Seite 4: BIOS und IPMI über den ASpeed AST2500 (BMC)

BIOS

Genau wie beim X570D4U-2L2T (Hardwareluxx-Test), setzt ASRock Rack auch beim TRX40D8-2N2T natürlich nicht auf die typische UEFI-Oberfläche, sondern auf die (un)gewohnt alte BIOS-Optik. Hierbei lässt es sich ausschließlich per Tastatur durch die Menüs wechseln, was wir jedoch in jedem Fall vorziehen. Während wir bei der ersten Inbetriebnahme der Platine ein sehr frühes BIOS vorfanden, wurden wir von ASRock Rack mit einer wesentlich neueren BIOS-Version (L1.11 statt L0.03) versorgt. Große Unterschiede sind bei der POST-Dauer auszumachen, denn die fällt mit der Version L1.11 wesentlich kürzer aus.

Zum Flashen des BIOS gibt es verschiedene Lösungsansätze: Einerseits über das BIOS direkt via Instant-Flash oder auch über die IPMI-Schnittstelle, zu der wir später noch kommen werden. Wir haben uns für den direkten Weg via Instant-Flash entschieden, bei dem es keinerlei Probleme gab.

Auf der ersten Seite "Main" werden dem Anwender und Administrator nicht nur Informationen zur installierten BIOS- und BMC-Version offenbart, sondern sie verrät auch gleich, welches Prozessor-Modell im CPU-Sockel steckt, dessen Taktfrequenz, Microcode und die Cache-Größen. Des Weiteren wird die RAM-Kapazität sowie das Datum und die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Die meisten Einstellungen wurden im Reiter "Advanced" untergebracht. Ob zum Thema CPU, Chipset, Storage und Co., alle wichtigen Einstellungen sind dort anzutreffen.

Überraschenderweise fanden wir die Möglichkeit für das Einrichten einer RAM-Disk oder auch zur TLS-Authentifizierung in diesem Fall nicht vor. Dies kann ASRock Rack jedoch für ein zukünftiges BIOS-Update vorgesehen haben. Die Menüs "AMD PBS", AMD Overclocking" und "AMD CBS" sind auch mit von der Partie, die Teil der AGESA-Programmbibliothek ist. Dennoch ist es ungewöhnlich, dass auf einem Server- und Workstation-Mainboard Overclocking-Einstellungen ermöglicht werden. Und auch wenn wir zum ASRock Rack TRX40D8-2N2T keinen offiziellen Overclocking-Test durchgeführt haben, können wir bestätigen, dass die Overclocking-Einstellungen funktionieren und auch üppiger vorhanden sind, als beim X570D4U-2L2T. ASRock Rack hat in diesem Fall nämlich zusätzlich einen OC-Tweaker als eigenständiges Menü mit implementiert. 

Auch wenn es natürlich nett von ASRock Rack ist, die Overclocking-Einstellungen in hoher Anzahl anzubieten, sollte man dennoch beachten, dass es sich bei der Platine in erster Linie um ein Server-/Workstation-Mainboard handelt, das man im Normalfall in nicht zum Übertaktetn gedacht ist. Loben müssen wir ASRock Rack hingegen für die Implementierung des PCIe-Bifurcation-Features für alle vorhandenen PCIe-Steckplätze. Die drei x16-Slots lassen sich jeweils in den Modi x16, x8/x8, x4/x4/x8, x8/x4/x4 und x4/x4/x4/x4 betreiben, für den x8-Konnektor stehen die Modi x8 und x4/x4 zur Verfügung.

Um das BIOS direkt zu flashen, ist auf der Advanced-Seite auch die Instant-Flash-Funktion zu finden.

Der BMC (Baseboard Management Controller) in Form des ASpeed AST2500 wird im BIOS unter "Server Mgmt" konfiguriert. Allen voran kann der Admin die IP-Adresse via DHCP-Server oder manuell und damit statisch einstellen, unter welcher die IPMI-Schnittstelle im Netzwerk erreichbar sein soll und gegebenenfalls auch eine VLAN-ID hinterlegen. Neben IPv4 wird dabei auch IPv6 unterstützt. Unter "Security" lässt sich neben einem Supervisor- und User-Passwort das Secure-Boot-Feature einstellen. Sämtliche Boot-Settings wurden in einem eigenen Reiter untergebracht. Vom klassischen Booten von einem Laufwerk kann auch das Booten via LAN aktiviert werden. Bleibt dann noch "Exit" übrig, dessen Funktionsumfang selbsterklärend ist.

IPMI 2.0 für die Fernverwaltung

Jedes Server-Mainboard sollte über ein IPMI (Intelligent Platform Management Interface) verfügen und dieses fehlt auch beim ASRock Rack TRX40D8-2N2T glücklicherweise nicht und liegt in der Version 2.0 vor. Realisiert wird dies über den ASpeed AST2500, der im professionellen Umfeld häufig zu finden ist und dem Administrator das Leben im Regelfall um einiges erleichtern kann. Positiv ist außerdem, dass für das IPMI eine dedizierte Netzwerk-Schnittstelle zum Einsatz kommt und es so zu keinem Sharing kommt.

Der große Vorteil eines IPMI ist, dass das Server-System unabhängig davon, ob es gerade ein- oder ausgeschaltet ist, überwacht und administriert werden kann.

In unserem Fall wurde die IP-Adresse des IPMI auf 192.168.178.110 eingestellt. Mit der Eingabe dieser IP-Adresse in einen beliebigen Internet-Browser kann die IPMI-Oberfläche des ASRock Rack TRX40D8-2N2T aufgerufen werden und das Anmeldefenster kommt zum Vorschein. Standardmäßig sind bereits zwei Benutzerkonten aktiv. Einerseits Administrator mit dem Default-Kennwort "superuser" sowie der Nutzername admin mit dem Kennwort "admin". Letzterers Konto besitzt mehr Privilegien, sodass wir dieses Konto verwenden. Nach der erfolgreichen Anmeldung bittet die IPMI-Oberfläche gleich um die Abänderung des Kennworts.

Nach der Anmeldung wird man natürlich direkt auf ein Dashboard weitergeleitet, auf dem der Administrator die aktuelle Laufzeit des Systems, die Anzahl an System-Log-Einträgen sowie die Summe der Access-Log-Einträge direkt erkennen kann. Auch werden Informationen zur BIOS- und BMC-Firmware-Version und auch die aktuelle Netzwerk-Konfiguration offenbart. Sollten einige Sensoren Alarm geschlagen haben, so würde dies ebenfalls dort stehen. Details dazu sind unter "Sensor" einsehbar.

Anders als beim X570D4U-2L2T offenbart das System-Inventory-Menü beim TRX40D8-2N2T in diesem Fall die entsprechenden Informationen zum verwendeten Prozessor, zur RAM-Kapazität, zu den Erweiterungsskarten und auch zu den Storage-Laufwerken im System.

Besonders umfangreich wurde der Settings-Menüeintrag gestaltet, mit dem sich der Administrator austoben kann und keine wichtigen Funktionen vermissen wird. Unter "Date & Time" lässt sich beispielsweise ein Zeitserver (NTP) einstellen, mit den SMTP-Einstellungen kann ein E-Mail-Konto hinterlegt werden, damit wichtige Status-Mails vom Server versendet werden können und der Admin zeitnah eingreifen kann. Wer dagegen einen separaten Log-Server einsetzt, kann sich die Log-Einträge an diesen weiterleiten lassen.

Eine der wichtigsten Funktionen des IPMI stellt die Remote-Console via KVM dar, mit der der direkte Zugriff auf das Host-System erfolgt und man somit direkt eingreifen kann, als wenn man direkt vor dem Server mit Monitor, Maus Tastatur sitzen würde. Hierbei haben wir die Wahl zwischen der HTML5- und Java-Web-Start-Konsole.

Wichtig für die Fernverwaltung ist außerdem ein Power-Menü. Ist das System gerade ausgeschaltet, lässt es sich über das IPMI einschalten. Anders herum ist es natürlich ebenfalls möglich, wobei ASRock Rack die Wahl gibt, ob man das System normal herunterfährt (ACPI Shutdown) oder direkt ausschaltet (Power Off). Mittels "Hard Reset" kann das System auch zurückgesetzt werden, sodass es direkt neu startet. Die UID kann unter "Miscellaneous" eingestellt werden und "Post Snoop" zeigt den aktuellen Debug-LED-Status an.

Eine Backup- und Wiederherstellungs-Lösung ist ebenfalls mit an Bord befindet sich unter "Maintenance". Dabei lassen sich folgende Einstellungen sichern: SNMP, KVM, Network & Services, IPMI, NTP, Authentication und Syslog. Auch kann das BIOS und die BMC-Firmware über diesen Weg aktualisiert werden.