QNAP TS-332X im Test: Schnelles 3-Bay-NAS mit 10GbE und SSD-Cache

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qsm ts-332x teaser

QNAPs TS-332X ist ein 3-Bay-NAS, welches bei einem durchaus attraktiven Preis einige interessante Besonderheiten mitbringt. So sind neben den drei Bays für 3,5-Zoll-Festplatten noch drei zusätzliche Slots für M.2-SATA-SSDs vorhanden, und eine 10-GbE-Schnittstelle ist in Form eines SFP+-Steckplatzes ebenfalls schon mit an Bord. Wie sich das TS-332X auf Basis eines Annapurna AL-324 in der Praxis schlägt, haben wir uns einmal näher angeschaut.

Das TS-332X kann sich in einigen Aspekten von üblichen NAS-Systemen im Mittelklassebereich absetzen. Diese Einordnung würde sich zumindest aufgrund des Straßenpreises von ca. 350 Euro ergeben. Von den Spezifikationen her ist das TS-332X schon etwas schwieriger einzuordnen. Zuerst wäre da die Tatsache, dass es nicht viele 3-Bay-NAS-Modelle auf dem Markt gibt. Insgesamt sind es aktuell sogar nur drei Modelle, welche allesamt von QNAP stammen. Drei Einschübe sind insofern interessant, als dass sie mit drei Laufwerken einen RAID5-Verbund erlauben. Im Vergleich mit einem RAID1-Verbund auf einem 2-Bay-NAS benötigt es nur einen weiteren Slot bzw. eine weitere Festplatte, um die Kapazität des Volumens bei Beibehaltung des Ausfallschutzes (von einem Laufwerk) zu verdoppeln.

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Dann hat das TS-332X neben den beiden Gigabit-Ethernet-Slots einen SFP+-Slot integriert. Über diesen Slot können 10-GbE-Verbindungen in einer entsprechenden Infrastruktur realisiert werden, entweder per DAC-Direktverbindungskabel oder per Transceiver-Modul und Lichtwellenleiter-Kabeln. Für den Hausgebrauch würde sich eine Direktverbindung zu einem Rechner anbieten, was dank dem Angebot von gebrauchter Server-Hardware auch durchaus kostengünstig realisiert werden kann. Im 10-GbE-Segment gilt es sich in der Regel zu entscheiden, ob 10 GBase-T ("Kupfer/RJ45") oder etwas auf Transceivermodul-Basis (SFP+ mit z.B. 10GBase-SR oder auch DAC-Direktverbindungskabeln). Wobei QNAP mit den QSW-1208-8C und QSW-804-4C auch zwei (Unmanaged) Switches anbietet, die Anschlüsse beider Welten bieten und somit einen Mischbetrieb von 10 GBaseT und 10 GbE über SFP+ ermöglichen.

Dritte Besonderheit am TS-332X ist die Tatsache, dass unterhalb der Festplatten auf dem Mainboard insgesamt drei Steckplätze für M.2-SATA-SSDs vorhanden sind. Zum Testzeitpunkt hatten wir leider keine M.2-SATA-SSDs für den Test zur Verfügung, aber laut QNAP sollen diese Slots in zwei Arten einsetzbar sein. Erste Möglichkeit wäre die eines normalen SSD-Caches, die zweite die Nutzung für "Tiered Storage". Darhinter verbirgt sich das Verfahren, dass zwei unterschiedlich schnelle Speicherpools - einmal mit SSDs, einmal mit HDDs - kombiniert werden und die Daten auf ihnen basierend auf der Nutzungshäufigkeit abgelegt werden. Häufig genutzte Daten sind dann "hot" und werden automatisch auf den SSD-Verbund geschoben, wohingegen selten genutzte Daten auf dem HDD-Verbund ("cold storage") landen.


Hersteller QNAP
Modell TS-332X
Prozessor Annapurna Labs AL-324 (Quad-Core ARM Cortex A57 SoC mit 1,7 GHz)
RAM 2 GB DDR4 RAM (durch Austausch erweiterbar auf bis zu 16 GB)
Speicher drei 3,5"-SATA-Laufwerke (1x Adapter auf 2,5" liegt bei)
drei M.2 SATA-SSDs (Formfaktor 2280)
Anschlüsse

Hinten: 2 x USB 3.0
Vorne: 1x USB 3.0
Netzwerk: 2x Gigabit-Ethernet, 1x 10 GbE (SFP+)

Maße (HxBxT) 142 mm x 150 mm x 260 mm
Gewicht 1,64 kg
Besonderheiten eingebaute 10GbE-Schnittstelle (SFP+)
drei M.2-SATA-Slots
Preis ca. 350 Euro

Preislich liegt das TS-332X angesichts der Ausstattung auf einem sehr attraktiven Niveau, wenngleich ein direkter Vergleich schwierig ist. Das Asustor AS4002T bietet auch eine 10-GbE-Schnittstelle, hier allerdings per 10 GBase-T, und ist nur ein 2-Bay-Modell ohne SSD-Cache-Slots. Dafür liegt es mit knapp 250 Euro deutlich günstiger. Synologys DS218+ für knapp 315 Euro bietet eine Intel-CPU, aber hat ebenfalls nur zwei Laufwerkseinschübe insgesamt und muss auf eine 10-GbE-Konnektivität verzichten. Wenn die RAID-5-Tauglichkeit wichtig ist, wäre ein erstes Alternativmodell das mit vier Einschüben ausgestattete und knapp 315 Euro teure QNAP TS-431P2, welches aber ebenfalls ohne 10GbE-Konnektivität auskommen muss. Das TS-431X2 bietet als 4-Bay-NAS dann ähnlich zum TS-332X bereits eine SFP+-Schnittstelle, liegt aber preislich schon bei 430 Euro. 10-GBase-T zusammen mit vier Bays ist beim Asustor AS4004T für ca. 350 Euro zu bekommen.

Als erster Eindruck bleibt schon einmal, dass das TS-332X von den Spezifikationen und seinem Preis her sehr gut aufgestellt ist.


Das QNAP TS-332X wird gut verpackt und durch Schaumstoff-Formteile geschützt, in einem mittelgroßen Karton geliefert, welcher typisch für QNAP auf der Frontseite ein Label trägt, welches u.a. auch die wesentlichen Features auflistet. 

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Im Lieferumfang befinden sich neben dem NAS ein Netzadapter plus Netzkabel, zwei normale Gigabit-Ethernet-Patchkabel, drei Mini-Kühlkörper (für M.2 SATA SSDs), zwei Laufwerks-Halte-Pins, ein Blatt mit Informationen zur Garantie und noch eine kleine mehrsprachige Schnellstartanleitung, welche u.a. die Montage der Festplatten erklärt.

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Das TS-332X dürfte sowohl im Heimbereich wie auch für kleinere Büros bzw. Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Mit seiner vergleichsweise simplen Optik des matt-weißen Kunststoffgehäuses muss sich das TS-332X nicht unbedingt verstecken, aber als Designobjekt mag es auch nicht durchgehen. Die fast quadratische Front ist bis auch die Bedienelemente und LEDs an der linken Seite leer, da die Festplatten innen montiert werden und es keine von außen erreichbaren Lauftwerkseinschübe gibt. Um an die Laufwerkseinschübe innen heranzukommen, ist es nötig, das in zwei Teile geteilte Gehäuse des QNAP TS-332X zu demontieren, was aber recht einfach zu bewerkstelligen ist.

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Im Inneren des QNAP TS-332X arbeitet ein SoC mit einer ARM-Cortex-A57-Architektur, genauer gesagt ein Annapurna Labs AL-324. Dieser bietet vier Prozessorkerne und ist mit 1,7 GHz getaktet. Diesen SoC setzt QNAP auch in den höherklassigen Modellen TS-932X (5+4-Bay NAS) und TS-832X (8-Bay NAS) ein. Ein Vorteil des AL-324 ist unter anderem, dass er bereits zwei 10GbE-Netzwerk-Interfaces (SFP+) im Chip integriert hat. Um diese nutzen zu können, braucht der NAS-Hersteller nur mit einigen Bauteilen das "physikalische Interface" auf dem NAS-Mainboard nachzurüsten. Dem SoC stehen insgesamt 2 GB an DDR4-RAM zur Seite, wobei es das TS322X auch ab Werk in Ausführungen mit mehr Arbeitsspeicher gibt. Das einzelne Speichermodul ist gesockelt und kann auch für eine Aufrüstung ausgetauscht werden.

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Als weitere Besonderheit des TS-332X ist zu erwähnen, dass im Inneren des NAS neben den drei  Einschüben für 3,5-Zoll-Laufwerk noch drei M.2-SATA-Slots für SSDs der 2280-Baugröße vorhanden sind. Diese können als SSD-Cache oder für "Tiered Storage" genutzt werden.

Auf der Rückseite befindet sich neben fast allen Anschlüssen der 92-mm-Lüfter, welcher für die Kühlung, sowohl der Laufwerke als auch des Systems dient.

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Im oberen Bereich der Rückseite sind zwei Gigabit-Ethernet- und ein SFP+-Port zu finden. Um über SFP+ eine 10-GbE-Verbindung aufzubauen, bestehen zwei Optionen. Eine Option ist die, ein sogenanntes "Direct-Attach-Cable" (DAC) zu verwenden, um beispielsweise den in Nähe des NAS stehenden Rechner direkt anzubinden oder eine Verbindung zu einem Switch in der Nähe herzustellen. DAC-Kabel sind fertig konfektionierte Kupferkabel mit je einem "SFP-Modul" an jeder Seite, welche aber nur geringe Distanzen von bis zu ca. 5m überbrücken können. Für längere Distanzen werden sogenannte SFP+-Transceiver-Module benötigt, welche ihrerseits dann mit einem Lichtwellenleiter verbunden werden.

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Unterhalb der Netzwerkports bietet das TS-332X dann zwei USB-3.0-Host-Anschlüsse, einen Line-Out, den Zugang zu einem Reset-Button und zuletzt noch die Buchse für den Anschluss des Netzteils. Mittig unterhalb des Systemlüfters ist hinter dem Lochgitter ein kleiner Lautsprecher untergebracht, über den QNAPs Betriebssystem QTS einige System-Infos per Sprachausgabe ausgeben kann. Auf der unteren Gehäusekante ist eine von drei Schrauben zu sehen, die zum Öffnen des Gehäuses entfernt werden muss. Die Schraubenköpfe sind gerändelt und in den breiten Schlitz passen auch viele Münzen. 

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Bei dem auf die Seite gelegten NAS ist dann zu erkennen, wo sich die Belüftungsöffnungen verbergen, die in der Normalansicht von schräg oben verborgen bleiben. Das TS-332X zieht die Frischluft hauptsächlich über den vorderen Bereich des Bodens ein, d.h. das NAS sollte auf einer festen Fläche und nicht einem flauschigen Teppich aufgestellt werden.


Das Gehäuse des TS-332X besteht aus zwei Teilen: Der linke Bereich mit den LEDs und Buttons erscheint von außen kleiner, trägt aber das eigentliche Innenleben des NAS. Nach Entfernen der drei Schrauben auf der Rückseite kann der rechte größere Teil ein Stück nach hinten geschoben und dann abgenommen werden.

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Die linke Gehäuseseite trägt den inneren Käfig aus Stahlblech, welcher die Laufwerkseinschübe aufnimmt. Ebenfalls ist auf einem inneren Rahmen aus Stahlblech die Hauptplatine befestigt und die Rückseite mit den Anschlüssen und dem Lüfter.

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Nach dem Abnehmen der Gehäusehälfte besteht Zugriff auf die drei Laufwerkseinschübe des TS-332X. Die Rahmen lassen sich bei gleichzeitigem Zusammendrücken der beiden Nasen an der Frontseite herausziehen.

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Die drei Laufwerkseinschübe verfügen über keinen Boden, sondern halten 3,5-Zoll-Laufwerke nur über die in Gummi gelagerten Pins an den Seitenteilen. 2,5-Zoll-Laufwerke lassen sich somit nicht verwenden, weshalb QNAP zumindest einen Adapterrahmen für 2,5-Zoll-Laufwerke beilegt, welcher dann wiederum in den eigentlichen Einschub eingeklemmt wird. 

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Soll mehr als ein 2,5-Zoll-Laufwerk zum Einsatz kommen, sind weitere Adapter nötig. Der mitgelieferte Adapter taucht auf QNAPs Seite zum TS-332X nicht als Zubehör auf, aber an dieser Stelle kann auch auf jeden Adapter im freien Handel zurückgegriffen werden, welcher aus einer 2,5-Zoll- eine 3,5-Zoll-Festplatte macht. Simple Einbauadapter für 3,5-Zoll-Gehäuseschächte funktionieren hier natürlich nicht. Es ist also darauf zu achten, dass der Adapter die SATA-Konnektoren genau an die Position herausführt, an der auch bei einer 3,5-Zoll-Festplatte die Anschlüsse sind.

Im Auslieferungszustand - ohne montierte Laufwerke - hat QNAP bei den zwei Einschüben ohne Rahmen jeweils ein Plastikröhrchen eingeklemmt, damit die Einschübe auch ohne Festplatte in Form gehalten werden und nicht aus den Führungen springen.

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Festplatten (oder entsprechende Adapter) werden über vier in Gummielementen gelagerte Pins fixiert, welche in die seitlichen Gewindelöcher der Festplatte greifen. Wird dann der Rahmen samt Festplatte in den Käfig des NAS eingeschoben, erfolgt die Steckverbindung zwischen SATA-Stecker der Festplatte und der entsprechenden Buchse auf der Anschlussplatine im NAS-Gehäuse, wie bei jedem anderen NAS auch.

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Der Metallrahmen, welcher die Laufwerkseinschübe aufnimmt, lässt sich ebenfalls entfernen, sodass der Blick auf die Hauptplatine frei ist. Im mittleren Teil lässt sich der große Passiv-Kühlkörper des Annapurna-Labs-SoC erkennen. Vorne bzw. links weiter sind die drei M.2-SATA-Slots untergebracht. 

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Der verbaute SoC Annapurna Labs AL-324 ist ein typischer SoC, welcher bereits viele Schnittstellen wie Ethernet, USB 3.0 und SATA integriert besitzt. Diese müssen nur herausgeführt oder mit entsprechenden Zusatzchips bzw. Transceivern vervollständigt werden müssen. Die Vorbereitung für SFP+-Steckplätze hatten wir ja bereits erwähnt.

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Der Prozessor, welcher mit 1,7 GHz getaktet ist, basiert auf der ARMv8-Architektur und hat vier Kerne in ARM-Cortex-A57-Bauweise (64 Bit). Als Arbeitsspeicher wird DDR4 verwendet, von dem der CPU des TS-332X-2G insgesamt 2 GB zur Verfügung stehen, die sich per Modulaustausch auch aufrüsten lassen. 

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Als TS-332X-4G gibt es auch eine Version zu kaufen, die ab Werk mit einem 4 GB fassenden Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Unser Testsample des TS332X-2G ist mit einem SO-DIMM-Modul von Apacer bestückt, welches mit DDR4 2.400 MHz und CL17 spezifiziert ist.

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Die M.2-Steckkarten werden vorne in die Stiftleiste eingelegt und dann nach dem Herunterdrücken durch die schwarzen Pins fixiert. An jedem Steckplatz ist ein Temperaturfühler untergebraucht, welche durch Kontakt mit dem M.2-Modul dessen Temperatur überwacht. Manche M.2-Karten werden im Betrieb auch recht heiß, weswegen QNAP drei kleine Kühlkörper mit selbstklebenden Wärmeleitpads beilegt, welche man bei Bedarf auf die Controller der SSDs aufkleben kann.

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Zu den SoCs von Annapurna Labs sind im Gegensatz zu anderen SoC-Herstellern wie Realtek oder Marvell leider keine genaueren Spezifikationen zu finden. Auf der Website von Annapurna Labs sind überhaupt keine Infos über z.B. deren Produkte zu finden, d.h. die wenigen allgemeinen Infos stammen von Anwendern wie QNAP. Annapurna Labs ist ein 2011 in Israel gegründetes Startup, die bereits 2015 von Amazon übernommen wurden, weshalb auch auf dem Karton des TS-332X neben Annapurna Labs klein das Logo "an amazon company" zu lesen ist. 

Von daher können wir nur kurz erwähnen, was sich an weiteren Chips auf der Hauptplatine des TS-332X finden lässt. So sind neben den Ethernet-Ports zwei Atheros AR8035 Transceiver zu finden, welche für die beiden RJ45-Gigabit-Ports die Verbindung zu den Netzwerkfunktionen des Annapurna Labs AL-824 herstellen. Ein über USB angebundener C-Media CM6533 dient als Audiochip. Im vorderen Bereich des Boards ist ein EtronTech EJ188H zu finden, ein per PCIe-Lane angebundener USB-3.0-Hostcontroller-Chip, der weitere USB-3.0-Ports bereitstellen kann. Weitere Zusatzchips sind uns nicht aufgefallen, die Unterseite der Hauptplatine ist bis auf einen Weltrend WT61P803 frei von größeren ICs.


Ein wesentlicher Punkt bei einem NAS-System ist natürlich die darauf laufende Software. Viele User schwören auf Selbstbausysteme, entweder unter Windows-Server-Varianten oder speziell angepassten Linux-Distributionen wie FreeNAS. Der Funktionsumfang dieser Lösungen ist enorm, aber nicht jeder möchte sich so tief mit der Materie beschäftigen und stattdessen lieber einfach eine funktionierende "Box" fertig kaufen. Natürlich erwartet der Käufer dann neben einen hohen Funktionsumfang auch eine einfache Bedienung, denn vom Preis her kann die Selbstbaulösung unter Umständen sogar ein wenig günstiger kommen als ein spezielles NAS-System, zumindest bei 4-Bay-Systemen oder größer. Als Marktführer haben sich in Deutschland Synology und QNAP etabliert, aber andere Hersteller wie z.B. Asustor holen in diesem Bereich immer weiter auf. Als Standard hat sich eine relativ einfach zu bedienenden Oberfläche aufwarten, die dank "Desktop-Oberfläche" auch hübsch aussieht. 

Bei QNAP trägt das Betriebssystem den Namen QTS, welches wie bei den Lösungen von QNAP und Synology auch auf einem Linux-Unterbau setzt, welcher zur einfacheren Bedienung mit einem auf Fenstern basierenden Benutzerinterface versehen wurde. Die aktuelle Releaseversion von QTS trägt bei QNAP zum Testzeitpunkt die Versionsnummer 4.3.6.

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Die Einrichtung eines QNAP NAS erfolgt auf relativ einfachem Wege. Nach dem Einbau von einem oder zwei Laufwerken und dem Anschluss ans heimische Netzwerk startet man das Gerät. Nach einiger Zeit ist dann der Einrichtungsassistent über die IP des NAS im Browser aufrufbar. Welche IP das Gerät bekommen hat, lässt sich entweder im Webinterface des heimischen Routers oder über die QNAP Software "QFinder" herausfinden. QFinder ist ein Tool, welches QNAP auf seiner Website bereitstellt und das verschiedene Möglichkeiten bietet. Qfinder zeigt alle im Netzwerk gefundenen QNAP NAS an, ermöglicht ein schnelles Anmelden und auch die Einblendung eines Ressourcenmonitors auf dem Desktop des Rechners ist möglich.

Zuletzt besteht noch eine Einrichtmöglichkeit über die QNAP-Cloud mit dem auf der Gehäuseseite vermerkten "Cloud-Key", sofern das NAS per DHCP im Heimnetz eine IP bekommen hat und eine Internetverbindung zu QNAPs Servern aufbauen kann.

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Im frisch installierten Zustand finden sich auf der Desktop-Fläche Icons für die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten des NAS. So ist hier der schnelle Zugriff auf die Systemsteuerung möglich, über die sich fast alle wesentlichen das System betreffenden Einstellungen vornehmen lassen. Daneben sind einige Standard-Anwendungen zu finden, wie z.B. "File Station" für das Dateimanagement. Neben den vorinstallierten Standardanwendungen lassen sich über das "App Center" eine Vielzahl von Programmen in Form von Paketen nachinstallieren. Die Spanne reicht hier von Multimedia-Anwendungen über Datensicherungs-Tools bis hin zu Entwicklerwerkzeugen

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Die Systemsteuerung ist in vier Bereiche aufgeteilt. Unter "System" sind Einstellungen zu Sicherheit, Hardware, Energiemanagement und der allgemeinen Konfiguration zu finden. Der Unterpunkt "Speicher & Snapshots" öffnet dann ein eigenes Fenster zur Konfiguration und Verwaltung des Speicherplatzes.

Unter "Rechte" erfolgt dann die Zugangssteuerung zu Gerät, Anwendungen und dem Speicherplatz. Im Wesentlichen geht es hier um Benutzer, Benutzergruppen und die Freigabeordner. Unter "Netzwerk und Dateiservices" wird die Konfiguration der Netzwerkschnittstellen sowie der verwendeten Kommunikationsprotokolle vorgenommen. Der vierte Punkt, "Anwendungen", ermöglicht die Konfiguration von bordeigenen Serverfunktionen wie DLNA, Web, Syslog oder TFTP.

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Auch wenn manches NAS mehr als Heimserver für alles Mögliche genutzt wird, so bleibt die Kernaufgabe eines NAS die Speicherung und Verwaltung von Daten. Die drei M.2-SATA-Slots in dem TS-332X sind wohl mehr als Beschleunigungsfeature zu sehen, denn sie tragen eher wenig zur Gesamtkapazität des NAS bei. Diese Aufgabe wird von den Festplatten in den drei 3,5-Zoll-Einschubslots übernommen. Der Sprung von zwei auf drei Laufwerke bietet auch neue Möglichkeiten bei der Speicherverwaltung. 

Die üblichen Modi bzw. Kombinationen aus Einzelbetrieb, RAID0 oder RAID1 sind weiterhin möglich, aber bei drei Laufwerken ist ebenso ein RAID5 möglich. Bei diesem Modus wird die Kapazität von einem Laufwerk für die Paritätsdaten zur Absicherung gegen den Ausfall eines Laufwerks benötigt. Die Kapazität der anderen beiden Laufwerke kann dann genutzt werden. Im Gegensatz zum RAID1, bei dem die Hälfte der eingebauten Festplattenkapazität aufgrund des Ausfallschutzes "verlorengeht", beträgt der "Verlust" bei einem RAID5 aus drei Laufwerken nur ein Drittel. RAID5 stellt zwar höhere Anforderungen an die Performance des NAS, aber die höhere "Effizienz" bei der Ausnutzung der tatsächlich vorhandenen physischen Laufwerkskapazität macht diesen Modus interessant.

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Die Verwaltung der Speicherkapazität ist bei einem NAS meist etwas komplizierter als das simple Anlegen einer Partition und anschießender Formatierung. Bei QNAP ist die Struktur dabei ähnlich wie bei anderen NAS-Systemen. Zuerst wird über die ausgewählten Laufwerke per ausgewähltem RAID-Modus ein Verbund erstellt, auch Speicherpool genannt. In diesem Speicherpool werden dann wiederrum ein oder mehrere Volumen angelegt, wobei es hier auch verschiedene Modi (Thick-/Thin-Volume) gibt. Bei einem Thick-Volume wird der gewünschte Teil des Speicherpools fest für das Volumen reserviert, wohingegen bei einem Thin-Volume dieser beim Schreiben dynamisch zugewiesen wird, was u.a. Vorteile bei mit der Zeit skalierenden Systemen bringen kann. Ein Nachteil insbesondere von Thin-Volumes kann allerdings aufgrund der Komplexität eine geringere Performance sein.

Alternativ ist bei QNAP noch ein "Static Volume" möglich, d.h. es wird direkt per RAID-Verbund ein (einziges) Volumen erstellt, d.h. die Zwischenebene Speicherpool entfällt. Bei kleineren NAS-Systemen reicht das häufig aus, aber die Variante mit Speicherpool und Thick- oder Thin-Volumes bietet mehr Flexibilität, insbesondere bei größeren Systemen. Innerhalb eines Volumens werden dann zuletzt die Freigabeordner erstellt, welche dann die Nutzdaten enthalten. 

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Um das Feature der "Snapshots", also der "Momentaufnahmen" nutzen zu können, ist es allerdings nötig, die Variante mit Speicherpool und Thick- und/oder Thin-Volumes zu verwenden.

Snapshots sind ein interessantes Features, denn hierbei kann wortwörtlich zu beliebigen Zeitpunkten eine Momentaufnahme der gespeicherten Daten erfolgen. Ein Snapshot kann zwar ein ausgelagertes Backup nicht ersetzen, ist aber eine ressourcenschonende Ergänzung, die in der Regel innerhalb von wenigen Sekunden ausgeführt werden kann.

Viele moderne Dateisysteme wie ZFS oder btrfs bringen aufgrund ihrer Auslegung als Copy-on-Write-Dateisystem die Snapshot-Funktionalität schlichtweg schon mit. Bei Veränderungen an Datenblöcken werden diese nicht überschrieben, sondern als veränderte Kopie neu abgelegt, was dank der entsprechenden Verwaltungsebene im Dateisystem ein einfaches Zurückspringen ermöglicht.

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QNAP setzt hingegen immer noch das vergleichsweise alte Linux-Standard-Dateisystem Ext4 ein, welches dies als Journaling-Dateisystem nicht beherrscht. QNAP hat aber für sein QTS ein eigenes Snapshot-Verfahren entwickelt, bei dem die Snapshots außerhalb eines Volumens im freien Bereich eines Speicherpools gespeichert werden. Dank Copy-on-Write-Mechanik bei der Snapshot-Erstellung soll hier auch die Datensicherheit gegeben sein.

Von der Funktionalität her scheint QNAPs Snapshots den integrierten Verfahren von ZFS oder btrfs nicht nachzustehen. Laut QNAP soll QTS Snapshot aufgrund des schnelleren Ext4-Dateisystems auch performanter arbeiten, aber das ist die Aussage des Herstellers. 

Dadurch, dass QTS die Snapshots in freien Bereichen des Speicherpools ablegt, gilt es natürlich auch hier ein Auge drauf zu haben. QTS bietet an, einen "garantierten Snapshot-Speicherplatz" einzurichten, welcher fest für Snapshots reserviert ist. Als empfohlene Voreinstellung ist hier 10 % von der Größe des Speicherpools vorgesehen, was aber abgeändert werden kann. Auch bei anderen Dateisystemen wie z.B. btrfs benötigen Snapshots letztendlich "physischen Platz" auf den Laufwerken, aber bei diesen versteckt sich dieser mit im belegten Speicher und führt zu einer geringeren freien Kapazität, wohingegen bei QNAP der User klar sehen kann, wie viel Plattenplatz die Snapshots benötigen.

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Snapshots lassen sich per Snapshot Replica dann auch auf lokale Datenträger oder ein externes QNAP NAS auslagern. Über "Snapshot Vault" lassen sich von anderen NAS gesicherte Snapshots anzeigen.

Die Verwaltung der Snapshot-Funktion hinsichtlich Speicherplatz und Replikation erfolgt unter Speicher & Snapshots in der Systemsteuerung. Die praktische Nutzung erfolgt dann über die File-Station. Hier können über den Schnappschussmanager entweder manuelle Sofortaufnahmen oder zeitgesteuerte Snapshots ausgelöst werden.

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Wer Snapshots anlegt, möchte sie vielleicht ja auch irgendwann nutzen. Dazu bestehen bei QTS Snapshot verschiedene Optionen. So kann das komplette Volumen auf den Stand zum Zeitpunkt einer Snapshot-Erstellung zurückgesetzt werden, was aber den Verlust von jeglichen danach gemachten Änderungen zur Folge hat. In der Praxis wird es vermutlich meist darum gehen, das Löschen oder Ändern einer Datei oder eines Ordners rückgängig zu machen. Dafür bietet sich die Option "Klonen" an, bei der aus dem Snapshot ein neues zusätzliches Volumen erstellt wird. Der User kann sich dann dort die benötigten Daten herausziehen und anschließend dann das aus dem Snapshot geklonte Volumen wieder löschen.

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Wie auch bei anderen NAS-Systemen hat QNAP im Bereich der Speicherverwaltung eine Übersicht über die verbauten Laufwerke bzw. vorhandenen Slots integriert, welche auch einen Blick auf die "Gesundheit" der Laufwerke möglich ist, inklusive automatisierten Prüfungen und Anzeige der SMART-Daten. Seit kurzem (mit QTS 4.3.5) unterstützt QNAP auch das Ironwolf Health Management von Seagate.

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Ein weiteres Feature im Bereich der Speicherverwaltung ist der SSD-Cache. Das QNAP TS-332X ist hierfür dank seiner drei Slots für M.2-SATA-SSDs wie geschaffen. Mangels passender M.2-SATA-SSDs konnten wir die Funktion nicht selbst testen, aber dennoch ein paar Worte zu diesem Feature. Bei einem SSD-Lese-Cache werden häufig genutzte Daten auf den SSDs zwischengespeichert. Werden diese Daten erneut angefordert, können die Daten von den SSDs wesentlich schneller als vom Festplattenverbund geliefert werden. Ein Schreib-Lese-Cache ist ebenfalls möglich, benötigt aber aus Gründen der Datensicherheit zwei SSDs, aber kann auch das Schreiben von Daten auf dem NAS beschleunigen. Dabei gilt die Grundregel, dass insbesondere der Zugriff auf kleine und verteilte Daten beschleunigt wird. Typische Datenbankanwendungen werden beispielsweise deutlich beschleunigt, wohingegen der sequentielle Transfer von großen Datenmengen nicht von einem Cache profitiert.

Als Alternative zum SSD-Cache ist noch das "Tiered Storage" mit QTier zu nennen. Hinter Tiered Storage verbirgt sich das Verfahren, Daten intelligent auf einem Gesamtverbund zu verteilen, der aus unterschiedlich schnellen Datenträger(verbünden) besteht. Die Verteilung der Daten richtet sich nach der Häufigkeit der Nutzung, d.h. "Hot Data" wird auf den schnellsten Laufwerken vorgehalten, wohingegen "Cold Data" auf den vergleichsweise langsamen Festplatten landet. Eine Verwaltungsinstanz, QTier bei QNAP, sorgt im Hintergrund dafür, dass die Daten automatisch bestmöglich im Hintergrund auf die einzelnen "Tiers" verteilt werden. Beim TS-332X mit drei "schnellen SSDs" und drei "langsamen" Festplatten sollte dies Verfahren eine Alternative zum SSD-Cache darstellen.

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Den Einsatz von SSDs optimiert QNAP neuerdings durch "SSD Overprovisioning" und ein SSD Profiling Tool. Hinter SSD Overprovisioning verbirgt sich das Verfahren, nur einen Teil der Kapazität einer SSD tatsächlich zu nutzen, um die Performance der SSD zu erhöhen bzw. beständiger zu machen. Eine SSD nutzt unbenutzte Bereiche ihrer Speicherzellen zur internen Organisation und auch dazu, die Performance hoch zu halten. Das Modifizieren bzw. Reorganisieren von Datenblöcken hat bei einer SSD immer Auswirkung auf die Performance und jeder zusätzliche Schreibvorgang geht etwas zu Lasten der Lebensdauer.

Freie Bereiche durch "Overprovisioning" erleichtern der SSDs das effiziente Management, z.B. beispielsweise durch einfaches Wegschreiben von neuen Daten anstelle einer Modifikation vorhandener Blöcke. Wenn allerdings bei schon gut gefüllten SSDs diese Reservebereiche unter Last volllaufen, bricht auch meist die Performance massiv ein. Einfache Consumer-SSDs haben meist recht kleine Reservebereiche, weil dieser Reserveplatz Geld bei der Produktion kostet, dessen Kapazität aber nicht an den Kunden verkauft werden kann. Bei SSDs für professionelle Anwendungen sieht das anders aus und dementsprechend weisen diese SSDs größere Reservebereiche auf, wodurch sie ihre Performance auch bei großer Last noch länger halten können. Indem nun QNAP bei den SSDs nur einen Teil der nominalen SSD-Kapazität nutzt, lassen sich auch Consumer-SSDs entsprechend "beschleunigen". QNAP hat dafür ein SSD Profiling Tool integriert, welches verschiedene Overprovisioning-Einstellungen (bis zu 60 %) testet und damit hilft, für das jeweilige SSD-Modell die beste Einstellung zu finden.

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Die weiteren Optionen in der Systemsteuerung kennen wir bereits von anderen QNAP-Modellen, hier hat sich bei QTS 4.3.6 und dem TS-332X nicht viel Neues angesammelt. Wie bei allen modernen NAS-Systemen können auch beim TS-332X die LEDs - auch per Zeitplan gesteuert - gedimmt und es kann ein Ruhezustandsmodus für die Laufwerke eingestellt werden. Da im TS-332X ein kleiner Lautsprecher verbaut ist, können einige Systemmeldungen, welche sonst nur durch ein Piepsen signalisiert würden, auch per (englischer) Sprachausgabe ausgegeben werden.

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Ebenfalls noch relativ neu bei QTS ist das Benachrichtigungszentrum, welches neben Systemmeldungen auch die Meldungen der QTS-Apps sammelt.

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Der Ressourcenmonitor, welche die Aktivitäten und Auslastungen des NAS-Systems visualisiert, wurde mit jeder neuen QTS-Version weiterentwickelt und ist mittlerweile recht umfassend vom Inhalt und auch optisch attraktiver geworden. Die Übersichtsseite gibt einen guten Überblick über die Auslastung des NAS. In detaillierten Fenstern wird dann der jeweilige Verlauf der Systemressource je nach Typ in verschiedenen Formen dargestellt. Die Netzwerkauslastung wird beispielsweise sowohl global als auch aufgeschlüsselt nach den einzelnen Adaptern bzw. Bonds dargestellt. Auch die Aktivitäten der drei Laufwerke werden jeweils einzeln dargestellt. Eine Auflistung der aktiven Prozesse sowie deren Ressourcenverbrauch ist natürlich ebenfalls verfügbar.

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Bei der Rechteverwaltung für Benutzer und Freigabeordnern hat sich während der letzten QTS-Updates wenig verändert. Der Funktionsumfang ist gut, wenngleich wie allgemein bei QNAP etwas verschachtelter und etwas unübersichtlicher als z.B. bei Synology. 


QTS 4.3.6 auf dem TS-332X bietet natürlich auch eine Verschlüsselung der Daten per AES 256 Bit an. Bei QNAP erfolgt die Verschlüsselung allerdings nicht wie bei den meisten NAS-Systemen auf Basis der Freigabeordner, sondern stattdessen wird das gesamte Volumen verschlüsselt. Um für ein verschlüsseltes Volumen zu erstellen, muss im "Assistent für Volume-Erstellung" im Schritt "Konfigurieren" unten die erweiterten Einstellungen aufgeklappt werden. Ein bestehendes Volumen kann nicht nachträglich verschlüsselt werden. Auch fehlt bei QTS die Option wie bei Synology, eine Key-Datei zu exportieren, mit der die Daten alternativ zum Passwort entschlüsselt werden können.

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Das TS-332X verfügt über drei Netzwerkadapter, zwei Gigabit- und einen 10GbE-Adapter, deren Konfiguration im Bereich Netzwerk der Systemsteuerung vorgenommen werden kann. Für jeden Adapter können individuell Einstellungen vorgenommen werden. 

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Weiterhin stehen auch die üblichen Portbündelungsverfahren zur Verfügung, wobei der User bei der Einrichtung mit einem kleinen Guide samt Erklärtexten geleitet wird. Neben dem 802.3ad LACP für verwaltete Switche mit entsprechendem Feature bietet sich hier wohl meist Adaptive Load Balancing (Balance-alb) an, was auch mit "dummen" Switchen funktioniert.

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Für alles zusammen bietet QTS noch eine schicke Übersicht inklusive der wichtigsten Adressen, auf der auch die Positionen der einzelnen Ports zu sehen ist. 

Die TS-332X kann auch als DHCP-Server eingesetzt werden und es lassen sich auch statische Routen definieren, was dann interessant werden kann, wenn die TS-332X Kontakt zu mehr als einem LAN hat.

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Die Container Station für die Virtualisierungsanwendungen Docker und LXC ist ebenfalls auf dem TS-332X verfügbar. Dementsprechend bietet QTS hier auch einen "Virtual Switch" an, mit dem die teilweise nötigen "virtuellen Netzwerkdienste" realisiert werden können. Weiterhin kann auch das Zusammenspiel von 1- und 10-GbE-Netzen optimiert werden.

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Unter den weiteren Menüpunkten bei Netzwerk sind die üblichen Einstellungen zu finden, z.B. bzgl. den Dateitransfer-Protokollen. Im Bereich SMB bietet QTS 4.3.6 vergleichsweise viele Einstellmöglichkeiten, so unter anderem auch die minimal und maximal zulässigen Protokollversionen.

Im letzten Unterpunkt der Systemsteuerung, Anwendungen, können dann Einstellungen zu den internen Serverdiensten wie iTunes, DLNA, Webserver, LDAP, SQL, Syslog, Radius, TFTP und NTO vorgenommen werden. Dazu kommt noch ein bordeigenes Antivirus-Tool sowie das Multimedia-Management. Hier kann der Status der Medienbibliothek eingesehen werden, sowie Indizierungen konfiguriert und gestartet werden.

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Ein wichtiges Merkmal insbesondere bei den Consumer-NAS-Lösungen, ist die Erweiterbarkeit mit Apps bzw. weiteren Programmpaketen. Häufig liefert der Hersteller das NAS mit einem Grundumfang von Funktionen aus und stellte dann erweiterte Funktionen per Programmpaket im App Center / Paketzentrum / etc. zum Download zur Verfügung. So ist z.B. der VPN-Server bei QTS 4.3.6 ein Paket, das nachinstalliert werden muss. Dazu kommen noch eine Vielzahl von Drittanbieter-Apps, die das NAS um weitere Funktionen ergänzen.

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QNAPs App Center ist dabei vergleichsweise umfangreich gefüllt. Eine Auflistung aller zur Verfügung stehenden Apps sparen wir uns daher, aber wir haben versucht, alle aktuell zur Verfügung stehenden Apps im obigen Screenshots bzw. den direkt darauf in der Galerie folgenden einzufangen.

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Das Thema Datensicherung ist bei jedem NAS ein wichtiges Merkmal. Für die Sicherung der Daten auf dem NAS selber ist das vorher erwähnte Snapshot-Thema eine sehr praktische Ergänzung und kann in vielen Fällen auch "richtige" Backups ersetzen. Als Beispiel sei hier der Fall einer aus Versehen gelöschten oder überschriebenen Datei zu nennen. Die Möglichkeiten eines Snapshots kommen aber dann an ihr Ende, wenn es um das NAS bzw. deren Laufwerke selber geht, denn dann kommt es darauf an, dass die Daten irgendwo anders, sei es auf einer lokalen USB-Festplatte, einem zweiten NAS oder auch einem Cloudserver gesichert sind.

Mit dem Tool "Hybrid Backup Sync" lassen sich Backups lokal oder auf andere Netzwerkziele sichern und wiederherstellen. Ebenso kann ein NAS wie das TS-332X auch als Backup-Ziel für ein anderes QNAP- oder Rsync-kompatibles NAS dienen. Weiterhin bestehen hier Funktionen, uni- oder bidirektionale Synchronisierungen vorzunehmen. Mit Verfahren wie RTRR hat QNAP hier einige gute Lösungen zu bieten.

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Neben der Sicherung der eigenen Daten ist ein ebenso wichtiger Job eines NAS der, anderen Geräten wie PCs oder Mobilgeräten als Backup-Ziel zu dienen, oder gleich eine "Personal Cloud" zu bieten. Mit Qsync Central hat QNAP auch in diesem Bereich eine Lösung zu bieten. Für Qsync sind passende Clientprogramme oder -apps verfügbar, die die Synchronisation der Daten vom "Endgerät" hin in die "Personal Cloud" des NAS übernehmen. Eine Versionierung der Dateien, d.h. der Zugriff auf mehrere Versionen einer Datei, ist ebenfalls möglich.


Die Geschwindigkeit von ARM-Prozessoren in NAS-Geräten ist immer etwas schwer einzuschätzen, vermutlich da viele User mehr mit der Welt der Intel-CPUs großgeworden sind. Für den Annapurna Labs AL-324 spricht aber, dass er von QNAP auch in höherklassigen NAS-Geräten der TS-x32X-Serie mit acht oder sogar neun Laufwerken bzw. SSD-Slots eingesetzt wird. Bei Synology findet der vermutlich ältere Vorgängerchip AL-314 Verwendung, in dem 8-Bay-NAS DS1817 (ohne Plus). Von daher ist davon auszugehen, dass der AL-324 von seiner Leistung her sehr gut auf das Konzept des TS-332X mit insgesamt sechs internen "Laufwerken" und einer 10GbE-Schnittstelle abgestimmt ist.

Für den Test der 10-GbE-Schnitstelle des QNAP TS-332X haben wir ein DAC-Kabel verwendet, welches mit einer Mellanox-Connectx2-Karte in unserem Test-PC verbunden war. Dieser arbeitet nach einem kleinen Update nun mit einem Intel i7-7700K und für einige Tests setzten wir auch eine RAM-Disk ein.

Für die Leistungsaufnahme und Lautstärke sowie einige Performance-Benchmarks verwenden wir wieder unsere Western Digital Red 2 TB. Zusätzlich kommen für einige Tests noch drei 2,5-Zoll-SATA-SSDs von Corsair zum Einsatz. 

Datenrate

sequentielles Lesen

MB/s
Mehr ist besser

Den ersten Benchmark haben wir die Lesegeschwindigkeit von sequentiellen Daten per SMB getestet. Wir haben uns auf RAID5 konzentriert, da sich dieser Modus bei einem 3-Bay-NAS anbietet und dieser auch höhere Anforderungen an das NAS stellt.

Beim sequentiellen Lesen über die 10-GbE-Schnittstelle konnte das TS-332X einen Wert von knapp über 900 MB/s bei der Nutzung von SSDs erzielen. Bei Verwendung eines verschlüsselten Volumens sank die Geschwindigkeit ein wenig auf immer noch sehr gute 725 MB/s ab. Mit einem RAID5 aus unseren WD Red 2TB erreicht das TS-332X immerhin 225 MB/s, wodurch die 10GbE-Anbindung noch einen spürbaren Vorteil bietet. Über die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle werden mit den SSDs auch 113 MB/s erreicht. Nur mit den Festplattenverbund fehlte uns in mehreren Testläufen immer etwas zur vollen Gigabit-Performance.

Datenrate

sequentielles Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

x

Datenrate

1 MB Datenblöcke - Lesen

MB/s
Mehr ist besser

In einem weiteren Test kopieren wir insgesamt 10.000 Dateien von je 1 MB Größe per SMB, was im Vergleich zum "sequentiellen" Transfer von großen Dateien deutlich auf die Geschwindigkeit geht. Beim Lesen vom RAID5-SSD-Verbund über 10 GbE werden noch gute 164 MB/s erreicht, bzw. 124 MB/s mit verschlüsseltem Volume. Die Limits liegen hier wohl im Protokoll und den Latenzen der jeweiligen Schnittstellen, denn über die Gigabitverbindung werden nur 70 MB/s erreicht. Kommen Festplatten zum Einsatz, stellen diese den Flaschenhals dar, denn auch über 10 GbE wie auch Gigabit werden um die 30 MB/s erreicht.

Datenrate

1 MB Datenblöcke - Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

Beim Schreiben der 1 MB großen Dateien liegt der SSD-Verbund über 10 GbE sowohl unverschlüsselt mit 117 MB/s und verschlüsselt mit 101 MB/s vorne. Interessanterweise kann der RAID5-Verbund aus Festplatten mit knapp 98 MB/s auch einen sehr guten Wert zeigen. Vermutlich kann hier beim Schreiben, anders als beim Lesen, das NAS-Betriebssystem mit seinem RAM-Cache beschleunigend wirken und die niedrigen IOPS-Werte der Festplatten etwas kompensieren. Über Gigabit scheint bei 50 bis 55 MB/s ein "Flaschenhals" aufzutreten, denn die Werte von SSD- und HDD-Verbund liegen hier fast gleichauf.


Kommen wir nun zu den Themen Leistungsaufnahme und Lautstärke des NAS, welche je nach Anwendung unterschiedliches Gewicht haben. Bei einem NAS im Dauerbetrieb machen sich auch ein paar Watt Mehrverbrauch in Form von einigen zusätzlichen Euros auf der Stromrechnung bemerkbar, wohingegen ein direkt in Wohnräumen aufgestelltes NAS im Idealfall zumindest akustisch unauffällig sein sollte. Das NAS-Gehäuse selbst bzw. seine Konstruktion spielen dort eine Rolle, allerdings sind hier meist die verwendeten Festplatten entscheidend.

Stromverbrauch

Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Die Leistungsaufnahme im Idle beträgt beim TS-332X mit unseren drei Testfestplatten ca. 21,9 Watt. Im Gegensatz zum Asustor AS4002T, wo ein aktiver Link auf der 10-GBase-T-Schnittstelle (=Kupfer über RJ45) satte 3 W Leistungsaufnahme zusätzlich bedeutet hat, so macht es beim TS-332X fast keinen Unterschied aus, wenn im SFP+-Slot das DAC-Kabel eingesteckt ist und ein aktiver Link besteht. Der Unterschied zum Betrieb ohne SFP+-Link beträgt bestenfalls 0,1-0,2 W. Mit einem "aktiven" Transceiver-Modul für LWL-Verbindungen mag das schon etwas anders aussehen, aber auch hier dürfte 10-GbE-Ethernet über SFP+ in Sachen Leistungsaufnahme immer noch besser dastehen als 10 GBase-T.

Mit 1 W im abgeschalteten Zustand, aber bei aktivem Wake-on-Lan-Feature, liegt das QNAP TS-332X auf einem guten Level. Bezogen auf bislang von uns getestete 2- und 4-Bay-Modelle liegt das TS-332X mit knapp 22 W im Idle und 28,5 W bei Zugriffen im "normal-sparsamen" Bereich. Mit aktivem HDD-Ruhezustand reduziert sich die Leistungsaufnahme auf 14,3 W. Die maximale Leistungsaufnahme konnten wir mit knapp 52 W messen, welche interessanterweise nicht beim Systemstart, sondern dem Hochfahren der HDDs aus dem Ruhezustand auftrat.

Lautstärke

db(A)
Weniger ist besser

Die Lautstärke eines NAS zu beurteilen, ist häufig schwierig, zumindest aufgrund reiner dB(A)-Werte, die wir der Vollständigkeit halber aber aufgenommen haben. Vom subjektiven Eindruck her ordnet sich das TS-332X hinsichtlich der Lautstärke im Normalbereich namhafter NAS-Modelle ein. Durch die geschlossene Front werden die Laufgeräusche, also das charakteristische Rauschen der Festplatten vergleichsweise gut abgeschirmt. Festplattenzugriffe hingegen erschienen etwas deutlicher als normal wahrnehmbar zu sein, was aber hauptsächlich daran zu liegen scheint, dass sich Vibrationen allgemein bzw. die "Schläge" bei Festplattenzugriffen im Besonderen etwas mehr auf die Tischplatte darunter übertragen, als das bei manch anderem NAS der Fall ist. Eine simple Unterlage wie ein dünnes Mauspad reduziert die Zugriffsgeräusche schon deutlich.

Der eingebaute Lüfter ist wird standardmäßig automatisch gesteuert und ist dabei angenehm leise, bzw. nicht gegenüber den Festplatten wahrnehmbar. Die Einstellungen  zum Lüfter sind unter "Hardware" in der Systemsteuerung zu finden. Die Standardeinstellung ist hier "intelligenter Lüfter" im "Normalmodus". Im Idle oder üblichen Niedriglastbereich lagen laut NAS-interner Anzeige dann meist 650 U/min an. 

Neben dem Normalmodus stehen noch ein Lautlos- und ein Leistungsmodus zur Verfügung, mit entsprechend anders abgestimmten Lüfterkurven bei höheren Temperaturen. Bei Niedriglast und niedriger Temperatur scheinen die 650 U/min des Lüfter aber der "Basiswert" für alle Modi zu sein. Der User kann alternativ noch über das Setzen von zwei Temperaturwerten einen eigenen Modus konfigurieren. Wem das noch nicht reicht, kann den Lüfter auch bei deaktiviertem "intelligenten Lüfter" per Schieberegler von 1 % (sehr leise, 500 U/min) bis hin zu 100 % (recht laut, 2.500 U/min) manuell einstellen.


QNAP hat mit dem TS-332X ein aus technischer Sicht sehr interessantes und attraktives NAS auf den Markt gebracht. Nicht nur die drei Bays heben es etwas aus dem Einheitsbrei üblicher NAS-Systeme heraus, auch seine weiteren Features und Ausstattungsmerkmale tragen dazu bei.

Mit der serienmäßigen 10-GbE-Schnittstelle und den vorhandenen drei Slots für M.2-SATA-SSDs liefert QNAP etwas, was beispielsweise Synology nicht einmal bei deutlich teureren NAS-Modellen liefern kann. Der als SoC verbaute Annapurna Labs AL-324 mag zwar nur ein ARM-Chip sein, aber abgesehen von der vielleicht geringeren Auswahl von nachinstallierbaren Drittanbieter-Paketen sind uns keine Nachteile aufgefallen. Uns hat eher die hohe Performance des Chips überrascht, wobei ein RAM-Upgrade bei unserer 2-GB-Version des TS-332X spätestens bei intensiverer Nutzung oder Verwendung des SSD-Caches nicht verkehrt wäre. Nach der Installation (nicht aktiven Nutzung!) mehrerer Pakete aus dem App Center sprang die RAM-Auslastung häufiger bereits auf 80 %. Dank dem vergleichsweise leicht erreichbaren SO-DIMM-Sockel für DDR4-Module ist ein RAM-Upgrade aber kein Problem. Bis zu 16 GB können verbaut werden.

Mit dem Platz für drei Festplatten hat das TS-332X den Vorteil, dass auf ihm RAID5 genutzt werden kann. Im Vergleich mit einem 2-Bay-NAS und RAID1 braucht es nur eine weitere Festplatte für die doppelte nutzbare Kapazität. Verglichen mit der sonst nächsthöheren Kategorie, den 4-Bay-NAS, fehlt dem TS-332X dann natürlich wieder ein Slot, von daher wird das TS-332X wohl am ehesten als interessante Alternative zu einem 2-Bay-NAS zu sehen sein. Dazu kommen noch die drei M.2-SATA-Slots, welche entweder als SSD-Cache oder im Rahmen von "Tiered Storage" zumindest indirekt auch als Volume genutzt werden können.

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Wo das TS-332X hingegen eine wenig überzeugende Figur macht, ist beim Thema Optik. Das matt-weiße Plastikgehäuse ist zwar ordentlich verarbeitet und hinreichend stabil, aber einen Design-Award gewinnt QNAP damit wohl nicht. Letztendlich muss man hier wohl QNAP dafür honorieren, dass der Preispunkt des TS-332X vergleichsweise niedrig liegt. Der Fokus auf Performance und Funktionsumfang ist sicher im Interesse (fast) aller User.

Von der Performance her kann das TS-332X sehr gute Werte zeigen. Mit 900 MB/s Lesen und fast 450 MB/s im Schreiben über die 10-GbE-Schnittstelle ist es für diese NAS-Klasse wirklich sehr gut aufgestellt. In Sachen Lautstärke und Leistungsaufnahme kann es ebenfalls ein gutes Bild abgeben.

Das Betriebssystem QTS wird von QNAP kontinuierlich weiterentwickelt und mit neuen Funktionen versorgt. So ist z.B. das Snapshot-Feature zu erwähnen, was mittlerweile einen ausgereiften Eindruck macht. Aber auch neue Features wie SSD-Overprovisioning zur SSD-Performance-Steigerung oder Klassiker, wie viele Backup- und Synchronisierungsfunktionen, sind positiv hervorzuheben. Hier und da leidet allerdings mittlerweile die Übersicht etwas innerhalb von QTS, da in manchen Bereichen durch die ganzen mit der Zeit dazugekommenen Features die Fenster entweder überfrachtet sind - oder insgesamt einfach gerade aus Einsteigersicht die Struktur fehlt. Aber mit der Zeit gewöhnt sich ein User auch daran und es ist auch positiv zu erwähnen, dass in der Oberfläche an sehr vielen Stellen kleine Buttons mit Hilfe- bzw. Erklärtexten untergebracht sind.

Traditionell der letzte Punkt unserer Betrachtung ist die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnis. Die Variante des TS-332X mit 2 GB an RAM kostet aktuell ca. 350 Euro. Markenintern wäre die TS-431X als 4-Bay-Modell eine Alternative, die ebenfalls SFP+, aber eine deutlich langsamere CPU bietet und 400 Euro kostet. Als 2-Bay-Alternative für 360 Euro käme die TS-253Be in Betracht, mit 10 GbE und SSD-Cache als Nachrüstoption und einem Quadcore-Intel-Celeron als CPU. 

Werfen wir ein Blick zum direkten Konkurrenten Synology sieht die Lage dort eher düster aus: Keines von den "günstigen" 4- bis 5-Bay-Modellen kann eine Nachrüstoption auf 10GbE oder separaten SSD-Cache anbieten, ebenso wie die Top-Modelle im 2-Bay-Sgement, DS718+ (ca. 420 Euro) oder DS218+ (ca. 320 Euro). Bei Synology besteht erst ab der DS1618+ (790 Euro) die Nachrüstoption von 10 GbE oder in Falle der älteren DS1817 (920 Euro) ist 10 GBase-T schon mit an Bord. Die Modelle von Synology haben andere Qualitäten, aber sind beim Thema 10 GbE im unteren NAS-Segment überhaupt nicht mit dabei. Da lohnt sich eher ein Blick zu Asustor, denn mit dem 2-Bay-Modell AS4002T (250 Euro, Link zu unserem Test) und der 4-Bay-Variante AS4004T (350 Euro) sind dort zwei Einstiegsmodelle mit 10 GBase-T im Portfolio.

Das QNAP TS-332X weist also insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis auf. Das Konzept mit drei Drive- und drei M.2-SATA-Slots samt 10 GbE über SFP+ spricht sicher nicht jeden an, hat aber seinen Reiz.



Positive Aspekte des QNAP TS-332X

Negative Aspekte des QNAP TS-332X

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar