Test: WD My Cloud EX2100

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WDMyCloudEX2100 TeaserNachdem Western Digital auf der diesjährigen CeBIT die neuen Boliden der hauseigenen NAS-Reihe My Cloud Expert vorgestellt hat, freuen wir uns hier den Test des EX2100 präsentieren zu können. Der Hersteller bringt mit dem My Cloud EX2100 nun einen weiteren Kandidaten auf den Markt, der sich dem Segment der "Prosumer" (professionelle Consumer) widmet. Die Modelle der neuen EX2100-Reihe sind in Varianten von 4, 8 und 12 Terabyte erhältlich, eine Leerversion gibt es ebenfalls. Bei dem hier getesteten Exemplar handelt es sich um das WDBWAZ0080JBK, also die 8-TB-Auskopplung. Wir haben uns das NAS im Detail angeschaut, die Performance begutachtet und natürlich auch den Stromverbrauch sowie die Geräuschentwicklung festgehalten.

Alle Ausführungen der "My Cloud"-Serie sind mit den hauseigenen Red-Festplatten (2x 2/3/4/5/6 TB) ausgestattet und damit ein Garant für einen leisen, verbrauchsarmen Betrieb. Im Gegensatz zu den vielfältigen RAID-Betriebsmodi des WD My Cloud EX4 stehen hier natürlich nur die 2-HDD-Level zur Verfügung. Dies sollte der allgemeinen Performance und dem Funktionsumfang jedoch keinesfalls hinderlich sein, was wir uns auf den nächsten Seiten anschauen werden.

In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten Eckdaten des EX2100 zusammengefasst:

Hersteller Western Digital
Modellreihe My Cloud Expert EX2100
Modellbezeichnung WDBWAZ0080JBK
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis 633 € (8 TB)
Homepage WD.com
Technische Daten  
Netzwerk 2x 1 Gigabit
USB-Ports 2x USB 3.0 (vorne/hinten)
HDD-Slots 2x SATA (6 Gbit/s)
RAID-Level 0, 1, JBOD, Spanning
Lüfter 1x 70 mm
Gewicht 0,8 kg Leergewicht
Abmessungen

216,1 x 108,6 x 147,8 mm

   
Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang My Cloud EX2100, Netzwerkkabel, Netzteil, Kurzanleitung, Smartware Pro (10 Lizenzen)

Auf den folgenden Seiten sehen wir uns das My Cloud EX2100 inklusive Konfigurationsmenü und Benutzerführung näher an, gefolgt von einem Strom-, Lautstärke- und Performance-Check. 


Im Inneren des robusten Metall-Chassis des My Cloud EX2100 werkelt eine eingebettete Marvell Armada 385 Dual-Core-CPU mit einer Taktfrequenz von 1,3 GHz und 1 MB L2-Cache, der insgesamt weitere 1.024 MB an DDR3-Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Beim größeren Bruder, dem EX4100 ist es hingegen der 388er-Armada (1,6 GHz, 2 GB RAM). Es handelt sich dabei um ein SoC-Design (System on a Chip). Ein Rückgriff auf zusätzlich verbaute Chipsätze wie bei den Consumer-NAS EX2100/4100 ist hier nicht nötig, da die neuere Marvell-Generation sowohl Gigabit-Ethernet als auch USB 3.0 zu bieten hat. Jeweils ein USB-3.0-Port ist an Front- und Rückseite für externe Datenträger zu finden. Die beiden Gigabit-Ports befinden sich ebenfalls an der Rückseite. Je nach Benutzerwunsch können sie im Aggregation- oder Failover-Mode betrieben werden. Strom erhält das NAS von einem externen Netzteil. Die HDD-Slots hat Western Digital erneut "schraubenlos" konzipiert, sodass sich die Festplatten sehr einfach austauschen lassen. Die Schraubfedern der beiden Slots sind dabei sehr robust dimensioniert. Die SATA-Ports im Inneren laufen mit der neuen Spezifikation (6 Gbits/s), sodass auch schnelle SSDs eingesetzt werden könnten.

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Wer sich einen der ab Werk mit HDD bestückten Boliden gönnt, wird zusätzlich mit einer um 1 Jahr erhöhten Garantie (3 Jahre) im Gegensatz zu den 2 Jahren der Leerversion belohnt. Ansonsten sind sowohl EX2100 als auch EX4100 identisch ausgestattet. Das EX2100 wird aktiv durch einen an der Rückseite verbauten 70-mm-Lüfter gekühlt. Auf Seite der Hardware sei noch erwähnt, dass an der Front ein kleiner Instant-Copy-Button unterhalb des Power-Tasters angebracht ist, der für eine sofortige Kopie von extern angeschlossenen USB-Datenträgern, Speicherkarten oder auch Kameras sorgen kann.


Kurz nach Betätigen des kleinen Power-Tasters an der Front wird der Bootup-Vorgang initiiert und gleichzeitig lautstark begleitet. Das rund 59 dBA laute Startkonzert dauert rund eine Minute, bis der Lüfter dann in den normalen Betriebsmodus wechselt und mitsamt der Festplatten mit leiseren 36,8 dbA vor sich hin werkelt. Dieses Prozedere wiederholt sich leider auch bei jedem Neustart des EX2100. Zur Konfiguration des My Cloud Ex2100 genügt die Anwahl von "wdmycloudex2100" in einem beliebigen Browser. Dort beginnt die Ersteinrichtung mit einem mehrsprachigen Assistenten, der durch die ersten Schritte führt. Diese Inbetriebnahme ist auch per WLAN möglich, sofern sich die Geräte im gleichen Netz befinden. Das Webmenü ist im bekannten Dashboard-Style der vorherigen NAS-Boxen von WD gestaltet und gibt die wesentlichen Informationen (freie Kapazität, Diagnose, Netzwerk-Aktivität, verbundene Geräte/Benutzer und Apps) auf Anhieb wieder. Nach Einrichtung des Administrator-Zugangs kann man auch direkt loslegen, da Western Digital das EX2100 ab Werk bereits mit fertigem RAID1 (ohne Verschlüsselung) ausliefert.

Als erstes haben wir die Firmware auf 1.06.127 angehoben. Mitteilungen über etwaig vorhandene Updates oder ähnliche Systemmeldungen/Warnungen werden dabei in der oberen Menüleiste angezeigt. Dort kann man auf Anhieb auch Details zu den externen Laufwerken sehen. Insgesamt eine sehr praktische Kurzansicht. Im Rahmes des Mehrbenutzerbetriebs lassen sich einzelne User sowie Gruppen anlegen, denen unterschiedliche Zugriffsrechte auf die Ordnerstrukturen gewährt werden können, ebenso wie sich Kontingente aktivieren lassen. Allen Freigabe-Ordnern kann eine optionale Beschreibung gegeben werden, was die Datenablage erleichtert. Sobald Inhalte auf das EX2100 geladen wurden, werden diese automatisch klassifiziert und innerhalb der Kapazitätsanzeige mit MB-Größe als Filme/Fotos/Musik und Andere dargestellt.

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Um die verbauten Festplatten einzurichten, genügt die Anwahl des "Speicher"-Symbols. Dort lassen sich die HDDs dann in die RAID-Modi 0/1 und JBOD bzw. Spanning setzen bzw. zwischen einzelnen Modi wechseln oder diese erweitern. Aufgrund der zwei HDD-Slots sind Erweiterungs- und Wechsel-Szenarien natürlich nur sehr eingeschränkt. Vor Beginn der eigentlichen Allokation wird auf den Platten ein verbindlicher Selbsttest im Schnellverfahren durchgeführt, der rund zwei Minuten dauert. Die Repartitionierung/Formatierung erlaubt keinerlei Abkürzungen, die einzige Benutzeroption besteht in der Aktivierung/Deaktivierung der Verschlüsselung.

Die benötigte Einrichtungszeit der jeweiligen RAID-Level haben wir in der folgenden Grafik festgehalten:

Western Digital My Cloud EX2100

Einrichtungszeit

m
Weniger ist besser

Die Einrichtungszeiten sind nicht unbedingt sehr schnell, angesichts des einmaligen Aufwands jedoch erträglich. Auffällig ist erneut, dass die JBOD-Einrichtung bei Auswahl beider Platten nicht parallel durchgeführt wird, sondern sequentiell. Daher dauert dieses Setup mit aktivierter Verschlüsselung am längsten. Die Verschlüsselung basiert dabei immer auf dem gesamten Volume.


Nachdem das physische Subsystem durch Einrichtung des RAID abgeschlossen ist, steht der Speicherplatz in Form eines Volumes zur Verfügung. Bei zwei unabhängigen HDDs, die nicht per Spanning verbunden wurden, stehen entsprechend zwei Volumes zur Verfügung. Darauf können über den Menüpunkt „Freigaben“ im nächsten Schritt Freigabe-Ordner erstellt. Hierbei muss das Ziel-Volume ausgewählt werden, zwingend ist außerdem ein Name. Eine detaillierende Beschreibung sowie ein aktivierter Papierkorb sind optional. Abgesehen vom Ziel-Volume und Namen lassen sich alle anderen Parameter (Zugriffswege wie bspw. FTP, Media-Services) nachträglich noch ändern. Bei Bedarf lassen sich iSCSI-Targets und virtuelle Volumes ebenfalls einrichten, ab Werk sind beide Optionen jedoch abgeschaltet.

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Wird eine Freigabe als „Öffentlich“ eingerichtet, können darauf keinerlei individuelle Benutzerrechte vergeben werden, da alle Nutzer per Definition Zugriff haben. Ansonsten kommt bei sämtlichen Freigaben das bekannte Benutzergruppen-Zugriffskonzept zum Einsatz. Gruppen und Benutzer lassen sich unter dem Menüpunkt „Benutzer“ einrichten, wobei an der oberen Ecke ein kleiner Umschalter zwischen Benutzer bzw. Gruppen wechselt. Beiden kann bei der Erstanlage ein Speicherplatzkontingent zugewiesen werden. Neben des eigentlichen Benutzernamens können optional Vor- und Zuname sowie eine E-Mail-Adresse gespeichert werden.

Angeschlossene USB-Datenträger werden automatisch in ihren ursprünglichen Formatierung bzw. Ordnerstruktur eingebunden und stehen als Freigabe mit aktiviertem FTP/WebDAV- und NFS-Zugriff sowie Medien-Streaming zur Verfügung. Je nach angeschlossenem Datenträger gilt es nur sicherzustellen, dass dieser genügend Strom für seinen Betrieb erhält. In Falle der testweise angeschlossenen Constellation ES.3 musste die externe Stromversorgung des USB-3.0-Adapters einspringen, während 2,5''-HDDs in externen Wechselrahmen genauso wie USB-Sticks problemlos betrieben werden konnten. Bei der Erkennung der Devices als USB 2.0 bzw. USB 3.0 gab es ebenfalls keine Probleme. Der gemessenen USB-Performance widmen wir uns später im Benchmark-Bereich.


Wie der Name bereits bewirbt, bietet das My Cloud EX2100 auch cloud-basierte Funktionalitäten für unterwegs an. Für den alltäglichen Betrieb ist dafür kein eigener DynDNS-Account notwendig, Western Digital bietet dies unter WDMyCloud.com selbst an. Um das EX2100 in die Cloud zu bringen sind nur wenige Schritte nötig, alle erreichbar unter dem Menüpunkt „Cloud". Praktisch ist dabei auch die direkte Dashboard-Integration.

Jedem lokalen Benutzer muss ein WDMyCloud.com-Anmeldename bzw. E-Mail-Adresse zugewiesen werden. Im Anschluss kann für die jeweiligen Nutzer ein individueller Aktivierungscode generiert werden, den man in den WD-Apps eintragen muss. Dort wird dann automatisch das My Cloud EX2100 als Gerät hinzugefügt. Parallel dazu muss die verwendete E-Mail-Adresse für den Login einmalig verifiziert werden. Auf WDs Cloud-Homepage kann dann weitere Software für Desktop- bzw. Mobilgeräte heruntergeladen werden (u.a. Setup, SmartWare, QuickView, MyCloud, Photos).

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Wurde der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, listet das EX2100 den Namen des autorisierten Geräts auf. Dieses Vorgehen ist an sich nicht neu, denn Western Digital benutzt es bereits seit Veröffentlichung der „MyBook Live“-Serie. Wir haben den Vorgang testweise auf einem iPad 3 ausprobiert und hatten weder bei der Einrichtung noch der Nutzung irgendwelche Schwierigkeiten.


Grundsätzliche Funktionen bzw. Dienste wie SMB2, AFP, NFS, WebDAV, LLTD, SNMP, SSH und DynDNS sind unter "Einstellungen" -> "Netzwerk" zu finden. Dort befinden sich ebenfalls die IP-Parameter, Frame-Größe und Portweiterleitung. Aufgrund der zwei Ethernet-Ports sind insgesamt vier IP-Konfigurationsfelder (IPv4/6) vorzufinden, die unabhängig voneinander gesetzt werden können. Zu guter Letzt ermöglicht das EX2100 auch Portweiterleitungen und Anschluss an ein optionales Active Directory. Wer im Besitz einer Digitalkamera ist, kann das EX2100 zur automatischen Datensicherung bei Anschluss der Kamera konfigurieren. WD bietet neben des Kopiermodus auch den Verschiebemodus an.

Was die Auslieferung per Steaming von gespeicherten Multimediadaten betrifft ("Einstellungen"->"Medien"), so bietet das EX 2100 einen DLNA-Server (Twonkymedia-Server in der Version 7.2.9-1) und iTunes. Beide verfügen über eine Datenbank-Funktion zur Analyse der gespeicherten Daten, die sich manuell anstoßen lässt. Zur Anzeige kompatibler DLNA-Player im Netzwerk hat Western Digital einen gesonderten Link im Menü eingesetzt. Bei Nutzung der Public-Standardfreigabe findet die Aktualisierung von Twonky automatisch statt und die kompatiblen Medien werden hinzugefügt.

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Exemplarisch haben wir einige Bild- (BMP, JPEG, PNG, GIF) sowie Film- (AVI, MPEG, MKV, MOV, TS, M2TS, WMV, MP4, FLV) und Musikdateien (FLAC, MP3) auf eine Testfreigabe mit aktiviertem Media-Streaming des EX 2100 gespielt. Twonky erkannte unmittelbar nach dem Transfer alle Dateien und klassifizierte sie korrekt in Musik, Bild und Video. Für den praktischen Streaming-Test haben wir einen WD TV Live Hub per Netzwerkkabel angeschlossen und auch ein iPad (3. Generation, iOS8) per WLAN (VLC als Client-App). Zusätzlich wurde auch noch ein lokaler PC per VLC versorgt. Bei der Auslieferfähigkeit des Twonky-Media-Servers gab es keinerlei Aussetzer, die Abspielfähigkeit der Inhalte hängt vielmehr mit den verwendeten Clients zusammen.

Parallel dazu kann der integrierte iTunes-Server aktiviert werden. Dieser kann sich wahlweise auf das Stammverzeichnis oder auf einem speziellen Ordner beziehen. Neben Vergabe eines optionalen Passwortes kann das Aktualisierungs-Intervall (inaktiv, 5 Minuten bis 1 Tag) festgelegt werden. Als besonderes Feature bietet das My Cloud EX 2100 noch die Möglichkeit, vorhandene ISO-Abbilder einzubinden und so im Netzwerk als Freigabe zur Verfügung zu stellen. Die Option findet sich unter Einstellungen -> Hilfsprogramme. Sofern es sich dabei um DVDs handelt, ist damit automatisch die Verteilung per Twonky möglich.


Um den Zustand des EX2100 überprüfen zu können, sind unter Einstellungen->Hilfsprogramme einige Diagnose-Optionen integriert. Neben einer schnellen oder vollständigen Datenträgerprüfung kann das System auch als Ganzes geprüft werden. Dort befindet sich ebenfalls das ISO-Mounting zur Einbindung von Images. Die Prüfroutinen der Systemprüfung beziehen sich jedoch nur auf sehr rudimentäre Checks wie Systemuhr, Laufwerke, Speicher, Temperatur und Lüfter. Hier werden ausschließlich "Häkchen" angezeigt, nicht aber konkrete Ergebnisse. Hier ist die erweiterte Protokollierung von Systemereignissen etwas hilfreicher.

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Zur Erstellung von Backups bietet sich das My Cloud EX2100 über die bekannte SmartWare-Software als Ziel an, sodass die jeweiligen Client-PCs einfach gesichert werden können. Western Digital bietet dem Käufer hier eine Lizenz für bis zu zehn Arbeitsplätze. Zur Sicherung der Daten, die sich bereits auf dem EX2100 befinden, kann wahlweise eine extern angeschlossene USB-Festplatte, ein anderes WD-NAS, die Cloud oder interne Volumes herhalten. Als Ziel für Apples Time Maschine kann der Bolide ebenfalls eingesetzt werden. Bei internen Sicherungen (bspw. von einem RAID0-Volume auf ein RAID1 oder JBOD) können Ordner angegeben werden, die dann optional nach Zeitplan gesichert werden. Der Benutzer ist jedoch selbst dafür verantwortlich, dass die Ordner auch auf verschiedenen Volumes mit physisch getrennten HDDs liegen.

Unter „Apps“ versteht Western Digital die Bereitstellung von http/ftp und P2P-Downloadern und einem gesonderten Webdateibetrachter. Letzterer ist eine Visualisierung der EX2100-Freigaben/Ordnerstrukturen, wobei man ohne Umwege Dateien löschen, verschieben und kopieren kann. Die erwähnten Downloader hingegen nehmen URLs entgegen, die sie über eine zeitgesteuerte Warteschlange herunterladen. Bei FTP lässt sich ein optionales Anmeldekonto sowie Codepage einstellen. Unter P2P verbirgt sich indes ein Bittorrent-Client, der sich auch mit URLs füttern lässt. Hier sind weitere Parameter hinsichtlich Betriebszeit, Up/Download-Datenraten und Seeding-Zeiten konfigurierbar.


Bei den Stromspar-Modi bietet WD nur HDD-Standby, Stromwiederherstellung und Energieplan. Aktiviert man den HDD-Standby, so fahren die Platten nach fest eingestellten zehn Minuten Inaktivität herunter. Es ist leider nicht möglich, dort selbst einen Zeitwert zu definieren.

Der Energieplan kann auf Tages-Basis stündlicher Granularität in Ein- bzw. Aus-Phasen festgelegt werden. Die untertägige Definition von mehreren Phasen (bspw. eingeschaltet von 06:00 - 09:00 Uhr und 12:00 - 16:00 Uhr) ist nicht möglich. Das automatische Abmelden bei Inaktivität von der Weboberfläche kann zwischen 5 und 30 Minuten festgelegt werden, jeweils in 1-Minuten-Schritten. Bei Bedarf lässt sich das EX2100 auch per Wake on LAN an die MAC-Adresse aus dem Dornröschenschlaf holen. Hierbei muss nur beachtet werden, dass die im Webmenü angezeigte MAC-Adresse zum physischen Port LAN2 gehört. Zum Herunterfahren der My Cloud EX2100 kann neben dem Kommando im Webmenü auch der Power-Taster benutzt werden. Der Shutdown-Vorgang (Taster oder Webmenü) dauert circa 1 Minute und 5 Sekunden. Befinden sich die HDDs bereits im Standby-Modus, so fährt das EX2100 sie zum Shutdown dennoch hoch um anschließend abzuschalten.

Den Stromverbrauch in den unterschiedlichen Betriebsszenarien des My Cloud EX2100 haben wir über ein externes Stromverbrauchsmessgerät ermittelt. Die darüber ermittelten Werte sind in der folgenden Grafik dargestellt:

Western Digital My Cloud EX2100

Leistungsaufnahme

W
Weniger ist besser

Der Stromverbrauch von Western Digitals My Cloud EX2100 fällt insgesamt relativ niedrig aus. Selbst bei den Lese-/Schreiboperationen bleibt der Energiebedarf unterhalb von 20 Watt. Sobald die Festplatten in den Standy-Modus herunterfahren, sind sogar nur knapp sieben Watt fällig. Hier machen sich natürlich die ab Werk verbauten WD40EFRX-Boliden bemerkbar, der ohnehin nur einen niedrigen Verbrauch von knapp fünf Watt im Betrieb benötigen.

Kommen wir nun zur Lautstärke des My Cloud EX2. Gemessen haben wir unterschiedliche Betriebszustände über ein externes Schallpegelmessgerät (Voltcraft 322 Datalogger) in 15 cm Entfernung frontal zum EX2100. Folgende Werte wurden festgestellt:

Western Digital My Cloud EX2100

Lautstärke

db/A
Weniger ist besser

Während des Anlauf-Vorgangs gibt der rückseitige Lüfter richtig Gas und macht sich entsprechend bemerkbar. Sobald das EX2100 einsatzbereit ist, flacht der Luftstrom jedoch merklich ab und es bleibt nur noch ein moderates Betriebsgeräusch. Damit lässt sich das EX2100 problemlos in Wohn- oder Arbeitszimmern betreiben, selbst bei dort insgesamt niedrigem Geräuschpegel.


Um den Lese- und Schreibdurchsatz des My Cloud EX2100 zu ermitteln, haben wir eine 4,5 GB große Archivdatei benutzt und sie per FTP zuerst auf das NAS hochgeladen (Schreibrate) und anschließend von dort wieder auf den lokalen PC (Leserate) kopiert. Zum Datentransfer wurde ein einzelner Gigabit-Port verwendet und die Jumbo-Frames waren explizit ausgeschaltet. Im lokalen PC wurde eine SSD für die Datentransfers eingesetzt, um für gleichbleibend hohe Datenraten zu sorgen. Die dabei ermittelten Durchsatzwerte der einzelnen RAID-Level haben wir in der folgenden Grafik visualisiert:

Western Digital My Cloud EX2100

Datenrate - Lesen

MB/s
Mehr ist besser

Western Digital My Cloud EX2100

Datenrate - Schreiben

115.71 XX


115.23 XX


114.23 XX


MB/s
Mehr ist besser

Während beim zuletzt getesteten EX4 noch durchwachsene Ergebnisse (aufgrund der zu niedrig dimensionierten CPU) zu sehen waren, kann das EX2100 hier deutlich punkten. Lesend wie schreibend kann es sich in allen RAID-Leveln behaupten und liefert mehr als 100 MB/s. Damit ist genügend Reserve vorhanden, selbst Mehrbenutzer-Betriebsszenarien performant zu unterstützen. Die Aktivierung der Volume-Verschlüsselung sorgt wie üblich für einen durchaus herben Einbruch der Durchsatzraten. Gerade beim Schreiben gehen hier locker 37 bis 47 MB/s verloren. Lesend ist der Einbruch mit 26 bis 51 MB/s ähnlich hoch. Wer also rund um die Uhr hohe Leistung benötigt, sollte den Einsatz der Verschlüsselung gut abwägen.

Bei der USB-Durchsatzmessung auf eine externe HDD zeigten sich folgende Ergebnisse:

Western Digital My Cloud EX2100

Datenrate

42.49 XX


43.19 XX


Mehr ist besser
USB

Da wir von den verwendeten USB-3.0-Adaptern und HDDs/SSDs wissen, dass sie deutlich mehr als die gemessenen 43 MB/s per USB 3.0 schaufeln können und auch der Netzwerkdurchsatz des EX2100 bei den RAID-Tests lesend knapp 80 MB/s erreichte, muss hier die interne Übersetzung zwischen NIC und USB 3.0 im Zusammenhang mit CPU und Speicherausstattung für die Limitierung verantwortlich sein.


Das My Cloud EX 2100 von Western Digital ist ein handliches Allround-NAS mit hoher Performance. Der Dashboard-Style erleichtert auf angenehme Art die Konfiguration und wirkt sehr aufgeräumt. Vielschichtige Konfigurationsoptionen werden jedoch nicht angeboten, WD beschränkt sich bei den meisten Parametern auf Standardkost. Für Einsteiger ist dies sehr positiv, Individualisten und Enthusiasten könnten in der Admin-Oberfläche jedoch  Features vermissen.

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Das EX 2100 kann leistungsmäßig problemlos mit der Konkurrenz mithalten, Abstriche müssen wie immer bei der aktivierten Verschlüsselung gemacht werden. Ansonsten sind Datenraten im Bereich von 110 bis 115 MB/s - sowohl lesend als auch schreibend - problemlos möglich. Mit seinen zwei HDD-Slots bietet das EX2100 nur eingeschränkten Erweiterungsspielraum - WD bietet bei Bedarf aber auch größere Modelle an. Man sollte sich also bereits zum Kaufzeitpunkt seine Gedanken machen und ggf. zum Modell mit mehr Speicherplatz greifen. Wem zwei HDDs aber ausreichen, der ist bestens aufgehoben. Nachträgliche Änderungen sind natürlich auch möglich, bedeuten aber Zeitaufwand bei der Datenmigration. Angesichts des Preises von rund 633 Euro (für die 8-TB-Version) ist das EX 2100 nicht unbedingt preisgünstig. Wer etwas sparen möchte, kann sich unter Verlust des zusätzlichen Garantiejahres (zwei statt drei) die Leerversion für rund 280 Euro ordern und selbst bestücken.

 

Positive Punkte des WD My Cloud EX2100:

Negative Punkte des WD My Cloud EX2100: