Mit massiver Spannungsversorgung: MSI MEG B550 UNIFY im Test

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msi meg b550 unify teaser 100Bisher war es bei MSI so, dass die MEG-Mainboardserie ausschließlich für den größten Chipsatz einer Plattform vorbehalten ist. Mit AMDs B550-PCH hat sich MSI nun jedoch dazu entschlossen, diese Tradition zu brechen und nun auch für den Mainstream-Chipsatz zumindest zwei MEG-Modelle mit B550-Chipsatz anzubieten. Neben dem MEG B550 UNIFY-X handelt es sich um das MEG B550 UNIFY, das wir uns in der Redaktion einmal näher angeschaut und durch den AM4-Testparcours geschickt haben.

Angekündigt hatte MSI das MEG B550 UNIFY und MEG B550 UNIFY-X bereits im Oktober letztes Jahr, wo dann gleichzeitig einige technische Eigenschaften bekannt wurden. Im Vordergrund stand hierbei natürlich die 14+2-phasige Spannungsversorgung mit 90-A-Spannungswandlern und eine eher untypische M.2-Konfiguration, wie sie auf einem B550-Mainboard nur sehr selten anzutreffen ist. Doch wurde von MSI auch die restliche Ausstattung nicht vernachlässigt und soll der Oberklasse entsprechen. Werfen wir unsere Blicke nun auf das MSI MEG B550 UNIFY.

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Wie bisher alle anderen UNIFY-Modelle - sei es mit einem Intel- oder AMD-Chipsatz, ist auch das MEG B550 UNIFY grundlegend in Schwarz gehalten. Dies gilt nicht nur für das ATX-PCB, sondern auch für sämtliche Schnittstellen, wenn man vom obersten PCIe-4.0-x16-Steckplatz absieht. Der MSI-Gaming-Drache auf dem großen VRM-Kühler sieht hochwertig aus und ist nett anzusehen, ist gleichzeitig natürlich aber auch Geschmackssache.

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die technischen Eigenschaften des MSI MEG B550 UNIFY:

Die Daten des MSI MEG B550 UNIFY in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
MEG B550 UNIFY
Mainboard-Format ATX
CPU-Sockel PGA AM4 (für Ryzen 3000, Ryzen 4000G und Ryzen 5000)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
2x 8-Pin EPS12V
1x 6-Pin PCIe
Phasen/Spulen 17 Stück
(16x CPU (14+2), 1x RAM)
CPU-MOSFETs 90A (Infineon TDA21490)
Preis ab 275 Euro
Webseite MSI MEG B550 UNIFY
 
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz, Kühlung AMD B550 Chipsatz, passiv
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 5.600 MHz mit Ryzen 4000G, max. 5.100 MHz mit Ryzen 3000/5000
Speicherausbau max. 128 GB (mit 32-GB-UDIMMs)
SLI / CrossFire 2-Way-CrossFireX
 
Onboard-Features
PCI-Express 1x PCIe 4.0/3.0 x16 (x16) über CPU (PCIe 4.0 nur mit Ryzen 3000/5000)
1x PCIe 3.0 x16 (x4) über AMD B550 (shared)
2x PCIe 3.0 x1 über AMD B550
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen
6x SATA 6GBit/s über AMD B550
1x M.2 M-Key mit PCIe 4.0/3.0 x4 oder SATA 6 GBit/s über CPU (PCIe 4.0 nur mit Ryzen 3000/5000)
2x M.2 M-Key mit PCIe 4.0/3.0 x4 über CPU oder PCIe 3.0 x2 über AMD B550 (2x shared)
1x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x4 über AMD B550
USB CPU: 4x USB 3.2 Gen2 (4x extern)
Chipsatz:
1x USB 3.2 Gen2 (1x intern), 2x USB 3.2 Gen1 (2x intern), 8x USB 2.0 (4x extern, 4x intern)
Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.1
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax über Intel Wi-Fi 6 AX200, Dual-Band,bis 2,4 GBit/s, Bluetooth 5.1
Thunderbolt -
LAN 1x Realtek RTL8125B 2,5-GBit/s-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220P Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
LED-Beleuchtung 1x 4-Pin-RGB-Header
2x 3-Pin Rainbow-RGB-Header
1x 3-Pin-CORSAIR-RGB-Header
FAN- und WaKü-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin WPump-Header
6x 4-Pin System-FAN-Header
Onboard-Komfort Status-LEDs, Debug-LED, LED-Switch, Flash-BIOS-Button, CMOS-Clear-Button, Power-Button, Reset-Button
Herstellergarantie 3 Jahre (nur über Händler)
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Das mitgelieferte Zubehör

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Wer sich für das MSI MEG B550 UNIFY entscheidet, bekommt einiges an Zubehör mit an die Hand. Von den üblichen Pflichtbeigaben einmal abgesehen, sind nicht nur zwei SATA-Kabel, vier M.2-Schrauben und natürlich die 2T2R-WLAN-Antenne, sondern auch diverse RGB-Verlängerungskabel mit vertreten, was auch für den MSI-Gaming-Gehäuse -und für die SATA-Kabel-Sticker gilt. Mit einem kleinen Infoheft animiert MSI dazu, das gekaufte Produkt auf der MSI-Webseite zu registrieren. Etwas Werbung bietet der kleine MSI-Produktheft.

Das Highlight allerdings ist zweifellos der DIY-Mainboard-Stand (Do It Yourself), mit dem der Enthusiast vor dem Einbau ins Gehäuse die passende Overclocking-Konfiguration ausloten kann und auf diese Weise einen freien Zugriff auf das System erhält. Selbstverständlich ist dafür ein solcher Mainboard-Stand nicht zwingend erforderlich, ist aber dennoch eine nette Beigabe von MSI.


Mit dem B550-PCH bietet AMD den preisbewussten Aufrüstwilligen die Möglichkeit, ein aktuelles und performantes System aufzubauen, das nun auch zum Teil PCIe in der Version 4.0 mitbringt und somit nun nicht mehr den X570-Mainboards vorbehalten ist. Im Grunde unterscheiden sich der B450- und B550-Chipsatz ausschließlich von der PCIe-Generation und der Anzahl der Lanes. Bot der B450-PCH lediglich sechs PCIe-2.0-Lanes, sind es beim B550-Chip nun acht PCIe-3.0-Lanes. AMDs X570-Chipsatz bietet zwar auch nur acht Lanes, in diesem Fall jedoch in der PCIe-4.0-Ausführung.

Davon ab bleibt es bei jeweils zweimal USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s) und USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s) sowie sechs SATA-6GBit/s-Ports. Die Anbindung zwischen CPU und Chipsatz erfolgt über PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s). Zum Vergleich: Mit einem X570-Mainboard läuft die Anbindung über PCIe 4.0 x4 (64 GBit/s). Die einzige Quelle von der PCIe-4.0-Spezifikation kommt auf einem B550-Mainboard vom installierten Prozessor, wobei es mindestens ein CPU-Modell aus der 3000er-Serie (Matisse) sein muss. Die 16 PCIe-4.0-Lanes werden je nach Mainboard auf einen PEG-Slot geleitet (x16) oder auf zwei PEG-Slots aufgeteilt (x16, x8/x8). Die übrigen vier PCIe-4.0-Lanes wandern in den meisten Fällen an einen M.2-M-Key-Steckplatz.

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Der Vergleich zwischen dem X570-, B550- und B450-Chipsatz im Überblick
Key-Feature
X570
B550
B450
Fertigung 12 nm 14 nm 55 nm
PCIe-4.0-Konfiguration (CPU) (*1) 1x16 oder 2x8 -
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x8 1x16
Max. PCIe-2.0-Lanes - - 6
Max. PCIe-3.0-Lanes - 10 -
Max. PCIe-4.0-Lanes 16 - -
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 6/2 2/2
Max. USB-2.0-Ports 4 6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 12 6
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossFireX
RAM Channel/ DIMMs pro Kanal 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja
RAID (0, 1, 10) Ja
XFR Ja
XFR 2 (Enhanced) Ja
Precision Boost Overdrive Ja
*1: Nur in Verbindung mit einem Ryzen-3000/5000-Prozessor

 

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Wird das MSI MEG B550 UNIFY einmal umgedreht, ist die kleine Backplate zu erkennen, die für die Kühlung der darunter befindlichen Kondensatoren zuständig ist. Während davon ab der PCH-Kühler eher unspektakulär ist, lohnt sich schon viel mehr ein Blick auf den umfangreichen VRM-Kühler. Dieser besteht aus zwei Kühlkörpern, die von MSI mit einer Heatpipe verbunden worden sind. Generell werden nicht nur die Spannungswandler durch den VRM-Kühler auf Temperatur gehalten, sondern auch die Leistungsstufen. MSI hat die Fläche für das I/O-Panel-Cover genutzt, um die Kühlfläche zu erweitern, was natürlich eine gute Lösung ist.

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Für ein B550-Mainboard fährt MSI beim MEG B550 UNIFY(-X) bei der CPU-Spannungsversorgung ordentliche Geschütze auf und stattet die Platine mit einem nativen 14+2-VRM-Bereich aus. Die 14 Leistungsstufen gehen für die VCore ans Werk, die restlichen zwei für die CPU-SoC-Spannung. Dabei setzt MSI in Sachen Spannungswandler auf insgesamt 16 TDA21490-Power-Stages von Infineon, die bekanntlich bis zu 90 A liefern können. Der VCore-Ampere-Output beträgt damit satte 1.260 A und sollte für die Übertaktung absolut ausreichen. Zusammen mit den 180 A für den CPU-SoC liegt der Gesamt-Output bei 1.440 A.

Ergänzend kommt erfreulich hinzu, dass MSI nicht dazu gezwungen ist, auf Phasen-Doppler oder auf das Teaming-Verfahren zu setzen, denn alle 16 CPU-Spulen sind nativ über den XDPE132G5C angebunden, der ebenfalls von Infineon stammt und bis zu 16 Spulen stemmen kann. Um der CPU-Spannungsversorgung auch die nötige Energie zuzuführen, hat MSI das MEG B550 UNIFY(-X) mit gleich zweimal 8-Pin ausgestattet.

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Bei der DIMM-Slot-Bestückung muss zwischen dem MEG B550 UNIFY und dem MEG B550 UNIFY-X unterschieden werden, denn im ersten Fall sind es vier und im zweiten Fall zwei Speicherbänke. Demnach lassen sich beim MEG B550 UNIFY bis zu 128 GB RAM aufschnallen, mit dem MEG B550 UNIFY-X ist es logisch betrachtet nur die Hälfte. Im Gegenzug soll sich letzteres Modell bei der Arbeitsspeicher-Übertaktung besser anstellen, dadurch, dass die beiden Speicherbänke unter Berücksichtigung des Dual-Channel-Interfaces deutlich dichter am CPU-Sockel positioniert sind.

MSI gibt beim MEG B550 UNIFY einen maximalen RAM-Takt von effektiv 5.600 MHz an, sofern zwei Single-Rank-Module aus der offiziellen QVL verwendet werden. In Verbindung mit dem MEG B550 UNIFY-X sollen hingegen 200 MHz mehr drin sein. Zumindest beim MEG B550 UNIFY können wir verifizieren, dass MSI bei der RAM-Spannungsversorgung auf jeweils zwei NTMFS4C029N und NTMFS4C024N als High- und Low-Side-MOSFET setzt.

Doch es gibt noch mehr Details auf diesem Bild zu entdecken. Nicht nur der USB-Typ-C-Header mit der USB-3.2-Gen2-Spezifikation (10 GBit/s), sondern auch die vier Status-LEDs sowie die deutlich komfortablere Debug-LED, mit der erweitertes Troubleshooting möglich ist. Davon abgesehen sind auch ein 3-Pin-ARGB- und CORSAIR-RGB-LED-Header sichtbar, wobei das MEG B550 UNIFY(-X) von Haus aus keine RGB-Beleuchtung im Gepäck hat.


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Beide Versionen bieten einmal PCIe 4.0 x16 primär für eine Grafikkarte über den Prozessor. Zweimal PCIe 3.0 x1 und einmal PCIe 3.0 x16 (elektrisch max. x4) agieren hingegen über den B550-Chipsatz. Aufgrund der zahlreichen vorhandenen M.2-M-Key-Anschlüsse (vier Stück an der Zahl) kommen an dieser Stelle natürlich einige Einschränkungen zum Vorschein. So wird der unterste Erweiterungsslot (PCIe 3.0 x16) unbrauchbar, sofern der Anwender im untersten M.2-Steckplatz ein Modul installiert hat.

Die beiden mittleren M.2-Konnektoren wurden an die CPU und an den Chipsatz angebunden. Im BIOS kann der Anwender frei entscheiden, ob diese über den B550-PCH mit maximal PCIe-3.0-x2-Mode oder lieber über den AM4-Prozessor mit höchstens PCIe 4.0 x4 ans Werk gehen sollen. Standardmäßig ist die PCH-Einstellung aktiv. Entscheidet sich der Käufer jedoch für die CPU-Variante, wird der PCIe-4.0-x16-Slot kastriert und kann höchstens im x8-Modus arbeiten. Einzig der M.2-Anschluss ganz oben kann ohne Restriktionen genutzt werden und wird von den dafür vorgesehenen vier PCIe-4.0-Lanes vom AM4-Prozessor angesteuert.


PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-CrossFireX
- - - -
PCIe 4.0 x16 x16 (CPU) x16 x16
-
- - -
PCIe 3.0 x1 x1 (B550) - -
- - - -
PCIe 3.0 x1 x1 (B550) - -
PCIe 3.0 x16 x4 (B550) - x4
Hinweis: Für die Nutzung von PCIe 4.0 ist eine Ryzen-3000/5000-CPU erforderlich. Wird/werden eine/beide mittige(n) M.2-Schnittstelle(n) verwendet, wird der PCIe-4.0-x16-Slot höchstens im x8-Mode angesprochen, sofern die Lanes von der CPU kommen (ist im BIOS umschaltbar).

Als weitere Einschränkung nennt MSI den Wegfall des fünften SATA-Ports, wenn im dritten M.2-Anschluss ein SATA-Modul eingesetzt ist. Handelt es sich hingegen um ein PCIe-Modul, kann außerdem der sechste SATA-Port nicht mehr genutzt werden. Demnach besteht bei der Bestückung die Qual der Wahl.

Unten rechts in der Ecke des PCBs bieten noch ein Power- und Reset-Button sowie ein LED-Switch ihre Dienste an. Für den Onboard-Sound hat sich MSI für den Realtek-ALC1220P-Codec, einigen Audio-Kondensatoren und einem Kopfhörerverstärker entschieden. Zu sehen ist aber auch noch ein 6-Pin-PCIe-Stromanschluss, der laut MSI generell vom Netzteil aus belegt sein sollte. Beim Praxistest wollen wir jedoch herausfinden, ob dieser für einen humanen Einsatz wirklich notwendig ist.

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Hier sind die sechs nativen SATA-6GBit/s-Ports zu sehen, die auch alle um 90 Grad angewinkelt sind. Wie wir bereits weiter oben erläutert haben, sind lediglich Port 5 und 6 shared angebunden. Demnach können die restlichen vier Anschlüsse frei verwendet werden.

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Das I/O-Panel des MSI MEG B550 UNIFY in der Übersicht
CMOS-Clear-
Button
PS/2 2x USB 2.0 - 2,5 GBit/s LAN
(Realtek RTL8125B)
WLAN-Modul 5x 3,5 mm Klinke
1x TOSLink
Flash-BIOS-
Button
2x USB 2.0
(unten: Flash-BIOS)
HDMI 2.1 2x USB 3.2 Gen2
Typ-A (CPU)
2x USB 3.2 Gen2
Typ-A/C (CPU)

Das I/O-Panel des MSI MEG B550 UNIFY(-X) lässt eigentlich kaum Wünsche offen und liefert alle wichtigen Anschlussmöglichkeiten. Über den AM4-Prozessor wurden vier USB-3.2-Gen2-Ports mit jeweils 10 GBit/s realisiert, von denen eine als Typ-C-Ausführung ihre Stellung hält. Hinzu kommen zwei USB-2.0-Buchsen. Abgesehen von einmal PS/2 und den üblichen Audio-Anschlüssen kommt nicht nur das WLAN-AX- und Bluetooth-5.1-Modul hinzu, sondern auch ein 2,5-GBit/s-LAN-Port. Der CMOS-Clear- und Flash-BIOS-Button erhöhen den Komfort beträchtlich. Wird eine AMD-APU genutzt, kann zusätzlich der HDMI-2.1-Grafikausgang verwendet werden.

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Vom Gesamt-Layout und von der Optik her hinterlässt das MSI MEG B550 UNIFY einen guten Eindruck, wobei gerade die Optik natürlich von jedem Menschen unterschiedlich empfunden wird. Generell bieten sich neben dem CPU-FAN- und dem Pumpen-Anschluss sechs weitere Lüfteranschlüsse an, sodass ein ordentlicher Gehäuse-Airflow realisierbar ist.


BIOS

Vorinstalliert war die BIOS-Version 7D13v10, sprich das First Release für das MSI MEG B550 UNIFY. Auf der MSI-Webseite gab es zum Testzeitpunkt jedoch mit der Version 7D13v112 eine neue Beta-Version, die als große Änderung AMDs AGESA 1.1.9.0 mitbringt und primär für die Ryzen-5000-Prozessoren konzipiert ist, aber auf der anderen Seite auch für die älteren CPU-Modelle das Re-Size-BAR-Feature ermöglicht, sodass AMDs SAM-Funktion nicht nur den Ryzen-5000-Prozessoren vorbehalten ist.

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Unterschieden wird weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

Mittels Game-Boost kann der Anwender einerseits die automatische CPU-Übertaktung und auf der anderen Seite auch XMP aktivieren, sofern mindestens ein Profil in den installierten DIMMs vorhanden ist.

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Auf der Advanced-Oberfläche befindet sich mittig das MEG-Logo. Oben links hat MSI neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt. Rechts benachbart ist der A-XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige, ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Mit beachtlichen 16 CPU-Spulen (14+2), einer RAM-Spule und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features eignet sich das MSI MEG B550 UNIFY hervorragend zum Übertakten. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können.

Auf dem MSI MEG B550 UNIFY ist eine Veränderung des Grundtakts von 96,0000 MHz bis 120,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung stehen dem Anwender nicht nur der Override- und der Offset-Modus, sondern auch deren Kombination zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,9000 V bis 2,0000 V in 0,0125-V-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,4500 V bis +0,4500 V in ebenfalls 0,0125-V-Schritten. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MEG B550 UNIFY in der Übersicht
Base Clock Rate 96,0000 MHz bis 120,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,9000 Volt bis 2,0000 Volt in 0,0125-V-Schritten (Override-Modus)
-0,4500 V bis +0,4500 V in 0,0125-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,9000 Volt bis 1,3500 Volt in 0,0125-V-Schritten (Override-Modus)
-0,3000 V bis +0,3000 V in 0,0125-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung - nicht möglich -
CPU-VDDP-Spannung 0,700 V bis 2,000 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,850 Volt bis 1,500 Volt in 0,010-Volt-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VDDG CCD, VDDG IOD, PCH PHY, DRAM_VPP, DRAM CH_A/B VREF
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 43 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
CPU-LLC Level 1-8

Zugegeben, der Ryzen 5 3600X ist eigentlich kein angemessener Prozessor für den brachialen VRM-Bereich des MSI MEG B550 UNIFY. Allerdings können umfangreiche Spannungsversorgungen auch bei kleinen CPUs zeigen, was sie leisten. Leider war das Ergebnis nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Natürlich waren 4,3 GHz auf allen sechs Kernen kein Problem, allerdings wollte das MSI MEG B550 UNIFY hierfür recht hohe 1,387 Volt VCore haben, damit das Ganze stabil war. Dies ist unserer Ansicht nach schon recht hoch, wenn wir die Overclocking-Ergebnisse mit anderen AM4-Probanden vergleichen.

Beispielsweise das ASUS ROG Strix B550-E Gaming (Hardwareluxx-Test) brauchte lediglich 1,325 V und das mit einem auf dem Papier leistungsschwächeren VRM-Bereich. Aber selbst aus dem eigenen Reihen waren es in Verbindung mit dem MSI MEG X570 ACE (Hardwareluxx-Test) noch annehmbare 1,350 V. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass der 6-Pin-PCIe-Stromanschluss keine Änderung an dem Overclocking-Verhalten gebracht hat, was bei zwei 8-Pin-Anschlüssen aber nicht wirklich erklärbar gewesen wäre, denn diese stellen genügend Leistung bereit.

Absolut problemlos waren die Temperaturen des VRM-Kühlers unter Last mit 4,3 GHz und einer hohen VCore von 1,425 V, doch der Ryzen 5 3600X war für das MSI MEG B550 UNIFY in dieser Disziplin keine Herausforderung. Gemessen haben wir eine Temperatur von um die 40 °C und dies zeigt sehr schön, dass der Kühler gerade für großen Krawallbrüder, wie den Ryzen 9 5900X/5950X gut gerüstet ist.

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Das XMP wurde vom MSI MEG B550 UNIFY ohne Beanstandungen in die Tat umgesetzt, was wir auch nicht anders erwartet hatten. Nachdem wir die Gear-Down-Funktion im BIOS deaktiviert hatten, stimmten auch die im Profil hinterlegten Timings. Bei der manuellen RAM-Übertaktung kamen wir im Höchstfall auf gute 4.333 MHz (effektiv) mit CL17-18-18-38. Das Board selbst ist von MSI bis 5.600 MHz angegeben worden, allerdings sind dafür entsprechende DIMMs und eine selektierte CPU notwendig.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI MEG B550 UNIFY getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests - mit konstant 2.933 MHz und den Timings CL16-16-16-35 2T dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI MEG B550 UNIFY mussten wir keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Modi arbeiteten bereits wie gewünscht.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2020 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 xCPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2020

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die Grundperformance fällt unauffällig gut aus und keinerlei Grund zur Kritik.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bei der Boot-Dauer benötigt das MSI MEG B550 UNIFY mit 13,79 Sekunden von allen bisherigen getesteten B550-Mainboards am längsten, befindet sich vom Durchschnitt her im Mittelfeld. Eventuell kann MSI bei künftigen BIOS-Updates noch ein paar Sekunden herausholen.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI MEG B550 UNIFY hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Hinzu kommt schließlich noch ein WLAN- und Bluetooth-Modul.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Leerlauf haben wir mit dem MSI MEG B550 UNIFY und dem Restsystem 52,8 W gemessen - und dieser Wert entspricht so ziemlich dem Durchschnitt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Die von uns ermittelten 138 W während des Cinebench-R15-Laufs liegen dagegen auf einem erhöhten Niveau und ist von allen getesteten B550-Boards am höchsten.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch die 141,7 W in Verbindung mit Prime95 sind schon ein gutes Stück zu hoch, wenn man den relativ geringen Unterschied zum ASRock X570 Aqua (Hardwareluxx-Test) und dem ASUS ROG Crosshair VIII Dark Hero (Hardwareluxx-Test) betrachtet.

CPU-Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Ein Grund für die erhöhte Leistungsaufnahme ist bei der Default-VCore zu finden, die beim MSI MEG B550 UNIFY bei 1,366 V lag.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich, sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir für unsere Zwecke lediglich das WLAN-Modul deaktivieren, was allerdings immerhin etwas Energie einsparen konnte. Im Idle waren es fast ein Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 xCPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Genau ein Watt weniger waren es beim weiteren Cinebench-R15-Laufs.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Am wenigsten zeigte sich die Energieeinsparung mit Prime95. Statt 141,7 W waren es 141 W, was man noch fast als Messtoleranz gelten lassen kann.

CPU-Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die VCore änderte sich natürlich nicht und war weiterhin mit 1,366 V präsent.

Liegen die Verbrauchswerte im Idle in einem guten Bereich, genehmigt sich das MSI MEG B550 UNIFY unter Last für ein B550-Mainboard schon eine ordentliche Portion Strom. Die Werte reichen fast an umfangreichere X570-Mainboards heran.


USB-3.2-Gen2-Performance

Das MSI MEG B550 UNIFY stellt insgesamt fünf USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel und sind an den Prozessor angebunden. Die interne Schnittstelle hingegen über den B550-Chipsatz.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Der Ryzen 5 3600X konnte mit 1.037 MB/s im Lesen und 966 MB/s im Schreiben gute USB-3.2-Gen2-Werte erzielen.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das MSI MEG B550 UNIFY zwei Stück an. Alle beide werden über den Header realisiert und vom PCH angesprochen. Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2-Lösung verwendet.

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Mit einer Lese- und Schreibrate von über 460 MB/s stimmt auch die USB-3.2-Gen1-Leistung über den B550-Chipsatz.

SATA-6GBit/s-Performance

Das MSI MEG B550 UNIFY stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs SATA-Konnektoren arbeiten nativ mit dem B550-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Spürbar ist die SATA-Performance sehr gut, auf der messbaren Seite waren es bis zu 531 MB/s lesend und höchstens 501 MB/s schreibend.

M.2-Performance

Auf dem MSI MEG B550 UNIFY halten sich insgesamt vier M.2-M-Key-Schnittstellen für den Einsatz bereit. Eine arbeitet mit der PCIe-4.0-x4-Anbindung über den Ryzen-3000/5000-CPU und die Andere mit dem PCIe-3.0-x4-Interface über den Chipsatz. Die beiden mittleren M.2-Anschlüsse agieren wahlweise über den Chipsatz mit max. PCIe 3.0 x2 oder über die CPU mit max. PCIe 4.0 x4.

Für den M.2-Test verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.3 und bedient sich an vier Gen4-Lanes vom Prozessor und vier Gen3-Lanes vom PCH.

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Über den Ryzen 5 3600X wurde die Corsair MP600 auf knapp über 5.000 MB/s im Lesen und auf 4.269 MB/s im Schreiben beschleunigt. Der B550-Chipsatz hingegen limitiert die MP600 auf maximal PCIe 3.0 x4 und dies zeigt sich auch sehr gut bei den sequentiellen Transferraten von über 3 GB/s.

Die beiden mittleren M.2-Anschlüsse arbeiten mit BIOS-Default-Werten über den B550-Chipsatz mit höchstens PCIe 3.0 x2, was wir bestätigen können. Im Anschluss haben wir die beiden Schnittstellen auf die CPU umgestellt. Allerdings konnte die SSD dann nicht initialisiert werden und die Debug-LED zeigte den Wert "E6" an, der laut der Code-Liste nicht aussagekräftig ist. Wir gehen demnach von einem BIOS-Problem aus, das sich möglicherweise nur auf die Ryzen-3000-Prozessoren beschränkt und haben dieses Fehlerbild an MSI weitergeleitet, damit sie sich die Sache einmal ansehen können.

Wir können außerdem bestätigen, dass der zusätzliche 6-Pin-PCIe-Stromanschluss bei einer humanen Bestückung nicht zwingend erforderlich ist. Erst wenn alle M.2-Steckplätze belegt sind, sollte auch der 6-Pin-PCIe-Stromstecker gesteckt sein.


Bisher waren die MEG-Mainboards (MSI Enthusiast Gaming) von MSI nur den größten Chipsätzen einer Plattform vorbehalten. Mit dem B550-Chipsatz bricht das taiwanische Unternehmen die eigene Tradition in Form des MEG B550 UNIFY und MEG B550 UNIFY-X, wie wir zuvor berichtet hatten. Genau wie alle anderen MEG-UNIFY-Modelle auch, wurde das MEG B550 UNIFY(-X) in schlichtem Schwarzen gehalten und bringt von Haus aus keine einzige RGB-LED mit. Über einige RGB-Header lässt sich optional aber eine RGB-LED-Beleuchtung realisieren.

Ein Aushängeschild beim MSI MEG B550 UNIFY(-X) ist zweifelsohne die umfangreiche CPU-Spannungsversorgung, die aus einer nativen 14+2-Konfiguration mit hochwertigen 90-A-Wandlern besteht und ein Gesamt-Output von beachtlichen 1.440 A bereitstellen kann. An dieser Stelle wollte MSI keine Kompromisse eingehen. Im Vergleich zu anderen AM4-Mainboards, die auf dem Papier schwächer bestückt sind, war in Verbindung mit dem MSI MEG B550 UNIFY schlussendlich aber eine höhere CPU-Spannung notwendig, damit die 4,3 GHz auf allen sechs Kernen gehalten werden konnten.

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Ein weiteres Highlight des MSI MEG B550 UNIFY(-X) sind seine vier M.2-M-Key-Schnittstellen. Eine arbeitet nativ mit max. PCIe 4.0 x4 über den Ryzen-3000/5000-Prozessor und eine nativ mit höchstens PCIe 3.0 x4 über den B550-Chipsatz. Die beiden Anschlüsse in der Mitte lassen sich wahlweise über die CPU mit jeweils PCIe 4.0 x4 ansteuern, wobei die Grafikkarte dann nur noch im x8-Mode arbeitet oder aber alternativ mit jeweils max. PCIe 3.0 x2 über den PCH. Standardmäßig ist der PCH-Mode aktiv. Während unseres Tests ist uns aufgefallen, dass der PCH-Mode problemlos funktioniert, was jedoch für den CPU-Modus leider nicht gilt. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass dieses Problem mit Ryzen 5000 nicht vorhanden sein muss und sich nur auf Ryzen 3000 beschränkt. Wir stehen mit MSI diesbezüglich in Kontakt.

Die restlichen Ausstattungsmerkmale entsprechen der Oberklasse. Mit dabei ist einiges an Onboard-Komfort, wie ein Power-, Reset-, CMOS-Clear- und Flash-BIOS-Button sowie ein LED-Switch, vier Status-LEDs und auch eine Debug-LED. Negativ aufgefallen ist uns dann auch die hohe Leistungsaufnahme unter Last, die in einigen Bereichen fast bis an einzelne X570-Mainboards heranreicht. Im Idle hingegen sind die Werte im grünen Bereich.

Derzeit ist das MSI MEG B550 UNIFY ab 266 Euro gelistet. Für das MSI MEG B550 UNIFY-X müssen etwa zehn Euro mehr eingeplant werden. Einziger Unterschied beim X-Modell ist die Tatsache, dass nur zwei statt vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke vertreten sind, was bei der RAM-Übertaktung Vorteile haben kann.

Positive Eigenschaften des MSI MEG B550 UNIFY:

Negative Eigenschaften des MSI MEG B550 UNIFY:

MSI weitet die MEG-Mainboardserie auch auf die B550-Platinen aus und bietet mit dem MEG B550 UNIFY einen umfangreich ausgestatteten Unterbau für die Ryzen-Prozessoren an.

Persönliche Meinung

Ich selbst nutze von MSI das MEG X570 UNIFY und bin daher vor allem optisch auch vom MEG B550 UNIFY sehr angetan. Das schlichte Design, gepaart mit der Oberklasse-Bestückung inklusive der Verzicht auf RGB-LEDs hat in den letzten Jahren nach dem RGB-LED-Kreuzzug definitiv gefehlt. Wenn MSI noch die kleinen funktionalen Fehler beseitigt, kann man das MEG B550 UNIFY problemlos weiterempfehlen. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
MSI MEG B550 UNIFY
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 244,99 EUR