QSAN XCubeNAS XN8008T im Test: Wir suchen die aktuelle Leistungsspitze

Veröffentlicht am: von

qsan 8008 teaserWas ist aktuell im heimischen Netzwerk möglich? Um das herauszufinden, haben wir das XCubeNAS XN8008T des taiwanesischen Herstellers QSAN in Redaktion bestellt und kombinieren es nicht nur mit 8 IronWolf-HDDs sondern auch einer Caching-SSD. Angebunden wird unsere High-End-Lösung via 10-GbE-SFP+. Was ein solches Setup in der Praxis leistet, klären wir in unserem ausführlichen Test. 

Nicht nur die Leistung von Prozessoren und Grafikkarten steigt beständig an, auch eine dazu passende, schnelle Verfügbarkeit von unseren, im Netzwerk gespeicherten Daten setzen wir voraus. Was im heimischen Enthusiasten-Bereich in erster Linie Luxus ist, kann im Business-Umfeld schnell entscheidend werden, zumal die Datenmengen, beispielsweise bei Video-Produktionen rasant ansteigen. Daher folgt nun der Test, was aktuell möglich ist.

Dazu haben wir uns nicht nur ein Profi-NAS mit 8 Slots in die Redaktion geholt, sondern auch acht aktuelle Festplatten in Form der Seagate IronWolf mit 8 TB, die von einer IronWolf-SSD mit 240 GB als Cache unterstützt werden. Damit auch das Netzwerk nicht limitiert, binden wir das QSAN XCubeNAS XN8008T direkt über die 10-GbE-SFP+-Anschlüsse der optionalen Erweiterungskarte an. Was dabei herauskommt, klären wir in diesem Test.

» zur Galerie

Die technischen Spezifikationen bestätigen schon mal eine mehr als solide Basis: ein Intel Quad-Core i5-7500T mit bis zu 2,7 GHz und einer TDP von 35 W, zwei 4 GB DDR4-SO-DIMM-RAM, insgesamt neun Festplattenschächte – wovon acht Stück 3,5-Zoll-Festplatten aufnehmen können – und eine 10-Gigabit-Ethernet Dual-NIC-Karte. 

Optisch macht das XN8008T einiges her. Es sieht nicht nur edel und solide aus, sondern fühlt sich auch so an. Das könnte aber auch an dem – zum Glück – hohen Grundgewicht von 4,8 kg liegen, was der Laufruhe zu Gute kommt. Voll bestückt bringt es der Würfel mit seinem überwiegend in anthrazit gehaltenem Gehäuse auf knapp 10,6 kg.
 
QSAN selbst spricht bei dem Design der XN…T-Reihe vom „N+1-System“. Das bedeutet, das neben den acht Laufwerkseinschüben für die 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke noch ein verdeckter 2,5-Zoll-Slot beispielsweise für einen SSD-Cache, ein eigenes Volumen oder das Auto-Tiering-Feature verwendet werden kann.

Für die Kommunikation stehen in der Grundausstattung vier Gigabit-Ethernet-Ports und fünf USB-3.0-Anschlüsse zur Verfügung. Über den internen PCI-Express-Slot (Gen.3 x8) kann optional eine Thunderbolt-3-Karte, 10-Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarte mit SFP+ oder eine 10-Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarte mit RJ45 verbaut werden.

HerstellerQSAN Technology, Inc.
ModelXCubeNAS XN8008T
ProzessorIntel Core i5 – 7500T (2,7 GHz Quad-Core)
RAM8 GB DDR4 RAM (2 Bänke, auf bis zu 32 GB erweiterbar)
Speicheracht 2,5“, bzw. 3,5“-SATA-Laufwerke
ein 2,5“-SATA-Laufwerk
AnschlüsseHinten: 4 x USB3.0, 1 x HDMI, 4 x Gigabit-Ethernet,
Vorne: 1 x USB3.0
Maße (HxBxT)177 mm x 310 mm x 235 mm
Gewicht4,8 kg netto
BesonderheitenMax. Festplattenkapazität: 8 x 16 TB + 1 x 3,84 TB
Einbau optionaler Adapterkarten möglich (Thunderbolt 3, 10 / 40-GbE SFP+ oder 10 GbE RJ45)
ZFS-Dateisystem
Preisab 1.783,00 Euro

Im direkten Hardware-Vergleich mit anderen NAS-Herstellern, bietet Synology mit der DS1819+ 8GB für 1.010 Euro etwas weniger CPU-Leistung (Intel Atom C3538) und die QNAP mit dem TVS-1282-i5-16G für 2.270 Euro ein NAS mit besserer Grundausstattung (zwölf SATA-Laufwerke, zwei M.2/M-Key-Laufwerke, 16 GB RAM).
 
Wenn man die Preisregion betrachtet, in denen die Geräte platziert sind, sieht man auch die Zielgruppe: der Profianwender.


» zur Galerie

Mit seiner kantigen Optik fällt das XCubeNAS XN8008T direkt positiv auf. Auch wenn das Gehäuse komplett aus Kunststoff gefertigt wurde, so hat man nicht den Eindruck eines „billigen Plastikbombers“. Die gewählten Materialien fühlen sich edel an und es gibt zum Beispiel bei der Reinigung keine Schlieren, wie bei den meisten Hochglanz-Oberflächen anderer Hersteller. 

» zur Galerie

Ganz klar dominiert die Farbe Anthrazit. Um die Optik etwas aufzulockern wurde das Gehäuse mit schwarzen Kunststoffstreifen versehen, die etwas tiefer eingelassen wurden. Dadurch wirkt das Gerät hochwertig und QSAN konnte den Power-Button, die Copy-Taste, sowie einen der insgesamt fünf USB-3.0-Anschlüsse unterbringen, ohne die glatten grauen Flächen noch mehr zu unterbrechen. 

» zur Galerie

Oben rechts wurde ein kleiner Aufkleber angebracht, der die Reihenfolge der internen Slots angibt. Eins bis acht zeigt den Einbauort der normalen 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Laufwerke und neun den des 2,5-Zoll-Einschubs hinter der linken Gehäuseabdeckung an. 

» zur Galerie

Das Design der Rückseite folgt der Funktion und nicht der Optik des restlichen Gehäuses. Der Grund dafür liegt darin, das QSAN dem NAS einige Anschlüsse spendiert hat, die irgendwo untergebracht werden müssen. 

Im Detail sind es der Gerätestecker C13, 4 x USB 3.0, 1 x HDMI, 4 x Gigabit-Ethernet und in unserem Testmuster die optionale 10-Gigabit-Ethernet Dual-NIC-Karte mit SFP+-Anschlüssen. Weiterhin findet man noch ein Kensington-Schloss und den Reset-Button. 

» zur Galerie

Die Laufwerkseinschübe können mit dem beigelegten neon-grünen Schlüssel gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen gesichert werden.

» zur Galerie

Wie bei den meisten NAS-Geräten anderer Hersteller, so verwendet auch QSAN Laufwerkstrays mit einem Push-Pull-Mechanismus. Durch leichten Druck auf den unteren Bereich klappt die Blende leicht vor und der Einschub kann daran rausgezogen werden. 

Zum Einsetzen wird der Laufwerkstray bis zum Anschlag eingeschoben und mit leichtem Druck auf die Blende wieder verriegelt. 

» zur Galerie

Die 3,5-Zoll-Festplatten werden werkzeuglos in die Laufwerkstrays eingesetzt und durch das seitliche Einclipsen der neon-grünen Halter fixiert. Diese haben jeweils zwei Pins, welche in den vorderen und hinteren seitlichen Gewindebohrungen die Festplatte arretieren. Für die Entkoppelung der Laufwerke zum Rahmen des NAS sind in den Einschüben an den Positionen der Pins kleine Gummiringe angebracht. 

Für die Montage beim Einsatz von 2,5-Zoll-Festplatten liegen entsprechende Schrauben bei und werden von unten durch den Tray befestigt.

» zur Galerie

Da bei modernen Hochleistungsfestplatten in der Regel die mittlere seitliche Gewindebohrung fehlt, wurde entsprechend am Clip der Pin verkürzt. Dieser schließt dann bündig mit dem Tray ab und stabilisiert Rahmen und Festplatte.


Bis auf einen USB-3.0-Anschluss befinden sich alle weiteren Schnittstellen auf der Rückseite. Im Detail sind es der Gerätestecker C13, 4 x USB 3.0, 1 x HDMI, 4 x Gigabit-Ethernet und in unserem Testmuster die optionale 10-Gigabit-Ethernet Dual-NIC-Karte mit SFP+-Anschlüssen. Weiterhin findet man noch ein Kensington-Schloss und den Reset-Button. 

Ebenfalls sind die beiden 120-mm-PWM-Lüfter hinten untergebracht, die das gesamte System kühlen. Dazu wird die Luft aus verschiedenen Öffnungen an der Front und im Boden des XN8008T angesaugt, über den vor dem rechten Lüfter angebrachten CPU-Kühler geführt und nach hinten ausgeblasen. 

» zur Galerie

Die aufgeräumte Rückseite beherbergt im Deteil den Gerätestecker C13, 4 x USB3.0, 1 x HDMI, 4 x Gigabit-Ethernet und in unserem Testmuster die optionale 10-Gigabit-Ethernet Dual-NIC-Karte mit SFP+-Anschlüssen. Weiterhin findet man noch ein Kensington-Schloss und den Reset-Button. 

Aus Mangel an Multimediafunktion des XN8008T dient der HDMI-Anschluss lediglich dem Administrieren des Gerätes. 

» zur Galerie

Die beiden Gehäuselüfter werden automatisch über die im UEFI eingestellten Parameter geregelt. Eine Anpassung der Lüfterkurve ist im Betriebssystem QSM nicht möglich. 

Im unteren Lastbereich agieren sie aber sehr leise und werden nur von dem kleinen 50-mm-Lüfter des Netzteils übertönt. 

» zur Galerie

Unser Testmuster kommt mit der optional erhältlichen 10-Gigabit-Ethernet-Dual-NIC-Karte, die in dem PCIe-x8-Slot montiert ist. Diese besitzt eine individuelle Slotblende, welche mit zwei M3-Schrauben befestigt wird.

» zur Galerie

Der zum Lieferumfang gehörende kleine magnetische neon-grüne Schlüssel dient zum Einen dazu, die Laufwerkstrays zu verriegeln und zum Anderen kann damit die seitliche Abdeckung geöffnet werden. Hierfür wird der Schlüssel mit etwas Kraft auf den kleinen Pin, welcher sich mittig in der senkrechten Fuge befindet, gedrückt und die seitliche Abdeckung abgehoben.

» zur Galerie

Unter der seitlichen Abdeckung kommt man an die beiden DDR4-SO-DIMMs und den einzelnen 2,5-Zoll-Slot. Bei unserem Testmuster war das XN8008T mit zwei 4 GB DDR4 SO-DIMM-Modulen bestückt, welche auf bis zu 32 GB aufgerüstet werden können. 

» zur Galerie

Der verbaute Intel Core i5-7500T unterstützt nur normalen Speicher und keinen mit ECC Fehlerkorrektur. Das könnte für den ein oder anderen Nutzer ein K.O.-Kriterium sein.

» zur Galerie

Unter der Abdeckung zwischen Mainboard und dem ersten der acht 3,5-Zoll-Laufwerksschächte befindet sich die neunte Möglichkeit einen 2,5-Zoll-Datenträger einzubauen. Dazu wird durch Herunterdrücken des kleinen neon-grünen Knopfes der Rahmen rausgezogen und mit dem 2,5-Zoll-Laufwerk schraubenlos bestückt. 

» zur Galerie

Der 2,5-Zoll-SSD-Tray ist ein simpler Kunststoffrahmen mit jeweils zwei Haltenasen links und rechts, womit das Laufwerk arretiert wird.


Der innere Aufbau des XN8008T ist kompakt und ordentlich aufgebaut. Alles sitzt bombenfest im stabilen Rahmen und lässt sich bei Bedarf auch gut reinigen.

» zur Galerie

Bei herausgenommenen Laufwerken kann man durch die Öffnungen im Grundrahmen des XN8008T die Einbauposition des Prozessor-Kühlers mit den beiden Heatpipes sehen. Diese verlaufen hinter der Backplane und geben die Abwärme an die Alu-Lamellen ab, welche von den rückseitig montierten Lüftern gekühlt werden. 

» zur Galerie

Nach dem Lösen von drei Schrauben auf der Rückseite und drei im Laufwerksschacht, kann der obere Gehäuseteil ein Stück nach vorne gezogen und abgehoben werden. 

Danach sieht man im Inneren das Mainboard, die Erweiterungskarte, das Netzteil und die linke Platine für die Front-Anschlüsse, sowie die beiden Platinen für die Aktivitäts-LEDs der Laufwerke. 

» zur Galerie

Hier sieht man im hinteren linken Bereich die Lamellen vom CPU-Kühler und die gesamte Backplane. Die Führungen der Trays dienen gleichzeitig als Belüftung für die Festplatten, da die Luft aus dem Boden und über die Schlitze in der Front nach hinten abgesaugt wird. 

» zur Galerie

Hier kann man gut die Befestigung der optionalen Erweiterungskarte sehen. Aufgrund des Gehäuseaufbaus bekommt die Karte nur einen kleinen Luftstrom ab, welche aber zu keiner Zeit, selbst bei intensiver Nutzung, drosselte oder gar ausfiel. 

» zur Galerie

Die linke Platine beherbergt den USB-3.0-Anschluss, Power-Button, Copy-Taste und Status-LEDs. Die rechte Platine über dem Festplattenschacht zeigt die Betriebs- und Fehlermeldungen der ersten vier Festplatten mit blauen, bzw. roten LEDs an.

» zur Galerie

Das 200-W-Netzteil des XN8008T mit der Modellnummer FLXA5201A stammt von AcBel.
Aufgrund der Baugröße kommt ein 50-mm-Lüfter zum Einsatz, der im unteren Lastbereich des NAS leider rauszuhören ist. 

» zur Galerie

Beim Blick von oben ohne Erweiterungskarte und abgenommener Luftführung sieht man den montierten CPU-Kühler und die Heatpipes mit Lamellen. Diese haben einen leichten Abstand zu den verbauten 120mm-Lüftern, welche als 4-Pin-PWM ausgeführt sind.

» zur Galerie

Noch ein Blick auf den verbauten 8-GB-Flashspeicher mit installiertem QSM-Betriebssystem und der montierten Luftführung. Der Q170-Chipsatz wird passiv durch den Luftstrom der beiden Hauptlüfter mitgekühlt.


Das Herzstück eines jeden NAS ist, abgesehen von der Hardware natürlich, die Software oder besser gesagt das Betriebssystem. Dieses basiert bei den meisten Herstellern auf einem Linux-Kernel, der an die verwendete Hardware angepasst wurde. In unserem Fall nutzt das XCubeNAS XN8008T den "QSAN Storage Manager", kurz QSM in der aktuellen Version 3.1.7.

Der QSM ist von seiner Bedienung und Übersicht her sehr einfach gehalten und wirkt wie ein Mix aus Synologys DSM und QNAPs QTS mit weniger Funktionsumfang, was aber für den angestrebten Einsatzzweck kein Nachteil sein muss.

In unserer Galerie befinden sich fast alle Bilder von der Erstinstallation per XFinder bis hin zu den Einstellmöglichkeiten im QSM, welche so umfangreich sind, das wir nur auf die wichtigsten Features eingehen.

» zur Galerie

Sobald das XN8008T mit einem Datenträger bestückt und an das Netzwerk angebunden wurde, kann die Erstinstallation auch schon beginnen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, wovon die erste Wahl auf die Nutzung des QSAN XFinder fällt. Dieses Tool bietet eine Oberfläche mit der sich die Installation oder das Firmware-Update mit nur ein paar Klicks einfach erledigen lässt. 

Mit einem Doppelklick auf den entsprechenden NAS-Eintrag wird man auf die Weboberfläche weitergeleitet. Von dort an werden Schritt-für-Schritt die wichtigsten Grundeinstellungen getätigt. In unserem Fall sind wir auf die Benutzerdefinierte Installation gegangen und haben Grundlegende Dinge wir Passwort, Zeitzone, IP-Adresse und RAID-Typ gewählt. Durch das verwendete ZFS-Dateisystem war der RAID-Build innerhalb von Sekunden erledigt und wir wurden auf die Startseite der XN8008T weitergeleitet.

Nach Eingabe des Passworts kommt erneut ein Assistent, der uns dann die Möglichkeit bietet, ein Volumen zu erstellen, Backup-Tools herunter zu laden, den Cloud-Sync einzurichten, die Medienbibliothek zu aktivieren und eine eigene QSAN-ID für den externen Zugriff zu erstellen. 

» zur Galerie

Der Betriebssystem QSM mit all seinen Einstellmöglichkeiten in der Version 3.1.7.

» zur Galerie

Nachdem wir alle Einstellungen gemacht haben, sind wir nun auf dem QSM angelangt. Die Oberfläche kommt schlicht und übersichtlich daher. Die wichtigsten Funktionen werden als Icons auf dem Desktop angezeigt und können auch angepasst werden. Mit einem Klick auf das kleine graue Symbol unten links oder auf das "Q" oben links gelangen wir in das Einstellungsmenü.

Im oberen rechten Bereich befinden sich die Symbole für die Hintergrundaufgaben, Alarme, eine Suchfunktion, den Benutzer, eine Hilfe, die Sprachumstellungen und das Dash-Board, in dem die Systemdaten wie zum Beispiel für Laufwerks- und CPU-Auslastung, Netzwerkverbindung und angemeldete Benutzer angezeigt werden können. 

» zur Galerie

Im Einstellungsmenü werden direkt alle übergeordneten Funktionen wieder per Icons angezeigt. Es gibt keine "versteckte" Symbole oder ähnliches, da der Administrator vollen Zugriff auf das System, den Speicher, die Dateifrage und die Netzwerkdienste hat. 

» zur Galerie

In den allgemeinen Einstellungen kann dem NAS ein individueller Name und ein neues Passwort vergeben werden. Sollten Alarme oder Fehler auftreten so wird der Nutzer über einen Summer benachrichtigt, welcher aktiviert und getestet werden kann.

Sollten mehrere QSAN-NAS im gleichen Netzwerk eingebunden sein, so kann über den Button Systemindentifikation das Blinken der Statusanzeige dem entsprechenden Gerät zugeordnet werden.

» zur Galerie

Im Menüpunkt Netzwerk können die einzelnen Netzwerkanschlüsse individuell angepasst werden. In unserem Fall sind neben den standardmäßigen vier 1-GbE-Ports noch die beiden 10-GbE-Ports zu sehen. Sowohl IPv4, als auch IPv6 sind mit an Board und die Möglichkeit der Link-Aggregation wird ebenfalls geboten. Wird diese Option gewählt, hat der Nutzer die Wahl zwischen Round-Robin, Active-Backup, XOR, Broadcat, LACP, Transmit Load Balancing und Adaptive Load Balancing. 

» zur Galerie

Im Bereich Strom können die verschiedenen Energie-Einstellungen vorgenommen werden. Darunter finden sich auch die Funktionen für das automatische Herunterfahren bei Übertemperatur, das Wake-on-LAN und den Ruhezustand der Laufwerke. Leider war es uns nicht möglich, den Ruhezustand zu testen, da trotz Aktivierung die Festplatten nicht in den Standby versetzt wurden. Als sehr hilfreiche Option lässt sich der Wiederanlauf nach Spannungausfall konfigurieren. Hier kann zwischen dem letzten Betriebszustand und aus gewählt werden. 

Des weiteren kann eine USV eingebunden und konfiguriert werden. Mit den entsprechend eingestellten Werten kann dann zum Beispiel das Gerät bei zu geringer Batteriekapazität abgeschaltet werden. Die ganze Energieverwaltung lässt sich selbstverständlich auch per Zeitplan steuern. Dann stehen einem die Möglichkeiten zur Verfügung das NAS ein- und auszuschalten, einen Neustart durchzuführen oder es in den Ruhezustand zu versetzen. 

» zur Galerie

Die verschiedenen Benachrichtigungsmeldungen können als Status-, Fehler- oder Warnungsmeldung eingestellt werden. Sobald eine Meldung kommt, erscheint sie oben rechts im Hauptfenster. 

» zur Galerie

Der Menüpunkt Wartung beinhaltet die Funktionen für die Aktualisierung der Firmware, die Durchführung einer Systemwiederherstellung und den Im- und Export der Konfiguration. Um das Gerät wiederherzustellen hat der Nutzer die Möglichkeit nur die Netzwerkeinstellungen, die Konfiguration oder das komplette NAS zurückzusetzen. 

» zur Galerie

Das QSAN XN8008T bietet die Unterstützung des IronWolf Healt Managements, kurz IHM an. Mit dem IHM werden weit mehr Betriebsdaten des Laufwerks erfasst, als SMART es kann und soll einen proaktiven Schutz vor einem sich ankündigenden Ausfall bieten. Als optische Zuordnung der ausgewählten Festplatte wird die Position im NAS mit einer andersfarbigen Blende angezeigt. Die Überprüfung der SMART- und IHM-Werte kann auch hier per Zeitplan gesteuert werden. Zusätzlich können einzelne Laufwerke erkannt, gelöscht oder freigegeben und die entsprechenden Logs angezeigt und ausgewertet werden. 

» zur Galerie

Im Untermenü Pool können die Details wie Pool Typ, Status und Kapazitätsauslastung zu allen Pools auf dem XCubeNAS XN8008T überprüft werden. Per einfachen Klicks lassen sich verschiedene Pools erstellen, erweitern, die Verschlüsslung aufheben, bereinigen und löschen. Sollte nur ein Pool vorhanden sein, lässt auch dieser sich in dem Menü löschen und man kann die Erstellung eines neuen Pools dann über den Einrichtungsassistent wieder durchführen. Von dort hat der Nutzer wieder die Möglichkeit den RAID-Modus des Pools festzulegen und hat die Wahl zwischen RAID0, 1, 5, Z3, 6, 10, 50, 60 and JBOD.

» zur Galerie

Im SSD-Cache können die Caches für jeden Pool überprüft und verwaltet werden. Der SSD-Cache dient dazu, die zufällige Leseleistung bei Verwendung einer einzelnen SSD oder die zufällige Schreibleistung bei zwei SSDs im RAID für einen bestimmten Speicherpool zu verbessern und kann auf einem Volume oder iSCSI-LUN angewendet werden. Für einen kombinierten Lese- und Schreibcache werden dann drei SSDs benötigt, womit "nur" noch sechs 3,5-Zoll-Laufwerke zur Verfügung stehen. 

» zur Galerie

Bei der Deduplizierung wird die Speicherkapazität effizienter und sparsamer genutzt, indem identische Daten nur einmal abgespeichert und Verweise zu den anderen Kopien erstellt werden. Wenn zum Beispiel zehn Dateien mit jeweils 10 MB abgespeichert werden sollen, würde der Platzbedarf ohne Deduplizierung 100 MB entsprechen. Aktiviert man diese Option werden nur 10 MB abgelegt und die neun anderen als kleine Verweise gespeichert. Dadurch wird zwar Speicherplatz eingespart, aber gleichzeitig der Rechenaufwand des Prozessors und den Verwaltungsaufwand des Betriebssystems erhöht.

» zur Galerie

Glücklicherweise unterstütz das QSM von Haus aus den SSD-Trim-Befehl, auch wenn moderne SSDs dies auch ohne zu tun des Betriebssystems durchführen. Dadurch wird dem NAND durch den Storage Controller gesagt, welche Blöcke er löschen kann. 


» zur Galerie

Unter dem Menüpunkt Benutzer verbirgt sich, wie der Name schon sagt, die Benutzerverwaltung. Wie bei jedem anderen NAS wird auch hier erstmal nur Name und Passwort vergeben. Man kann natürlich noch weitere optionale Einstellungen wie E-Mail Adresse, Benutzergruppe, persönlicher Ordner oder den maximal zur Verfügung gestellten Speicherplatz machen. Aber interessant wird es erst mit dem Im- und Export der angelegten Benutzer. Hier hat man die Möglichkeit die angelegten Benutzer zum Beispiel auf ein anderes XCubeNas umzuziehen, ohne die komplette Konfiguration sichern zu müssen. 

» zur Galerie

In den Gruppen-Optionen lassen sie die zuvor angelegten Benutzer in bis zu 1024 Gruppen mit verschiedenen Berechtigungen einteilen. 

» zur Galerie

Mit Domain-Sicherheit kann die XCubeNAS XN8008T an einen Domain-Server entweder in Active Domain oder LDAP angebunden und die Domain-User können sich darauf einloggen. 

» zur Galerie

Unter Ordner findet man unscheinbar die Option zum anlegen von freigegebenen Ordnern. Aber es verbirgt sich noch viel mehr dahinter. Nicht nur werden wie üblich die Nutzer den Ordnern zugewiesen, sondern auch die Snapshot oder WORM Funktion aktiviert.  Sobald man Snapshot aktiviert, wird man auf die Backup-Seite weitergeleitet und stellt dort alles nötige ein. Wenn man WORM (Write once, read many) auswählt, muss man sich entscheiden, wie mit den nicht zu löschenden Ordnern umgegangen wird. Wenn die WORM Protection gewählt wurde kann kein Administrator oder Benutzer die Ordner löschen, bis die eingestellte Sperrzeit – für immer oder nach xxx Tagen – abgelaufen ist. 

Natürlich sind auch die NFS- und Windows-Freigaben mit an Board. Dort können dann entsprechend für NFS zum Beispiel die IP-Adresse, Domain und Rechte eingestellt und verwaltet werden. Bei der Windows-Freigabe reicht die IP-Adresse oder Domain aus. 

» zur Galerie

Die XCubeNAS Dienstbindung bietet verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, welcher Netzwerkanschluss mit welchem Datendienst kommunizieren darf. Grundsätzlich werden die Netzwerkdienste CIFS (SMB), AFP, FTP, NFS, WEBDAV und iSCSI angeboten. Bei den Verwaltungsdiensten hat man die Wahl zwischen HTTP, SSH und SNMP und als Backup-Dienst kommt RSYNC zum Einsatz. 

» zur Galerie

Die Konfigurationsseite der Dateidienste ist übersichtlich gehalten.

» zur Galerie

Der Apple Bonjour Discovery Service fehlt ebenso wenig wie die ....

» zur Galerie

... Time Machine. Um ein Apple MAC Backup durchführen zu können, muss ein Volumen ausgewählt, die maximale Kapazität festgelegt und die Berechtigungen verteilt werden. 


Der Intel Core i5-7500T im XCubeNAS XN8008T ist ein reiner Quad-Core-Prozessor ohne Hyperthreading aus dem Desktop-Bereich. Im Vergleich zu anderen NAS-Geräten, in denen Atom- oder Embedded-Prozessoren verwendet werden, hat dieser eine vielfach höhere Rechenleistung, was für unseren Test beste Voraussetzungen bietet.

Das XN8008T wurde direkt an 10-GbE SFP+ angeschlossen, damit die acht Seagate IronWolf 8 TB (ST8000VN0022) und ein Seagate IronWolf 110 240GB als Cache-SSD nicht limitierend wirken. Es wurde eine Referenzmessung des RAID0-Verbundes ohne QSM durchgeführt, um etwaige Limitierungen der von QSAN verwendeten Hardware auszuschließen. Das Maximum, was die IronWolf Festplatten im CrystalDiskMark 6.0.2 x64 schafften, waren 1.553 MB/s lesend und 1417 MB/s schreiben.
Alle Benchmark-Ergebnisse sind die Mittelwerte aus drei Durchläufen der jeweiligen Testprogramme. 

» zur Galerie

Beim CrystalDiskMark 6.0.2 x64 Read waren durchschnittlich 1.218 MB/s im Seq Q32T1 und 23 MB/s beim 4KiB Q1T1 möglich. 

Die Leseleistung im 4KiB Q8T8 lag bei 382 MB/s und im 4KiB Q32T1 bei 183 MB/s. 

» zur Galerie

Beim CrystalDiskMark 6.0.2 x64 Write Benchmark waren durchschnittlich 1.190 MB/s im Seq Q32T1 und 22 MB/s beim 4KiB Q1T1 möglich. Die Schreibleistung im 4KiB Q8T8 lag bei 227 MB/s und im 4KiB Q32T1 bei 189 MB/s.

» zur Galerie

Beim LAN Speed Test wurden insgesamt 63 Pakete mit Größen zwischen 1 KB und 9 GiB gesendet und empfangen.

Die durchschnittlichen Transferraten lagen bei 499 MB/s schreibend und 874 MB/s lesend.

Insgesamt kann man sagen, dass die Leistung durchweg konstant und immer wieder reproduzierbar bleibt. Auch nach sehr intensiven Schreib- und Leseaufgaben führten stichprobenartige Benchmarks immer wieder zu den gleichen Ergebnissen. Es machte auch keinen Unterschied, ob die SED-Verschlüsselung aktiviert ist oder nicht. 

Beim Thema Leistungsaufnahme und Lautstärke des XN8008T scheidet das NAS für die Nutzung in Wohnräumen gänzlich aus. In Büroräumen mit einer gewissen Grundlautstärke und entsprechendem Anwendungsfall, wo auch die zu verwendeten Festplatten entscheidend sind, ist das Gerät im „normalen“ Betrieb eher unauffällig. Sobald aber Schreib- und Leseintensive Aufgaben an das NAS gestellt werden, steigt die Lautstärke deutlich hörbar an. Hier möchte QSAN aber zeitnah für Besserung sorgen.

Für den Test der Leistungsaufnahme haben wir erneut acht Seagate IronWolf 8 TB und eine Seagate IronWolff 110 240 GB verwendet.

Die Leistungsaufnahme wurde mit einem Voltcraft Energy Check
3000 gemessen.

TestLeistungsaufnahme
Boot Peak155 W
Idle114 W
Load147 W
Standby1,7 W

Die Leistungsaufnahme im Idle beträgt beim XN8008T ca. 114 W, wovon ca. 62 W für die Laufwerke aufgewendet wird. Intel selbst gibt den Prozessor mit 35 W und den Chipsatz mit 6 W TDP an. Die verbaute Melanox MCX312B hat eine Verlustleistung von ebenfalls 6 W.

Zum Vergleich verbraucht eine Synology DS1819+, ebenfalls mit acht Festplatten und einer 10-GbE-SPF+ Karte ausgestattet, circa 97 W. Der geringere Verbrauch ist dem sparsameren und leistungsschwächeren Intel Atom C3538 geschuldet. 

Eigentlich müsste das XCubeNAS XN8008T eine geringer Leistungsaufnahme im Idle haben. Eine Vermutung unsererseits ist die womöglich nicht richtig funktionierenden Energiesparmechanismen.

Bei intensiven Datenzugriffen wurden Werte knapp über 155 W gemessen und sind damit definitiv zu hoch. Ein Grund für die hohe Leistungsaufnahme im Lastbetrieb könnten verschiedene Werkseinstellungen im UEFI sein. Da aber ein Produkt „Out-of-the-Box“ laufen muss und der Kunde nicht seine Zeit oder Geld mit „Optimierungen“ verschwenden will, ist hier der Hersteller gefragt.

Leider war es uns auch nicht möglich, die Seagate IronWolf Laufwerke in den Ruhezustand zu bekommen. Selbst nach stundenlangen Idle und sogar ohne Netzwerkkabel wollten die Festplatten nicht in den Schlafmodus gehen. Auch hier sollte der Hersteller nachbessern.

Dafür war die Leistungsaufnahme im Standby mit aktivierten WoL bei erfreulichen 1,7 W.

Ob diese "Probleme" des Energiehungers mit einem zukünftigen Firmware-Update behoben werden können oder werden bleibt zu hoffen.


Das XCubeNAS XN8008T von QSAN Technology hat in unserem Test einen guten Eindruck hinterlassen und zielt auf die Gruppe der Profinutzer, die eine konstant hohe Leistung abfordern wollen oder müssen, sich aber kein Rack daheim oder ins Büro stellen können. 

Um der Frage nachzugehen, ob ein NAS ausgestattet mit einem Intel Quad Core i5 und acht Seagate IronWolf 8 TB, welche per 10 GbE SFP+ im Netzwerk eingebunden wurden, nur heiße Luft ist, können wir ruhigen Gewissens sagen: Nein! Es macht wirklich Spaß dem "Durchsatzbalken" unter Windows oder die Benchmark-Ergebnisse von CrystalDiskMark und LanSpeed Test zuzusehen. Es ist in der Praxis ein enormer Vorteil, "mal schnell" eine große ISO-Datei zu verschieben oder gar den Videoschnitt direkt auf dem NAS zu machen. Je nach Größe des Video-Projektes kann das durchaus Sinn machen, wenn zum Beispiel der Arbeitsrechner keine allzu üppig dimensionierte SSD besitzt.

Für den normalen Nutzer, der mehr Wert auf Multimediananwendungen als auf die schiere Performance legt, eine geringe Lautstärke und einen niedrigen Energiebedarf bevorzugt, ist das Gerät natürlich weniger optimal - außer man lebt mit dem Umstand, dass nur per SMB als Medienspeicher darauf zugegriffen werden kann. Denn es gibt keine Möglichkeit der Nachinstallation jeglicher Apps oder Funktionen, was sehr schade ist. Denn die Leistung für zahlreiche Hintergrundanwendungen wäre ja grundsätzlich gegeben.

Wem aber die höhere Geräuschemission, der etwas höhere Energiehunger und die eingeschränkte Auswahl an Zusatzsoftware egal ist, der findet im QSAN XN8008T den fast perfekten Storage-Server mit ordentlich Leistung und einem ansehnlichen Äußeren. Die hochwertige Haptik mit dem "coolen Design" grenzt dieses NAS von dem Einheitsbrei vieler anderer Hersteller ab. Das hohe Gewicht im positiven Sinne und die Verarbeitungsqualität des Gehäuses spielen in einer höheren Liga. Selbst mit dem Maximalausbau in unserem Test mit acht Seagate IronWolf 8 TB (ST8000VN0022) verhielt sich das NAS in Bezug auf Resonanzen relativ ruhig, was dem stabilen Grundrahmen und auch den qualitativ hochwertigen Gummifüßen geschuldet ist. 

QSAN Technology hat mit dem XCubeNAS XN8008T sowohl bei der Hardware, als auch bei der Materialwahl einen guten Wurf gelandet. Lediglich bei der Wahl des Netzteils muss QSAN sich Kritik gefallen lassen, denn den Lüfter hört man leider im unteren Lastbereich deutlich heraus, was in dieser Preisklasse nicht akzeptabel ist.

» zur Galerie

Mit QSM hat QSAN dem XCubeNAS XN8008T ein solides und leicht einzurichtendes Betriebssystem spendiert. Durch die Verwendung des ZFS-Dateisystems lassen sich der RAID-Build, sowie das Anlegen von Speicherpools mit nur ein paar Klicks in sehr kurzer Zeit erledigen. Die Bedienung ist einfach gehalten und teilweise selbsterklärend. Sollten dennoch Funktionen oder Einstellungen unklar sein, gibt es auf der Herstellerseite einen umfangreichen Supportbereich. 

Wenn man auf die Multimedia-Funktionen verzichten kann und das Gerät als reines Storage-System nutzt, bekommt man für sein Geld einiges geboten. Die Schlüsseleigenschaften sind ein performantes NAS mit Auto-Tiering, SSD-Cache, Deduplizierung, Backup-Lösungen (XMirror), Sicherheitsfeatures wie SED-Verschlüsselung oder WORM (Write Once, Read Many) und dem eigenen Cloud-Speicher zu Hause oder im Büro.

Des Weiteren kann mit einer RAM-Aufrüstbarkeit auf bis zu 32 GB DDR4 SO-DIMM und der Möglichkeit zum Einbau einer internen PCIe-x8-Erweiterungskarte wahlweise als Thunderbolt 3, 10 / 40-GbE SFP+ oder 10 GbE RJ45 gepunktet werden. Wobei eine standardmäßig verbaute 10-GbE-Anschlussmöglichkeit grade in dieser Preisklasse sehr zu begrüßen gewesen wäre. 

Als Gerät aus dem professionellen Bereich liegt das QSAN XCubeNAS XN8008T preislich etwas höher, was sich aktuell mit knapp 1.780 Euro niederschlägt. Ein direktes Alternativmodell von Beispielsweise Synology oder QNAP gibt es nicht. Wie Eingangs schon erwähnt, wäre eine Synology DS1819+ 8 GB (1.010 Euro) oder das QNAP TVS-1282-I5-16G (2.270 Euro) mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der verbauten Hardware Kandidaten für die engere Auswahl. 


Positive Aspekte des QSAN XCubeNAS XN8008T

Negative Aspekte des QSAN XCubeNAS XN8008T

Preise und Verfügbarkeit
QSAN XCubeNAS XN8008T
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 1.826,09 EUR