Fünf Mesh-Systeme von ASUS, AVM, Devolo, Google und Netgear im Test

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Nachladende YouTube-Videos, schlechte Streaming-Qualitäten und einige andere Auswirkungen machen dem Smartphone- und Tablet-Nutzer eine schlechte WLAN-Abdeckung schnell deutlich - eine gute Abdeckung in den eigenen vier Wänden ist daher heute für viele Anwender eine elementare Voraussetzung - die Umsetzung ist aber nicht immer ganz einfach. Mesh-Systeme sollen Abdeckung und Geschwindigkeit verbessern. Wir haben uns fünf solcher Systeme etwas genauer angeschaut.

Das Prinzip eines Mesh-Netzwerkes ist weder neu, noch sonderlich kompliziert. Zwei oder mehr Endgeräte werden zu einem vermaschten Netz zusammengesetzt. Die Mesh-WLAN-Netzwerke für den Endkunden sollen sich selbständig aufbauen und konfigurieren. Mesh-Netze kommen auch in kabelgebundenen Netzwerkstrukturen zum Einsatz. Wir haben uns die Theorie hinter solchen Mesh-Systemen bereits angeschaut.

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Folgende fünf Systeme wollen wir uns nun anschauen und die Leistung miteinander vergleichen:

Gegenüberstellung der verschiedenen Systeme
Mesh-System dedizierte Backhaul-Verdindung Antennenkonfiguration Ethernet-Anschlüsse
ASUS Lyra Ja (WLAN: 867 MBit/s) 2x2 1x 1.000 MBit/s
AVM Mesh Nein (optional über PowerLine) 4x4 2x 1.000 MBit/s
Devolo Gigagate Ja (WLAN: 1.733 MBit/s) 4x4 4x 1.000 MBit/s
Google WiFi Nein (optional über Ethernet) 2x2 2x 1.000 MBit/s
Netgear Orbi Ja (WLAN: 1.733 oder 867 MBit/s) 4x4 oder 2x2 3x oder 4x 1.000 MBit/s

Es gibt also Unterschiede in vielen Bereichen. Die Antennenkonfiguration wirkt sich sowohl auf das WLAN für die Clients, als auch die eventuell vorhandene Backhaul-Verbindung aus. So manches Mesh-Systeme ermöglicht eine solche Verbindung auch per Ethernet, ein anderes verwendet eine Powerline-Verbindung. Wie groß die Unterschiede in der Praxis sind, schauen wir uns noch genauer an. Auch die Ausstattung der einzelnen Endpunkte ist unterschiedlich ausgelegt und kann so zur Entscheidung für das eine oder andere System beitragen. Nun aber wollen wir uns die einzelnen Systeme etwas genauer anschauen.

Allen Systemen gemein ist ein Lieferumfang, der es erlaubt, sofort loszulegen. Dazu gehören auch einige Ethernet-Kabel, damit das Mesh-System direkt mit dem heimischen Netzwerk verbunden werden kann. Schnellanleitungen liegen ebenfalls bei.


ASUS Lyra

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ASUS bietet inzwischen Netzwerkhardware in den verschiedensten Bereichen an: Gaming-Router, 10GBase-Ethernet-Switches sowie PCI-Express-Karten und nun eben auch WLAN-Hardware mit Mesh-Funktion. Das ASUS Lyra ist ein Tri-Band-WLAN-System, welches in einem Dreierpack mit drei WLAN-Knoten angeboten wird und etwa 420 Euro kostet.

Das Tri-Band-System basiert auf dem AC2200-Standard mit bietet darin theoretische Übertragungsraten von 400, 867 und noch einmal 867 MBit/s. ASUS verwendet ein 5-GHz-WLAN als Backhaul-Verbindung und kommt darin auf eine Übertragungsrate von 867 MBit/s. Das WLAN für Clients arbeitet im 2,4- und 5-GHz-Band – jeweils eine 2x2-Antennenkonfiguration ermöglicht auch die MIMO-Technologie für mehrere Datenstreams. Verschlüsselt werden alle Verbindungen via WPA2-PSK.

Die Hardware selbst ist in runden Pucks verpackt, die auf einen Durchmesser von 150 mm kommen. Die Dicke beträgt 50 mm und mittels zweier Öffnungen können die Pucks auch an Wand und Decke befestigt werden. Ansonsten stehen sie auf fünf Gummifüßen. Alle drei Pucks müssen über ein externes Netzteil mit Strom versorgt werden.

Für den Aufbau des Mesh-Netzwerks muss der primäre Puck per Ethernet-Kabel an das Netzwerk angeschlossen werden. Dieser primäre Puck ist durch die blaue Beschriftung an den Anschlüssen zu erkennen. An den Pucks selbst sind immer zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse vorhanden. Beim primären Gerät kann der zweite Anschluss zur Erweiterung des kabelgebundenen Netzwerkes genutzt werden. An den beiden anderen Pucks stehen die beiden Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung um entsprechende Clients per Ethernet-Kabal in das Netzwerk einzubinden. Der Aufbau des Mesh-Netzwerkes bzw. des Paring geschient vollautomatisch. Sollte dies nicht der Fall sein, befindet sich an der Seite der Pucks ein Taster, der gedrückt werden muss. Anschließend erfolgt ein erneuter Aufbau der Backhaul-Verbindung. Über einige LEDs unter der Abdeckung mit aufgedruckter Wabenstruktur informieren die Pucks über ihren Betriebszustand.

Für das bereitgestellte WLAN gibt es folgendes zu sagen: Das Lyra-System spannt ein WLAN mit einer SSID auf. Die Clients verbinden sich mit diesem einen WLAN und roamen durch das aufgespannte WLAN, je nachdem welcher Puck gerade die beste Leistung bereitstellt. In der Praxis konnten wir keine größeren Probleme damit feststellen. Allerdings scheint ASUS die Clients zu lange an den zuletzt verwendeten Puck zu binden, obwohl das WLAN-Signal eines anderen Pucks bereits stärker ist. Hier funktioniert das Roaming noch nicht ganz so wie gedacht.

Zentral gesteuert wird das ASUS Lyra durch eine App, die für iOS und Android zur Verfügung steht. Grundsätzlich ist aber auch keine Konfiguration notwendig, allerdings sollten die SSID und Passwörter geändert werden. Firmware-Updates erfolgen automatisch. Auf die WLAN- und Backhaul-Übertragungsraten gehen wir auf eine extra Seite genauer ein.

AVM Mesh

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AVM will mit FRITZ!OS 6.90 die Mesh-Funktionalität stärker in den Fokus rücken, wenngleich Mesh-Netzwerke hier schon zum Einsatz kommen – beispielsweise über das Powerline-Angebot von AVM.

Die FRITZ!Box ist für AVMs Mesh-Struktur die Zentrale. Sie stellt den Internetzugang her, ist eine WLAN-Basis und kann ein Mesh-Netzwerk aufbauen. Alle kompatiblen FRITZ!-Produkte (WLAN-Repeater, Powerline-Adapter) tauschen sich im Mesh untereinander aus und gleichen Einstellungen ab. Zu den neuen Funktionen von FRITZ!OS 6.90 zählt die neue Heimnetzübersicht mit einer Mesh-Verbindungsgrafik. Sie zeigt, über welches FRITZ!-Produkt und über welche Verbindungsqualität Smartphones, Notebooks etc. verbunden sind.

FRITZ!OS 6.90 wird schrittweise für folgende FRITZ!-Produkte veröffentlicht: FRITZ!Box 7590, 7580, 7560 und 7490; FRITZ!WLAN Repeater 1750E, 1160, 310 und 450E; FRITZ!Powerline 1260E, 1240E, 540E und 546E. Wir haben uns das AVM-Mesh im Zusammenspiel mit einer FRITZ!Box 7590 sowie einem FRITZ!WLAN Repeater 1750E und dem Powerline-Adapter FRITZ!Powerline 1240E angeschaut.

Wer sich über die FRITZ!Box 7590 ein genaueres Bild machen möchte, dem empfehlen wir unseren Test des Routers. Der ebenfalls von uns verwendete FRITZ!WLAN Repeater 1750E schaltet sich in das Powerline-Netzwerk ein, falls ein solches vorhanden ist. Ansonsten verwendet AVM hier das WLAN, um die Netzwerkverbindung auf diese Art und Weise sowie den Repeater als solches zu verstärken. Von diesem kann wiederum ein WLAN nach 802.11ac mit bis zu 1.300 MBit/s aufgebaut werden. Zusätzlich zur Verfügung steht ein Gigabit-Ethernet-Anschluss, um beispielsweise einen Drucker oder eine Spielekonsole daran anzuschließen. Gefunkt wird auch hier im 5- und 2,4-GHz-Band.

Der WLAN-Repeater ist aufgrund der innen verbauten Antennen nicht gerade kompakt und kann in jede beliebige Steckdose in Reichweite des WLANs oder Powerline-Netzwerk gesteckt werden. Die Abmessungen belaufen sich auf 76,5 x 155 x 62,6 mm.

Ebenfalls verwendet haben wir den FRITZ!Powerline 1240E, also nicht die allerneueste Version der Powerline-Adapter. Dennoch werden auch hier theoretische Verbindungsraten von 1.200 MBit/s über die Stromkabelinstallation versprochen. Zudem kann ein WLAN mit 300 MBit/s aufgebaut werden. Ein Gigabit-Ethernet-Anschluss ermöglicht die kabelgebundene Erweiterung des heimischen Netzwerkes. Der FRITZ!Powerline 1240E misst 67 x 114 x 27 mm und wird ebenfalls über die Steckdose direkt versorgt.

Das Mesh-System baut sich bei AVM ebenfalls automatisch zwischen der Netzwerk-Hardware auf, die über die entsprechende Software verfügt. Weitere Geräte können einfach eingebunden und so das Netzwerk auch nachträglich noch erweitert werden.

Anders als beim ASUS Lyra sprechen wir hier also von einem flexiblen System was die Wahl der Hardware betrifft. Daher ist auch der Vergleich im Preis nicht ganz einfach. Eine FRITZ!Box 7590 kostet 270 Euro, ein Kit aus zwei FRITZ!Powerline 1240E etwa 120 Euro. Damit liegen wir für diese Ausführung auf Niveau des ASUS Lyra.

Devolo Gigagate

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Devolo hat mit dem Gigagate ebenfalls ein Mesh-System im Programm, welches aber stärker als alle bisherigen Systeme einen Bridge-Charakter aufweist. Entsprechend spricht der Hersteller auch von einem Bridge-Setup, das mit einem Starterpaket bestehend aus zwei Geräten beginnt. Dieses Starterkit kostet etwa 215 Euro und kann durch weitere Endpunkte zu je 130 Euro erweitert werden. Bis zu acht weitere Endpunkte können in das Netzwerk eingebaut werden.

Die beiden Endpunkte bestehen aus zwei schwarzen Boxen mit empfindlicher schwarzer Lackoberfläche, die Schmutz und Fingerabdrücke geradezu anzieht. Dies ist nicht die beste Wahl für Hardware, die irgendwo aufgestellt wird und dann ständig vom Staub befreit werden muss, um nicht entsprechend auszusehen. Ein anderes Oberflächendesign hätte hier sicherlich geholfen. Daneben erfolgt die Stromversorgung beider Geräte über ein externes Netzteil. Ein ausklappbarer Standfuß ermöglicht das Aufstellen oder aber die beiden Boxen werden einfach auf die Seite gelegt. Wie auch beim ASUS Lyra gibt es zwei Ausführungen der Hardware, eine, die als primärer Eintrittspunkt auch mit dem Netzwerk verbunden wird und eine, die am Endpunkt, dort wo das WLAN und Ethernet benötigt werden, aufgestellt wird.

Am primären Eintrittspunkt wird die Verbindung zum bestehenden Netzwerk via Ethernet hergestellt. Ein zweiter Gigabit-Ethernet-Anschluss ermöglicht bereits an dieser Stelle die kabelgebundene Erweiterung. Über eine 4x4-Antennenkonfiguration wird ein 5-GHz-WLAN aufgespannt, welches die Verbindung zum jeweiligen Endpunkt herstellt. Die theoretische Datenübertragungsrate wird von Devolo mit 2.000 MBit/s angegeben, es dürften aber nicht mehr als 1.733 MBit/s sein. In der Praxis dürfte dies jedoch keinen großen Unterschied machen. Dazu aber später mehr.

Am Endpunkt des Devolo Gigagate stehen vier Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung, um Clients entsprechend mit einem Ethernet-Kabel zu verbinden. Die Endpunkte dienen aber auch als WLAN-AP und spannen ein 5- und 2,4-GHz-WLAN mit theoretischen Datenübertragungsraten von 1.733 bzw. 300 MBit/s auf. Natürlich kann das WLAN verschlüsselt werden.

Der Verbindungsaufbau erfolgt auch hier vollautomatisch. Geht die Verbindung aber mal verloren, genügt ein Tastendruck auf der Bridge und den Endpunkten und diese wird erneut aufgebaut. Eine weitere Konfiguration ist auch hier nicht notwendig. Sollen SSID und Passwort aber geändert werden, kann dies über den Browser und ein Einloggen auf die Hardware geschehen.

Google Wifi

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Auch Google versucht sich immer wieder an Hardware, die wir sonst eigentlich nur von anderen Herstellern kennen. Dabei tut sich Google immer wieder mit einem schlichten Design und guter Software hervor. Mit Google Wifi stellt man ebenfalls ein Mesh-System vor, welches die WLAN-Abdeckung verbessern soll. Das Kit aus zwei Pucks kostet dabei 249 Euro, einzeln sind die Pucks auch für 139 Euro zu haben und das Dreierpack bringt es auf 359 Euro. Damit ist Google Wifi das günstigste System im Test.

Ein Puck des Google-Wifi-Systems misst 106 mm im Durchmesser und ist fast 70 mm hoch. Damit unterscheiden sie sich maßgeblich vom ASUS Lyra, die flacher, aber auch größer im Durchmesser sind. Die Pucks des Google Wifi lassen sich aber nicht an Wand und Decke befestigen. Das Mesh-Netzwerk wird im Falle von Google Wifi über das normale WLAN aufgebaut. Dieses funkt im 5- und 2,4-GHz-Band und bringt es auf theoretische Übertragungsraten von 1.733 bzw. 300 MBit/s. Natürlich kann das WLAN auch verschlüsselt werden und es wird eine einzige SSID erstellt, durch die die Clients roamen können. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil mit USB-C-Anschluss. Das Mesh-Netzwerk lässt sich aber auch über eine dedizierte Backhaul-Verbindung einrichten. Dazu müssen die Wifi-Zugangspunkte mit einem Ethernet-Kabel verbunden werden. Besteht die Möglichkeit ein Ethernet-Kabel zu verwenden, kann der Nutzer aber auch auf dedizierte APs zurückgreifen.

Für eine kabelbasierte Verbindung bietet ein Google Wifi-Zugangspunkt zwei Gigabit Ethernet-Anschlüsse. Einer wird dabei aber beim primären Zugangspunkt als WAN-Anschluss verwendet. Auf den zusätzlichen Wifi-Zugangspunkten agieren beide als normale LAN-Ports.

Für den Aufbau des Mesh-Netzwerkes ist auch hier keinerlei Konfiguration erforderlich. Eine LED-Leiste informiert über den Zustand des Netzwerks. Google bietet eine App für iOS und Android an, welche die Konfiguration per Bluetooth ermöglicht und zudem das Netzwerk überwachen lässt.

Netgear Orbi

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Netgear hat mit dem Orbi-System bereits ein erweiterteres System vorgestellt, welches sich hinsichtlich der Größe und dem Einsatzgebiet in gewisser Weise anpassen lässt. Den Anfang machte das Netgear Orbi RBK50 mit der höchsten Geschwindigkeit und den meisten Anschlussoptionen. Im Frühjahr haben wir uns auch die Systeme RBK40 und RBK30 angeschaut. Um eine einfache Vergleichsmöglichkeit zu haben, wollen wir eine Tabelle verwenden, um die Übersicht nicht zu verlieren.

Die technischen Daten der Orbi-Systeme
Modell RBK50 RBK40 RBK30
kombinierte WLAN-Geschwindigkeit 3.000 MBit/s (1733 + 866 + 400 MBit/s) 2.200 MBit/s (866 + 866 + 400 MBit/s) 2.200 MBit/s (866 + 866 + 400 MBit/s)
Abdeckung 350 m² 250 m² 200 m²
Backhaul 4x4 (1,7 GBit/s) 2x2 (867 MBit/s) 2x2 (867 MBit/s)
Antennen 6 4 4
MU-MIMO Ja Ja Ja
Beamforming Ja Ja Ja
Ethernet (Router) 3x LAN
1x WAN
3x LAN
1x WAN
3x LAN
1x WAN
Ethernet (Satellit) 4x LAN 4x LAN Nein
USB 1x USB 2.0 Nein Nein
Speicher 4 GB Flash
512 MB RAM
4 GB Flash
512 MB RAM
4GB Flash und 512MB RAM

Hinsichtlich das WLANs und der angebotenen Anschlüsse ist das Orbi-System mit den anderen vergleichbar. Auf die Details der Hardware und Einrichtung sind wir in den Tests bereits genauer eingegangen.

Netgear war eines der ersten Unternehmen, das eine Mesh-Infrastruktur für das heimische WLAN als Ausbauoption sah und so auch umsetzte. Zudem legte man Wert auf eine möglichst schnelle Verbindung, was die ersten Tests bereits beweisen konnten. Mit den nachfolgenden Produkten erweiterte man dann die Produktpalette um sinnvolle Hardware-Alternativen, die weniger groß als das erste Orbi-System waren oder sich bequem in der Steckdose betreiben lassen.

Zur Optik noch ein paar Worte: Gerade das RBK50 ist mit seinem großen Router und den ebenso großen Satelliten nichts, was man sich mal soeben in das Regal stellt – verstecken lässt es sich schon gar nicht. Dies wurde mit dem RBK40 und RBK30 besser, wenngleich hier dann Abstriche bei der Leistung gemacht werden müssen. Wir haben alle Tests mit dem RBK50 gemacht.

Zur IFA 2017 stellt Netgear das Orbi Pro vor. Laut Hersteller könne ein kleines Unternehmen das WLAN-Netz so aufbauen, dass ein Band rein für administrative Aufgaben verwendet wird, während ein zweites Band für den Traffic der Mitarbeiter dienlich ist. Für den Gäste- oder Kundenbereich kann dann schließlich das dritte und letzte Band eingesetzt werden, ohne dass die Gäste oder Kunden Zugriff auf eines der anderen beiden Bänder erhalten. Dadurch stünden drei verschiedene SSIDs zur Verfügung. Diese Trennung gibt es bei den bisherigen Systemen nicht. Außerdem soll die Abdeckung des Orbi Pro noch einmal deutlich größer sein. Sollte das Unternehmen wachsen, lassen sich bis zu zwei weitere Satelliten koppeln, sodass die WLAN-Abdeckung bis auf 800 m² anwächst.


Für die Messungen der WLAN-Geschwindigkeiten haben wir die PCI-Express-Karte ASUS PCE-AC88 verwendet. Diese erreicht Datenraten von 2.100 MBit/s im 5-GHz-Band und 1.000 MBit/s im 2,4-GHz-Band. Damit können wir die Mesh-Systeme an ihre Grenzen bringen. Neben den WLAN-Messungen haben wir für die Messung der Geschwindigkeit der Backhaul-Verbindungen auf beiden Seiten ein System per Ethernet angebunden.

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Kommen wir nun zu den Messungen der Geschwindigkeiten:

Backhaul-Verbindung - Ethernet zu Ethernet

Abstand: 5 m

744 XX


540 XX


486 XX


465 XX


MBit/s
Mehr ist besser

Backhaul-Verbindung - Ethernet zu Ethernet

Freiluft: 15 m

317 XX


246 XX


227 XX


140 XX


MBit/s
Mehr ist besser

Zwar bauen alle Mesh-Systeme in unserem Test ihre Backhaul-Verbindung per WLAN auf, die maximale Leistung erreichen sie aber, wenn die Daten dann nicht per WLAN zu den Clients übertragen, sondern per Ethernet weitergegeben werden – alle Mesh-Systeme ermöglichen das Anschließen von Hardware per Ethernet. Demzufolge die schnellste Verbindung baut das Netgear-Orbi-System auf. Auf kurzem Abstand kann ein solches System fast schon ein verlegtes Ethernet-Kabel ersetzen. Mit zunehmenden Abstand, sinkt natürlich auch die Datenübertragungsrate.

Die übrigen Systeme platzieren sich teilweise mit deutlichem Abstand hinter dem Netgear Orbi. Solche Lösungen sollen und können aber auch nur eine Notfalllösung sein, wenn keine Verlegung eines Ethernet-Kabels möglich ist. Insofern sind wir mit den Ergebnissen ganz zufrieden und auch die Verbindung in ein Nachbarhaus lässt mal im Notfall aufbauen.

2,4-GHz-Band - 1 IP-Stream

Nachbarraum (5 m)

185 XX


184 XX


172 XX


112 XX


MBit/s
Mehr ist besser

5-GHz-Band - 1 IP-Stream

Nachbarraum (5 m)

467 XX


384 XX


314 XX


255 XX


MBit/s
Mehr ist besser

5-GHz-Band - 7 IP-Streams

Nachbarraum (5 m)

558 XX


540 XX


428 XX


408 XX


MBit/s
Mehr ist besser

Soll ganz auf die WLAN-Verbindung der Endknoten vertraut werden, sehe wir hier höchst unterschiedliche Ergebnisse. Im 2,4-GHz-Band liegen die Systeme noch recht dicht beisammen, auch wenn es bereits hier kleinere Unterschiede gibt.

Erst unter Verwendung des 5-GHz-Netzes werden die Unterschiede größer. Mit am schnellsten ist wieder das Netgear Orbi. Offenbar hat der Hersteller eine gute Kombination aus Hardware (Antennenkonfiguration etc.) und Software geschaffen, die eine optimale Leistung abrufen kann. Die Datenraten nehmen natürlich bei größerem Abstand auch hier ab. Hindernisse wie Mauern und Decken verschlechtern das Signal ebenfalls. Je nach Bausubstanz ist dieser Effekt aber unterschiedlich groß und lässt sich kaum abschätzen.

5-GHz-Band - 1 IP-Stream

über drei Etagen

145 XX


115 XX


87 XX


41 XX


MBit/s
Mehr ist besser

5-GHz-Band - 7 IP-Streams

über drei Etagen

163 XX


148 XX


107 XX


41 XX


MBit/s
Mehr ist besser

Wir haben die Mesh-Systeme auch einmal in Extrembedingungen getestet, wie sie in der Praxis aber sicherlich immer wieder vorkommen. Dazu haben wir jeweils einen der Endpunkte auf drei Etagen verteilt und damit diesen immer wieder schwierigen Etagenwechsel für das Netzwerk bzw. WLAN dargestellt.

Die Ergebnisse fallen hier in etwa vergleichbar mit den bisherigen Tests aus. Allerdings mussten wir bei den Tests deutlich mehr Durchläufe machen um den Durchschnittswert ermitteln, denn die Ergebnisse der Messungen schwankten stärker als bei den Tests mit geringerem Abstand. Zudem steigt die Übertragungsrate bei mehreren IP-Streams nicht mehr so stark an. Da zwei Systeme eine komplette Etage komplett ohne Zwischenendpunkt überbrücken mussten, brechen die Werte für Google Wifi und das Devolo Gigagate stark ein.

Backhaul-Verbindung

Freiluft

m
Mehr ist besser

Wir haben uns auch angeschaut, wie große Strecke die Strecke ist, die wir in der Freiluft mit den einzelnen Systemen überbrücken können. Einsatzzweck ist hier vielleicht die Versorgung der Gartenlaube oder eines Nachbarn, wenn das Internet dort einmal ausgefallen ist. Als Schwelle haben wir dazu eine Übertragungsgeschwindigkeit von 100 MBit/s gewählt und uns angeschaut, wie weit wir zwei Endpunkte voneinander entfernen können.


Mesh-Systeme sind keine neue Erscheinung. Genau genommen verwenden einige Hersteller eine solche Netzwerk-Topologie schon seit geraumer Zeit. Allerdings scheint der Bedarf nach guter und schneller WLAN-Abdeckung der Problematik etwas mehr Aufmerksamkeit zu geben, sodass über die letzten Monate immer mehr solcher Systeme erschienen sind.

Das Versprechen von Mesh-Systemen ist vor allem die einfache Installation und Inbetriebnahme. Dies können wir für alle von uns getesteten Systeme bestätigen. Natürlich sollte man die Endpunkte eines Mesh-Systems zunächst nicht an den komplett gegenüberliegenden Bereichen der Wohnung oder des Hauses aufstellen und dann davon ausgehen, dass die Verbindung sich problemlos aufbauen lässt. Stattdessen empfehlen wir ein Anlernen in direkter Nähe und dann können die Endpunkte dort verteilt werden, wo man dies für sinnvoll hält. Bricht die Verbindung ab, muss das Mesh wieder etwas dichter zusammengezogen werden.

Weiterhin versprechen Mesh-Systeme eine einfache Erweiterbarkeit. Die Hersteller nennen dazu folgende Zahlen:

Selbst ein großes Haus mit 200 Quadratmetern soll sich laut Empfehlung der meisten Anbieter mit drei Endpunkten abdecken lassen. Dennoch stellt sich die Frage wie flexibel das jeweilige Mesh ist. ASUS ermöglicht den Ausbau des Lyra-Systems auf fünf Endpunkte, drei befinden sich bereits im Starterpaket. AVM sagt, es gäbe keinerlei Einschränkung für die Anzahl der Mesh-Geräte.

Devolo nennt für das Gigagate bis zu acht Endpunkte, die zusammengefasst werden können. Ist die Reichweite ausreichend, sollte die Anzahl der Endpunkte auch ausreichend sein. Gleiches gilt für Google Wifi mit der maximalen Anzahl von sechs. Netgear bietet mit einem Router und drei Satelliten ebenfalls ausreichend Spielraum, auch wenn die theoretische Anzahl der Mesh-Punkte am geringsten ist - dafür wird reichlich Leistung geboten. Ausbaufähig sind also alle Systeme.

Die Leistung entscheidet

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Letztendlich wird es also darauf ankommen, welches System die beste WLAN-Leistung bei möglichst hoher Reichweite bietet. Hier sehen wir einen klaren Sieger. Das Netgear-Orbi-System bietet die beste WLAN-Leistung und zeigt auch in der Backhaul-Verbindung die beste Leistung. Beides hat in gewisser Weise auch miteinander zu tun. Ein Orbi-System lässt sich auch als Ethernet-Ersatz verwenden – wenn denn das Verlegen eines Kabels einfach nicht möglich ist.

Aber nicht nur die Backhaul-Verbindung ist bei Netgear schnell, auch die WLAN-Leistung an den Endpunkten kann überzeugen. Im 2,4-GHz-Band liegen die Systeme allesamt noch recht dicht beisammen. Im 5-GHz-Band werden die Unterschiede dann schon deutlicher und das vor allem, wenn mehrere Datenstreams gleichzeitig durch das Mesh wandern. Direkt hinter Netgear zeigt das AVM-System eine sehr gute Leistung.

Dies soll aber nicht bedeuten, dass die übrigen Systeme langsam oder gar unbrauchbar sind. Googles Wifi bietet ebenfalls gute Übertragungsraten, gleiches gilt für ASUS und Devolo, auch wenn man hier etwas hinterherhinkt. Wir sprechen aber noch immer von guten Übertragungsraten, die in den meisten Fällen mehr als ausreichend sind.

Einfacher Aufbau

Für alle Systeme gilt: Der Aufbau ist sehr einfach und bot in unseren Tests keinerlei Hürden. Wer Angst vor einer Konfigurationsorgie hat, muss sich nicht fürchten – es ist noch nicht einmal eine Software notwenig, wohl aber empfehlenswert, denn SSID und Kennwort sollten geändert werden. Zusätzlich bieten einige Hersteller per Software oder App (die dann auf Einstellungen des Mesh zurückgreift) die Möglichkeit, Gastzugänge einzurichten, den Datentraffic bis zu einem bestimmten Level zu überwachen oder bestimmte Geräte auszusperren.

Fazit

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Testsieger ist in unseren Augen des Netgear Orbi, auch weil es die notwendige Flexibilität im Zusammenspiel mit einer üppigen Leistung bietet - dafür verleihen wir unseren Excellent-Hardware-Award. Das AVM-Mesh hat den Vorteil, dass sich ein WLAN- und Powerline-Mesh zusammenführen lassen, was ein Mesh-System noch engmaschiger aufbauen lässt.

Noch einmal: Google, ASUS und Devolo bieten keine schlechten Lösungen, aus verschiedenen Gründen stellt sich aber kein vollends überzeugendes Gesamtbild ein. Dafür aber bietet Google kompakte und schicke Zugangspunkte, während sich diese von ASUS auch an Wand und Decke befestigen lassen.

eh netgear orbi