/s - ein entscheidender Unterschied zum Intel Core i7-2720QM aus dem 15" MacBook Pro. Dieser kommt auf 25,6 GB/s, verbraucht maximal allerdings auch 45 Watt und nicht 35 Watt wie der Intel Core i7-2620M. Der höhere Verbrauch ist natürlich maßgeblich durch die doppelte Anzahl an Prozessor-Kernen und Threads zu erklären. Die integrierten Grafikeinheiten arbeiten beide mit 650 MHz, maximal sind auch 1,3 GHz möglich.

In der Grafikleistung dürfte das größere MacBook Pro allerdings wegen der AMD Radeon HD 6750M mit 1 GB Grafikspeicher ohnehin überlegen sein. Auf die weiteren Details wollen wir nicht weiter eingehen. Die restlichen Daten sind der Tabelle zu entnehmen. Widmen wir uns also lieber den Neuheiten, die nicht die CPU oder GPU betreffen.


Thunderbolt

Natürlich liegt der Fokus in der aktuellen MacBook-Pro-Generation auf den Sandy-Bridge-Prozessoren sowie den neuen Grafikkarten. Doch nicht unerwähnt soll auch Thunderbolt bleiben. Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle mit einer Bandbreite von bis zu 10 GBit/s, die Protokolle wie USB, FireWire und Ethernet in einem Port vereint. "Thunderbolt" ist nicht in direkter Konkurrenz zu USB oder FireWire zu sehen. Wenn es um die direkte Übertragung von Daten ohne die Nutzung der weiteren Features von "Thunderbolt" geht, stehen sich die Übertragungsmöglichkeiten dennoch gegenüber. Kurz nach der Präsentation herrschte erst einmal Verwirrung. Kann nur ein Gerät pro "Thunderbolt"-Anschluss betrieben werden? Welche Möglichkeiten werden mir nun zum Start geboten? Welche Vorteile hat "Thunderbolt" gegenüber USB und FireWire? Fragen, die wir nun versuchen zu beantworten.

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Wie funktioniert "Thunderbolt"?

Thunderbolt basiert grundsätzlich auf Intels Light-Peak-Technologie. Anstatt Photonen in einem Lichtwellenleiter kommen bei "Thunderbolt" zu Beginn noch Kupferleiter zum Einsatz. Basisprotokolle sind PCI-Express und DisplayPort. Daten aus diesen Protokollen werden vom "Thunderbolt"-Controller in einen Datenstream zusammengeführt, durch das Kabel geschickt und in einem zweiten Controller am anderen Ende wieder auseinanderdividiert. Pro Kanal können 10 GBit/s übertragen werden. Da es sich um eine bidirektionale Verbindung handelt, sind also 10 GBit/s in jeder Richtung möglich.

Thunderbolt_Technology

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Zum Vergleich: USB 3.0 ist bis 5 GBit/s spezifiziert, bei FireWire 800 sind es gar nur 800 MBit/s. "Thunderbolt" bietet mit seinen 10 GBit/s also eine enorme Bandbreite.

Wer näher an Light-Peak interessiert ist, dem wollen wir eine Seminar-Präsentation und Ausarbeitung zur Verfügung stellen.

Thunderbolt_Block_Diagram

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Um externe Geräte auch mit Strom versorgen zu können, liefert "Thunderbolt" bis zu 10 Watt über den Bus. Dies ist weniger als FireWire bieten kann, aber deutlich mehr als USB bereitstellt. Wenn "Thunderbolt" in einigen Jahren über einen optischen Leiter arbeiten soll, wird eine zusätzliche Stromversorgung notwendig sein. Bisher plant Intel keine Kupferleiter zusammen mit dem optischen Leiter zu führen. In früheren Planungen zu Light-Peak war dies noch vorgesehen (siehe PDF).

Was kann ich per "Thunderbolt" verbinden?

Bei den neuen MacBook Pros verwendet Apple den "Thunderbolt"-Anschluss anstelle des DisplayPorts. Bis zu zwei DisplayPort-Displays können über einen "Thunderbolt"-Anschluss angesteuert werden. Insgesamt aber können bis zu sieben Geräte in einer Daisy-Chain betrieben werden. Das letzte Gerät in einer solchen Daisy-Chain muss kompatibel zu DisplayPort 1.1 sein. Die Gesamtlatenz vom Anschluss bis zum letzten Gerät in der Daisy-Chain beträgt 8 ns, was vor allem bei schnellen Datenverbindungen wichtig ist. Das notwendige Kupferkabel darf eine maximale Länge von 3 m haben.

apple-thunderbolt

Bisher bietet nur Apple entsprechende Hardware mit einem "Thunderbolt"-Anschluss an. Nun stellt sich die Frage nach der Möglichkeit ein bestehendes Desktop-System mit "Thunderbolt" auszustatten. Dies wird allerdings nicht möglich sein, da es keine PCI-Express-Karten für "Thunderbolt" geben wird. Es wird also nötig sein sich ein komplett neues System bzw. Motherboard anzuschaffen. Wann diese verfügbar sein werden, ist noch nicht bekannt.

Wie zukunftssicher ist "Thunderbolt"?

Um die Zukunftssicherheit von "Thunderbolt" soll es ganz gut bestellt sein. "Thunderbolt" soll auf- und abwärtskompatibel konstruiert sein. Wenn man also in einigen Jahren auf die optische Übertragung wechselt, können diese auch mit dem aktuellen "Thunderbolt"-Anschluss genutzt werden. Dies ist möglich, da die optischen Transmitter und Receiver in den Kabeln verbaut sind und nicht im Anschluss selbst.

Welche Geräte unterstützten derzeit "Thunderbolt"?

Wer sich ein aktuelles MacBook Pro angeschafft hat, bekommt bereits die Möglichkeit "Thunderbolt" auszuprobieren. Bis 2012 will Intel gemeinsam mit zahlreichen weiteren Hersteller eine Vielzahl von externer Hardware mit "Thunderbolt" entwickeln.

Denkbar ist beispielsweise, dass ein angeschlossenes Apple Cinema Display keinen zusätzlichen USB-Anschluss mehr benötigt und dennoch am USB-Hub am Monitor selbst die Anschlüsse per "Thunderbolt" verbunden sind und die Lautsprecher Ton ausgeben können. Weitere Einsatzmöglichkeiten demonstrierte Intel in Zusammenarbeit mit LaCie und Promise. In einem Video sind die Möglichkeiten, die "Thunderbolt" bietet, dargestellt.

Natürlich bietet sich die enorme Bandbreite von "Thunderbolt" für die Übertragung großer Datenmengen an und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade die Hersteller externer Speicherlösungen "Thunderbolt" verwenden wollen.

WLAN

Neben Thunderbolt hat sich auch noch eine weitere kleinere Änderung in die MacBook Pros eingeschlichen. Alle MacBook Pros unterstützen den WLAN-Standard IEEE 802.11n, was allerdings noch keine definitive Aussage über die Geschwindigkeit zulässt. In den Spezifikationen ist 802.11n mit bis zu 600 MBit/s Bruttodatenrate ratifiziert. Bisher sendeten die MacBook Pros allerdings mit „nur“ 300 MBit/s, sofern es die Gegenstelle auch erlaubte. In unseren Praxistests erreichten wir bislang eine Datenrate von 15 MByte/s (120 MBit/s) im Mittel (also Down- und Upstream) bei einem Abstand von 3 m und einer Wand dazwischen. In direkter Sichtweite waren auch höhere Datenraten möglich, allerdings entspricht dies nur selten den Praxisbedingungen.

Der neue WLAN-Chip in den MacBook Pros stammt aus dem Hause Broadcom. In Zusammenarbeit mit einer AirPort-Extreme oder Time Capsule sind nun theoretisch bis zu 450 MBit/s möglich. Natürlich nahmen wir nun auch die Datenrate in der Praxis unter die Lupe und setzten sowohl eine Time Capsule wie auch ein neues MacBook Pro in ein gemeinsames 5-GHz-Netzwerk. Bei gleichen Bedingungen erreichten wir nun im Mittel rund 25 MByte/s (200 MBit/s). Möglich wird dies durch die Verwendung eines 40 MHz und damit doppelt so breitem Funkbandes wie zuvor. In 2,4-GHz-Netzwerken bleibt es beim 20 MHz breiten Frequenzband und somit den bekannten Übertragungsraten.


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Quartal für Quartal vermeldet Apple höhere Verkaufszahlen der MacBook Pros und dies hat auch seine Gründe. Mac OS X ist einer davon und für viele auch der Entscheidende. Eine weitere Rolle spielt das Unibody-Gehäuse. Inzwischen haben das auch die anderen Hersteller erkannt und setzen zunehmend auch auf Aluminium, Magnesium oder andere hochwertige Materialien. Das haben sie teilweise auch schon vor Apple getan, allerdings stimmt beim aktuellen MacBook Pro die Kombination aus Gehäuse und Software.

Bei den technischen Innereien unterscheidet sich das MacBook Pro nicht von der Konkurrenz. Notebooks mit Core-i5- und i7-Prozessoren sind massenhaft am Markt. Der Wechsel auf die AMD-Grafikkarten musste zwangsläufig gemeinsam mit dem Wechsel auf die Sandy-Bridge-Generation vollzogen werden, da bislang auch NVIDIA-Chipsätze genutzt wurden. Großer Pluspunkt bei beiden Modellen ist die lange Akkulaufzeit.

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Die MacBook Pros sind allerdings alles andere als perfekte Produkte. Ein großes Manko ist immer wieder die geringe Anzahl an USB-Anschlüssen und weiteren Ports. Apple beschränkt sich hier auf das Nötigste, nur zwei USB-Anschlüsse sind aber fast schon indiskutabel. Dem 13" MacBook Pro müssen wir auch die geringe Display-Auflösung vorwerfen. 1280x800 bei 13" halten wir für nicht mehr zeitgemäß - vor allem in Hinblick auf die Tatsache, dass das 13" MacBook Air hier eine Auflösung von 1440x900 bietet. Beim 15" MacBook Pro hat man die Möglichkeit das Display auch als Anti-Glare-Ausführung zu bestellen, allerdings für einen Aufpreis von 100 Euro.

Thunderbolt ist ein Feature, das sich noch nicht wirklich beurteilen lässt. Da der DisplayPort dazu genutzt wird, verschwendet Apple zumindest keinen Platz, den man besser in anderen Anschlüssen verwendet hätte. Noch fehlt einfach das Zubehör um Thunderbolt richtig einordnen zu können. In vielen Berichten ist auch immer wieder von einer Drosselung des Prozessor-Taktes bei zu hohen Temperaturen die Rede. Hier haben wir ein typisches Henne-Ei-Problem, denn uns ist nicht ganz klar, ob die Kühlung nicht ausreicht um den Prozessor ausreichend zu kühlen oder ob ein anderer Effekt eine Rolle spielt, der schlichtweg für zu hohe Temperaturen sorgt. In unseren Tests konnten wir nur das 13" MacBook Pro zur Drosselung zwingen, wenn wir es direkter Sonneneinstrahlung aussetzten. Während des Betriebes von Starcraft 2 konnten wir dann eine Reduzierung des Taktes feststellen. Beim 15" MacBook Pro war das nicht der Fall.

Immer wieder beliebt beim Thema Apple ist der Preis. Die beiden von uns getesteten Modelle kommen auf 1449 bzw. 2149 Euro. Natürlich finden sich viele Notebooks mit ähnlichen Prozessoren und weiterer Ausstattung, die günstiger sind. Apple steuert hier jedoch mit hochwertigen Gehäusen und nicht zuletzt dem Flair, etwas Besonderes zu bieten gekonnt gegen.

Positive Aspekte der neuen MacBook Pros:

Negative Aspekte der neuen MacBook Pros:

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