MSI Oculux NXG251R im Test - 240-Hz-Spezialist mit G-Sync

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msi 251r teaser

Der neue MSI Oculux NXG251R ist ein 24-Zoll-Display für Speed-Fetischisten und Pro-Gamer, das mit einer maximalen Wiederholfrequenz von 240 Hz aufwarten kann und darüber hinaus G-Sync bietet. Wie gut sich das Pro-Gaming-Display mit dem schmalen Rand und der RGB-Beleuchtung in der Praxis schlägt, klären wir in diesem Test.

MSI ist erst vergleichsweise spät in den Markt der reinrassigen Gaming-Displays eingestiegen, konnte aber mit dem MSI Optix MPG27CQ (Test) einen überzeugenden Einstand feiern. Gerade die RGB-Beleuchtung mit der zusätzlichen Integration in die Steel Series Engine sorgt für einen gewissen Komfort. Mit dem neuen Oculux NXG251R schlägt MSI nun in eine andere Kerbe und adressiert professionelle Gamer und Enthusiasten, die auf eine extrem hohe Geschwindigkeit angewiesen sind, denn die zusätzliche Millisekunde kann bekanntlich über Sieg oder Niederlage entscheiden. Damit Letzteres nicht passiert, hat das Unternehmen aus Taiwan ein bewährtes Paket geschnürt.

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Die Grundlage bildet ein TN-Panel, das mit 1 ms eine extrem kurze Reaktionszeit besitzt und gleichzeitig mit 240 Hz eine Wiederholrate bietet, die aktuell zur Spitze gehört. Damit es dennoch nicht zu unnötigem Tearing kommt, wird NVIDIAs G-Sync-Technik eingesetzt. Aber auch die genutzte Software soll einen Mehrwert bieten, denn das Display lässt sich nicht nur über das OSD, sondern auch eine Software steuern. Ebenso kann die RGB-Beleuchtung in MSIs Mystic-Light-System integriert werden. 

Die hohe Wiederholfrequenz und die G-Sync-Technik fordern natürlich ihren Preis. 599 Euro müssen für das Profi-Display eingeplant werden, das in diesen Tagen auf dem Markt verfügbar sein soll. Ob der Preis gerechtfertigt ist, klären wir auf den kommenden Seiten.

Spezifikationen des MSI OculuX NXG251R in der Übersicht
Straßenpreis: ca. 599 Euro
Garantie: 24 Monate
Homepage: www.msi.de
Diagonale: 24 Zoll
Krümmung x
Gehäusefarbe: Schwarz
Format: 16:9
Panel: TN-Panel
Look up Table: 8 bit
Glare-Optik: nein
Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel
Kontrastwert: 1.000:1
Helligkeit: max. 400 cd/m²
Reaktionszeit: 1 ms
Wiederholfrequenz: 240 Hz
Blickwinkel: horizontal: 170°
vertikal: 160°
Anschlüsse:

1x DisplayPort
1x HDMI
4x USB 3.0 (1up, 3 down)

HDCP: ja
Gewicht: 12 kg
Abmessungen (B x H x T): 560,1 x 213,5 x 523,5 mm
Ergonomie: Höhenverstellung: 130 mm
Neigung: -5° - 20°
Kensington-Lock: nein
Wandmontage: 100 x 100 mm (optionaler Adapter notwendig)
integrierte Lautsprecher: ja
Netzteil: extern
Sonstiges: 240 Hz, G-Sync, Steuerung per Software, RGB-Integration

Gehäuse und Verarbeitungsqualität

In Zeiten, in denen sich 34-Zöller immer weiter etablieren, 27 Zoll der gefühlte Standard ist und auch mal ein 43-Zoll-Display auf dem Schreibtisch steht, wirkt der Oculux NXG251R gerade zu klein und schmächtig. Das hängt aber nicht nur damit zusammen, dass eine Diagonale von 24,5 Zoll genutzt wird, sondern auch damit, dass MSI auf ein sehr schlankes Gehäuse-Design setzt.

Das Panel verschwindet hinter einer Edge-to-Edge-Abdeckung, bei der nur das untere Rahmenelement eine normale Breite besitzt. Ansonsten wirkt es so, als hätte der NXG251R keine Ränder. Dieser Eindruck ändert sich zwar, wenn der Monitor eingeschaltet wird, insgesamt fallen die Ränder mit einer Breite von 9 mm aber auch dann sehr schmal aus. Entsprechend ist der Oculux NXG251R auch für den Multimonitor-Einsatz prädestiniert. 

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Gleichzeitig sorgen die schmalen Rahmen dafür, dass der Monitor von vorn betrachtet nur den Standfuß als Eye-Catcher besitzt. Der fällt zwar etwas extrovertierter aus, als man es von den Business-Displays kennt, im Vergleich mit anderen Gaming-Geräten kann der Fuß allerdings noch als vergleichsweise zurückhaltend eingestuft werden. Gleichzeitig garantiert er dem Oculux NXG251R einen sicheren Stand.

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Etwas anders sieht es aus, wenn der 24-Zöller gedreht wird. Auf der Rückseite ist nicht nur das bekannte Drachen-Emblem von MSIs Gaming-Serie zu finden, direkt daneben erstrahlt auch ein unverhältnismäßig großes NVIDIA-Logo. Auf der linken Seite wiederum wurde ein RGB-Element integriert, das entweder über das OSD oder über die Mystic-Light-Software angesteuert werden kann. Im Vergleich zum Optix MPG27CQ fällt die Integration aber weniger spektakulär aus. Wer aber bereits mehrere MSI-Komponenten nutzt, kann so dennoch schicke Effekte erzielen.

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Die Verarbeitungsqualität unseres Testsamples liegt auf einem hohen Niveau, alle Spaltmaße waren gleichmäßig ausgeführt, anderweitige Unsauberkeiten in der Verarbeitung waren nicht zu finden. Der eingesetzte Kunststoff besitzt eine ordentliche Haptik.

Das Anschlusspanel

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Das Anschlusspanel verbaut MSI gewinkelt, was prinzipiell eine saubere und unauffällige Kabelführung zulässt. Auf dem Hauptpanel kommt mit HDMI und DisplayPort das aktuelle Standard-Duo zum Einsatz, was in den allermeisten Fällen auch ausreichen dürfte. Weiterhin verbaut MSI einen Kopfhörer-Ausgang und einen USB-Upstream-Port. 

Die dazu passenden drei Typ-A-Schnittstellen werden seitlich, etwas zurückversetzt verbaut. Damit sind sie besser zugänglich, als es auf dem eigentlichen Panel der Fall wäre, für eine wirklich komfortable Handhabung müssten sie jedoch etwas weiter vorn platziert sein.


Die Ergonomie eines Monitors kann sehr viel dazu beitragen, über einen längeren Zeitraum bequem am Schreibtisch zu sitzen. In unserer Ergonomie-FAQ gehen wir auf die wichtigsten Einstellmöglichkeiten am Monitor ein, zeigen darüber hinaus aber auch, wie der Schreibtischstuhl oder Schreibtisch eingestellt werden muss.

Mechanische Einstellmöglichkeiten

Damit stundenlang mit Höchstleistung gezockt werden kann, muss alles passen, auch die Sitzposition – ansonsten kann es schnell zu Verspannungen kommen. Um dem entgegenzuwirken, setzt MSI auf eine großzügige Höhenverstellung von 130 mm. 

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So können auch großgewachsene Nutzer eine bequeme Sitzposition finden. Gleichzeitig kann natürlich auch die Neigung angepasst werden. MSI setzt auf eine klassenübliche Spanne von -5° bis 20°, was mehr als ausreichend ist. Einzig auf eine Drehmöglichkeit muss verzichtet werden – das soll uns aber nicht wirklich stören.

OSD und Bedienelemente

MSI folgt dem aktuellen Trend und setzt auf einen einzelnen Joystick als Bedienelement am Monitor. Dieser ist auf der Rückseite platziert, was die Bedienung anfänglich etwas erschwert. Hat man aber einmal die Position im Kopf, entstehen keine weiteren Probleme und die Navigation geht flott von der Hand. Der Joystick besitzt darüber hinaus einen angenehmen Druckpunkt, sodass es auch an dieser Stelle nicht zu Unstimmigkeiten kommen kann.

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MSI hat sein OSD darüber hinaus gut auf die Joystick-Bedienung abgestimmt. Dabei kommt ein zweistufiger Aufbau zum Einsatz. In der ersten Ebene kann auf die wichtigsten Funktionen, wie die Eingangswahl, aber auch auf Gaming-Features zugegriffen werden. Beispielsweise kann so die HUD-Konfiguration erledigt werden.

Das eigentliche OSD ist logisch aufgebaut und gut strukturiert, was zu einer schnellen Eingewöhnung führt. Alle Funktionen sind darüber hinaus klar benannt, sodass sich auch Einsteiger schnell zurechtfinden.

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Stromverbrauch

Stromverbrauch

Watt
weniger ist besser

Wie üblich haben wir den Stromverbrauch bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m² ermittelt. Der Oculux NXG251R bringt gute Voraussetzungen mit, um nicht allzu verschwenderisch mit dem Strom umzugehen: Die TN-Technik benötigt bauartbedingt am wenigsten Strom aller Panel-Technologien. Gleichzeitig ist unser Testgerät für heutige Verhältnisse nicht mehr allzu groß. Das merkt man dem Strommesser dann auch an. Es werden gerade einmal 16,8 W bei einer Wiederholfrequenz von 60 Hz benötigt.

Wer hingegen in die Vollen geht, und die maximal möglichen 240 Hz einsetzt, der muss mit einem Verbrauch von knapp 21 W rechnen.


In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Die Kombination aus 24 Zoll und der FullHD-Auflösung war über viele Jahre der Standard in unserer Redaktion – und auch heute noch ist klar weshalb. Das Duo bietet eine sehr angenehme Darstellungsgröße, sodass keinesfalls skaliert werden muss. Gleichzeitig wird aber bereits recht viel Platz auf dem Desktop geboten. Ebenso kann sich die Bildschärfe sehen lassen, auch wenn diese natürlich nicht mit aktuellen UHD-Geräten mithalten kann.

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Der Einsatz eines TN-Panels mag aus Gaming-Sicht vollends nachvollziehbar sein, im Bereich der normalen Windows-Nutzung entstehen aber auch Nachteile. Das zeigt sich beispielsweise bei der Farbgebung, die weniger nuanciert und lebendig ausfällt, als es bei vielen VA- und IPS-Geräten der Fall ist. Ebenso sind die Blickwinkel weniger großzügig. Wer von unten oder von der Seite auf das Gerät blickt, wird Farbveränderungen feststellen. Wer aber allein vor dem Monitor sitzt und das Display ordentlich ausgerichtet hat, wird wenig von diesen Nachteilen mitbekommen.

Davon abgesehen, kann das Panel mit einem hellen und vergleichsweise kontrastreichen Bild gefallen. 

Gaming-Features

Auftrumpfen kann der Oculux NXG251R, sobald es ans Gaming geht. Seine Domäne sind dabei ganz klar schnelle Shooter. Wird die Wiederholfrequenz auf 240 Hz erhöht und gleichzeitig G-Sync aktiviert, entsteht ein extrem direktes Spielgefühl, ohne dass es zu Darstellungsfehlern kommt. Bewegungen werden instant umgesetzt. Gleichzeitig kann das Panel mit seiner hohen Reaktionsgeschwindigkeit punkten, denn eine Schlierenbildung ist praktisch nicht zu erkennen. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollte zusätzlich Overdrive aktiviert werden. Wir konnten sowohl in der mittleren, als auch der maximalen Stellung überzeugende Ergebnisse erzielen. Am Ende kommt es hier auf den persönlichen Geschmack an.

NVIDIAs ULMB-Technik ist ebenfalls mit von der Partie und macht ihre Arbeit ordentlich. Wer dieses Feature nutzen möchte, muss aber nicht nur G-Sync deaktivieren, sondern auch auf die maximale Wiederholfrequenz verzichten. 144 Hz sind in Kombination mit ULMB das Maximum. Ein Input-Lag war subjektiv nicht wahrnehmbar.

Höchste Geschwindigkeiten sind ohne Frage das Metier des Oculux NXG251R. Wer entsprechend Spielgenres bevorzugt, bei denen es nicht ganz so hektisch zugeht, wird den Vorteil der 240 Hz nicht ganz so stark wahrnehmen, wie dies bei reaktionsschnellen Shootern der Fall ist. 

Für das anvisierte High-Speed-Gaming hat die Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten natürlich Vorteile, denn um von den maximal möglichen 240 Hz zu profitieren, muss natürlich auch eine entsprechende Framerate geboten werden. Nun sind die klassischen eSport-Titel oftmals nicht allzu fordernd, mit der FullHD-Auflösung tun sich die Grafikkarten am Ende aber doch merklich leichter mit QHD oder gar UHD. Das spart auf die lange Sicht Geld, denn die Grafikkarte muss nicht ganz so häufig aktualisiert werden. 

Messwerte

Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrastverhältnis

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Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

Prozent
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

Wert:1
Mehr ist besser

Mit einer maximalen Helligkeit jenseits der 450 cd/m² und einer gemittelten maximalen Helligkeit von 436,4 cd/m² kann der MSI Oculux NXG251R als ausgesprochen hell eingestuft werden. Auch in dieser Disziplin hat die TN-Technik Vorteile. Gleichzeitig ist das Panel mit einer Homogenität von 90 % noch ordentlich ausgeleuchtet. Der Helligkeitsverlust im oberen linken Segment fällt in der Praxis kaum auf. Das Kontrastverhältnis liegt bei knapp 1.000:1, was für ein TN-Panel ein überzeugendes Ergebnis ist.

Farbdarstellung

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Farbreproduktion

DeltaE
maximales DeltaE

Weipunkt

Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Die Farbwiedergabe ist bekanntlich nicht die große Stärke der TN-Technik. Das gemittelte DeltaE lag bei einem Wert von 2, während der Maximalwert bei 7,08 lag. Das können andere Geräte besser, die Grafikbearbeitung ist aber nun mal auch nicht das angedachte Aufgabengebiet des Oculux NXG251R. Der Weißpunkt ist ab Werk recht warm mit 6.199 K abgestimmt, MSI bietet aber zahlreiche Presets ab Werk an.

Das zeigt sich auch ein Stück weit bei der Farbraumabdeckung. Während der sRGB-Farbraum mit 92,1 % noch recht gut abgedeckt wird, kann AdobeRGB mit 67,29 % weniger überzeugen.


Der MSI Oculux NXG251R ist ein gänzlich extremes Gerät, das in der e-Sport-Ecke platziert wird – und für Pro-Gamer mit seiner extrem hohen Widerholfrequenz auch unbestreitbare Vorteile bietet. 

Das von MSI eingesetzte TN-Panel unterstützt maximal 240 Hz und erweist sich noch dazu als ausgesprochen reaktionsschnell und liefert ein sehr direktes Spielvergnügen ohne jegliche Schlierenbildung. Wer das letzte Quäntchen aus seinem Gaming-Setup herausholen möchte, um die entscheidende Millisekunde als Vorteil in wichtigen Games auf seiner Seite zu haben, ist hier genau richtig. Das ebenfalls zum Einsatz kommende G-Sync verrichtet seine Arbeit in allen Frequenzbereichen gewohnt souverän, sodass störende Tearing-Effekte zu keinem Zeitpunkt auftreten.

In der Praxis fallen die Unterschiede zwischen 144 Hz und den 240 Hz aber subjektiv nicht ganz so groß aus, wie man es von den nackten Zahlen vielleicht vermuten möchte. Daher ist der MSI Oculux NXG251R ganz klar ein Gerät, das für eSportler interessant ist. Der Grund dafür ist, dass die TN-Technik genutzt werden muss, um ein solches High-Speed-Gerät zu realisieren – und die hat bekanntlich bauartbedingte Nachteile bei den Blickwinkeln und der Farbdarstellung. Dafür kann das von MSI eingesetzte Panel mit einer hohen maximalen Helligkeit und einem guten Kontrast gefallen – ersteres sorgt für eine gewisse Flexibilität bei der Aufstellung. Wer frontal vor dem Gerät sitzt, wird zudem mit einer ordentlichen Bildqualität belohnt.

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Das Gehäuse wirkt aufgrund seiner schmalen Ränder sehr schlank, was den MSI Oculux NXG251R für den Multimonitor-Einsatz prädestiniert und ihn von vorn betrachtet recht dezent für ein Gaming-Display wirken lässt. Auf der Rückseite ändert sich der Eindruck dann aber, was unter anderem auch an der RGB-Beleuchtung mit Mystic-Light-Integration liegt. Nichts zu meckern gibt es hinsichtlich der Anschlussvielfalt, aber auch der Verarbeitungsqualität.

Gut kann MSIs Gaming-Könner im Bereich der Ergonomie abschneiden. Nicht nur, dass er sich gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, was ein bequemes Spielen und Arbeiten ermöglicht, auch das OSD kann sich sehen lassen. In Kombination mit der Joystick-Lösung können die zahlreichen Features schnell umgesetzt werden. 

In sich hat es am Ende aber der Preis. Mit einem Preis von 599 Euro eignet sich der MSI Oculux NXG251R daher in erster Linie für Gamer, die einen echten Mehrwert in den möglichen 240 Hz sehen, weil sie beispielsweise in Turnieren antreten oder den Unterschied wahrnehmen. Für diese Nische bietet MSIs 24-Zöller ein sehr gutes Gesamtpaket, weshalb wir unseren Excellent-Hardware-Award vergeben. 

Positive Aspekte des MSI Oculux NXG251R:

Negative Aspekte des MSI Oculux NXG251R: