Einzigartig mit Thunderbolt 4: Das ASUS ProArt B550-Creator im Test

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asus proart b550 creator 004 logoAMD-Mainboards inklusive Thunderbolt sind generell rar gesät und wenn es dann auch noch der aktuelle Thunderbolt-4-Standard sein soll, dann wird es besonders schwierig. Genau an diesem Punkt rückt das ASUS B550-Creator aus der ProArt-Serie in den Mittelpunkt, das die Kombination aus aktuellem B550-Chipsatz für AMDs AM4-Ryzen-Prozessoren und Thunderbolt 4 miteinander vereint. Wir haben von ASUS ein Sample erhalten, das wir uns genauer anschauen werden.

Anfang März dieses Jahres hat ASUS das ProArt B550-Creator überraschenderweise offiziell vorgestellt und die Resonanz darauf war besonders positiv, als bemerkt wurde, dass die Platine selbst zwei Thunderbolt-4-Ports an Bord hat. Aber auch von der optischen Seite her wird dem einen oder anderen Interessenten das ASUS ProArt B550-Creator ziemlich zusagen. WLAN wird zwar nicht angeboten, doch dafür halten zwei 2,5-GBit/s-LAN-Buchsen die Stellung, die optional via LACP (Link Aggregation Control Protocol) zu einem 5-GBit/s-Adapter zusammengeschaltet werden können. Das Ganze wird gepaart mit einer absolut runden weiteren Ausstattung.

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Das PCB des ASUS ProArt B550-Creator besitzt die Abmessungen des klassischen ATX-Formats und wurde in dunklem Braun gefärbt. Dunkel sind jedoch auch die Kühlkörper, die von ASUS etwas goldenen Touch erhalten haben und optisch ordentlich was hermachen. Das I/O-Panel wird von einem Kunststoff-Cover überdeckt, das auf Wunsch jedoch auch einfach entfernt werden kann, sollte dieses störend sein. 

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die Spezifikationen des ASUS ProArt B550-Creator:

Die Daten des ASUS ProArt B550-Creator in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
ProArt B550-Creator
CPU-Sockel PGA AM4 (für Ryzen 3000, Ryzen 4000G und Ryzen 5000)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin +12V
Phasen/Spulen und
Spannungswandler
14 Stück (12+2)
(12x VCore, 2x SoC), Vishay SiC639 (50A)
Preis ab 265 Euro
Webseite ASUS ProArt B550-Creator
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz AMD B550 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 5.100 MHz
Speicherausbau max. 128 GB RAM UDIMM, ECC-Support
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 4.0/3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über CPU (PCIe 4.0 nur mit Matisse/Vermeer)
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über AMD B550
2x PCIe 3.0 x1 über AMD B550
PCI -
Storage 4x SATA 6 GBit/s über AMD B550
1x M.2 mit PCIe 4.0 x4 über CPU (M-Key, PCIe 4.0 x4)
1x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über AMD B550 (M-Key)
USB CPU:
4x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, 4x extern) über CPU

Chipsatz:
3x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, 3x intern) über AMD B550
6x USB 2.0 (2x extern, 4x intern) über AMD B550
Grafikschnittstellen 1x DisplayPort 1.4 Input
1x HDMI 2.1 Output
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt 2x USB-Typ-C Thunderbolt 4 über Intel JHL8540
LAN 2x Intel I255-V 2,5-GBit/s-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN- und
WaKü-Header
1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin CPU-OPT-FAN-Header
2x 4-Pin Chassis-FAN-Header
LED-Beleuchtung 2x 4-Pin RGB-Header
2x 3-Pin ARGB-Header
Onboard-Komfort Status-LEDs, CMOS-Clear-Jumper, Flash-BIOS-Button

 

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Das mitgelieferte Zubehör

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Viel Zubehör hat ASUS dem ProArt B550-Creator nicht beigelegt. Neben dem Handbuch und der DVD befinden sich noch ein DisplayPort-Kabel, zwei SATA-Kabel sowie zwei M.2-Abstandshalter aus Gummi im Karton. Ebenfalls mit im Boot: Der Aktivierungs-Key für ASUS' Control Center Express zur Überwachung und Steuerung von diversen IT-Geräten, die im User-Interface übersichtlich dargestellt werden.


Mit dem B550-PCH bietet AMD den preisbewussten Aufrüstwilligen die Möglichkeit, ein aktuelles und performantes System aufzubauen, das nun auch zum Teil PCIe in der Version 4.0 mitbringt und somit nun nicht mehr den X570-Mainboards vorbehalten ist. Im Grunde unterscheiden sich der B450- und B550-Chipsatz ausschließlich von der PCIe-Generation und der Anzahl der Lanes. Bot der B450-PCH lediglich sechs PCIe-2.0-Lanes, sind es beim B550-Chip nun acht PCIe-3.0-Lanes. AMDs X570-Chipsatz bietet zwar auch nur acht Lanes, in diesem Fall jedoch in der PCIe-4.0-Ausführung.

Davon ab bleibt es bei jeweils zweimal USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s) und USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s) sowie sechs SATA-6GBit/s-Ports. Die Anbindung zwischen CPU und Chipsatz erfolgt über PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s). Zum Vergleich: Mit einem X570-Mainboard läuft die Anbindung über PCIe 4.0 x4 (64 GBit/s). Die einzige Quelle von der PCIe-4.0-Spezifikation kommt auf einem B550-Mainboard vom installierten Prozessor, wobei es mindestens ein CPU-Modell aus der 3000-Serie (Matisse) sein muss. Die 16 PCIe-4.0-Lanes werden je nach Mainboard auf einen PEG-Slot geleitet (x16) oder auf zwei PEG-Slots aufgeteilt (x16, x8/x8). Die übrigen vier PCIe-4.0-Lanes wandern in den meisten Fällen an einen M.2-M-Key-Steckplatz.

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Der Vergleich zwischen dem X570-, B550- und B450-Chipsatz im Überblick
Key-Feature
X570
B550
B450
Fertigung 12 nm 14 nm 55 nm
PCIe-4.0-Konfiguration (CPU) (*1) 1x16 oder 2x8 -
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x8 1x16
Max. PCIe-2.0-Lanes - - 6
Max. PCIe-3.0-Lanes - 10 -
Max. PCIe-4.0-Lanes 16 - -
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 6/2 2/2
Max. USB-2.0-Ports 4 6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 12 6
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossFireX
RAM Channel/ DIMMs pro Kanal 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja
RAID (0, 1, 10) Ja
XFR Ja
XFR 2 (Enhanced) Ja
Precision Boost Overdrive Ja
*1: Nur in Verbindung ab Matisse/Vermeer

 

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Die beiden VRM-Kühler hinterlassen einen ordentlichen Eindruck, sowohl in der Größe als auch bei der Verarbeitung. Ein Blick auf die Unterseite zeigt, dass neben den Spannungswandlern auch die Leistungsstufen mitgekühlt werden. Der PCH-Kühlkörper weist eine absolut ausreichende Größe auf. Aber auch optisch macht dieser einiges her, denn auf dem Kühler selbst wurde eine Glasscheibe mit der ProArt-Aufschrift angeschraubt.

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Insgesamt hat sich ASUS beim ProArt B550-Creator für 14 Spulen entschieden, die effektiv gesehen im 12+2-Design ans Werk gehen. Dabei agieren die 12 VCore-Spulen in vier Dreier-Teams und die beiden SoC-Leistungsstufen zusammen in Kooperation, sodass wir es in Wirklichkeit mit einem 4+1-Design zu tun haben. Als Spannungswandler setzen die Taiwaner auf Vishays SiC639-Wandler, die jeweils bis zu 50 A bereitstellen können. Somit wird bereits jetzt ersichtlich, dass das ASUS ProArt B550-Creator nicht für extremes Overclocking konzipiert ist, sondern eben als Unterbau für Content Creator, wie die Bezeichnung der Platine bereits offenbart.

Der rückseitig verlötete ASP1106-PWM-Controller ist ein umgelabelter RT3667BE von Richtek und dafür bekannt, im Höchstfall 4+2 Spulen anzusprechen. Jeweils ein 8-Pin- und 4-Pin-Stromanschluss gewährleisten den Strominput.

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Vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke bieten ihre Leistung an und nehmen bis zu 128 GB RAM auf. Die maximale und effektive Speichertaktrate bezieht sich auf die CPU/APU-Wahl. Während mit den Ryzen-4000G-APUs (Renoir) bis zu 5.100 MHz drin sein sollen, geht es mit den Ryzen-3000- (Matisse) und Ryzen-5000-Prozessoren bis auf 4.866 MHz hinauf. Jeweils wohlgemerkt mit zwei Single-Rank-Modulen. ASUS preist das ProArt B550-Creator sogar mit ECC-Unterstützung aus, sodass sich optional auch UDIMM-ECC-Module nutzen lassen.

Rechts am Rand halten sich vier Status-LEDs auf und links vom 24-Pin-Stromanschluss ist ein USB-Typ-C-Header vertreten. Letzterer ist mit dem USB-3.2-Gen1-Standard angebunden. Des Weiteren sind jedoch auch einige FAN-Header sowie zwei (A)RGB-Header verbaut.


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Zwei verstärkte PCIe-4.0-x16-Steckplätze (mechanisch) sind an den AM4-Prozessor angebunden und agieren entweder im x16/0- oder x8/x8-Mode. Hinzu kommen noch zwei PCIe-3.0-x1-Slots sowie auch eine mechanische PCIe-3.0-x16-Schnittstelle, die maximal mit vier Lanes vom B550-Chipsatz angebunden ist. Diese vier Lanes werden allerdings dafür benötigt, um den Thunderbolt-4-Controller zu betreiben, sodass der PCIe-3.0-x16-Slot freibleiben muss, soll Thunderbolt 4 benötigt werden.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
- - - - -
PCIe 4.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
- - - - -
PCIe 3.0 x1 x1 (B550) - - -
PCIe 4.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (B550)
- - -
PCIe 3.0 x16 x4 (B550)
- - x4
Hinweise: Für die Nutzung von PCIe 4.0 ist eine Ryzen-3000/5000-CPU erforderlich. Der PCIe-3.0-x16-Steckplatz über den B550-Chipsatz ist mit dem Thunderbolt-4-Controller shared angebunden und wird unbenutzbar, wenn sich eine Erweiterungskarte im Slot befindet. Beide PCIe-3.0-x1-Slots teilen sich die Anbindung mit dem unteren M.2-Anschluss.

Die beiden M.2-Konnektoren wurden von ASUS mit den neuen Schnellverschlüssen versehen, sodass keine Schrauben benötigt werden. Der obere Anschluss geht mit maximal PCIe 4.0 x4 über den AM4-Prozessor und der untere mit PCIe 3.0 x4 über den Chipsatz ans Werk. Es sollte allerdings Beachtung geschenkt werden, dass sich der untere M.2-Steckplatz die Anbindung mit den beiden PCIe-3.0-x1-Slots teilt. Wenn einer oder beide in Verwendung sind, arbeitet das NVMe-Modul noch höchstens im PCIe-3.0-x2-Modus und somit mit halbierter Leistung.

Für die gewisse Portion Sound ist das ASUS-Crystal-Sound-Feature mit an Bord, das aus dem umgelabelten Realtek-ALC1220-Codec und sechs Audio-Kondensatoren besteht.

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Da mit dem B550-Chipsatz und dem Thunderbolt-4-Controller bereits eine rege Lane-Knappheit vorliegt, hat sich ASUS dazu entschlossen, auf lediglich vier SATA-6GBit/s-Buchsen zu setzen. Vorteil hierbei ist, dass kein Sharing vorliegt.

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Das I/O-Panel des ASUS ProArt B550-Creator in der Übersicht
PS/2 -2,5-GBit/s-LAN
(Intel I255-V)
2,5-GBit/s-LAN
(Intel I255-V)
DisplayPort 1.4 In 5x 3,5 mm Klinke
1x TOSLink
2x USB2.0 Flash-BIOS-Button 2x USB 3.2 Gen2
(CPU)
1x USB 3.2 Gen2 (CPU)
1x TB 4
(Typ-C, Intel JHL8540)
1x USB 3.2 Gen2 (CPU)
1x TB 4
(Typ-C, Intel JHL8540)
HDMI 2.1 Out

Neben zweimal USB 2.0 befinden sich vier USB-3.2-Gen2-Ports über den AM4-Prozessor am I/O-Panel. Hinzu kommen natürlich auch noch die beiden Thunderbolt-4-Typ-C-Schnittstellen, die sich optional auch als reguläre USB-3.2-Gen2-Ports verwenden lassen. Oben drüber sind gleich zwei 2,5-GBit/s-LAN-Ports anzutreffen. Hierzu wird auf zwei Intel-I255-V-Controller der neuesten Revision gesetzt. Abgesehen von den obligatorischen Audio-Anschlüssen gibt es außerdem einen DisplayPort-1.4-Grafikeingang und HDMI-2.1-Grafikausgang. Etwas Komfort wird durch den Flash-BIOS-Button ermöglicht.

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Wir sind mit dem Layout des ASUS ProArt B550-Creator sehr zufrieden. Alle Anschlussmöglichkeit befinden sich dort, wo sie einfach hingehören.


BIOS

Getestet haben wir das ASUS ProArt B550-Creator mit der BIOS-Version 0403, in der AMDs AGESA-Patch 1.2.0.0 bereits integriert ist und für unsere Bestückung mit dem Ryzen 5 3600X völlig ausreicht. Doch ASUS ist fleißig dabei, das BIOS mit Blick auf die aktuellen Ryzen-5000-Prozessoren stetig zu verbessern:

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Generell wurde die UEFI-Optik beibehalten. Dabei werden die einzelnen Punkte in Türkis hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift. Oben links angefangen, sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (D.O.C.P.) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das Setup mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden, und es sind wieder einmal sehr viele Funktionen implementiert worden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine dedizierte "Monitor"-Seite umgesetzt, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind an dieser Stelle die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der UEFI-Oberfläche stufen wir mit der Tastatur als hervorragend und mit der Maus als akzeptabel ein. Die Bewegungen des Cursors waren gelinde gesagt ziemlich träge. Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon häufiger kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

Overclocking

Mit 14 CPU-Spulen und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features ist das ASUS ProArt B550-Creator gut für die Übertaktung vorbereitet. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können, sofern gewünscht.

Auf dem ASUS ProArt B550-Creator ist eine Veränderung des Grundtakts von 96,0000 MHz bis 118,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung steht dem Anwender der Override- und der Offset-Modus zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,75000 V bis 2,00000 V in 0,00625-V-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,50000 V bis +0,50000 V in ebenfalls 0,00625-V-Schritten. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die RAM-Teiler reichen von DDR4-1333 bis DDR4-6000.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS ProArt B550-Creator in der Übersicht
Base Clock Rate 96,0000 MHz bis 118,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,75000 V bis 2,00000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 1,80000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,75000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,80000 V bis 2,20000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung 1,05000 Volt bis 1,10000 Volt in 0,05000-Volt-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CLDO VDDP, VDDG CCD, VDDG IOD, VDDP Standby, 2,5 V SB, VTTDDR, VPP_MEM
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 31 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionaler Fan,
CPU-LLC Level 1-5


Auch mit dem ASUS ProArt B550-Creator reichte es bei der CPU-Übertaktung bis 4,3 GHz auf allen sechs Kernen. Im BIOS mussten wir dazu eine VCore von 1,368 V anlegen, damit das Ganze auch stabil war. Die VRM-Kühler blieben dabei recht kühl mit unterhalb von 50 °C. Der Ryzen 5 3600X ist jedoch auch keine große Herausforderung.

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Das XMP wurde von der Platine gut übernommen, wobei man den Gear Down Mode deaktivieren muss, damit die korrekten Latenzen anlagen. Manuell konnten wir den Arbeitsspeicher bis auf effektiv 4.266 MHz bei CL18-18-18-40 beschleunigen.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS ProArt B550-Creator getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests - mit konstant 2.933 MHz und den Timings CL16-16-16-35 2T dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS ProArt B550-Creator mussten wir keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Modi arbeiteten bereits wie gewünscht.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2020 Memory Benchmark:

3DMark

Fire Strike

Futuremark Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Multi Threaded

Cinebench Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2020

Speicher-Bandbreite

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

In Summe passt die Leistung, wenn man von Cinebench R15 absieht, doch im Grunde fehlen hier nur ein paar Pünktchen und sind kein Grund zu großer Sorge.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

ASUS kann sicherlich noch an der Startzeit des ProArt B550-Creator Hand anlegen, denn fiel mit 14 Sekunden etwas lang aus. Verglichen mit anderen Platinen hat ASUS bereits unter Beweis stellen können, dass es schneller geht.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS ProArt B550-Creator Hand  hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein Thunderbolt-4-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme (normal)

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

55,1 W haben wir mit dem ASUS ProArt B550-Creator im Leerlauf gemessen, die für ein B550-Mainboard ebenfalls erhöht ausfallen.

Leistungsaufnahme (normal)

Cinebench R15 xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch in Verbindung mit Cinebench R15 ist der Stromhunger mit 137,1 W ziemlich hoch, wenn dieser mit anderen B550-Mainboards verglichen wird.

Leistungsaufnahme Prime95 (normal)

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Während die CPU mit Prime95 fleißig rechnete, zeigte unser Verbrauchsmessgerät 140,5 W an, die ebenfalls über dem Durchschnitt liegen.

CPU-Spannungen Prime95 (normal)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Mit einer Default-VCore von 1,360 V befindet sich das ASUS ProArt B550-Creator genau im Durchschnitt und zieht mit dem hauseigenen ROG Strix B550-I Gaming und dem TUF Gaming B550M-Plus (Wi-Fi) gleich.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich, sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme (reduziert)

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir für unsere Testzwecke den zweiten LAN-Port deaktivieren, wodurch alleine im Idle knapp 1 W an Energie eingespart wurden.

Leistungsaufnahme (reduziert)

Cinebench R15 xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Etwas mehr war es dann mit Cinebench R15, wo wir einen Unterschied von 2,6 W festhalten konnten.

Leistungsaufnahme Prime95 (reduziert)

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Fast 1 W weniger war es dann im Vergleich zu vorher mit Prime95.

CPU-Spannungen Prime95 (reduziert)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die VCore ordnete sich erneut bei 1,360 V ein.

In allen drei Last-Szenarien ist die Leistungsaufnahme des ASUS ProArt B550-Creator etwas erhöht und kommt einigen X570-Platinen sehr nahe.


USB-3.2-Gen2-Performance

Das ASUS ProArt B550-Creator stellt insgesamt vier USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Alle vier Stück befinden sich am I/O-Panel und sind an den AM4-Prozessor angebunden.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Sowohl über den Ryzen 5 3600X als auch über den JHL8540, Intels Thunderbolt-4-Controller, werden sehr ordentliche USB-3.2-Gen2-Werte erreicht. Im Lesen jeweils über 1 GB/s, doch bei der Schreibrate hat Intels Thunderbolt-4-Controller die Nase etwas vorne.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das ASUS ProArt B550-Creator drei Stück an. Zwei Ports lassen sich in Form eines Onboard-Headers über den PCH realisieren, der Typ-C-Header wird ebenfalls vom B550-Chipsatz angesprochen. Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2-Lösung verwendet.

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AMDs B550-Chipsatz kümmert sich direkt um die Ansteuerung der drei USB-3.2-Gen1-Ports, die mit jeweils über 460 MB/s sehr gute Ergebnisse abgeliefert haben.

SATA-6GBit/s-Performance

Das ASUS ProArt B550-Creator stellt vier SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle vier SATA-Konnektoren arbeiten nativ mit dem B550-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Bei der SATA-Performance reichte es bis 530 MB/s lesend und maximal 504 MB/s im Schreiben, was gar nicht so schlecht ist.

M.2-Performance

Auf dem ASUS ProArt B550-Creator halten sich zwei M.2-M-Key-Schnittstellen für den Einsatz bereit. Eine arbeitet mit der PCIe-4.0-x4-Anbindung über den Ryzen-3000/5000-CPU und die Andere mit dem PCIe-3.0-x4-Interface über den Chipsatz.

Für den M.2-Test verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.3 und bedient sich an vier Gen4-Lanes vom Prozessor und vier Gen3-Lanes vom PCH.

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Corsairs MP600-PCIe-4.0-x4-SSD wird gerade über den Ryzen 5 3600X ordentlich unter Last gesetzt. Dabei wurden die Herstellerangaben sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen mit 5.000 MB/s respektive 4.266 MB/s übertroffen. Die M.2-Schnittstelle über den B550-Chipsatz limitiert das Modul natürlich aufgrund der PCIe-3.0-x4-Anbindung. Die Ergebnisse sehen mit über 3.100 MB/s jedoch passend aus.


AM4-Mainboards für AMDs Ryzen-Prozessoren, die zusätzlich Thunderbolt zu bieten haben, lassen sich an einer Hand abzählen. ASRock hat mit dem X570 Phantom Gaming-ITX/TB3 (Hardwareluxx-Test) und dem X570 Creator (Hardwareluxx-Test) zwei Modelle im Portfolio. Aus dem Hause Gigabyte gibt es zudem das B550 Vision D aus Content-Creation-Serie. Alle drei Mainboards bieten mindestens einen Thunderbolt-3-Anschluss. Doch AMD-Platinen mit dem neuen Thunderbolt-4-Standard sind nochmals seltener anzutreffen. Bisher hat es ausschließlich ASUS mit dem im März vorgestellten ProArt B550-Creator geschafft, Intels neuen JHL8540-Controller auf einem AMD-Mainboard unterzubringen. Das I/O-Panel bringt hierfür zwei USB-Typ-C-Schnittstellen mit, welche mit diesem Standard arbeiten können, jedoch auch mit der USB-3.2-Gen2-Spezifikation umzugehen wissen.

Als Basis kommt AMDs B550-Chipsatz zum Einsatz, sodass trotz Content-Creation-Richtung auch das CPU- und RAM-Overclocking ermöglicht wird. ASUS verbaut hierzu absolut ausreichende Spannungswandler von Vishay mit 50 A, die zu einem 12+2-Phasendesign führen. Bis auf die vier Status-LEDs und einen Flash-BIOS-Button am I/O-Panel bringt die ATX-Platine jedoch keinen weiteren Onboard-Komfort mit. Für Arbeitsspeicher-intensive Anwendungen lassen sich bis zu 128 GB an RAM unterbringen und optional auch mit höherem Speichertakt. Mit zwei mechanischen PCIe-4.0-x16-, einem PCIe-3.0-x16-Slot auf mechanischer Basis sowie zwei PCIe-3.0-x1-Slots lässt sich das Content-Creation-System beliebig erweitern. Dies gilt auch für den Storage-Bereich, für den neben zwei M.2- auch vier SATA-6GBit/s-Buchsen ihre Dienste anbieten.

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Abgesehen von den beiden Thunderbolt-4-Ports hat das ASUS ProArt B550-Creator außerdem vier USB-3.2-Gen2-Schnittstellen über den AM4-Prozessor und dazu dreimal USB 3.2 Gen1 und insgesamt sechsmal USB 2.0 über den B550-Chipsatz zu bieten. WLAN gehört zwar nicht zur Grundausstattung, allerdings hat ASUS gleich zwei Intel-I225-V-Controller der neuesten Revision verbaut, die jeweils bis zu 2,5 GBit/s an Daten schaufeln können. Hinzu kommt Realteks ALC1220-Audio-Codec, der sich den fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und dem optischen Digitalausgang annimmt. Die Ausstattung weiß daher durchaus zu überzeugen, was allerdings weniger für die erhöhte Leistungsaufnahme gilt, die wir im Test feststellen mussten. 

Wer also auf der Suche nach einem AMD-Mainboard inklusive Thunderbolt 4 ist, kommt derzeit nicht um das ASUS ProArt B550-Creator herum, das im Großen und Ganzen auch überzeugen konnte. Wäre da nicht der Preis von mindestens 265 Euro, der für ein B550-Mainboard recht hoch ausfällt.

Positive Eigenschaften des ASUS ProArt B550-Creator:

Negative Eigenschaften des ASUS ProArt B550-Creator:

Im Test hat sich ASUS' B550-Creator aus der ProArt-Produktreihe als einziges AMD-Mainboard mit zwei Thunderbolt-4-Ports herausgestellt, das in dieser Form derzeit einzigartig ist und für Content-Creator für bis zu 16 Kerne und 32 Threads lukrativ in Erscheinung tritt.

Persönliche Meinung

Es ist schön zu sehen, dass der Thunderbolt-4-Standard seinen Weg auch in den AMD-Sektor gefunden hat. ASUS hat mit dem ProArt B550-Creator einen guten Start hingelegt und es bleibt zu hoffen, dass ein paar weitere Platinen von anderen Mainboard-Herstellern folgen werden. Generell lässt sich die Platine nicht nur als reiner Content-Creator, sondern auch als normaler Anwender verwenden, falls die technischen Eigenschaften sowie die gebotene Optik zusagen. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
ASUS ProArt B550-Creator
Nicht verfügbar 239,90 Euro Ab 221,00 EUR