Passive PCH-Kühlung und sinnvolle Änderungen: Gigabyte X570S AORUS Master im Test

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gigabyte x570s aorus master 004 logoDie ersten X570-Mainboards haben sich nicht all zu sehr mit Ruhm bekleckert. Vor allem ab dem Zeitpunkt nicht (mehr), als AMD den B550-Chipsatz von der Leine gelassen hat. In den vergangenen Monaten kündigten die Mainboard-Hersteller mit den X570S-Modellen überarbeitete Platinen an. Gigabytes X570S AORUS Master macht bei uns den Anfang der neuen Generation.

Von wenigen Exoten abgesehen, wurden alle X570-Mainboards von ASUS, MSI, Gigabyte, ASRock und Co. mit einem Chipsatzlüfter ausgestattet, was der erhöhten Abwärme des PCHs dank PCIe-4.0-Unterstützung zugrunde liegt. Dies wurde der Öffentlichkeit zumindest auf diesem Wege hin kommuniziert. Ein Großteil der IT-Interessenten schreckte allerdings allein das Vorhandensein des PCH-Lüfters von einem Kauf ab, selbst wenn einige Mainboard-Hersteller eine Semi-Passiv-Ansteuerung ins BIOS implementiert haben. Hinzu kommt ohnehin, dass der X570-Chipsatz erst dann richtig Sinn ergibt, sofern der Anwender mehr als ein PCIe-4.0-x4-NVMe-SSD-Modul verwenden möchte. Zu den Exoten ohne Lüfter zählt einerseits das auf 999 Stück limitierte ASRock X570 Aqua (Hardwareluxx-Test), auf das Gigabyte X570 AORUS Xtreme sowie auf das beliebte ASUS ROG Crosshair VIII Dark Hero (Hardwareluxx-Test).

Mit den "neuen" X570S-Platinen wurde der Chipsatzlüfter weggelassen und der PCH wird auf rein passiver Basis gekühlt, wie es eigentlich gleich von Anfang an hätte passieren sollen. Das zusätzliche "S" steht dabei für "Silent". Zuvor stand das Gerücht im Raum, AMD habe den X570-PCH grundlegend überarbeitet und erlaubt nun eine rein passive Kühlung. Dem ist allerdings nicht so, denn der I/O-Die ist auch bei den X570S-Brettern absolut identisch mit denen der älteren X570-Modelle. Stattdessen wurde mit einer angepassten Firmware nachgeholfen, sodass der PCH nun effizienter seine Arbeit verrichtet, weniger Abwärme produziert und somit eine passive Kühlung ausreicht.

Gigabytes X570S AORUS Master positioniert sich von der Ausstattung ganz klar in der Oberklasse, denn abseits der ohnehin guten Ausstattung, finden sich auch einige Onboard-Taster auf dem PCB wieder. So wird der AM4-Prozessor von einem 14+2-Phasendesign angetrieben und mit den vier DDR4-UDIMM-Speicherbänken können bis zu 128 GB Arbeitsspeicher verstaut werden. Seltener sind AMD-Mainboards mit USB-3.2-Gen2x2-Schnittstelle anzutreffen, das Gigabyte ebenfalls mit dem X570S AORUS Master zur Verfügung stellt. Schauen wir uns das Mainboard nun einmal genauer an.

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Kein Lüfter in Sicht: Gut zu erkennen ist der Passivkühlkörper, der ausreichen soll, um den X570S-Chipsatz zu bändigen. Bis auf einzelne graue Bereiche sind sowohl das PCB als auch die Kühler und sonstige Abdeckungen in Schwarz gehalten. Gigabytes Gallionsfigur ist zwar nicht aus Holz gefertigt, hört jedoch auf den Namen "AORUS CHIBI" und ist für den ersten Fight bereit.

Die technischen Eigenschaften

Das Gigabyte X570S AORUS Master wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des Gigabyte X570S AORUS Master in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
X570S AORUS Master
Mainboard-Format ATX
CPU-Sockel PGA AM4 (für Ryzen 2000/3000(G)/4000G/5000(G))
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
2x 8-Pin EPS12V
Phasen/Spulen 16 Stück (14+2)
14x Infineon TDA21472 (VCore, 70A)
2x Infineon TDA21472 (SoC, 70A)
Preis
ab 379 Euro
Webseite Gigabyte X570S AORUS Master
  Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz, Kühlung AMD X570 Chipsatz, passiv
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 5.200 MHz mit Ryzen-3000/4000G/5000-Serie, max. 3.600 MHz mit Ryzen-2000/3000G-Serie
Speicherausbau max. 128 GB (mit 32-GB-UDIMMs), ECC-Support
SLI / CrossFire 2-Way-SLI, 3-Way-CrossFireX
  Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 4.0/3.0 x16 (x16/x8) über CPU (PCIe 4.0 nur mit Ryzen 3000/5000)
1x PCIe 4.0 x16 (x4) über AMD X570 (shared)
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen
6x SATA 6GBit/s über AMD X570
1x M.2 M-Key mit PCIe 4.0/3.0 x4 über CPU (PCIe 4.0 nur mit Ryzen 3000/5000)
3x M.2 M-Key mit PCIe 4.0/3.0 x4 über AMD X570 (2x shared)
USB CPU: 2x USB 3.2 Gen2 (2x extern), 2x USB 3.2 Gen1 (2x extern)
Chipsatz: 4x USB 3.2 Gen2 (3x extern, 1x intern), 4x USB 3.2 Gen1 (4x intern), 8x USB 2.0 (4x extern, 4x intern) über zwei Hubs
ASMedia ASM3241: 1x USB 3.2 Gen2x2 (1x extern)
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth WiFi 802.11a/b/g/n/ac/ax über Intel Wi-Fi 6E AX210,Dual-Band, max. 2,4 GBit/s, Bluetooth 5.2
Thunderbolt -
LAN 1x Intel I225-V 2,5-GBit/s-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
ESS Sabre9118 DAC
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
LED-Beleuchtung RGB-LEDs: I/O-Panel-Cover, PCH, rechte Unterseite
2x 4-Pin RGB-Header
2x 3-Pin ARGB-Header
FAN- und WaKü-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin CPU-WaKü-Pump-Header
1x 4-Pin WPump/FAN-Header
4x 4-Pin System-FAN/WPump-Header
4x 4-Pin System-FAN-Header
Onboard-Komfort Power-Button, Reset-Button, CMOS-Clear-Button, Q-Flash-Plus-Button, Spannungsmesspunkte
Herstellergarantie 3 Jahre (nur über Händler)

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Das mitgelieferte Zubehör

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Überraschenderweise liefert Gigabyte das X570S AORUS Master ohne Treiber- und Software-DVD/USB-Stick aus, was wir jedoch nicht als kritisch ansehen. Die entsprechende Software lässt sich in zumeist aktuellerer Version aus dem Internet beziehen. Mit im Karton lag jedoch das Manual und auch ein Quick-Installation-Guide. An diversen Kabeln konnten wir von vier SATA-Kabeln abgesehen zwei Thermistor-, ein RGB-Verlängerungs- und auch ein Geräusch-Erkennungskabel ausfindig machen. An letzterem befindet sich am anderen Ende ein kleines Mikrofon, mit dessen Hilfe der Anwender sein System von der akkustischen Seite her optimieren kann.

Weitere Beigaben sind vier Schrauben für die M.2-Steckplätze, der G-Connector, die frei positionierbare WLAN-Antenne, zwei Klett-Kabelbinder, ein Gigabyte-AORUS-Gehäusesticker sowie zahlreiche Sticker.


Mit dem X570-PCH unternimmt AMD im Vergleich zum X370- und X470-FCH einen großen Schritt nach vorne, denn der X570-PCH ist der erste Chipsatz, welcher das PCI-Express-4.0-Feature im Desktop-Segment etabliert. Gleichzeitig erhöht sich auch die Anzahl der Lanes von 8 auf 16 Stück, von denen sich 12 Stück flexibel durch die Mainboard-Hersteller verteilen lassen. Die Anbindung zwischen CPU und Chipsatz erfolgt über einen Uplink vom Chipsatz und einen Downlink vom Prozessor aus mit jeweils PCIe 4.0 x4 (Ryzen 3000).

Wird stattdessen ein Ryzen-2000-Prozessor (Zen+, Pinnacle Ridge) verwendet, erfolgt der Chipsatz-Downlink im PCIe-3.0-x4-Modus und demnach mit 32 GBit/s statt 64 GBit/s. Vom X570-Chipsatz aus werden gleich achtmal USB 3.2 Gen2 und bis zu 12 SATA-6GBit/s-Ports bereitgestellt, wobei es auch vom Mainboard-Hersteller abhängt, wie viele M.2-Schnittstellen eingeplant wurden. Zur Wahl stehen folgende Konstellationen: 2x NVMe (PCIe 4.0 x4) + 4x SATA 6GBit/s, 1x NVMe + 8x SATA 6GBit/s oder 3x NVMe.

Ausgehend von einer Matisse-CPU (Zen2, Ryzen 3000) oder Vermeer-CPU (Zen3, Ryzen 5000) werden weitere 24 PCIe-4.0-Lanes zur Verfügung gestellt. 16 Stück wandern an bis zu zwei mechanischen PCIe-4.0-x16-Steckplätzen primär für die Grafikkarte(n). Die Aufteilung erfolgt entweder mit x16/x0 oder mit x8/x8. Doch acht weitere PCIe-4.0-Lanes bleiben übrig: Vier Stück dienen als Chipsatz-Downlink und die restlichen vier Lanes lassen sich wahlweise als 1x NVMe (PCIe 4.0 x4), 2x SATA und 1x NVMe (PCIe 4.0 x2) oder 2x NVMe (PCIe 4.0 x2) realisieren. Hinzu kommen dann noch vier USB-3.2-Gen2-Schnittstellen.

In der Summe wandern somit 40 PCIe-4.0-Lanes in die X570-Mainstream-Plattform. Einschränkungen gibt es natürlich dann, wenn der Anwender sich dazu entschließt, eine Pinnacle-Ridge-CPU (Ryzen 2000) zu nutzen, da dieser Prozessor 24 PCIe-3.0-Lanes und "nur" vier USB-3.1-Gen1-Ports zu bieten hat.

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Die aktuellen AMD-500-Chipsätze für den Sockel AM4 im Überblick
Key-Feature
X570
B550
A520
Fertigung 12 nm 12 nm 14 nm
CPU-PCH-Anbindung PCIe 4.0 x4 PCIe 3.0 x4 PCIe 3.0 x4
PCIe-3.0/4.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x81x16 (PCIe 3.0)
Max. PCIe-3.0-Lanes - 10 6
Max. PCIe-4.0-Lanes 16 - -
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 0/8 2/2 1/2
Max. USB-2.0-Ports 4 6 6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 12 8 6
Multi-GPU SLI / CrossFireX SLI / CrossFireX Nein
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 2/2 2/2 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja Nein
RAID (0, 1, 10) Ja Ja Ja
XFR Ja Ja Ja
XFR 2 (*1) (Enhanced) Ja (Ja) Ja (Ja) Ja (Ja)
Precision Boost Overdrive Ja Ja Ja
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Auf der Rückseite des Gigabyte X570S AORUS Master wurde eine umfangreiche Backplate angebracht, die nicht nur die Stabilität verbessern soll, sondern auch für die Kühlung der Kondensatoren vom rückseitigen VRM-Bereich zuständig ist.

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Der VRM-Kühler ist zwar nicht übermäßig groß, bringt dafür aber jede Menge Kühlfinnen mit. Auch der PCH-Kühler fällt von der Größe her eher moderat aus, sodass wir sehr gespannt sind, wie er den X570S-Chipsatz bändigen wird. Drehen wir die Kühler einmal auf den Kopf, werden die Wärmeleitpads sichtbar. Gekühlt werden sichtbar nicht nur die Spannungswandler inklusive PWM-Controller, sondern auch die Phasen, hier allerdings mit schwarzen Wärmeleitpads. Die einzelnen Kühlkörper sind mit einer Heatpipe verbunden, die per Direct-Touch auf den Spannungswandlern liegt.

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Eine Besonderheit liegt beim Gigabyte X570S AORUS Master bei der CPU-Spannungsversorgung. Die Taiwaner setzen beim Oberklasse-Modell auf ein 14+2-Phasendesign, wobei alle 16 Phasen nativ vom XDPE132G5C-PWM-Controller gesteuert werden, der von Infineon kommt. Aus dem gleichen Hause stammen allerdings auch die Power-Stages mit der Bezeichnung "TDA21472" selbst, die jeweils bis zu 70 A an Output liefern. Demnach stehen theoretisch 980 A für die VCore zur Verfügung. Über zwei 8-Pin-EPS12V-Stromanschlüsse wird die CPU-Spannungsversorgung vom Netzteil aus mit Energie versorgt.

Zum Vergleich: Das X570 AORUS Master bot in diesem Bereich eine 12+2-Spannungsversorgung mit 50A-Spannungswandlern. Demnach hat Gigabyte bei der Neuauflage also ordentlich aufgestockt.

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Plattformbedingt treffen wir auf dem Gigabyte X570S AORUS Master auf vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke, durch die der Anwender in der Lage ist, bis zu 128 GB RAM unterzubringen. Während Gigabyte mit Ryzen 5000 einen maximalen Speichertakt von 5.100 MHz angibt, sollen mit den Ryzen-4000G-APUs (Renoir) gar 5.400 MHz möglich sein. Durch die LED-Segmentanzeige, vier Status-LEDs und je einen Power- und Reset-Button, bietet sich einiges an Komfort an. Darüber hinaus bieten zahlreiche FAN- und WaKü-Header ihre Dienste an. Aber auch ein USB-3.2-Gen2-Typ-C-Header hält sich für den ersten Einsatz bereit.


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Bei den vielen M.2-Schnittstellen bleibt nun mal nicht viel Platz für zusätzliche Erweiterungssteckplätze, weshalb Gigabyte für das X570S AORUS Master lediglich drei mechanische PCIe-4.0-x16-Slots vorgesehen hat. Die beiden Oberen agieren über den AM4-Prozessor mit einer x16/x0- oder x8/x8-Aufteilung, der unterste Anschluss mit höchstens vier Lanes über den X570-Chipsatz.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
- - - - -
PCIe 4.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
-
- - - -
- - - - -
PCIe 4.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
- - - - -
PCIe 4.0 x16 x4 (X570) - - x4
Hinweis: Die beiden CPU-seitigen PCIe-x16-Steckplätze arbeiten nur mit einer Ryzen-3000/5000-CPU im PCIe-4.0-Modus. Mit Ryzen 2000/4000G ist jeweils der PCIe-3.0-Modus aktiv. 

Der unterste PCIe-4.0-x16-Anschluss teilt sich die Anbindung mit der vorletzten M.2-Schnittstelle von oben. Ein simultaner Betrieb ist nicht möglich. Ferner werden die SATA-Ports 5 und 6 unbenutzbar, wenn sich im untersten M.2-Anschluss eine NVMe-SSD aufhält. Erfreulich ist, dass alle M.2-SSDs - sofern vier Stück zum Einsatz kommen - nicht nur von oben, sondern auch unterwärts gekühlt werden.

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Die sechs SATA-6GBit/s-Buchsen sind direkt an den X570-Chipsatz angebunden und wurden von Gigabyte angewinkelt. Direkt links daneben ist ein USB-3.2-Gen1-Header anwesend, ebenfalls um 90 Grad angewinkelt.

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Das I/O-Panel des Gigabyte X570S AORUS Master in der Übersicht
Q-Flash-Plus-Button WLAN-Modul
(Intel AX210)
4x USB 2.0 2x USB 3.2 Gen1 (CPU) ----- 2,5-GBit/s-LAN
(Intel I225-V)
5x 3,5 mm Klinke
1x TOSLink
CMOS-Clear-Button2x USB 3.2 Gen2 (CPU) 2x USB 3.2 Gen2
(TypA/C, X570)
2x USB 3.2 Gen2
(X570)

Sollte jemand viele USB-Anschlüsse am I/O-Panel benötigen, kommt er mit dem Gigabyte X570S AORUS Master ganz auf seine Kosten. Neben viermal USB 2.0 hat Gigabyte außerdem sechs USB-3.2-Gen2- und zwei USB-3.2-Gen1-Buchsen angebracht. Im Netzwerkbereich hat der Anwender die Wahl zwischen Intels WI-FI-6E-AX210-Modul oder doch kabelgebunden über den Intel-I225-V-Controller (3. Revision), der Daten bis 2,5 GBit/s schieben kann. Obligatorisch sind natürlich auch fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und einmal TOSLink vorhanden. Übrig bleiben der Q-Flash-Plus- und CMOS-Clear-Button.

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Als Audio-Codec kommt leider nicht der verbesserte ALC4080/4082 von Realtek zum Einsatz, sondern "nur" der ALC1220, der jedoch ebenfalls einen guten Job verrichtet. Ihm zur Seite gestellt wurden fünf Audio- und vier WIMA-Kondensatoren, die eine bessere Audio-Auflösung bieten sollen.

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Alles in allem hat Gigabyte mit dem X570S AORUS Master eine durchdachte Platine auf die Beine gestellt, die vom Layout her überzeugen kann. Aber auch in Sachen Kühlung hat Gigabyte die Hausaufgaben gemacht. Abseits eines CPU-FAN- und CPU-WaKü-Headers, stehen außerdem acht weitere 4-Pin-Header bereit.


BIOS

Mit der BIOS-Version F2 stellt Mainboard-Hersteller Gigabyte die recht aktuelle AGESA-Version 1.2.0.3b zur Verfügung, die gerade beim Einsatz mit Ryzen 5000 aufgespielt werden sollte. Gleichzeitig werden offiziell die Ryzen-5000G-APUs unterstützt.

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Gigabyte hat natürlich die UEFI-Oberfläche von den ersten X570-Mainboards übernommen, die auf den ersten Blick an die ASUS-UEFI-Oberfläche erinnert. Es wird unverändert zwischen dem Easy- und dem Advanced-Mode unterschieden. Links oben in der Ecke werden grundlegende Informationen wie das Mainboard-Modell inklusive BIOS-Version, die installierte CPU, deren derzeitige Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Mit der CPU- und System-Temperatur und der CPU-Spannung bekommt der Nutzer einen ersten Einblick auf aktuelle Werte und kann somit beispielsweise feststellen, ob die Kühlung richtig montiert wurde. Auch lässt sich das Extreme-Memory-Profile direkt aktivieren.

Es werden auch Infos zur derzeitigen DIMM-Belegung inklusive Takt und zu den SATA-Geräten aufgelistet. Wer möchte, kann auch gleich die Boot-Prioritäten per Drag & Drop festlegen beziehungsweise verändern. Eine Übersicht der angeschlossenen Lüfter und den dazugehörigen Drehzahlen ist ebenfalls an Bord. Mit der Smart-FAN-Funktion können hingegen manuelle Lüfterkurven angelegt werden. Diverse Shortcuts geben Ausblick zu erweiterten BIOS-Funktionen. Besonders interessant ist der Advanced-Modus, der sich mit der Taste F2 aufrufen lässt.

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Beim ersten Menüpunkt bekommt der Anwender Zugriff auf die Overclocking-Funktionen, welche im "Tweaker"-Reiter hinterlegt sind. Auf dieser Seite sind noch sechs weitere Unterpunkte vorhanden, hinter denen sich die zahlreichen Overclocking-Features verbergen. Unter "System" werden lediglich einzelne Infos wie das Mainboard-Modell, die aktuell vorliegende BIOS-Version, die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Sprache ändern. Im UEFI sind weiterhin zahlreiche Einstellungen zu finden, die den Startvorgang betreffen, die unter einem eigenen Menüpunkt aufgelistet werden. Alle auf dem Mainboard vorhandenen Onboard-Komponenten können unter "Settings" individuell konfiguriert werden. Chipsatz-relevante Einstellungen sind ebenfalls dort anzutreffen. Sämtliche Einstellungen, die den Systemstart betreffen, lassen sich unter "Boot" konfigurieren. Last but not least ist der "Save & Exit"-Reiter vorhanden, der selbsterklärend ist.

Es war problemlos möglich, auf angenehme Art und Weise per Maus und Tastatur durch die Menüs zu navigieren. Die Maus-Empfindlichkeit lässt sich zudem verändern. Alle von uns gewählten Einstellungen wurden problemlos in die Tat umgesetzt.

Overclocking

Mit 16 effektiven CPU-Spulen und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features eignet sich das Gigabyte X570S AORUS Master gut zum Übertakten. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können.

Auf dem Gigabyte X570S AORUS Master ist eine Veränderung des Grundtakts von 100,00 MHz bis 300,00 MHz in 0,01-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung steht dem Anwender der Override- und der Offset-Modus zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,750 V bis 1,800 V in 0,005/0,006-V-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,30000 V bis +0,30000 V in ebenfalls 0,00625-V-Schritten. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte X570S AORUS Master in der Übersicht
Base Clock Rate 100,00 MHz bis 300,00 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,750 Volt bis 1,800 Volt in 0,005/0,006-V-Schritten (Override-Modus)
-0,30000 V bis +0,30000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,750 Volt bis 1,800 Volt in 0,005/0,006-V-Schritten (Override-Modus)
-0,30000 V bis +0,30000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDDP18-Spannung 1,600 V bis 2,320 V in 0,040-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung -0,200 V bis +0,700 V in 0,020-V-Schritten (Offset-Modus)
FCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DDRVPP, DRAM Termination
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 42 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-FAN und sieben optionale FANs,
CPU-LLC, acht Stufen

Für die X570S-Mainboard-Tests haben wir die CPU getauscht. Weg vom Ryzen 5 3600X und hin zum Ryzen 9 5900X aus unserem CPU-Review. Und bei der CPU-Übertaktung waren wir mit dem Ergebnis recht zufrieden. Auf allen 12 Pötten konnten wir stabile 4,5 GHz anlegen. Dabei fällt die dafür nötige VCore mit 1,262 V (BIOS-Wert) und der zweithöchsten LLC-Stufe relativ niedrig aus.

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Doch auch das RAM-Overclocking war zufriedenstellend. Das XMP wurde mit der manuellen Deaktivierung des Gear-Down-Modes auch korrekt umgesetzt. Ohne XMP konnten wir den Speichertakt nicht nur auf effektiv 4.400 MHz pushen, sondern auch die Latenzen mit CL18-18-18-38 etwas straffer ziehen. Das Ganze geschah natürlich um asynchronen Modus. Synchron konnten wir bis 4.133 MHz hinaufgehen, allerdings leider inklusive WHEA-Logger-Warnungen. Dennoch merkt man, dass unser CPU-Sample zu den besseren Modellen gehört.

VRM-Wärmebild-Analyse

Um die Hitzeentwicklung des VRM-Bereichs besser beurteilen zu können, haben wir für diesen Test die Flir One Pro (Android USB-C) eingesetzt, die für unser Einsatzgebiet absolut ausreichend ist und Temperaturen von -20°C bis +400°C mit einer Genauigkeit von ±3°C oder ±5%, je nach Umgebungstemperatur, erfassen kann. Die Wärmebild-Auflösung beträgt 160 x 120 Pixel und das erstellte Bild löst mit 1.440 x 1.080 Pixel auf.

Der Prozessor wird unter Berücksichtigung der BIOS-Default-Settings mit Prime95 inkl. AVX unter Volllast gesetzt. Nach fünf Minuten Laufzeit erstellen wir das Wärmebild.

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Große Hitze entstand erfreulicherweise nicht. Im VRM-Bereich selbst lagen die Höchst-Temperaturen bei um die 42°C, was sehr niedrig ist. In der Nähe des PCH-Kühlers war die Temperatur hingegen um gute 10°C wärmer. Generell lässt sich zur passiven Chipsatzkühlung beim Gigabyte X570S AORUS Master sagen, das dieser die Hitzeentwicklung gut stemmen kann. Im offenen Aufbau kletterte die Temperatur im Idle auf 47°C und unter Last bis auf 56°C. Im Gehäuse herrscht dagegen im Optimalfall ein guter Air-Flow, mit dem die Temperaturen noch besser ausfallen können.


Mit diesem Testsystem haben wir das Gigabyte X570S AORUS Master getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests - mit konstant 3.200 MHz und den Timings CL16-16-16-36 2T dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte X570S AORUS Master mussten wir keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Modi arbeiteten bereits wie gewünscht.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark Time Spy, 3DMark Fire Strike, SuperPi 8M, Cinebench R23 und R20 sowie Sisoft Sandra 2021 Memory Benchmark:

3DMark

Time Spy

Futuremark Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Fire Strike

Futuremark Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R23

Multi Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2021

Speicher-Bandbreite

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bis auf SuperPi 8M liegt die Performance genau dort, wo sie sein sollte. Aus unbekannten Gründen brauchte das Gigabyte X570S AORUS Master ganze zehn Sekunden länger als das hauseigene X570S AERO G.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Überzeugen kann dafür aber ganz klar die POST-Dauer. Lediglich elf Sekunden wurden veranschlagt und sind gerade für ein Oberklasse-Mainboard sehr positiv zu werten.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte X570S AORUS Master hat ein paar Zusatz-Controller erhalten. Ein USB-3.2-Gen2x2-Controller, ein LAN-Controller, ein WLAN- und Bluetooth-Modul und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 23 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Version 29.8 Build 6, Small-FFTs, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die GeForce RTX 2060. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme (normal)

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Gigabytes X570S AORUS Master positionierte sich im Leerlauf bei ziemlich genau 60 W. Für eine X570-Platine ein normaler Wert.

Cinebench R23 (normal)

Leistungsaufnahme xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench R23 aktivierte das Mainboard dann den Effizienz-Modus und schlägt das X570S AERO G mit 208,7 W statt 230,2 W haushoch.

Leistungsaufnahme Prime95 (normal)

inkl. AVX/AVX2

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Und auch Unter Prime95 ist das X570S AORUS Master im Vorteil. Gemessen haben wir 187,9 W, wohingegen das Creator-Mainboard mit 198,6 Watt f an der 200-Watt-Marke kratzt.

CPU-Spannungen Prime95 (normal)

inkl. AVX/AVX2

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Unter voller Belastung hat das Gigabyte X570S AORUS Master gerade einmal 1,031 V anlegen müssen, was einen effizienten Betrieb ermöglicht.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die GeForce RTX 2060 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme (reduziert)

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Cinebench R23 (reduziert)

Leistungsaufnahme xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme Prime95 (reduziert)

inkl. AVX/AVX2

Leistung in Watt
Weniger ist besser

CPU-Spannungen Prime95 (reduziert)

inkl. AVX/AVX2

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir keine Zusatzkomponenten deaktivieren, sodass dieselben Werte zum Einsatz kommen.

Im Idle hätten wir uns einen niedrigeren Wert gewünscht, aber unter Last zeigte das Gigabyte X570S AORUS Master dann seine Stärken.


USB-3.2-Gen2x2-Performance

Das Gigabyte X570S AORUS Master stellt auch eine USB-3.2-Gen2x2-Schnittstelle (Typ-C) am I/O-Panel bereit, die vom ASMedia-ASM3241-Controller gesteuert wird.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Durch den ASM3241 wird die USB-3.2-Gen2x2-Spezifikation nicht bis ans Limit ausgefahren, sondern erreichte "nur" sequentielle Transferraten bis 1.645 MB/s im Lesen und 1.594 MB/s Schreiben. Langsam ist das natürlich dennoch nicht.

USB-3.2-Gen2-Performance

Das Gigabyte X570S AORUS Master stellt sechs USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Fünf Stück befindet sich am I/O-Panel und eine Schnittstelle wird über den Typ-C-Header bereitgestellt. Zwei Ports arbeiten über die CPU und vier Stück nativ mit dem X570-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.2-Gen2-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Ob nun über den AM4-Prozessor oder doch über den X570-Chipsatz. In beiden Fällen wurden sehr überzeugende Datenraten erzielt. Jeweils mehr als 1.000 MB/s lesend und über 900 MB/s schreibend.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das Gigabyte X570S AORUS Master insgesamt sechs Stück an. Zwei Ports über die CPU werden am I/O-Panel und vier Stück über die beiden Onboard-Header zur Verfügung gestellt und gehen direkt über den X570-Chipsatz ans Werk. Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Bei der USB-3.2-Gen1-Performance fällt auf, dass der Lesedurchsatz mit über 440 MB/s in Ordnung ist, jedoch die Schreibrate mit 421 respektive 412 MB/s etwas schwächelte.

SATA-6GBit/s-Performance

Gigabytes X570S AORUS Master stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs Konnektoren arbeiten nativ mit dem X570-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Die SATA-Werte sind zufriedenstellend. Erzielt wurden höchstens 527 MB/s im Lesen und 463 MB/s schreibend.

M.2-Performance

Auf dem Gigabyte X570S AORUS Master halten sich drei M.2-Schnittstellen über den X570-Chipsatz bereit, welche mit jeweils vier Gen4-Lanes angebunden sind (64 GBit/s, 2x shared). Die vierte und oberste M.2-Schnittstelle agiert zusammen mit dem Ryzen-Prozessor im Höchstfall im PCIe-4.0-x4-Modus. Für den M.2-Test verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe. Zwar beherrscht die NVMe-SSD den PCIe-4.0-x4-Standard, doch im Falle des Z590-PCHs wird sie logischerweise auf PCIe 3.0 x4 limitiert.

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Bei der M.2-Leistung gibt es zwischen CPU und Chipsatz nur messbare Unterschiede zu vermelden. Die sequentiellen Transferraten von 5.000 MB/s und über 4.270 MB/s sind absolut stimmig.


Mit dem X570S AORUS Master hat Hersteller Gigabyte die erste Version an vielen Stellen sinnvoll abgeändert und den oftmals verhassten Chipsatzlüfter weggelassen. AMDs X570-Chipsatz wird auf dem X570S AORUS Master rein passiv gekühlt. Die deutlich aufgebohrte CPU-Spannungsversorgung zeigte sich im praktischen Einsatz sehr potent und ließ keine Beanstandungen seitens der Redaktion übrig. Sämtlichen Onboard-Komfort, die das Vorgängermodell schon bot, findet sich auch auf dem X570S AORUS Master wieder.

Identisch sind natürlich auch die vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke, die unverändert bis zu 128 GB RAM aufnehmen können. Der maximal mögliche und effektive Speichertakt wurde allerdings von 4.400 MHz auf 5.400 MHz ordentlich angehoben. Bei den drei PCIe-4.0-x16-Steckplätzen (mechanisch) ist es zwar geblieben, doch wurde nun der PCIe-4.0-x1-Steckplatz gestrichen. Dafür bringt das X570S AORUS Master gleich vier M.2-M-Key-Schnittstellen mit jeweils bis zu PCIe 4.0 x4 mit, von denen zwei Stück geshared sind. Als Ergänzung hat Gigabyte auch den ASMedia ASM3241 berücksichtigt, sodass eine externe USB-Typ-C-Buchse mit dem USB-3.2-Gen2x2-Standard kompatibel ist. Dieser kann performancetechnisch jedoch nicht mit Intels Chipsatz-Implementierung mithalten.

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Im Sound-Bereich hätte Gigabyte - gerade aufgrund des Anschaffungspreises - auf den ALC4080/4082 von Realtek setzen können, geworden ist es "nur" der ALC1220. Geblieben ist der ESS-Sabre9118-DAC, fünf Audio- und vier WIMA-Kondensatoren. Den zusätzlichen Gigabit-LAN-Port hat Gigabyte ebenfalls weggelassen und vertraut auf einen einzigen 2,5-GBit/s-LAN-Anschluss über Intels I255-V-Controller in dritter Revision. Ausgetauscht wurde im Gegenzug das Intel-Wi-Fi-6-AX200- gegen das aktuelle Wi-Fi-6E-AX210-Modul. Davon abgesehen bleibt es bei den sechs SATA-6GBit/s-Buchsen und je einem Power-, Reset-, Q-Flash-Plus, CMOS-Clear-Button sowie den vier Status-LEDs und der detaillierten LED-Segmentanzeige.

Punkten kann das Gigabyte X570S AORUS Master vor allem bei der Leistungsaufnahme unter Last und auch die POST-Dauer fällt mit elf Sekunden angenehm niedrig aus. Alles in allem hat Gigabyte also die Hausaufgaben gemeistert und eine gute Platine mit passiver X570-Kühlung auf die Beine gestellt. Sofern der Aufrüstwillige die Vorzüge des X570-PCHs mitnehmen möchte, bekommt mit dem Gigabyte X570S AORUS Master eine gute Platine für AMDs beliebte Ryzen-5000-Prozessoren. Gigabytes X570S AORUS Master ist ab 379 Euro erwerbbar und fällt damit nicht extrem teuer aus. Wenig ist das aber dennoch nicht. Wer jedoch bereits eins der ersten X570-Mainboards besitzt, kann sich den Hardware-Umzug auf die X570S-Mainboards jedoch im Grunde sparen.

Positive Eigenschaften des Gigabyte X570S AORUS Master:


Negative Eigenschaften des Gigabyte X570S AORUS Master:

Gigabytes X570S AORUS Master ist eine überzeugend gute Platine für AMDs Ryzen-Prozessoren mit passiver Chipsatzkühlung und sinnvollen Upgrades im Vergleich zur Ur-Version.

Preise und Verfügbarkeit
Gigabyte X570S AORUS Master
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 415,00 EUR