2x LGA4189: ASRock Rack SP2C621D32GM-2T im Test

Veröffentlicht am: von

asrock-rack-sp2c621d32gm-2tNachdem wir uns bereits zwei Mainboards mit LGA4189 angeschaut haben, schalten wir heute einen Gang höher und testen eine Platine, die gleich zwei dieser Sockel vorzuweisen hat. Das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T ist ein auf Speicherlösungen ausgelegtes Mainboard, welches auf PCI-Express-Erweiterungsslots komplett verzichtet. In ein Standard-ATX-Gehäuse wird man das Mainboard nicht mehr eingebaut bekommen. Was das SP2C621D32GM-2T zu bieten hat und wo die Einschränkungen sind, lest ihr auf den folgenden Seiten.

In einer ATX- und Micro-ATX-Version haben wir uns mit dem SPC621D8-2L2T (Test) und E3C246D4I-2T (Test) bereits beschäftigt. Beide Mainboards sind klar auf den Workstation-Einsatz ausgelegt und bieten daher auch die entsprechenden Erweiterungsmöglichkeiten über die PCI-Express-Steckplätze. Mit dem SP2C621D32GM-2T schlägt ASRock Rack aber in einer ganz andere Kerbe und setzt unter anderem voraus, dass ein kompatibles Rack vorhanden ist, denn über ATX-Verschraubungsmöglichkeiten verfügt das Mainboard nicht. Das Fehlern der PCI-Express-Erweiterungssteckplätze zeigt auch direkt, dass entsprechende GPU-Erweiterungen für den Aufbau eines Compute-Servers hier ebenfalls nicht möglich sind. Stattdessen hat sich ASRock Rack auf Storage-Lösungen festgelegt, die reichhaltig vorhanden sind und damit auch festgelegt, für welchen Anwendungsbereich das SP2C621D32GM-2T vorgesehen ist.

» zur Galerie

Mit dem Test des SP2C621D32GM-2T bewegen wir uns also etwas weiter entfernt von dem, was wir uns sonst an Mainboards anschauen. Bevor wir uns das Mainboard aber genauer anschauen, ein Blick auf die technische Daten:

Die Daten des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T in der Übersicht
Mainboard-Format propritär (420 x 350 mm)
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock Rack
SP2C621D32GM-2T
CPU-Sockel LGA4189
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
4x 8-Pin EPS12V
Phasen/Spulen -
Preis -
Webseite ASRock Rack SP2C621D32GM-2T
 
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel C621A
Speicherbänke und Typ 32x DDR4 DIMM (RDIMM, LRDIMM, RDIMM/LRDIMM-3DS)
max. 3.200 MT/s, 2DPC
Speicherausbau RDIMM: bis zu 64 GB
RDIMM-3DS: bis zu 256 GB
LRDIMM: bis zu 128 GB
LRDIMM-3DS: bis zu 256 GB
 
Onboard-Features
PCI-Express-Steckplätze -
Storage CPU1: 4x SlimSAS (PCIe 4.0 x8), 4 Low-Profile SlimSAS (PCIe 4.0 x8)
CPU2: 4x SlimSAS (PCIe 4.0 x8), 4 Low-Profile SlimSAS (PCIe 4.0 x8)
PCH: 1x Low-Profile SlimSAS (2x PCIe 3.0 x4 oder 8x SATA 6 GBit/s)
2x M.2 2280/22110 (PCIe 3.0 x4 oder SATA 6 GBit/s)
USB CPU:
-

Chipsatz:
4x USB 3.2 Gen 1x1 (5 GBit/s, Typ-A)
1x USB 3.2 Gen 1x1 (intern)
1x USB 2.0 (intern)
Grafikschnittstellen VGA (BMC)
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN 2x 10 GBit/s (über Intel X710-AT2)
1x 1 GBit/s (über Realtek RTL8211E) - IPMI
Audio-Codec
und Anschlüsse
-
Lüfter-Anschlüsse 8x 4-Pin Fan-Header
LED-Beleuchtung -
Weitere Onboard-Funktionen Unit Identification per Knopfdruck
BMC: ASPEED AST2500

Das SP2C621D32GM-2T kommt in keinem der klassischen Formfaktoren. ASRock Rack legt das PCB in einem proprietären Format aus, welches 420 x 350 mm misst. In ein ATX- oder gar E-ATX-Gehäuse wird man das Mainboard also nicht verpflanzt bekommen. Die Größe des Mainboards wird vor allem durch die beiden Sockel LGA4189 bestimmt, denen zudem jeweils auch noch jeweils 16 DIMM-Steckplätze zur Seite stehen.

In die beiden Sockel eingesetzt werden können alle 2S-kompatiblen Prozessoren der Ice-Lake-SP-Serie. ASRock Rack erlaubt beim SP2C621D32GM-2T eine Bestückung von den kleinsten bis zu den größten Ice-Lake-SP-Prozessoren für zwei Sockel. Die Spanne reicht hier von acht Kernen beim Xeon Gold 5315Y bis zum Xeon Platinum 8368 mit jeweils 38 Kernen. Einzig die Spitzenmodelle mit 40 Kernen können nicht verbaut werden. Als Storage-Lösung dürfte die Anzahl der Kerne ausgewogen gewählt werden – es geht darum, die Speichermedien per PCI-Express bestmöglich anzubinden. Eine CPU-Support-List wird vom Hersteller angeboten.

Über die jeweils 16 DIMM-Slots pro Sockel kann der Speicherausbau bis zu 4 TB betragen. Unterstützt werden DDR4-3200 und auch der Optane DC Persistent Memory. Auf die weiteren Anschlüsse gehen wir dann im Rahmen der detaillierten Betrachtung genauer ein.


Auf der nun folgenden Seite schauen wir uns das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T in allen Details an:

» zur Galerie

Die enormen Abmessungen von 420 x 350 mm des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T werden vor allem deutlich, wenn man die Sockel und die DIMM-Slots ins Verhältnis setzt. In der kompletten Breite von 420 mm aufgereiht sind die 2x 16 DIMMs in Blöcken zu jeweils acht zu erkennen. Dazwischen finden sich die beiden LGA4189. An der unteren Kante sind bereits die SlimSAS-Anschlüsse zu erkennen.

» zur Galerie

Die Ice-Lake-SP-Prozessoren bieten ein Octa-Channel-Speicherinterface. Sollen zwei DIMMs pro Speicherkanal zum Einsatz kommen, werden also 16 DIMM-Slots pro Sockel benötigt. Bei den bisher getesteten beiden LGA4189-Mainboards SPC621D8-2L2T (Test) und E3C246D4I-2T (Test) von ASRock Rack konnte nur ein DIMM pro Speicherkanal verwendet werden. Je nach eingesetztem Prozessor kann der DDR4-Speicher mit bis zu 3.200 MT/s betrieben werden. Die maximale Kapazität liegt bei 4 TB pro Sockel (16x 256 GB) – pro Speicherkanal kann aber auch ein Optane DC Persistent Memory Modul eingesetzt werden, was den Gesamtspeicherausbau auf 6 TB pro Sockel anhebt.

» zur Galerie

Zentrales Merkmal des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T sind die beiden Sockel. Im Falle des SP2C621D32GM-2T sind dies zwei LGA4189, wie er für Intels Cooper-Lake- und Ice-Lake-Prozessoren zum Einsatz kommt. Bei Cooper Lake geht es um die H- und HL-Modelle für 4S- und 8S-Systeme, die parallel zu den Ice-Lake-Xeons vertrieben werden. Intel unterscheidet hier aber zwischen einem LGA4189-4 (P4) für Ice Lake-SP und Ice Lake-64L (die Workstation-Modelle auf Basis von Ice Lake) und zwischen einem LGA4189-5 (P5), der für Cooper Lake vorgesehen ist.

» zur Galerie

Die Spannunsgversorgung jedes Sockels erfolgt über sieben Spannungsphasen. Damit sollen sich auch die leistungsstärksten Xeon-Prozessoren mit einer Thermal Design Power von 270 W betreiben lassen. Auch die DIMM-Slots müssen natürlich versorgt werden. Bei 16 DIMMs pro Sockel kommen hier ein paar Watt zusammen und demnach gibt es eine eigene Strom- und Spannungsversorgung für diese Steckplätze.

» zur Galerie

Die Strom- und Spannungsversorgung des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T erfolgt über einen 24-Pin-ATX-Anschluss. Dies würde aber sicherlich nicht reichen, um zwei Xeon Platinum 8380 mit 270 W zu betreiben und so gibt es noch vier EPS-Anschlüsse – zwei auf dieser und zwei auf der anderen Seite des Mainboards.

» zur Galerie

Jeder der beiden LGA4189 bietet jeweils vier SlimSAS und Low-Profile SlimSAS an. Vier Anschlüsse befinden sich an einer der beiden langen Seiten des Mainboards. Die internen SlimSAS-Anschlüsse sind über das Mainboard verteilt untergebracht. Die zweimal acht SlimSAS sind jeweils über acht PCI-Express-4.0-Lanes angebunden. Von jedem Prozessor werden hier also die insgesamt zur Verfügung stehenden 64 PCI-Express-4.0-Lanes verwendet. An jeden SlimSAS können bis zu vier Laufwerke angeschlossen werden. Dies können jeweils vier SAS/SATA-Laufwerke sein oder aber auch ein SFF-8643 für entsprechende SSDs. Bis zu 64 Laufwerke können direkt an die beiden Prozessoren angebunden werden.

Außerdem sind auf obigem Foto auch noch zwei Standard-SATA-Anschlüsse zu erkennen, die allerdings nur aktiv sind, wenn der neunte SlimSAS nicht bestückt ist. Dieser ist über den C621A-Chipsatz angebunden.

» zur Galerie

Direkt neben dem passiven Kühler des C621A befindet sich der ASPEED AST2500, der ein Baseboard Management Controller (BMC) ist. Er stellt eine Möglichkeit des Managements dar, auch wenn das Mainboard nicht in einem Gehäuse verbaut oder keine Grafikkarte vorhanden ist. Der AST2500 gibt über den VGA-Anschluss ein Bild aus, ermöglicht aber auch eine Steuerung über eine Netzwerkschnittstelle (Intelligent Platform Management Interface, IPMI). Dazu ist ein Realtek RTL8211E direkt an den Chip angebunden und kann darüber in das Netzwerk eingebunden werden. 

Der BMC kommuniziert aber auch direkt über I2C mit den Gehäuseanschlüssen und kann das Board starten, neu starten oder herunterfahren. Aber auch der Intelligent Platform Management Bus (IPMB) und das Trusted Platform Module (TPM) können über den BMC angesteuert werden. Die genaue Funktion des BMC schauen wir uns später noch an.

» zur Galerie

Der Lattice 5BG256C ist ein FPGA der als Root-of-Trust-Komponente auf dem ASRock Rack SP2C621D32GM-2T verbaut ist. Der Chip soll eine gesicherte Kommunikation ermöglichen und unterstützt eine Public Key Kryptografie und Unique Secure ID.

» zur Galerie

Eine Post-Code-Anzeige kennt man sonst nur noch von einigen Endkunden-Mainboards, aber auch darauf verzichten einige Hersteller inzwischen. Auf dem ASRock Rack SP2C621D32GM-2T befindet sich diese Anzeige in einer der Ecken und hilft dabei während des Boot-Vorgangs eventuelle Probleme mit einem Sockel oder der Initialisierung des Speichers zu erkennen.

» zur Galerie

Zwei M.2-Anschlüsse sind vorhanden. Diese spannen sich über einen Bereich des Mainboards und können im M.2-2280/22110-Formfaktor vorliegen. Angebunden sind die beiden M.2-Anschlüsse über den Chipsatz und demnach per PCIe 3.0 mit jeweils vier Lanes.

» zur Galerie

An einer der beiden langen Seiten des Mainboards befinden sich 2x vier SlimSAS-Anschlüsse, die wir hier einfach noch einmal in ihrer Position zeigen wollen.

» zur Galerie

Links ist der große passive Kühler zu sehen, der den C621A-Chipsatz abdeckt. Rechts unter dem zweiten passiven Kühler sitzt der Intel X710-AT2. Dieser Ethernet-Controller kann zwei Ethernet-Schnittstellen bereitstellen, die als Interfaces NBASE-T, 100BASE-T, 1000BASE-T und 10GBASE-T beherrschen und damit Datenraten von 100 MBit/, 1 GBit/s, 2,5 GBit/s pder 10 GBit/s erreichen. Angebunden ist der Controller per PCIe 3.0 mit vier Lanes und die TDP liegt bei 9,5 W, was den Kühlkörper erklärt.

» zur Galerie

Das I/O-Angebot beschränkt sich auf 4x USB 3.2 Gen 1x1, daneben ist der VGA-Anschluss zu erkennen. Dieser gibt das Bildsignal aus, welches vom BMC bereitgestellt wird. Daneben sind zwei Taster zu sehen, die einen Start und Reset des SP2C621D32GM-2T ermöglichen. Wiederum rechts davon befindet sich der Gigabit-Ethernet-Anschluss für das IPMI. Ganz rechts sind die beiden RJ45-Anschlüsse zu erkennen, die ein 10GBASE-T bereitstellen können.


Um das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T testen zu können, benötigen wir natürlich auch die entsprechende Hardware. Vor allem ist die Auswahl bei den Prozessoren wichtig, schließlich stehen uns gleich zwei Sockel zur Verfügung.

» zur Galerie

Für die eingesetzten Prozessoren haben wir uns für zwei Intel Xeon Gold 6348 entschieden. Diese bieten jeweils 28 Kerne, arbeiten mit 2,6 GHz im Basis-Takt und mit bis zu 3,5 GHz im Boost-Takt. Der Cache der Prozessoren misst 42 MB. Über acht Speicherkanäle können bis zu 6 TB an DDR4-3200 angesprochen werden. Die Thermal Design Power liegt bei 235 W.

» zur Galerie

Der von uns verwendete Speicher hört auf den Namen MTA18ASF2G72PDZ-3G2E1 und stammt von Crucial, ist mit DDR4-3200 spezifiziert und bietet pro Modul eine Kapazität von 32 GB. Bei acht DIMMs pro Sockel kommen wir also auf eine Kapazität von 128 GB. Möglich wäre auch eine Bestückung von bis zu 6 TB pro Sockel.

» zur Galerie

Gekühlt haben wir die beiden Intel Xeon Gold 6348 mithilfe zweier Kühler aus dem Hause Noctua. Einmal handelte es sich dabei um einen NH-U9 DX-4189 und einmal um einen NH-D9 DX-4189 4U. In beiden Fällen konnten die bis zu 235 W der Prozessoren hinsichtlich der Temperaturen im Zaum gehalten werden.

» zur Galerie

Als SSD haben wir auf eine Corsair MP600 Pro gesetzt. Dabei handelt es sich um eine PCIe-4.0-SSD, die in diesem Fall ihr Interface allerdings nicht ausspielen kann, da beide M.2-Anschlüsse nur über den Chipsatz und damit per PCIe 3.0 angebunden sind.


Werfen wir einen Blick in das BIOS. Während des Post-Vorgangs kann dieses einfach aufgerufen werden und zeigt sich ohne das inzwischen im Endkundenbereich übliche Schnick-Schnack. Im Falle des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T ist das BIOS aber auch über den BMC zugänglich.

» zur Galerie

Über das Intelligent Platform Management Interface (IPMI) ist die Steuerung der wichtigsten Komponenten auch ohne physischen Zugriff auf das System oder das ein Monitor angeschlossen ist, möglich. Neben der Überwachung der verschiedenen Sensoren ist es darüber auch möglich, die verbaute Hardware zu identifizieren und ein Firmware/BIOS-Update durchzuführen.

Aber es ist auch möglich, die Netzwerk-Komponenten und Dienste anzusteuern und Einstellungen vorzunehmen. Das Protokoll liefert Einträge, falls es zu Fehlern gekommen ist. Somit lassen sich Gründe für Neustarts und Abstürze eventuell identifizieren.

» zur Galerie

Nach dem POST-Vorgang kann per DEL oder F2 auf das BIOS zugegriffen werden. Dort werden dann zum Beispiel einige Systeminformationen ausgelesen, die über die Netzwerkschnittstelle nicht vorhanden sind. Wer sich schon einmal in einem AMI-BIOS bewegt hat, wird auch in diesem BIOS schnell die richtigen Funktionen finden. Auf der ersten Seite bekommen wir zunächst einmal einen Überblick über die installierten Komponenten. In der CPU- und DRAM-Konfiguration können die einzelnen Funktionen des Prozessors ausgewählt werden. Im Falle des Arbeitsspeichers kann hier die Taktgeschwindigkeit festgelegt werden.

Auch die verschiedenen Funktionen des Chipsatzes können über das BIOS angesteuert werden. Dazu gehört unter anderem die Anbindung des PCI-Express-Chipsatzes oder aber die Steuerung der diversen Storage-Komponenten.

Das IPMI und der Zugriff auf das BIOS ermöglichen also ein Management des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T, auch ohne dass man dazu direkten physischen Zugriff auf das System haben muss. 


Nun wollen wir uns noch die I/O-Leistung für angeschlossene SATA- und M.2-Laufwerke sowie die Netzwerkverbindungen anschauen. Bei den Benchmarks gilt, dass wir hier keinerlei Vergleiche zu anderen Mainboard-Tests anstellen können, da die verwendete Hardware sich vollkommen unterscheidet. Dies trifft sowohl auf die Tests der Datenübertragung für SATA und M.2 als auch für Messungen wie die Leistungsaufnahme zu.

SATA-6GBit/s-Leistung

Für die Leistung der SATA-Anschlüsse haben wir eine Samsung 840 Evo mit 256 GB über einen der zwei SATA-Ports an das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T angeschlossen. Benchmarks der SAS-Schnittstellen konnten wir leider nicht machen.

» zur Galerie
» zur Galerie

Bei knapp über 500 MB/s ist das Maximum der SATA-Schnittstelle erreicht und entsprechend würden alle zehn SATA-Laufwerke auf diese Durchsatzraten kommen. Die Anbindung der SATA-Laufwerke über den Chipsatz könnte im Zweifel zu einem Flaschenhals werden.

M.2-NVMe-Leistung

Die beiden M.2-Steckplätze sind über den Chipsatz angebunden und bieten je vier PCI-Express-3.0-Lanes. Wir haben eine Corsair MP600 Pro mit einer Kapazität von 1 TB eingesetzt und durch die Benchmarks gejagt.

» zur Galerie
» zur Galerie

Die beiden über den Chipsatz angebundenen M.2-Anschlüsse erreichen die für PCIe 3.0 x4 üblichen Datenraten. ASRock Rack wendet alle PCI-Express-Lanes der Prozessoren für die SAS-Anschlüsse und somit sind keine mehr für die M.2-Anschlüsse frei. Die M.2-Slots dürften am ehesten für das Betriebssystem zum Einsatz kommen.

Netzwerk-Leistung

Mit zwei 10-GbE-Anschlüssen ist das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T mit schnellen Netzwerkverbindungen ausgestattet. Eben darum haben wir die Anschlüsse an einen Switch mit 10-GBit/s-Ethernet angeschlossen, die entsprechende Verbindung wurde ohne Probleme hergestellt.

Natürlich haben wir uns auch angeschaut, welche Datenübertragungsraten hier erreicht werden. Dazu haben wir das per 10 GBit/s ans Netzwerk angebundene System genutzt, ein paar Daten durch das Netzwerk zu bewegen.

» zur Galerie

In der Spitze konnten wir dabei durchaus Datenraten von 8,9 GBit/s erreichen – bewegen uns also nicht ganz am Maximum dessen, was eine solche Verbindung liefern kann. Natürlich müssen Sender und Empfänger die Daten auch entsprechend schnell liefern und empfangen können. Die Netzwerk-Adapter sind aber in der Lage, entsprechende Datenraten zu liefern. Per Teaming ließen sich die beiden Anschlüsse auch zusammenlegen – könnten also zusammengenommen 20 GBit/s liefern.


Bevor wir zum Fazit kommen noch ein paar Worte zu einem weiteren Messwert: Der Leistungsaufnahme. Die beiden Intel Xeon Gold 6348 kommen auf eine TDP von 235 W – zusammen also 470 W. Das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T kommt auf einen Idle-Wert von 290,4 W. Auf einen solchen kommen so manche High-End-Desktop-Systeme unter Last noch nicht. Setzen wir die beiden Xeon Gold 6348 unter Last kommt das gesamte System auf 653,5 W.

Leistungsaufnahme

Gesamtsystem

in W
Weniger ist besser

Fazit

Das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T ist ein echte Nischenlösung die so in dieser Form nur noch im Datacenter einen gerechtfertigen Einsatzbereich hat. ASRock Rack verwendet alle PCI-Express-Lanes für die Anbindung der zahlreich vorhandenen SAS-Schnittstellen. Dazu werden die PCIe-4.0-Lanes der Ice-Lake-SP-Prozessoren genutzt. Jeweils viermal SlimSAS und Low-Profile-SAS pro Sockel sind vorhanden. Je nachdem welche Laufwerke an diesen Anschlüssen betrieben werden sollen, können hier bis zu 64 Laufwerke am SP2C621D32GM-2T betrieben werden.

Je nachdem wie CPU-intensiv die Speicheranwendungen sind, muss es natürlich kein Xeon-Prozessor mit 40 Kernen sein. Selbst die jeweils 28 Kerne der Xeon Gold 6348 sind hier etwas stark übertrieben. Das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T hätte aber auch mit zwei Xeon Platinum 8368 keine Schwierigkeiten.

Jedem Prozessor stehen 16 DIMM-Slots zur Seite. Das Octa-Channel-Speicherinterface kann also zwei Module pro Speicherkanal aufnehmen. Damit ist auch eine maximale Bestückung mit 4 TB DDR4-3200 möglich. Kommt Optane DC Persistent Memory zum Einsatz, sind sogar 6 TB möglich.

ASRock Rack SP2C621D32GM-2T
» zur Galerie

Dual-Socket LGA4189, 2x 16 DIMM-Slots und 2x 8 SAS-Anschlüsse sind das Hauptaugenmerk für einen Storage-Server. Aber irgendwie muss das System ja auch mit der Außenwelt kommunizieren und dazu stehen zwei 10-Gbit/s-Anschlüsse über einen Intel X710-AT2 zur Verfügung. Über ein OCP-Modul bzw. einen entsprechenden Schacht verfügt das ASRock Rack SP2C621D32GM-2T nicht. Somit sind in dieser Form auch keine Netzwerkerweiterungen möglich.

Leider können wir keinen Preis zum ASRock Rack SP2C621D32GM-2T nennen. Aktuell sind noch kaum bis keine 2S-Mainboards für LGA4189 im Handel zu bekommen. Wer werden uns hier aber locker im vierstelligen Preisbereich bewegen.

Positive Aspekte des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T:

Negative Aspekte des ASRock Rack SP2C621D32GM-2T: