Acer Nitro XV273K im Test - FreeSync-Display mit Vollausstattung

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acer xv273k-teaserMit dem Acer Nitro XV273K haben wir ein absolutes High-End-Gerät im Bereich der FreeSync-Geräte im Test, denn auf einer Diagonale von 27 Zoll wird nicht nur die UHD-Auflösung geboten, es gibt auch FreeSync bis zu einer Frequenz von 144 Hz und natürlich darf auch HDR nicht fehlen. Wie gut sich das Premium-Display schlägt, klären wir wie immer in unserem Test.

Der Bereich der Gaming-Monitore boomt auch 2019 weiter. Nachdem im letzten Jahr bereits mit G-Sync-HDR das „grüne Lager“ mit absoluten High-End-Geräten wie dem ASUS ROG PG27UQ (Test) oder dem Acer Predator X27 bedient wurde, folgen nun die Gegenstücke mit Adaptive-Sync-Technik. Eines dieser Geräte ist der Acer Nitro XV273K, der im letzten Jahr im Rahmen der IFA vorgestellt wurde. Der 27-Zöller geht dabei mit einer ähnlichen Grundprämisse an die Thematik der High-End-Gaming-Displays heran, im Detail gibt es aber bei HDR Unterschiede, die durchaus dafür sorgen, dass der Preis noch weiter reduziert werden kann, als es einfach durch den Verzicht auf die G-Sync-Technik möglich wäre.

Die Eckdaten lesen sich vielversprechend. Acer setzt auf ein 27 Zoll großes, maximal 144 Hz schnelles IPS-Panel, das mit 3.480 x 2.160 Bildpunkten, also UHD auflöst. Entsprechend sollte ein gestochen scharfes Bild geboten werden, bei der maximalen Wiederholrate muss aber Standard-bedingt mit Kompromissen gelebt werden – Acer geht hier aber einen anderen Weg als das klassische Subsumpling. HDR-Support ist auch mit von der Partie – und das wäre auch schon einer der größten Unterschiede zu den aktuellen G-Sync-HDR-Geräten. Acer setzt auf HDR400, also den kleinsten der aktuellen DisplayHDR-Standards der VESA. Entsprechend muss „nur“ eine Peak-Helligkeit von 400 cd/m² erreicht werden. Darüber hinaus kann auf ein aufwendiges Local Dimming verzichtet werden.

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HDR-typisch ist eine umfangreiche Farbraumabdeckung mit von der Partie, die durch den Einsatz der Quantum-Dot-Technik ermöglicht wird. Noch dazu liefert Acer seinen Gaming-27-Zöller farbkalibriert aus. Eine echte Besonderheit für einen Gaming-Monitor ist der beiliegende Blendschutz. Einen solchen kennt man normalerweise nur von Grafik-Displays.

Mit Blick auf das Feature-Set überrascht es nicht, dass der Acer Nitro XV273K keineswegs ein Schnäppchen darstellt. Aktuell müssen rund 1.500 Euro eingeplant werden. Damit ist der 27-Zöller zwar noch immer deutlich günstiger, als es die HDR-G-Sync-Geräte sind, im FreeSync-Segment aber klar als Premium-Gerät angesiedelt. 

Eines der Highlights der diesjährigen CES war NVIDIAs Ankündigung, künftig auch Adaptive-Sync zu unterstützten. Bislang konnten aber nur wenige Monitore die Zertifizierung von NVIDIA erhalten – unser Testkandidat ist eines der bislang 15 freigegebenen Modelle, bei denen keine Einschränkung zu erwarten ist. Darauf gehen wir im Praxisteil noch genauer ein.

Spezifikationen des Acer Nitro XV273K in der Übersicht
Straßenpreis: ca. 999 Euro
Garantie: 24 Monate Monate
Homepage: www.acer.com
Diagonale: 27 Zoll
Krümmung x
Gehäusefarbe: Schwarz, Silber
Format: 16:9
Panel: IPS-Panel
Look up Table: 10 Bit
Glare-Optik: nein
Auflösung: 3.840 x 2.160 Pixel
Kontrastwert: 1.000:1
Helligkeit: max. 400 cd/m²
Reaktionszeit: 1 ms (VRB)
Wiederholfrequenz: 144 Hz
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 178°
Anschlüsse:

2x DisplayPort
2x HDMI
5x USB 3.0 (1up, 2 down)

HDCP: ja
Gewicht: 6,59 kg
Abmessungen (B x H x T): 629 x 541 x 307,2 mm
Ergonomie: Höhenverstellung: 100 mm
Neigung: -5° - 25°
Kensington-Lock: nein
Wandmontage: 100 x 100 mm
integrierte Lautsprecher: ja
Netzteil: extern
Sonstiges: DisplayHDR 400, Sichtschutzblende, 144 Hz, VRB, ab Werk kalibriert

Preise und Verfügbarkeit
Acer Nitro XV273KP, 68,58 cm (27 Zoll), 144Hz, FreeSync, IPS - DP, HDMI
Nicht verfügbar 899,00 Euro Nicht verfügbar



Gehäuse und Verarbeitungsqualität

Acer war bislang nicht der Anbieter, der mit einer besonders zurückhaltenden Optik seiner Gaming-Geräte auffallen konnte – im Gegenteil, noch auffälliger als die Predator-Monitore war kaum ein Testkandidat. Das Nitro-Modell kann sich erfreulicherweise von dieser sehr auffälligen Optik absetzen und wirkt vergleichsweise schlicht.

Acer setzt auf ein recht konventionelles Design, das beispielsweise auf eine moderne Edge-to-Edge-Abdeckung verzichtet. Stattdessen wird auf ein klassisches Rahmendesign mit rund 15 mm breiten Rändern gesetzt. Das ist nur wenig mehr, als es bei besonders kompakt ausgeführten Geräten wie dem Eizo FlexScan EV3285 der Fall ist, sodass für den Multimonitor-Einsatz keine größeren Einschränkungen entstehen, schicker geht es aber ohne Frage.

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Der von Acer eingesetzte Rahmen ist im unteren Bereich geriffelt, was etwas von der üblichen Optik abweicht, in erster Linie aber bei einem genaueren Blick auffällt.

Der Standfuß ist aus Metall gefertigt und ebenfalls vergleichsweise schlicht ausgeführt. Einzig das aufgesetzte Dreieck erinnert im ausgeschalteten Zustand daran, dass man ein Gaming-Gerät auf dem Schreibtisch stehen haben könnte. Der Fuß erfüllt seine primäre Aufgabe mit Bravour und garantiert einen sicheren Stand. Auch dann, wenn einmal fester auf die Tastatur eingehämmert wird, gerät das Panel nicht ins Schwingen.

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Auch auf der Rückseite geht es verhältnismäßig schlicht zu. Echte Eye-Catcher sucht man vergebens, zur Blickführung dienen zwei Diagonalen. Der von Acer eingesetzte Kunststoff besitzt die Optik von gebürstetem Metall und verleiht dem Monitor eine schicke, zeitlose Optik. Das Acer-Logo ist schwarz auf schwarz aufgebracht – einen größeren Unterschied zu den Predator-Modellen kann man sich kaum vorstellen.

Nicht fehlen darf bei einem Gaming-Display natürlich die Beleuchtung. Im Vergleich zu vielen anderen Modellen fällt die Umsetzung aber weniger umfangreich aus. Acer setzt auf eine LED-Leiste, die indirekt den Schreibtisch beleuchtet. Konfiguriert werden kann die Art der Beleuchtung über das OSD. Entsprechend kann der Monitor nicht in ein umfangreiches Beleuchtungs-System eingebunden werden, wie es beispielsweise bei MSI oder ASUS der Fall ist. Auch bieten andere Monitore deutlich mehr RGB-Elemente, unter anderem auf der Rückseite der Geräte. Ob das Fehlen beim XV273K nun ein Manko ist, liegt ganz im Auge des Betrachters.

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Eher untypisch für ein Gaming-Gerät ist die zweite Dreingabe des Nitro XV273K, eine Sichtschutzblende. Diese kennt man normalerweise vornehmlich von teuren Grafik-Displays. Durch die Vermeidung von Streulicht soll eine möglichst neutrale Farbwiedergabe garantiert werden. Im Grunde ist eine solche Vorrichtung auch bei HDR-Geräten sinnvoll, denn so kann das Restlicht minimiert werden, was den HDR-Effekt weiter optimiert. Die seitlichen Elemente der Blende werden mit dem Monitor verschraubt, das obere Elemente dann darauf gedrückt. Die Konstruktion sitzt ordentlich, sodass keine Gefahr besteht, dass etwas im Betrieb wackelt. 

Die Verarbeitungsqualität befindet sich auf einem guten Niveau. Wir konnten weder unsaubere Kanten, noch ungleichmäßige Spaltmaße feststellen. Allerdings hätten wir uns mit Blick auf den Preis einen etwas hochwertigeren Kunststoff gewünscht.

Das Anschlusspanel

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Keine größeren Überraschungen offenbart ein Blick auf das Anschlusspanel, das sich hinter einer Blende versteckt. Mit HDMI und DisplayPort steht die Kombination zur Verfügung, die wir aktuell bei praktisch allen Monitoren vorfinden.

Positiv zu bewerten ist die Position der USB-Anschlüsse. Sie sitzen direkt auf dem linken Rahmen und sind entsprechend gut zu erreichen, wenn einmal ein USB-Stick angeschlossen werden soll. Die gute Erreichbarkeit haben wir zuletzt bei den meisten Monitoren vermisst. Dauerhaft genutzte Peripherie wird man hingegen weniger häufig direkt mit XV273K verbinden.


Die Ergonomie eines Monitors kann sehr viel dazu beitragen, über einen längeren Zeitraum bequem am Schreibtisch zu sitzen. In unserer Ergonomie-FAQ gehen wir auf die wichtigsten Einstellmöglichkeiten am Monitor ein, zeigen darüber hinaus aber auch, wie der Schreibtischstuhl oder Schreibtisch eingestellt werden muss.

Mechanische Einstellmöglichkeiten

Wie man es von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten kann, wurden alle mechanischen Einstellmöglichkeiten gut umgesetzt, sodass es kein Problem ist, über einen längeren Zeitraum ermüdungsfrei am PC zu spielen oder arbeiten. 

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Acer realisiert eine Höhenverstellung von 100 mm, was aufgrund des 16:9-Formats ein ausreichend großer Spielraum ist. Die Neigung kann in einem Bereich von -5° bis 25° angepasst werden, was ebenfalls für normale Anwendungszwecke ausreichend ist. Gleiches gilt für die Möglichkeit, das Panel um je 20° nach links und rechts zu schwenken.

Wer einen Monitor-Arm nutzt: Acer setzt auf einen klassischen 100 x 100 mm VESA-Mount

OSD und Bedienelemente

Während aktuell der Trend festzustellen ist, dass immer mehr Hersteller auf eine zentrale Joystick-Lösung setzen, geht Acer bei seinem Nitro-Modell noch einen etwas anderen Weg. Es kommt zwar auch ein Joystick zum Einsatz, der ist aber auf der rechten Rückseite des Monitors platziert und wird gleich von vier Tasten flankiert. Entsprechend bedarf es etwas Eingewöhnungszeit, bis alle Tasten im Blindflug gefunden werden. Danach geht die Bedienung recht gut von der Hand, auch wenn wir uns einen etwas definierteren Druckpunkt bei allen Einstellelementen wünschen würden. Auch könnte der Hauptschalter noch etwas deutlicher abgesetzt sein, um ein versehentliches Abschalten des Monitors zu vermeiden.

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Beim OSD fällt auf, dass Acer dieses an die native Auflösung des Monitors angepasst hat, dieses also recht klein ausfällt, was aber nicht stört. Hinsichtlich Optik und Aufbau handelt es sich um ein „klassisches“ Gaming-OSD. Die Optik ist entsprechend nicht ganz so nüchtern, wie man es sonst vielleicht kennt, dafür findet man sich aber trotz des großen Funktionsumfangs schnell zurecht. Für Farbenthusiasten wird entsprechend eine 6-Achs-Farbkalibrierung angeboten. Gamer hingegen haben nicht nur die Option, sich verschiedene Overlays anzeigen zu lassen, sondern können auch das Overdrive beeinflussen.

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Generell kann das Bedienkonzept von Acer gefallen. Schade ist aber, dass keine zusätzliche Software angeboten wird, wie es beispielsweise bei MSI der Fall ist. So könnten die Einstellungen noch einfacher erfolgen und passgenau zu jedem Spiel automatisch geladen werden. Hier besteht für die Zukunft noch einiges an Potential. Ebenso könnte auf diesem Wege die RGB-Beleuchtung in ein größeres Setup „eingepasst“ werden, denn diese steht aktuell für sich allein.

Stromverbrauch

Stromverbrauch

11.5 XX


13.3 XX


13.5 XX


16.6 XX


19.0 XX


19.1 XX


20.1 XX


20.3 XX


22.2 XX


22.7 XX


24.1 XX


25.6 XX


26.3 XX


27.4 XX


27.9 XX


28.0 XX


28.6 XX


29.7 XX


30.0 XX


31.2 XX


32.4 XX


32.7 XX


34.0 XX


34.6 XX


34.6 XX


34.8 XX


35.4 XX


36.1 XX


36.9 XX


37.5 XX


37.8 XX


38.2 XX


38.2 XX


39.0 XX


40.7 XX


42.5 XX


42.6 XX


43.2 XX


44.5 XX


44.6 XX


46.2 XX


47.6 XX


48.6 XX


53.6 XX


Watt
weniger ist besser

In unseren Messungen bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m² konnten wir einen Stromverbrauch von 26,3 W ermitteln. Damit liegt der Acer XV273K in einem normalen Bereich für einen aktuellen 27-Zöller, der noch dazu recht hoch auflöst, schließlich müssen die einzelnen Bildpunkte angesteuert werden.

Zum Vergleich: Der ASUS PG27UQ zieht mehr als 40 W aus der Steckdose.


In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Die UHD-Auflösung auf 27 Zoll, das sorgt natürlich wieder einmal für ein gestochen scharfes Bild. Auch derjenige, der ganz genau hinschaut, wird Pixel kaum erkennen können. Gleichzeitig bedeutet dies, dass unter Windows die Skalierung bemüht werden muss, ansonsten fällt die Darstellung sehr klein aus, was die Augen nur unnötig belastet. Windows 10 kommt mit der Skalierung besser zurecht, als es noch bei den Vorgänger-Generationen der Fall war. Trotzdem kann es immer wieder passieren, dass man aus der Skalierung herausfällt, was im Alltag störend ist.

Die Bildqualität, die von dem verbauten IPS-Panel geboten wird, kann überzeugen. Das Bild ist hell, kontrastreich und kann mit einem recht angenehmen Look aufwarten. Allerdings sorgt das Coating dafür, dass das Bild bei einem sehr nahen Sitzabstand minimal "grieselig" wirkt. Ab Werk besitzt das Panel eine recht warme Abstimmung, wer auf eine neutrale Wiedergabe Wert legt, fährt am besten damit, wenn er das sRGB-Profil nutzt, denn auf dieses wurde der Monitor kalibriert. Für eine besonders große Farbraum-Abdeckung setzt Acer auf eine Quantum-Dot-Schicht im Panel – was es damit auf sich hat, erklären wir in unserer FAQ. Der XV273K kann entsprechend aber mit einer guten, nuancierten Farbwiedergabe aufwarten, sodass auch feine Zwischentöne abgedeckt werden, was in der Praxis zu einem wesentlich stimmigeren Bild führt.

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IPS-typisch werden großzügige Blickwinkel geboten, sodass es auch kein Problem ist, wenn mehrere Personen vor dem Display sitzen. Bauart-bedingt ist ein leichtes IPS-Glitzern zu erkennen, in der Praxis hat uns dies aber nicht weiter gestört. Gleiches gilt für das Backlight-Bleeding. Auch dieses ist in dunklen Umgebungen und bei einheitlichen dunklen Bildern wahrnehmbar, hat uns im Alltag aber nicht wirklich gestört.

Wie bereits erwähnt, ist auch HDR mit von der Partie, allerdings in der kleinsten Klasse DisplayHDR 400. Entsprechend kommt kein Local Dimming zum Einsatz, was das HDR-Feeling ein Stück weit schmälert. Gleiches gilt für die maximale Helligkeit, die mit durchschnittlich 434 cd/m² zwar höher ausfällt, als es die Norm verlangt, aber natürlich bei weitem nicht den HDR-Effekt bieten kann, wie ihn beispielsweise das 1.000 cd/m² helle Backlight des PG27UQ ermöglicht. Durch die Vermeidung des Restlichts, den die Sonnenblende ermöglicht, wird aber ein besserer Effekt erzielt, als er bei anderen Geräten der 400er-Klasse beobachtet werden kann.

Nicht allzu überzeugend fällt leider das Backlight aus, denn es kommt zu einem bauartbedingten hellen Überstrahlen der Ecken. Das fällt in erster in dunklen Umgebungen und bei dunklen Hintergründen auf, je nach Empfindlichkeit kann es aber stören. 

Gaming-Features

Am Ende kommt es bei einem Gaming-Gerät wie dem Acer Nitro XV273K aber darauf an, wie er sich in Games schlägt – und von seinem Handwerk versteht der 27-Zöller etwas, das können wir schon verraten.

Eigentlich müsste man erwarten, dass auch bei diesem Gerät „getrickst“ werden muss, um das maximale Feature-Set abzurufen, schließlich kommt der aktuelle DisplayPort-Standard nicht mit der Datenrate klar, die für 144 Hz und 3.840 x 1.440 Bildpunkte benötigt werden. Die gängige Lösung wäre ein Chroma-Subsampling . Was es damit auf sich hat, darauf sind wir bereits beim Test des ASUS ROG PG27UQ genauer eingegangen. 

Beim Acer XV273K ist ein Chroma Subsampling hingegen nicht direkt nötig. Kann Acer also die Limitierung von DP1.4 umgehen? Natürlich nicht. Stattdessen bedient man sich an einem anderen Trick. Wer sich gewundert hat, warum sich zwei DisplayPort-Kabel im Karton befinden – diese kommen jetzt zum Einsatz. Der XV273K kann über zwei DisplayPort-Kabel angesteuert werden, was sämtliche Limitierungen beseitigt. Es kann also auch weiterhin mit vollen 10 Bit gezockt werden – und das bei UHD in 144 Hz. Ganz ohne Einschränkungen geht es aber leider auch hier nicht.

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FreeSync kann nicht mit den vollen 144 Hz genutzt werden, sondern ist auf 120 Hz limitiert. Offenbar gibt es hier Probleme, sobald zwei Kabel genutzt werden. Ob das nun ein großer Nachteil ist, liegt ganz in den Augen des Betrachters. Oftmals wird die Wichtigkeit einer Technik wie FreeSync bei steigenden Hz-Zahlen als nicht mehr so wichtig angesehen. Anders herum ist es auch der Fall, dass der Unterschied zwischen 120 Hz und 144 Hz rein subjektiv betrachtet nicht mehr sonderlich groß ausfällt. Hier sollte jeder Anwender erst einmal testen.

Natürlich ist auch Overdrive mit von der Partie. Gerade bei den niedrigen Hz-Zahlen empfehlen wir, nicht allzu großzügig mit diesem Feature umzugehen, denn dann kommt es zu einem deutlich sichtbaren Overshoot. 

Ebenso ist das VRB-Feature mit von der Partie, bei dem das Backlight gepulst wird. Das resultiert zwar in einer deutlich reduzierten maximalen Helligkeit, in der Regel sollte diese aber noch immer ausreichend sein. Das Feature wird nur bei 120 und 144 Hz angeboten und sorgt für ein sehr scharfes Bild. 

Da es sich beim Acer Nitro XV273K um eines der ersten von NVIDIA VRR-Displays handelt, werden von VRB aber womöglich weniger Anwender Gebrauch machen, als es sonst der Fall ist. In unserem Test haben wir das Feature kurz ausprobiert und konnten keine Probleme feststellen.


Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrastverhältnis

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Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

Prozent
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

4808 XX


3620 XX


3274 XX


2715 XX


2643 XX


2418 XX


2277 XX


2156 XX


2129 XX


2110 XX


2033 XX


1772 XX


1543 XX


1468 XX


1437 XX


1419 XX


1369 XX


1347 XX


1283 XX


1273 XX


1260 XX


1257 XX


1253 XX


1249 XX


1076 XX


1076 XX


1039 XX


1029 XX


1024 XX


1022 XX


1013 XX


1009 XX


938 XX


925 XX


915 XX


870 XX


832 XX


807 XX


763 XX


505 XX


Wert:1
Mehr ist besser

Die maximale Helligkeit konnten wir im mittleren Sektor mit 478 cd/m² ermitteln, womit das Panel sogar ein gutes Stück heller war, als es eigentlich sein sollte. Gemittelt sind wir noch immer auf einen guten Wert von 434,7 cd/m² gekommen. Das reicht problemlos aus, um in hellen Umgebungen ein gutes Bild zu erzeugen. Um ein „echtes“ HDR-Feeling zu erleben, würden wir uns aber doch eine etwas höhere Leuchtdichte wünschen. Nicht allzu überzeugend viel die Homogenität aus, für die wir einen Wert von 84 % ermitteln konnten. Auf einem typischen IPS-Niveau befindet sich das Kontrastverhältnis mit einem Wert von 1.021:1.

Farbdarstellung

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Farbreproduktion

1.27 XX


1.43 XX


1.72 XX


1.77 XX


2.17 XX


2.76 XX


2.81 XX


3.13 XX


3.7 XX


3.89 XX


4.33 XX


4.38 XX


4.38 XX


4.54 XX


4.57 XX


4.61 XX


4.66 XX


4.83 XX


4.95 XX


5.14 XX


5.19 XX


5.32 XX


5.39 XX


5.43 XX


5.45 XX


5.46 XX


5.62 XX


5.67 XX


5.7 XX


6.07 XX


6.07 XX


6.13 XX


7.09 XX


7.75 XX


7.98 XX


8.11 XX


8.26 XX


8.86 XX


9.47 XX


10.37 XX


11.05 XX


13.41 XX


DeltaE
maximales DeltaE

Weipunkt

7444 XX


7314 XX


7310 XX


7294 XX


7231 XX


7201 XX


7179 XX


7054 XX


7027 XX


6973 XX


6868 XX


6866 XX


6852 XX


6803 XX


6754 XX


6743 XX


6717 XX


6713 XX


6712 XX


6699 XX


6691 XX


6661 XX


6628 XX


6582 XX


6576 XX


6469 XX


6465 XX


6440 XX


6404 XX


6397 XX


6376 XX


6347 XX


6341 XX


6335 XX


6324 XX


6323 XX


6318 XX


6299 XX


6226 XX


6179 XX


6149 XX


5877 XX


Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Wer die verschiedenen Regler und Presets nicht bemüht, erhält ein recht warm abgestimmtes Bild mit einem Weißpunkt von 6.130 Kelvin. Deutlich neutraler geht es im sRGB-Modus zu. Auf einem exzellenten Level liegt die Farbreproduktion. Das gemittelte DetlaE lag bei gerade einmal bei 0,40, das Maximum bei 0,78. Viel besser geht es kaum. Der sRGB-Farbraum wird zu 99,85 % abgedeckt, während wir für Adobe RGB 84,69 % ermitteln konnten.


Die Features des Acer XV273K wecken Begehrlichkeiten, so viel steht fest. Um von der Kombination aus der UHD-Auflösung und der maximalen Wiederholfrequenz aber auch Vorteile ziehen zu können, muss die Grafikkarte entsprechend schnell Bilder nachliefern können. Daher haben wir uns einmal ein paar aktuelle Games geschnappt, um zu klären, welches Modell aktuell die nötige Power hat.

Assassin's Creed: Origins (DX11)

3.840 x 2.160 - Sehr Hoch (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Battlefield V (DX11)

3.840 x 2.160 Hoch (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Call of Duty: WWII (DX11)

3.840 x 2.160 - Extra (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Destiny 2 (DX11)

3.840 x 2.160 - Hoch (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Far Cry 5 (DX11)

3.840 x 2.160 - Hoch (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Final Fantasy XV (DX11)

3.840 x 2.160 - Maximal (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Shadow of the Tomb Raider (DX12)

3.840 x 2.160 - Ultrahoch (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wolfenstein II: The new Colossus (Vulkan)

3.840 x 2.160 - Extrem (Avg/Min)

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wer mit hohen Qualitätseinstellungen und der maximalen Auflösung spielen will, hat bei aktuellen Games noch recht wenig davon, dass das Panel mit maximal 144 Hz umgehen kann. Wer die Geschwindigkeit ausnutzen möchte, die der XV273K maximal bietet muss entweder die Qualitätseinstellungen heruntersetzen oder zu älteren Titeln greifen.


High-End-Displays stehen weiterhin hoch im Kurs und der Acer Nitro XV273K hat gleich mehrere Argumente, warum er im High-End-Segment ein Stück vom Kuchen abbekommen könnte. Das Feature-Set, das Acer bietet ist überzeugend, auch wenn gegenüber der G-Sync-HDR-Riege teils sichtbare Abstriche gemacht werden müssen. Sei es nun bzgl. Peak-Helligkeit oder FALD-Umsetzung. Auf der anderen Seite gibt es Bereiche, in denen sich Acer bzw. das AMD-Lager nicht zu verstecken braucht und durchdachter vorgeht.

Für viele Leser sicherlich ein dicker Pluspunkt ist der Verzicht auf den Lüfter, der beispielsweise beim ASUS ROG PG27UQ zum Einsatz kommt. Auch wenn dieser nicht besonders laut ist, man hört ihn dennoch – und das sollte bei einem Display im Optimalfall nicht sein. Der VX273K kann auf eine Geräuschquelle verzichten, was damit zu tun hat, dass es kein G-Sync-Modul gibt, aber auch damit, dass das Backlight deutlich weniger leisten muss.

Ebenso kann Acer auf ein Subsampling verzichten, wenn das maximale Feature-Set genutzt werden soll. Die Gesetze des DisplayPort kann aber auch unser Testmuster nicht brechen. Sollen 144 Hz mit UHD kombiniert werden, müssen daher zwei Kabel genutzt werden. Wer eine Grafikkarte mit den entsprechenden Anschlüssen hat, erfährt kaum Nachteile. Einzig FreeSync möchte dann nicht mehr funktionieren und ist entsprechend auf maximal 120 Hz limitiert. Welches Setup einem lieber ist, muss jeder Anwender selbst ausprobieren. Die Unterschiede zwischen 120 und 144 Hz sind in der Praxis aber nicht mehr allzu groß.

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In der Praxis kommt es aber darauf an, wie der Monitor sich in Games gibt – und dort kann er mit einer sauberen, schnellen und präzisen Darstellung punkten. Die Kombination von einer hohen Auflösung und einer schnellen Wiederholfrequenz macht immer wieder Spaß, setzt aber eine potente Grafikkarte voraus.

Auch fernab des reinen Gamings hinterlässt der 27-Zöller einen guten Eindruck. Das Bild ist natürlich gestochen scharf, die Farbgebung sehr nuanciert und im sRGB-Preset auch sehr natürlich. Damit ist der XV273K auch für Anwender bestens geeignet, die einmal ein Bild bearbeiten wollen. Allerdings kommt es zu einem sichtbaren Backlight-Bleeding. 

Das Gehäuse ist für ein Gaming-Gerät beinahe schon bemerkenswert schlicht, eine (abschaltbare) Unterbodenbeleuchtung musste dann aber doch sein. Schade ist es, dass Acer noch nicht auf eine Edge-to-Edge-Abdeckung setzt, was schicker aussehen und besser zur aufgerufenen Preisklasse passen würde. Ebenso besteht bei der Materialgüte des verwendeten Kunststoffs noch Luft nach oben. Zeitgemäß ist das Anschlusspanel ausgestattet, insbesondere die Positionierung der USB-Ports kann gefallen.

Das Ergonomie-Kapitel kann größtenteils gefallen. Es werden alle Einstellmöglichkeiten geboten, die für eine lange, bequeme Nutzung nötig sind. Das OSD ist gut aufgebaut und bietet einen großen Funktionsumfang, die Bedienelemente könnten aber noch etwas besser positioniert sein. Der Stromverbrauch befindet sich auf einem normalen Level für einen hochauflösenden 27-Zöller, sodass auch hier keine Abstriche gemacht werden müssen.

Alles in allem ist der Acer Nitro XV273K ein überzeugendes High-End-Display, das vieles richtig macht. Gerade die Idee auf zwei DisplayPort-Kabel zu setzen und der Verzicht auf einen Lüfter überzeugen gefallen. Der Preis ist hoch, gemessen an der Ausstattung aber angemessen. Das Problem bei einem solchen Gerät sind vielmehr die laufenden Kosten, denn wer 144 Hz und UHD genießen möchte, der braucht auch immer eine potente Grafikkarte.

Positive Aspekte des Acer Nitro XV273K:

Negative Aspekte des Acer Nitro XV273K:

Preise und Verfügbarkeit
Acer Nitro XV273KP, 68,58 cm (27 Zoll), 144Hz, FreeSync, IPS - DP, HDMI
Nicht verfügbar 899,00 Euro Nicht verfügbar