Eizo FlexScan EV2455 im Test

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eizo ev2455 teaserDisplays wachsen in der letzten Zeit an allen Ecken und Enden. Sei es schlicht die Diagonale, die immer weiter nach oben getrieben wird, oder aber die Auflösung, die immer häufiger jenseits der 2 Megapixel liegt, wie wir sie aus den letzten Jahren kennen. Dass es klassische 24-Zoll-Monitore aber auch heute noch in sich haben können, zeigt unser Testkandidat, der Eizo FlexScan EV2455 mit Bravour.

Die Monitore auf den Schreibtischen werden zwar immer größer, den meisten Anwendern werden Geräte mit 24 Zoll, die sich in den letzten Jahren aus gutem Grund zum Standard entwickelt haben, aber reichen, bieten sie doch noch immer eine gute Mischung aus nicht skalierter Darstellungsgröße und darstellbarem Inhalt. Gerade Anwender, die viel Zeit vor nicht allzu platzintensiven Office-Programmen verbringen, kommen hier auf ihre Kosten, während die gegenüber High-End-Displays nicht allzu hohe Pixeldichte dabei hilft, Strom zu sparen. Wer hingegen gerne einmal ein Spiel anwirft, hat den Vorteil, dass die Hardware nicht allzu sehr gefordert wird. Je nach Anwendungsfall kann es also durchaus vorteilhaft sein, auch heute noch ein normal auflösendes 24-Zoll-Display in Betracht zu ziehen.

Ein besonders hochwertiges Gerät dieser Klasse möchte der japanische Traditionshersteller Eizo mit seinem FlexScan EV2455 im Programm haben. Der 24-Zöller bietet dabei zwei Besonderheiten, denn einerseits kommt er mit einem extrem schmalen Rahmen daher, was beispielsweise bei Multimonitor-Anwendungen vorteilhaft sein kann, andererseits wird das beinahe klassisch anmutende Seitenverhältnis von 16:10, also eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten genutzt. Eizo-typisch ist der FlexScan EV2455 nicht allzu günstig, denn rund 450 Euro müssen für den 24-Zöller bezahlt werden.

Spezifikationen des Eizo Flexscan EV2455 in der Übersicht

Hersteller und
Bezeichnung:

Eizo FlexScan EV2455
Straßenpreis: ab ca. 450 Euro
Homepage: www.eizo.de
Diagonale: 24 Zoll 
Gehäusefarbe: Schwarz 
Format: 16:10 
Panel: IPS-Panel 
Glare-Optik: nein 
Auflösung: 1.920 x 1.200 Pixel 
Kontrastrate:

 1.000:1 (statisch)

Helligkeit: max. 300 cd/m² 
Reaktionszeit: 5 ms 
Blickwinkel: horizontal: 178°
vertikal: 178° 
Anschlüsse:

1x DisplayPort 1.2
1x HDMI 1.3
1x Dual Link DVI
2x USB-3.0-Downstream
1x USB 3.0-Upstream 
1x 3,5-mm-Eingang
1x 3,5-mm-Ausgang

HDCP:  ja
Gewicht (ohne Standfuß): 6,5 kg 
Ergonomie:

 Neigung, Schwenken, höhenverstellbar, Pivot

Kensington-Lock:  nein
Wandmontage: ja, VESA 100 x 100 Millimeter 
integrierte Lautsprecher: ja 
Netzteil: intern 
Sonstiges:

 Helligkeits- und Anwesentheitssensor


Eizo sieht den EV2455 in der FlexScan-Familie, also bei den Allround-Geräten – in den meisten Fällen wird unser Testkandidat aber in Office-Umgebungen zum Einsatz kommen. Entsprechend minimalistisch und geradlinig kommt das Design daher. Unser Testkandidat wird damit sicherlich auch in den kommenden Jahren noch eine gute Figur machen.

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Eizo FlexScan EV2455

Eizo ist ohnehin nicht dafür bekannt, besonders auffällige Geräte zu entwerfen (die Foris-Familie für Gamer stellt da eine kleine Ausnahme dar), der EV2455 treibt das Understatement in der uns vorliegenden schwarzen Ausgabe aber auf die Spitze. Eye-Catcher gibt es nicht, sieht man einmal davon ab, dass der extrem schmale Rahmen von gerade einmal 1 mm natürlich als stilbildendes Element angesehen werden kann – einzig der untere Rahmen mit den Bedienelementen fällt etwas breiter aus. Entsprechend wirkt der EV2455 in Kombination mit dem ohnehin höheren 16:10-Format beinahe klassisch hoch. Gleichzeitig kann unserem Testkandidaten aber dennoch eine filigrane Erscheinung attestiert werden.

Anwender, die Multi-Monitor-Setups nutzen möchten, sind beim EV2455 natürlich genau an der richtigen Adresse. Gerade an dieser Stelle kann der 24-Zöller seinen Vorteil in Form eines kaum sichtbahren Rahmens auf der ganzen Linie ausspielen.

Wer Eizo-Geräte kennt, wird beim EV2455 keine größeren Überraschungen feststellen, wenn es um Materialgüte und Verarbeitungsqualität geht. Beides liegt auf einem exzellenten Level und unterstreicht deutlich, dass es sich bei unserem Testgerät um ein High-End-Modell handelt.

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Eizo FlexScan EV2455

Während der EV2455 von vorn betrachtet sehr filigran wirkt, kann dieser Eindruck bei einer seitlichen Betrachtung nicht gehalten werden. Das liegt daran, dass Eizo auf ein recht kantiges Design setzt und die Rückseite nicht zu den Seiten hin verjüngt.

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Eizo FlexScan EV2455

Der kreisrunde Standfuß fällt für einen 24-Zöller nicht allzu groß aus, ist aber ausreichend dimensioniert, um unserem Testkandidaten einen sicheren Stand zu verleihen.

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Eizo FlexScan EV2455

Das klassische Anschlusspanel auf der Rückseite bietet alle Anschlüsse, die heute von einem modernen Display erwartet werden können. HDMI, DVI und HDMI sind jeweils einmal vorhanden und auch ein betagter VGA-Port hat es noch auf die Rückseite geschafft, wird aber hoffentlich von den meisten Anwendern nicht genutzt werden.

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Eizo FlexScan EV2455

Im linken Bereich der Rückseite hat Eizo zudem ein „seitliches“ Anschlusspanel mit 2x USB 3.0 und zwei Klinkebuchsen untergebracht. Allerdings sitzen die Ports so weit zurückversetzt, dass ein seitlicher Zugriff nur schwer zu bewerkstelligen ist. Wer USB-Sticks nutzt, greift also besser zum Front-Panel des Gehäuses oder die Notebook-Anschlüsse zurück.


Mechanische Einstellmöglichkeiten

Anwender, die ein High-End-Display wie den EV2455 nutzen, erwarten keinerlei Einschränkungen – das gilt auch für die Ergonomie. Umfangreiche mechanische Einstellmöglichkeiten sorgen dabei dafür, dass es auch über einen langen Zeitraum problemlos möglich ist, ermüdungsfrei mit dem Monitor zu arbeiten.

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Eizo FlexScan EV2455

Eizo ist dafür bekannt, großzügige Einstellmöglichkeiten im Bereich der Höhenverstellung zu bieten – der EV2455 stellt da erfreulicherweise keine Ausnahme dar. Gegenüber vielen anderen Herstellern kann sich Eizo dabei durch die besonders niedrige untere Einstellgrenze absetzen. Der Monitor lässt sich bis auf das Niveau der Schreibtischplatte absenken, tiefer geht es nicht. Insgesamt bringt es der EV2455 auf einen stattlichen Einstellbereich von 13 cm, was für die meisten Anwendungsbereiche mehr als ausreichend sein dürfte.

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Eizo FlexScan EV2455

Wenig einschränkend geht es auch im Bereich der Neigung zu. Mit einem Einstellbereich von -5° nach vorn und +35° bietet Eizo auch an dieser Stelle weit mehr, als es normalerweise üblich ist.

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Eizo FlexScan EV2455

Zusätzlich besitzt der FlexScan EV2455 eine Pivot-Funktion, die es erlaubt, den Monitor im Hochformat zu betreiben. Praktischerweise ist es möglich, das Display in beide Richtungen zu drehen, was Vorteile bietet, wenn die Pivot-Funktion mit dem Multimonitor-Einsatz kombiniert wird.

Bedienelemente + OSD

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Eizo FlexScan EV2455

Eizo verzichtet beim EV2455 wieder einmal auf physische Bedienelemente. Stattdessen werden die Touch-Elemente mit kleinen Quadraten markiert – eine Beschriftung gibt es nicht. Entsprechend ist es für Eizo möglich, die Beschriftung dynamisch nach Bedarf einzublenden. So wird zunächst immer die Möglichkeit geboten, auf einige Schnelleinstiegspunkte zuzugreifen, was in den meisten Fällen mehr als ausreichend ist. Erst in einer zweiten Eben befindet sich das vollständige Menü, das einen großen Funktionsumfang bietet und nüchtern gestaltet wurde. Einmal an das Menü gewöhnt, geht die Bedienung des EV2455 schnell und zuverlässig von der Hand.

Stromverbrauch

Wie bereits beim erst kürzlich getesteten FlexScan EV3237 setzt Eizo auch beim EV2455 trotz eines IPS-Panels alles daran, den Stromverbrauch möglichst gering zu halten. Die Grundlage bietet natürlich, wie es heute üblich ist, ein LED-Backlight. Zusätzlich wurde ein zweitstufiger Eco-Mode integriert.

Zum einen gibt es einen Helligkeitssensor. Der passt, ähnlich wie man es von aktuellen Smartphones oder Notebooks kennt, das Display-Backlight in Abhängigkeit von der Umgebungsbeleuchtung an. Dabei können im OSD eine Ober- und eine Untergrenze der automatisch angesteuerten Helligkeit festgelegt werden. Noch dazu kann der Nutzer justieren, ob schon ein normales Licht als Untergrenze dienen soll, oder eine dunkle Ausleuchtung des Raums. Im Test stellte der EV2455 die Helligkeit immer so ein, dass eine Nachjustierung nie bewusst wahrgenommen werden konnte - gleichzeitig wirkte der Monitor aber nie unpassend ausgeleuchtet - in unserem Fall lieferte die von Eizo integrierte Technik also eine rundum überzeugende Vorstellung ab.

Stromverbrauch

44.5 XX


32.7 XX


32.4 XX


13.3 XX


Watt
weniger ist besser

Die zweite Stufe der Stromspar-Möglichkeiten stellt ein Anwesenheitssensor dar. Auf diesem Wege erkennt der EV2455, ob der Nutzer wirklich vor dem Monitor sitzt und schaltet den Monitor im Fall der Fälle in den Standby-Betrieb. Auch das funktionierte in unserem Test ohne Probleme.

Die Messungen zeigen, dass sich Eizos Aufwand gelohnt hat, denn auch dann, wenn der Monitor wirklich läuft, wird wenig Strom verbraucht. Bei einer Helligkeit von 150 cd/m² benötigt unser Testkandidat genormt 13,3 Watt. Im normalen Betrieb sind es meist sogar unter 10 Watt. 


Subjektive Einschätzung der Bildqualität

Eizo setzt auf eine IPS-Panel, das im 16:10-Format daherkommt und entsprechend die klassische 24-Zoll-Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten bietet, wie sie einmal üblich war, bevor 16:9-Monitor in Mode gekommen sind. Gerade im Business-Umfeld ist das von Eizo genutzte Format aber noch sehr beliebt, da schlicht und ergreifend mehr Platz geboten wird. Nicht allzu hoch fällt hingegen aus heutiger Sicht die Pixeldichte aus - für den normalen Anwender ist sie aber noch immer mehr als ausreichend. Zudem wird auf diesem Wege die Hardware geschont, was je nach Anwendungsbereich durchaus seine Vorteile haben kann.

profil
Farbraum des Eizo EV2455

Die vom EV2455 gebotene Bildqualität kann als erstklassig bezeichnet werden. Sowohl Bildschärfe als auch die Farbdarstellung liegen auf einem exzellenten Niveau und sorgen dafür, dass es keinen Grund zur Kritik gibt. Ebenfalls kann das IPS-Panel mit einer guten Blickwinkelstabilität aufwarten, sodass auch einmal mehrere Personen gleichzeitig vor dem Monitor sitzen können.

Messergebnisse

Helligkeit und Ausleuchtung

Helligkeit

maximal

335 XX


335 XX


317 XX


313 XX


cd/m²
Mehr ist besser

Keine größeren Überraschungen gibt es im Bereich der Messergebnisse. Mit einem Kontrastverhältnis von 1.024:1 liefert unser Testkandidat zwar keinen Referenzwert ab, es wird aber dennoch ein angenehm kontrastreiches Bild geboten. Die maximale Leuchtkraft liegt gleichzeitig bei 317 cd/m², gemittelt über das ganze Panel sind es 287,3 cd/m², was noch immer mehr als ausreichend ist, um auch in hellen Umgebungen für eine angemessene Darstellung zu sorgen – einzig direkte Lichtquellen sollten nicht im Rücken des Betrachters vorhanden sein. Kein Top-Ergebnis kann hingegen die Homogenität der Ausleuchtung erzielen, die bei 82 Prozent liegt.

Weißpunkt und Farbreproduktion

Kontrast

maximal

1369 XX


1257 XX


1024 XX


938 XX


Wert:1
Mehr ist besser

Weißpunkt

6866 XX


6713 XX


6661 XX


6465 XX


Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Einen sehr guten Wert liefert der EV2455 im Bereich des Weißpunktes ab. Ab Werk wird ein Wert von 6.661 Kelvin erreicht, was nah dran ist, am Optimum von 6.500 Kelvin. Nachjustieren müssen hier nur Anwender, die auf eine farbverbindliche Darstellung angewiesen sind. Die sollten aber ohnehin besser zu einem Gerät mit Hardware-Kalibrierung greifen. Zudem kann die Farbreproduktion in unseren Messungen nicht vollends überzeugen, den mit einem gemittelten Wert von 13,41 DeltaE kommt es zu vergleichsweise großen Abweichungen. 

Farbreproduktion

5.46 XX


8.26 XX


9.47 XX


13.41 XX


DeltaE
maximles DeltaE


Der Eizo FlexScan EV2455 ist ein unauffälliges Arbeitstier, wie es im Buche steht. Nicht nur, dass das hochwertige Gehäuse sehr nüchtern ausfällt, dank eines Randes von gerade einmal 1 mm macht sich der Rahmen auch dann nicht bemerkbar, wenn der 24-Zöller im Multi-Monitor-Setup eingesetzt wird. Die Anschlussausstattung erweist sich als zeitgemäß, die seitlichen USB-Buchsen wurden aber leider so weit zurückversetzt, dass sie sich nur für langfristig gekoppelte Geräte eigenen, ein CardReader fehlt gänzlich.

Exzellente Noten verdient sich der EV2455 bei den Ergonomie-Ergebnissen. Einerseits setzt Eizo auf ein sehr flexibel konfigurierbares Gehäuse, das großzügig in der Höhe und der Neigung verstellt werden kann und Pivot-Eigenschaften besitzt, andererseits geht das Bedienkonzept auf der ganzen Linie auf. Gleiches gilt auch für die Stromspar-Features, denn zusätzlich zum ohnehin schon geringen Stromhunger des 24-Zöllers, werden ein zuverlässig arbeitender Anwesenheitssensor und eine automatische Helligkeitsregelung geboten.

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Abgerundet wird der gelungene Auftritt von einer exzellenten subjektiven Bildqualität und guten Messergebnissen. Überzeugen können die hohe maximale Helligkeit sowie das gute Kontrastverhältnis und der neutrale Weißpunkt. Kleine Abstriche müssen hingegen bei der Homogenität der Ausleuchtung der Farbreproduktion eingegangen werden.

Alles in allem ist der Eizo EV2455 ein unauffälliges Arbeitstier, das einen niedrigen Stromverbrauch mit einer sehr guten Bildqualität und einem sehr schmalen Rahmen kombiniert.

Positive Aspekte des Eizo FlexScan EV2455:

Negative Aspekte des Eizo FlexScan EV2455:

Preise und Verfügbarkeit
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