EVGA SuperNova G2 1300W im Test

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evga SuperNOVA 1300 G2 teaserDer eigentlich aus dem Grafikkartenbereich bekannte Hersteller EVGA hat seit geraumer Zeit auch Netzteile im Produktportfolio. Im Herbst hat EVGA nun sein neues Spitzenmodell vorgestellt, welches mit 1300 Watt, voll-modularem Kabelmanagement und 80PLUS-Gold-Effizienz aufwarten kann. Ein leiser Betrieb und beachtliche zehn Jahre Herstellergarantie sollen auch mit an Bord sein. Wirklich interessant macht das EVGA SuperNOVA G2 1300W die Tatsache, dass es schon für deutlich unter 200 Euro zu haben ist.

EVGA hat momentan nur acht unterschiedliche Netzteile auf dem deutschen Markt, deckt mit diesen aber den kompletten Leistungsbereich von 500 bis 1500 Watt ab. Die SuperNOVA G2 sind in zwei Leistungsvarianten mit 1000 und 1300 Watt verfügbar und füllen somit seit kurzem die Lücke zwischen dem Topmodell SuperNOVA NEX 1500 und den schwächeren NEX-Modellen im Bereich 650 bzw. 750 Watt. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, kann das EVGA SuperNOVA 1300 G2, obwohl es sich von Features, Effizienz und Leistungsfähigkeit offensichtlich im High-End-Bereich positionieren möchte, mit einem attraktiven Preis aufwarten. Aktuell wird es für knapp 170 Euro gelistet, womit es im Bereich von 1200 Watt und mehr eindeutig zu den günstigsten am Markt verfügbaren Modellen gehört.

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Das SuperNOVA G2 1300W bietet alles, was ein High-End-Netzteil ausmacht.

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 richtet sich an Anwender, die auf höchste Leistungsfähigkeit Wert legen. EVGA als renommiertem Grafikkartenhersteller ist es zuzutrauen, dass er genau weiß, welche Leistung anspruchsvolle Multi-GPU-Systeme benötigen. Qualitativ gute Ausgangsspannungen und flexible Anschlussmöglichkeiten sind daher ebenfalls ein Muss. Eine angemessen hohe Effizienz vereinfacht die Kühlung und ermöglicht einen leiseren Betrieb. Die technischen Daten bescheinigen dem EVGA SuperNOVA 1300 G2 eine gute Ausgangssituation: 1200 Watt allein auf 12 Volt, acht PCI-Express-Anschlüsse und 80PLUS Gold bilden eine sehr gute Grundlage für den Betrieb von High-End-Systemen.

Hier die Fakten des EVGA SuperNOVA 1300 G2 in Tabellenform:

Technische Daten in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung

EVGA
SuperNOVA 1300 G2

Modell 120-G2-1300-XR
Straßenpreis ca. 180 Euro
Homepage eu.evga.com
Leistungswerte
+3,3V 24 A
+5V 24 A

+12V

108,3 A
+5Vsb 3 A
-12V 0,5 A
Leistung 12V 1299,6 W
Leistung 3,3V & 5V

120 W

Gesamtleistung 1300 W (@ 50°C)
Anschlüsse
ATX 24(20+4)-Pin
EPS/12V/CPU 2x 8(4+4)-Pin
PCI-Express
(6P / 8(6+2)P / 8P)
2 / 6 / 0
SATA 12
4-Pin Molex 3
Floppy 2 (Adapter)
Features
Effizienz 80PLUS Gold
Maße (LxBxH) 200 x 150 x 86 mm
Lüfter 140 mm (Kugellagerung)
Kabelmanagement ja, voll-modular
Herstellergarantie 10 Jahre
Besonderheiten -

Werfen wir noch einen Blick auf den Produktkarton des EVGA SuperNOVA 1300 G2.

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Der Designgeschmack ist in den USA etwas anders als in Fernost.

Wie es sich für ein Netzteil des Premium-Segments gehört, ist das teure Netzteil optimal in einer Tasche verstaut und durch Schaumstoff-Formteile gegen Stöße geschützt.

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Im Lieferumfang ist alles Wesentliche zu finden.

Neben Netzkabel und Kabelage fehlen auch Handbuch, Kabelbinder und Montageschrauben nicht. Für die große Anzahl von beigelegten Anschlusskabeln steht eine Aufbewahrungstasche zur  Verfügung. 

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Gruppenbild mit Zubehör

EVGA legt dem Paket noch ein englischsprachiges Mini-Handbuch bei, in dem (sehr) kurz der Einbau und die wichtigsten technischen Daten erklärt werden.

Auf der nachfolgenden Seite stellen wir das EVGA SuperNOVA 1300 G2 näher vor.


Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 spielt von Leistung und Ausstattung her im Netzteilbereich ohne Frage in der Top-Liga mit. Mit seinen 1300 Watt und acht PCI-Express-Anschlüssen lassen sich vier Grafikkarten einer höheren Leistungskategorie betreiben. Was natürlich im Gegenzug auch bedeutet, dass der Markt für ein so leistungsstarkes Netzteil eher klein ist, da nur sehr wenige PC-Systeme eine derartige Leistungsfähigkeit wirklich benötigen. Den wirklichen Umsatz und Gewinn machen die Netzteilhersteller zwar eher mit den preisgünstigen Einstiegs- und Mittelklasse-Modellen, aber Top-Modelle wie das SuperNOVA 1300 G2 machen sich in jedem Fall gut im Produktportfolio, insbesondere, wenn man sich als Firma wie EVGA seinen Namen im Bereich leistungsstarker NVIDIA-Grafikkarten gemacht hat.

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Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 bietet eine dezente Optik.

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 verzichtet auf ein ausgefallenes Gehäusedesign oder besonders auffällige optische Gimmicks. Der Spruch "auf die inneren Werte kommt es an" lässt sich nach wie vor auch gut auf Netzteile anwenden. Trotzdem wirkt das SuperNOVA mit dem aus dem Deckel ausgestanzten Lüftergitter, den EVGA-Prägungen und der Gehäusebeschichtung sehr hochwertig. Das mit 200 mm Länge für diese Leistungsklasse normal große Gehäuse des EVGA SuperNOVA 1300 G2 ist mit einer anthrazitfarbenen Pulverbeschichtung versehen. Diese hat eine raue Oberfläche, welche sie unanfällig gegen kleinere Kratzer macht.

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Ein voll-modulares Kabelmanagementsystem gehört zur Ausstattung des EVGA SuperNOVA 1300 G2.

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 bringt ein voll-modulares Kabelmanagementsystem mit, welches der Leistungsklasse entsprechend eine hohe Zahl von Anschlussmöglichkeiten mitbringt. Die Kühlung erfolgt durch einen 140-mm-Lüfter im Deckel, wobei das SuperNOVA 1300 G2 auch für einen Volllastbetrieb bei einer Umgebungstemperatur von 50 °C ausgelegt ist.

 

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Die Innenseite mit Blick auf das voll-modulare Kabelmanagement.

Das vollmodulare Kabelmanagement ist in der Anzahl der Steckplätze an die Leistungsklasse angepasst und bringt daher satte 16 Anschlussbuchsen auf seiner Innenseite unter. Die Buchsen sind allesamt beschriftet, wobei sich die PCI-Express-Anschlüsse zusätzlich durch rote Buchsen farblich abheben, was nebenbei auch das Auseinanderhalten von PCI-Express- und CPU-Anschlussleitungen einfacher macht, welche beide über 8-Pin-Stecker verfügen.

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Die Leistungswerte des EVGA SuperNOVA 1300 G2 in der Übersicht auf dem Typenschild.

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 ist als Single-Rail-Netzteil ausgelegt, was hier zur beachtlichen Leistungswerten auf dem Typenschild führt. So ist die 12V-Schiene nominal mit über 108 Ampere belastbar, womit 99,97% der kompletten Netzteilleistung auf 12 Volt verfügbar sind. Die Nebenspannungen selber sind beim SuperNOVA 1300 G2 mit bis zu 120 Watt belastbar, was einem durchschnittlich hohen Wert entspricht. Wie bereits erwähnt, garantiert EVGA die Gesamtleistung von 1300 Watt auch bei einer erhöhten Umgebungstemperatur von 50 °C.

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Dem EVGA SuperNOVA 1300 G2 ist seine Leistungsfähigkeit von außen nicht anzusehen.

EVGA gibt für das SuperNOVA G2 das Vorhandensein aller wichtigen Schutzschaltungen an: Überstromsicherung (OCP), Überlastsicherung (OPP), Überspannungssicherung (OVP), Unterspannungsschutz (UVP) und Kurzschlussschutz (SCP) sind mit an Bord. Eine Schutz vor Überhitzung (OTP) scheint allerdings zu fehlen, was aus unserer Sicht gerade bei einem für 50 °C ausgelegten High-End-Netzteil schade wäre.

Die Überstromsicherung auf 3,3 Volt und 5 Volt konnten wir mit der Kurzschlussstrom-Einstellung (~ 40A) unserer Chroma-Lastmodule problemlos auslösen. Tests der Schutzschaltungen auf 12V-Seite müssen wir leider schuldig bleiben, da unser Chroma-System mit 1300 Watt bereits voll ausgelastet ist und keine Reserven für Überlast-Tests bietet.

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Das Innenleben des EVGA SuperNOVA 1300 G2 von oben betrachtet.

Zum Einsatz kommt ein LLC-Resonanzwandler-Design mit Synchronous Rectification auf der Sekundärseite, welches von Super Flower gefertigt wird. Dieses Design kommt z.B. auch in den höherwattigen Modellen von Super Flowers Leadex Platinum zum Einsatz, dort allerdings mit 80PLUS-Platinum-Effizienz. Das SuperNOVA 1300 G2 ist wie auch das Schwestermodell G2 1000W mit 80PLUS Gold zertifiziert, was - bei gleicher Qualität bzw. Lebensdauer - den Einsatz günstigerer Bauteile ermöglicht. Dies muss nicht unbedingt bedeuten, dass die Netzteileffizienz insgesamt deutlich schlechter wird. Viele Gold-Netzteile verfehlen die Platinum-Zertifizierung häufig nur an einem Lastpunkt (20% oder 100%). Die Optimierung dieses einen Lastpunktes erfordert dann meist einen recht hohen Aufwand und den Einsatz überdurchschnittlich hochwertiger Bauteile, was die Kosten dementsprechend hochtreibt. Im Test zeigte das EVGA SuperNOVA 1300 G2 jedenfalls auch ohne Platinum-Rating eine sehr gute Effizienz.

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Der Primärbereich des EVGA SuperNOVA 1300 G2.

Als Primärkondensatoren werden zwei 105-°C-Elkos von Nippon Chemicon eingesetzt, die mit 560 uF bzw. 680 uF bei 400V nicht überdimensioniert sind. Sekundärseitig sind durchweg 105°C-Elkos von Nippon Chemicon und Polymer-Kondensatoren zu finden.

Werfen wir einen Blick auf die Ausstattung des EVGA SuperNOVA 1300 G2.


Bei Netzteilen mit Leistungen von über 1000 Watt ist ein leiser Betrieb zwar auch ein Thema, aber üblicherweise stehen Aspekte wie Leistungsfähigkeit und hochwertige Ausgangsspannungen in der Anforderungsliste sowohl bei Kunden als auch bei den Designern an höherer Stelle. Beim SuperNOVA 1300 G2 setzt EVGA einen 140-mm-Lüfter mit rein aktiver Lüftersteuerung ein.

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Der 140-mm-Lüfter ist ein Modell von "Ong  Hua"

Im SuperNOVA 1300 G2 kommt der Lüfter HA1425H12B-Z der Firma Ong Hua zum Einsatz, welches damit übrigens der gleiche Lüfter sein sollte, den wir vor kurzem im Corsair HX650 gefunden haben. Der Lüfter wird von der Lüftersteuerung im Bereich bis zu knapp über 50% Last mit einer Drehzahl von konstant 1000 U/min angesteuert. Der Lüfter arbeitet in diesem Bereich erstaunlich leise, nur ein leises "Spulen-Zwitschern" der Elektronik konnten wir bei unserm Testsample im Niedrigstlastbereich wahrnehmen. Insgesamt zeigt das SuperNOVA 1300 G2 im unteren und mittleren Lastbereich einen angenehm leisen Betrieb.

Mit steigender Last erhöht die Lüftersteuerung dann die Drehzahl: von 1150 U/min bei 60% Last über 1400 U/min bei 80% Last bis hin zu 1650 U/min bei Volllast. Die Lautstärke des SuperNOVA 1300 G2 bleibt dabei auch unter Volllast noch erfreulich gering. Der Lüfter ist zwar wahrnehmbar, aber insgesamt bleibt das EVGA noch bei einer angenehmen Lautstärke. Oder anders formuliert: Für ein Netzteil, welches 1300 Watt Leistung abgibt, arbeitet es unter Volllast vergleichsweise leise.

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Das EVGA im teilbestückten Zustand

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 bietet dank voll-modularem Kabelmanagement und der hohen Anzahl von Anschlussbuchsen auch dementsprechend gute Möglichkeiten. Bei Vollbestückung lassen sich neben dem ATX-Hauptkabel acht PCI-Express-, zwei 8-Pin-EPS, zwölf SATA- und vier Molex-Stecker parallel nutzen. Die acht PCI-Express-Anschlüsse teilen sich auf sechs Kabel auf, d.h. zwei der sechs Anschluss-Kabel verfügen über einen Doppel-Abgriff mit je einem 8(6+2)-Pin- und einem 6-Pin-Stecker.

 

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Bei Voll-Bestückung bleibt kaum Platz frei.

Im voll bestückten Zustand wird es im Bereich der Anschlüsse naturgemäß etwas eng, aber das ist in dieser Leistungsklasse mit dieser Anzahl von Anschlussmöglichkeiten kaum anders zu realisieren. Die Verarbeitung von Kabel und Kabelmanagement-System macht jedenfalls einen guten Eindruck.

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Das voll-bestückte EVGA SuperNOVA 1300 G2 in der Übersicht.

Die Kabellängen sind beim EVGA SuperNOVA 1300 G2 als gut zu bezeichnen. Beide 8-Pin-EPS-Kabel sind wie auch die PCI-Express-Anschlusskabel überdurchschnittlich lang ausgeführt, was aber bei einem Netzteil dieser Klasse, welches sicher nicht in einem Mini-Tower verbaut werden wird, selbstverständlich ist. Alle Anschlusskabel sind klassisch mit schwarzem Netzsleeve ausgeführt, auf die trendigen Flachbandkabel verzichtet EVGA.


Messwerte (Effizienz, Spannungsstabiltität)

Seit der Einführung des 80PLUS-Programms vor knapp 8 Jahren ist der Netzteilwirkungsgrad immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das für Kunden einfach zu verstehende System hinter 80PLUS ermöglicht auch eine werbewirksame Vermarktung des Qualitätsfaktors Wirkungsgrad. Da das System der Zertifizierung bei dem Unternehmen, welches hinter 80PLUS steht, nicht unbedingt als manipulationssicher zu betrachten ist und sich insgesamt auch eher an den Interessen der Unternehmen als an den der Endkunden orientiert, sollte 80PLUS nicht überwertet werden. Keinesfalls darf man es als Qualitätssiegel für das gesamte Netzteil verstehen, denn die Effizienz ist nur ein Merkmal von vielen, welche für ein gutes Netzteil relevant sind. Vor dem Kauf eines Netzteils sollte man sich daher auch weiterhin aus verschiedenen objektiven Quellen informieren.

Unabhängig von 80PLUS: Das Schöne am Thema Netzteileffizienz ist, dass der Kunde mittlerweile mehrere Gründe für den Kauf eines darin besonders guten Netzteils finden kann. Er kann es zum wirklichen Einsparen von Energiekosten nutzen, er kann sein grünes Gewissen durch das eingesparte Kraftwerks-CO2 etwas beruhigen, aber der wahrscheinlich wichtigste Grund ist, dass eine hohe Effizienz auch an neueste und beste Technik glauben lässt. Daher ist ein Blick auf die Qualität der Ausgangsspannungen weiterhin wichtig, denn ein gutes Netzteil soll effizient UND stabil arbeiten.

 

Wirkungsgrad

Da sich mit unserer Teststation neben der Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz auch die an den (imaginären) PC abgegebene Leistung bestimmen lässt, können wir damit auch quantitative Vergleiche der getesteten Netzteile vornehmen. Wir bestimmen dabei einmal die Effizienz über den Lastbereich des Netzteils selber und dann noch zum praxisnahen Vergleich an drei für alle Netzteile gleichen Punkten.

effizienz

Die Effizienzkurve des EVGA SuperNOVA 1300 G2 zeigt, dass die verwendete Plattform auf eine hohe Effizienz über den gesamten Arbeitsbereich getrimmt worden ist, anders als beispielsweise das kürzlich getestete SilverStone Zeus 1350W. Bei einer Last von 5 Prozent, wo sich viele Netzteile im Bereich von weit unter 80% Effizienz bewegen, beträgt der Wirkungsgrad des SuperNOVA 1300 G2 bereits beachtliche 84,5%. Bei 10 Prozent Last, was einer Leistungsabgabe von 135 Watt entsprecht, werden gute 90% Wirkungsgrad erreicht. Die Wirkungsgradkurve des SuperNOVA 1300 G2 steigt mit weiterer Last kontinuierlich an und erreicht im Bereich von 30 bis 50 Prozent Last um die 93%. Absolutes Maximum waren in unserem Test 93,1% bei 40 Prozent Auslastung. Jenseits einer Belastung von 50 Prozent beginnt der Graph wie gewohnt langsam abzufallen, erreicht aber bei Volllast - 1300 Watt - noch knapp über 90%.

Auch bei diesem Test haben wir an den für die 80PLUS-Zertifizierung wichtigen Lastpunkten (20% / 50% / 100%) unsere Spannungsquelle kurz auf 115V / 60 Hz umgestellt, um die 80PLUS-Einstufung überprüfen zu können. Unsere Lastverteilung entspricht zwar nicht exakt der vom 80PLUS-Labor verwendeten, aber für eine grobe Einschätzung sollte es reichen. Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 zeigte uns an den drei Lastpunkten 91,0% / 91,2% / 87,2%. Somit erfüllt das EVGA SuperNOVA 1300 G2 die Anforderungen einer 80PLUS-Gold-Einstufung (87% / 90% / 87%) sicher, für Platinum (90% / 92% / 89%) fehlen dann doch einige Prozentpunkte.
 

effizienzvergleich

Interessant ist auch der direkte Vergleich an drei festen Lastpunkten, da sich hier die Netzteile direkt miteinander vergleichen lassen, als ob man sie in demselben Rechner verwendet. Der erste Punkt mit 90-Watt-Leistungsaufnahme entspricht älteren Office-PCs oder einem modernen Mittelklasse-System im Idle. Für ein System, welches ein 1200+W-Netzteil benötigt, ist dieser Punkt sicher nicht praxisnah, aber ein Vergleich zu dem direkten Konkurrenten SilverStone Zeus 1350W und anderen Modellen dieses Leistungsbereiches durchaus interessant zu betrachten. Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 erreicht hier 86,3%, womit es in der Klasse 1200+ Watt nur knapp vom PC Power & Cooling Silencer Mk III 1200W geschlagen wird. Auch im Vergleich zu den deutlich schwächeren Vergleichsnetzteilen schlägt sich der Bolide von EVGA sehr beachtlich.

Bei einer Belastung mit 250 Watt, welches einem Mittelklasse-PC unter Last bzw. einem Multi-GPU-System im Idle entspricht, kann es sich mit 92,1% in seiner Leistungsklasse knapp den Spitzenplatz sichern. Bei 500 Watt Leistungsbedarf, was für ein Netzteil dieser Klasse sicher ein praxistauglicherer Arbeitspunkt ist, rücken alle High-End-Modelle (mit 80PLUS Gold) dichter zusammen und ziehen fast mit der schwächeren Konkurrenz gleich.

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 kann sich gegen die direkte Konkurrenz gut behaupten und liegt im Vergleich zu den von uns zuletzt getesten Vergleichsnetzteile auf einem der vorderen Plätze.


Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

spannung

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 zeigt hier sehr gute Werte. Die Spannungen 3,3 Volt und 5 Volt fallen unter Last minimal um ca. 0,5 bzw 0,3 Prozentpunkte ab, bleiben also annähernd konstant. Die 12 Volt zeigen einen geringen Spannungsabfall von 1,1%.

ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ebenfalls sehr gut aus. Auf 3,3 Volt werden maximal knapp 12 mV(pp), auf 5 Volt knapp 10 mV(pp) erreicht, was angesichts des Grenzwertes von 50 mV(pp) und der Tatsache, dass die Nebenspannungen immer etwas kritischer zu sein scheinen, als ausgesprochen gut zu bezeichnen ist. Nur wenige Netzteile, wie z.B. auch das SilverStone Zeus 1350W, erreichen hier so niedrige Werte. Die 12V-Schiene, die laut ATX Design Guide sogar Werte von bis zu 120 mV(pp) erreichen darf, erreicht unter Volllast nur knapp 10 mV(pp), was ebenfalls eine hervorragende Leistung darstellt. Wir haben sogar extra unser Oszi und die Anschlussleitungen gecheckt, aber die Werte des EVGA SuperNOVA 1300 G2 waren tatsächlich so niedrig.

In Sachen Ripple-/Noisespannungen bewegt sich das EVGA SuperNOVA 1300 G2 hier in allerhöchsten Sphären und übertrifft sogar den Platzhirsch Seasonic. Super Flower hat hier eine bemerkenswerte Plattform geschaffen.


Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 hat im Laufe unseres Tests unsere Erwartungen übertroffen und sich als hervorragendes High-End-Netzteil präsentiert. EVGA ist beileibe nicht die erste "dem Netzteilsegment fremde" Marke, die mit umgelabelten Modellen ihr Absatzglück probiert, aber sie gehören mit dem EVGA SuperNOVA 1300 G2 zu den wenigen, die auch ein wirklich gutes Produkt anbieten können. 

Das EVGA SuperNOVA 1300 G2 ist ein typisches High-End-Netzteil, welches sich mit seiner Leistung von 1300 Watt an User richtet, die anspruchsvolle Multi-GPU-Systeme betreiben möchten. Es bietet dazu mit acht PCI-Express-Anschlüssen, zwei 8-Pin-EPS-Leitungen und zwölf SATA-Steckern auch die nötigen Anschlussmöglichkeiten. Das voll-modulare Kabelmanagement ist in diesem Umfeld sicher auch ein Plus an Komfort. Erfreulich ist, dass es trotz der Leistungsfähigkeit auch einen vergleichsweise leisen Betrieb bieten kann. In Sachen Verarbeitung und "Usability" des EVGA SuperNOVA 1300 G2 gibt es wie auch am Lieferumfang ebenfalls nichts auszusetzen. Bemerkenswert ist die Herstellergarantie von 10 Jahren, die EVGA auf das SuperNOVA 1300 G2 gewährt. Die Rechnung, zu Gunsten eines guten Preises auf kostentreibende Gimmicks/Features zu verzichten, dürfte durchaus im Interesse von so manchem Kunden liegen.

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Im Test zeigte das SuperNOVA 1300 G2 dann eine sehr starke Performance. Bezüglich seines Wirkungsgrades spielt es gut im bunten Reigen der anderen 80PLUS-Gold-Netzteile mit. Insbesondere seine gute Effizienz im unteren Leistungsbereich hat uns gefallen. Noch etwas besser sieht die Lage bei der Spannungsregelung aus, wo das SuperNOVA 1300 G2 sehr gute Werte zeigen konnte. Richtig beeindruckt waren wir von der Performance des SuperNOVA 1300 G2 im Bereich Ripple-/Noisespannungen. Unter Volllast auf allen Spannungschienen Werte von nur knapp über 10 mV zu sehen, kommt auch nicht alle Tage vor.

Auch wenn die Zielgruppe für ein 1300W-Netzteil relativ überschaubar ist und sich auf dem Markt bereits etliche z.T. namhafte Alternative tummeln, so hat das EVGA SuperNOVA 1300 G2 dennoch sehr gute Karten. Als vollwertiges High-End-Netzteil ohne besondere Schwächen hat es mit dem vergleichsweise niedrigen Preis jedenfalls ein wichtiges Ass im Ärmel.

Positive Punkte beim EVGA SuperNOVA 1300 G2:

Negative Punkte beim EVGA SuperNOVA 1300 G2:

 

EH EVGA supernova g2 1300