Corsair AX1500i mit 80PLUS Titanium im Test

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corsair ax1500i logoMit dem AX1500i hat Corsair ein Netzteil der Superlative präsentiert: Es ist das erste Netzteil auf dem Markt, welches mit der neuen oberhalb von 80PLUS Platinum angesiedelten "Titanium"-Effizienz-Klasse aufwarten kann. Mit 1500 Watt Leistung und der digitalen Corsair-Link-Schnittstelle ist es noch dazu extrem leistungsfähig und auch sehr gut ausgestattet. Das Ganze hat natürlich seinen stolzen Preis, aber Corsair scheint auf den ersten Blick mit diesem Modell "das" High-End-Netzteil geschaffen zu haben.

Corsair hat sich als Netzteilmarke mittlerweile mehr als etabliert. Mit Modellen wie dem - mittlerweile auch nun fast zwei Jahre alten - AX1200i, welches mit der Link-Schnittstelle erstmalig bei einem Netzteil ein halbwegs nutzbares Softwareinterface mitbrachte, hat Corsair etliche interessante Akzente im manchmal etwas trägen Netzteilmarkt gesetzt. Und Corsair ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass eine "gute" Marke nicht unbedingt selbst produzieren muss, wenn die richtige Wahl der Partner getroffen und die richtigen Anpassungen eingebracht werden.

Das AX1500i tritt nun die Nachfolge des AX1200i als Flaggschiff von Corsairs Netzteil-Segment an. Es bietet erstmalig 80PLUS-Titanium-Effizienz, was bedeutet, dass ein Netzteil bei 50 Prozent Last einen Wirkungsgrad von 94% erreichen muss, somit also 2 Prozentpunkte mehr Spitzeneffizienz als bei 80PLUS Platinum zu erreichen hat. Bei den beiden anderen Messpunkten 20 und 100 Prozent Last muss die Effizienz nun 92% bzw. 90% betragen. Neu hinzugekommen ist ein Messpunkt bei 10 Prozent Auslastung, bei dem bereits 90% Effizienz erreicht werden müssen.

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Das Corsair AX1500i präsentiert sich als "das" High-End-Netzteil.

Das Corsair Professional Series AX1500i definiert sich aber nicht nur über die herausragende Effizienz. Mit 1500 Watt Leistung - wohlgemerkt auch bei Dauerbetrieb unter 50 °C Umgebungstemperatur - gehört es zu den leistungsfähigsten Netzteilen am Markt. Es bietet voll-modulares Kabelmanagement, zehn PCI-Express- und bis zu 20 SATA- bzw. zwölf Molex-Anschlüsse. Mit an Bord sind weiterhin eine Schnittstelle zu "Corsair LINK", über welche sich per Software diverse Informationen über Spannungen, Stromstärken und Leistungen abrufen lassen. Ebenso lässt sich für jeden der 12V-Anschlüsse eine eigene OCP (Schutzschaltung gegen Überstrom) definieren. Insgesamt also ein beeindruckendes Paket, was Corsair hier geschnürt hat.

Hier die Fakten des Corsair AX1500i in Tabellenform:

Technische Daten in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung

Corsair
Professional Series
AX1500i

Modell CP-9020057
Straßenpreis ca. 350 Euro
Homepage www.corsair.com
Leistungswerte
+3,3V 30 A
+5V 30 A

+12V

125 A
+5Vsb 3,5 A
-12V 0,8 A
Leistung 12V 1500 W
Leistung 3,3V & 5V

180 W

Gesamtleistung 1500 W
Anschlüsse
ATX 24(20+4)-Pin
EPS/12V/CPU 2x 8(4+4)-Pin
PCI-Express
(6P / 8(6+2)P / 8P)
0 / 10 / 0
SATA 20
4-Pin Molex 12
Floppy 2
Features
Effizienz 80PLUS Titanium
Maße (LxBxH) 225 x 150 x 86 mm
Lüfter 140 mm (FDB-Lagerung)
Kabelmanagement ja, voll-modular
Herstellergarantie 7 Jahre
Besonderheiten

semi-passive Lüftersteuerung
Corsair-Link-Schnittstelle
OCP über Software einstellbar
(Single- oder Multirail-Betrieb)

Werfen wir noch einen Blick auf den Produktkarton des Corsair AX1500i.

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Die wichtigsten Features werden bereits auf der Vorderseite erwähnt.

Wie es sich für ein High-End-Netzteil gehört, ist das teure Netzteil optimal in einer Tasche verstaut und durch Schaumstoff-Formteile gegen Stöße geschützt.

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Im Lieferumfang ist alles Wesentliche zu finden.

Neben Netzkabel und einem enorm großen Haufen Kabelage fehlen auch Handbuch, Netzkabel, Kabelbinder und Montageschrauben nicht. Zusätzlich liegen noch zwei Anschlusskabel für die Link-Schnittstelle bei: einmal für einen USB-Pin-Header auf dem Mainboard und als zweites eine Verbindung zu anderen LINK-Geräten.

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Gruppenbild mit Zubehör

Für die große Anzahl von beigelegten Anschlusskabeln steht eine Aufbewahrungstasche zur Verfügung. Das mehrsprachige Handbuch erklärt auf jeweils sieben A5-Seiten Installation und die wesentlichen Features.

Auf der nachfolgenden Seite stellen wir das Corsair AX1500i näher vor.


Corsair selbst bezeichnet das AX1500i selbstbewusst als "Das beste PC-Netzteil, das Enthusiasten besitzen können", was sich beim Blick auf seine umfangreiche Ausstattungsliste und die beeindruckenden Leistungsdaten erst einmal nicht wiederlegen lässt. Die Ausrichtung auf den obersten High-End-Bereich ist ebenso offensichtlich. Die wesentlichen Features haben wir in der Einleitung bereits erwähnt, daher hier noch ein Wort zum Preis. Momentan wird es seitens Corsair auf der Homepage mit 318 Euro gelistet. In unserem Preisvergleich taucht es mit knapp 365 Euro auf, wobei es aber aktuell bislang nur von de facto einem Händler als "nicht vorrätig" angeboten wird.

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Das Corsair AX1500i bietet eine dezente Optik.

Das Corsair AX1500 verzichtet auf optische Gimmicks und konzentriert sich auf seine eigentliche Aufgabe. Das relativ schlichte Design entspricht dem der bisherigen AX-Modelle: Außer einem speziell designten Lüftergitter und der Rillenstruktur auf Deckel und Seitenfächen bietet es den anthrazit-farbenen Standard-Look. Auffällig ist aber seine der Leistungsfähigkeit geschuldeten Dimensionen: Mit 225 mm Gehäuselänge ist es "überlang" und vom Gewicht her auch eine andere Liga. Einen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit gibt die Form der Netzbuchse: Der von Corsair eingesetzte C20-Steckbuchse ist anders als die sonst geläufigen "Kaltgerätestecker" für Ströme von 16 Ampere freigegeben. Für den Betrieb im heimischen 230V-Netz wäre dies nicht notwendig, aber in 115V-Netzen ergeben sich unter hoher Last Eingangsströme von deutlich größer als die 10 Ampere, für die ein normaler Kaltgeräteanschluss (C14) im Dauerbetrieb ausgelegt ist.

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Ein voll-modulares Kabelmanagementsystem gehört zur Ausstattung des Corsair AX1500i.
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Die Innenseite mit Blick auf das voll-modulare Kabelmanagement.

Das vollmodulare Kabelmanagement bringt neben zwei speziellen Buchsen für das 24-Pin-ATX-Kabel insgesamt zehn 8-Pin-Buchsen mit, an denen beliebig die PCI-Express- oder 8-PIN-CPU-Kabel angeschlossen werden können. Daneben sind sechs sechspolige Buchsen für Peripherie-Kabel vorhanden. Alle Steckplätze sind mit einer individuellen Nummerierung versehen, anhand derer dann über die Corsair-LINK-Software der jeweilige Port identifiziert werden kann. Insgesamt lassen sich neben einem LINK-Kabel bis zu 18 weitere Kabel anschließen, womit der Platz auf der Innenseite auch schon fast gänzlich belegt ist.

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Die Leistungswerte des Corsair AX1500i in der Übersicht auf dem Typenschild.

Das Corsair AX1500i ist nominal als Single-Rail-Netzteil ausgelegt, was hier zur beachtlichen Leistungswerten auf dem Typenschild führt. So ist die 12V-Schiene nominal mit 125 Ampere belastbar, womit 100% der kompletten Netzteilleistung auf 12 Volt verfügbar sind. Das AX1500i ist aber nur auf Wunsch ein Single-Rail-Netzteil, denn über die LINK-Software lässt sich für jeden der zehn 8-Pin-Ports eine individuelle OCP (ab 20 Ampere) aktivieren, die im Test auch zuverlässig beim eingestellten Wert ausgelöst wurde.

Die Nebenspannungen selber sind beim Corsair AX1500i mit bis zu 180 Watt belastbar, was einem überdurchschnittlich hohen Wert entspricht, aber angesichts der äußerst umfangreichen Anschlussmöglichkeiten auch die nötige Flexibilität bietet. Wie bereits erwähnt, garantiert Corsair die Gesamtleistung von 1500 Watt auch bei einer erhöhten Umgebungstemperatur von 50 °C.

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Dem AX1500i ist seine Leistungsfähigkeit von außen durch die Netzbuchse anzusehen.

Corsair gibt für das AX1500i das Vorhandensein aller wichtigen Schutzschaltungen an: Überstromsicherungen (OCP), die auf den Nebenspannungen fest und auf den 12V-Anschlüssen vom User individuell konfigurierbar sind, Überspannungssicherungen (OVP) und ein Kurzschlussschutz (SCP) sind mit an Bord. Eine Schutz vor Überhitzung (OTP) ist laut Hersteller ebenfalls vorhanden, was aus unserer Sicht gerade bei einem für 50 °C ausgelegten High-End-Netzteil als positiv zu werten ist. So mancher Konkurrent muss hierauf verzichten. Auch ein Punkt, bei dem Corsair wirklich mitgedacht hat: Das AX1500i läuft standardmäßig in einem Multirail-Modus, d.h. mit aktivierter OCP auf den jeweiligen Anschlüssen. Im Single-Rail-Betrieb lässt sich das AX1500i nur betreiben, wenn Corsair LINK aktiv und das Netzteil entsprechend konfiguriert ist.

Die Überstromsicherung auf 3,3 Volt und 5 Volt konnten wir mit der Kurzschlussstrom-Einstellung (~ 40A) unserer Chroma-Lastmodule problemlos auslösen. Ein Abschalten erfolgte jeweils beim Erreichen von ca. 36 Ampere. Eine OCP im Single-Rail-Betrieb konnten wir mangels genügend Gesamtkapazität unserer Chroma-Last-Module nicht testen, aber ein Test von über die LINK-Software gesetzten OCP-Schwellen für einzelne Anschlüsse zeigt, dass die Abschaltung jeweils präzise beim konfigurierten Wert erfolgt.

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Das Innenleben des Corsair AX1500i von oben betrachtet.

Zum Einsatz kommt ein LLC-Resonanzwandler-Design mit Synchronous Rectification, welches wie bereits andere Corsair-AXi-Modelle von Flextronics gefertigt wird. Zum Einsatz kommt auch hier eine "digitale Steuerung", dessen Mikrocontroller sich auf einer seitlichen Tochterplatine befindet (im Bild oben am unteren Rand). Primärseitig hat Corsair zwei Elkos mit 105°C-Rating von Nippon Chemicon verbaut, die mit 420V und 680uF bzw. 470 uF dimensioniert sind. Sekundärseitig kommen hauptsächlich Polymer-Kondensatoren von CapXon zum Einsatz, aber auch einige 105°C-Elkos von Rubycon bzw. Nippon Chemicon lassen sich finden.

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Die 12V-Verteilung im AX1500i.

Im Bild oben ist der 12V-Bereich zu sehen mit den beiden Transformatoren unterhalb der massiven Metallschiene. Die solide Dimensionierung der Leitungen verwundert nicht angesichts von nominalen 125 Ampere auf 12 Volt. Der Aufkleber auf den Primärkondensatoren empfiehlt einem, vor jeglicher Aktion am offenen Netzteil auf jeden Fall das Netzkabel zu ziehen. An sich ist dies immer ein guter Rat, aber beim AX1500i hat dieser den besonderen Hintergrund, dass der kleine -  niemals 15 Ampere verkraftende - Netzschalter an der Rückseite nicht wie üblich für eine Trennung des Primärbereiches vom Netz sorgt, sondern nur den Standby-Teil des AX1500i wirklich schaltet.

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Das Gehirn des AX1500i - die digitale Regelung.

Werfen wir einen Blick auf die Ausstattung des Corsair AX1500i.


Bei Netzteilen mit Leistungen von über 1000 Watt ist ein leiser Betrieb zwar auch ein Thema, aber üblicherweise stehen Aspekte wie Leistungsfähigkeit und hochwertige Ausgangsspannungen in der Anforderungsliste sowohl bei Kunden als auch bei den Designern an höherer Stelle. Beim Corsair AX1500i wird ein 140-mm-Lüfter eingesetzt, der über ein "Fluid Dynamic Bearing" verfügt, also ein hydrodynamisches Gleitlager, welches in dem Ruf steht, eine hohe Laufruhe mit einer relativ hohen Lebensdauer zu verbinden.

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Der 140-mm-Lüfter NR140P ist ein Modell unter Eigenlabel von Corsair.

Über den mit NR140P bezeichneten Lüfter mit Corsair-eigenem Label lässt sich nicht viel herausfinden, aber immerhin ist er TÜV-Rheinland-zertifiziert. Die Lüftersteuerung im AX1500i ist semi-passiv ausgelegt. Über die Corsair-LINK-Software lassen sich auch im Dauerbetrieb fixe Drehzahlen einstellen, aber der semi-passive Modus wird wohl am meisten zum Einsatz kommen. In diesem Modus beginnt das AX1500i beim Einschalten im Passiv-Modus. Bei unserem Test, wo das Netzteil mit guter Kühlung offen auf einer Tischplatte lag, blieb der Lüfter bis knapp 40% Last ausgeschaltet. Bei einer Last von ca. 50 Prozent schaltete die Lüftersteuerung den Lüfter ein und ließ in mit ca. 400 U/min rotieren. Bei dieser Geschwindigkeit ist der Lüfter des AX1500i sehr leise und auch in direkter Nähe kaum wahrzunehmen.

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Der Lüfter des AX1500i "hinter Gittern".

Bei zunehmender Last, bzw. präziser ausgedrückt bei höherer Temperatur, wird auch die Lüfterdrehzahl langsam hochgefahren. Bei 60% Last waren es bei uns im Test 500 U/min, bei 80% 850U/min und unter Volllast schließlich knapp 1100 U/min. Bei dem 500 U/min der Lüfter noch sehr leise, darüber ist in direkter Nähe zum Netzteil ein Luftrauschen wahrnehmbar. Im Volllast-Betrieb ist das AX1500i dann noch recht leise, der Lüfter ist nur in direkter Nähe durch ein Rauschen bzw. leichtes Brummen zu vernehmen.

 

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Die Übersicht über die Netzteil-relevanten Daten in Corsairs LINK-Software - hier bei 10% Last

In Corsairs LINK-Software, welche ja neben etwas allgemeinen System-Monitoring-Daten auch noch andere LINK-Hardware ansprechen kann, gibt es einen separaten Reiter zum Netzteil. Im oberen Bereich ist der Verlauf der Effizienz zu sehen, aber diese Werte sind leider bei niedrigen Leistungen nicht zu gebrauchen. Die der Effizienz zugrunde liegenden Daten - Eingangs- und Ausgangsleistung - werden einen Bereich tiefer eingeblendet. Die Bestimmung der Eingangsleistung bekommt das AX1500i insgesamt passabel hin, zumindest die Größenordnung stimmt, auch wenn die Abweichung zu unseren Messwerten der Chroma teils doch etliche Watt beträgt. Wie schon früher beim AX1200i funktioniert die Messung der Ausgangsleistung bei niedrigen Leistungswerten auch beim AX1500i nicht wirklich. Bei 5 und 10 Prozent Last ist die angezeigte Ausgangsleistung viel zu niedrig. Bei 20 Prozent Last liegt sie hingegen fast gleichauf mit der Eingangsleistung, was in angezeigten 99% Effizienz resultiert. Darüber hinaus pendelt sich die Sache ein, sodass ab ca. 50 Prozent Last die berechnete Effizienz bis auf ein Prozent genau passt, bzw. die angezeigten Leistungen bis auf 10-20 Watt an die von uns gemessenen Werten herankommen.

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Die Übersicht über die Netzteil-relevanten Daten in Corsairs LINK-Software - hier bei 80% Las

In einer weiteren Zeile wird die Innentemperatur sowie - sehr präzise - die Lüfterdrehzahl angezeigt. Daneben sind weitere Kennwerte wie Eingangsspannung, Eingangsstrom, Spannungen und Ströme auf der ATX-Leitung sowie - über alle sechs Ports zusammengefasst - die Daten der Peripherie-Versorgung dargestellt.

Im letzten Bereich unten werden je 8-Pin-Port individuell die aktuell anliegenden Ströme angezeigt, bzw. kann hier die OCP-Einstellung eingesetzt werden. Die Messgenauigkeit der Ströme ist hier im unteren Bereich ungenau, so wird unterhalb von 5 Ampere trotz anliegendem Strom kein Wert angezeigt. Jenseits der 10 Ampere stimmen die Werte dann ungefähr mit den tatsächlich anliegenden überein. Die Anzeige der Ströme je Kabel ist aber sehr interessant, wenn es darum geht, in einem voll-bestückten System ungleiche Lastverteilungen zu erkennen.

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Das Corsair im teilbestückten Zustand

Das Corsair AX1500i bietet dank voll-modularem Kabelmanagement und der hohen Anzahl von Anschlussbuchsen auch dementsprechend umfangreiche Möglichkeiten. Bei Vollbestückung lassen sich neben dem ATX-Hauptkabel zehn PCI-Express-, zwei 8-Pin-EPS-, zwanzig SATA- und dann noch vier Molex-Stecker parallel nutzen. Alternativ sind 12 Molex- und dann noch acht SATA-Anschlüsse nutzbar. Die zehn PCI-Express-Anschlüsse teilen sich auf acht Kabel auf, d.h. zwei der sechs Anschluss-Kabel verfügen über einen Doppel-Abgriff mit je zwei 8(6+2)-Pin-Steckern. Praktisch ist auch, dass Corsair bei den sechs Kabeln mit Einzelabgriff vier mit 650 mm Länge und zwei mit 800 mm Länge ausgeführt hat.

 

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Bei Voll-Bestückung bleibt kaum Platz frei.

Im voll bestückten Zustand wird es im Bereich der Anschlüsse naturgemäß etwas eng, aber das ist in dieser Leistungsklasse mit dieser Anzahl von Anschlussmöglichkeiten kaum anders zu realisieren. Die Verarbeitung von Kabel und Kabelmanagement-System macht jedenfalls auch beim Corsair AX1500i einen guten Eindruck.

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Das voll-bestückte Corsair AX1500i in der Übersicht.

Die Kabellängen sind beim Corsair AX1500i als gut zu bezeichnen. Beide 8-Pin-EPS-Kabel, die übrigens mit 650 und 800 mm unterschiedlich lang sind, sind wie auch die PCI-Express-Anschlusskabel recht lang ausgeführt, was aber bei einem Netzteil dieser Klasse, welches sicher nicht in einem Mini-Tower verbaut werden wird, selbstverständlich ist. Alle Anschlusskabel sind als schwarze Flachbandkabel ausgeführt.


Messwerte (Effizienz, Spannungsstabiltität)

Seit der Einführung des 80PLUS-Programms vor knapp 8 Jahren ist der Netzteilwirkungsgrad immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das für Kunden einfach zu verstehende System hinter 80PLUS ermöglicht auch eine werbewirksame Vermarktung des Qualitätsfaktors Wirkungsgrad. Da das System der Zertifizierung bei dem Unternehmen, welches hinter 80PLUS steht, nicht unbedingt als manipulationssicher zu betrachten ist und sich insgesamt auch eher an den Interessen der Unternehmen als an den der Endkunden orientiert, sollte 80PLUS nicht überwertet werden. Keinesfalls darf man es als Qualitätssiegel für das gesamte Netzteil verstehen, denn die Effizienz ist nur ein Merkmal von vielen, welche für ein gutes Netzteil relevant sind. Vor dem Kauf eines Netzteils sollte man sich daher auch weiterhin aus verschiedenen objektiven Quellen informieren.

Unabhängig von 80PLUS: Das Schöne am Thema Netzteileffizienz ist, dass der Kunde mittlerweile mehrere Gründe für den Kauf eines darin besonders guten Netzteils finden kann. Er kann es zum wirklichen Einsparen von Energiekosten nutzen, er kann sein grünes Gewissen durch das eingesparte Kraftwerks-CO2 etwas beruhigen, aber der wahrscheinlich wichtigste Grund ist, dass eine hohe Effizienz auch an neueste und beste Technik glauben lässt. Daher ist ein Blick auf die Qualität der Ausgangsspannungen weiterhin wichtig, denn ein gutes Netzteil soll effizient UND stabil arbeiten.

 

Wirkungsgrad

Da sich mit unserer Teststation neben der Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz auch die an den (imaginären) PC abgegebene Leistung bestimmen lässt, können wir damit auch quantitative Vergleiche der getesteten Netzteile vornehmen. Wir bestimmen dabei einmal die Effizienz über den Lastbereich des Netzteils selber und dann noch zum praxisnahen Vergleich an drei für alle Netzteile gleichen Punkten.

ax effizienz

Die Effizienzkurve des Corsair AX1500i unter 230V ist durchaus beeindruckend, denn in über mehr als 80 Prozent des Lastbereiches liegt es über 92% Wirkungsgrad. Noch mehr beindruckt die Tatsache, dass die Kurve in einem breiten Bereich sogar jenseits der 94% liegt.

Bei einer Last von 5 Prozent erreicht das AX1500i schon sehr gute 85% Effizienz. Bei 10% erreicht es bereits knapp 91% und die Kurve steigt dann weiter an. Die 94% werden bei knapp unter 30 Prozent Last überschritten und im Peak knackt es mit 94,88% fast die 95%. Den Betriebspunkt Volllast konnten wir nicht fahren, da dafür die Kapazität unserer Chroma-Teststation nicht ganz ausreicht, aber ein provisorischer Messpunkt bei bei knapp 95 Prozent Auslastung zeigte noch über 93% Effizienz. Das Corsair AX1500i setzt in Sachen Effizienz neue Maßstäbe, denn einen Wirkungsgrad von fast 95% erreichte bislang noch keiner unserer Testkandidaten.

Auch bei diesem Test haben wir an den für die 80PLUS-Zertifizierung wichtigen Lastpunkten (10% / 20% / 50% / ~100%) unsere Spannungsquelle kurz auf 115V / 60 Hz umgestellt, um die 80PLUS-Einstufung überprüfen zu können. Unsere Lastverteilung entspricht zwar nicht exakt der vom 80PLUS-Labor verwendeten, aber für eine grobe Einschätzung sollte es reichen. Das Corsair AX1500i zeigte uns an den vier Lastpunkten 90,6% / 92,6% / 93,81% / ~91,8%. Somit erfüllt das Corsair AX1500i die Anforderungen einer 80PLUS-Titanium-Einstufung (90% / 92% / 94% /90%) an drei von vier Messpunkten sehr sicher. Die beim 50-Prozent-Lastpunkt fehlenden 0,19 Prozentpunkte würden wir unter die Kategorie Messungenauigkeit verbuchen, von daher geht die Titanium-Einstufung unserer Meinung nach in Ordnung. Der Vorsprung vor den bislang besten Netzteilen mit 80PLUS Platinum ist jedenfalls beachtlich groß.

ax effizienzvergleich

Interessant ist auch der direkte Vergleich an drei festen Lastpunkten, da sich hier die Netzteile direkt miteinander vergleichen lassen, als ob man sie in demselben Rechner verwendet. Der erste Punkt mit 90-Watt-Leistungsaufnahme entspricht älteren Office-PCs oder einem modernen Mittelklasse-System im Idle. Für ein System, welches ein 1500W-Netzteil benötigt, ist dieser Punkt sicher nicht praxisnah, aber ein Vergleich zu dem direkten Konkurrenten SilverStone Zeus 1350W und anderen Modellen dieses Leistungsbereiches ist durchaus interessant zu betrachten. Das Corsair AX1500i erreicht hier gute 87,9%, womit es in der Klasse 1200+ Watt nur knapp vom Super Flower Leadex Platinum 1200W geschlagen wird.

Bei einer Belastung mit 250 Watt, welches einem Mittelklasse-PC unter Last bzw. einem Multi-GPU-System im Idle entspricht, kann es sich mit 93,1% in seiner Leistungsklasse knapp den Spitzenplatz sichern. Bei 500 Watt Leistungsbedarf, was für ein Netzteil dieser Klasse sicher ein praxistauglicherer Arbeitspunkt ist, kann sich das AX1500i den Spitzenplatz vor allen anderen Vergleichsnetzteilen sichern, mit einem Vorsprung von gut einem Prozent auf die 1200+W-Konkurrenz. Im Vergleich zur teilweise nur ein Halb oder Drittel so starken Vergleichsrunde eine beeindruckende Leistung. Richtig auftrumpfen könnte das AX1500i vermutlich bei einem Lastpunkt um die 750 Watt, da dort das Maximum seiner Wirkungsgradkurve liegt.


Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

ax spannung

Das Corsair AX1500i zeigt hier beeindruckend gute Werte. Alle drei Ausgangsspannungen liegen allesamt sehr präzise am Sollpunkt. Die Spannungen fallen unter Last nicht ab, sondern werden vom AX1500i über den Lastverlauf um ca. 0,6 Prozentpunkte angehoben.

ax ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ebenfalls sehr gut aus. Auf 3,3 Volt werden maximal knapp 10 mV(pp), auf 5 Volt knapp 15 mV(pp) erreicht, was angesichts des Grenzwertes von 50 mV(pp) und der Tatsache, dass die Nebenspannungen immer etwas kritischer zu sein scheinen, als ausgesprochen gut zu bezeichnen ist. Nur wenige Netzteile erreichen hier so niedrige Werte. Die 12V-Schiene, die laut ATX Design Guide sogar Werte von bis zu 120 mV(pp) erreichen darf, erreicht unter Volllast nur knapp 16 mV(pp), was ebenfalls eine hervorragende Leistung darstellt.

Sowohl im Bereich Regelung der Ausgangsspannungen als auch bei den Ripple-/Noisespannungen kann das Corsair AX1500i eine beeindruckende Performance zeigen. In diesen Belangen gehört es klar zu den besten Netzteilen, die wir bislang testen konnten.


Das Corsair AX1500i hat die Erwartungen, die sich uns beim Lesen der Spezifikation bzw. beim Auspacken ergeben haben, vollends erfüllt. Theoretisch könnten wir Corsairs Aussage "das beste Netzteil  für Enthusiasten" zustimmen, denn wer maximale Leistung, Anschlussmöglichkeiten und Effizienz sucht, der wird den Preis jenseits der 300 Euro sicher locker verschmerzen. Das AX1500i kann in bzgl. der drei genannten Anforderungen das Maximale liefern, was heutzutage auf dem Markt zu bekommen ist.

Fangen wir bei den wichtigen Punkten an: In Sachen Spannungsstabilität und -qualität bietet das AX1500i eine Performance, wie wir sie bislang kaum besser gesehen haben. Wir hätten auch ein gutes Gewissen dabei, dieses Netzteil im Dauerbetrieb maximal zu belasten. Noch dazu sind wesentliche Punkte wie eine Temperatursicherung und Überstromschutzschaltungen mit an Bord, wobei sich letztere sogar den eigenen Anforderungen nach konfigurieren lassen. Auch wenn der typische Arbeitsbereich eines 1500W-Netzteils eher speziell ist, so bietet es den Zahlen nach mit fast 95% dennoch den höchsten Wirkungsgrad, den wir bislang bei einem Netzteil gesehen haben. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass vor gerade erst zehn Jahren Effizienz-Werte im Bereich von 85% schon als Spitze galten.

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Das Corsair AX1500i präsentiert sich als "das" High-End-Netzteil.

Von der Ausstattung her liegt es ebenfalls unangefochten an der Spitze. Dass zehn PCI-Express-Anschlüsse und bis zu 20 SATA-Stecker den Bedarf auch anspruchsvoller Gaming-Rechner bei weitem übersteigen, dürfte klar sein, aber für solche Anwendungsbereiche ist das AX1500i ja auch nicht vorgesehen. Neben den bestmöglichen Anschlussmöglichkeiten kann es mit weiteren Boni wie z.B. der LINK-Schnittstelle punkten. Deren bei niedrigen Leistungen nur eingeschränkt brauchbare Genauigkeit wäre auch schon unser größter Kritikpunkt am AX1500i. Wenn man sich der technischen Unzulänglichkeiten aber bewusst ist, stellen die sich daraus ergebenden Diagnosemöglichkeiten aber sicher einen deutlichen Mehrwert dar.

Bei solch leistungsstarken Netzteilen sollte man in der Regel nicht zu hohe Erwartungen an einen leisen Betrieb stellen. Corsair schafft es aber, uns beim AX1500i in diesem Bereich positiv zu überraschen. Dank semi-passivem Lüftermodus und einem hochwertigen Lüfter arbeitet es über einen weiten Lastbereich ausgesprochen leise. Aber auch unter Volllast blieb das AX1500i noch angenehm leise.

Das Corsair AX1500i findet sich in einer angenehmen Ausgangslage wieder, denn wer "das" High-End-Netzteil kaufen möchte, wird momentan zumindest automatisch bei ihm landen. Nüchtern betrachtet ist es trotz seiner technischen Finesse auch für die Mehrheit der Enthusiasten klarer "Overkill", aber das sollte sowieso klar sein.

Positive Punkte beim Corsair AX1500i:

Negative Punkte beim Corsair AX1500i:

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