Samsung C49HG90 mit 49 Zoll im Test - ultrabreites Gaming-Display

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samsung c49hg90 teaser 2Kaum ein Monitor hat im letzten Jahr so für Aufsehen gesorgt wie der Samsung C49HG90. Die Kombination aus der ungewöhnlich großen Diagonale von 49 Zoll mit dem Seitenverhältnis von 32:9, der geschwungenen Oberfläche, HDR-Support und dem schnellen Panel mit 144 Hz lässt die Augen der meisten Gaming-Begeisterten leuchten. In unserem Test zeigt sich aber, dass der Monitor sowohl Vor- als auch Nachteile bietet.

Dass es sich bei unserem Testkandidaten nicht um einen gewöhnlichen Monitor handelt, fällt schnell auf, schneller als bei den meisten anderen Monitoren, die in den letzten Jahren durch die Redaktionsräume gewandert sind, nämlich bei der Anlieferung. Der C49HG90 kommt – gut festgezurrt - auf einer Europalette und steht auch noch deutlich über. 

Seit seiner Vorstellung auf der GamesCom im letzten Jahr ist Samsungs 49-Zöller einer der interessantesten Gaming-Monitore auf dem Markt, denn so konsequent wie die Südkoreaner geht kaum ein Hersteller vor. Stünde aktuell ein Buzzword-Bingo mit dem Thema „Gaming Displays“ in der Redaktions-Pause auf dem Programm, der C49HG90 würde so ziemlich alle Felder für sich beanspruchen können. Allein die Diagonale wäre da so ein Thema, denn die ist schließlich auf dem Niveau der meisten Fernseher. Noch dazu kommt aber eine starke Krümmung mit 1.800 mm. Wenn das nicht ausreichen würde, um alle Blicke auf sich zu ziehen, kommt natürlich das extreme Seitenverhältnis um die Ecke. 32:9 ist alles andere als üblich und sorgt dafür, dass das Display sehr breit wird, sehr sehr breit. Gleichzeitig besitzt das von Samsung eingesetzte VA-Panel eine maximale Wiederholfrequenz von 144 Hz und FreeSync-Support darf am Ende auch nicht fehlen. Beides zusammen sorgt für ein schnelles, direktes Spielvergnügen ohne störende Tearing-Effekte. Damit aber nicht genug, denn die vollgepackte Feature-Liste ist noch etwas länger. 

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Der Samsung C49HG90 unterstützt HDR oder besser gesagt den neuen Vesa-zertifizierten HDR600-Standard. Damit der HDR-Effekt erreicht wird, setzt Samsung auf ein Local-Dimming mit mehreren Zonen. Das führt dazu, dass das Backlight nur in den Bereichen läuft, in denen es wirklich sein muss. So kann ein dunkleres Schwarz ermöglicht werden. Dass HDR gerade auch beim Spielen interessant sein kann, hat vor kurzem unser Test des LG 32UD99-W gezeigt. 

Dass eine solche Feature-Liste sicher nicht dazu führt, dass der Samsung C49HG90 zu einem Schnäppchen-Preis zu haben ist, sollte niemanden überraschen. Aktuell werden knapp 1.075 Euro für den XXL-Monitor aufgerufen. Gemessen an dem, was aktuelle High-End-35-Zöller wie der Acer Predator Z35P (zum Test) oder der ASUS ROG XG35VQ (zum Test) kosten, geht der Preis auf den ersten Blick aber in Ordnung.

Spezifikationen des Samsung C49HG90 in der Übersicht
Straßenpreis: ca. 1.075 Euro
Garantie: 24 Monate
Homepage: www.samsung.de
Diagonale: 49 Zoll
Krümmung1.800 mm
Gehäusefarbe: Schwarz
Format: 32:9
Panel: VA-Panel
Look up Table: 10 Bit
Glare-Optik: nein
Auflösung: 3.840 x 1.080 Pixel
Kontrastwert: 3.000:1
Helligkeit: max. 350 cd/m²
Reaktionszeit: 1 ms
Wiederholfrequenz: 144 Hz
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 178°
Anschlüsse:

1x DisplayPort
1x MiniDisplayPort
2x HDMI
3x USB 3.0 (1up, 2 down)

HDCP: ja
Gewicht: 15,0 kg
Abmessungen (B x H x T): 1.203 x 525,5 x 381,6 mm
Ergonomie: Höhenverstellung: 125 mm
Neigung: -5° - 15°
Kensington-Lock: nein
Wandmontage: 100 x 100 mm
integrierte Lautsprecher: ja
Netzteil: extern
Sonstiges: Bildformat, QLED, FreeSync, 144 Hz

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar



Gehäuse und Verarbeitungsqualität

Gaming-Displays gehören per se zu den extrovertiertesten technischen Komponenten. Dabei setzten die Hersteller nicht nur auf optisch ungewöhnliche Formen und Standfüße, sondern integrieren auch noch eine auffällige RGB-Beleuchtung. Eine dezente Beleuchtung gibt es zwar auf der Rückseite, all das hat der Samsung C49HG90 aber genau genommen nicht nötig. Allein seine schieren Dimensionen und das Seitenverhältnis sind Eye-Catcher genug auf jedem Schreibtisch. Letzteres wird mit 32:9 beziffert und unterstreicht damit erneut den Trend, dass die Bilder auf dem Schreibtisch in die Breite gehen. Von 4:3 über 16:9 konnte sich in den letzten Jahren zusehends 21:9 etablieren. Samsung und Philips gehen mit ihren 32:9-Geräten konsequent einen Schritt weiter. Kann bei einem 21:9-Gerät noch davon gesprochen werden, dass an das gewohnte Format seitlich etwas angeflanscht wird, setzt Samsung im Grunde genommen zwei FullHD-Panels direkt nebeneinander.

Gleichzeitig sollte bedacht werden, dass durch diese Maßnahme das Gehäuse sehr breit wird. Der C49HG90 bringt es auf einen Breite von 1.203 mm. Der Schreibtisch sollte also durchaus eine gewisse Grundfläche mitbringen. Verschärft wird dies zusätzlich durch den Standfuß. Der ist ebenfalls sehr breit und noch dazu recht tief. Entsprechend würden wir Schreibtische mit einer Mindesttiefe von 85-90 cm empfehlen, ansonsten fällt der Abstand sehr gering aus.

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Dass der Standfuß aber nicht hätte kleiner sein dürfen, zeigt sich in der Praxis schnell. Durch die große Breite des Panels entsteht eine ordentliche Hebelwirkung. Das führt dazu, dass der Monitor nur allzu gerne mitschwingt, wenn einmal an den Schreibtisch gestoßen wird.

So auffällig die grundlegende Form ist, so schlicht ist das restliche Design von Samsung ausgeführt worden. Das Panel befindet sich hinter einer modernen Edge-to-Edge-Abdeckung, die Ränder fallen entsprechend sehr schmal aus. Einzig der untere Rahmen ist normal ausgeführt. Er passt mit seiner schwarzen Kunststoff-Abdeckung in der Optik von gebürstetem Aluminium aber bestens zum restlichen Auftreten des XXL-Displays. 

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Auf den ersten Blick wirkt der 49-Zöller recht flach. Zur Mitte hin gewinnt das Gehäuse aber schnell an Volumen. Wirklich filigran kann das Display aber allein aufgrund von Diagonale und Standfuß ohnehin nicht wirken.

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Schlicht geht es auch auf der Rückseite des Monitors zu. Samsung setzt auf einen mattschwarzen Kunststoff. Das eingesetzte Material fasst sich angenehm an und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Als einziger Eye-Catcher kann die kreisrunde Einfassung des Standfußes angesehen werden. Da Samsung aber auch hier auf eine Beleuchtung verzichtet, differenziert sich der CGH90 klar von der Konkurrenz. Wer möchte, kann den Standfuß aber auch abnehmen und auf eine Vesa-Halterung im 100x100-mm-Format vertrauen.

Das Anschlusspanel

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Die zahlreichen Anschlüsse des übergroßen Displays versteckt der Hersteller hinter einer Abdeckung und verbaut das Panel um 90° gewinkelt. In Kombination mit der im Standfuß integrierten Kabelführung entsteht so eine sehr aufgeräumte Optik, auch dann, wenn das Display frei im Raum steht.

Das eigentliche Anschlusspanel wurde von Samsung reichhaltig ausgestattet. Der 49-Zöller besitzt zwei HDMI-Anschlüsse, einen DisplayPort und einen Mini-DisplayPort. Mit den insgesamt vier digitalen Anschlüssen werden wohl alle Anwender zufriedengestellt. Darüber hinaus gibt es einen USB-Hub mit zwei Anschlüssen. Diese sitzen ebenfalls auf dem Anschlusspanel und sind entsprechend für den täglichen Wechsel eines USB-Sticks nicht geeignet. Dauerhaft genutzte Peripherie-Geräte lassen sich so aber sehr sauber verkabeln.

Ganz am Ende fehlt uns aber doch eine Schnittstelle: USB Typ C, im Optimalfall in Kombination mit dem Thunderbolt-3-Protokoll. So könnte der Monitor auch noch als Docking-Station für ein Notebook dienen.


Die Ergonomie eines Monitors kann sehr viel dazu beitragen, über einen längeren Zeitraum bequem am Schreibtisch zu sitzen. In unserer Ergonomie-FAQ gehen wir auf die wichtigsten Einstellmöglichkeiten am Monitor ein, zeigen darüber hinaus aber auch, wie der Schreibtischstuhl oder Schreibtisch eingestellt werden muss.

Mechanische Einstellmöglichkeiten

Durch sein extremes Seitenverhältnis ist der C49HG90 trotz seiner üppigen Diagonale alles andere als hoch. Entsprechend ist die von Samsung verbaute Höhenverstellung extrem wichtig. Die Höhenverstellung ist in einem Bereich von 11,9 cm möglich. Das ist ausreichend, gerade großgewachsene Anwender könnten sich aber dennoch den ein oder anderen zusätzlichen Zentimeter wünschen.

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Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit das Panel zu neigen und auch zu drehen. Mit Blick auf den sehr großen Standfuß ist dies eine löbliche Konstruktion. Nicht vertreten ist eine Pivot-Funktion. Die wird bei einer Gerätebreite von rund 120 cm aber auch niemand vermissen.

OSD und Bedienelemente

Samsung setzt auf ein physisches Bedienkonzept, das im Grunde genommen aus zwei Komponenten besteht. Die wichtigste versteckt sich hinter dem Symbol des Hauptschalters. Anders als grafisch dargestellt, kann an dieser Stelle nicht nur der Monitor eingeschaltet, sondern auch komplett konfiguriert werden, denn es handelt sich gleichzeitig um einen kleinen Joystick, mit dem es möglich ist, sich durch alle Menüpunkte zu hangeln. Im Vergleich zu der Lösung, die LG nutzt, fällt der Stick aber recht klein aus, was zu einer leichten Abwertung führt, alles in allem geht die Bedienung aber doch flott von der Hand. Gleichzeitig gibt es drei weitere Tasten, die lediglich mit verschiedenen Kreisen markiert sind – besonders intuitiv ist das auf den ersten Blick zunächst einmal nicht. Dahinter verbergen sich allerdings drei Game-Settings, die so auf Knopfdruck aufgerufen werden können.

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Der erste echte Hinweis auf die Gaming-Fähigkeiten des Samsung C49HG90 präsentiert das OSD. Das ist alles andere als nüchtern gestaltet und kommt mit einer auffälligen Gaming-Optik daher. In der obersten Zeile werden die wichtigsten Informationen wie die Wiederholfrequenz direkt angezeigt. Darunter sind auch direkt die Gaming-Features der erste Punkt, der im OSD zu finden ist. Die Einstellmöglichkeiten sind zweckdienlich und entsprechen dem, was aktuell von den meisten Gaming-Displays geboten wird. 

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Die weiteren Einstellmöglichkeiten sind zweckdienlich, einzig eine 6-Achs-Farbkorrektur hätten wir uns mit Blick auf den Preis noch gewünscht. Dafür sind alle Funktionen klar beschriftet und schnell zu finden.

Stromverbrauch

Stromverbrauch

Watt
weniger ist besser

Dass ein Display wie der Samsung C49HG90 nicht gerade ein Stromsparwunder ist, sollte allein schon aufgrund der Diagonale auf der Hand liegen. Allerdings konnten wir in unseren Messungen einen sehr moderaten Wert von 38,2 Watt bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m² ermitteln. Wer also auf der Suche nach einem neuen Gerät ist, das zwei alte FullHD-Displays ersetzen soll, kann Samsungs 49-Zöller durchaus in die engere Wahl nehmen.


In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Soll es um die Bildqualität und die Darstellung gehen, muss natürlich zunächst erst einmal über das extreme Format gesprochen werden. 32:9 ist ein Wert, den man nicht alltäglich sieht, insbesondere in Kombination mit der Diagonale von 49 Zoll. Doch so beeindrucken diese Diagonale zunächst erst einmal klingen mag: Durch das sehr breite Format ist die eigentliche Bildfläche kleiner, als man es meinen würde. Der Effekt ist analog zu dem, der aktuell bei Smartphones zu beobachten ist, die auf 18:9-Displays setzen.

Der C49HG90 ist entsprechend vergleichsweise niedrig, was natürlich dem Einsatz auf dem Schreibtisch zunächst einmal entgegenkommt, schließlich möchten nur die wenigsten Anwender ständig nach oben schauen. Beim CHG90 ist es nun aber so, dass der Monitor fast ein wenig zu niedrig ist. Wer etwas größer ist, muss die Höhenverstellung ständig auf das Maximum einstellen – und selbst dann wird es knapp.

Eine zweite Einschränkung fällt bei einem Blick auf die Auflösung auf. Samsung verbaut ein VA-Panel mit einer Auflösung von 3.840 x 1.080 Bildpunkten. In der Breite wird also das dargestellt, was aktuelle UHD-Displays bieten, in der Höhe das, was man von FullHD-Monitoren gewohnt ist. Anders gesagt: Jedes UHD-Display, egal welche Diagonale es besitzt, kann doppelt so viel darstellen. Gemessen an der Diagonale wird also vergleichsweise wenig dargestellt: Das, was zwei nebeneinander platzierte FullHD-Displays ebenso hinbekommen würden, nur mit einem Rahmen dazwischen. Ebenso könnte die Bildschärfe gern noch etwas höher ausfallen. 

Ob der C49HG90 am Ende die Voraussetzungen mitbringt, um auch für den produktiven Einsatz interessant zu sein, hängt ganz von den persönlichen Ansprüchen ab. Wer darauf angewiesen ist, dass entweder eine hohe maximale Bildschärfe geboten wird oder mehrere Fenster auch übereinander angeordnet werden können, sollte besser nach einem anderen Monitor suchen. Anders sieht es aus, wenn zwei oder mehr Fenster nebeneinander angeordnet werden sollen. Dann kann der 49-Zöller ohne Probleme ein Dual-Monitor-Setup ersetzen.

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Was für den Einsatz als Produktivgerät ebenso berücksichtigt werden muss, ist die Krümmung des Panels. Samsung setzt auf eine Diagonale von 1.800 mm, was aktuell der übliche Wert ist, durch die hohe Breite fällt die tatsächliche Krümmung recht stark aus. Horizontale Linien werden also nie wirklich gerade dargestellt. Das kann störend sein, wenn eine große Excel-Tabelle bearbeitet werden soll. Problematisch wird es hingegen bei der Bildbearbeitung, denn eine perspektivische Korrektur vorzunehmen, kann kompliziert werden.

Die eigentliche Bildqualität des eingesetzten VA-Panels hinterlässt einen guten Eindruck. Es wird eine angenehme Helligkeit mit einem hohen Kontrastumfang verbunden. Die Farbwiedergabe ist nicht übertrieben oder unnatürlich, wer jedoch auf eine maximale Farbeneutralität angewiesen ist, der wird ein Colorimeter benötigen.

Es fällt allerdings auf, dass die interne Software des Monitors das Bild stark nachschärft. Auch die Einstellungen im OSD können keine echte Abhilfe schaffen. Dadurch entsteht ein ungewohnter Bildeindruck, der zunächst „falsch“ wirkt. Mit etwas Zeit gewöhnt sich das Auge aber an die Darstellung. Leider kann dieser Effekt über das OSD nicht vollends beseitigt werden.

Die HDR-Fähigkeiten des Samsung C49HG90

Samsung selbst gibt an, dass der C49HG90 das weltweit erste Display ist, das den neuen HDR600-Standard der Vesa unterstützt. Damit das gelingt, wird Backlight mit Local-Dimming eingesetzt. Auf diesem Weg kann der subjektive Kontrast deutlich gesteigert werden, das Backlight läuft nur dort, wo es auch wirklich benötigt wird. So können sehr gute Kontraste auch dann realisiert werden, wenn das Backlight nicht allzu stark ausfällt, wie es bei unserem Testkandidaten der Fall ist. 

Allerdings hat die Umsetzung von Samsung einen Pferdefuß. Die Südkoreaner setzen auf recht wenige Zonen, 8 Stück sind es. Vier in der linken Monitorhälfte und vier in der rechten. Durch diese recht großen Flächen fällt auf, welche Zonen gerade aktiv sind und welche nicht. Gerade dann, wenn sich ein kleines helles Objekt auf einer dunklen Oberfläche bewegt und die Umgebung noch dazu nicht beleuchtet wird, können die unterschiedlichen Zonen sehr gut erkannt werden.

Davon einmal abgesehen kann der 49-Zöller mit einer guten HDR-Darstellung aufwarten. Der gesteigerte Kontrastumfang sorgt nicht nur für ein deutlich lebendigeres Bild sondern auch dafür, dass sich der Zuschauer direkter in das Geschehen hineinversetzt fühlt.

Gaming-Features

Viel haben wir bislang über die grundlegenden Gegebenheiten und die Bildqualität geschrieben, ohne dabei auf das essentielle Einsatzgebiet des XXL-Displays einzugehen: Wie gut ist der Samsung C49HG90 beim Spielen?

So manches, was wir bislang eher negativ angeführt haben, erscheint dann in einem anderen Licht und kann gefallen. Etwa das extrem breite Bild in Kombination mit der Krümmung von 1.800 mm. Die Immersion ist sehr groß, schier gigantisch und Gamer fühlen sich noch mehr in das Geschehen hinein versetzt, als es bei den großen 35-Zöllern der Fall ist. Hier geht Samsungs Konzept auf der ganzen Linie auf. Allerdings müssen auch hier alle Fälle berücksichtigt werden, denn allein die Größe kann das Spielen auch anstrengend machen. Ein gewisser Sitzabstand sollte also auf jeden Fall einkalkuliert werden. Gleichzeitig stellt das Format aber wenige Spiele vor Probleme, denn nicht alle können etwas mit 32:9 anfangen - das ist aber zum Glück die Ausnahme.

Abgerundet wird die Paradedisziplin des C49HG90 durch die Aktivierung von HDR, was auch mit FreeSync kombiniert werden kann. So entsteht ein sauberes Bild, das den Nutzer nicht mehr vom Spiel ablenkt – genau so soll es sein. Die FreeSync-Range ist mit 48 bis 144 Hz ausreichend groß gewählt, könnte aber gern auch etwas früher beginnen. Das von Samsung eingesetzte VA-Panel kann maximal mit 144 Hz angesteuert werden, was in der Praxis auch gut funktioniert. Wie üblich wird auf diese Weise ein sehr direktes Spielvergnügen geboten, was sich gerade bei schnellen Spieleinhalten bemerkbar macht. Allerdings könnte das Panel an sich noch etwas schneller arbeiten, denn es kommt wieder zu einer Schlierenbildung. Hier kann mithilfe des Overdrive-Features gegengesteuert werden. Allerdings sollte man es wie üblich nicht mit dem Feature übertreiben.

Auch die nicht übertrieben hohe Auflösung kann unter Gaming-Gesichtspunkten gefallen: Die Grafikkarte wird nicht so stark belastet, wie es bei einem UHD-Display der Fall wäre, was schlussendlich dazu führt, dass die maximal möglichen 144 Hz häufiger erreicht werden.

Messwerte

Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrastverhältnis

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Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

Prozent
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

Wert:1
Mehr ist besser

Gerade von der maximalen Helligkeit hätten wir uns mehr erwartet, allerdings kann das Backlight bei HDR-Inhalten kurzfristig noch etwas heller sein. Die Homogenität kann währenddessen gefallen. Das Kontrastverhältnis liegt mit 2.643:1 auf einem guten Level für ein VA-Gerät. Wird Local-Dimming aktiviert, verbessert sich der Wert auf 35.444:1.

Farbdarstellung

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Farbreproduktion

DeltaE
maximales DeltaE

Weißpunkt

Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Samsung bringt den Monitor so zum Kunden, dass nur Anwender nachkorrigieren müssen, die wirklich eine farbverbindliche Darstellung benötigen. Samsung bietet darüber hinaus eine Menge Presets. Die Ergebnisse zeigen wir weiter unten.

Keine großen Überraschungen gibt es bei der Farbraum-Abdeckung. Während der sRGB-Farbraum mit 95,94 % nahezu vollständig abdeckt wird, müssen bei AdobeRGB (67,05 %) Abstriche akzeptiert werden. 


Der Samsung C49HG90 ist ein gänzlich extremes Gerät. Das sorgt dafür, dass das XXL-Display in seiner Paradedisziplin, dem Gaming überzeugen kann, gleichzeitig aber nicht als universeller Allrounder im Großformat angesehen werden sollte.

Das Auftreten des C49HG90 ist natürlich eine Wucht. Am Gehäuse-Design liegt das aber nicht, denn das ist schlicht und reduziert und sorgt damit dafür, dass sich alle Augen auf die große Diagonale richten. Das 32:9-Format sorgt dafür, dass nicht nur sehr viel Platz auf dem Schreibtisch benötigt wird, sondern durch die Hebelwirkung auch ein massiver Standfuß zum Einsatz kommen sollte. Das gelingt bedingt, denn wenn an den Schreibtisch gestoßen wird, schwingt der Monitor immer etwas mit. Gleichzeitig benötigt der Fuß viel Platz in der Tiefe, sodass auch hier etwas Platz einkalkuliert werden sollte. Die eigentliche Verarbeitungsqualität liegt auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig kann das Anschlusspanel mit einer guten Schnittstellenvielfalt aufwarten.

Das 32:9-Format führt nicht nur dazu, dass viel Platz in der Breite benötigt wird, sondern auch dazu, dass der Monitor recht niedrig ist. Entsprechend ist es gut, dass Samsung eine Höhenverstellung integriert. Die könnte allerdings fast noch umfangreicher ausfallen. Die Bedienung kann gefallen, denn das OSD bietet viele Gaming-Optionen, während das Joytick-Handling gut funktioniert. Ein Stromspar-Wunder ist der 49-Zöller allerdings nicht, das sollte bei der schieren Bildgröße aber auch niemand erwarten. Zwei ältere 24-Zöller können aber mit gutem Gewissen ersetzt werden.

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Hinsichtlich der Bildqualität muss klar zwischen zwei Szenarien unterschieden werden, dem Gaming und dem normalen Einsatz. Um als Allrounder zu überzeugen, müsste die Auflösung noch etwas höher ausfallen. Gleichzeitig stört das sehr „niedrige“ Bild immer wieder, die Krümmung erschwert darüber hinaus die korrekte Bildbearbeitung. Genau das führt aber dazu, dass der C49HG90 ein Gaming-Display der Extraklasse ist. Das extrabreite Bild sorgt in Kombination mit dem Curved-Panel und dem HDR-Feature für die beste Immersion, die wir bislang bei einem Gaming-Display gesehen haben. Ein gewisser Sitzabstand sollte aber eingeplant werden, sonst kann es anstrengend werden. FreeSync sorgt gleichzeitig für eine tearingfreie Darstellung. 

Damit HDR gut funktioniert setzt Samsung auf Local Dimming. Da aber zu wenige Zonen umgesetzt werden, kommt es hier immer wieder dazu, dass die verschieden beleuchteten Bereiche auffallen.

Die Messergebnisse zeigen Licht und Schatten. Auf der einen Seite könnte das Backlight gerne noch etwas stärker ausfallen, während der Kontras mit Local Dimming neue Rekorde aufstellt und auch konventionell überzeugen kann. Die Farbwiedergabe ist gut, sodass nicht zwingend nachkorrigiert werden muss.

Alles in allem ist der Samsung C49HG90 ein extremes Gerät. Einerseits natürlich wegen seiner Größe, andererseits aufgrund seiner Spezialisierung. Während es als Allrounder noch Luft nach oben gibt, ist der 49-Zöller ein Gaming-Könner, wie er im Buche steht - solange man mit dem Format klar kommt, aber das ist eine persönliche Sache. Aufgrund des Formats in Kombi

Positive Aspekte des Samsung C49HG90:

Negative Aspekte des Samsung C49HG90:

Preise und Verfügbarkeit
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