Test: QNAP TS-EC1679U-RP

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qnapthumbNormalerweise testen wir nur NAS (Network Attached Storage)-Lösungen mit bis zu sechs Festplatten. Im Enterprise-Bereich ist die vorliegende NAS-Lösung von QNAP bereits ein dicker Fisch. Mit ihrer maximalen Speicherkapazität von bis zu 64 TB bietet sich dieser Netzwerkspeicher insbesondere für den professionellen Einsatz an - entweder als SAN oder als Büro-NAS für mehrere Arbeitsplätze. Ambitionierte Videosammlungen oder voluminöse Bilddatenbanken im Profibereich für Agenturen könnte man natürlich auch auf das 16-Bay-Modell packen. In unserem Test zeigen wir, ob das TS-EC1679U-RP von QNAP diese Aufgaben meistern kann.

Unser Test erfüllt sozusagen einen doppelten Zweck - zusätzlich zum Vorteil, unsere Leser auf dem Laufenden über Neuerungen auf dem Gebiet der netzgebundenen Speicher zu halten, waren wir bereits auf der Suche nach einem Storage-Area-Network (SAN), um eine leistungsstarke I/O-Lösung für unsere virtuelle Maschinen zu erhalten. Vor der QNAP TS-EC1679U-RP sollen diverse virtuelle Maschinen auf ESXi-Servern zum Einsatz kommen, die ihre Daten vollständig von der QNAP-Lösung holen. Hierfür haben wir uns das neue Top-Modell ins Haus geholt, welches eine beeindruckende Erweiterbarkeit auf bis zu 64 TB durch 16 Festplatteneinschübe besitzt. Auch die Leistung kann sich mit bis zu zwei 10-Gbit-NICs sehen lassen - QNAP gibt bis zu 2 GB/s Datendurchsatz an.QNAP Frontansicht

Technische Daten:

Hersteller  QNAP
Modell  TS-EC1679U-RP
Hardware  Xeon E3-1225 3,1GHz, 4GByte DDR3 ECC (erweiterbar 4 x 4GByte)
Speicher  Platz für 16 SATA 3,5" / 2,5" Festplatten oder SSD`s
Anschlüsse  2x USB 3.0, 4x USB 2.0, 4x 1Gb LAN, 2x eSATA, 1x VGA, 1xHDMI, (alle Rückseite)
Maße  130 x 442.4 x 528.3 mm (H x B x T)
 26Kg ohne Festplatten
Preis ca. 4800 EUR

Lieferumfang

QNAP unterteilt seine Lösungen im netzwerkangebundenem Speicherbereich in drei Kategorien: "High-End-KMU", "KMU" und "Home and SOHO".

Während Home and SOHO (Small Office, Home Office) den Kleinunternehmer und den Hobbyanwender anvisieren, sind die Lösungen aus der KMU-Kategorie bereits für kleinere und mittlere Unternehmen ausgelegt. Unser Testexemplar entstammt der Kategorie High-End-KMU, und ist somit das non plus ultra der QNAP-Netzwerkspeicherlösungen.

Wir haben ein paar optische Impressionen in der folgenden Bildergalerie zusammengestellt.

In unserem Test wollen wir herausfinden, wie sich das TS-EC1679U-RP im hart umkämpften NAS-Markt schlägt.


Bereitgestellt werden insgesamt vier mal USB 2.0 und zwei USB-3.0-Anschlüsse, eine ausgesprochen großzügige Ausstattung - allerdings nur auf der hinteren Seite. Damit wird es sehr umständlich, externe Geräte anzuschließen, wenn sich das QNAP-System bereits im Serverschrank befindet. Die Festplatteneinschübe machten vereinzelt einen etwas hakeligen Eindruck - allerdings werden Festplatten bei einer NAS meist eher im Fall eines Defekts getauscht - jedenfalls bei weitem nicht so oft wie bei einem Heimsystem. Ansonsten aber macht das TS-EC1679U-RP einen sehr stabilen und robusten Eindruck.

QNAP Frontansicht

Anschlüsse auf der Rückseite:

QNAP Frontansicht

Anschlüsse und Buttons auf der Vorderseite:

Innenansicht

Im Inneren ist sehr schön zu sehen, wie QNAP die Platine so gestaltet hat, dass fast keine Kabel verwendet werden. Von der Backplane der Laufwerke führen Kontakte direkt auf das PCB des Mainboards. Insofern wird schon mal eine Fehlerquelle beim Zusammenbau vermieden und auch abgerutschte Kabel infolge eines Transports sind nicht möglich. Auch wurde darauf geachtet, den Luftstrom möglichst optimal durch das Gehäuse zu führen. Ein großer CPU-Kühler steht in diesem Luftstrom, der für den Xeon-Prozessor auch vollkommen ausreichend ist. Hotspots konnten wir im Test nicht ausmachen.

Innenansicht
Innenansicht der QNAP TS-EC1679U-RP mit ausgebauter Lüftereinheit

 

Energieverbrauch

Bei einem Preis ab 4800 Euro darf man allerdings auch eine solche Funktionalität im Profisegment auch erwarten. Der Energieverbrauch erreicht Werte zwischen 89 W (idle-Betrieb) und 229 W (unter Last). Auch hier ist QNAP auf einem sehr guten Niveau. Das wird viele Serverbetreiber freuen, denn Strom wird in den nächsten Jahren sicherlich nicht günstiger und entwickelt sich immer mehr zu einem Kostentreiber in Rechenzentren.

Netzwerkkonfiguration

Die QNAP verfügt über vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, die sich über zwei Erweiterungskarten auf bis zu acht Gigabit-Anschlüsse erweitern lassen. Sofern aus Performance-Gründen notwendig können auch Karten verbaut werden, die jeweils zwei 10-Gigabit-Anschlüsse bereitstellen. Diese Erweiterungskarten werden in den entsprechenden Erweiterungsschacht (via Riser-Card) eingesteckt. Die LAN-Anschlüsse können per Linkaggregation zusammengeschaltet werden, um die Datenrate zu erhöhen oder die Ausfallsicherheit zu steigern. Voraussetzung hierfür ist ein Switch, der IEEE 802.11ad (LACP) unterstützt.

Lautstärke

Beim Betrieb des Geräts in einem Rechenzentrum dürfte die Lautstärke wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Beim Betrieb in einem kleineren Büro (z.B. ohne separaten Serverraum) ist die Lautstärke der QNAP nach subjektivem Empfinden gerade noch erträglich, lediglich beim Systemstart werden die Lüfter für einen kurzen Moment auf maximale Geschwindigkeit beschleunigt. Dieses Geräusch ist schon fast mit einem Fön vergleichbar. Die temperaturabhängige Lüftersteuerung würde bei höheren Temperaturen die Lüfter natürlich auch im Betrieb bei Bedarf höher drehen lassen - dies ist uns während der Tests allerdings nie aufgefallen. Die Lüfterdrehzahl blieb auch während der Benchmarks immer konstant.

Betrieb der Festplatten

Hervorzuheben ist die Möglichkeit, die bis zu 3 TB großen Festplatten im laufenden Betrieb zu wechseln: Hot-Swapping vom Feinsten. Sowohl die QNAP TS-EC1679U-RP als auch ihre kleine Schwester TS-1679U bieten diese Funktionen. Hierbei können die bis zu 16 Festplatten in den RAID-Leveln 0, 1, 5, 6 und 10 betrieben werden. Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit ein Hot-Spare Laufwerk global zu definieren - hier steht dieses Reserve-Laufwerk allen erstellten RAID-Arrays des Systems zur Verfügung, und kann im Bedarfsfall von jedem beliebigen RAID genutzt werden.

Hardware-Ausstattung

Gegenüber der von uns getesteten Version EC1679U-RP existiert wie bereits erwähnt ein sehr ähnliches Modell. Der Hauptunterschied liegt im Arbeitsspeicher und der verbauten CPU. Während die TS-1679U-RP mit einem Intel Core i3-2120 mit 3,3 GHz aufschlägt (welche sonst eher im Desktop-Bereich vorzufinden sein dürfte) bietet die getestete EC-Version einen echten Serverprozessor (Intel Xeon E3-1225) mit 3,1 GHz. Beim EC-Modell werden 4 GB Arbeitsspeicher mit ECC-Fähigkeit verbaut, beim kleineren Pendant lediglich 2GB ohne ECC-Funktionen. Erweiterbar sind beide Modelle mit drei freien Steckplätzen für zusätzlichen Arbeitsspeicher - das EC-Modell fasst bis 16 GB ECC-RAM, das Nicht-EC-Modell ist bei 8 GB limitiert.


Der Login-Screen präsentiert sich in ansprechendem Design. Hier finden wir auch ein übersichtliches Java-Menü für die direkte Anmeldung in einzelne Bereiche (Administration, WebServer, WebFileManager, Customer Service, QNAP Wiki, QNAP Forum). Weiterhin unterstützt die Software einen Login per SSL.

Admin-Oberfläche:

Bei der Benutzeroberfläche des Adminbereichs treffen wir auf das altbekannte QNAP-Design. Die in Taiwan ansässige Firma bleibt ihrer Linie treu, es soll geklotzt und nicht gekleckert werden. Auf den ersten Blick haben wir hier auch die übliche Navigationsstruktur, die keine Möglichkeit auslassen soll.

Auf der Startseite finden wir den Turbo Station Wizard mit den verschiedenen Assistenten (Create User, Create Multiple Users, Create User Group, Create Shared Folder, FTP-Service, Remote Application, MyCloud NAS Wizard, Cloud Backup).

 netzwerk

Neben der eigentlichen Administrationsoberfläche gibt es aber noch weitere Funktionen wie einen Web-Explorer und einen Multimedia-Dienst, der Inhalte direkt im Browser anzeigt.

Auf der System-Administrationsseite finden wir folgende Untermenüs: General Settings (ServerName, SystemPort, Disable/Hide Multimedia Station, Enable SSL, Force SSL), Date and Time, Language, und die Richtlinien für Passwörter.

 android

In den Network Settings können wir die Einstellungen für sämtliche Netzwerkkarten vornehmen. Auch können hier das WLAN und der DDNS konfiguriert werden. IPV6 ist ebenfalls mit von der Partie. Mittels Service Binding können bestimmte Dienste, wie z.B. FTP, NFS oder iSCSI an einzelne Netzwerkkarten gebunden werden.

Netzwerk

QNAP stellt den sog. Alarm Buzzer zur Verfügung. Mit diesem führt man Systemoperationen durch (start, shutdown oder firmware Upgrades). Mit der Smart Fan Configuration kann die Temperatur gesteuert werden.

Hersteller besonders energiehungriger Systeme werden heutzutage zunehmend von ökologischen Betrachtungen in der Ausstattung der gebotenen Hardware geleitet. Zum einen, um Imageverluste zu vermeiden, und natürlich auch um die Anforderungen an die umweltgerechte Verwendung Energie verbrauchender Produkte zu erfüllen. QNAP stellt das Power Management-Menü zur Verfügung, in dem man die benötigten Einstellungen vornehmen kann. Mit der EuP-Konfiguration kann man die sog. Energy-using Products (EuP) Direktive, auch bekannt unter dem Namen "Ökodesign-Richtlinie", einhalten. Weiterhin kann man im Power Management auch das Wake on Lan und das AC-Power einstellen.

Power Management


Zur Sicherung der TS-EC1679U-RP werden von QNAP drei Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt: Hohe Sicherheit (hier dürfen sich nur IPs aus der Liste mit dem TS-EC1679U-RP verbinden), mittlere Sicherheit (IPs der Liste werden abgelehnt) und geringe Sicherheit (Alle Verbindungen werden erlaubt).

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Network Access Protection:

Sämtliche oben bereits aufgeführten Dienste brauchen nach heutigen Standards natürlich umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Die damit verbundenen Sicherheitseinstellungen sind variabel kombinierbar, und zwar nach einem logischen Muster. Ein Beispiel hierfür ist die klassische Regel der "too many failed logins": Wenn innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens, den man selbst festlegen kann, eine bestimmte Anzahl an fehlgeschlagenen Anmeldungen überschritten wird, führt dies dazu, dass der "Angreifer" für einen ebenfalls definierbaren Zeitraum gesperrt wird. Für erweiterte Sicherheit kann selbstverständlich ein SSL-Zertifikat erstellt werden.

Zur Verbindung mit der Außenwelt - aber vor allem um dem Aspekt genüge zu leisten, dass ein 24/7-Administrator auch mit Sicherheit mitten in der Nacht aus dem Bett geworfen wird, weil eine Systemkomponente ausgefallen ist - kann ein interner SMTP Server für ausgehende Meldungen konfiguriert werden. So verschläft man dank der in modernen Smartphones eingerichteten Notification mit Klingelton garantiert keinen QNAP-Ausfall. Zusätzlich kann noch über den Menüpunkt "Configure IM" ein Instant Messenger eingerichtet werden, mit E-Mail und Passwort als Zugangsdaten. Als Sahnehäubchen kann auf der TS-EC1679U-RP ein SMSC-Server konfiguriert werden: So wird der Administrator mit einer nützlichen SMS (so ausführlich wie nötig, so knapp wie möglich) über kritische System-Ereignisse informiert.

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Man hat mit der "Alert Notification" also eine ständig aktive Möglichkeit, bei Systemevents (Fehler/Warnung) per Mail, Instant Messenger oder SMS informiert zu werden.


Das Disk Management-Menü erlaubt vielfältige Einstellungen um die eingebauten Speichermedien zu verwalten.

Disk Management

Im Volume-Management werden unterstützt: Single Disk Volume, RAID 1, RAID 10, RAID 6, JBOD RAID 0 und RAID 5. Auf das RAID-Management kommen wir später noch zu sprechen.

Volume Management

HDD S.M.A.R.T. zeigt Informationen zum Zustand der Festplatten an. Entweder in Form einer Zusammenfassung ("SUMMARY"), oder mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Hard Disks (Modell, Modell Nummer, Seriennummer, Kapazität, Firmware Version, ATA Version, ATA Standard).

HDD SMART

Der Eintrag "SMART Information" listet weitere zusätzliche Informationen auf, wie Description, Value, Worst Value, Threshold, Raw Values und natürlich den Status der Festplatten.

SMART Information

Wenn man das Laufwerk überprüfen möchte, kann man mit "TEST" entweder einen Schnelltest durchführen, oder mittels eines kompletten Tests die Festplatte auf Herz und Nieren prüfen. In "SETTINGS" können viele einzelne Einstellungen vorgenommen werden, z.B. die Aktivierung eines Temperatur-Alarms, oder tägliche, wöchentliche oder monatliche Testzeiträume bestimmen, die dann vollautomatisch ablaufen.

Wenn man wissen möchte, welche Laufwerke verschlüsselte Daten enthalten, kann man sich diese Information mittels "Encrypted File System" anzeigen lassen. Praktisch: mit "iSCS" kann man den Betrieb als iSCSI mit Target Management einstellen - man wählt einfach aus, welche Festplatten als iSCSI genutzt werden sollen. Selbstverständlich sind auch Advanced ACL und LUN Backup mit von der Partie.

iSCSI

"Virtual Disk" erlaubt das Erstellen von virtuellen Laufwerken.

Virtual Disk

Im Menü für die Zugriffsrechte, dem "Access Rights Management", hat man verschiedenste Einstellungsmöglichkeiten zur Verwaltung der Benutzer des QNAPs.

Access Rights Management

Die "Domain Security" für Dateidienste erlaubt drei Einstellungen: keine, Active Directory oder LDAP.

Domains Security

Mit "Share Folders" können bestimmte Ordner im Netzwerk freigeben werden, wohingegen "ISO Share Folders" vorher gemountete ISO Dateien als vollständige Dateisysteme im Netzwerk zur Verfügung stellt. Wenn man nun einen Portalordner - ein "Sammelpunkt" für zentralen Zugriff auf andere Freigaben - erstellen möchte, kann man dies mittels "Folder Aggregation" bewerkstelligen. Es können Kontingente ("Disk Quota") aktiviert werden, zur Begrenzung des Speicherplatzes auf den verwendeten Volumes, sowohl für einzelne Benutzer als auch für Gruppen.


Als nächstes ist der Netzwerkdienst-Konfigurator dran. Für ein Microsoft-Netzwerk können die Beschreibung des Servers und die Arbeitsgruppe bestimmen werden.

Microsoft Network

Soll der TS-EC1679U-RP als eigenständiger Server verwendet werden? Ist er Mitglied einer Domäne? Muss LDAP aktiviert sein, damit die Verzeichnisdienste funktionieren? Man findet eine Fülle von Settings für diese Verwendungszwecke. In den erweiterten Optionen können z.B. WINS, NTLMv2, das Loginformat und automatische Registrierung am DNS aktiviert werden.

Network Services

Auch Apple Talk kann aktiviert werden: Einfach den Zonennamen eintragen, und schon hat man eine Verbindung zur logischen Gruppierung von Geräten, die nicht unbedingt mit der physischen Struktur von Netzwerksegmenten übereinstimmen muss.

Apple Talk

Linux-Begeisterte können natürlich auf NFS zurückgreifen.

NFS

Der obligatorische FTP-Dienst kann entweder in der Standardeinstellung aktiviert werden, alternativ wird aber auch FTP mit SSL-Erweiterung untersützt. Hierbei besteht die Möglichkeit, die Portnummer zu konfigurieren, Unicode-Unterstützung ein- und auszuschalten, anonymen Zugriff zulassen oder verweigern, sowie die maximale Anzahl der Verbindungen bestimmen (auch hier können Quoten für einzelne User verwendet werden) und FTP-Übertragungsraten begrenzen.

FTP

Wichtig für die Fernwartung: Telnet und SSH werden auch hier aktiviert, ebenso SNMP.

Telnet / SSH

SNMP

Man kann einen kompletten Webserver einrichten. Und die Netzwerkdiensterkennung mittels UPnP Erkennung und Bonjour steht auch zur Verfügung.

Webserver

Hier eine Auflistung der weiteren Anwendungen, die das Gerät von QNAP bereitstellt:

Application Servers

 


Die beste NAS mit der üppigsten Ausstattung ist natürlich nur halb so gut, wenn Datensicherheitsaspekte vernachlässigt werden. Hier trumpft QNAP mit mehreren Sicherungsmechanismen und -standards auf.

Backup

Ferngesteuerte Sicherung von Daten kann über Remote Replication erfolgen; dabei greift man entweder auf das bewährte RSYNC zurück, oder verwendet das proprietäre, von QNAP entwickelte Real-time Remote Replication (RTRR). Man kann mehrere externe Geräte anschließen, darunter externe Speicher (Festplatte/USB-Sticks), USB-Drucker oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).

Wenn Dateien auf Netzlaufwerken gelöscht werden, verschiebt QNAP sie automatisch zunächst in den Papierkorb, eine aus Desktopsystemen bekannte Rückversicherung gegen ungewolltes Löschen. Es ist auch möglich, eine bestimmte Vorhaltezeit einzustellen, nach deren Ablauf dieser Papierkorb geleert wird. Weiterhin hat man die Möglichkeit, Regeln für bestimmte Dateitypen zu erstellen, die z.B. sofort gelöscht werden sollen. Spontan fallen einem z.B. Dateiendungen wie .tmp ein. Mittels des "Empty" Buttons kann man den gesamten Papierkorb manuell leeren.

Weitere Optionen sind "Backup/Restore Settings" zur Speicherung und Wiederverwendung von Einstellungen, "System Logs" zur Fehlersuche, "Firmware Update" und das "Restore to Factory Default" zur Wiederherstellung des Auslieferungszustands.

System Logs

Firmware update

Besonders für den Enterprise-Sektor wird es immer wichtiger, abstrahierte IT-Infrastrukturen (allgemeine Rechenkapazität, Speicherplatz, oder ganz direkt komplette Betriebssysteme) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Um die Möglichkeiten des Cloud-Computing auszuschöpfen, kann man auf der TS-EC1679U-RP den Menübereich MyCloud nutzen: ein leicht zu bedienender Assistent für die Einrichtung einer eigenen Cloud, entweder per Schnelleinrichtung oder komplett manuell.

MyCloud

In die Tiefe geht das Ganze dann mit MyCloudNAS: Nach der Anmeldung bei Mycould können hier alle Feinheiten zur Verwendung der Wolke konfiguriert, und nicht zuletzt eine UPnP Portweiterleitung aktiviert werden.

MyCloud NAS

Unter "System Status" gibt es Systeminformationen zu Netzwerk, Hardware und der aktuell verwendeten Firmware auf einen Blick zusammengefasst. "System Information" bietet zusätzlich noch einen Überblick über wichtige Parameter, sowie die Temperaturmessungen der einzelnen verbauten Harddrives.

System Information

"System Service" zeigt alle Dienste und deren Status auf einen Blick.

System Service

Dann hätten wir noch den "Ressource Monitor": Verlaufsgrafiken zu momentan laufenden Dienste gehören heutzutage zum guten Ton, sowie CPU-Auslastung, Speicher- und HDD-Nutzung und Übertragungsbandbreite.

Ressource Monitor

Ressource Monitor


Kommen wir nun zum eigentlichen Test:

Zunächst haben wir uns die RAID-Einstellungen genauer angesehen. Wie anfangs erwähnt, kann man zwischen RAID 0, 1, 5, 6 und 10 wählen. Selbstverständlich wird auch JBOD unterstützt. Wir haben uns in unserem Test für ein RAID0 entschieden, da wir in erster Linie die erzielbare Geschwindigkeit ermitteln wollten. Man sollte sich allerdings genau überlegen, welche Einstellung man nutzen möchte. Bei einem nachträglichen ändern der Einstellungen oder beim hinzufügen von Laufwerken werden leider alle Dienste beendet. Dieser Status hält an, solange die Festplatten überprüft, formatiert und eingebunden werden. Da dieser Vorgang etwas länger dauert, empfiehlt es sich, solche Einstellungen vorzunehmen, wenn gerade niemand an dem Gerät arbeiten muss. Da ist der Vorteil, dass Hot-Plug unterstützt wird, eigentlich ad absurdum geführt. Man kann die Festplatten zwar im laufenden Betrieb einbauen, muss jedoch für die Konfiguration trotzdem alle Dienste beenden.

Ist das RAID eingerichtet, funktioniert alles einwandfrei und es werden sehr ansehnliche Datendurchsatzwerte erreicht, die auch durchaus mit den Profi-Lösungen aus der Equallogic-Serie von Dell mithalten können.

Getestet haben wir hier mit zwei Intel 10-GBit-Ethernet-Karten und insgesamt 16 SandForce-2281-SSDs, welche mit jeweils 240GB Kapazität zur Verfügung standen. Die Anwendungen wurden auf einer Workstation gestartet, welche wiederum über eine 10-GBit-Anbindung an der QNAP-NAS angebunden ist. Verwendet wurde das iSCSI-Protokoll - allerdings mit dem Software-Initiator. Zum Erstellen der klassischen Atto-Benchmarks erschien uns dieser Weg am besten, da wir via iSCSI auf die NAS zugreifen können, als sei es keine NAS, sondern ein direkt intern verbautes Laufwerk. Denn viele Benchmarks verweigern den Dienst auf Netzlaufwerken - sofern diese als solche erkennbar sind. So steht uns eine "normale Festplatte" zur Verfügung (Laufwerk D: oder auch Laufwerk Q:)

Zunächst die Leistung mit 16 SSDs im RAID0:

Ressource Monitor

 

Mit über 800 MB/s im Lesen über ein Netzwerk stellt die QNAP zwar einen internen Rekord auf, aber auf der QNAP-Webseite fanden wir sogar Angaben von bis zum 2 GB/s im Lesen. Diesen Wert erreicht man laut QNAP aber nur, wenn man zwei 10-Gigabit-Ethernet-Karten im Teaming verbindet und andere Protokolle verwendet. Insofern war der von uns erreichte Werte nicht von der QNAP-NAS limitiert, sondern wohl von der Art und Weise, wie wir den Client verbunden haben und durch das iSCSI-Protokoll.

Im folgenden Bild kann man dies auch erahnen - teilweise haben wir unsere 10-Gigabit-Verbindung fast auf 100% ausgelastet. 

Ressource Monitor

Zugriffskontrolle:

Hinter diesem Punkt verbergen sich einige interessante Funktionen. Bei einer normalen NAS gibt es die Möglichkeit, den Zugang auf Benutzer- und Benutzergruppen zu beschränken. Die TS-EC1679U unterstützt sogar die Zugriffskontrolle via Domain-Sicherheit. Hier besteht die Möglichkeit sich in einer Domäne als Active-Directory-User oder via LDAP zu authentifizieren. Das spart in einem größeren Netzwerk definitiv einiges an Arbeit, da die Benutzer nicht mit dem Domain-Controller manuell synchronisiert werden müssen, sondern direkt daraus gelesen werden können.

Users

Menü Users

Auf Userebene kann man mit Quota arbeiten,
d.h. den maximal reservierten Speicherplatz beschränken.

Gruppen

Das kann man natürlich auch auf Gruppenebene einstellen.

Ein weiterer interessanter Aspekt des Bereiches Zugriffskontrolle sind die Freigabeordner. Hier besteht die Möglichkeit, einzelne Ordner für bestimmte User und Usergruppen freizugeben. Praktisch: man kann auch einen sog. ISO-Freigabeordner freigeben, der die dort enthaltenen ISO-Dateien direkt mountet und die Inhalte zur Verfügung stellt. Rechte können entweder an Administratoren, einzelne User oder Usergruppen vergeben werden. Es ist auch möglich, Gästen andere Zugriffsrechte als der definierten Benutzergruppe für diesen Ordner zu erteilen (z.B. Gruppe/User: lesen/schreiben und Gast: read-only).

Die Ordner-Aggregation erlaubt es, einen Portalordner für einen zentralen Zugriff auf andere Freigaben im Netz zu erstellen. Diese Funktion wird allerdings nur für Microsoft- und Samba-Netzwerke unterstützt. Die letzte Option in der Zugriffskontrolle bietet die Möglichkeit an, Kontingente für einzelne Benutzer zu aktivieren. Es ist auch möglich, ein grundsätzliches Kontingent für neu angelegte Benutzer als Voreinstellung zu definieren.


Netzwerkdienste

Unterstützt werden hier die gängigen Dateidienste für Microsoft-Netzwerke, Apple-Talk, NFS, Telnet/SSH und SNMP. Man kann auch einen eigenen Webserver (bietet sich vielleicht für eine Intranet-Seite oder für einen kleinen Webserver mit wenig Zugriffen an, sofern die Bandbreite des Internetanschlusses das mitmacht) und einen FTP-Server betreiben. Die Einstellungen sind mit denen einer Standard-Apache- oder einer gängigen FTP-Server-Installation vergleichbar.

Wir haben zusätzlich den Dateidienst in Microsoft-Netzwerken aktiviert. Hier kann man den Namen des Servers (Netzwerkfreigabename) und die Arbeitsgruppe in einem üblichen Windows-Netzwerk angeben. Allerdings ist es auch möglich, die QNAP in eine Active-Directory-Domäne aufzunehmen, oder beispielsweise die Authentifizierung via LDAP vorzunehmen. In den erweiterten Optionen kann ein WINS-Server aktiviert und das Login-Format definiert, sowie die DNS-Einstellungen angepasst werden.


Anwendungen

Hinter den Anwendungen versteckt sich der Web-Dateimanager zur Freigabe der Dateien für den Browser. Wenn diese Option eingeschaltet ist, besteht die Möglichkeit, sich auf einem auf Java-basierendem Dateimanager anzumelden und die entsprechend freigegebenen Ordner einzusehen. Weiterhin finden wir unter den Anwendungen einen mitgelieferten MySQL Server, der die Datenbanken für eigene Webapplikationen zur Verfügung stellen kann. phpMyAdmin ist nicht installiert, kann jedoch ohne Probleme nachinstalliert werden.

Eine sehr nützliche Anwendung ist QPKG. Sie erlaubt der QNAP, verschiedene Softwareerweiterungen zu installieren. Eine Übersicht aller Erweiterungen erhält man auf http://www.qnap.com. Hier gibt es zum Beispiel Piwik (echtzeit Webanalyse), XMail (E-Mail Server), QUSBCam, PS3 Media Server, IceStation (Streamingserver) und viele andere nützliche kleine Apps, auf die QNAP geladen werden können. Selbstverständlich kann man auf diesem Wege auch alle gängigen CM-Systeme wie Joomla oder Wordpress installieren.

Weitere vorinstalliere Anwendungen sind ein Syslog-Server, ein RADIUS-Server, Backupserver, Antivirus, TFTP Server, VPN-Dienst und LDAP. Der Syslog-Server erlaubt es, andere Systeme zu überwachen und eine Alarmmeldung via E-Mail zu generieren, die an eine vordefinierte E-Mail-Adresse geschickt wird - eine sehr nützliche App, wie wir finden. Der Backupserver bietet die Möglichkeit, Backups von einem anderen Server direkt auf dem Storage einzurichten, so dass via rsync oder rtrr Sicherungen von lokalen Rechnern und Servern angelegt werden können.

Die QNAP bringt mit der App "Antivirus" sogar ihren eigenen Virenschutz mit. Im Prinzip lassen sich alle wichtigen Funktionen eines herkömmlichen Virenscanners einstellen (Update-Frequenz der Virensignaturen von clamav.net, Scan-Jobs, Reporting und ein Quarantäne-Laufwerk). Für die Absicherung der QNAP gegen Viren sicher keine schlechte Idee, den lokalen Virenschutz ersetzt diese Lösung jedoch nicht vollständig.

Unser Testgerät unterstützt auch VPN, und kann entsprechend als VPN-Server eingerichtet werden. Einstellungen wie die Netzwerkkarte für VPN-Verbindungen, IP-Einstellungen, OpenVPN Einstellungen (VPN-Server) und ein Client-Management sind mit an Board. Es gibt sogar eine Übersicht über die letzten VPN-Verbindungen, mit Login-Zeit, Dauer der Verbindung und dem Client Namen, sowie der IP-Adresse.

Backup

Die QNAP unterstützt neben diesen ganzen Features auch die Funktion eines Backups. Hier sind schon ein paar Optionen vorgegeben. Man hat die Wahl zwischen einer "Remote Replication" auf seinem eigenen Backup-Server, und einem Cloud-Backup via Amazon S3, Elephantdrive oder Symform. Alle nötigen Einstellungen kann man über den jeweiligen Reiter vornehmen. Voraussetzung ist jeweils ein Account bei einem der Dienstanbieter oder ein eigener Backup-Server.

Nicht nur das Cloud-Backup, sondern auch Apple´s "Time Machine" wird von der TS-EC1679U unterstützt. Da wir in unserem Testaufbau jedoch keine Apple-Unterstützung haben, konnten wir diese Funktion leider nicht testen.

Die einfachste Variante, um ein Backup von der QNAP zu erstellen, ist wohl immer noch die gute alte externe Festplatte. Auch dafür wird eine Option unter dem Oberbegriff "Backup" in der Navigation angeboten.

Wem die Speicherkapazität seiner QNAP nicht ausreicht, der ist in der Lage, sich mit externen Festplatten über Wasser zu halten. Unter dem Punkt "External Storage Device" werden alle angeschlossenen Geräte mit Hersteller, Modellnummer, Device Typ, Gesamtkapazität und freiem Speicherplatz, Dateisystem und aktuellem Status angezeigt. Weiterhin hat man die Möglichkeit, seine Datenträger mit den Dateisystemen EXT4, EXT3, FAT32, NTFS und HFS+ zu formatieren.

Doch unser Testgerät kann nicht nur externe Festplatten und USB-Sticks verwalten: Es können auch ein oder mehrere Drucker via USB angeschlossen werden, die dann ebenfalls im Netzwerk zugänglich sind. Auch hier werden wieder auf einer Übersichtsseite alle angeschlossenen Geräte angezeigt, und man kann den Spool entweder anhalten oder leeren. Weitere Optionen sind die Angabe von maximalen Jobs pro Drucker und die Einrichtung von Rechten. Per IP-Sperre kann man Drucker entweder für einen PC freigeben oder sperren.

Ein wichtiger Aspekt, der auf jeden Fall ein Pluspunkt für die QNAP darstellt, ist der Support für USV-Geräte. Auch hier wird die angeschlossene USV mit Hersteller, Modell, Power-Status, Batteriekapazität und geschätzter Zeit für den Schutz korrekt erkannt und angezeigt. Einstellmöglichkeiten sind z.B. die Zeit, wie lange die QNAP im USV-Betrieb wartet, bevor sie herunterfährt, und die Protokollierung der USV-Aktivitäten.

Mit dem MyCloudNAS-Service ist es möglich, die QNAP mit dem Dienst zu verbinden und seine eigene kleine Cloud anlegen. Hierfür benötigt man jedoch ein Benutzerkonto bei MyCloud. Wem diese Lösung nicht besonders gefällt, der kann sicherlich im QPKG-Bereich auf der QNAP-Homepage eine führ ihn geeignetere App finden. Hier finden sich auch Unterstüztungs-Apps für Android und I-Phone.

Der letzte Punkt in der Navigation heisst "System Status" und beinhaltet neben den Systeminformationen auch noch einen Systemmonitor und einen Ressourcenmonitor. Hier kann man detailliert alle lebenswichtigen Funktionen der QNAP einsehen.


Und wie hat sich QNAPs TS-EC1679U-RP in unserem Test nun geschlagen? Kurz gesagt: Wir sind von den Datendurchsatzraten sehr beeindruckt, höhere Leistungswerte konnten wir bislang mit keinem anderen Netzwerkspeicher erzielen. Natürlich hängen die sehr hohen Benchmark-Ergebnisse auch mit den verwendeten SSDs zusammen, allerdings konnten wir auch mit kleineren Bestückungen und "normalen" Festplatten sehr ordentliche Werte messen (über 100 MB/Sekunde mit 4 Festplatten im RAID10). Entsprechende Benchmarks und Screenshots werden dahingehend noch nachgereicht, wenn die QNAP-Maschine im Rechenzentrum ihren normalen Dienst angetreten hat.

Der Stromverbrauch hält sich in einem sehr moderaten Rahmen, entsprechend fällt wenig Abwärme an und die Stromrechnung bleibt erträglich. Das Admin-Interface lässt praktisch keinen Wunsch unerfüllt, und nahezu jeder denkbare Dienst ist in einer einheitlichen Oberfläche einstellbar. Die Konfigurations-Möglichkeiten sind mehr als ausreichend, dennoch bleibt die Oberfläche logisch nutzbar, ohne sich zu sehr in Details zu verzetteln.

Frontansicht des QNAP TS-EC1679U-RP

Für den professionellen Einsatz haben wir Funktionen zur Veränderung der RAID-Level im laufenden Betrieb vermisst (sogenannte RAID-Level-Migration), hier werden leider die aktiven Dienste beendet und es werden alle Daten auf dem RAID gelöscht. Dadurch leidet die Verfügbarkeit, was den Einsatz im Profi-Rechenzentrum leicht einschränkt. Wenn es auf allerhöchste Verfügbarkeit ohne Ausfälle ankommt, müsste der IT-Administrator dann doch wohl eher auf Enterprise-NAS-Systeme (z.B. aus dem Hause Dell Equallogic) zurückgreifen, die dann aber auch leicht einen doppelten Kaufpreis mit sich ziehen.

Dafür stimmt das Preis-Leistungsverhältnis insgesamt - 4800 Euro für eine Profi-NAS, die 16 Festplatten behergen kann, ist durchaus angemessen, insbesonde unter Berücksichtigung des gelungenen und umfassenden Admin/Web-Interfaces. Auch die Verarbeitungs-Qualität hat uns insgesamt sehr gut gefallen - lediglich die Einschübe der Festplatten waren nicht ideal (siehe Bilder-Strecke auf Seite 1). Als Anregung würden wir uns noch USB und eSATA-Anschlüsse auf der Vorderseite wünschen, somit wären die Nutzungsmöglichkeiten noch umfassender, z.B. zur Erstellung von Datensicherungen auf eine externe Festplatte.

Positive Aspekte des TS-EC1679U-RP

Negative Aspekte des TS-EC1679U-RP

Weiterführende Links