ASRock Rack X570D4U-2L2T im Test - Für den Home-Server-Bereich

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asrock rack x570d4u-2l2t 004 logoHeute steht ein weiteres Mainboard von ASRock Rack auf unserem Testplan. Dieses Mal schauen wir uns an, wie die eigentlich für den Desktop vorgesehene X570-Plattform bzw. ein Sockel AM4 sich zusammen mit einem X570-Chipsatz im professionellen Segment schlägt. Keine für ein Gaming-Produkt typischen Funktionen stehen hier im Fokus, sondern ein einfaches Management sowie viele Netzwerk- und Speicher-Optionen.

Das ASRock Rack X570D4U-2L2T ist weniger als reinrassiges Server-Mainboard aus dem professionellen Segment konzipiert, sondern eher für den Einsatz als Home-Server oder auch als Workstation gedacht. Dies lässt sich auch bereits anhand der Modellbezeichnung entziffern, denn als Basis haben wir den Sockel AM4 und den X570-Chipsatz, der bekanntlich der Desktop-Plattform zugeordnet wird.

Nichtsdestotrotz hat ASRock das Rack X570D4U-2L2T mit Server-Features ausgestattet. Allen voran einen BMC (Baseboard Management Controller) inklusive IPMI-2.0-Unterstützung (Intelligent Platform Management Interface) zur Remote-Steuerung des Systems, optional auch aus der Ferne von Außerhalb. Hierfür wurde eine dedizierte Management-NIC vorgesehen, sodass es keine Probleme mit dem Sharing gibt. Davon ab wurde das Mainboard mit gleich vier frei nutzbaren LAN-Ports, zahlreichen Storage-Anschlüssen und vier DDR4-Speicherbänken ausgestattet.

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Das PCB der Server-Mainboards ist in den meisten Fällen grün gefärbt, genau so wie im Falle des ASRock Rack X570D4U-2L2T. Die Abmessungen des PCBs entsprechen dabei dem quadratischen Micro-ATX-Format. Daher kann diese Platine bei Bedarf auch in ATX-Gehäusen mit entsprechender Unterstützung verbaut werden.

Vom Layout her wird jedoch schon klar, dass dies nicht der gewohnten Desktop-Anordung entspricht. So wurden die vier DDR4-DIMM-Speicherbänke nicht rechts neben dem CPU-Sockel, sondern oberhalb dessen positioniert. Im Detail wurden jedoch die RAM-Steckplätze und auch der CPU-Sockel um 90 Grad gedreht. Und auch der 24-Pin-Stromanschluss ist nicht rechts am Rand, sondern oben platziert. Besonders auffällig ist es, dass der Kühlkörper für den X570-Chipsatz nicht gerade groß ausfällt und sogar ohne Lüfter auskommt. Hier wird es später interessant, wie warm der PCH und der Kühler werden.

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die Spezifikationen des ASRock Rack X570D4U-2L2T:

Die Daten des ASRock Rack X570D4U-2L2T in der Übersicht
Mainboard-Format Micro-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock Rack
X570D4U-2L2T
CPU-Sockel AM4 (für Matisse und Picasso)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
Phasen/Spulen 10 (8x CPU, 2x RAM)
Preisca. 400 Euro
Webseite ASRock Rack X570D4U-2L2T
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz AMD X570 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 3.200 MHz
Speicherausbau max. 128 GB RAM UDIMM, ECC-Support
SLI / CrossFire -
Onboard-Features
PCI-Express 1x PCIe 4.0 x16 (elektrisch mit x16) über CPU (PCIe 4.0 nur mit Matisse)
1x PCIe 4.0 x8 (elektrisch mit x8) über CPU (PCIe 4.0 nur mit Matisse)
1x PCIe 4.0 x1 über AMD X570
PCI -
Storage 8x SATA 6GBit/s über AMD X570 (davon einmal SATA-DOM)
1x M.2 mit PCIe 4.0 x4/SATA 6GBit/s über CPU (M-Key) (PCIe 4.0 nur mit Matisse)
1x M.2 mit PCIe 4.0 x4/SATA 6GBit/s über AMD X570 (M-Key) (PCIe 4.0 nur mit Matisse)
USB Chipsatz:
2x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, Typ-A, 2x extern)
2x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, Typ-A, 2x intern)
Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.0 (nur mit APU nutzbar!)
1x VGA (über ASpeed AST2500 (BMC))
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN 2x 10-GBit/s-LAN (RJ45) über Intel X550-AT2
2x Gigabit-LAN (RJ45) über 2x Intel I210-AT
1x Gigabit-LAN über Realtek RTL8211E (dedizierter Management-Port)
Audio-Codec
und Anschlüsse
-
FAN- und
WaKü-Header
3x 4-Pin FAN-Header
3x 6-Pin FAN-Header
LED-Beleuchtung -
Onboard-Komfort Status-LEDs, UID-Button/LED, IPMI 2.0, FAN Fail LED, Debug-LED

 

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Das mitgelieferte Zubehör

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Die Liste an Zubehör fällt sehr sehr kurz aus. Bei unserem Sample lagen lediglich die I/O-Blende, ein SATA-Kabel sowie zwei M.2-Schrauben bei. Bei der hohen Anzahl an SATA-Ports hätten zumindest weitere SATA-Kabel nicht geschadet.


Mit dem X570-FCH unternimmt AMD im Vergleich zum X370- und X470-FCH einen großen Schritt nach vorne, denn der X570-FCH ist der erste Chipsatz, welcher das PCI-Express-4.0-Feature im Desktop-Segment etabliert. Gleichzeitig erhöht sich auch die Anzahl der Lanes von 8 auf 16 Stück, von denen sich 12 Stück flexibel durch die Mainboard-Hersteller verteilen lassen. Die Anbindung zwischen CPU und Chipsatz erfolgt über einen Down- und Uplink mit PCIe 4.0 x4 (Ryzen 3000).

Wird stattdessen ein Ryzen-2000-Prozessor (Zen+, Pinnacle Ridge/Picasso) verwendet, erfolgt der Chipsatz-Downlink im PCIe-3.0-x4-Modus und demnach mit 32 GBit/s statt 64 GBit/s. Vom X570-Chipsatz aus, werden gleich achtmal USB 3.2 Gen2 und bis zu 12 SATA-6GBit/s-Ports bereitgestellt, wobei es auch vom Mainboard-Hersteller abhängt, wie viele M.2-Schnittstellen eingeplant wurden. Zur Wahl stehen folgende Konstellationen: 2x NVMe (PCIe 4.0 x4) + 4x SATA 6GBit/s, 1x NVMe + 8x SATA 6GBit/s oder 3x NVMe.

Ausgehend von einer Matisse-CPU (Zen2, Ryzen 3000) werden weitere 24 PCIe-4.0-Lanes zur Verfügung gestellt. 16 Stück wandern an bis zu zwei mechanischen PCIe-4.0-x16-Steckplätzen primär für die Grafikkarte(n). Die Aufteilung erfolgt entweder mit x16/x0 oder mit x8/x8. Doch acht weitere PCIe-4.0-Lanes bleiben übrig: Vier Stück dienen als Chipsatz-Downlink und die restlichen vier Lanes lassen sich wahlweise als 1x NVMe (PCIe 4.0 x4), 2x SATA und 1x NVMe (PCIe 4.0 x2) oder 2x NVMe (PCIe 4.0 x2) realisieren. Hinzu kommen dann noch vier USB-3.2-Gen2-Schnittstellen.

In der Summe wandern somit 40 PCIe-4.0-Lanes in die X570-Mainstream-Plattform. Einschränkungen gibt es natürlich dann, wenn der Anwender sich dazu entschließt, eine Pinnacle-Ridge-CPU (Ryzen 2000) zu nutzen, da dieser Prozessor 24 PCIe-3.0-Lanes und "nur" vier USB-3.1-Gen1-Ports zu bieten hat.

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Die folgende Tabelle ermöglicht einen übersichtlichen Vergleich zwischen den AMD-Chipsätzen:

Die aktuellen AMD-Chipsätze für den Sockel AM4 im Überblick
Key-Feature
X570
B550
A520
Fertigung 12 nm 12 nm 14 nm
CPU-PCH-Anbindung PCIe 4.0 x4 PCIe 3.0 x4 PCIe 3.0 x4
PCIe-3.0/4.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x81x16 (PCIe 3.0)
Max. PCIe-3.0-Lanes - 10 6
Max. PCIe-4.0-Lanes 16 - -
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 0/8 2/2 1/2
Max. USB-2.0-Ports 4 6 6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 12 8 6
Multi-GPU SLI / CrossFireX SLI / CrossFireX Nein
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 2/2 2/2 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja Nein
RAID (0, 1, 10) Ja Ja Ja
XFR Ja Ja Ja
XFR 2 (*1) (Enhanced) Ja (Ja) Ja (Ja) Ja (Ja)
Precision Boost Overdrive Ja Ja Ja

Erwähnt werden muss allerdings, dass ASRock beim Rack X570D4U-2L2T trotz des X570-PCHs kein Overclocking erlaubt, was aufgrund der Intention der Platine verständlich sein sollte.

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Für den Einen oder Anderen wird sicherlich dennoch interessant sein, welche Spannungswandler ASRock für das Rack X570D4U-2L2T vorgesehen hat. Die sechs VCore-Spulen werden von jeweils einem ISL99390-Wandler von Intersil angetrieben. Dabei handelt es sich um hochwertige 90A-MOSFETs. Die beiden SoC-Leistungsstufen müssen hingegen mit jeweils einem ISL99360-Wandler mit 60 A zurechtkommen. Rein theoretisch kann das Board auf Seiten der VCore bis zu 540 A liefern, 120 A sind es auf der SoC-Seite und kombiniert somit 660 A.

Der Herr der acht Spulen ist hingegen der ISL69247, der ebenfalls von Intersil stammt und in dieser Rechnung hervorragend aufgeht. Insgesamt betrachtet kommt auf dem ASRock Rack X570D4U-2L2T ein 6+2-Phasendesign zum Einsatz. Mittels eines 8-Pin-EPS12V-Anschlusses wird die CPU-Spannungsversorgung mit der nötigen Energie versorgt.

Der Sockel AM4 auf dem ASRock Rack X570D4U-2L2T kann damit problemlos CPUs mit einer TDP von 105 W stemmen, wenn man zunächst beim Grundtakt bleibt. Demnach kann der Anwender im Höchstfall auch den Ryzen 9 3950X mit 16 Kernen und 32 Threads verbauen und nutzen.

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Dem AM4-Prozessor können maximal 128 GB RAM zur Seite gestellt werden, wobei der Anwender wahlweise auf normale UDIMMs oder auf UDIMMs mit ECC (Error Correction Code), sprich inklusive Fehlerkorrektur, setzen kann. (L)RDIMMs (Registered bzw. Load Reduced) werden hingegen nicht unterstützt, da der Memory-Controller in den Ryzen-Prozessoren nicht mit solchen Modulen umgehen kann. Der höchste, effektive Speichertakt ist zudem auf 3.200 MHz begrenzt, zumindest auf dem Papier.

In Summe lassen sich sechs Lüfter anklemmen. Neben dreimal 4-Pin-Header sind auch dreimal 6-Pin-Header anzutreffen. Letzterer sind gerade im Desktop-Segment nicht anzutreffen und kommen ganz klar aus dem Server-Sektor.

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Für diverse Erweiterungskarten bieten sich drei Slots an. Der PCIe-4.0-x16- und PCIe-4.0-x8-Steckplatz wurden an den CPU-Sockel angebunden. Sofern nur oben eine Karte installiert wird, lassen sich die vollen 16 Lanes abrufen. Werden beide Slots belegt, werden die 16 Lanes zu zweimal 8 Lanes aufgeteilt. Vorteilhaft ist auch, dass der x8-Steckplatz nach hinten offen ist, sodass im Notfall auch mechanische x16-Karten eingesetzt werden können. Genau dazwischen sehen wir aber auch einen PCIe-4.0-x1-Anschluss, welcher an den X570-Chipsatz angebunden wurde.

Weiter nennenswert sind zudem die Debug-LED und auch ein Onboard-Speaker. Gerade Letzterer sollte bei einem Server-Mainboard definitiv nicht fehlen und kann bei der weiteren Diagnose behilflich sein. Rechts davon sind die beiden weiteren 4-Pin-FAN-Header zu sehen.

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Nun kommen wir zu den Storage-Anschlüssen: Über den X570-PCH wurden acht native SATA-6GBit/s-Ports hinterlassen, von denen die Hälfte um 90 Grad angewinkelt wurde. Ein Port ist dabei bewusst rot gefärbt, denn diese Buchse unterstützt SATA-DOM (Disk on Module). Doch davon ab können sieben SSDs oder HDDs angeklemmt werden. Einen Hardware-RAID-Controller oder SAS hat das ASRock Rack X570D4U-2L2T allerdings nicht an Bord. Sofern ein Hardware-RAID ein Pflichtprogramm darstellt, kann dies über eine Zusatzkarte realisiert werden. Der X570-PCH unterstützt davon ab lediglich Host-RAID mit den Leveln 0, 1 und 10.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass der X570-Chipsatz in diesem Fall rein passiv gekühlt wird und ohne Lüfter auskommt, während (gefühlt) 98 % der Desktop-Platinen einen Lüfter an Bord haben. Hinzu kommt, dass der Kühler an sich ziemlich klein ist. Daher kommt unweigerlich die Frage auf, ob die Kühlung dazu ausreicht. Der Kühler selbst besteht aus Aluminium, genau wie die restlichen Kühlkörper.

Der einzige USB-Header sind blau arbeitet ebenfalls mit dem X570-Chipsatz zusammen und ermöglicht zwei USB-3.2-Gen1-Ports an der Gehäuse-Front.


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Wem die Geschwindigkeit der SATA-Ports nicht ausreichen, kann sich auch gern an den beiden M.2-M-Key-Schnittstellen bedienen. Je nach CPU-Wahl arbeiten beide höchstens im PCIe-4.0-x4-Modus. Oben ist Platz für ein Modul von 4,2 cm bis 11 cm, unten bis maximal 8 cm Länge. Der Obere Steckplatz geht dabei über den AM4-Prozessor und der Untere über den X570-Chipsatz.

Beachtet werden sollte, dass beide Schnittstellen im Höchstfall mit PCIe 3.0 x4 ans Werk gehen, sollte sich im Sockel AM4 ein Prozessor befinden, der nicht mit dem PCIe-4.0-Standard kompatibel ist.

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Das I/O-Panel des ASRock Rack X570D4U-2L2T in der Übersicht
COM-Port 2x Gigabit-LAN
(Intel I210-AT)
Management-LAN
(Realtek RTL8211E)
----- 2x 10-GBit/s-LAN
(Intel X550-AT2)
-----
VGA
(über BMC)
2x USB 3.2 Gen2
Typ-A (AMD X570)
HDMI 2.0UID-Button/LED

Das I/O-Panel ist zwar kompakt gehalten, bietet jedoch alle Anschlussmöglichkeiten, die auf einem Server-Mainboard wichtig sind. Dort ist nicht nur ein COM-Port zu finden, sondern auch ein VGA-Grafikausgang über den Baseboard-Management-Controller, sodass in diesem Fall keine APU nötig ist, um ein Bild zu erhalten. Anders sieht es natürlich beim HDMI-2.0-Grafikausgang aus, für den zwingend eine APU benötigt wird. Ebenfalls vorhanden sind zweimal USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s) in der Typ-A-Ausführung und darüber der dedizierte Management-Port mit Gigabit-Anbindung.

Links davon bieten zwei Gigabit-LAN-Ports (Intel I210-AT) ihre Dienste an, das Sahnehäubchen sind allerdings die beiden 10-GBit-LAN-Buchsen (rechts) über Intels X550-AT2-Controller. Übrig bleibt der/die UID-Button/LED zur leichten Identifizierung des Servers, sollten mehr als einer zum Einsatz kommen.

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Unter dem Kühler links, der gerade noch im Bild ist, sitzt der Intel-X550-AT2-Netzwerk-Controller, der die beiden 10-GBit/s-LAN-Buchsen ermöglicht. Sie sind jedoch auch vollständig abwärtskompatibel zum 5-GBit/s-, 2,5-GBit/s- und 1-GBit/s-Standard. Vom Chipsatz aus bekommt der Dual-10-GBit/s-LAN-Controller gleich vier PCIe-3.0-Lanes spendiert, sodass der Dual-NIC-Chip mit 32 GBit/s gefüttert wird und davon im Höchstfall 20 GBit/s benötigt.

Unter den restlichen NICs sind die entsprechenden Controller zu sehen, wie der Realtek RTL8211E für den Management-Port und die beiden Intel I210-AT.

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Nach der Analyse der Features und des Layouts kommen wir zu der Erkenntnis, dass ASRocks X570D4U-2L2T ein kompaktes Home-Server-Mainboard ist und hierfür alle wichtigen Ausstattungsmerkmale bietet. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob die Anordnung und Ausrichtung der SATA-Ports Sinn ergibt, doch der Rest weiß zu überzeugen.

Da der X570-Chipsatz in diesem Fall nicht aktiv gekühlt wird, haben wir generell hohe PCH-Temperaturen erwartet und so war es dann im Praxisbetrieb auch. Ohne besondere Last stieg die Temperatur des X570-Chipsatzes problemlos auf über 80°C und das im offenen Aufbau. Daher sollte man darauf achten, dass im verbauten Zustand ein guter Gehäuse-Airflow herrscht, damit die hohe PCH-Temperatur unter Kontrolle gerät.

Ferner ist uns aufgefallen, dass die RAM-Timings über die AGESA-Programmbibliothek manuell eingestellt werden können, doch werden die gewählten Einstellungen nicht direkt in die Tat umgesetzt. Um nun CL16 zu erreichen, mussten wir im BIOS den Wert 10 fixieren.


BIOS

Anders als bei den normalen Desktop-Mainboards, setzt ASRock Rack beim X570D4U-2L2T natürlich nicht auf die typische UEFI-Oberfläche, sondern auf die (un)gewohnt alte BIOS-Optik. Hierbei lässt es sich ausschließlich per Tastatur durch die Menüs wechseln, was wir jedoch in jedem Fall vorziehen. Während wir bei der ersten Inbetriebnahme der Platine ein sehr frühes BIOS vorfanden, wurden wir von ASRock Rack mit einer wesentlich neueren BIOS-Version (L1.11 statt L0.03) versorgt. Große Unterschiede sind bei der POST-Dauer auszumachen, denn die fällt mit der Version L1.11 wesentlich kürzer aus.

Zum Flashen des BIOS gibt es verschiedene Lösungsansätze: Einerseits über das BIOS direkt via Instant-Flash oder auch über die IPMI-Schnittstelle, zu der wir später noch kommen werden. Wir haben uns für den direkten Weg via Instant-Flash entschieden, bei dem es keinerlei Probleme gab.

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Auf der ersten Seite "Main" werden dem Anwender und Administrator nicht nur Informationen zur installierten BIOS- und BMC-Version offenbart, sondern sie verrät auch gleich, welches Prozessor-Modell im CPU-Sockel steckt, dessen Taktfrequenz, Microcode und die Cache-Größen. Des Weiteren wird die RAM-Kapazität sowie das Datum und die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Die meisten Einstellungen wurden im Reiter "Advanced" untergebracht. Ob zum Thema CPU, Chipset, Storage und co, alle wichtigen Einstellungen sind dort anzutreffen.

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Aber auch besondere Features, wie das Einrichten einer RAM-Disk oder auch zur TLS-Authentifizierung wurden von ASRock Rack berücksichtigt. Die Menüs "AMD PBS", AMD Overclocking" und "AMD CBS" sind auch mit von der Partie, die Teil der AGESA-Programmbibliothek ist. Dennoch ist es ungewöhnlich, dass auf einem Server- und Workstation-Mainboard Overclocking-Einstellungen ermöglicht werden. Und auch wenn wir zum ASRock Rack X570D4U-2L2T keinen Overclocking-Test durchgeführt haben, können wir bestätigen, dass die Overclocking-Einstellungen funktionieren.

Um das BIOS direkt zu flashen, ist auf der Advanced-Seite auch die Instant-Flash-Funktion zu finden.

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Der BMC (Baseboard Management Controller) in Form des ASpeed AST2500 wird im BIOS unter "Server Mgmt" konfiguriert. Allen voran kann der Admin die IP-Adresse via DHCP-Server oder manuell und damit statisch einstellen, unter welcher die IPMI-Schnittstelle im Netzwerk erreichbar sein soll und gegebenenfalls auch eine VLAN-ID hinterlegen. Neben IPv4 wird dabei auch IPv6 unterstützt. Unter "Security" lässt sich neben einem Supervisor- und User-Passwort das Secure-Boot-Feature einstellen. Sämtliche Boot-Settings wurden in einem eigenen Reiter untergebracht. Vom klassischen Booten von einem Laufwerk kann auch das Booten via LAN aktiviert werden. Bleibt dann noch "Exit" übrig, dessen Funktionsumfang selbsterklärend ist.

IPMI 2.0 für die Fernverwaltung

Jedes Server-Mainboard sollte über ein IPMI (Intelligent Platform Management Interface) verfügen und dieses fehlt auch beim ASRock Rack X570D4U-2L2T glücklicherweise nicht und liegt in der Version 2.0 vor. Realisiert wird dies über den ASpeed AST2500, der im professionellen Umfeld häufig zu finden ist und dem Administrator das Leben im Regelfall um einiges erleichtern kann. Positiv ist außerdem, dass für das IPMI eine dedizierte Netzwerk-Schnittstelle zum Einsatz kommt und es so zu keinem Sharing kommt.

Der große Vorteil eines IPMI ist, dass das Server-System unabhängig davon, ob es gerade ein- oder ausgeschaltet ist, überwacht und administriert werden kann.