Test: Intel Core i7-740QM, 840QM und 940XM

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intel_core940_teaserIm letzten Herbst läutete Intel die nächste Runde der mobilen Prozessoren ein und portierte seine Nehalem-Plattform in das Notebook-Segment: der Clarkdale war geboren. Den Anfang machten dabei die in 45 nm produzierten Prozessoren Core i7-920XM, Core i7-820QM und Core i7-720QM von denen sich insbesondere das letzte Modell im vergangenen Jahr etablieren sollte. Jetzt stellt Intel drei neue CPUs vor: Core i7-940XM, Core i7-840QM und Core i7-740QM. Wir schauen, was sich geändert hat, und geben einen ersten Einblick auf die zu erwartende Leistung.

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An dieser Stelle zunächst einen herzlichen Dank an mySN Schenker, die uns rechtzeitig mit den passenden Prozessoren samt Notebook ausgestattet haben.

Doch was hat sich geändert? Bei den neuen Prozessoren handelt es sich noch immer um Lynnfield-Derivate: der Chipsatz ist im Prozessor integriert, entsprechend kommt ein Zweikanal-Speicherinterface zum Einsatz – so können die aktuellen Prozessoren mit einem wesentlich höheren Speicherdurchsatz aufwarten, als es noch bei der Core2-Generation der Fall war. Ebenso werden die Prozessoren noch immer in 45 nm breiten Strukturen produziert, was sich negativ auf den Stromverbrauch auswirkt – das haben die bislang bekannten Prozessoren in den letzten Monaten alle hinlänglich bewiesen.

Sehr wohl geändert haben sich aber die Taktraten der nativen Vierkerner. Genau genommen ist jedes Modell einfach um 133 MHz schneller geworden. Besonders kreativ ist das zwar nicht, sollte aber einen gewissen Leistungszuwachs sicherstellen. Gleich geblieben ist der Cache: der i7-740QM bringt 6 MB mit, die beiden größeren Modelle können auf 8 MB zurückgreifen.

Hier ein Überblick über die verschiedenen Prozessoren (es wurden die Taktraten noch nicht immer richtig ausgelesen):

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Mit von der Partie sind natürlich die von der ersten Riege bekannten Funktionen:

Intels Turbo "Kick Ass":

Laut Mooly Eden ist der Turbomodus das beste Feature der Notebook-Prozessoren. Durch den Turbo-Betrieb wird bei Belastung von allen vier, zwei oder nur einem Kern der Prozessor über die Power Control Unit übertaktet. Beim Core i7-920XM wird der Takt bei Belastung auf zwei Kernen auf 3,06 GHz (8 Speed Bins) hochgetaktet, bei Belastung auf einem einzelnen Kern auf 3,2 GHz (9 Speed Bins). Bei voller Belastung auf einem Kern setzt Intel den Takt auf 2,26 GHz, also zwei Speed Bins herauf. Durch den Turbo-Betrieb ist also eine extreme Performancesteigerung möglich.

Integrated Power Gate:

Durch die Fähigkeit des Nehalem, einzelne Cores komplett zu deaktivieren, ist der Nehalem im Notebookbereich auch extrem stromsparend. Im Betrieb können die Kerne bei Nichtbelastung komplett abgeschaltet werden. Hinzu kommen die Smart-Cache-Funktionen und Intels übliche Stromsparfunktionen, wie EIST und C1E.

Funktion des Turbo-Modus:

Auf der kommenden Seite werfen wir einen Blick auf unsere Testgrundlage, mySN XMG7.c

 


Der deutsche Built-to-Order-Hersteller mySN konnte sich in den vergangenen Jahren einen Namen im Mobil-Sektor machen und spielt seinen Vorteil, eine möglichst flexible Konfiguration anzubieten, auf der ganzen Linie aus. Einen ausführlichen Test des mySN XMG7.c präsentieren wir in der bald erscheinenden Ausgabe 05/2010 von Hardwareluxx [printed].

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Beim XMG7.c handelt es sich um einen Gaming-Boliden in Reinform – entsprechend ist es beinahe überraschend, dass der 17-Zöller ein so schlichtes Äußeres besitzt, wie es sich uns darbietet. Das Gehäuse, das auf einem Barebone aus dem Hause Clevo beruht, ist aus mattschwarzem Kunststoff gefertigt und weist eine ordentliche Verarbeitung auf. Alles in allem baut das 4,0 kg schwere Gehäuse mit knappen 50 mm recht hoch und ist damit eindeutig der Desktop-Replacement-Schiene zuzuordnen. Das unterstreicht auch der Akku, der mit 3800 mAh recht schwach ausfällt – aber auf Mobilität wurde der 17-Zöller ohnehin nicht abgestimmt.

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Auch aufgeklappt kann das XMG7.c punkten – Eyecatcher sucht man aber noch immer weitestgehend vergeblich – einzig eine silberne Leiste, die auch schon im zugeklappten Zustand ersichtlich war, gibt es auch hier zu sehen, von Nachteil muss das aber nicht sein. Das Keyboard besitzt das momentan beliebte und gefällige Chiclet-Format und weist 14 x 14 mm große Tasten aus. Der Druckpunkt ist gut und lässt keinen Raum für Kritik und auch das Touchpad funktioniert tadellos.

Als Grundlage für unsere Benchmarks, die auf der nächsten Seite zu finden sind, diente uns folgende Hardware-Konfiguration:

Eckdaten: mySN XMG7.c
Chipsatz: Intel HM55
Arbeitsspeicher: 4 GB - DDR 3
Festplatte:

1x 80 GB SSD (Intel Postville) + 1x 320 GB HDD

Festplatte - Geschwindigkeit: SSD + 7200 rpm
Laufwerk: DVD Multiformat-Brenner
Grafik: ATI Mobility Radeon HD5870
Grafik - Videospeicher: 1 GB VRAM
Grafik - Takt: GPU: 700 MHz
RAM: 1000 MHz
Display - Diagonale: 17,3 Zoll
Display - Auflösung: 1920 x 1080 Pixel
Display - Glare-Type: ja
Display - LED: nein
Tastatur - Anzahl der Tasten: 99
Tastatur - Tastengröße: 14 x 14
Tastatur - Numblock: ja
Touchpad - Größe: 82 x 50
Touchpad - Multitouch: nein
Akku: 3800 mAh / 42,81 Wh
Gewicht: 4,0 kg
Abmessung: 410 x 280 x 39 - 48

 


CPU Benchmarks:

Geht es um die schiere CPU-Power, können sich Intels neue CPUs allesamt sehr gut verkaufen. Sie liefern hervorragende Ergebnisse und garantieren so, dass so schnell sicherlich nicht der Wunsch nach einem flotteren Prozessor aufkommen wird. Allerdings sieht es aktuell so aus, dass auch die in 32 nm produzierten Arrandale-Prozessoren beinahe durch die Bank eine so hohe Leistung bieten, dass Engpässe im normalen Gebrauch nicht vorkommen. Zudem schont die 32-nm-Familie nicht nur den Geldbeutel, sondern garantiert auch verlängerte Akkulaufzeiten.

Gaming-Benchmark:

 

 

 

So beeindruckend die Leistung der neuen Prozessoren im reinen CPU-Test ist, alle Gaming-Benchmarks belegen, dass bereits die günstigste CPU so viel Leistung bietet, dass die aktuell schnellste Mobil-GPU, die Mobility Radeon HD5870, überfordert ist – die Leistungsunterschiede liegen allesamt im Bereich der Messgenauigkeit. Wer also nicht auf die extreme Performance der High-End-Version angewiesen ist, der kann gerne zum günstigsten Modell greifen – einen wirklichen Leistungsmangel erfährt man auch dann in keinster Weise.

Akkulaufzeit:

Gut, das XMG7.c besitzt nicht gerade den leistungsstärksten Akku, allerdings zeigt sich erneut, dass die aktuelle 45-nm-Mobile-Generation den Namen „mobile“ nicht wirklich verdient. Die Akkulaufzeiten fallen bei allen drei Testkandidaten recht kurz aus, wobei sich die um 10 Watt höhere TDP des 940XM noch einmal bemerkbar macht.

 


Nach einem halben Jahr Marktreife spendiert Intel seinen aktuellen Top-CPUs aus der Mobile-Riege ein Update. Wirklich viel passiert ist dabei jedoch nicht, einzig der Takt wurde etwas gesteigert.

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So ist es nicht verwunderlich, dass das überarbeitete Trio zwar schneller ist, als die bisher bekannten Modelle, der Vorsprung aber nicht sonderlich groß ausfällt – aber was will man bei einem Zuwachs von 133 MHz auch anderes erwarten? Die CPU-Power sucht also noch immer ihresgleichen im Mobile-Segment - in Bedrängnisse gerät man so mit keinem der drei Testkandidaten.

Zudem wird deutlich, dass ein Upgrade eigentlich noch nicht vonnöten war, denn auch das kleinste Modell liefert genügend Leistung um eine Mobility Radeon HD5870 auszulasten.

Positive Aspekte:

Negative Aspekte

Weitere Links: