Auzentech X-Fi Hometheater HD - Was lange währt ...

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auzentech_xfi_hthdGut Ding will Weile haben – dieses alte Motto scheinen sich die Amerikaner von Auzentech bei der Entwicklung ihrer ersten HDMI-Soundkarte zur Wiedergabe von High-Definition-Soundformaten auf die Fahnen geschrieben zu haben. Wurde die X-Fi Hometheater HD bereits auf der CES 2008 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, dauerte es bis heute, bis die Karte das Licht der Welt erblickte. Als eine der ersten Redaktionen hatten wir die Möglichkeit, Auzentechs neue Speerspitze in der Praxis zu testen. Ob die rund 210 Euro teure X-Fi Hometheater HD wirklich zum Pflichtstück für jeden High-End-HTPC wird, versuchen wir zu klären.

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Im Soundkarten-High-End-Segment gehören die Amerikaner von Auzentech zu den Stars der letzten Jahre. Der Schlüssel zum Erfolg: eine ganze Menge High-End-Komponenten und die Lizenz als einziger externer Hersteller Creatives X-Fi-Chip zu nutzen. So konnten sich sowohl die PCI-Version X-Fi Prelude als auch die ein knappes Jahr später vorgestellte X-Fi Forte einen Excellent-Hardware-Award erarbeiten. Nur selten konnten wir eine ähnlich hohe Gaming-Leistung im Zusammenspiel mit einer erstklassigen Klangperformance erleben.

Da ist es nicht verwunderlich, dass unsere Erwartungen an die brandneue Auzentech X-Fi Hometheater entsprechend hoch liegen – schließlich hat es auch lange genug gedauert, bis das gute Stück und Auzentechs erste Soundkarte mit HDMI-Ausgang - zur Übermittlung moderner High-Definition-Soundformate - auch wirklich auf den Markt gekommen ist. Schuld an den langen Verzögerungen waren nach unseren Informationen Probleme bei der Firmware-Entwicklung im Zusammenspiel mit dem Software-Entwickler Cyberlink, der sich für die passenden Softplayer verantwortlich zeigt.

Nachdem wir uns auf den kommenden Seiten damit befassen wollen, was es mit Begriffen wie dem „Protected Audio Path“ auf sich hat, weshalb es wichtig ist, dass sich ein Soundkarten-Produzent mit einem Software-Entwickler abstimmt und ob eine solch komplexe Zusammenarbeit auch wirklich Früchte trägt,  werfen wir zunächst einen Blick auf die technischen Daten.

 



In Zeiten, in denen konservierte High-Definition-Filme nach schier endlosem Warten endlich in den Handel gelangten – und damit den großen Formatkrieg zwischen HD-DVD und Blu-ray einleiteten – hatten beinahe alle Fans von HTPCs große Hoffnungen. Nachdem sich HDMI im Heimkino als Standard der digitalen Bild- und Tonübertragung durchgesetzt hatte mehrte sich die Hoffnung, dass ein HTPC endlich zu der multimedialen Wunderwaffe werden könnte, die er von Anbeginn an darstellen sollte. Praktischerweise kamen in diesem Zeitraum nämlich auch zusehends mehr Komponenten (genauer gesagt Grafikkarten und Mainboards) auf den Markt, die bereits über HDMI-Schnittstellen verfügten.

Nachdem sich zudem relativ bald herausstellte, dass Toshibas erste HD-DVD-Player auf einem Celeron-Prozessor aufbauten, schien die Sache eigentlich klar: HTPCs werden die neuen Stars der Wohnzimmer.

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Doch schnell stellten sich zwei Probleme heraus. Zum einen besaßen besagte PC-Komponenten anfänglich lediglich Konnektoren nach dem HDMI-1.2-Standard. Entsprechend verfügten diese nicht über genügend Bandbreite um Bild und Ton hochauflösend digital auszugeben. Um dies zu realisieren, werden Buchsen des modernen 1.3-Standards benötigt – soll es nur das Bild sein, reicht jedoch bereits der etwas in die Tage gekommene 1.2-Standard. Doch auch nachdem moderne Komponenten in der Zwischenzeit flächendeckend HDMI 1.3 unterstützten, sieht es immer noch mau aus, wenn es darum geht, Dolby Digital True HD oder DTS HD Master Audio vom HTPC in einen Receiver zu schleusen.

Schuld daran sind, wie so oft, die modernen Kopierschutzbestimmungen oder besser Kopierschutzrestriktionen. Anders, als es bei der externen Weitergabe von Daten der Fall ist, die mit HDCP geschützt wird, gab es anfänglich keine adäquate Lösung um auch das Tonsignal innerhalb des PCs weitergeben zu können. Fest stand für Hollywood einzig und allein: ohne Umwege darf der Ton digital nicht ausgegeben werden. Hier hat es die Filmindustrie schlicht und ergreifend verschlafen, sich rechtzeitig um einen passenden Standard zu kümmern. Blickt man jetzt aber auf den holprigen Start von HD-DVD und Blu-ray zurück, verwundert dies nicht wirklich.

Eine Lösung für das Problem wurde aber recht schnell gefunden, genannt „Protected Audio Path“. Der Clou an dieser Lösung: in einer „geschützten“ Umgebung werden digitale Audio-Signale direkt von der Software an die Soundkarte weitergereicht. Das Problem liegt aber darin, dass die Abspielsoftware und die Soundkarte speziell aufeinander angepasst werden müssen. Es ist also nicht länger möglich, eine beliebige Abspielsoftware mit einer x-beliebigen Soundkarte zu kombinieren. Noch dazu erfordert es langwierige Anpassungsarbeiten – ein Grund weshalb wir auf Auzentechs X-Fi Hometheater HD beispielsweise so lange warten mussten. Ungewiss ist zudem die Zukunft einer solchen Kombination – was passiert, wenn sich ein Software-Hersteller entschließt, seinen Soft-Player auf eine neue Version upzudaten und ein neuer Grafikkarten- oder Soundkarten-Treiber vorgestellt wird?

Nach dieser etwas längeren, aber nötigen Einleitung wollen wir uns auf den kommenden Seiten mit Auzentechs neuer High-End-Karte beschäftigen.


 

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Ein erster Blick auf die X-Fi Hometheater HD lässt eine Verwandtschaft zur X-Fi Forte nicht verleugnen. Die Karte macht den Eindruck, als handle es sich um besagte Low-Profile-Karte, die ein wenig in die Breite gewachsen ist. Da die HDMI-Sektion natürlich einiges an zusätzlicher Hardware benötigt, ist dieser Schritt nicht überraschend. Leider passt die Karte so aber nicht mehr in ultraflache HTPC-Cases. Entsprechend wäre eine Lösung mit einem zusätzlichen Add-On-Board sicherlich die geschickteste Lösung gewesen. Ob es jedoch entsprechend zu realisieren ist, steht auf einem anderen Blatt. Als Schnittstelle setzt Auzentech auf das moderne PCIe-Format. Leistungstechnisch stellt dies aber keinen Vorteil dar, denn in zahlreichen Testreihen konnten wir bislang belegen, dass die verwendete Schnittstelle keinen Einfluss auf die Leistung der Karte hat.

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Das Herzstück von Auzentechs Heimkino-Soundkarte ist ohne jeden Zweifel Creatives X-Fi-Chip. Dieser ist zwar bisweilen einige Jahre auf dem Markt, stellt in Sachen Gaming-Performance aber nach wie vor die Speerspitze im Soundkarten-Markt dar. Realisiert wird dies über die sogenannte Ring-Architektur. Insgesamt stehen dem Anwender bei Creative drei verschiedene Modi zur Verfügung – Entertainment, AudioCreation, Gaming. Dank besagter Architektur kann der Chip seine Leistung auf die für den jeweiligen Anwendungsbereich am dringendsten benötigte Stelle konzentrieren. Was auf dem Papier durchaus interessant klingt, bringt in der Praxis jedoch nur einen eingeschränkten Vorteil. Wesentlich interessanter ist es da, dass bislang lediglich der X-Fi-Chip EAX 5.0 nativ unterstützt. Zusätzlich spendiert Auzentech den optionalen X-Ram. Hierbei handelt es sich um zusätzliche 64 MB, die den Arbeitsspeicher bei Spielen entlasten sollen. Ob dies in Zeiten, in denen 4 GB an Hauptspeicher zur normalen Ausstattung gehören, noch zeitgemäß ist, ist eine andere Frage.

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Auzentech hat sich seinen guten Ruf in den letzten Jahren damit verdient, in erster Linie auf extrem hochwertige Komponenten zu setzen, die den Klang positiv beeinflussen sollen. Von diesem Konzept rückt man auch bei der X-Fi Hometheater HD nicht ab. So spendiert man der Karte, genau wie dem Vorbild - der X-Fi Forte - einen gesockelten OPAMP für die Hauptkanäle. Somit ist es möglich, das Klangbild der Frontkanäle im Nachhinein auf den eigenen Geschmack anzupassen. Nötig sein wird dies aber lediglich in den selteneren Fällen, denn Auzentech verbaut bereits ab Werk ein sehr hochwertiges Modell aus dem Hause National. Leider setzen die Amerikaner bei ihrem Top-Modell aber nur auf ein wechselbares Modell für die Hauptkanäle. Die wesentlich günstigere X-Raider (siehe Hardwareluxx [printed] 06/2009) kommt hier jedoch gleich mir vier gesockelten OPAMPs für alle Kanäle daher. Genau genommen ist dies die wesentlich sinnvollere Lösung, da nur so alle Kanäle auch nach einem Wechsel gleich klingen können, was für eine geschlossene Surroundwiedergabe von großer Bedeutung ist.

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Der zum Einsatz kommende Wandler stammt von der Traditionsmarke Cirrus Logic und soll der Karte zu einem hervorragenden Rauschabstand von 114 dB verhelfen. Ob dies gelingt, werden unsere Messungen im weiteren Verlauf dieses Tests zeigen.


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Die augenscheinlich markanteste Ausstattung der X-Fi Hometheater HD sowie der X-Fi Forte sind die grünen Kondensatoren aus dem Hause Nichicon Audio, der MUSE-ES-Serie. Direkt daneben befindet sich ein weiteres Highlight der Karte, das zeigt, dass Auzentech nicht nur den HDMI-Part ernst genommen hat, sondern darüber hinaus auch eine hochwertige Karte für die analoge Wiedergabe anstrebt. So wurde ein Kopfhörer-Verstärker integriert, sodass auch High-End-Kopfhörer mit einem hohen Widerstand problemlos betrieben werden können – in unseren Tests hatten wir hierbei keinerlei Probleme.

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Der angesprochene Kopfhörer-Verstärker stellt jedoch nicht die einzige Besonderheit dar. So kommt die X-Fi Hometheater HD ebenso mit einem Mikrofon-Vorverstärker daher, der besonders hochwertige Aufnahmen ermöglichen soll. Damit nicht genug, erlaubt Auzentech mittels eines Jumpers zwischen einem „Balanced“- und einem „Unbalanced“-Mikrofon zu entscheiden.

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Ein Blick auf das PCB der X-Fi Hometheater HD zeigt eindeutig den Wandel im Multimedia-Segment. Während Soundkarten bis vor Kurzem noch einzig und allein mit einer hochwertigen Audio-Sektion aufwarten mussten, sind nun auch Videofähigkeiten gefragt, um die Ton- mit den Bildsignalen zu kombinieren. Diese Aufgaben übernehmen bei Auzentech entsprechende Chips des Herstellers Silicon Image.

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Eine einfache Integration der HDMI-Sektion hat Auzentech nicht gereicht. So findet man abermals zwei Jumper, die verschiedene Modi erlauben. Während der linke Jumper dafür verantwortlich ist, ob die X-Fi integriert wird oder das Signal direkt weitergeleitet wird, gibt der zweite Jumper bereits einen Ausblick auf kommende Funktionalitäten. So soll die X-Fi Hometheater HD künftig in der Lage sein, bei NVIDIA-Chipsätzen (und möglicherweise auch bei Grafikkarten) das Bildsignal direkt über den PCIe-Bus abzugreifen. So würde die momentan benötigte Loop-Through-Lösung unter den Tisch fallen. Wann dies aber in die Realität umgesetzt wird und welche Chipsätze in der Lage sein werden, entsprechende Signale zu liefern, dazu sind bislang keine Informationen bekannt.


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Auch ein Blick auf das Anschlusspanel lässt eine gewisse Verwandtschaft zur X-Fi Forte erkennen. So befindet sich auch bei der X-Fi HTHD ein Anschluss für eine Kabelpeitsche ganz rechts auf dem Anschlussblech. Direkt daneben befindet sich die Buchse für den Kopfhörer-Verstärker, ein Platz weiter findet man eine koaxiale Digitalbuchse. Abgerundet wird das Anschlusspanel von den eigentlichen Stars der X-Fi Hometheater HD, je einem HDMI-Ein- und Ausgang.

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Da zwei HDMI-Ports bereits eine ganze Menge Platz auf dem Anschlusspanel belegen, geht es so beengt zu, dass nicht genügend Platz für eine ansprechende Anzahl von Klinkebuchsen im 3,5-mm-Format gegeben ist. Entsprechend (oder aber vielleicht auch deswegen, weil die X-Fi Forte dank des Low-Profile-Formats ebenfalls mit wenig Platz zu kämpfen hat), setzt Auzentech auf eine praktische Kabelpeitsche. Dies hat den Vorteil, dass alle Anschlüsse farblich markiert sind und es zudem weniger störend ist, hinter dem PC den korrekten Anschluss zu suchen. Neben genügend Anschlüssen für ein ausgewachsenes Achtkanal-System besitzt die X-Fi HT je einen Line-In und Mikrofon-Anschluss.

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Ein Blick auf den Weg der Kabel ruft längst vergessene Erinnerungen aus Zeiten von 3dfx‘ Voodoo wieder ins Gedächtnis. So wird das Bildsignal zunächst von der Grafikkarte ausgegeben und mittels eines beiliegenden Kabels in Auzentechs Soundkarte eingeschleift. Von dort wird das Signal mittels eines zweiten HDMI-Ports wieder ausgegeben.

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Auch Onboard bietet die X-Fi HTHD zahlreiche Anschlüsse. Zudem kann auch Creatives X-Fi-Front-Panel mit der Karte kombiniert werden. Natürlich finden aber auch die Front-Connectoren eines Gehäuses Anschluss.


Der Treiber:

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{gallery}galleries/reviews/auzentech_hdmi/treiber_gaming{/gallery}

Ein Blick auf den Treiber lässt schnell den verwendeten Chip erkennen. Anders als es beispielsweise ASUS tut, verändert Auzentech die Treiber des verwendeten Chips nur marginal, sodass die originale Optik stets zu erkennen ist. Ein Problem ist das bei Creatives X-Fi-Treiber aber natürlich nicht, denn bereits häufig konnte uns die Software überzeugen - sie bietet zahlreiche Einstellungen, ist übersichtlich und zudem ansprechend gestaltet. Je Modus gibt es dabei eine eigene Optik, die einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen erlauben soll.

Natürlich musste Auzentech für seine X-Fi Hometheater HD etwas tiefer in den Treiber eingreifen, schließlich gibt es noch kein Creative-eigenes X-Fi-Modell, das auf HDMI-Anschlüsse zurückgreifen kann. Dem Schema der verschiedenen Modi folgend, hat Auzentech ein HDMI-Untermenü lediglich im Entertainment-Mode integriert. Hier bietet man alle relevanten Einstellungen. Um die Karte zur Zusammenarbeit mit PowerDVD zu überreden, muss sie mittels eines eigenen Knopfes als HDMI-Lautsprecher in der Audio-Steuerung von Windows registriert werden.

Alles in allem kann der X-Fi-Treiber erneut auf der ganzen Linie überzeugen und gehört gemeinsam mit ASUS‘ Xonar-Treiber trotz eines riesigen Funktionsumfangs zweifelsfrei zu den übersichtlichsten und intuitivsten Treibern  auf dem Markt.

Die Leistung:

Der zugegebenermaßen ein wenig in die Tage gekommene Ziff Davis Audio Winbench attestiert der X-Fi Hometheater HD eine hervorragende Leistung. So wird der Prozessor bei der normalen Audio-Wiedergabe nur minimal belastet. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass auch langsamere CPUs das System nur marginal stärker belasten, denn alle CPUs besitzen heutzutage genügend Leistung, um bei einer einfachen Audio-Wiedergabe nicht mehr ausgebremst zu werden. So belasten all unsere aktuellen Soundkarten das System mit maximal 2 Prozent der CPU-Leistung. Auch im 3D Mark kann der X-Fi Chip seine Leistung wieder einmal ausspielen – so zieht die X-Fi Hometheater HD mit ihren X-Fi-Geschwistern mühelos gleich.

Dank der EAX-5.0-Unterstützung und der guten Leistungsfähigkeit bleibt Creatives Chip die erste Wahl für Spieler. Ob eine solche Leistung im HTPC benötigt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Gerade Anwender, die mit ihrem HTPC auch gerne einmal das ein oder andere Spielchen testen möchte, kommen hier aber voll auf ihre Kosten.


Viel haben wir auf den letzten Seiten erklärt und philosophiert, dabei interessiert bei einer High-End-Soundkarte natürlich in erster Linie eines: wie klingt das gute Stück nun?

Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Klangtests um eine rein subjektive Einschätzung handelt. Jeder Hörer nimmt Töne anders wahr und kann daher andere Klangeindrücke als „besser“ bzw. „schlechter“ einstufen. Wichtig ist ebenso, unsere Klangtests in Relation zu den verwendeten Boxensystemen zu setzen. Getestet werden alle Soundkarten zwar mit mehreren Boxensystemen, die unterschiedliche Klang-Eigenschaften besitzen, in den eigenen vier Wänden kann eine Kombination aber noch einmal gänzlich anders klingen.

Als Referenz-Sets nutzten wir für diesen Vergleich: Creative S750 und Teufel Motiv 5

Klang Stereo (CD/iTunes)

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Zunächst steht für Auzentechs Heimkino-Karte die Pflicht auf dem Programm: unser Klangcheck mit der guten alten CD. Hier kann die Karte bereits von Anfang an begeistern. So besitzt sie nicht nur den von Auzentech gewohnt wuchtigen Klang, sondern agiert darüber hinaus auch noch äußert präzise. Auch wenn Stimmen nicht ganz die Luftigkeit besitzen, wie sie die ASUS Xonar D2X ihnen verleiht, so zieht die X-Fi Hometheater ihre Zuhörer doch mit einer enormen Spielfreude in ihren Bann. Egal welchen Musikstil wir der Karte vorsetzten, stets zauberte sie ein Grinsen in unsere Gesichter. Gerade dann, wenn es einmal etwas rockiger wurde, konnte die X-Fi HTHD mit ihrem präzisen und dennoch wuchtigen Bass durchweg überzeugen.

Dabei gelang es unserem Testprobanden bereits im Stereomodus mit einer hervorragenden Räumlichkeit zu punkten. Bei unserem Referenz-Song „Forgiven not forgotten“ der Geschwister Corr in der Unplugged-Version baute unser Testsetup eine sehr breite, bestens gestaffelte Bühne auf. Noch dazu gelang es der Karte auch einen Aufbau in die Tiefe bestens zu realisieren.

Es lag von vornherein auf der Hand: in dieser Disziplin gleicht die X-Fi Hometheater HD ihrer kleinen Schwester X-Fi Forte wie ein Ei dem anderen.

Klang: Film, Mehrkanal-Musik, Games

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Wen sollte es groß überraschen: auch im Mehrkanal-Betrieb kann die X-Fi Hometheater HD mit den gleichen Attributen überzeugen, wie bereits bei der CD-Wiedergabe.

Noch dazu stellt sie auch im 8-Kanal-Betrieb noch einmal ihre enorme Räumlichkeit unter Beweis. So fühlt man sich als Zuschauer stets mitten ins Geschehen versetzt und es kommt nicht selten vor, dass man sich vor einer durch den Raum peitschenden Kugel wegducken möchte. Gerade bei Action-Krachern, seien es nun Games oder Filme, profitiert die X-Fi Hometheater HD enorm von ihrer wuchtigen Tieftonabstimmung. Bässe, sei es nun ein explodierendes Haus, ein gerade startender Kampfjet oder aber die Stimme von Optimus Prime, landeten stets genau in der Magengrube. Erfreulicherweise gelingt es Auzentech, einen guten Mittelweg in der Abstimmung zu finden, denn auch wenn der Bassanteil präsenter als bei ASUS‘ Xonar Karten ist, so wirkt er doch nie zu dominant und drängt sich nicht in den Vordergrund.

Messungen: Rightmark

Nachdem es sich bislang um rein subjektive Erfahrungen handelt, möchten wir nun auf Messungen mit dem Rightmark-Audio-Analyzer zurückgreifen. Da bereits die X-Fi Prelude und die X-Fi Forte mit hervorragenden Ergebnissen punkten konnten, sind die Erwartungen hier natürlich alles andere als gering.

44 kHz / 16 bit:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB
+0.02, -0.12
Excellent
Noise level, dB (A)
-95.0
Excellent
Dynamic range, dB (A)
95.3
Excellent
THD, %
0.0015
Excellent
THD + Noise, dB (A)
-87.9
Good
IMD + Noise, %
0.0050
Excellent
Stereo crosstalk, dB
-89.6
Excellent
IMD at 10 kHz, %
0.0053
Excellent
General performance
Excellent

Zu den ausführlichen Messergebnissen

48 kHz / 24 bit:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB
+0.02, -0.12
Excellent
Noise level, dB (A)
-101.4
Excellent
Dynamic range, dB (A)
101.4
Excellent
THD, %
0.0015
Excellent
THD + Noise, dB (A)
-91.4
Very good
IMD + Noise, %
0.0029
Excellent
Stereo crosstalk, dB
-90.4
Excellent
IMD at 10 kHz, %
0.0030
Excellent
General performance
Excellent

Zu den ausführlichen Messergebnissen

96 kHz / 24 bit:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB
+0.02, -0.14
Very good
Noise level, dB (A)
-100.1
Excellent
Dynamic range, dB (A)
100.0
Excellent
THD, %
0.0013
Excellent
THD + Noise, dB (A)
-91.6
Very good
IMD + Noise, %
0.0031
Excellent
Stereo crosstalk, dB
-90.5
Excellent
IMD at 10 kHz, %
0.0033
Excellent
General performance
Excellent

Zu den ausführlichen Messergebnissen

192 kHz / 24 bit:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB
+0.02, -0.15
Very good
Noise level, dB (A)
-100.0
Excellent
Dynamic range, dB (A)
99.8
Excellent
THD, %
0.0014
Excellent
THD + Noise, dB (A)
-91.4
Very good
IMD + Noise, %
0.0031
Excellent
Stereo crosstalk, dB
-90.6
Excellent
IMD at 10 kHz, %
0.0032
Excellent
General performance
Excellent

Zu den ausführlichen Messergebnissen

Wie es nicht anders zu erwarten war, kann auch die X-Fi Hometheater HD auf der analogen Ebene auf ganzer Linie punkten. In allen vier Tests ermittelt RMAA das Ergebnis „Excellent“. Der massive Materialeinsatz und die durchdachte Konzeption der Karte haben sich also gelohnt.


Bereits aus mehreren HTPC-Bauanleitungen und vom ersten Test der ASUS Xonar HDAV wissen wir – ein Setup mit einer funktionierenden HDCP-Kette aufzubauen ist nicht immer ein Kinderspiel und kann auch so manch erfahrenem Hardware-Tester den letzten Nerv rauben. Entsprechend gespannt gingen wir an unseren Heimkino-Praxistest mit der X-Fi HTHD heran – wird alles klappen und zahlt sich die enorm lange Entwicklungszeit aus?

Die Sache mit der Software:

{gallery}galleries/reviews/auzentech_hdmi/powerdvd{/gallery}

Aktuell haben HTPC-Nutzer das Problem, dass sie sich aufgrund des Protected Audio Path mit dem Kauf einer Soundkarte auf eine entsprechende Abspielsoftware festlegen. Im Falle von ASUS ist das TotalMediaTheater von Arcsoft, Auzentech hat sich dazu entschieden mit Cyberlink zu kooperieren und entsprechend das bekannte PowerDVD in der Version 9 zu unterstützen. Anders als ASUS legt Auzentech die Software aber nicht im Bundle bei, sodass diese zusätzlich bezogen werden muss.  Da zur Wiedergabe von Blu-ray-Discs jedoch die teure Ultra-Version genutzt werden muss, macht dies die X-Fi Hometheater HD nominell noch einmal rund 60 Euro teurer, was natürlich eine ganze Menge ist.

In unseren Praxistests konnte PowerDVD 9 Ultra durchaus gefallen, hatte aber auch seine Schwachstellen. Zwar besitzt das Programm einen großen Funktionsumfang und eine gute Bedienung, allerdings konnten wir das Programm nicht immer dazu überreden, uns unkomprimierten Sound über den HDMI-Port auszugeben. In der Regel konnte dieses Problem gelöst werden, indem wir zunächst ein anderes Ausgabe-Format wählten und im Anschluss die unkomprimierte Ausgabe von HD-Sound aktivierten. Jedes mal gelang dies aber nicht. Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Probleme an der Abspielsoftware und nicht an der Auzentech-Karte liegen.

Einschränkungen gibt es auch bei der Wahl des Betriebssystems. Während wir bei Windows Vista und Windows 7 bei PowerDVD HDMI als Tonoutput auswählen konnten, war dies beim etwas in die Jahre gekommenen Windows XP nicht möglich. Da aber viele HTPCs noch immer auf dem ressourcenschonenden Betriebssystem aufsetzen, kann hier mit weiteren Einschränkungen gerechnet werden. Mithilfe einiger Bastelarbeit und dem Schmökern in diversen Internetforen soll sich dieses Problem jedoch beheben lassen – „out of the box“ geht es aber nicht, was jedoch am genau genommen "veralteten" Betriebssystem liegt.

Die Wahl der richtigen Komponenten:

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Mit einem HDCP-Workflow ist das so eine Sache – ein Treiber, eine falsche Komponente, ab und an sogar nur ein einziges falsches Kabel und schon liegt die ganze Kette brach. Um Probleme ausschließen zu können, haben wir uns zunächst dazu entschlossen, auf eine erprobte HDCP-Kette, bestehend aus einer GeForce 8800 GTX, einem Denon AVR-2310 und einem ASUS VW222H zu setzen.

Nach der Installation der Karte verkabelten wir unser Setup korrekt und gingen vom DVI-Anschluss der Grafikkarte mittels eines Adapter-Kabels in den HDMI-Eingang der Soundkarte, von deren HDMI-Ausgang in einen HDMI-Eingang unseres Receivers und von dort wieder an unseren Monitor – man sieht: kommt es zu Störungen, bedeutet dies einiges an Bastelarbeit im Ausschluss. Unsere Hoffnungen, bereits von Anbeginn an mit einem funktionierenden Workflow arbeiten zu können zerschlugen sich bereits nach den ersten Sekunden mit dem Erscheinen eines Feldes, das uns einen HDCP-Error belegte. Nach zahlreichen Umbauarbeiten stellte sich unsere Auzentech-Karte als vermeintlicher Störenfried heraus.

Durch Rücksprache mit dem deutschen Distributor konnten wir das Problem jedoch auf die Grafikkarte zurückführen. Noch arbeitet die X-Fi HTHD nicht mit NVIDIA-Grafikkarten zusammen, wenn das Bildsignal über den DVI-Ausgang ausgegeben wird. Verfügen die Karten jedoch über einen nativen HDMI-Output, soll die HDCP-Kette arbeiten. Auch mit einer ATI-Karte soll die Auzentech X-Fi HTHD problemlos zusammenarbeiten. Getestet haben wir diese Theorie mit einer Radeon HD-4890 sowie MSIs GeForce GTX275 Lightning – Probleme gab es mit diesen beiden Karten keine. Wer also über eine ATI-Karte respektive ein NVIDIA-Modell mit HDMI-Ausgang verfügt, kommt ohne Probleme in den Genuss von High-Defintion-Audio, wer jedoch eine GeForce besitzt, die lediglich DVI-Ports aufweist, schaut noch in die Röhre – oder eben einen schwarzen LCD-TV.


Welche Kombination funktioniert?

Mit einem einfachen „reinstecken und loslegen“ ist es bei der Auzentech Hometheater HD nicht getan. Noch gibt es einige Kombinationen, die auf Anhieb nicht laufen.

Windows XP
Windows Vista
Windows 7

NVIDIA-Grafikkarte mit DVI-Ausgang

läuft nicht
läuft nicht
läuft nicht
NVIDIA-Grafikkarte mit HDMI-Ausgang
läuft nicht
läuft
läuft
ATI-Grafikkarte mit DVI-Ausang
läuft nicht
läuft
läuft

Wie unsere Tabelle zeigt, ist man aktuell nur dann auf der sicheren Seite, wenn eine ATI-Karte oder aber ein NVIDIA-Modell mit HDMI-Ausgang verbaut wird. Noch dazu sollte entweder Windows Vista oder Windows 7 eingesetzt werden. Damit nicht genug gibt es aktuell noch Probleme mit älteren Denon-Receivern, die vor dem Jahr 2007 gefertigt wurden. Ebenso führte ein späterer Wechsel auf einen Denon AVR-1909 dazu, dass das High-Definition-Signale nicht korrekt erkennt wurde. Etwas Glück bei der Kombinatorik gehört also dazu.

Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass die gemachten Erfahrungen nur mit der von uns verwendeten Kombination nachvollziehbar sind. Bereits der Einsatz eines anderen Receivers oder gar eines anderen Treibers kann dafür sorgen, dass es zu neuen Problemen kommt.

Der Klang:

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Wie klingt die Karte denn nun mit den neuen Soundformaten? Genau genommen klingt sie gar nicht, denn dann, wenn wie die X-Fi Hometheater dazu genutzt wird, um High-Definition-Sound via HDMI weiterzugeben, leitet die Karte lediglich digitale Daten, also „Nullen“ und „Einsen“ weiter. Einfluss auf den Klang hat in diesem Fall der Receiver, der ein entsprechendes Signal aufbereitet.

Im Vergleich mit den herkömmlichen Soundformaten fällt der Klangzugewinn jedoch nur marginal aus. Kommt eine hochwertige Ausstattung zum Einsatz, profitiert man sowohl bei DTS HD Master Audio als auch bei Dolby Digital True HD in erster Linie durch gesteigerte Dynamik und Räumlichkeit. Solange es sich beim Equipment aber nicht um High-End-Matrial handelt, stellt sich die Frage, ob wirklich ein Klanggewinn erzielt wird. Zudem hängt in diesem Fall einiges von der Qualität der Tonspur ab, denn eine gute „normale“ DTS Tonspur muss nicht schlechter klingen, als eine durchschnittliche HD-Tonspur.


„Was lange währt …“
Wirklich zustimmen können wir dieser Floskel nicht, denn die Auzentech X-Fi Hometheater HD hat zwar durchaus ihre Sonnenseiten – aber jeder weiß, wo Licht ist, da ist auch Schatten.

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Ein Blick auf die analoge Audiosektion verheißt zunächst Gutes, denn hier kann unser Testkandidat auf der ganzen Linie überzeugen und liegt auf einem Level mit der „kleinen“ Schwester, der X-Fi Forte. Nicht nur die Messwerte belegen durchweg das Ergebnis „Excellent“, auch im subjektiven Klangtest kann die Karte mit einem differenzierten und wuchtigen Klangbild auf der ganzen Linie punkten. Zudem stellt Creatives X-Fi-Chip erneut unter Beweis, dass er noch immer das Maß aller Dinge ist, wenn es um die Gaming-Leistung im Soundsegment geht. Daher ist Auzentechs Karte besonders interessant für alle Anwender, die im Heimkino auch einmal eine Runde spielen möchten.

Wechselt man allerdings zur HDMI-Sektion, verändert sich das Bild, denn hier hat die Karte noch mit zu vielen Einschränkungen zu kämpfen, um wirklich zu überzeugen – so darf die Karte noch nicht mit NVIDIA-Karten kombiniert werden, die keinen nativen HDMI-Output besitzen und auch unter dem weitverbreiteten Windows XP erlauben die Kopierschutzrestirktionen nicht die Ausgabe von HighDef-Sound. Ein zu alter Denon-Receiver darf nach Angaben von Auzentech zudem nicht mit der X-Fi Hometheater HD kombiniert werden. Es zeigt sich also, dass die X-Fi Hometheater noch kein genügsamer Geselle ist, wenn es um die Mitstreiter im Heimkino geht .Allerdings sollte die Schuld hier aber nicht bei Auzentech gesucht werden, sondern viel mehr bei der Filmindustrie, deren aktueller Kopierschutz noch lange nicht ausgereift ist. Findet sich allerdings eine Kombination, die funktioniert – sprich eine ATI-Karte oder ein NVIDIA-Modell mit nativem HDMI - kann unser Testmuster punkten, denn man kommt in den Genuss von High-Definition-Sound.

Ob Auzentechs HDMI-Soundkarte wirtschaftlich allerdings interessant ist, steht auf einem anderen Blatt. Da der Software-Player zusätzlich für rund 60 Euro erworben werden muss, kostet das Gesamtpaket rund 270 Euro. Zum gleichen Preis erhält man beinahe eine neue PS3 Slim, die ebenso in der Lage ist, Bitstream-Signale auszugeben, die Funktionen einer Spielekonsole besitzt und keine weiteren Hardware-Kosten nach sich zieht, die beim Zusammenbau eines HTPCs entstehen. Wirklich interessant ist die Karte aktuell daher nur für Nutzer, die bereits einen HTPC mit einer passenden Grafikkarte besitzen und diesen nun endgültig für das hochauflösende Zeitalter flott machen möchten. Zudem sind HTPC-Fans sicherlich die ein oder andere Bastelei gewohnt.

Es bleibt also zu hoffen, dass es Auzentech gelingt, die Kombinationsschwierigkeiten mit Treiber- und Firmware-Updates in den Griff zu bekommen. Die Krux an der Situation: die Problematik ist nicht einzig auf Auzentechs Soundkarte zurückzuführen, sondern vielmehr auf den von der Industrie durchgesetzten HDCP-Stadard, der auch nach einigen Jahren der konservierten HD-Medien noch immer für zahlreiche Probleme und Kompatibilitäten sorgt.

Positive Aspekte der Auzentech X-Fi Hometheater HD:

Negative Aspekte der Auzentech X-Fi Hometheater HD

Weitere Links:


auzentech_hometheaterNun ist es gut zwei Monate her, dass wir Auzentechs High-End-HDMI-Soundkarte zum ersten Mal durch unseren Testparcours gehetzt haben. Trotz langer Entwicklungsarbeiten und eines alles andere als günstigen Preises hinterließ die Auzentech X-Fi Hometheater HD jedoch einen zwiespältigen Eindruck – vieles machte die Karte sehr gut, bei zwei Punkten strauchelten die Auzentech-Ingenieure jedoch leider: dem Zusammenspiel mit älteren Denon-Receivern und der vollständigen Kooperationsbereitschaft mit NVIDIA-Grafikkarten. Nun haben die Kalifornier nachgebessert und bieten ein Firmware-Update an.

Firmware-Updates sind eine praktische Sache: ein Produkt kann auch im Nachhinein mit einer neuen internen Software ausgestattet werden, sodass Fehler, die sich erst in der Praxis herausgestellt haben, problemlos beseitigt werden können. Die Krux besteht nun aber darin, dass Soundkarten nicht unbedingt zu der Kategorie von Geräten gehören, die regelmäßig Updates hinsichtlich der Firmware unterlaufen – vorgesehen wurde ein solcher Eingriff auf die interne Software daher nicht. Das ist der Grund, weshalb das Firmware-Update leider nicht in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden kann. Daher muss die X-Fi Hometheater HD zum Deutschland-Distributor PC-Cooling eingeschickt werden, der den Eingriff vornimmt. Unsere Karte wurde innerhalb weniger Tage wieder zurückgesendet und konnte von da an eine neue Firmware vorweisen.

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Das NVIDIA-Problem:

Ein HDMI-Audio-Verbund ist eine komplizierte Sache: zunächst einmal müssen alle drei Geräte der Wiedergabekette – die Grafikkarte, die Soundkarte und der Monitor harmonieren. Zudem muss aufgrund des Protected-Audio-Path auch noch die Software genau auf die Soundkarte abgestimmt werden. Ist dies nicht der Fall, kann es dazu kommen, dass die Kette den HDMI-Handshake verweigert. Beim Wiedergabeversuch wird entsprechend gemeldet, dass die verwendete Hardware nicht HDCP-konform ist und die Wiedergabe daher abgebrochen wird.

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Genau mit dieser Meldung wurden bislang Nutzer konfrontiert, die Bildsignale einer NVIDIA-Grafikkarte via DVI ausgegeben haben. Während eine HDMI-HDMI-Verbindung zwischen Grafikkarte und Soundkarte keine Probleme bereitete, weigerte sich die Auzentech Hometheater HTHD beständig eine DVI-HDMI-Verbindung zu erlauben. Anwender, die einen NVIDIA-Grafikchip nutzen wollten, waren also gezwungen, auf ein Modell mit HDMI-Ausgang zu setzen.
Dank der neuen Firmware hat sich dieses Problem nun in Luft aufgelöst. In unseren Tests arbeitete die Kombination aus Auzentech- und NVIDIA-Karte nun völlig problemlos. Der erste Schritt ist Auzentech somit schon einmal gelungen.

Das Denon-Problem:

Denon gehört ohne jeden Zweifel zu den bekanntesten und erfolgreichsten Herstellern im Heimkino-Bereich – insbesondere dann, wenn das Heimkino ein wenig teurer ausfällt. Genau genommen also das Klientel, das auch Auzentech mit seiner X-Fi Hometheater HD anvisiert hat. Umso ärgerlicher war in diesem Zusammenhang, dass es Probleme mit Denon-Receivern gab, die älter als ein Jahr waren. Selbst dann, wenn alle Einstellungen korrekt vorgenommen wurden, weigerten sich die Denon-Receiver die neuen High-Definition-Formate auszugeben.

Auch diesem Problem haben sich die Auzentech-Ingenieure angenommen – größtenteils mit Erfolg. In unseren Tests wurden die Tonspuren nun meistens korrekt erkannt und abgespielt – zumindest war dies bei unserem Denon AVR-1909 der Fall, der in unserem ersten Test die Zusammenarbeit vehement verweigerte. Der Terminuns "meistens" daher, da der AVR-1909 ab und an der Meinung war, die X-Fi Hometheater HD würde ihm ein Dolby Digital Signal servieren - vollends gelöst scheint das Problem also nicht zu sein, zumindest wird nun aber in allen Fällen Ton ausgegeben. Aktuell ist in den Weiten des World-Wide-Web zudem zu lesen, dass es bei manchen Blu-rays ab und an zu Ton-Stockern kommen kann – dies war in unseren Tests nicht der Fall.

Fazit:

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Auzentech hat seine Hausaufgaben gemacht. Nachdem die X-Fi Hometheater HD bei der Einführung noch mit manchen Problemchen zu kämpfen hatte, wurden mit dem Firmware-Update die bekannten Fehler (größtenteils) beseitigt, sodass die X-Fi Hometheater HD nun den Kinderschuhen entwachsen ist - schade, dass anscheinend nicht immer das korrekte Signal vom Receiver erkannt wurde. Zudem gilt noch immer die Warnung: HDMI-Ketten sind schwierige Gesellen. Eine Kombination, die bei uns aktuell harmonierte, kann sich nach einem einfachen Treiber-Update erneut als Störenfried erweisen.

Da stellt man sich als Anwender nur die Frage: „Warum nicht gleich so?“ Somit bleibt einzig das Kostenproblem bestehen, denn Auzentechs HDMI-Soundkarte ist in Kombination mit dem benötigten Cyberlink Power DVD teurer, als eine Sony Playstation 3 Slim – da kann leider auch eine neue Firmware nichts dran ändern.