Eizo Foris FS2735 mit 144 Hz, FreeSync und Cloud-Anbindung im Test

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eizo fs2735 teaserSeit seiner Vorstellung auf der Gamescom gehört der Eizo Foris FS2735 zu den am meisten erwarteten Gaming-Monitoren. Pünktlich am Tag vor Weihnachten erreichte uns unser Testmuster des 27-Zöllers, der FreeSync mit maximal 144 Hz kombinieren kann. Wie gut sich das neue High-End-Modell der Japaner verkaufen kann, klären wir in unserem Test.

Die Vorweihnachtszeit hat uns gleich zwei High-End-Gaming-Monitore beschert, den ASUS ROG Swift PG279Q (zum Test) und den Acer Predator X34 (zum Test). Während Ersterer mit einer sehr hohen Bildwiederholfrequenz von 165 Hz überzeugen kann, bietet Letzterer mit einer Diagonale von 34 Zoll, einer gekrümmten Oberfläche und maximal 100 Hz ein Gesamtpaket, das die Augen vieler Gaming-Enthusiasten zum Leuchten bringt. Auf ein neues Gaming-Display von Eizo musste man hingegen lange warten, denn die aktuell verfügbaren 24-Zoll-Geräte waren im Vergleich mit der Konkurrenz zuletzt ein wenig in die Jahre gekommen. Das soll der neue Foris FS2735 nun ändern.

Dabei entscheidet sich Eizo für einen Weg, der mehr an ASUS als an Acer erinnert. Es wird ein 27-Zoll-Panel mit der IPS-Technik geboten, das mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten auflöst und entsprechend die Gaming-Hardware nicht in dem Maße fordert, wie es bei 34-Zoll-Geräten mit 3.440 x 1.440 Bildpunkten oder gar UHD-Monitoren der Fall ist. Dafür bietet man mit maximal 144 Hz eine sehr hohe maximale Bildfrequenz, was in Kombination mit AMDs FreeSync-Technik zu einem sehr flüssigen Spielerlebnis führt. Die untere Grenze für FreeSync liegt bei 35 Hz, was zum aktuell größten Einstellbereich bei FreeSync-Monitoren führt – möglich wird das aber nur über einen Umweg, dazu später mehr. Gleichzeitig hat Eizo noch ein Ass in der Hinterhand, denn der Foris FS2735 lässt sich auch mit dem Smartphone steuern bzw. an die Cloud anbinden. So ist es möglich, die eigenen Settings mit anderen Spielern auszutauschen.

Eizo-üblich ist der Preis des Foris FS2735 im gehobenen Segment einzuordnen, denn es werden 1.099 Euro aufgerufen. Dass die Japaner aber in der Lage sind, erstklassige 27-Zoll-Monitore zu entwerfen haben sie erst vor kurzem mit dem FlexScan EV2750 gezeigt. Gut gefallen die von Eizo gebotenen Service-Leistungen, denn es wird eine Garantie-Zeitraum von 5 Jahren geboten, im Falle eines Defekts gibt es einen Vor-Ort-Austausch.

Spezifikationen des Eizo Foris FS2735 in der Übersicht

Hersteller und Bezeichnung:

Eizo Foris FS2735
Straßenpreis: ab ca. 1.100 Euro
Garantie: 5 Jahre; mit Vor-Ort-Austausch
Homepage: www.eizo.de
Diagonale: 27 Zoll 
Gehäusefarbe: Schwarz mit roten Elementen
Format: 16:9 
Panel: IPS-Panel (AHVA)
Look up Table: 10 Bit
Glare-Optik: nein 
Auflösung: 2.560 x 1.440 Pixel 
Kontrastrate: 1.000:1 (statisch)
Helligkeit: max. 300 cd/m² 
Reaktionszeit: 1 ms 
Wiederholfrequenz: FreeSync Low: 35-90 Hz
FreeSync High: 56-144 Hz
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 178° 
Anschlüsse: 1x DisplayPort-Eingang
2x HDMI
1x DVI
2x 3,5-mm-Ausgang
1x 3,5-mm-Eingang
2x USB-3.0-Downstream
1x USB-3.0-Upstream
HDCP: ja
Gewicht: 7,1 kg 
Abmessungen (B x H x T): 62 cm x 39 - 55 cm x 20 cm
Ergonomie: Höhenverstellung: 155 mm
Neigung: -5° - 35°
Pivot
Kensington-Lock: nein
Wandmontage: Vesa-Standard 
integrierte Lautsprecher: ja 
Netzteil: intern 
Sonstiges: Steuerung per Smartphone oder Software, Blur-Reduction, Smart-Insight-Demolition

Der FlexScan EV2750 fiel eindeutig unter die Kategorie: optisch sehr ansprechender, aber schlichter Monitor. Dass das Gaming-Geschäft anders läuft ist gemeinhin bekannt, besonders deutlich macht dies ein regelmäßiger Blick auf Gaming-Gehäuse oder –Eingabegeräte.

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Eizo Foris FS2735

So ist es nicht verwunderlich, dass sich Eizo beim Foris FS2735 ein wenig aus der Deckung wagt und seinem 27-Zöller eine leicht Gaming-angepasste Optik verleiht – im Umfang wie ASUS mit seinem beleuchteten Standfuß oder gar Acer mit dem ausladenden Aluminium-Fuß und der Unterbodenbeleuchtung ist dies bei Eizo aber nicht der Fall. Dafür gibt es auch hier einen auffälliger entworfenen Standfuß, der zwar recht kompakt ausfällt, dem FS2735 aber dennoch einen sicheren Stand verleiht. Davon einmal abgesehen, besitzt Eizos Monitor auf der Front ein schlichtes, zeitloses Äußeres.

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Eizo Foris FS2735

Auf eine schicke Edge-to-Edge-Optik, wie es beim EV2750 der Fall ist, verzichtet man indes. Dafür kommen leicht abgeschrägte Rahmenelemente zum Einsatz, was optisch recht ansprechend ist, aber nicht dazu führt, dass man sich groß von der Masse abheben kann. Da der Rahmen recht schmal ausfällt, ist es störungsfrei möglich, mehrere Geräte im Multi-Monitoring-Betrieb zu nutzen.

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Eizo Foris FS2735

Ein Blick auf die Rückseite verleiht dem Foris FS2735 dann doch etwas Gaming-Feeling. Eines der Kunststoff-Elemente erstrahlt in Rot, während zudem die bekannte kreisrunde Kabelführung ebenfalls in passendem Rot erstrahlt. Erst wer den FS2735 also frei im Raum positioniert, erfährt das volle Gaming-Feeling. Auf Beleuchtungselemente, wie sie die Konkurrenz integriert, verzichtet Eizo indes.

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Eizo Foris FS2735

Eizo verbaut das Anschlusspanel klassisch gewinkelt, was dabei hilft, die Kabel besser zu verlegen. Hinsichtlich der Anschlüsse zeigt sich der Foris FS2735 umfangreich ausgestattet. Neben dem für FreeSync obligatorischen DisplayPort, der bei den meisten Nutzern wohl zum Einsatz kommt, gibt es zwei HDMI-Ports sowie eine DVI-Schnittstelle. Zudem wird an zentraler Position ein USB 3.0-Upstream-Port geboten, genau wie je ein Klinke-Ein- und –Ausgang im 3,5-mm-Format. Anders als ASUS und Acer setzen die Japaner bei ihrem Gaming-Display auf ein internes Netzteil.

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Eizo Foris FS2735

Eizo verbaut „seitlich“ positioniert einen USB-3.0-Hub mit zwei Schnittstellen. Was prinzipiell eine gute Sache ist, wird durch die ungünstige Positionierung wieder zunichtegemacht, denn die Anschlüsse sind so weit zurückversetzt, dass sicherlich niemand regelmäßig einen USB-Stick anschließen wird. Wird hingegen dauerhaft Peripherie wie die Tastatur angeschlossen, wäre eine Positionierung im Bereich der Display-Anschlüsse eigentlich praktischer. Besser macht es Eizo da schon mit einem nach außen geführten 3,5-mm-Klinkeanschluss, der direkt auf dem linken Rahmen sitzt.

Wenig überraschend ist es für ein Eizo-Gerät, dass die Verarbeitungsqualität und Materialgüte erstklassig ausfallen.


Mechanische Einstellmöglichkeiten

Bereits in der Vergangenheit konnte Eizo stets durch erstklassige Ergonomie-Optionen überzeugen. Das neue Gaming-Display FS2735 ist da keine Ausnahme.

So bietet der 27-Zöller einen maximalen Einstellbereich von 155 mm bei der Höhenverstellung. Damit es auch für großgewachsene Anwender problemlos möglich, eine angenehme Arbeitshöhe zu justieren. Im Gegenzug ist es aber nicht möglich, die Unterkante auf Schreibtisch-Niveau abzusenken, wie es bei manchen Eizo-Geräten möglich ist. Da der Unterschied aber nur bei wenigen Zentimetern liegt, sollte das in der Regel niemanden stören.

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Eizo Foris FS2735

Die Business-Gene sind Eizo auch bei der Verstellung der Neigung anzumerken. Mit einem maximalen Bereich von 5 – 35° bietet der FS2735 auch an dieser Stelle einen größeren Einstellbereich, als man ihn von den meisten anderen Consumer-Geräten kennt.

Abgerundet werden die sehr guten Ergonomie-Features von der Pivot-Funktion, die es erlaubt, das Panel um 90° zu drehen. Gamer werden davon wohl nur in den wenigsten Fällen Gebrauch machen, wer den FS2735 hingegen auch zum Arbeiten nutzen möchte, wird durchaus Gefallen an der geänderten Ausrichtung finden.

Bedienelemente + OSD

Zuletzt setzte Eizo verstärkt auf Touch-Bedienelemente – und fuhr damit sehr gut. Bei seinem neuen Gaming-Modell geht man nun leider einen anderen Weg und nutzt klassische mechanische Bedienelemente. Um die Optik auf der Front nicht zu stören, verfrachtet man die Bedienelemente, die aus einem Hauptschalter, zwei Tasten und einem Joystick bestehen, auf die Rückseite des Monitors, verzichtet aber auf der Front auf eine Beschriftung. Die wird erst angezeigt, wenn die erste Taste getroffen wurde – was gerade anfänglich gerne auch einmal der Hauptschalter ist.

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Eizo Foris FS2735

Von diesem Hindernis einmal abgesehen, kann der FS2735 wieder einmal mit der gewohnt guten Bedienung der Eizo-Monitore aufwarten. Das OSD ist in zwei Stufen gegliedert. In der ersten Ebene ist es nur möglich, die Helligkeit zu justieren oder aber eines der Presets aufzurufen, während in der zweiten Ebene das gewohnt umfangreiche Feature-Set geboten wird.

app
Eizo Foris FS2735

Wer hingegen den etwas moderneren Weg gehen möchte, der kann auf die G Ignition genannte Software zurückgreifen. Die wird entweder für Windows oder aber iOS und Android angeboten. Während für ersteres eine Verbindung via USB ausreicht, müssen bei der Smartphone-Steuerung der Monitor und das Telefon mittels Bluetooth gekoppelt werden. Die Einstellungen erfolgen dann prinzipiell komfortabler. Zudem ist es möglich, seine Presets über die Cloud weiteren Nutzern zur Verfügung zu stellen, oder aber selbst andere Einstellung auszuprobieren. In unserem Test klappte die Koppelung mit dem Smartphone nicht immer einwandfrei, außerdem dauerte es recht lange, bis eine erste Verbindung mit dem Display hergestellt wurde.

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Wer sein Smartphone mit dem Monitor koppelt hat darüber hinaus weitere Vorteile, denn der FS2735 ist in der Lage Benachrichtigungen vom Smartphone im unteren rechten Eck in Icon-Form darzustellen. Das kann durchaus praktisch sein, kann aber auch dazu führen, schneller vom Spielgeschehen abgelenkt zu werden.

Stromverbrauch

Stromverbrauch

13.3 XX


22.7 XX


25.6 XX


27.9 XX


32.4 XX


32.7 XX


34.6 XX


44.5 XX


53.6 XX


Watt
weniger ist besser

Bei einer Helligkeit von 150 cd/m² verbrauchte unser Testmuster 27,9 Watt. Damit verbraucht der 27-Zöller etwas mehr Strom als beispielsweise der FlexScan EV2750. Dennoch kann unser Testkandidat mit einem ordentlichen Ergebnis aufwarten, lediglich Stromsparfüchse sollten sich an einer anderen Stelle umsehen.

Schade ist, dass Eizo beim FS2735 auf teile seiner bewährten Sensorik verzichtet. Während die Flexscan-Modelle zuletzt mit Anwesenheits- und Umgebungslicht-Sensor ausgestattet wurden kommt beim Foris-Modell nur der Sensor für die Umgebungshelligkeit zum Einsatz. Zudem fallen die Einstellungsmöglichkeiten kleiner aus, denn es kann im Menü lediglich zwischen "Aus", "Standard" und "High" unterschieden werden, die Einstellung der Helligkeit im Menü legt dann die Obergrenze fest, eine Untergrenze kann nicht justiert werden.


Beurteilung der Bildqualität

Eizo setzt beim FS2735 auf bewährte Größen und kombiniert ein Panel mit einem Durchmesser von 27 Zoll mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten. An die Bildschärfe von UHD-Geräten kommt man damit nicht heran, die Darstellung kann aber in jedem Fall überzeugend, während gleichzeitig genügend Platz auf dem Desktop geboten wird. Dass Eizo aber nicht weiter an der Auflösungsschraube dreht, hat einen Vorteil für Gamer, denn die Hardware, insbesondere die Grafikkarte wird weniger belastet, als die bei höherauflösenden Modellen der Fall ist. Interessant ist das beispielsweise auch für Anwender, die gleich mehrere Monitore für Surround-Gaming nutzen möchten.

eizo foris profil
Eizo Foris FS2735

Eizo setzt auf ein IPS-Panel, das mit einer guten Blickwinkelstabilität und einer angenehmen Farbgebung aufwarten kann. So können auch mehrere Nutzer gleichzeitig vor dem Monitor sitzen, ohne dass es zu Farbverfälschungen kommt. Die Ausleuchtung ist als sehr gut zu bezeichnen, gleiches gilt auch für auftretende Lichthöfe. Natürlich verfügt auch dieses Gerät über die typischen Lichthöfe, im normalen Betrieb sind die typischen Aufhellungen zu den Rändern aber nicht zu erkennen. Eizo nutzt ein bekanntes Panel-Modell, spricht aber davon, das alle Foris-Geräte noch einmal nachjustiert werden, bevor sie die Fertigung verlassen, was Vorteile gegenüber der Konkurenz bieten soll. Ob es nun genau daran liegt, kann nur schwer gesagt werden, fest steht aber: Der Foris FS2735 bietet ein erstklassiges Bild.

eizo lichthof 1
Störende Lichthöfe konnten wir im Betrieb nicht feststellen, durch die lange Belichtung fallen Unregelmäßigkeiten auf dem Bild verstärkt auf.

Gaming-Betrieb

Das für die anvisierte Nutzerschaft wichtigste Feature ist natürlich die hohe maximale Bildfrequenz von 144 Hz. Damit steht der Foris FS2735 zwar nicht allein auf weiter Flur, wird allerdings die untere Freesync-Grenze von 35 Hz bemüht, kann kein Konkurrent in der Praxis mithalten. Ganz so einfach ist die Sache dann aber doch nicht, denn Eizo realisiert diese große Bandbreite über einen kleinen „Trick“. Es gibt zwei Fressync-Bereiche, zwischen denen sich der Nutzer entscheiden muss, möglich wird das über ein zunächst nicht direkt zugängliches OSD-Setting. In einem Bereich werden 35 bis 90 Hz abgedeckt, während es im zweiten Einstellbereich 56 bis 144 Hz sind. Damit bietet es sich an, beim Wechsel zwischen für die GPU anspruchsvollen Spielen und weniger fordernden Titeln zwischen den beiden Modi umzuschalten. Wirklich komfortabel ist das nicht.

Davon einmal abgesehen, kann die Umsetzung aber auf der ganzen Linie überzeugen, denn gerade bei Games mit einer hohen FPS-Rate kann der 27-Zöller mit einer sehr „direkten“ Darstellung punkten. An die maximalen 165 Hz des ASUS PG279Q reicht Eizo zwar nicht heran, Unterschiede sind in diesem Bereich aber nur noch schwer auszumachen. Über jeden Zweifel erhaben ist wieder einmal die FreeSync-Technik – wer sich einmal daran gewöhnt hat, wird nicht mehr ohne spielen wollen.

Erstklassig verhielt sich der Foris FS2735 hinsichtlich seines Ansprechverhaltens. Es kam nicht zu merklichen Verzögerungen zwischen Eingabe und Darstellung, alles fühlte sich im Gaming-Betrieb angenehm flott und latenzfrei an. Das 

Eine Weiterentwicklung gibt es beim Smart Insights Feature, das dunkle Bildinhalte etwas aufhellt, damit beim Spielen keine wichtigen Informationen verloren gehen. Ob eine solche Option genutzt wird, hängt voll und ganz von persönlichen Vorlieben ab. Fest steht, dass Smart Insights in der Tat einen Vorteil bietet, gleichzeitig aber natürlich in die natürliche Darstellung eingreift, was nicht jedermann gefällt. Ein weiteres Feature ist Motion Blur, das Bewegungsunschärfe-Effekte verhindern soll – und das in der Praxis auch tut. Auch hier gilt: Ob das Feature gefällt, hängt von den eigenen Vorlieben ab, da es aber deaktiviert werden kann, stellt das kein Problem dar.

Messergebnisse:

Helligkeit, Kontrast, Ausleuchtung

Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

1369 XX


1283 XX


1257 XX


1076 XX


1024 XX


1009 XX


938 XX


832 XX


807 XX


Wert:1
Mehr ist besser

ausleuchtung
Unser Testmuster wird oben in der Mitte dunkler.

Der Eizo Foris FS2735 kann mit einer maximalen Leuchtkraft von 360 cd/m² aufwarten, über das Panel gemittelt sind es 328,9 cd/m². Auffällig ist beim FS2735 das Backlight auf rund 80 % justiert werden muss, um unsere Referenz-Leuchtdichte von 150 cd/m² zu erreichen. Damit bietet der 27-Zöller in jedem Fall eine ausreichend hohe Leuchtdichte, um auch in gut ausgeleuchteten Umgebungen überzeugen zu können. Nicht ganz so überzeugend ist es hingegen, dass die Ausleuchtung lediglich bei 82 % liegt. Im normalen Rahmen für IPS-Displays liegt das Kontrastverhältnis, das es auf 1.009:1 bringt und unserem Testkandidaten einen Platz im Mittelfeld beschert.

Weißpunkt und Farbreproduktion

Weißpunkt

6973 XX


6866 XX


6713 XX


6699 XX


6661 XX


6465 XX


6397 XX


6347 XX


5877 XX


Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Farbreproduktion

2.17 XX


3.7 XX


4.38 XX


4.57 XX


5.46 XX


7.09 XX


8.26 XX


9.47 XX


10.37 XX


13.41 XX


DeltaE
maximales DeltaE

Mit einer Farbtemperatur von 6.347 Kelvin über das Panel gemittelt besitzt Eizos neuer Gaming-Monitor eine etwas wärmere Darstellung als die optimalen 6.500 Kelvin. Der Unterschied fällt aber denkbar gering aus, sodass niemand zum Colorimeter greifen muss, der nicht auf eine farbverbindliche Darstellung angewiesen ist.

Sehr gut schneidet der Foris FS2735 bei der Farbreproduktion ab. Das gemittelte DeltaE beträgt 0,82, während der Maximalwert bei 4,83 liegt.


Eizo hat sich mit seinem neuen Gaming-Display viel Zeit gelassen, bietet dafür aber jetzt ein mit Features vollgepacktes High-End-Gerät, das aktuell die Königsklasse für AMDs FreeSync-Technik darstellt.

Rein optisch hat der Foris FS2735 dabei zunächst nicht sonderlich viel von einem Gaming-Display, wenn man vom überarbeiteten Standfuß einmal absieht. Erst ein Blick auf die Rückseite, mit seinen roten Elementen beschert dem 27-Zöller ein etwas verspielteres Auftreten, gegen die Konkurrenz wirkt unser Testkandidat dennoch recht bieder – was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Auf dem von Eizo gewohnt hohen Niveau befinden sich die Materialgüte und Verarbeitungsqualität sowie die erstklassigen ergonomischen Einstellmöglichkeiten.  Sowohl im Bereich der Höhe als auch bei der Neigung kann der 27-Zöller mit sehr großen Einstellbereichen aufwarten, zusätzlich gibt es eine Pivot-Funktion.

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Nicht ganz so gut gelungen ist die direkte OSD-Bedienung. Eizo positioniert die Tasten auf der Rückseite des Gehäuses, setzt aber gleichzeitig auf eine virtuelle Beschriftung. Das sorgt anfänglich für reichlich Fehleingaben. Gut gefällt wieder einmal das nüchterne, aber gut strukturierte OSD, das in zwei Ebenen gegliedert wurde. Zudem hat Eizo mit G-Ingnition noch ein weiteres Feature in der Hinterhand. Das Display kann auch vollständig über eine Software oder das Smartphone gesteuert werden. Ebenso ist es über G-Ignition möglich, das eigene Monitor-Setting über die Cloud zu teilen oder aber die Settings von anderen Nutzern, beispielsweise den von Eizo gesponserten Pro-Gamern auszuprobieren.

Der Stromverbrauch befindet sich auf einem normalen Niveau, leider verzichtet Eizo jedoch darauf, den von den FlexScan-Modellen bekannten Anwesenheitssensor. Zumindest gibt es aber den weichtigeren Sensor für die Umgebungshelligkeit.

Die Bildqualität liegt, wenig überraschend, auf einem sehr hohen Niveau. Das eingesetzte IPS-Panel kann mit einer guten Darstellungsqualität und großen Blickwinkeln aufwarten, das Backlight-Bleeding befindet sich auf einem sehr guten Niveau, sodass im regulären Betrieb keine Beeinträchtigungen zu erkennen sind. Nicht ganz so gut weiß die Homogenität des sehr hellen Backlights zu überzeugen. Keine Einschränkungen müssen hingegen beim Kontrast akzeptiert werden.

Die wirkliche Expertise des FS2735 liegt aber natürlich bei der Gaming-Darstellung. Mit einem Frequenzbereich von 35 Hz bis 144 Hz wird eine breitere FreeSync-Spanne geboten als bei der Konkurrenz. Allerdings muss Eizo das gesamte Spektrum in zwei Bereiche aufteilen, die über das OSD ausgewählt werden können. So ist es ratsam, je nach Anspruch der Engine zwischen dem hohen und niedrigen Hz-Bereich zu switchen – wirklich komfortabel ist das aber leider nicht gelöst. Gerade Nutzer von High-End-Grafikkarten oder Spieler von Titeln mit anspruchslosen Engines profitieren natürlich von der hohen Wiederholfrequenz, was in einer sehr flüssigen und direkten Darstellung resultiert. Das Input-Lag exzellenten Niveau, in der Praxis machen sich keine Einschränkungen bemerkbar.

Alles in allem ist der Eizo Foris FS2735 ein erstklassiges Gaming-Display, das viele Features mit einer sehr guten Bildqualität und nicht zuletzt dank der maximal möglichen 144 Hz einer sehr flüssigen Darstellung kombiniert. Störend ist allerdings, dass Eizo auf die Eco-Features der FlexScan-Modelle verzichtet und die klassische Bedienung nicht optimal löst. Das alles lässt sich Eizo mit einem Preis von rund 1.100 Euro  stattlich bezahlen. Da wir einen Monitor aber als eine langfristige Investition ansehen, geht das gerade noch in Ordnung. Fest steht aber, dass viele interessante Alternativen deutlich günstiger angeboten werden.

eh foris 2735

Positive Aspekte des Eizo Foris FS2735:

Negative Aspekte des Eizo Foris FS2735:

Persönliche Meinung:

akasAuch an dieser Stelle werden wieder die Diskussionen führen, ob der Preis für den Foris FS2735 angemessen ist oder nicht. Die Japaner reizen das Preis-Limit bis zum Äußersten aus. In meinen Augen ist Eizos neues Gaming-Display sein Geld wert, denn es wird eine herausragende Bildqualität mit den Vorzügen von FreeSync und einer hohen Wiederholfrequenz kombiniert - und gerade der erste Punkt ist es, auf den es mir ankommt. Geht man davon aus, dass gerade ein Display in der Regel lange auf dem Schreibtisch steht (so ist das zumindest bei mir), verdient der FS2735 sein Geld ohne Frage über die Laufzeit. In unserer passenden News gab es viele Diskussionen rund um das Design. Mir gefällt's, auch wenn Acer mit dem Predator X34 sicherlich das Gaming-typischere Display im Programm hat.

Leider ist aber auch Eizo nicht das perfekte Gaming-Display gelungen, denn dafür müsste in meine Augen die FreeSync-Steuerung ohne Bereichsunterscheidung funktionieren.