LG UltraGear 27GL63T: Gelungener IPS-Gamer für 250 Euro

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lg 27gl63t teaser 100Dass auch ein Display für 250 Euro eine respektable Gaming-Leistung an den Tag legen kann, möchte LG mit seinem Ultragear 27GL63T zeigen. Der 27-Zöller kombiniert ein IPS-Panel mit einer maximalen Wiederholfrequenz von 144 Hz und unterstützt nicht nur FreeSync, sondern ist auch G-Sync-kompatibel. Ob Abstriche gemacht werden müssen, klären wir in unserem Test.

Während wir oftmals Geräte in den Preisklassen jenseits der 500 Euro im Test haben, widmen wir uns dieses Mal einem Gerät, das rund die Hälfte kostet und damit auch preissensitive Gamer ansprechen sollte. Der LG Ultragear 27GL63T wird aktuell für rund 250 bei diversen Onlineshops gelistet, bietet aber dennoch eine interessante und durchdachte Ausstattung, ohne natürlich in die Vollen zu gehen, wie man es von den Top-Modellen kennt. Ob das letzte Quäntchen an Ausstattung aber überhaupt für jeden wichtig und dringend nötig ist, steht sowieso auf einem ganz anderen Blatt.

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Der LG 27GL63T bietet mit seiner Diagonale von 27 Zoll, einem IPS-Panel, HDR-Support, einer Reaktionszeit von 1 ms und maximal 144 Hz schon einmal ein durchaus stimmiges Grundsetup für Gamer. Dass Features wie ein Nano-IPS-Backlight fehlen, überrascht mit Blick auf den Preis weniger, sollte in unseren Augen aber zu verschmerzen sein, wenn der Rest passt.

Wie gut sich LGs Gaming-27-Zöller in der Praxis verkaufen kann – und ob es doch noch weitere Einschränkungen gibt, das klären wir im Laufe unseres ausführlichen Tests.

Spezifikationen des LG 27GL63T.B in der Übersicht
Straßenpreis: ca. 250 Euro
Garantie: 24 Monate
Homepage: www.lg.de
Diagonale: 27 Zoll
Krümmung x
Gehäusefarbe: Schwarz
Format: 16:9
Panel: IPS-Panel
Look up Table: 8 Bit
Glare-Optik: nein
Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel
Kontrastwert: 1.000:1
Helligkeit: max. 400 cd/m²
Reaktionszeit: 5 ms (GtG)
Wiederholfrequenz: 144 Hz
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 178°
Anschlüsse:

1x DisplayPort
1x HDMI

HDCP: ja
Gewicht: 6,4 kg
Abmessungen (B x H x T): 615 x 465 x 274 mm
Ergonomie: Höhenverstellung: 110 mm
Neigung: -5° - 15°
Kensington-Lock: nein
Wandmontage: 100 x 100 mm
integrierte Lautsprecher: ja
Netzteil: extern
Sonstiges: OSC-Bedienung, G-Sync-Compatible, FreeSync

Preise und Verfügbarkeit
LG 27GL63T
195,61 Euro 209,90 Euro Ab 195,61 EUR



Gehäuse und Verarbeitungsqualität

LG zieht seine Gaming-Designsprache aktuell konsequent durch das gesamte Portfolio, so auch beim 27GL63T. Echte Überraschungen gibt es entsprechend also nicht. Auf den ersten Blick wirkt der 27-Zöller für ein Zocker-Gerät noch recht schlicht, einzig der Standfuß ist etwas auffälliger ausgeführt.

Das IPS-Panel versteckt sich hinter einer Edge-to-Edge-Abdeckung, was in Kombination mit dem 27-Zoll-Format zu einer recht schlanken Optik führt. Der tatsächliche Rahmen fällt erst dann auf, wenn das Gerät eingeschaltet wird und liegt bei rund 11 mm. Damit wäre auch ein Multimonitor-Einsatz problemlos denkbar, was in Anbetracht des Preises durchaus reizvoll sein kann.

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Auf eine Krümmung verzichtet LG, was bei diesem Format aber nicht notwendig ist. Das untere Rahmenelement fällt etwas breiter aus, stört die Optik aber nicht wirklich. LG platziert dort einen G-Sync-Aufkleber, was in diesem Fall bedeutet, dass der Monitor G-Sync-Compatible ist.

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Der Standfuß ist V-förmig ausgeführt und wirkt auf den ersten Blick recht schlicht. Steht der Monitor normal auf dem Tisch, fällt zunächst gar nicht auf, dass LG die Rückseite in Glossy-Rot ausgeführt hat. Ein wenig Gaming-Charme besitzt der 27GL63T also doch, ersichtlich ist dieser aber in erster Linie dann, wenn der Monitor frei im Raum steht.

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Dann trägt natürlich auch die Rückseite ihren Teil zur Optik bei. Wie aktuell bei LG schmückt ein großer Kreis die Rückseite des Monitors, bei unserem Testmuster ist er in Rot ausgeführt. Anders als bei den teureren Geschwistern integriert LG keine RGB-Beleuchtung, mit Blick auf den Preis ist das aber durchaus zu verschmerzen.

Die Verarbeitungsqualität und die Materialgüte gehen vollends in Ordnung, denn die aktuelle 500-Euro-Klasse bietet hier auch nicht mehr.

Das Anschlusspanel

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Die Anschlussausstattung des LG 27GL63T ist äußerst limitiert, was mit Blick auf den Preis nicht wirklich überrascht. Das Käufer müssen sich mit einem DisplayPort und einem HDMI-Eingang zufriedengeben, mehr wird nicht angeboten. Rein funktionell wird das den meisten Usern reichen, ein USB-Hub mit zwei Schnittstellen wäre aber noch eine praktische Ergänzung gewesen.


Die Ergonomie eines Monitors kann sehr viel dazu beitragen, über einen längeren Zeitraum bequem am Schreibtisch zu sitzen. In unserer Ergonomie-FAQ gehen wir auf die wichtigsten Einstellmöglichkeiten am Monitor ein, zeigen darüber hinaus aber auch, wie der Schreibtischstuhl oder Schreibtisch eingestellt werden muss.

Mechanische Einstellmöglichkeiten

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An der Ergonomie spart LG erfreulicherweise kaum. Die Höhenverstellung ist einem Bereich von 110 mm möglich, was für ein Gerät der 27-Zoll-Klasse vollkommen ausreichend ist. Auch die Neigung kann angepasst werden, hier fällt der Bereich mit -5° bis 15° etwas kleiner aus, als bei manchen Konkurrenz-Modellen, in der Praxis macht sich das aber nicht negativ bemerkbar. Es ist jedoch nicht möglich das Panel zu schwenken und auch eine Pivot-Funktion ist nicht mit dabei.

Wer mehr Flexibilität benötigt, schaut aber nicht zwangsläufig in die Röhre, denn es kann auch ein Monitorarm genutzt werden. LG setzt auf das 100x100-mm-Format der VESA.

OSD und Bedienelemente

Hinsichtlich der Bedienung überzeugt LG seit langer Zeit – so auch beim neuen 27GL63T. Es wird erneut auf einen zentral positionierten Joystick auf der Unterseite des Rahmens gesetzt. Der Stick ist entsprechend sehr gut erreichbar und erlaubt dank eines guten Druckpunkts eine schnelle Navigation. Viel einfacher kann die Bedienung eines Monitors eigentlich nicht sein.

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LG kombiniert seine Joystick-Lösung mit einem zweistufigen OSD. In der ersten Ebene wird Zugriff auf die wichtigsten Funktionen geboten, eine Ebene darunter integriert LG ein umfangreiches Menü, das in der typischen Gaming-Optik des Herstellers auftrumpft. Der Funktionsumfang kann überzeugen. Es werden nicht nur reichlich Funktionen geboten, sondern auch zahlreiche Presets integriert, sodass jeder schnell eine passende Einstellung finden sollte. Natürlich wurden zahlreiche Gaming-Features berücksichtigt. Die Durchzeichnung von schwarzen Bereichen kann angepasst werden und es gibt auch eine Motion Blur Reduction. Natürlich können auch ein Fadenkreuz oder die FPS eingeblendet werden. Damit kann LG auf der ganzen Linie überzeugen.

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Nicht ganz so gut sieht es im Bereich der Software-Unterstützung aus. Hatte LG mit seinem OSC lange Zeit die Nase vorn, hat sich das Blatt zuletzt gewendet. Im produktiven Betrieb ist das OSC noch immer zeitgemäß, leider fehlen ihm aber sämtliche Gaming-Optionen. Hier kann die Konkurrenz in Form von MSI und Gigabyte punkten und hat LG hinter sich gelassen.

Stromverbrauch

Stromverbrauch

Watt
weniger ist besser

Wie üblich führen wir unsere Messungen bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m² durch.

In unseren Messreihen hinterließ der LG 27GL63T einen erstklassigen Eindruck, denn es wurden gerade einmal 12,4 W aus der Steckdose gezogen. Der Monitor profitiert hier klar von seiner nicht allzu hohen Auflösung, das Ergebnis kann sich aber dennoch sehen lassen. Gerade Nutzer, die noch auf alte Monitore setzen, können hier schnell Geld sparen.


In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Die grundlegenden Spezifikationen des IPS-Panels sollten mit Blick auf die Ausrichtung des Monitors zunächst nicht überraschen. Das 27 Zoll große Panel wird mit der FullHD-Auflösung kombiniert, was zwar bei der Bildschärfe Nachteile hat, gerade für Gamer aber praktisch sein kann. FullHD finden wir auch bei den meisten 24-Zöllern, sodass beim 27GL63T prinzipiell erst einmal auch nicht mehr zu sehen ist. Wer also hofft durch ein Upgrade der Diagonale im Produktivbetrieb zu profitieren, da mehr auf dem Desktop zusehen ist, der irrt. Ob 1.920 x 1.080 Bildpunkte ausreichen, hängt also ganz von den persönlichen Vorlieben ab.

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Davon abgesehen kann das IPS-Panel mit einer guten Bildqualität aufwarten. Die Farbdarstellung ist direkt ab Werk sehr angenehm, sodass nur wenige Anwender nachregeln müssen. Die Darstellung ist sehr natürlich, hell und für ein IPS-Panel recht kontrastreich. Das typische IPS-Glitzern ist vorhanden, stört aber in der Praxis nicht. Die Blickwinkel fallen großzügig aus, sodass es erst sehr spät zu Farbverschiebungen kommt.

LG setzt auf stumpfmattes Coating, das sich natürlich minimal auf die Schärfe auswirkt, im realen Einsatz fallen die Einschränkungen aber kaum auf.

Die HDR-Wiedergabe ist möglich, der Effekt hält sich in der Praxis aber in Grenzen. Für ein echtes HDR-Feeling müsste das Backlight noch heller sein und auch der Kontrastumfang noch einmal gesteigert werden.

Gaming-Features

Die vergleichsweise niedrige Auflösung ist beim Gaming ein Pluspunkt und passt gut zur anvisierten Klientel des 27-Zöllers. Die FullHD-Auflösung stellt für aktuelle Grafikkarten in der Regel keine größeren Probleme mehr dar, sodass für aktuelle Games eine Karte der gehobenen Mittelklasse ausreicht und die GPU auch nicht so häufig auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Wichtig ist das auch vor dem Hintergrund, dass der Monitor eine maximale Wiederholfrequenz von 144 Hz besitzt – und um diese Vorteile auszuspielen, muss das Panel ausreichend schnell mit neuen Frames befeuert werden.

Ist dem der Fall, kann der 27er mit einer direkten Darstellung punkten, die gerade klassischen 60-Hz-Geräten deutlich überlegen ist. Das IPS-Panel kann mit einer vergleichsweise überschaubaren Schlierenbildung überzeugen. Um dem entgegenzuwirken setzt LG auf das Overdrive-Feature. In unseren Tests hat sich die Option „Fast“ als gute Zwischenlösung erwiesen. Leichte Schlieren sind dann noch immer zusehen, im schnellsten Setting „Fastest“ kommt es hingegen schon zu leichten Bildfehlern.

Wer auf die Option 1ms Motion Blur Reduction setzt, hat mit einer deutlichen Darstellung von Doppelkonturen zu kämpfen. Der Betrieb mit pulsendem Backlight ist für die Praxis entsprechend nicht empfehlenswert.

Der 27-Zöller unterstützt FreeSync, ist aber auch als G-Sync compatible eingestuft, funktioniert also mit beiden Tearing-beseitigenden Techniken. In der Praxis gab es keine Einschränkungen, egal ob mit AMD- oder NVIDIA-Grafikkarte.

Messwerte

Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrastverhältnis

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Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

Prozent
Mehr ist besser

In unseren Messungen konnten wir eine maximale Helligkeit von 439 cd/m² ermitteln, was ein guter Wert für ein Gerät der 250-Euro-Klasse ist. Über das gesamte Panel gemittelt kommen wir noch immer auf einen Wert von 400,1 cd/m², auch hier gibt es also wenig Grund für Beschwerden. Leichte Abstriche müssen jedoch bei der Homogenität akzeptiert werden, denn wir kommen auf einen Wert von 85 %. Zwischen der hellsten Zone in der Mitte und dem Sektor oben links liegen 66,9 cd/m². Durch die unmittelbare Nähe der Zonen fällt der Unterschied bei einheitlichen Flächen auf, nicht aber, wenn viel Bewegung auf dem Display vorzufinden ist.

Der Kontrastumfang liegt auf einem normalen Niveau für aktuelle IPS-Panels. Wir konnten einen Wert von 1.120:1 ermitteln.

Gut sieht auch der Gamma-Verlauf aus, der einzig bei hohen Helligkeiten etwas nachgibt.


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Positiv überrascht waren wir von der recht neutralen Abstimmung des Weißpunktes. Im Auslieferungszustand setzt das Display auf den Modus „Gamer1“, für den wir einen Wert von 6.840 K ermitteln konnten. Da müssen die meisten Nutzer nicht mehr wirklich nachregeln. Wer den Monitor auch zur Bildbearbeitung nutzen möchte, könnte trotzdem nicht vollends zufrieden sein, denn ein sRGB-Preset gibt es nicht. Der sRGB-Farbraum wird dennoch zu 99,3 % abgedeckt, das grüne Spektrum wird allerdings ein gutes Stück verfehlt. Wer auf eine möglichst korrekte Abdeckung angewiesen ist, sollte also besser nachregeln. Der DCI-P3-Farbraum wird zu 81,3 % abgedeckt, was noch einmal deutlich zeigt, dass LG nicht auf die Nano-IPS-Technik setzt. Mit einem Blick auf den Preis ist das wenig verwunderlich. Auch beim AdobeRGB-Farbraum sind entsprechend keine Fabelwerte zu erwarten. Mit 77,2 % wird dort eine klassenübliche Abdeckung erreicht.

Ordentliche Werte werden im Bereich der Farbreproduktion erreicht. Das maximale DeltaE liegt bei 5,2, während wir im Mittel auf einen Wert von 3,2 kommen.


Der LG Ultragear 27GL63T ist der Beweis dafür, dass Gaming-Monitore nicht per se eine extrem teure Angelegenheit sein müssen.

Das IPS-Panel kann mit einer guten Gaming-Darstellung aufwarten. Die Schlierenbildung hält sich in Grenzen, während mit einer moderaten Overdrive-Einstellung sinnvoll gegengearbeitet werden kann. Von der Motion Blur Reduction sollte man allerdings lieber die Finger lassen. Mit 144 Hz gehört das Ultragear-Gerät zwar nicht mehr zu den schnellsten Modellen, für die breite Masse reicht das Gebotene aber auf der ganzen Linie aus. Dafür kann der 27-Zöller mit einem kurzen Input-Lag aufwarten und ist sowohl FreeSync- als auch G-Sync-kompatibel.

Wem FullHD auf 27 Zoll nicht zu groß sind, der erhält auch fernab des Gamings eine gute Bildqualität. Das IPS-Panel kann mit einer hellen und vor allem natürlichen Darstellung aufwarten. Die Farbdarstellung ist gut, sodass die meisten Anwender nicht nachregeln müssen. Gegenüber teureren Geräten fällt die Farbraumabdeckung allerdings ab, da kein Nano-IPS- bzw. Quantum-Dot-Panel genutzt wird. Der sRGB-Farbraum wird aber dennoch vollständig abgedeckt. Die Farbreproduktion kann sich mit Blick auf den Preis ebenfalls sehen lassen.

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Aber nicht nur die Darstellungsqualität überzeugt. Das Gehäuse ist für ein Gaming-Gerät vergleichsweise schlicht und gut verarbeitet. Dass auf eine RGB-Beleuchtung verzichtet werden muss, stört uns nicht. Die ergonomischen Einstellmöglichkeiten sind gut umgesetzt, genau wie das Bedienungskonzept, dessen Joystick-Lösung die aktuell sinnvollste Umsetzung ist. Die Software-Lösung fällt hingegen hinter MSI und Gigabyte zurück. Dafür kann der 27-Zöller mit einem sehr niedrigen Stromverbrauch punkten.

Alles in allem erhält man für 250 Euro ein stimmiges Gesamtpaket, denn es wird eine überzeugende Gaming-Darstellung mit einer guten Farbwiedergabe kombiniert. Für den sinnvollen Produktivbetrieb könnte die Auflösung für unseren Geschmack noch etwas höher liegen. Insgesamt verdient der LG 27GL63T aber unseren Preis-Leistungs-Award.

Positive Aspekte des LG 27GL63T:

Negative Aspekte des LG 27GL63T:

Preise und Verfügbarkeit
LG 27GL63T
195,61 Euro 209,90 Euro Ab 195,61 EUR