SteelSeries Siberia Elite im Test

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Unter dem Motto „Enter the unheard“ bringt SteelSeries mit dem Siberia Elite ein Premium-Headset auf den Markt, welches die zukünftige Sperrspitze des Produktportfolios darstellen soll. Wir haben uns das neue Premiumprodukt daher genauer angesehen und es einem ausführlichen Test unterzogen.

Mit der Siberia-Serie baute sich SteelSeries seit 2004 eine nicht nur unter Gamern durchaus beliebte und bekannte Marke auf, die nicht nur aufgrund ihres markanten Designs für Wiedererkennungswert sorgte, sondern auch mit einem fairen Preisleistungsverhältnis in der Erinnerung vieler Käufer bleibt. Über 1,5 Millionen verkaufte Einheiten konnte SteelSeries bisher mit der Siberia-Reihe verbuchen – dies macht die Siberia-Reihe zu den erfolgreichsten Headsets des Herstellers.

Statt einer dritten Iteration der Siberia Serie bringt SteelSeries mit dem Siberia Elite nun ein echtes Premiumprodukt auf den Markt, das mit einem Preis von 172 Euro (UVP: 199,99 Euro) auch deutlich teurer ausfällt als seine bisherigen Namensvetter und Vorgänger.

Das Siberia Elite soll dabei nicht auf altbekannte Tugenden verzichten, auch wenn das neue Look & Feel nicht mehr unbedingt dem der Vorgänger entspricht. Kaum verwunderlich ist daher, dass auch bei der Elite-Version der Siberia-Serie nicht auf das ausziehbare Mikrofon sowie den passgenauen Überkopfbügels, der laut SteelSeries den ultimativen Tragekomfort garantieren soll, verzichtet werden muss.

Das Siberia Elite soll mit Features wie echtem Dolby Surround sowie Virtual 7.1, dem ausziehbaren Mikrofon mit Noise-Cancelation, Ear Cup Control für die Lautstärkeregulierung direkt am Ohr, einer individuelle Beleuchtung mit 16,8 Millionen Farben sowie der beiliegenden Siberia USB-Soundkarte glänzen und die Gunst der Käufer für sich gewinnen.

Erstmals nicht nur primär für Gaming, sondern auch für Entertainment konzipiert, soll das neue Steelseries Siberia Elite Headset fortschrittliche Klangtechnologie mit einem ansprechendem Design verbinden und dabei ein "unglaubliches Erlebnis" für Auge und Ohr bieten. Bei einer näheren Betrachtung wird klar, dass SteelSeries mit dem Siberia Elite wohl nicht mehr nur Gamer ansprechen möchte, sondern auch verstärkt den hippen Lifestyler, denn optisch weiß das Headset durchaus zu gefallen und glänzt mit einem bisher einzigartigem und interessanten Design.

Ob es SteelSeries gelingt, mit dem Siberia Elite sowohl im Gaming- als auch Entertainment-Bereich zu überzeugen, untersuchen wir im folgenden Test. Doch zunächst noch einmal die technischen Spezifikationen des Siberia Elite im Überblick:

Technische Daten des SteelSeries Siberia Elite
 Spezifikationen
Treiber 50mm
Impedanz 32 Ohm
Frequenzbereich 16 - 28 KHz
Schalldruckpegel @1KHz, 1V rms: 113 dB
Mikrofon Unidirektional, -38 dB Empfindlichkeit
Gewicht 394 Gramm
Kabellänge 1,2 Meter, umflochten
(Mit Verlängerungskabel: 2 Meter)
Anschlussart - USB (treiberlos)
- 3,5mm Klinke 4-polig
- 2x 3,5mm Klinke 3-polig

 


Das Siberia Elite ist in weißer und schwarzer Ausführung verfügbar, bietet laut Steelseries echtes Dolby Surround sowie Virtual 7.1 und besitzt ein ausziehbares Mikrofon mit Noise-Cancelation. Mit der Ear Cup Control ist darüberhinaus eine Lautstärkeregelung bzw. die Stummschaltung des Mikrofons direkt an den Ohrmuschel möglich. Weiterhin bietet das Siberia Elite eine individuelle Beleuchtung mit 16,8 Millionen Farben und eine beiliegende Siberia USB-Soundkarte mit einigen Features.

Widmen wir uns also zunächst, der Reihe nach, den Features und Alleinstellungsmerkmalen des SteelSeries Siberia Elite sowie der mitgelieferten USB-Soundkarte.

Kopfbügel

Beide farblichen Varianten des Siberia Elite verfügen über einen leichten Bügel aus gebürstetem Edelstahl sowie über einen Überkopfbügel, der bis zu einem gewissen Grad dehnbar ist und sich so an die Kopfform des Trägers anpasst.

Kopfbügel mit Memory Foam

Das Siberia Elite ist weiterhin an der Innenseite des Kopfbügels mit „Memory Foam“, einem speziellem Schaumstoff mit „Gedächtnis“ der sich der Formen des Nutzers anpasst, ausgestattet – so soll garantiert werden, dass eine perfekte Passform für nahezu jede Kopfform geboten werden kann und das Headset bequem eine längere Zeit am Stück getragen werden kann. Das Memory Foam wurde in wertig verarbeiteten Ledertäschchen verpackt, was den Tragekomfort weiterhin erhöhen soll.

Das Mikrofon

Das ausziehbare Mikrofon verfügt über eine aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelation), die störende Hintergrundgeräusche herausfiltern soll und somit für eine kristallklare Stimme des Nutzers in Voice Chats wie Teamspeak oder Skype sorgen soll. Dies ist insbesondere dann besonders wichtig bzw. bietet dann einen besonderen Mehrwehrt, wenn oft in einer sehr lauten oder unruhigen Umgebung gespielt wird. Die aktive Geräuschunterdrückung ist aber, technisch bedingt, nur dann aktiv, wenn das Headset über die beiliegende USB-Soundkarte genutzt wird.

Eine LED am Mikrofon gibt darüber Auskunft, ob das Mikrofon gerade aktiv oder gemutet ist – ein sehr praktisches und nützliches Feature, das in der Praxis oft den ein oder anderen Blick auf die Teamspeak Status Anzeige ersparen kann. Das Mikrofon verschwindet, wenn es nicht mehr benötigt und wieder einfahren wird, dezent und fast vollständig in der linken Ohrmuschel.

Das ausziehbare und abnehmbare Mikrofon

Ein kleines Highlight für Streamer oder generell Personen, die ein noch höherwertiges Mikrofon benötigen, ist, dass das upgradebare Mikrofon einfach per Plug & Play abgezogen bzw. aufgesteckt werden kann – und somit problemlos und jederzeit durch ein anderes Mikrofon ersetzt werden kann.

Die Ohrmuscheln

Die ohrumschließenden Muscheln sind ebenfalls aus Leder gefertigt. Unter dem Leder kommt erneut „Memory Foam“ zum Einsatz, welches einen luxuriösen Komfort bieten und es dadurch ermöglichen soll, dass das Siberia Elite auch über einen längeren Zeitraum ohne Ermüdungserscheinungen oder Schmerzen an den Ohren getragen werden kann.

Große gepolsterte Ohrmuscheln mit etwas Isolation vor der Außenwelt

Die Struktur des Kissens der Ohrmuschel ist dabei laut SteelSeries so konzipiert, dass die Treiber isoliert werden – diese isolierte Kammer soll ein hervorragendes akustisches Erlebnis schaffen und den Nutzer auch vor fast allen störenden Außengeräuschen abschirmen.

Eine solche Isolierung gegenüber störenden Außengeräuschen kann gerade bei lauten LAN oder Live-Events Gold wert sein, wenn man denn oft auf solchen Events oder generell in lauten bzw. unruhigen Umgebungen spielt. Wie stark oder auch angenehm diese Abschirmung von der Außenwelt tatsächlich ist, werden wir bei den Praxiseindrücken auf den nächsten Seite im Detail beleuchten.

Ear Cup Controls

Ein weiteres interessantes Feature ist die sogenannte „Ear Cup Control“, ein in die rechte Ohrmuschel integrierter Drehregler, über den sich die Lautstärke regeln lässt und auch an der linken Ohrmuschel das Mikrofon stumm schalten lässt. Dies ist eine sehr praktische Funktion und macht die Suche des Stummschalters am Kabel, wie ihn Headsets für Gamer oft besitzen, obsolet und ermöglicht auch eine genauere Justierung der Lautstärke, da die Ear Cup Controls einen großen Spielraum besitzen.

Intuitive Lautstärkeregelung über die Ohrmuscheln

 


Anschlüsse

Was die Anschlussvielfalt angeht, sollte auch kein Anwender leer ausgehen, da SteelSeries für nahezu jeden erdenklichen Gebrauch das richtige Kabel mitliefert. Das Siberia Elite besitzt in seiner Ausgangsform ein 1,2 Meter langes Kabel. Dieses lässt sich aber, da 1,2 Meter nicht allen Nutzern ausreichen werden, über ein Verlängerungskabel auf bequeme und ausreichende zwei Meter (also um 80 Zentimeter) verlängern.

Das Siberia Elite in Seitenlage und Anschlusskabel

Das Headset kann, neben der Verlängerung, nun entweder direkt an die USB-Soundkarte angeschlossen oder via Adapter auf 1x oder 2x 3,5mm Klinke 3-polige mit entsprechenden Endgeräten, wie einer dedizierten Soundkarte oder einem Laptop, verbunden werden. Der Vorteil der USB-Lösung ist die hohe Portabilität und die Möglichkeit immer unter den selben Bedingungen zu spielen - völlig unabhängig davon, ob im zu benutzenden Rechner nun eine Soundkarte verbaut ist oder nicht.

Als besonderes Schmankerl gibt es an der rechten Ohrmuschel sogar einen 3,5-mm-Klinke-Eingang, über den der Sound zu einem weiteren Headset durchgeschleift werden kann. Perfekt für das „Mithören-Lassen“ von Freunden auf längeren Reisen wie z.B. einer Zugfahrt.

Individuelle Beleuchtung

Als weiteres Feature optischer Natur lässt sich das, werksseitig orangefarbene, Leuchten der Ohrmuscheln individuell verändern. Die LED-Ringe in den Ohrmuscheln können 16,8 Millionen Farben darstellen, sodass die Ohrmuscheln immer in genau dem Farbton leuchten, den wir uns ausgesucht und am Rechner mit entsprechender Software eingestellt haben.

Individuelle Beleuchtung in 16,8 Millionen Farben

Die Beleuchtung kann wahlweise an die momentan laufende Musik angepasst werden, ruhig pulsieren oder sich ständig wechseln - sofern dies gewünscht wird. Die komplette Funktionalität der LED-Ringe ist allerdings nur bei Verwendung der beiliegenden Software, der SteelSeries Engine 3, gegeben. Weiterhin muss das Headset via USB-Soundkarte mit dem PC verbunden sein, um die LED-Ringe zum Leben zu erwecken.

USB Soundkarte und Software

Nach dem Anschluss an den Rechner sollte tunlichst die SteelSeries Engine 3 heruntergeladen und installiert werden. Die Software dient neben diversen Einstellungen des Headsets, wie zum Beispiel der Farbkonfiguration der LED-Ringe, auch als Steuerung der kleinen USB-Soundkarte, mit der das Headset am PC angeschlossen wird – vorausgesetzt natürlich, man möchte diese überhaupt nutzen und verfügt nicht über eine dezidierte Soundkarte. Für einen Überblick über die gebotenen Features und Optionen, sorgt unsere kleine Fotostrecke zur SteelSeries Engine 3:

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In besagter USB-Soundkarte steckt ein eigener Prozessor, der sich um Dolby-Umwandlung kümmert. Dolby Headphone wandelt den Multichannel-Sound von Filmen und Spielen in 7.1 Surround Sound um.

Während viele Gaming-Headsets lediglich die Dolby Headphone-Technologie besitzen, steht beim Siberia Elite auch Dolby ProLogic IIx auf der Featureliste. Auch ein Stereosignal wird so auf Wunsch, durch den Dolby Pro Logic Decoder, in „virtuellen“ 5.1- oder 7.1-Surround Sound umgewandelt. Diese Funktion kann natürlich jederzeit deaktiviert werden, denn der User erhält über die Software volle Kontrolle zwischen dem normalen Stereobetrieb, dem Betrieb als Dolby-Headset oder dem Betrieb mit 5.1 bzw. 7.1-Surround Sound.

Ferner enthält die Software einen Zehn-Band-Equalizer, mit dem sich klangliche Nuancen nach eigenem Belieben festlegen und verändern lassen. Die Einstellungen können in spielespezifischen Profilen gespeichert und auf Wunsch beim Starten besagter Spiele auch automatisch geladen werden. Außerdem wird durch die SteelSeries Engine 3 auch die Rauschunterdrückung des Mikrofons aktiviert, wodurch die Qualität des Mikrofons noch etwas optimiert und verbessert werden kann. Das Mikrofon verfügt über eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), welche ungewollte Hintergrundgeräusche erstaunlich gut reduziert, was sehr angenehm für Mitspieler im Voicechat ist - sofern aus einer lauten oder unruhigen Umgebung gespielt wird.

Lieferumfang

Als Lieferumfang legt SteelSeries folgende Kabel und folgendes Zubehör bei:


Verarbeitung

Das SteelSeries Siberia Elite ist größtenteils hervorragend verarbeitet und es gibt kaum Grund zu klagen.

Der Bügel aus gebürstetem Edelstahl macht nicht nur einen optisch hervorragenden Eindruck, sondern wirkt auch nach erstem Kontakt sehr stabil und dennoch flexibel genug, um sich an verschiedene Kopfformen anpassen zu können. Der Überkopfbügel, der bis zu einem gewissen Grad dehnbar ist und sich so an die Kopfform des Trägers anpasst, bietet ebenfalls genug Spielraum und macht einen wertigen und gut verarbeiteten Eindruck.

Bezüglich des ausziehbaren Mikrofons gibt es ebenso keinerlei Anlass zu Kritik. Das Mikrofon lässt sich angenehm bequem und spielend leicht herausausziehen und wieder in seinen angedachten Platz verstauen, ohne Bedenken bezüglich der Langlebigkeit der Konstruktion aufzuwerfen. Wie und ob sich das Mikrofon auch bequem und dauerhaft nach Wunsch positionieren lässt, werden wir später – wenn wir auf den Tragekomfort eingehen – noch weiter erläutern.

Perfekt verarbeitet sind auch die beiden weißen Kopfhörer aus Kunstleder sowie dem darunter liegendem „Memory Foam“. Der 3,5-mm-Klinke-Anschluss ist an der Unterseite des rechten Hörers dezent und sauber eingearbeitet Etwas Bedenken müssen wir allerdings bezüglich der Hörer äußern, denn diese – und auch das restliche Headset - sind derart schneeweiß, dass es kaum zu verhindern sein wird, dass sich die Farbe im täglichen Betrieb etwas verändern wird.

Das Flachbandkabel des Siberia Elite macht einen angenehm stabilen Eindruck, sodass man bei einem versehentlichen Überfahren mit dem Stuhl nicht gleich einen Kabelbruch fürchten muss. Weiterhin ist es angenehm unauffällig gestaltet, verdreht sich auch kaum und ist auch nicht zu steif gefertigt – was definitiv ein Pluspunkt ist, der es ermöglicht das Kabel bequem und passend auf dem Tisch zu verlegen, ohne gegen viel Widerstand ankämpfen zu müssen bzw. das Kabel passend hindrehen zu müssen.

Sowohl die modularen Kabel als auch die USB Soundkarte sind ebenso wertig verarbeitet und bieten sauber eingelassene Anschlüsse sowie überzeugende und ausreichend feste Steckvorrichtungen.

Gute Verarbeitung und dezent edle Optik zeichnen das Siberia Elite aus

Tragekomfort und Praxiseindruck

Bezüglich des Tragekomforts gibt es nur wenig zu klagen und kaum Anlass zur Kritik. Selbst ausgedehnte Spiele Sessions über mehrere Stunden bzw. sogar über den ganzen Tag hinweg konnten ohne Komforteinbußen oder sogar Schmerzen überstanden werden. Natürlich sind diese Eindrücke gezwungenermaßen immer leicht subjektiv und können je nach Kopfform und Größe der Ohren etwas abweichen.

Die Ohren ruhen in den runden Ohrmuscheln der Hörer. Das Kunstleder mit „Memory Foam“ fühlt sich beim Erstkontakt wie in bequemes Sofa für die Ohren an und weiß sofort zu gefallen. Leute mit großen Ohren könnten die Ohrmuscheln allerdings einen kleinen Tick zu klein finden und sich an diesem Umstand und den dann am oberen und unteren Ende der Ohren entstehendem Druck stören. Der Kontakt zu den Ohren an sich ist aber zu jedem Zeitpunkt sehr angenehm und weich, auch wenn nach hitzigen und extrem langen Gaming Sessions ein leichtes Erwärmen und eine minimale Schweißentwicklung an den Ohren festzustellen waren.

Lediglich der Kopfbügel könnte, für Personen mit recht großer und länglicher Kopfform, noch mit etwas mehr „Memory Foam“ ausgestattet und noch ein klein wenig flexibler sein, da sich sonst nach einiger Weile ein leicht drückendes Gefühl breitmachen kann. Doch je länger das Headset getragen wird, desto geringer wird dieser Effekt - was wohl als Beweis anzuführen wäre, dass das „Memory Foam“ tatsächlich seinen Zweck erfüllt und den Namen nicht zu Unrecht trägt. Dieses Problem betrifft aber tatsächlich nur Träger mit recht großer Kopfform. Dies ist daher keine generelle Kritik am eigentlich superbequemen Flexbügel mit Lederpolsterung, der am Seilzug automatisch reguliert wird und sich der Kopfgröße bis zu einem gewissen Punkt ja auch dynamisch anpasst – aber eben nur, bis zur durch das Konzept bzw. die Bauart bedingten Maximalhöhe.

Aufgrund des geringen Gewichts von nur 394 Gramm kann das Headset problemlos viele Stunden getragen werden, ohne sich vom Gewicht her unangenehm bemerkbar zu machen.

Das Kabel des ausziehbaren Mikrofons ist flexibel biegbar, bleibt aber leider nicht dauerhaft präzise in Position. Besonders wenn es zu weit nach unten gebogen wird, gibt es sehr schnell nach und wandert wieder etwas nach oben - was leider dazu führt, dass es sich dann zwangsläufig im Sichtfeld bzw. Augenwinkel des Benutzers befinden – definitiv ein kleiner Kritikpunkt.

Das Siberia Elite im Seitenprofil

Die LED Ringe an den Hörern und auch der kleine LED-Ring am Mikrofon verrichten eindrucksvoll, so wie das auf den vielversprechenden Bildern propagiert wird, ihren Dienst und sehen in der Tat und auch in der Praxis sehr gut und beeindruckend aus. Um die Funktionalität zu gewährleisten, muss das Siberia Elite aber leider über die beiliegende Soundkarte betrieben werden – die zwar wirklich nicht schlecht ist (Details dazu im Soundcheck), aber dass Besitzer teurer dedizierter Soundkarten auf die coolen LEDs verzichten müssen, ist dennoch sehr schade und wird sicher den ein oder anderen geneigten Käufer etwas abschrecken.

Ein großer Pluspunkt sind definitiv die modularen Kabel, denn je nach Wunsch und Bedarf kann das Kabel verlängert werden, per USB an der Soundkarte angeschlossen bzw. mit 1x oder 2x 3,5mm Klinke an einer dedizierten Soundkarte oder einem Laptop mit nur einem Eingang angeschlossen werden. Dies bedeutet volle Flexibilität für alle erdenklichen Einsatzszenarien.

Der Treiber, die SteelSeries Engine 3, ist sehr aufgeräumt, einfach zu handhaben und gibt Zugriff auf die komplette Funktionalität des Headsets (siehe Bildergalerie auf der vorigen Seite). Während des Tests kam es aber leider zu sporadischen Problemen mit dem Treiber. So leuchteten die LED-Ringe plötzlich nicht mehr, was sich nur durch einen Neustart des Systems beheben ließ. Außerdem sollte man es tunlichst vermeiden, aus dem Spiel heraus zurück ins Windows zu wechseln und live während des Spiels an den Einstellungen zu schrauben, ansonsten kann es sein, dass dies zu Störgeräuschen führt, die sich nur mit dem Neustart des Spiels beheben lassen – was in wichtigen Liga oder Ranked Multiplayer Matches nur eine inakzeptable Option ist.

Soundcheck

Am wichtigsten ist bei einem Headset aber natürlich der Sound, daher wenden wir uns diesem nun im Detail zu. Die Beurteilung des Sounds ist, auch ausgehend von der Erfahrung des Hörers, ebenfalls immer leicht subjektiv und hängt von den Präferenzen des Hörers ab. Wir versuchen daher aus Sicht eines anspruchsvollen Gamers, der schon Erfahrung mit Headsets und Hörern diverser Preisklassen gesammelt hat, zu urteilen.

Verglichen mit Headsets des mittleren Preissegments klingt das Siberia Elite ordentlich bis gut, ohne allerdings überzeugende Nuancen setzen zu können. Das Siberia Elite weißt die im Gaming-Bereich übliche Badewannen-Abstimmung auf, mit leichten Gunsten für die überbetonte Darstellung der Bässe und Tiefen.

Dies ist beim Konsumieren von Filmen, gerade in Kombination mit dem von der Soundkarte emulierten Dolby-Surround, noch als recht atmosphärisch und unterhaltsam zu bezeichnen, stört aber – zumindest geübte Ohren - beim Hören von Musik, da es diese merklich verfälscht. Gerade die Mitten klingen teils etwas langweilig, leblos und unterdefiniert und sogar an manchen Stellen etwas blechern.

In Spielen gilt es hier wieder zu differenzieren. In Singleplayer-Titeln ist der atmosphärische, bassbetonte und kinoartige Sound sicherlich wünschenswert und auch atmosphärisch; der Ortung von Gegner in Competitive Multiplayer Titeln kommt dies aber nur bedingt zugute. Hier lässt sich allerdings mit Hilfe des Equalizers entsprechend gegensteuern und mit den richtigen Einstellungen lassen sich die Schritte der Gegner etwas verstärken und besser herausstellen. Die Surround Emulation sollte in solchen Titeln übrigens definitiv deaktiviert werden, da sie die Position der Gegner nicht immer wahrheitsgemäß wiedergibt, auch wenn die räumliche Darstellung im ersten Moment ganz beeindruckend klingt.

Für Hörer, die schon Kontakt mit etwas höherwertigeren Kopfhörern hatten, ist das definitiv enttäuschend und auch zum unter Gamern in höheren Preisklassen sehr beliebten Beyerdynamic MMX 300 sind es Welten. Der Klang ist dort neutraler, detailreicher und auch die Ortung der Gegner ist deutlich besser möglich. Der Vergleich ist allerdings nur bedingt fair, da Hörer dieser Preisklasse deutlich teurer sind und – abgesehen vom Beyerdynamic MMX 300 – auch kein integriertes Mikrofon bieten.

Wer Gamingheadsets der niedrigen bis mittleren Preisklasse gewohnt ist, kann mit dem Sound des Siberia Elite aber durchaus glücklich werden – auch wenn wir subjektiv z.B. auch den Sound des günstigeren Sennheiser 166, der deutlich neutraler abgestimmt und somit natürlicher wirkte, jederzeit dem wuchtigerem Sound des Siberia Elite vorziehen würden. Schlussendlich ist das aber natürlich Geschmackssache.

Ein paar abschließende Worte zum integrierten Mikrofon: Auch wenn die Noise-Cancelation im Test ausgezeichnet funktioniert hat und laute Hintergrundgeräusche wirksam herausfiltert, ist die generelle Qualität des Mikrofons als unterdurchschnittlich zu beschreiben und sorgte sogar des öfteren für Beschwerden unserer Mitspieler im Teamspeak, die einen leicht blechernen bis undeutlichen Klang beanstandeten. Dieser Klang ließ sich durch eine Stimmaufnahme im Audiorecorder auch tatsächlich bestätigen. Ein Vergleich bescheinigt, dass das Mikrofon des Siberia Elite nicht mit der Qualität eines MMX 300 oder diverser Sennheiser Headsets mithalten kann.


Für einen Preis von knapp Preis von 172 Euro (UVP: 199,99 Euro) erhält man SteelSeries Interpretation eines High-End Gaming Headsets mit vielen Stärken aber auch einigen Schwächen, die wir in unserem abschließenden Fazit also noch einmal Revue passieren lassen wollen.

Das SteelSeries Siberia Elite ist größtenteils hervorragend verarbeitet, bietet einen hohen Tragekomfort – zumindest für nicht übermäßige große Kopf- und Ohrgrößen –, der das dauerhafte Tragen und Spielen über mehrere Stunden bzw. sogar den ganzen Tag ermöglicht.

Es hat ein dezent edel anmutendes Design mit vielen Alleinstellungsmerkmalen und Features, die es bisher so noch bei keinem Konkurrenzprodukt zu sehen gab. Dies wären zum einen die beiden Kontrollen an den Ear Cups zum Regulieren der Lautstärke und zur Stummschaltung des Mikrofons – ein lästiges Suchen nach dem Schalter bzw. der Kontrolle am Kabel entfällt so. Auch ein 3,5-mm-Klinkestecker zum Durchschleifen des Sounds an einen weiteren Zuhörer ist im Bereich der Gaming-Headsets so nicht üblich und eine gute Idee, die es ermöglicht, dass das Siberia Elite z.B. auf Reisen als Audio Hub agiert und so sehr flexibel einsetzbar ist. Auch die modularen Kabel, die je nach Bedarf in verschiedensten Kombinationen zusammengesetzt werden können, erlauben eine sehr hohe Flexibilität beim geplanten und auch spontanen Einsatz des Siberia Elite.

Last but not least wären die LED-Ringe an beiden Seiten sowie an der Spitze des ausziehbaren Mikrofons zu erwähnen. Diese sind definitiv ein Hingucker und fügen sich super in SteelSeries sonstiges Produktportfolio ein. Eine farblich genaue Abstimmung der Gaming-Komponenten, wie z.B. mit der SteelSeries Sensei, ist über die funktionale und praktische SteelSeries Engine 3 problemlos möglich.

 

Kommen wir nun zu den Kritikpunkten am Siberia Elite. Diese sind, abgesehen von den möglichen Komfortproblemen mit großer Kopf- und Ohrgröße, vor allem klanglicher Natur und betreffen somit leider die Kernkompetenz eines Gaming Headsets.

Die klanglichen Abstimmung in Badewannenform mit Tendenz zur Basslastigkeit, die zwar in Filmen und Singleplayertiteln eine imposante und atmosphärische Stimmung erzeugt, weiß beim Musikhören und in Competitive-Multiplayer-Titeln nur bedingt zu gefallen und macht eine Nachregelung über den Equalizer fast zur Pflicht, wenn man jegliche Gegner-Geräusche und -schritte präzise orten können will. Das schwache Mikrofon ist für diesen Preisbereich ebenfalls schade.     

Eine Kaufempfehlung betreffend kann zusammenfassend festgehalten werden, dass das SteelSeries Siberia Elite klanglich zwar diversen seiner Konkurrenten im Gaming Sektor deutlich überlegen ist, aber aufgrund seiner Eigenarten nicht jeden Geschmack treffen und nicht alle Ohren glücklich machen dürfte. Gerade beim Konkurrent Sennheiser findet man zum selben Preis klanglich einige attraktivere Alternativen, wie z.B. das Sennheiser PC 360, muss dann aber natürlich auch auf die diversen Zusatzfeatures des Siberia Elite verzichten. Wer noch etwas mehr ausgeben will, ist mit dem deutlich überlegenen beyerdynamic MMX 300 ebenfalls gut beraten, auch wenn man dort für das (exzellente) integrierte Mikrofon einen recht hohen Aufpreis gegenüber den reinen Kopfhörern (den DT770) zahlt.

Im Zweifelsfall sollte, wie im Audiobereich so häufig der Fall, einmal selbst probegehört und dann beurteilt werden, wie man den Klang des Siberia Elite wahrnimmt und ob man damit zurechtkommt.    

Verwöhnte Ohren, die schon mal an Kopfhörern des Premiumbereichs probehören durften, werden aber mit dem SteelSeries Sibera Elite allerdings – trotz der tollen Features und des schönen Designs - wohl eher nicht glücklich. Dies ist aber auch nur ein bedingt fairer Vergleich, da man bei solchen Hörern auch problemlos bis zu 1000 Euro ausgeben kann.


Positive Aspekte des SteeelSeries Siberia Elite:

Negative Aspekte des SteeelSeries Siberia Elite: