Razer Leviathan Soundbar mit Subwoofer im Test

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razer leviathan teaserSoundbars sind in vielen Fällen eine interessante Alternative zu ausgewachsenen Surround-Sets, gerade dann, wenn nicht allzu viel Platz vorhanden ist oder eine stimmige Verkabelung nur schwierig umzusetzen ist. Mit der Razer Leviathan Soundbar haben wir nun die Soundbar im Test, die gekommen ist, um die Konkurrenz zu knechten – aber ist die Leviathan wirklich die Lösung für alle Sound-Probleme?

Soundbars haben in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht und sind im Grunde genommen aus einer kleinen Nische kommend in das Rampenlicht getreten. Im Wohnzimmer kommen die Kompaktlösungen dabei meist zum Einsatz, um dem Fernseher einen möglichst hochwertigen Audio-Begleiter zur Seite zu stellen, ohne dass Kabel im Raum verlegt werden müssen. Aber auch auf dem heimischen Schreibtisch macht eine Soundbar durchaus Sinn, wenn Raumklang erreicht werden soll, ohne dass zahlreiche „Strippen“ durch den Raum gezogen werden müssen.

Razer bietet mit der Leviathan nun eine neue Soundbar an, die recht selbstbewusst mit dem Slogan „One Soundbar to rule them all“ beworben wird und direkt mit einem passenden Subwoofer daherkommt. Der Preis liegt bei rund 200 Euro, was im Vergleich zu ordentlichen Surround-Sets angemessen erscheint - wenn denn der Klang stimmt. Der Hersteller Razer wird dabei sicherlich nicht bei allen Lesern direkt mit Soundlösungen verknüpft, sondern viel mehr mit den bekannten Eingabegeräten wie der ikonischen Boomslang. Neben Headsets sammelte Razer vor einigen Jahren aber mit dem 2.1-Soundsystem Mako Erfahrungen in der Audio-Welt – das Set hatte zwar eine ungewöhnliche Optik, verfügte aber über einen exzellenten Klang.

Die Razer Leviathan Soundbar im Detail

Razer setzt bei der Leviathan auf ein schlankes, aber modernes Design, sodass sich unser Testkandidat nicht nur auf dem heimischen Schreibtisch wohlfühlt, sondern durchaus auch im Wohnzimmer nicht unangenehm auffällt. Die in mattem Schwarz gehaltene Soundbar ist 50 cm breit und 7,2 cm hoch. Damit passt sie bestens unter Monitore ab der 24-Zoll-Klasse und fällt insgesamt deutlich schmaler aus als die meisten Soundbars, die für den Wohnzimmer-Einsatz vorgesehen wurden und sich natürlich an der Größe von aktuellen Fernsehern orientieren. Je nach Größe des genutzten Fernsehers kann die Laviathan entsprechend im Wohnzimmer beinahe schon etwas klein wirken.

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Razer Leviathan

Die gesamte Front der Leviathan ist von einem Metallgitter bedeckt, das den Membranen einen sicheren Schutz bietet. Allerdings kann das Gitter nicht entfernt werden, was aber nicht wirklich stört, die Chassis wird wohl niemand tauschen wollen.

Hinter der Abdeckung verstecken sich insgesamt vier Chassis. Auf jeder Seite werden je ein Hochtöner im 19-mm-Format und ein Mittel-Tieftöner mit einem Durchmesser von 6,35 cm verbaut. Um eine möglichst breite Bühne zu erzeugen, sitzen die Hochtöner auf der Außenseite. Angetrieben wird jeder Kanal jeweils von einer RMS-Leistung von 15 Watt.

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Razer Leviathan

Razer setzt bei der Leviathan auf verschiedene Arten der Aufstellung. Wird die Soundbar aufgestellt, stehen zwei verschiedene Arten von Füßen bereit. Über ein Paar lässt sich ein flaches Abstrahlverhalten ermöglichen, während über ein weiteres, deutlich höheres Paar in HiFi-Optik eine steilere Stellung erreicht werden kann. Diese bietet sich an, wenn die Aufstellung beim PC-Einsatz auf dem Schreibtisch erfolgt, da die Leviathan dann stärker auf den Kopf ausgerichtet ist. Aber auch Anwender, die ihren Fernseher bzw. ihren Monitor an die Wand gehängt haben, müssen nicht verzagen, denn Razer hat auch eine Wandaufhängung vorgesehen.

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Razer Leviathan

Als Eye-Catcher fungiert wie bei Razer so oft das Logo, das zentral in einem sich verjüngenden Bereich positioniert wurde. Gleichzeitig wird dieser Bereich aber zur Bedienung genutzt. Auf der Oberseite befindet sich in erster Reihe der Hauptschalter und in einer zweiten Ebene zahlreiche Einstellelemente, beispielsweise für die Lautstärke oder die Betriebsart. Optisch kann die Integration als gelungen bewertet werden, denn von vorn sind die Tasten nicht zu sehen, was der aufgeräumten Optik zuträglich ist. Allerdings lässt sich die Beschriftung so nicht sonderlich gut erkennen, was in Kombination mit den nicht allzu üppig dimensionierten Abmessungen zu Abstrichen bei der Bedienung führen kann. Ist die Soundbar aber einmal konfiguriert, muss auf die Einstellungen nur noch selten zugegriffen werden, sodass sich die Einschränkungen in Grenzen halten.

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Razer Leviathan

Rückseitig bringt Razer die Anschlüsse der Leviathan unter. Neben einem Eingang im üblichen 3,5-mm-Klinke-Format gibt es auch einen optischen Digitaleingang, der dann benötigt wird, wenn die Soundbar mit Mehrkanal-Ton gefüttert werden soll. Von den beiden Eingängen abgesehen, bringt Razer an dieser Stelle noch den Subwoofer-Anschluss sowie die Stromversorgung unter.

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Razer Leviathan

Damit aber nicht genug der Verbindungsmöglichkeiten, denn Razer hat auch ein aptX-Bluetooth-Modul verbaut, das auf den aktuellen 4.0-Standard setzt. So kann die Leviathan problemlos vom Smartphone aus gefüttert werden. Wer es besonders einfach haben möchte, der kann (ein entsprechendes Smartphone vorausgesetzt) NFC nutzen.

Spaß garantiert: Der Subwoofer im Detail

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Razer Leviathan

Razer verlässt sich beim Klang nicht nur auf die eigentliche Soundbar, sondern stellt dieser einen Subwoofer zur Seite. Dabei fällt der Woofer mit einer Höhe von 225 mm und einer Breite von 240 mm nicht extrem groß aus – eine Medaille, die bekanntlich zwei Seiten hat. Einerseits lässt sich der Subwoofer so recht gut in der bestehenden Einrichtung unterbringen, was auch aufgrund der gefälligen Formensprache gelingt. Andererseits gilt gerade beim Tieftonbereich: Viel hilft viel – und da hat der Woofer noch etwas Nachholbedarf.

So stattet Razer den dedizierten Tieftöner mit einem 13-cm-Chassis aus, was im normalen Bereich für normal dimensionierte 2.1-Sets liegt – gerade High-End-Lösungen bieten aber oftmals deutlich größer dimensionierte Chassis. 

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Razer Leviathan

Razer konstruiert den Subwoofer nach dem Downfirering-Prinzip, der 13-cm-Treiber strahlt also nach unten ab. Da auf diesem Wege der Untergrund stärker angeregt wird als bei der nach vorne abstrahlenden Konstruktionsweise, empfiehlt es sich in jedem Fall, den Woofer auf einem robusten Untergrund zu betreiben. Überlegungen, den Subwoofer aufgrund seiner kompakten Bauweise direkt auf dem Schreibtisch zu betreiben, sollten am besten direkt zur Seite geschoben werden, da so einerseits der ganze Schreibtisch vibriert, andererseits der Bass deutlich unsauberer aufspielt. Wie es bei vergleichsweise kleinen Subwoofern üblich ist, setzt Razer auf die Bass-Reflex-Bauweise.

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Razer Leviathan

Razer verbindet das Kabel, das dem Anschluss an die Soundbar dient, nicht nur fest, sondern setzt auch noch auf ein proprietäres Format. Kommt es also zu einem Kabelbruch, kann selbiges nicht einfach ausgetauscht werden, sondern der ganze Subwoofer muss getauscht werden. Zudem ist es nicht so einfach möglich das Kabel zu verlängern. Erfreulicherweise hat Razer aber auf eine ausreichende Länge von 2 Metern geachtet.


 

Klang-Check:

Razer stattet die Leviathan mit einer ganzen Reihe an aktuellen Dolby-Technologien aus. So kann nicht nur Dolby Digital verarbeitet werden, Stereo-Material kann mithilfe von ProLogic II auch künstlich aufpoliert werden. Damit die Leviathan zudem mit einem passablen Raumklang aufwarten kann, nutzt Razer die Dolby Virtual-Speaker-Technik. Namhafte Lösungen sind also an Bord, am Ende zählt aber, wie sich das Ganze nun anhört.

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Razer Leviathan

Razer hat die Leviathan für drei Szenarien vorbereitet und die drei Equalizer-Presets „Games“, „Movies“ und „Music“ integriert – eigenhändig kann der Equalizer aber nicht weiter auf die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden.

In unseren Tests erwiesen sich die Equalizer-Presets dabei als recht passend. Wer die Leviathan mit aktueller Musik konfrontiert, der fährt mit dem Music-Preset recht gut, denn verglichen mit den übrigen Settings wird der Bass hier deutlich zurückgefahren. Dann kann die Soundbar mit einem angenehm differenzierten Hochtonbereich aufwarten, der eine gute Räumlichkeit vermittelt. Bei hohen Lautstärken klingt die Leviathan nicht zu spitz, vermittelt aber dennoch eine gewisse Spielfreude. Der Mittelton-Bereich wird anders als bei vielen anderen Lautsprechern dieser Preisklasse nicht vollkommen ausgeblendet, sondern verhilft der Razer Soundbar zu einem vollen Klangbild. Gleichzeitig wird der Tiefton-Bereich in „Bright“ von Echosmith konturiert wiedergegeben. Wie es bei den Abmessungen des Subwoofers aber schon zu erwarten war, ist echter Tiefbass nicht wirklich vorhanden. 

Wer die Leviathan für Games oder actiongeladene Filme nutzen möchte, der ist mit einem der anderen beiden Settings bestens aufgehoben, wobei das favorisierte Preset ganz vom eigenen Geschmack abhängt.

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Razer Leviathan

Zunächst einmal fällt auf, dass der Subwoofer in den Presets deutlich präsenter ist. Das kommt einer möglichst neutralen Wiedergabe zwar nicht unbedingt entgegen, macht aber ungemein Spaß. Die Soundbar vermittelt in den beiden Presets eine nochmals gesteigerte Dynamik und macht schlichtweg eine ganze Menge Spaß. Gleichzeitig fällt auf, dass das Set noch einmal deutlich räumlicher aufspielt, was dem Zuhörer durchaus das Gefühl vermittelt, mitten in das Geschehen hineinversetzt zu sein. Auch hier gilt aber: Wenn in Battlefield eine Granate direkt neben dem Zuhörer explodiert, vermittelt der Subwoofer ein ordentliches Volumen, bedient dabei aber in erster Linie den Oberbass, während ein echter Tiefbass nicht geboten wird – das wäre von einem 13-cm-Chassis aber auch etwas zu viel verlangt.

Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen und die Razer Leviathan mit waschechten Dolby-Digital-Material in Form von „Guardians of the Galaxy“ zu konfrontieren. Dabei kann die Virtual Speaker Technik einen überraschend guten Job verrichten – das Gebotene klingt in der Tat deutlich räumlicher als man es von einer Soundbar erwarten würde. Gleichzeitig sollte aber auch nicht erwartet werden, dass die Art von Raumklang geboten werden kann, wie sie dedizierte Surround-Setups bieten können. Vielmehr wird der Zuhörer in einen diffusen Klangteppich gehüllt. Der Spaß gegenüber einer reinen Stereo-Lösung steigt aber merklich.

Fazit

Razer gelingt mit der Leviathan eine überzeugende Soundbar, die schick aussieht, hochwertig verarbeitet ist und sich aufgrund ihrer Abmessungen nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch auf dem Schreibtisch zuhause fühlt. Die von Razer gewählte Ausstattung ist stimmig, denn die Leviathan kann sowohl via Bluetooth als auch kabelgebunden mit Audio-Material versorgt werden. 

Der technische Aufbau der Soundbar erweist sich als schnörkellos, zu gefallen weiß auch die grundlegende Entscheidung einen Subwoofer zu nutzen. Nicht ganz so gelungen ist es allerdings, dass selbiger über ein fest verbundenes proprietäres Kabel mit der Soundbar verbunden werden muss – zumindest ist das Kabel aber ausreichend lang dimensioniert.

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Worauf es am Ende aber ankommt, ist der Klang. Hier macht Razer seinem Namen alle Ehre und bietet ein Set an, das gerade bei Games, aber auch bei Filmen mit einem dynamischen und räumlichen Klang punkten kann, gleichzeitig aber auch nicht vor hohen Lautstärken zurückschreckt. Der Subwoofer kann dabei mit einem voluminösen Bass aufwarten, dem allerdings echter Tiefgang fehlt. Überzeugen kann die Dolby Virtual Speaker Technik. Auch wenn die Soundbar nicht mit einem dedizierten Surround-Setup mithalten kann, so vermittelt sie doch ein deutlich räumlicheres Klangbild, als man es von einer Soundbar eigentlich erwarten möchte. Wer mit der Leviathan Musik hören möchte, kann mit dem passenden Preset glücklich werden, denn auch hier wird ein räumlicher Klang mit einer hohen Spielfreude kombiniert. Dabei sollte aber im Hinterkopf behalten werden, dass die Leviathan nicht mit einer besonderen Neutralität aufwarten kann.

Alles in allem kann die Razer Leviathan überzeugen und ermöglicht gerade Gamern unkompliziert in den Genuss von dynamischem Raumklang zu kommen – wünschenswert wäre allerdings noch ein echter Tiefbass.

Positive Aspekte der Razer Leviathan:

Negative Aspekte der Razer Leviathan: