Test: Dell Ultrasharp U3415W - Curved und bezahlbar

Veröffentlicht am: von

dell 3415 teaserBereits unser letztes Round-up hat gezeigt, dass 34-Zoll-Monitore im 21:9-Format die Zukunft gehört. Nicht rechtzeitig für diesen Test ist der Dell U3415W eingetroffen. Den Test zu Dells Breitwand-Display wollen wir nun aber nachreichen, denn mit einem attraktiven Preispunkt und einer geschwungenen Oberfläche, besteht durchaus das Potenzial zur eierlegenden Wollmilchsau. Ob das in der Praxis tatsächlich gelingt, zeigt unser Test.

Die Kombination aus einer großen Diagonale von 34 Zoll, einer Auflösung von 3.440 x 1.440 Bildpunkten und dem 21:9-Format hat die neue Gattung in kurzer Zeit zu den High-End-Lieblingen auf den heimischen Schreibtischen werden lassen. In erster Linie ist das der guten Bildfeld-Abdeckung geschuldet, die dafür sorgt, dass der Anwender im Desktop-Betrieb das Gefühl bekommt, immer alles im Blick zu haben, während man beim Gaming mitten in das Geschehen hineinversetzt wird – besonders gut klappt dies bei Curved-Displays, also Monitoren mit einer geschwungenen Oberfläche. Das zeigte in unserem Round-up der Samsung S34E790C mit Bravour, war dafür aber recht teuer. Anders sieht es da schon bei Dells Beitrag zum 34-Zoll-Thema aus, denn der Ultrasharp U3415W ist ebenfalls ein Curved-Display, fällt mit rund 800 Euro aber deutlich günstiger aus und liegt im guten Mittelmaß der nichtgeschwungenen 34-Zöller.

Spezifikationen des Dell Ultrasharp U3415W in der Übersicht

Hersteller und
Bezeichnung:

Dell Ultrasharp U3415W
Straßenpreis: ab ca. 800 Euro
Homepage: www.dell.de 
Diagonale: 34 Zoll 
Gehäusefarbe: Schwarz / Silber
Format: 21:9 
Panel: IPS-Panel 
Glare-Optik: nein 
Auflösung: 3.440 x 1.440 Pixel 
Kontrastrate:

1.000:1 (statisch)

Helligkeit: max. 300 cd/m² 
Reaktionszeit: 5 ms 
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 172° 
Anschlüsse:

1x DisplayPort-Eingang
1x miniDisplayPort-Eingang
1x DisplayPort-Ausgang
1x HDMI 2.0
1x MHL
4x USB-3.0-Downstream
2x USB-3.0-Upstream 
1x 3,5-mm-Ausgang

HDCP: ja
Gewicht (ohne Standfuß): 8,44 kg 
Ergonomie:

Neigung, Schwenken, höhenverstellbar

Kensington-Lock: nein
Wandmontage: ja, VESA 100 x 100 Millimeter 
integrierte Lautsprecher: ja 
Netzteil: intern 
Sonstiges:

Vorkalibriert


Der Ultrasharp U3415W fällt vergleichsweise schlicht aus, Dell bleibt seiner Designsprache aber treu. Entsprechend kommen matte Oberflächen zum Einsatz. Bei eigentlichen Gehäuse setzt Dell auf mattschwarzen Kunststoff, während für den Standfuß und den Trägerarm Kunststoff in mattem Silber genutzt wird. Das sieht schick und zeitlos aus und erweist sich als gelungene Mischung, um sowohl im Büro als auch auf dem heimischen Schreibtisch zu überzeugen. Rein subjektiv besitzt natürlich auch der U3415W die gedrungene 34-Zoll-Optik, was daran liegt, dass die Monitore nicht viel höher als ein 24-Zoll-Gerät sind, dafür aber deutlich breiter.

dell 3415 1
Dell Ultrasharp U3415W

Die Verarbeitungsqualität lag bei unserem Testmuster auf einem hohen Niveau, die Materialgüte könnte aber gern noch etwas höher ausfallen – hier macht sich ein wenig bemerkbar, dass Dell an der Preisschraube dreht. Fairerweise muss allerdings gesagt werden, dass es hierbei bereits um Meckern auf hohem Niveau handelt, denn dank einer Edge-to-Edge-Lösung für das Panel wurde nur der untere Rahmen als Kunststoff-Lösung realisiert. Im ausgeschalteten Zustand fällt entsprechend kaum auf, wie breit der Rand wirklich ist – zur Beruhigung: Mit dem Eizo EV2455 kann Dells 34-Zöller zwar nicht mithalten, wer allerdings wirklich zwei dieser Breitwand-Monster nebeneinander betreiben möchte, hat keine Probleme.

dell 3415 2
Dell Ultrasharp U3415W

Als Kontrast setzt Dell, ähnlich wie AOC in unserem Round-up bei u3477Pqu, auf ein silbernes, umlaufendes Band. Das verleiht dem Display nicht nur eine gewisse Leichtigkeit, sondern sieht zeitlos gut aus. Gleichzeitig fällt auf, dass die Amerikaner das Display recht schmal an den Seiten zulaufen lassen. Das schlanke Erscheinungsbild wird so noch einmal unterstrichen. Dell gelingt dieser schmale Rahmen durch eine konvexe Display-Rückseite, der Dell U3415W wird also zur Mitte hin deutlich dicker – die Steuerelektronik muss schließlich auch untergebracht werden.

dell 3415 3
Dell Ultrasharp U3415W

Optisch passend, wird auch der Standfuß in einem matten Silber ausgeführt. Auch hier handelt es sich entsprechend wieder um eine Kunststoff-Ausführung. Der Fuß ist nicht allzu groß dimensioniert, verleiht dem breiten 34-Zöller aber dennoch einen sicheren Stand. So wird deutlich mehr Platz auf dem Schreibtisch gelassen, als es beispielsweise beim Samsung S34E790 der Fall ist.

dell 3415 9
Dell Ultrasharp U3415W

Dell setzt bei seinem 34-Zöller fast ausschließlich auf gewinkelte Anschlüsse, was für eine ordentliche Optik sorgt, können die Kabel doch problemlos in Richtung Schreibtisch geführt werden. Das ist längst nicht bei allen 34-Zöllern der Fall wie unser Round-up gezeigt hat. Darüber hinaus kann die von Dell implementierte Anschlussausstattung mit gutem Gewissen als vollständig bezeichnet werden.

Es gibt nicht nur zwei HDMI-Ports, von denen einer MHL-fähig ist, sondern gleich drei Display-Port-Buchsen. Dabei handelt es sich um zwei Ausgänge (1x normal, 1x mini) sowie einen Eingang. Damit nicht genug, gibt es noch einen Audio-Eingang und zahlreiche USB-Ports. So gibt es zwei USB-3.0-Upstream-Anschlüsse, sowie drei Downstream.

dell 3415 11
Dell Ultrasharp U3415W

Ein vierter Anschluss im 3.0-Format wurde zudem auf der linken Rückseite des Displays verbaut. Während die bereits erwähnten Buchsen als Hub für langfristig angeschlossene Peripherie angesehen werden können, soll an dieser Stelle viel mehr ein schneller Zugriff, beispielsweise für USB-Sticks geboten werden. Um diesen Zweck aber erfüllen zu können, ist der vierte USB-Anschluss nicht gut genug positioniert. Blindlings auf der Rückseite herum zu suchen und den USB-Stick womöglich noch falsch herum zu halten, führt nicht unbedingt zu einem überzeugenden Nutzererlebnis.

Hier wäre die klassische Positionierung auf dem Seitenteil (optimalerweise noch mit einem Type-C-Stecker) der Königsweg. Ebenso dürfte sich dann gerne noch ein Card-Reader mit dazu gesellen. 


Mechanische Einstellmöglichkeiten

Großformatige Displays wie unser Dell U3415W sind in der Regel im High-End-Segment beheimatet und sollten entsprechend ein breites Maß an Einstellmöglichkeiten bieten. Erfreulicherweise macht unser Testkandidat da keine Ausnahme

dell 3415 6
Dell Ultrasharp U3415W

So gibt es natürlich die unerlässliche Höhenverstellung. Gerade durch die nicht allzu üppige Bauhöhe des 34-Zoll-Formats sind entsprechende Einstellmöglichkeiten unerlässlich, um für einen längeren Zeitraum ermüdungsfrei arbeiten zu können. Der Einstellbereich liegt mit 11,5 cm in einem normalen, aber nicht übertrieben großzügigen Rahmen - hier sollte es zu keinerlei Problemen kommen.

dell 3415 8
Dell Ultrasharp U3415W

Gleiches gilt auch für die Bildschirm-Neigung, die sich in einem normalen Bereich verstellen lässt. Damit werden zwar nicht die Spitzenwerte erreicht, die Eizo bietet, für den normalen Einsatz wird aber auch hier alles abgedeckt, was der Nutzer benötigt.

Nicht mit von der Partie ist eine Pivot-Funktion, was uns an dieser Stelle aber nicht weiter stören soll. Bedingt durch das 21:9-Format sind 34-Zoll-Displays ohnehin sehr breit und würden entsprechend im Hochformt-Betrieb zu hoch werden um noch komfortabel nutzbar zu sein.

Bedienelemente + OSD

Im unteren rechten Eck positioniert Dell die Beschriftung des Hauptschalters und daneben vier weiße Punkte. Hinter all diesen Icons verbergen sich Touch-Elemente, die eine intuitive Bedienung ermöglichen sollen, kann die Funktion eines jeden „Tasters“ doch auf den präzisen Einsatzzweck ausgelegt werden. Die Umsetzung ist beim U3415W leider weniger gut gelungen, als dies beispielsweise bei unseren Eizo-Testprobanden der letzten Zeit war. Das hat mit dem teils etwas trägen Ansprechverhalten zu tun. Als Nutzer ist man sich nie sicher, ob nun wirklich ein Befehl ausgelöst wurde oder nicht und betätigt ein Element hin und wieder doppelt, was zu ungewünschten Effekten führen kann.

dell 3415 12
Dell Ultrasharp U3415W

Als weniger problematisch erweist sich das von Dell genutzt OSD. Die Optik ist nüchtern aber zweckdienlich. Alle Funktionen sind klar beschriftet und in großem Umfang vorhanden. Hier werden kaum Wünsche offenbleiben. Auch eine 6-Achs-Farbjustierung ist möglich, was Foto-Fans freuen wird – die kommen aber auch noch an anderer Stelle auf ihre Kosten.

Stromverbrauch

Wer sich ein Display im 34-Zoll-Format anschafft, muss damit leben, dass der neue Monitor kein expliziter Stromspar-Künstler ist. Zu groß ist die Diagonale, zu hoch die Pixel-Anzahl. Mit den von uns ermittelten 34,6 Watt bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m² muss sich der Dell U3415W aber nicht verstecken, sondern führt das Feld der 34-Zöller mit einer Auflösung von 3.440 x 1.440 Bildpunkten und einem IPS-Panel an. Gerade Nutzer, die von älteren 24-Zöllern wechseln, wie sie noch häufig auf Deutschlands Schreibtischen anzutreffen sind, werden keine Unterschiede merken.

Dell verzichtet allerdings darauf, erweiterte Stromspar-Features zu integrieren. So gibt es genau so wenig einen Sensor für das Umgebungslicht, der dabei hilft die Display-Helligkeit automatisch anzupassen, wie einen Anwesenheitssensor, der das Display ausschaltet, wenn sich niemand davor befindet. Über das Stromspar-Menü kann in erster Linie die Beleuchtung des Hauptschalters deaktiviert werden. Allerdings muss auch bedacht werden, dass Dell seinen 34-Zöller mit einem äußerst attraktiven Preis ausweist, da müssen an mancher Stelle Abstriche akzeptiert werden – zumal kein anderer Vertreter unseres Round-ups mit entsprechenden Features aufwarten konnte.

Stromverbrauch

44.5 XX


34.6 XX


32.7 XX


32.4 XX


13.3 XX


Prozent
weniger ist besser


Subjektive Einschätzung der Bildqualität

Dass die Kombination aus einer Diagonale von 34 Zoll und der Auflösung von 3.440 x 1.440 Bildpunkten überzeugt, konnten wir bereits öfter feststellen. Entsprechende Displays bieten viel Platz auf dem Desktop und dennoch eine angenehme Darstellungsgröße, sodass nicht skaliert werden muss. Das wird gerade Nutzer von älteren Windows-Versionen freuen, denn wirklich überzeugend funktioniert die Skalierung erst seit Windows 10. Wer sich einmal an den Platz gewöhnt hat, den ein 34-Zöller bietet, wird ihn nicht mehr hergeben wollen. Gamer profitieren gleichzeitig von der großen Bildfeldabdeckung.

profil
Dell Ultrasharp U3415W

Unterstützt wird dieser Effekt noch einmal davon, dass Dell auf eine gekrümmte Oberfläche setzt. Gerade bei sehr breiten Geräten wie unserem Testkandidaten führt das dazu, dass sich der Betrachter mitten in das Geschehen hereinversetzt fühlt. Das liegt einerseits daran, dass der Betrachter natürlich im gewissen Rahmen vom Bildschirm „umfasst“ wird. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor, dass der Abstand für die Augen auch an den Rändern ähnlich bleibt, was beim fokussieren hilft. Wer einmal mit einem Curved-Display gearbeitet oder vor allem gespielt hat, der wird nicht mehr auf ein planes Gerät zurückwechseln wollen.

Die Bildqualität unseres Testkandidaten kann als erstklassig bezeichnet werden. Das von Dell eingesetzte IPS-Panel bietet großzügige Blickwinkel, was gerade bei sehr großen Monitoren wichtig ist. Die Farbdarstellung kann ebenso überzeugen und erweist sich als fein nuanciert und sehr natürlich.

Messergebnisse

Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrast

Helligkeit

maximal

335 XX


335 XX


321 XX


317 XX


313 XX


cd/m²
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

1369 XX


1257 XX


1076 XX


1024 XX


938 XX


Wert:1
Mehr ist besser

In unseren Messreihen leistet sich der Dell U3415 keine Blöße. Mit einer maximalen Helligkeit von 321 cd/m² und einer Helligkeit 298,3 cd/m² über das Panel gemittelt, bietet das Curved-Display ausreichend Reserven, um auch in hellen Umgebungen auf der ganzen Linie zu überzeugen. Minimal Abstriche müssen lediglich bei der Homogenität der Ausleuchtung gemacht werden, denn die liegt bei 86 Prozent. Wirklich sichtbar wird das aber nur bei großen einfarbigen Flächen – in der Praxis fällt es praktisch nicht auf. Das Kontrastverhältnis liegt bei 1076:1 und damit auf einem aktuell üblichen Niveau. Mit seinem direkten Kontrahenten, dem Samsung S34E790C, kann Dells Curved-Display aber bei weitem nicht mithalten. In der Praxis macht sich das aber nicht im größeren Stil negativ bemerkbar 

Weißpunkt und Farbreproduktion

Weißpunkt

6866 XX


6713 XX


6661 XX


6465 XX


5877 XX


Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Dell liefert den U3415 zu den Kunden und garantiert, dass der 34-Zöller gemittelt ein DeltaE kleiner 3 aufweisen soll. Dies gelingt in unserem Test mit Bravour, denn gemittelt brachte es das Testgeräte auf einen Wert von 0,92, da kann bei weitem kein anderes 34-Zoll-Display mithalten. Gleichzeitig fällt auf, dass das Display vergleichsweise warm abgestimmt wurde, denn wir konnten ein Wert von 5846,3 Kelvin ermitteln. Wer also auf eine farbneutrale Darstellung angewiesen ist, muss an dieser Stelle nachjustieren.

Farbreproduktion

0.92 XX


5.46 XX


8.26 XX


9.47 XX


13.41 XX


DeltaE
maximles DeltaE


Dell hat mit dem Ultrasharp U3415W eines der derzeit interessanten Displays im Programm, denn es vereint die große Diagonale mit einem Curved-Panel und einem äußerst ansprechenden Preis. Das schafft aktuell kein anderer Anbieter.

Auf den ersten Blick fällt das nicht auf, denn Dell spendiert dem U3415W ein schlichtes und optisch ansprechendes Gehäuse, das bei der Materialwahl nicht hinter der ähnlich teuren Konkurrenz zurückliegt, alle relevanten Einstellmöglichkeiten bietet und noch dazu mit einem erstklassigen Anschlussportfolio aufwarten kann. Einzig der zusätzliche USB-Anschluss für die Peripherie könnte gern noch etwas besser positioniert werden, denn blindlings einen USB-Stick auf der Rückseite anzuschließen, ist alles andere als intuitiv.

{jphoto image=82333}

Dafür kann der Dell Ultrasharp U3415W mit einer erstklassigen Bildqualität aufwarten, was gerade an einer sehr angenehmen Farbdarstellung liegt. Zusätzlich bietet das 34-Zoll-Format eine gute Mischung aus Platz auf dem Desktop und einer nativen Darstellungsgröße. Gerade Gamer werden sich zusätzlich über das gekrümmte Panel freuen, denn das sorgt dafür, dass sich der Betrachter noch tiefer in das Geschehen hineinversetzt fühlt. Die Messergebnisse können überzeugen, denn das Display ist hell, bietet einen ausreichenden Kontrast und kann mit einer exzellent niedrigen Farbabweichung aufwarten. Einzig etwas warm ist das Display ab Werk eingestellt.

Alles in allem ist es ratsam den Dell Ultrasharp U3415W in die engste Auswahl beim Displaykauf zu nehmen, denn mehr Monitor bietet aktuell kaum ein Anbieter für das aufgerufene Budget.

pl dell u3415w

Positive Aspekte des Dell Ultrasharp U3415W:

Negative Aspekte des Dell Ultrasharp U3415W:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar