SilverStone Nightjar 520W im Test

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silverstone nightjar 520w teaser Die Nightjar-Netzteile von SilverStone kennen wir als einige der wenigen Stromversorger auf dem Markt, die ein rein passives Kühlkonzept verfolgen. Auch wenn ein semi-passives High-End-Netzteil bei niedriger Last ebenfalls lautlos arbeitet, so besteht doch immer die "Gefahr", dass irgendwann doch einmal der Lüfter anspringt. Wer das vermeiden möchte, dem bleibt nur der Griff zu einem rein-passiven Modell. Das Nightjar 520W bietet Effizienz auf 80PLUS-Platinum-Niveau, ein voll-modulares Kabelmanagement und bis zu vier PCI-Express-Anschlüsse.

Das SilverStone Nightjar 520W ist seit Mitte 2014 auf dem Markt und ist quasi der Nachfolger des nicht mehr erhältlichen Nightjar 500W, welches durch die massive Bauweise mit dem außenliegenden Kühlkörper auffiel. Das ähnliche Nightjar 400W wird bei SilverStone allerdings noch weiterhin gelistet. Beim neuen Nightjar 520W greift SilverStone auf eine komplett andere Kühlstrategie zurück, denn beim 520W erfolgt die Kühlung durch eine möglichst optimierte Luftzirkulation hin zu den inneren Kühlkörpern. Das Nightjar 520W ist im Prinzip also ein normales Netzteil, dessen Innenleben etwas optimiert wurde und welches statt eines Lüfters möglichst große Wabengitter-Bereiche mitbringt. Wem dieser Ansatz bekannt vorkommt, der liegt auch richtig. Seasonic hat dieses Konzept mit seinen Fanless-Modellen erfolgreich umgesetzt und es ist kein Geheimnis, dass SilverStone für das Nightjar 520W nicht nur die Idee nutzt, sondern konkret auch bei der Fertigung auf Seasonic als Partner zurückgreift.

 

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Das SilverStone Nightjar 520W

Preislich sind die Nightjar 520W auf den ersten Blick attraktiv aufgestellt. Mit einem Straßenpreis von ca. 130 Euro liegt das NJ520 um ca. 10 Euro unter dem Seasonic Platinum Fanless 520W (ca. 140 Euro). Insgesamt ist dieses Marktsegment - lüfterlos und 500W - mit einem halben Dutzend Modellen sehr übersichtlich. Gute 15 Euro günstiger ist aktuell das Super Flower Golden Silent Fanless Platinum 500W zu bekommen, aber - abgesehen vom älteren FSP Xilenser mit 80PLUS Gold - sind die weiteren Modelle preislich auf oder über dem Niveau des SilverStone zu finden.

Hier die Fakten des SilverStone Nightjar 520W in Tabellenform:

Technische Daten in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung

SilverStone
Nightjar
520W

Modell NJ520
Straßenpreis ca. 130 Euro
Homepage www.silverstonetek.com
Leistungswerte
+3,3V  20 A
+5V  20 A
+12V

 43 A

+5Vsb  2,5 A
-12V  0,5 A
Leistung 12V  516 W
Leistung 3,3V & 5V  100 W
Gesamtleistung  520 W
Anschlüsse
ATX  24(20+4)-Pin
EPS/12V/CPU  1x 8(4+4)-Pin
PCI-Express
(6P / 8(6+2)P / 8P)
 0 / 4 / 0
SATA  6
4-Pin Molex  5
Floppy  1
Features
Effizienz  80PLUS Platinum
Maße (LxBxH)  160 x 150 x 86 mm
Lüfter  -
Kabelmanagement  ja, voll-modular
Herstellergarantie  3 Jahre
Besonderheiten  -

Auf den nachfolgenden Seiten stellen wir das SilverStone Nightjar 520W näher vor.


 

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Der Karton des SilverStone Nightjar 520W

SilverStone liefert das Nightjar 520W gut verpackt in Schaumstoff-Formteilen, wobei die Anschlusskabel wie bei Seasonic in einer separaten Aufbewahrungstasche zu finden sind. Auf dem Karton hat SilverStone die wichtigsten Produktmerkmale aufgelistet.

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Der Lieferumfang des Nightjar 520W.

Die Beilage des Nightjar 520W entspricht dem üblichen Standard. Neben den Anschlusskabeln des voll-modularen Kabelmanagements und einem Kaltgerätekabel befinden sich ein knappes Handbuch, Kabelbinder und ein Satz Schrauben im Lieferumfang.

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Bis auf die Farbe ist das Nightjar 520W optisch ein Zwilling von Seasonics Platinum Fanless.

Die Optik des SilverStone Nightjar 520W ist aufgrund seines Belüftungskonzepts auffällig. Es besitzt nicht wie andere bzw. ältere Passivnetzteile massive Kühlkörper an der Außenseite, sondern nahezu jede geeignete Fläche ist als Lüftergitter ausgeführt, fast schon wie ein Käfig um die Elektronik herum. Dadurch wird ohne Lüfter und nur mit natürlicher Luftkonvektion eine ausreichende Luftdurchströmung erzeugt, sodass die internen, etwas vergrößerten Kühlkörper schon zur Wärmeableitung ausreichen. Komplettiert wird dieses Konzept durch ein leistungstechnisches Downgrading: Um thermische Reserven zu haben, werden teilweise bewusst teurere Bauteile höherer Leistungsklassen eingesetzt. Zu beachten gilt, was seitens SilverStone auch als Aufdruck auf dem Gehäuse vermerkt ist, dass das Netzteil nicht wie sonst häufig "kopfüber" montiert werden darf, denn die natürliche Luftzirkulation funktioniert schließlich nur, wenn die warme Luft auch nach oben abziehen kann.

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Das NightJar 520W bietet voll-modulares Kabelmanagemenent.

Nicht nur die großen Wabengitterflächen heben das Nightjar 520W von anderen Netzteilen ab, auch die silberne Lackierung des Gehäuses ist auffällig.

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Deutlich ist der Hinweis auf die Einbaurichtung auf dem Gehäuse vermerkt.

Das Nightjar 520W verfügt über ein voll-modulares Kabelmanagement mit vergleichsweise guten Anschlussmöglichkeiten. Die Buchsen sind knapp, aber ausreichend beschriftet. Typisch für Seasonics Designkonzept ist, dass die "12V-Verbraucher" mit hoher Leistungsaufnehmer auf der unteren Ebene zu finden sind, da deren Buchsen direkt auf der Hauptplatine des Netzteils verlötet sind. Daher verteilt sich auch die 24-Pin-ATX-Leitung auf Netzteilseite auch auf zwei Stecker.

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Die Außenseite des be Silverstone Nightjar 520W.

Das Silverstone Nightjar 520W ist als Single-Rail-Netzteil ausgeführt, dessen einzelne 12V-Schiene nominal bis zu 43 Ampere liefern kann, was umgerechnet einer Leistung von 516 Watt entspricht. Damit steht fast die gesamte Netzteilleistung allein auf 12 Volt zur Verfügung. Die Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt sind mit jeweils bis zu 20 Ampere belastbar und weisen ein kombinierte Belastbarkeit von 100 Watt auf.

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Neben dem Typenschild mit den Leistungswerten sind im Gehäuseboden auch einige Lüftungslöcher zu finden.

SilverStone setzt wie bereits erwähnt beim Nightjar 520W auf Seasonic als Partner und nutzt deren Plattform, die auch im aktuellen Seasonic Platinum Fanless zum Einsatz kommt. Dieses Design mit Full-Bridge-Topologie mit LLC-Resonanzwandler auf der Primär- und Synchronous Rectification mit DC-DC-Wandlung auf der Sekundärseite konnte bei Seasonics Eigenmodelle schon sehr gute Ergebnisse erzielen. SilverStone hat hier also Qualität den Vorzug vor evtl. niedrigeren Kosten gegeben.

Im Bereich Schutzschaltungen gibt das SilverStone-Modell ein sehr gutes Bild ab. Vorhanden sein sollen Schutzschaltungen gegen Überspannungen (OVP), Überlastung (OPP), Überlastung einzelner Rails (OCP), Kurzschluss (SCP) und was bei einem Passiv-Netzteil natürlich absolut notwendig ist, eine Temperaturschutzschaltung gegen Überhitzung. Die OPP konnten wir auf den drei wichtigen Betriebsspannungen im Test erfolgreich auf Funktion überprüfen. Auf den Nebenspannungen lagen die Abschaltschwellen im Bereich 26-27 Ampere, auf 12 Volt erfolgte eine Abschaltung bei 56 Ampere.

 

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Das Innenleben des SilverStone Nightjar 520W in der Übersicht.

Bei den verwendeten Kondensatoren hat Silverstone auch nicht sparen lassen. Primärseitig kommt ein Modell von Hitachi zum Einsatz, das mit 420V Spannungsfestigkeit, 330uF Kapazität und 105°C Temperaturfestigkeit spezifiziert ist. Auf der Sekundärseite lassen sich hauptsächlich Elektrolytkondensatoren von Nippon Chemicon mit 105°C-Rating und diverse Polymerkondensatoren finden.

Kommen wir auf der nächsten Seite zu Lautstärke und Ausstattung.


Bei einem Passivnetzteil ist der Bereich des Reviews zur Lautstärke idealerweise sehr kurz. Ein Lüfter, der immer irgendwelche Geräusche produziert, auch wenn sie noch so leise sind, fehlt schließlich. Allerdings können Passivnetzteile genauso von Geräuschen betroffen sein, welche durch zu Schwinungen angeregten Bauteile der Elektronik verursacht werden, auch bekannt z.B. unter "Spulenfiepen". Bei Passivnetzteilen sind diese Geräusche noch kritischer, da sie nicht vom Lüfter überdeckt werden können und in Passiv-Systemen das Basis-Geräuschniveau meist auch schon deutlich niedriger liegt.

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Dank Passiv-Design kommt das SilverStone ohne Lüfter aus.

Unser Testsample konnte im Test insgesamt voll überzeugen, auch wenn wir fairerweise anmerken müssen, dass wir aufgrund der Geräusche der Testumgebung die niedrigen Lautstärkebereiche nicht sicher beurteilen können. Ein Surren oder Fiepen ist uns im normalen Belastungsbereich nicht aufgefallen, von daher können wir dem Nightjar 520W als Minimum einen sehr leisen Betrieb bescheinigen.

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Das Silverstone mit montierten Anschlusskabeln.

In Sachen Ausstattung kann das Nightjar 520W insbesondere verglichen mit anderen Passiv-Netzteilen überzeugen. Herausragend sind sicher die vier PCI-Express-Anschlüsse, welche sich auf zwei modulare Anschlusskabel mit je zwei Abgriffen aufteilen. Ein SLI- oder Crossfire-System werden wohl die wenigsten mit einem 520W-Netzteil aufsetzen, aber zumindest lässt sich eine einzelne High-End-Grafikkarte durch den Anschluss beider Kabel optimal versorgen. Auf Peripherieseite ist die Ausstattung mit sechs SATA- und fünf Molex-Anschlüssen eher durchschnittlich, aber völlig ausreichend. Bis auf das Netzkabel, welches aus ummantelnten schwarzen Einzellitzen besteht, sind alle Anschlusskabel als schwarze Flachbandkabel ausgeführt.

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Die Anschlussmöglichkeiten eines voll bestückten SilverStone Nightjar 520W.

Das Nightjar 520W ist seitens SilverStone mit einer dreijährigen Herstellergarantie ausgestattet.

Insgesamt kann das SilverStone also einen sehr interessanten Eindruck vermitteln. Für ein Passivnetzteil bietet es eine sehr gute Ausstattung und auch die Leistungswerte sind vielversprechend.


Messwerte (Effizienz, Spannungsstabilität)

Seit der Einführung des 80PLUS-Programms vor knapp acht Jahren ist der Netzteilwirkungsgrad immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das für Kunden einfach zu verstehende System hinter 80PLUS ermöglicht auch eine werbewirksame Vermarktung des Qualitätsfaktors Wirkungsgrad. Da das System der Zertifizierung bei dem Unternehmen, welches hinter 80PLUS steht, nicht unbedingt als manipulationssicher zu betrachten ist und sich insgesamt auch eher an den Interessen der Unternehmen als an den der Endkunden orientiert, sollte 80PLUS nicht überwertet werden. Keinesfalls darf man es als Qualitätssiegel für das gesamte Netzteil verstehen, denn die Effizienz ist nur ein Merkmal von vielen, welche für ein gutes Netzteil relevant sind. Vor dem Kauf eines Netzteils sollte man sich daher auch weiterhin aus verschiedenen objektiven Quellen informieren.

Und auch wenn die Effizienz eines Netzteils manchmal im Rampenlicht zu stehen scheint, ist ein Blick auf die Qualität der Ausgangsspannungen weiterhin mindestens genauso wichtig, denn ein gutes Netzteil soll effizient UND stabil arbeiten.

 

Wirkungsgrad

Da sich mit unserer Teststation neben der Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz auch die an den (imaginären) PC abgegebene Leistung bestimmen lässt, können wir damit auch quantitative Vergleiche der getesteten Netzteile vornehmen. Wir bestimmen dabei einmal die Effizienz über den Lastbereich des Netzteils selber und dann noch zum praxisnahen Vergleich an drei für alle Netzteile gleichen Punkten.

effizienz

Die Effizienzmessungen lassen wir bei sehr niedrigen fünf Prozent Last beginnen, was hier knapp über 25 Watt an abgegebener Leistung entspricht. Bei diesen niedrigen Lasten arbeiten auch moderne Netzteile wenig effizient und erreichen meist noch nicht einmal 80% Wirkungsgrad. Das Nightjar 520W, dessen "KM3-Plattform" von Seasonic sonst bevorzugt in Netzteilen höherer Leistungen zum Einsatz kommt, schlägt sich hier mit knapp 75% recht gut. Bei 10 Prozent Belastung - knapp über 50 Watt Ausgangsleistung - werden bereits fast 86% erreicht.

Bei einer Belastung von 20% erreicht auch das SilverStone langsam seinen eigentlichen Arbeitsbereich. Der Wirkungsgrad liegt dann bei guten 91,2%. Im Bereich von 40 bis 60 Prozent Auslastung erreichen Netzteile üblicherweise ihr Wirkungsgradmaximum, so auch das Nightjar 520W. Das absolute Maximum von 94,1% konnten wir erst relativ spät bei 60 Prozent Last messen, aber da auch schon bei 40 Prozent Last 93,7% erreicht werden, bietet das Nightjar 520W einen angenehm weiten Bereich, wo es mit Spitzeneffizienz arbeitet. Danach fällt die Wirkungsgradkurve erwartungsgemäß ab und erreicht bei Volllast noch hervorragende 93,1% Effizienz. An der hin zu Vollast wenig abfallenden Kurve lässt sich auch ablesen, dass die verwendete Plattform eigentlich für höhere Leistungen ausgelegt ist.

Auch bei diesem Test haben wir an den für die 80PLUS-Zertifizierung wichtigen Lastpunkten (20% / 50% / 100%) unsere Spannungsquelle kurz auf 115V / 60 Hz umgestellt, um die 80PLUS-Einstufung überprüfen zu können. Unsere Lastverteilung entspricht zwar nicht exakt der vom 80PLUS-Labor verwendeten, aber für eine grobe Einschätzung sollte es reichen. Das SilverStone Nightjar 520W erreicht mit 91,1% / 92,8% / 91,1% die für 80PLUS Platinum erforderlichen Mindestwerte von 90% / 92% / 89% sehr sicher. Wo andere Netzteile die 92% bei 50 Prozent Last nur gerade so erreichen, hat das Nightjar 520W ein komfortables Polster von 0,8% in der Hinterhand.

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Interessant ist auch der direkte Vergleich an drei festen Lastpunkten, da sich hier die Netzteile direkt miteinander vergleichen lassen, als ob man sie in demselben Rechner verwendet. Der erste Punkt mit 90-Watt-Leistungsaufnahme entspricht älteren Office-PCs oder einem modernen Mittelklasse-System im Idle. Hier liegt das SilverStone Nightjar 520W im Vergleich zur Konkurrenz weit vorne und muss sich nur unserem Testsample des Cooler Master V550S geschlagen geben. Deutlich ist auch der Vergleich zu dem Nightjar 500W, dem Vorgängermodell aus 2011 mit 80PLUS Bronze, welches um über acht Prozentpunkte hinter dem aktuellen Nightjar 520W liegt.

Bei etwas höheren Werten, in diesem Falle 250 Watt Leistungsaufnahme des Systems, kann das SilverStone Nightjar 520W sich klar an die Spitze setzen. Es hat hier ca. 0,5 Prozentpunkte Vorsprung auf das Seasonic Platinum 860W und ebenfalls 0,5 Prozentpunkte auf das auf einer älteren Plattform basierenden Platinum Fanless 460W. Gegenüber seinem Vorgänger Nightjar 500W liegt es um fünf Prozentpunkte vorn.

Bei unserem 500W-Vergleichspunkt kommen dann die Vergleichsnetzteile aus den höheren Leistungsbereichen in Fahrt, aber schließlich arbeitet das Nightjar 520W hier auch schon fast an seinem (nominalen) Volllastpunkt. Dafür sind dann nur 0,4 Prozentpunke Rückstand auf das Seasonic Platinum 860W ein sehr gutes Ergebnis.


Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

SilverStone Nightjar 520W

spannung

Beim Thema Spannungsregulierung kann das SilverStone eine sehr gute Performance zeigen, was aber angesichts der zum Einsatz kommenden Technik von Seasonic auch keine Überraschung darstellt. Alle Spannungen bleiben bei zunehmender Last nahezu konstant. Auf den Nebenspannungen liegen die Schwankungsbreiten von 0,1% bzw. 0,2% schon im Bereich der Messungenauigkeit, auf 12 Volt sind es ebenfalls sehr gute 0,8%.

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Sehr ordentlich sieht auch die Lage bei den Ripple-/Noise-Spannungen aus: Hier kann das SilverStone mit 19 bzw. 20 mV(pp) auf 3,3 Volt und 5 Volt angenehm niedrige Werte präsentieren, die sauber innerhalb des erlaubten Toleranzbereiches liegen. Die 24 mV(pp) auf 12 Volt sind angesichts der auf dieser Spannung erlaubten 120 mV(pp) dann schon ein ausgesprochen guter Wert.

Das SilverStone Nightjar 520W kann sowohl durch seine sehr hohe Effizienz als auch durch seine sehr stabilen Ausgangsspannungen und sehr niedrigen Ripple-Noise-Spannungen voll überzeugen.


Mit dem Nightjar 520W hat SilverStone ein Passiv-Netzteil auf den Markt gebracht, welches neben einer sehr hohen Effizienz und sehr guten Performance auch ein ordentliches Gesamtpaket mitbringt. Betrachtet man die Qualität des Produktes, dann hat sich die Entscheidung SilverStones, auf Seasonic als Partner zu setzen, voll ausgezahlt.

Das Nightjar 520W ist als reines Passiv-Netzteil ausgeführt, hat also keinen Lüfter an Bord. Es setzt zur Kühlung ganz auf natürliche Konvektion und daher ist nahezu jede mögliche Gehäusefläche als Wabengitter ausgeführt. Durch die sehr hohe Effizienz, die in einigen Leistungsbereichen zum Besten gehört, was aktuell auf dem Markt zu finden ist, wurde die "Abwärme" so weit reduziert, dass dieses Konzept auch gut funktioniert. Im Testbetrieb konnten wir dann auch keine Geräuschentwicklung feststellen. Zu der sehr hohen Effizienz gesellen sich dann noch sehr stabile Ausgangsspannungen und auch vergleichsweise niedrige Ripple-/Noise-Spannungen, sodass das Nightjar 520W aus technischer Sicht als sehr gut zu bewerten ist.

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FSP Aurum 92+ 650W

Neben einer durchschnittlichen Anzahl von Peripherieanschlüssen bringt das Nightjar 520W eine überdurchschnittliche Anzahl von vier PCI-Express-Anschlüssen mit. Als 520W-Modell ist es zwar nicht unbedingt "das" Netzteil für SLI/Crossfire-Systeme, aber beispielsweise könnte man mit den Maxwell-Grafikkarten von NVIDIA durchaus auch mit dem Nightjar 520W ein sehr leistungsstarkes Gaming-System bauen.

Das SilverStone Nightjar 520W ist also in Sachen Technik und Performance gleichwertig zum eng verwandten Seasonic Platinum Fanless 520W, weshalb sich die Frage stellt, welches man kaufen sollte. In Sachen Preis liegt das SilverStone mit einem Straßenpreis von ca. 130 Euro knapp günstiger als das Seasonic Fanless 520W mit ca. 140 Euro.

Für das SilverStone spricht weiterhin, dass es vier PCI-Express-Anschlüsse mitbringt - Seasonic verbaut nur zwei dieser Anschlüsse. In Sachen restlicher Ausstattung und Leistungswerten sind sich beide Modelle dann wieder gleich. Für das Seasonic spricht die längere Herstellergarantie von 5 Jahren und für manche Kunden sicher ein kleines bisschen auch der Herstellername direkt auf dem Gerät. Aus unserer Sicht hat sich das SilverStone Nightjar 520W - wie auch schon das Fanless-Modell von Seasonic - jedenfalls eine klare Kaufempfehlung verdient.

Positive Punkte bei dem SilverStone Nightjar 520W

Negative Punkte bei den SilverStone Nightjar 520W

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