SilverStone ET700-MG im Test: Solides 80-PLUS-Gold-Netzteil mit langen modularen Kabeln

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silverstone et700 teaserDas SilverStone ET700-MG ist ein neues Mittelklasse-Netzteil von SilverStone, welches mit 80 PLUS Gold, voll-modularem Kabelmanagement und umfangreichen Anschlussmöglichkeiten gut ausgestattet ist. Dazu kommen noch ein "geräuscharmer" 135-mm-Lüfter und japanische Primärkondensatoren sowie fünf Jahre Herstellergarantie. Wie sich das SilverStone ET700-MG in der Praxis schlägt, haben wir uns wie üblich näher angeschaut.

Unser letzter Test eines SilverStone-Netzteils ist bereits einige Zeit her, aber der traditionsreiche Hersteller war zwischenzeitlich nicht untätig und hat sein Netzteil-Portfolio noch etwas ausgebaut bzw. aktuell gehalten. Das ET700-MG stammt aus der "Essential-Serie", welche den Einstiegs- und Mittelklasse-Bereich abdeckt. Daneben sind in der altbekannten und recht breit aufgestellten Serie Strider auch noch höher positionierte Modelle im Platinum- und Titanium-Segment zu finden.

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Die Essential Serie startet bei einfachen Modellen mit 80-PLUS-Standard-Effizienz und 400 W und deckt den Bereich bis 80 PLUS Gold und 750 W ab. Bei den Essential Gold sind Modelle mit festen Kabeln, erkennbar an der Endung "-G", aber auch halb-modulare (-HG) oder ganz neu auch voll-modulare (-MG) zu finden. Genauer gesagt ist das ET700-MG jetzt das erste derartige Modell, aber es liegt nahe, dass SilverStone noch weitere MG-Modelle einführen wird.

Preislich liegt das SilverStone ET700-MG mit einem Straßenpreis von 80 Euro in einem fairen Preisbereich für ein gut ausgestattetes 700W-Netzteil eines Markenherstellers.

Hier die Fakten des SilverStone ET700-MG in Tabellenform:

Technische Daten in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung

 SilverStone
 Essential Modular Gold
 ET700-MG

Modell  SST-ET700-MG
Straßenpreis  ca. 80 Euro
Homepage  silverstonetek.com
Leistungswerte
+3,3V  18 A
+5V  18 A
+12V

 58 A 

+5Vsb  2,5 A
-12V  0,3 A
Leistung 12V  696 W
Leistung 3,3V & 5V  100 W
Gesamtleistung  700 W
Anschlüsse
ATX  24-Pin
EPS/12V/CPU  2x 8(4+4)-Pin
PCI-Express
(6P / 8(6+2)P / 8P)
 0 / 4 / 0
SATA  8
4-Pin Molex  4
Floppy  1 (Adapter)
Features
Effizienz  80 PLUS Gold
Maße (LxBxH)  165 x 150 x 86 mm
Lüfter  135 mm 
Kabelmanagement  ja, voll-modular
Herstellergarantie  5 Jahre
Besonderheiten  ZeroRPM (semi-passive Lüftersteuerung)
 Kondensatoren japanischer Marken
 Umschaltmöglichkeit 12V-Rail-System

Auf den nachfolgenden Seiten stellen wir das SilverStone ET700 näher vor.


Das SilverStone Essential Modular Gold ET700-MG ist ein gut ausgestattetes Mittelklasse-Netzteil, welches auf besondere technische oder optische Gimmicks verzichtet, aber dennoch Wert auf eine hochwertige Erscheinung legt, was schon am recht schlichten Design der Verpackung zu erkennen ist. 

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Der Lieferumfang beim ET700-MG ist übersichtlich, aber vollständig. Neben den modularen Anschlusskabeln liegen noch ein kleines Handbuch, ein Satz Schrauben und ein Netzkabel bei.

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Beim optischen Design des ET700-MG hat SilverStone wieder auf den für diese Marke typischen Look gesetzt. Das anthrazitfarbene Stahlblechgehäuse, welches mit 165 mm Länge minimal größer ausgefallen ist, als bei vielen anderen Netzteilen dieser Klasse, wird auf der Oberseite von einem klassischen Lüftergitter gekrönt. In der Mitte des Gitters ist das Logo von SilverStone angebracht. An einer Seitenfläche ist - für SilverStone vergleichsweise groß - mit "ET700" noch die Modellnummer vermerkt.

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Ein Blick aus der anderen Perspektive zeigt das Anschlussfeld des voll-modularen Kabelmanagementsystems des ET700-MG und auf der Seitenfläche das "Typenschild" mit den technischen Daten.

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Die Unterseite des Netzteils ist bis auf ein kleines Label mit der Serien- bzw. Revisionsnummer leer.

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Das voll-modulare Kabelmanagement verwendet die üblichen Standard-Steckverbinder, wobei die Buchsen - wie üblich in dieser Leistungsklasse - in zwei Reihen angeordnet sind. Wobei "Standard-Steckverbinder" sich auf die Verwendung des entsprechenden Molex-Verbindungssystems bezieht, nicht auf die Austauschbarkeit der Anschlusskabel. Auch wenn ein modulares Anschlusskabel von Netzteil A mechanisch in die Buchsen von Netzteil B passt, bedeutet das noch lange nicht, dass die elektrische Belegung kompatibel ist. Von daher ist von einem "Kabeltausch" zwischen unterschiedlichen Netzteilen im Prinzip immer abzusehen, zumindest solange, bis man entsprechende Kompatibilitätsangaben gefunden hat oder die Kabel zuverlässig selbst durchmessen kann.

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Das Anschlussfeld des ET700-MG bietet Buchsen für den zweigeteilten ATX-Hauptverbinder, drei 8-Pin-Buchsen für CPU/EPS bzw. PCI-Express und insgesamt vier sechspolige Buchsen für Peripherie-Kabel. Die unterschiedlichen Buchsen-Typen sind mechanisch kodiert und vergleichsweise gut und klar beschriftet.

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Die Außenseite des ET700-MG weist nur die obligatorischen Komponenten Netzbuchse und -schalter auf, da SilverStone keine "Gimmicks" wie RGB oder umschaltbare Lüftersteuerungen verbaut hat, welche z.B. weitere Schalter erfordern. Auffällig ist, dass SilverStone nahezu die komplette Fläche mit Wabengittern versehen hat, was einen guten Airflow ermöglicht.

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Das SilverStone ET700-MG bietet 700 W an Gesamtleistung und dürfte somit für viele Systeme mit etwas größeren Ryzen-Prozessoren und eine High-End-GPU eine gute Wahl sein, zumal auch zwei 8(4+4)-Pin-EPS-Stecker vorhanden sind. Die Nebenspannungen sind mit je 18 A und einer kombinierten Leistungsfähigkeit von 100 W angegeben. Für die 12-V-Seite setzt SilverStone auf ein Single-Rail-Design mit einer 58 A starken 12-V-Schiene, welches sich in 696 W nominaler Leistung umrechnen lässt. Die Leistungsverteilung ist typisch für ein modernes Netzteil mit DC-DC-Wandler-Technik.

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Im Inneren kommt eine moderne Plattform mit LLC-Resonanzwandler-Topologie zum Einsatz, welche von DC-DC-Wandlern ergänzt werden, welche die Erzeugung der Nebenspannungen 3,3 V und 5 V aus der Hauptspannung 12 V heraus übernehmen. Laut Webrecherche soll die Plattform vom OEM-Hersteller Andyson stammen, welcher seit geraumer Zeit qualitativ hochwertige Lösungen im Portfolio hat.

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Bei den Kondensatoren verbaut SilverStone einen Mix. Primärseitig kommt ein Elektrolytkondensator der japanischen Marke Nichicon zum Einsatz, welcher mit einer Kapazität von 470 uF bei einer Spannungsfestigkeit von420 V und einem 105-°C-Rating spezifiziert ist. Sekundärseitig hat SilverStone dann mit Elkos von Jun Fu eine vermutlich deutlich billigere Marke gewählt, aber zumindest gibt SilverStone eine fünfjährige Herstellergarantie, was man als Vertrauen ins eigene Produkt werten könnte.

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Weiterhin gehören funktionierende Schutzschaltungen zur Ausstattungsliste des ET700-MG. SilverStone gibt das Vorhandensein aller wesentlichen Varianten an, inklusive einer Temperaturschutzschaltung (OTP). Auf den Nebenspannungen konnten wir die OCP jeweils bei 25 bzw. 36 A auslösen, was angesichts 18 A nominaler Leistung eine sinnvolle Reserve bietet. Auf der 12-V-Seite konnten wir unsere Last bis auf 84 A hochdrehen, bevor sich das ET700-MG abschaltete. Mit umgerechnet 1.000 W an Leistung ist der Abschaltpunkt hier schon recht hoch gewählt, aber zumindest blieben die Ausgangsspannungen bis zuletzt stabil nahe der Soll-Spannung. Mit verteilter Last auf allen drei Spannungsschienen erreichten wir mit ca. 1.060 W noch einen etwas höheren Wert. Insgesamt hinterlässt das ET700-MG mit funktionierenden OCP- und OPP-Schaltungen einen guten Eindruck.


Die Betriebslautstärke eines Netzteils ist ein weiterer wichtiger Punkt. Bezogen auf seine Kernaufgabe, nämlich die Spannungsversorgung des Systems, sollte das ideale Netzteil komplett unauffällig sein, d.h. seine Existenz wird vom User im Betrieb schlichtweg nicht bemerkt. Oder anders formuliert: Es macht keinen Krach, verursacht keine System-Instabilitäten und hält den Stromverbrauch bzw. die Abwärmeproduktion auf dem niedrigst möglichen Level. Über die letzten Jahre sind auch "Standard-Netzteile" im Großen und Ganzen recht leise geworden, woran die gestiegene Effizienz auch maßgeblichen Einfluss hat. 

Ein Netzteil mit 80 PLUS Gold hat bei der gleichen Last mit deutlich weniger Abwärme als ein 80-PLUS-Standard- oder -Bronze-Modell zu kämpfen. Zumindest sind uns in letzter Zeit kaum noch Modelle untergekommen, die von der Lautstärke her negativ auffallen. Das gesamte Thema Lautstärke ist natürlich weiterhin höchst "subjektiv" und abhängig vom jeweiligen Einsatz. Wir betrachten die Lautstärke daher nicht aus Sicht eines "Ultra-Silent-Systems", sondern bezogen auf ein übliches luftgekühltes System ohne besondere Silence-Optimierungen. 

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Das ET700-MG verwendet einen 135-mm-Lüfter, welcher von einer üblichen rein aktiv agierenden Lüftersteuerung angesteuert wird. Laut Hersteller soll die Drehzahl des Lüfters bis zu einer Last von knapp 50 % konstant gehalten werden und danach dann entsprechend ansteigen. Der Lüfter vom Hersteller "Poweryear" mit der Modellnummer PY-13525M12S ist mit 0,38 A Stromaufnahme bei 12 V angegeben, was auf eine höhere Enddrehzahl schließen lässt. Das "S" in der Modellbezeichnung ist meist ein Hinweis auf eine Gleitlagerung, wobei nicht zu recherchieren war, ob es ein einfaches Gleitlager oder eine höherwertige Variante aka Hydro Dynamic Bearing etc. bezeichnet.

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In unserem Test konnte das SilverStone ET700-MG bis einschließlich dem 60-%-Lastpunkt die Basisdrehzahl von knapp 650 U/min aufrechterhalten. Vom Geräuschempfinden her lässt sich der Lüfter dabei als sehr leise und kaum wahrnehmbar beschreiben. Nach Überschreiten des 60-%-Lastpunkts hat das ET700-MG die Drehzahl recht stark hochgefahren. Bei einer Last von 80 % erreichte der Lüfter schon 1.350 U/min, was in einem noch nicht lauten, aber schon deutlich wahrnehmbaren Lüfterrauschen resultierte. Unter Volllast beschleunigte der Lüfter dann schließlich auf 1.800 U/min, was sich als "lautes Lüfterrauschen" beschreiben lässt.

 Last 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 80 % 100 %
Lüfterdrehzahl (in U/min)
650
650
650
660
660
660
1.350
1.800

Insgesamt ist das ET700-MG bis ungefähr 2/3 Last angenehm leise und sehr unauffällig. Bei höheren Lasten macht es sich dann durch ein Lüfterrauschen immer stärker bemerkbar, aber in diesen Lastbereich ist es bei üblichen luftgekühlten Systemen meist eh schon vorbei mit dem leisen Gesamtsystem.

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Das voll-modulare Kabelmanagement bietet insgesamt gute und der Klasse angemessene Anschlussmöglichkeiten. So sind zwei 8(4+4)-Pin-Stecker für die CPU-Stromversorgung und vier 8(6+2)-Pin-Anschlüsse für Grafikkarten vorhanden bzw. gleichzeitig nutzbar. Für Peripheriegeräte stehen insgesamt acht SATA- und drei 4-Pin-Molex-Stecker zur Verfügung, welche sich "sortenrein" auf drei modulare Anschlusskabel aufteilen. Somit bleibt eine der vier Anschlussbuchsen am Netzteil frei, was etwas schade ist, denn ein weiterer Kabelstrang mit zumindest zwei SATA-Steckern wäre eine nette Ergänzung. 

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Der Vorteil wäre hier weniger die größere Anzahl von SATA-Steckern, sondern die Flexibilität in großen Gehäusen auch drei räumlich voneinander getrennte Einbauplätze erreichen zu können, beispielsweise den Einbauplatz für 2,5-Zoll-SATA-SSDs auf der Rückseite des Mainboard-Trays und jeweils noch Geräte oben und unten im vorderen Gehäusebereich. Aber vielleicht reserviert sich SilverStone die vierte Buchse für ein zukünftiges 800-W-Modell.

Das 24-Pin-ATX-Kabel ist bei voll-modularen Netzteilen auf der Netzteilseite üblicherweise in zwei Stecker aufgeteilt. Häufig ist der kleinere der beiden Stecker ausschließlich für 12 V und Masse zuständig und ist bei manchen Modellen daher aufgrund der "inneren Leistungsverteilung" auch an anderer Stelle am Netzteil angebracht. Beim ET700-MG ist der zweite Stecker hingegen mit "Sense" beschriftet, d.h. diese Leitungen werden zur Kompensation des Spannungsabfalls benutzt. Über diese Leitungen misst das Netzteil die Spannung direkt "im" Mainboard-seitigen Stecker, kennt damit den Spannungsabfall über das gesamte ATX-Kabel und kann diesen Abfall durch entsprechende Erhöhung der Ausgangsspannungen ausgleichen. 

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Alle Anschlusskabel sind als schwarze Flachband-Kabel ausgeführt. Insbesondere die Peripheriekabel sind überdurchschnittlich lang, aber auch die Länge von CPU/EPS- und PCI-Express-Kabeln kann sich sehen lassen. Die vier SATA-Abgriffe pro Kabelstrang befinden sich im Bereich von 600 bis 1.050 mm, bei 8-Pin CPU/EPS sind es 750 bzw. 900 mm und bei PCI-Express jeweils 700 und 850 mm Kabellänge.


Seit der Einführung des 80-PLUS-Programms ist der Netzteilwirkungsgrad immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das für Kunden einfach zu verstehende System hinter 80 PLUS ermöglicht auch eine werbewirksame Vermarktung des Qualitätsfaktors Wirkungsgrad. Da das System der Zertifizierung bei dem Unternehmen, welches hinter 80 PLUS steht, nicht unbedingt als manipulationssicher zu betrachten ist und sich insgesamt auch eher an den Interessen der Unternehmen als an den der Endkunden orientiert, sollte 80 PLUS nicht überwertet werden. Keinesfalls darf man es als Qualitätssiegel für das gesamte Netzteil verstehen, denn die Effizienz ist nur ein Merkmal von vielen, welche für ein gutes Netzteil relevant sind. Vor dem Kauf eines Netzteils sollte man sich daher auch weiterhin aus verschiedenen objektiven Quellen informieren.

Unabhängig von 80 PLUS: Das Schöne am Thema Netzteileffizienz ist, dass der Kunde mittlerweile mehrere Gründe für den Kauf eines darin besonders guten Netzteils finden kann. Er kann es zum wirklichen Einsparen von Energiekosten nutzen, er kann sein grünes Gewissen durch das eingesparte Kraftwerks-CO2 etwas beruhigen, aber der wahrscheinlich wichtigste Grund ist, dass eine hohe Effizienz auch an neueste und beste Technik glauben lässt. Daher ist ein Blick auf die Qualität der Ausgangsspannungen weiterhin wichtig, denn ein gutes Netzteil soll effizient UND stabil arbeiten.

Wirkungsgrad

Da sich mit unserer Teststation neben der Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz auch die an den (imaginären) PC abgegebene Leistung bestimmen lässt, können wir damit auch quantitative Vergleiche der getesteten Netzteile vornehmen. Wir bestimmen dabei einmal die Effizienz über den Lastbereich des Netzteils selber und dann noch zum praxisnahen Vergleich an drei für alle Netzteile gleichen Punkten.

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Die Effizienzmessungen lassen wir bei einer sehr niedrigen Last von 5 % beginnen, was hier 35 W an abgegebener Leistung entspricht. Bei dieser geringen Last außerhalb des normalen Arbeitsbereiches eines Netzteils liegt der Wirkungsgrad meist noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Das SilverStone ET700-MG erreicht hier bereits einen ordentlichen Wirkungsgrad von 79,0 %.

Bei einer Last von 10,0 % werden dann bereits 88,0 % erreicht, was ebenfalls einen soliden Wert darstellt. Bei 20 % liegt der Wirkungsgrad bei guten 91,3 %, wobei er mit zunehmender Last dann noch weiter ansteigt. Das Wirkungsgradmaximum erreicht das SilverStone ET700-MG im Bereich von 30 bis 50 % an Last, wo Werte größer 92 % geboten werden. Der von uns gemessene Maximalwert liegt bei 92,4 % bei einer Last von 40 %. Mit steigender Last beginnt der Wirkungsgrad dann langsam abzusinken und erreicht bei 80-%-Last noch solide 90,7 %. Das gute Bild wird mit 89,4 % Wirkungsgrad unter Volllast komplettiert.

Das SilverStone ET700-MG ist nach regulären 80 PLUS-Kriterien eingestuft, d.h. wir haben im Testverlauf wie üblich unsere Spannungsquelle jeweils kurz auf 115-V-Netzspannung umgestellt. Die Anforderungen für 80 PLUS Gold umfassen zu erreichende Mindestwerte an drei Lastpunkten (20 %, 50 % und 100 %).

 Lastpunkte 10 % 20 % 50 % 100 %
 80 PLUS Silver (Mindestwerte) - 87 % 90 % 87 %
 SilverStone ET700 87,3 % 90,3 % 90,8 % 86,6 %


An zwei von drei für 80 PLUS Gold relevanten Lastpunkten erreichen die gemessenen Wirkungsgrade des SilverStone ET700-MG die Mindestwerte deutlich. Am Volllast-Punkt fehlen einige Zehntel Prozentpunkte, aber das verbuchen wir auf unseren Testaufbau, der von dem offiziellen bei CLEAResult Plug Load Solutions abweicht.

Effizienz bei 90W

Wirkungsgrad in Prozent
Mehr ist besser

Interessant ist auch der direkte Vergleich an drei festen Lastpunkten, da sich hier die Netzteile direkt miteinander vergleichen lassen, als ob man sie in demselben Rechner verwendet.

Der erste Punkt mit 90-W-Leistungsaufnahme entspricht älteren Office-PCs oder einem modernen Mittelklasse-System im Idle. Das SilverStone ET700-MG erreicht hier mit 89,7 % einen guten Wert, mit dem es gleichauf mit anderen renommierten 80-PLUS-Gold-Modellen liegt. So beträgt der Vorsprung auf das Corsair RM750 immerhin 0,6 Prozentpunkte, was in der Praxis nicht viel ist, aber dennoch eine klare Reihenfolge.

Effizienz bei 250W

Wirkungsgrad in Prozent
Mehr ist besser

Bei etwas höheren Werten, in diesem Falle 250-W-Leistungsaufnahme des Systems, kann das SilverStone ET700-MG mit 92,5 % einen ebenfalls guten Wirkungsgrad zeigen, wenngleich auch das eben erwähnte Corsair RM750 knapp am ET700-MG vorbeiziehen konnte. Überhaupt liegen bei 250 W erstaunliche viele 80-PLUS-Gold-Netzteile sehr dicht zusammen im Bereich von 92,4 bis 92,8 %.

Effizienz bei 500W

Wirkungsgrad in Prozent
Mehr ist besser

Am dritten Messpunkt, bei 500-W-Leistungsaufnahme, liegt das SilverStone ET700-MG weiterhin gut im Rennen. Die Position des SilverStone ET700-MG im Vergleich zur direkten Konkurrenz ist mehr oder weniger gleich geblieben. 

Im Bereich Effizienz lässt sich zum SilverStone ET700-MG eigentlich nur sagen, dass es eine durchschnittliche - im Sinne von "unauffällige" - 80-PLUS-Gold-Effizienz mitbringt, ohne besondere Höhen und Tiefen.


Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 % von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

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Ein bei Netzteilen wichtiges Thema ist die Spannungsregulierung, d.h. wie gut es das Netzteil schafft, über den kompletten Lastverlauf eine möglichst konstante Ausgangsspannung zu halten. Wobei anzumerken ist, dass heutige Markennetzteile in dieser Beziehung allesamt zu empfehlen sind. Früher hingegen sind uns doch gelegentlich einmal Modelle untergekommen, die es nicht geschafft haben, ihre Ausgangsspannungen im vom ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich zu halten.

Das SilverStone ET700-MG kann hier eine eher unspektakuläre, aber solide Performance zeigen. Die Nebenspannungen fallen im Lastverlauf um 2,4 % bzw. 1,5 % ab, auf der 12-V-Seite sieht die Lage mit 1,6 % ähnlich solide aus. 

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Bei den Ripple-/Noisespannungen hat sich zur Vorgängerversion hingegen nichts verändert. Mit bis zu 23 mV(pp) bzw. 22 mV(pp) werden auf den Nebenspannungen angenehm niedrige Werte erreicht, die weit entfernt von den erlaubten 50 mV(pp) liegen. Mit 37 mV(pp) auf 12 V fällt das SilverStone ET700-MG im Vergleich zu direkten Konkurrenzmodellen etwas ab, aber das ist eher ein "optisches" Problem, denn rein nüchtern betrachtet ist die Reserve zu den erlaubten 120 mV(pp) doch sehr groß.

Für den Bereich der Ausgangsspannungen kann das SilverStone ET700-MG einen guten Eindruck hinterlassen. Die Ausgangsspannungen liegen solide mitten im Toleranzfeld und die Ripple-/Noisespannungen sind ebenfalls im normal niedrigen Bereich. Neue Bestwerte kann das SilverStone ET700-MG natürlich nicht setzen, aber mit diesem Anspruch tritt das SilverStone ET700-MG schließlich auch nicht an.


Als Fazit zum SilverStone ET700-MG  bleibt zu sagen, dass es ein sehr solides 80-PLUS-Gold-Modell der oberen Mittelklasse ist. Mit einer Leistung 700 W, moderner Technik und guten Ausstattungsmöglichkeiten bietet es sich auch für bereits etwas anspruchsvollere Systeme an. In Sachen Effizienz, Spannungsregelung und Ripple-/Noisespannungen bietet es eine insgesamt gute und solide Performance. Optisch kommt es dezent, aber hochwertig daher und bietet mit dem voll-modularen Kabelmanagement auch gute Flexibilität. Im Betrieb arbeitet das SilverStone ET700-MG über einen weiten Lastbereich sehr leise. Mit Überschreiten von 60-%-Last macht sich der Lüfter allerdings zunehmend bemerkbar und produziert unter Volllast ein deutliches Lüfterrauschen, wobei immer die Frage ist, wie häufig das System sich in diesem Lastbereich überhaupt bewegt. Im Bereich der Qualität gibt es allenfalls die günstigen Kondensatoren im Sekundärbereich zu kritisieren, wobei aber der Rest mit dem Nichicon-Primärkondensator, der fünfjährigen Herstellergarantie und dem kompletten Satz an Schutzschaltungen hingegen stimmt.

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Preislich liegt das SilverStone ET700-MG mit einem Straßenpreis von 90 Euro in einem fairen Preisbereich. Es ist rein vom Preis her kein Schnäppchen, aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, auch im Vergleich zur reichlich vorhandenen Konkurrenz. 

Das SilverStone ET700-MG bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket mit insgesamt solider Performance. Wer also einfach nur ein funktionierendes Netzteil und weniger optische Gimmicks oder andere Features haben möchte, kann das SilverStone ET700-MG also durchaus in Betracht ziehen.

Positive Punkte bei dem SilverStone ET700-MG


Negative Punkte bei dem SilverStone ET700-MG

Preise und Verfügbarkeit
SilverStone ET700
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 79,90 EUR