ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) im Test - Licht- und Schattenspiel

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mobo asus rog maximus xii hero 004 logoBei ASUS' ROG-Maximus-Mainboardserie sind wir inzwischen bei der 12. Generation angelangt, die für Intels Comet-Lake-S-Prozessoren auf Basis der LGA1200-Fassung konzipiert ist. Unverändert ist das uns vorliegende ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in der Oberklasse positioniert worden, sodass der Anwender mit dieser Platine also einiges erwarten darf.

Anders als noch bei der elften Generation (siehe ROG Maximus XI Hero (Wi-Fi), sowie ROG Maximus XI Formula und ROG Maximus XI Extreme), setzt ASUS beim ROG Maximus XII Hero (W-Fi) nicht nur auf Intels Z490-PCH, sondern auch auf lediglich ein Modell inklusive WLAN, währenddessen der Anwender beim Vorgänger die Wahl zwischen der Wi-Fi- und Non-Wi-Fi-Version hatte. Dafür kommt nun passenderweise Intels Wi-Fi-6-AX201-CNVio-Modul zum Einsatz mit Datenraten bis 2,4 GBit/s (300 MB/s brutto), dank dem WLAN-802.11ax-Standard.

Doch das Highlight des ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) ist zweifelsfrei der VRM-Bereich mit 16 Leistungsstufen. Interessant wird später sein, wie ASUS diese angebunden hat und wie tatkräftig die Spannungsversorgung ans Werk geht. Abgerundet werden soll das Ganze dann mit einer großzügigen Ausstattung in nahezu allen Bereichen. Zu haben ist das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) gegenwärtig ab 362 Euro.

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Rein optisch hat sich zwischen dem ROG Maximus XI Hero und dem Maximus XII Hero auch etwas getan. Einerseits wurde der VRM-Kühler bei der neuen Version um einen weiteren kleinen Kühlerblock erweitert, andererseits wird das ATX-PCB auch mittig mehr (mit einem M.2-Kühler) überdeckt.

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die technischen Daten des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi):

Die Daten des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi)
CPU-Sockel LGA1200 (für Comet Lake-S)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin +12V
Phasen/Spulen 18 (16x CPU, 2x RAM)
Preis ab 362 Euro
Webseite ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi)
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z490 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 4.800 MHz
Speicherausbau max. 128 GB RAM UDIMM Non-ECC
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z490
3x PCIe 3.0 x1 über Intel Z490
PCI -
Storage 6x SATA 6 GBit/s über Intel Z490
3x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z490 (M-Key, 32 GBit/s, 2x shared)
USB 5x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, 4x extern, 1x intern) über Intel Z490
6x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, 4x extern, 2x intern) über ASMedia ASM1074/Intel Z490
6x USB 2.0 (2x extern, 4x intern) über Intel Z490
Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4b
WLAN / Bluetooth WiFi 802.11a/b/g/n/ac/ax über Intel Wi-Fi 6 AX201 CNVio, Dual-Band, max. 2,4 GBit/s, Bluetooth 5.1
Thunderbolt -
LAN 1x Intel I219-V Gigabit-LAN
1x Marvell AQtion AQC111C 5-GBit/s-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
ESS Sabre ES9023 DAC + RC4580 OP AMP
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN- und
WaKü-Header
1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin CPU-OPT-Header
3x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin High-Amp-Header
1x 4-Pin AIO-Pump-Header
1x 4-Pin W_Pump+-Header
1x 2-Pin W_In-Header
1x 2-Pin W_Out-Header
1x 3-Pin W_Flow-Header
LED-Beleuchtung Chipsatzkühler und I/O-Panel-Cover
2x 4-Pin RGB-Header
2x 3-Pin ARGB-Header
Onboard-Komfort Status-LEDs, Power-Button, FlexKey-Button, Retry-Button, Debug-LED
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Das mitgelieferte Zubehör

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Generell liefert ASUS bei den ROG-Maximus-Platinen nicht nur übersichtliches Zubehör mit, das zu den Pflichtbeigaben gehört, sondern packt auch diverse Extras mit in den Karton. Dazu gehören zwei RGB-Verlängerungskabel (einmal addressable und non-addressable) und vor allem der 40-mm-Axiallüfter, mit dem der Anwender in heißen Overclocking-Sessions die VRM-Kühlung ein wenig verstärken kann.


Für die Comet-Lake-S-Prozessoren hat Intel als größtes Chipsatz-Modell den Z490-PCH vorgesehen, der sich vom Vorgänger, dem Z390-PCH, nur in einem Punkt unterscheidet. Statt der WLAN-AC- ist nun eine WLAN-AX-Vorbereitung im Chipsatz hinterlegt und kann nun mit dem Intel-Wi-Fi-6-AX201-CNVio-Modul kombiniert werden. Davon ab bleibt es bei maximal 10 USB-3.2-Gen1-, sechs USB-3.2-Gen2- und sechs SATA-6GBit/s-Ports. Insgesamt sind es unverändert 30 PCIe-3.0-HSIO-Lanes (High Speed I/O) und 24 frei verteilbare PCIe-3.0-Lanes. Die Anbindung zwischen Chipsatz und CPU erfolgt weiterhin per DMI 3.0 (PCIe 3.0 x4).

In Sachen Arbeitsspeicher bleibt es ebenfalls beim Dual-Channel-Interface mit maximal vier DDR4-DIMM-Speicherbänken und zwei DIMMs pro Kanal. Verwendet werden können ausschließlich DDR4-UDIMMs ohne ECC, doch dafür steigt die native RAM-Geschwindigkeit auf effektiv 2.933 MHz.

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Plattform-Vergleich: Intel Z390 und Z490
Z490
Z390
Plattform
Mainstream
Fertigung 14 nm
CPU-Sockel
LGA1200
LGA1151v2
max. CPU-Kerne/Threads
10/20
8/16
CPU Code Name
Comet Lake-S
Coffee Lake-S (Refresh)
max. Arbeitsspeicher
128 GB DDR4 UDIMM
max. RAM-Takt (nativ)
DDR4-2933
DDR4-2666
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x8 oder 1x8 + 2x4
Multi-GPU SLI / CrossFireX
Max. Displays/Pipes 3/3 3/3
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 2/2 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja
integr. WLAN-AX-Vorbereitung (Wi-Fi 6) Ja Nein
integr. WLAN-AC-Vorbereitung (Wi-Fi 5) Ja Ja
Intel Smart Sound Technology Ja Ja
Optane-Memory-Unterstützung Ja Ja
integr. SDXC-(SDA 3.0)-Support Ja Ja
USB-Ports (USB 3.2 Gen1) 14 (10) 14 (10)
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 10/6 10/6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 6 6
Anzahl HSIO-Lanes 30 30
Max. PCIe-3.0-Lanes 24 24
Intel Rapid Storage Technology Ja Ja
Max. Intel RST für
PCIe-Storage-Ports
(M.2 x2 oder x4)
3 3
Intel RST PCIe RAID 0, 1, 5 Ja Ja
Intel RST SATA RAID 0, 1, 5, 10 Ja Ja
Intel RST CPU-attached
Intel-PCIe-Storage
Ja Ja

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Auf dem Bild wird der kleine PCH-Kühler regelrecht vom großflächigen VRM-Kühler umzingelt. Letzterer sollte rein theoretisch eine gute Figur bei der Kühlung abliefern, auf dessen Ergebnis wir bereits jetzt schon gespannt sind. Die drei Kühlerelemente selbst beinhalten Kühlrippen, wurden mit einer Heatpipe verbunden und bilden somit als Ganzes den VRM-Kühler. Dabei werden sowohl die Spannungswandler als auch die Leistungsstufen auf Temperatur gehalten. Das kleine, linke Kühlerblöcklein hat ASUS für die Kühlung des 5-GBit/s-LAN-Controllers vorgesehen, der von Marvell stammt.

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Die verbaute LGA1200-CPU wird beim ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) von insgesamt 16 Leistungsstufen angetrieben, von denen sich 14 Stück um die VCore und zwei Stück um die Uncore-Spannungen kümmern. Dabei setzt ASUS bei den Spannungswandlern auf die TDA21462 von Infineon, die bekanntlich maximal 60A liefern können. Somit kann die Spannungsversorgung bei der VCore einen Output von maximal 840 A, im UnCore-Bereich 120 A und kombiniert somit 960 A zur Verfügung stellen. Damit lässt sich rein auf dem Papier einiges anstellen, auch in Sachen Leistungsaufnahme und Temperaturentwicklung.

Bei der Frage der Organisation der Leistungsstufen gibt es eine klare Antwort. Als PWM-Controller nutzt ASUS den ASP1405I, der ein umgelabelter IR35201 ist und im Höchstfall acht Spulen steuern kann. Dividiert man nun also die Zahl 16 durch die Zahl 2, so kommt man auf 8. Im Detail lautet die Antwort: Die 16 Spulen agieren in Zweier-Teams und es kommt in Wirklichkeit zu einem 7+1- und effektiv zu einem 14+2-Phasendesign.

Doch rein für die VCCSA verbaut ASUS einen eigenen Cluster (auf dem Bild oberhalb des CPU-Sockels), bestehend aus vier Spulen und einigen Spannungswandlern. Hierfür kommt ein zweiter ASP1405I-PWM-Controller zum Einsatz. Dies ist der generell Grund, weshalb auch mittig ein Kühlkörper angebracht ist. Durch den weiteren Cluster kann man beim ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-FI) daher eigentlich auch von einem effektiven 14+2+4-Phasendesign sprechen. Damit die Spannungsversorgung ordentlich Energie bekommt, sollte man dann aber auch vom Netzteil aus den 8-Pin- und 4-Pin-Konnektor anklemmen.

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Wer hätte es gedacht, dass ASUS nicht mehr als vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke auf dem ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) verbaut. Selbstredend lassen sich auf der LGA1200-Platine höchstens 128 GB RAM verstauen. ASUS gibt dabei eine maximale und effektive Taktfrequenz von 4.800 MHz an. Dies kann auch durchaus klappen, sofern Single-Rank-DIMMs zum Einsatz kommen und man sich auf zwei Module beschränkt.

Doch passend zum Hero-Modell packt ASUS auf Höhe der Arbeitsspeicher-Slots neben dem Haupt-Stromanschluss noch weitere Features auf das PCB. Da wäre einerseits der USB-3.2-Gen2-Typ-C-Header und ferner eine Debug-LED, vier Status-LEDs und je einen Power- und Flex-Key-Button. Letzteren kann der Anwender frei belegen, ob dieser nun als Reset-, als Safe-Boot- oder als Aura-Button zum Ein- und Ausschalten der RGB-LED-Funktionalität dienen soll. Standardmäßig ist dieser jedoch bereits als Reset-Button konfiguriert, dies lässt sich BIOS allerdings auf Wunsch abändern. Direkt links neben der Debug-LED befinden sich jeweils ein von zwei RGB- und ARGB-Headern.

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Insgesamt sechs Erweiterungssteckplätze bietet das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) an, nämlich jeweils dreimal PCIe 3.0 x16 (mechanisch) und PCIe 3.0 x1. Bis auf die beiden oberen PCIe-3.0-x16-Slots (mechanisch) arbeiten die restlichen Steckplätze über den Z490-Chipsatz. Die ersten beiden bekommen ihre Lanes (x16/x0 oder x8/x8) vom LGA1200-Prozessor.

Die folgende Tabelle zeigt die Anbindung der PCIe-Slots auf übersichtlicher Ebene:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
-
- - - -
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 3.0 x16 x4/x1 (Z490) - - x4

Dem Anwender werden drei M.2-M-Key-Schnittstellen überlassen, die allesamt an den Z490-Chipsatz angebunden wurden. Dabei hat ASUS den untersten mechanischen PCIe-3.0-x16-Slot mit dem M.2_2-Steckplatz (Mitte) shared angebunden. Wenn in diesem M.2-Anschluss ein Modul im PCIe-3.0-x4-Mode agiert, wird der PCIe-Slot unbenutzbar. Im PCIe-3.0-x2-Mode hingegen lassen sich im PCIe-Slot immerhin noch x1-Karten verwenden. Eine Restriktion existiert auch für den unteren M.2-Anschluss, der sich die Anbindung mit den SATA-Ports 5 und 6 teilt. Daher werden diese ebenfalls unbenutzbar, wenn der untere M.2-Konnektor belegt ist. Freie Bahn ohne Einschränkungen geht es mit dem obersten M.2-Anschluss M.2_1) zu, sofern der PCIe-Mode aktiv ist, andernfalls wird der SATA-Port 2 unbrauchbar.

In den M.2-Anschlüssen 1 (oben) und 3 (unten) kann ein Modul von 4,2 cm bis 11 cm installiert werden, im Anschluss 2 (Mitte) geht es im Höchstfall bis 8 cm hoch.

Das Thema PCIe 4.0 haben wir nicht außer Acht gelassen, da von ASUS nicht offiziell kommuniziert wird, ob die CPU-seitigen PCIe-x16-Slots auch für den PCIe-4.0-Einsatz vorbereitet sind, währenddessen die anderen drei renommierten Mainboard-Hersteller dies bei den meisten der LGA1200-Platinen tun. Ganz unten am PCB-Rand bietet noch der Retry-Button seine Dienste an, um bei einem nicht erfolgreichen Startvorgang einen neuen Versuch einzuleiten. Des Weiteren sind dort die anderen beiden RGB-Header untergebracht worden.


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Und hier sind auch schon die sechs nativen SATA-6GBit/s-Ports zu sehen. Nur die Ports 1, 3 und 4 sind absolut frei nutzbar ohne Sharing-Gefahr. Rechts ist zudem ein USB-3.2-Gen1-Header für zwei Front-Anschlüsse vorhanden. Und links neben den SATA-Anschlüssen sind drei Header für die Nutzung der Custom-Wasserkühlung positioniert worden: W_Flow, W_In und W_Out.

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Das I/O-Panel des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in der Übersicht
CMOS-Clear-Button 2x USB 2.0
(unten: BIOS Flashback)
Gigabit-LAN
(Intel I219-V)
5-GBit/s-LAN
(Marvell AQC111C)
2x USB 3.2 Gen1 Typ-A (ASM1074) WLAN-Modul
(Intel Wi-Fi 6 AX201)
5x 3,5 mm Klinke
1x TOSLink
USB-BIOS-Flashback-Button HDMI 1.4b 2x USB 3.2 Gen1 Typ-A (ASM1074) 2x USB 3.2 Gen2 Typ-A/C (Z490) 2x USB 3.2 Gen2 Typ-A (Z490)

ASUS hat das I/O-Panel des ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) recht ordentlich bestückt und lässt auch kaum Wünsche übrig. Fangen wir zunächst bei den USB-Anschlüssen an. Dort bieten sich in Summe zehn Ports an: Zweimal USB 2.0 (unten für das USB-BIOS-Flashback-Feature), viermal USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s) und viermal USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s). In letzterem Fall ist auch eine Typ-C-Variante unter der Typ-A-Dominanz vertreten.

Für den Netzwerkbereich hat sich ASUS beim Hero-Modell für einen Gigabit- und 5-GBit/s-LAN-Port entschieden und innerhalb der Maximus-XII-Familie einzig beim Hero auf den neuen Intel I225-V mit 2,5 GBit/s verzichtet, doch dafür ist immerhin noch ein 5-GBit/s-Port mit dabei, sofern man Wert auf eine kabelgebundene Netzwerkverbindung mit mehr als 1 GBit/s legt. Kabellos geht es allerdings auch über Intels Wi-Fi-6-AX201-CNVio-Modul mit Datenraten bis 2,4 GBit/s (WLAN 802.11ax). Aber auch Bluetooth 5.1 wird unterstützt.

Eher überflüssig erscheint dann doch der HDMI-1.4b-Grafikausgang, der nur in den seltensten Fällen zum Einsatz kommen dürfte. Sinnvoll dagegen sind der CMOS-Clear- und USB-BIOS-Flashback-Button. Und dann gibt es da natürlich auch noch die fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen sowie auch einmal TOSLink.

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Während wir links den SuperI/O-Controller sehen, befindet sich ein Stück weiter rechts der Onboard-Sound-Bereich, natürlich physikalisch getrennt vom restlichen PCB. ASUS setzt hierbei als Codec natürlich auf den umgelabelten Realtek ALC1220, der allerdings Unterstützung vom ESS Sabre ES9023 als DAC (Digital/Analog Converter) und RC4580 als OP-AMP (Operational Amplifier) bekommt. Hinzu kommen auch noch insgesamt 12 Audio-Kondensatoren, die natürlich auch das generelle Klangbild verbessern sollen.

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Mittig sehen wir den Marvell-AQtion-AQC111C-5-GBit/s-Controller, der es auf maximale Datenraten bis 625 MB/s brutto schafft. Ein Stück weit links ist der ASMedia ASM1074 zu sehen, der als 4-Port-USB-3.2-Gen1-Hub bekannt ist und sich den vier Anschlüssen am I/O-Panel annimmt.

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Man merkt an allen Stellen, dass ASUS' ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) ein Mainboard der Premium-Sektion ist. Dabei hinterlassen nicht nur die Optik und Haptik einen sehr guten Eindruck, sondern die Ausstattung im Ganzen lässt kaum Wünsche übrig. Fraglich ist jedoch, ob die Platine mit der PCIe-4.0-Spezifikation umzugehen weiß, wenn der Anwender eine Rocket-Lake-S-CPU installiert, sofern diese elfte Core-Generation von Intel das PCIe-4.0-Feature erhalten wird. Fällt das Ganze positiv aus, bietet das ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in diesem Fall keinen M.2-M-Key-Konnektor mit der PCIe-4.0-x4-Unterstützung, was dann natürlich ziemlich schade wäre.

Davon ab kann der Anwender jedoch zahlreiche Lüfter anklemmen, die sich auch im BIOS steuern lassen. Mit dabei sind spezielle Header, wie den High-Amp-Header, der bis zu vier Ampere verkraften kann sowie die zahlreichen WaKü-Header für eine AIO- oder Custom-Wasserkühlung.


BIOS

ASUS lieferte unser Sample des ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) mit der BIOS-Version 0504 aus, die als First Release vorgesehen ist. Als wir das Board in der Hardwareluxx-Redaktion getestet haben, wurde mit der Version 0607 ein neues BIOS angeboten, das sich mittels der Instant-Flash-Funktion problemlos aufspielen ließ. Dabei hat ASUS folgende Änderungen berücksichtigt:

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Generell werden dunkle Farben auf den Monitor gezaubert, passend zum ROG-Mainboard. Dabei werden die einzelnen Punkte gelb hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift dargestellt. Oben links angefangen, sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Mit dabei ist der "AI OC Guide", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das Setup mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden, und es sind wieder einmal sehr viele Funktionen implementiert worden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite umgesetzt, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind an dieser Stelle die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon häufiger kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

Overclocking

Mithilfe des Z490-Chipsatzes und mittels der 16 CPU-Spulen ist das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in Verbindung mit den zahlreich vertretenen Overclocking-Funktionen hervorragend für die Übertaktung vorbereitet. Wer das System mit flüssigem Stickstoff kühlen möchte, kann dies mit der Platine natürlich tun, denn den LN2-Mode beherrscht das ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) ebenfalls.

ASUS erlaubt beim ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) eine Veränderung des BCLK von 40 MHz bis unnötigerweise 1 GHz. Die Intervalle betragen in diesem Fall feine 0,0500 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset und Adaptive zur Verfügung. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 1,700 V bzw. 2,155 V inklusive LN2-Mode fixieren. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,635 V bis +0,635 V in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Das Ganze findet in 0,005-V-Schritten statt. Wer sich für die Adaptive-Spannung entscheidet, kann diese von 0,250 V bis 1,920 V in 0,001-Volt-Schritten auswählen.

Bei den RAM-Teilern reicht es bis DDR4-8533, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist. Die jeweiligen Spannungen in Klammern sind nur dann auswählbar, wenn der LN2-Mode aktiv ist.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in der Übersicht
Base Clock Rate 40,0000 MHz bis 1.000,0000 MHz in 0,0500-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,700 V (2,155 V) in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
0,250 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,00000 V bis 2,00000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V (2,20000 V) in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V (2,20000 V) in 0,01000-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V in 0,01000-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU Standby, BCLK Aware Adaptive, PLL Termination, Boot Voltages, DRAM REF Voltages, DRAM VTT
VPPDDR, DMI, Internal PLL, GT PLL, Ring PLL, SA PLL, IMC PLL, Eventual PLL Termination
Eventual CPU Standby, Eventual DMI
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 86 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, LLC Level 1 bis 8

Trotz der im Freien herrschenden, hohen Temperaturen haben wir den Core i7-10700K zu etwas mehr Takt überreden können. Die magischen 5 GHz kann das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) natürlich problemlos halten. Die dafür nötige VCore war jedoch eine regelrechte Überraschung, denn im BIOS mussten wir lediglich 1,210 V fixieren. Dies ist für 5 GHz relativ wenig und hilft dabei enorm, die Kern-Temperaturen unter Last zu senken. Im offenen Aufbau pendelten sich die Kern-Temperaturen bei etwa 80°C ein, was zwar nicht wenig ist, jedoch noch weit von der TJMax (100°C) entfernt ist.

Uns hat davon ab auch die Leistung des umfangreichen VRM-Kühlers interessiert. Wir wissen, dass die Spannungswandler selbst im Vergleich zum Heatsink wärmer werden, aber wenn der Kühler an sich bei um die 50 °C liegt, dann ist dies unserer Einschätzung nach schon eine ordentliche Leistung. Natürlich sieht das Ganze in einem Gehäuse wieder anders aus, sodass dann etwas höhere Temperaturen zu erwarten sind.

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Das Extreme-Memory-Profile der DDR4-4133-DIMMs (Patriot Viper Steel, PVS416G413C9K, CL19-21-21-41) wurde vom ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) absolut schmerzfrei in die Tat umgesetzt und wir mussten in keinster Weise nachhelfen. Dies haben wir jedoch zugegeben auch nicht anders erwartet. Bei der manuellen RAM-Übertaktung haben wir versucht, einen stabilen DDR4-4400-Betrieb zu gewährleisten, es blieb jedoch, unabhängig von der Timing-Einstellung, nur beim Bootstable-Status.

Also gingen wir eine Stufe auf DDR4-4300 zurück und konnten dafür die Latenzen deutlich absenken und zwar auf sehr gute CL17-17-17-36-2T. Insgesamt kann man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.933 MHz und 16-16-16-36 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) mussten wir im BIOS keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Einstellungen arbeiteten bereits korrekt. Hierbei müssen allerdings beim ersten Systemstart die Default-Performance-Werte aktiviert werden.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark (Time Spy und Fire Strike), SuperPi 8M, Cinebench R15, Cinebench R20 und Sisoft Sandra 2020 Memory Benchmark:

3DMark

Time Spy

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2020

Speicher-Bandbreite

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Im Großen und Ganzen stimmt die gebotene Grundperformance, jedoch hätte die Speicher-Bandbreite noch ein Stück höher ausfallen können. Durch weitere Optimierungen seitens ASUS kann diese jedoch sicherlich noch verbessert werden.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Trotz der umfangreichen Ausstattung bootet das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) ziemlich flink mit 12 Sekunden. Einzig MSIs MPG Z490 GAMING EDGE WIFI war noch ein wenig schneller, aber dadurch dass es sich um einen Vergleich zwischen einer Mittelklasse- und Oberklasse-Platine handelt, geht der Punkt an das ASUS-Mainboard.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.2-Gen1-Hub, ein WLAN- und Bluetooth-Modul sowie ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 20 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die GeForce RTX 2060. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Für eine Oberklasse-Platine befindet ASUS' ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) im Leerlauf auf den letzten Plätzen, agiert jedoch mit gerade einmal etwa über 46,4 W relativ effizient, mit Blick auf die Ausstattung.

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench R20 legt dann der Hunger noch elektrischer Energie richtig zu und das ASUS-Mainboard ist ebenfalls auf dem vorletzten Platz. Zusammen mit dem Restsystem wurde die 200-W-Marke geknackt und dies war noch keine Volllast.

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Ziemlich genau 50 W mehr kommen mit Prime95 inklusive AVX hinzu und sichert sich zusammen mit dem ASRock Z490 PG Velocita den Durchschnittswert der bisher von uns getesteten Z490-Mainboards.

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Dass die Leistungsaufnahme nicht noch schlimmer ausfällt, hat das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) der zweifellos effizienten Spannungsversorgung zu verdanken, denn die Default-Last-Spannung ist mit 1,119 V schon fast rekordverdächtig und absolut hervorragend. Dies spiegelt unser Overclocking-Ergebnis gut wieder, dessen Spannung auch sehr niedrig ausgefallen ist.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die GeForce RTX 2060 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Etwas Strom konnten wir einsparen, indem wir den 5-GBit/s-LAN-Controller, das WLAN- und Bluetooth-Modul sowie die RGB-LED-Beleuchtung deaktiviert haben. Alleine im Idle waren es bereits fast 6 W weniger.

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Ganze 4 W weniger waren es in Verbindung mit Cinebench R20 und somit ist die ASUS-Platine ganz knapp unterhalb der 200-W-Marke gerutscht.

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

So allerdings natürlich nicht mit Prime95, denn damit waren es immerhin 3,6 W weniger und somit unterhalb von 250 W.

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

An der VCore hat sich nichts verändert und verblieb bei den extrem guten 1,119 V.

Wer sich für eine Oberklasse- oder High-End-Platine entscheidet, sollte sich nicht über eine höhere Leistungsaufnahme wundern. In Verbindung mit einer erweiterten Ausstattung wird nun einmal mehr Strom verbraten. Nichtsdestotrotz wird eine gute Energie-Effizienz gern angenommen.

In Bezug zum ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) kann sich die Energie-Effizienz im Idle durchaus sehen lassen, unter Last geht dann allerdings der Bedarf ordentlich nach oben, ohne jedoch neue Negativrekorde aufzustellen. Dies ist jedoch der niedrigen Default-VCore unter Last zu verdanken.


USB-3.2-Gen2-Performance

Das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) stellt insgesamt fünf USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel und eine Schnittstelle ist intern zu finden. Alle arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Mit den sequentiellen Transferraten von 1.066 MB/s und 1.026 MB/s im Lesen und Schreiben gibt Intels Z490-PCH wirklich alles und erfüllt die USB-3.2-Gen2-Spezifikation im vollsten Umfang.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) insgesamt sechs Stück an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen beiden Anschlüsse können über den Front-Header realisiert werden. Während die Anschlüsse am I/O-Panel an den ASMedia ASM1074 gebunden sind, gehen die beiden Ports über den Header nativ ans Werk.

Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Es macht keinen großen Unterschied, ob die vier USB-3.2-Gen1-Buchsen am I/O-Panel über ASMedias ASM1074-4-Port-Hub oder über die beiden Anschlüsse des Headers über den direkten Weg (PCH) genutzt werden. Im Lesen wurden in beiden Fällen bis zu 465 MB/s und im Schreiben um die 460 MB/s erreicht und damit liegt die Performance voll an.

SATA-6GBit/s-Performance

ASUS' ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den Benchmark verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Anders dagegen die SATA-Leistung. Der Grund ist jedoch nicht bei der Platine, sondern bei Windows 10 zu suchen. Gemessen wurden durch den ATTO-Disk-Benchmark lesend höchstens 521 MB/s und schreibend maximal 481 MB/s. Langsam ist dies natürlich nicht, allerdings auch nicht optimal.

M.2-Performance

Auf dem ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) halten sich drei M.2-Schnittstellen über den Z490-Chipsatz bereit, welche mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s, 2x shared).

Um die M.2-Schnittstellen zu überprüfen, verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe. Zwar beherrscht die NVMe-SSD den PCIe-4.0-x4-Standard, doch im Falle des Z490-PCHs wird sie logischerweise auf PCIe 3.0 x4 limitiert.

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Durch die PCIe-3.0-x4-Limitierung der M.2-Steckplätze musste Corsairs MP600-PCIe-4.0-x4-NVMe-SSD nicht aus dem Vollen schöpfen. Da Intels Z490-Chipsatz kein PCIe 4.0 unterstützt, wurden im Test logischerweise für PCIe-3.0-x4-Verhältnisse eine angemessene Lese- und Schreibdurchsatzrate von 3,343 GB/s respektive 3,283 GB/s ermittelt und liegen damit im Soll.


ASUS' zwölfte ROG-Maximus-Reihe geht für Intels zehnte Core-Generation (Comet Lake-S) auf Basis der LGA1200-Fassung an den Start und in vielen Punkten ist den Taiwanern mit dem ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) eine leistungsstarke Oberklasse-Platine mit einer üppigen Ausstattung gelungen. Alleine das effektive 14+2(+4)-Phasendesign lieferte eine exzellente Performance ab. Für stabile 5 GHz auf allen acht Pötten des Core i7-10700K waren lediglich 1,210 V nötig, was schon einiges aussagt. Dabei wurde nicht auf 90-A-Wandler - wie viele unserer Leser nun vermuten werden -, sondern auf qualitativ sehr gute 60-A-MOSFETs (Infineon TDA21462) gesetzt, die laut unserem Test extrem effizient zu Werke gehen und einen VCore-Output von bis zu 840 A liefern. Absolut zufriedenstellend war jedoch auch das RAM-Overclocking sowie die Kühlleistung des großflächigen VRM-Kühlers.

Dabei lässt ASUS auch beim Onboard-Komfort kaum Wünsche offen und stattet das ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) sowohl mit einem Power-, einem frei belegbaren FlexKey-, einem Retry-Button, vier Status-LEDs und einer Debug-LED aus. Über das I/O-Panel sind zudem ein CMOS-Clear- und USB-BIOS-Flashback-Button erreichbar. Wer es dann wirklich ausreizen möchte, kann auf Wunsch den LN2-Mode aktivieren und mit einer Stickstoffkühlung arbeiten. In diesem Modus lassen sich einige Spannungen deutlich höher festlegen. Was dann eigentlich lohnenswert wäre, sind Spannungsmesspunkte, doch die hat sich ASUS für das ROG Maximus XII Apex und das ROG Maximus XII Extreme aufgespart. Um die Kühlung der CPU-Spannungsversorgung etwas zu steigern, legt ASUS einen kleinen 40-mm-Lüfter inklusive Halterung bei.

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Auch bei den restlichen, technischen Eigenschaften gibt sich das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) kaum eine Blöße. In Summe gibt es fünfmal USB 3.2 Gen2, jeweils sechsmal USB 3.2 Gen1 und USB 2.0, sechsmal SATA 6GBit/s sowie jeweils drei mechanische PCIe-3.0-x16- und PCIe-3.0-x1-Steckplätze. Deutlich schnellerer Storage lässt sich mit den drei M.2-M-Key-Schnittstellen nutzen, wobei alle drei vom Z490-Chipsatz gesteuert werden. Zwei von ihnen sind jedoch shared angebunden, was potentielle Interessenten berücksichtigen sollten. Anstatt einem 2,5-GBit/s- und 10-GBit/s-LAN-Port (Intel I225-V und Marvell AQtion AQC107), wie beim ROG Maximus XII Formula und Extreme, geht es beim Hero-Modell mit Intels I219-V-Gigabit-Controller und Marvells AQtion-AQC111C-NIC (5 GBit/s) etwas gemächlicher zu. Ein besonderer Bonus wäre zudem ein USB-3.2-Gen2x2-Port (20 GBit/s) gewesen, wie MSI ihn beispielsweise beim überzeugenden MEG Z490 ACE (Hardwareluxx-Test) verbaut hat und diesen sogar für die Mittelklasse vorgesehen hat, wie beim MPG Z490 GAMING EDGE WIFI (Hardwareluxx-Test).

Uns sind allerdings auch ein paar Schattenseiten aufgefallen. Zwar ist die Leistungsaufnahme im Idle als gut einzustufen, doch unter Last geht es dann schon deutlich stromhungriger zu. Dass es nicht noch schlimmer ausgefallen ist, ist der sehr geringen Default-VCore zu verdanken. Andernfalls wäre die Leistungsaufnahme deutlich höher ausgefallen. Mit ein paar Performance-Optimierungen kann ASUS sicherlich noch etwas mehr Grundperformance gut machen. Ferner lässt sich das UEFI anfangs noch relativ smooth bedienen, doch nach einiger Zeit intensivierter Nutzung steigt dann die Ruckelorgie. Dies haben wir schon bei vielen ASUS-Mainboards kritisiert und wir wünschen uns, dass ASUS dies in den Griff bekommt. Ein großes Fragezeichen existiert dann bei der PCIe-4.0-Unterstützung, da ASUS keine offizielle Stellungnahme zu dem Thema herausgibt, ob die LGA1200-Mainboards die in der Theorie verdoppelte Leistung erlauben werden.

Generell sind die Preise der Z490-Mainboards im Vergleich zu den Z390-Platinen um einiges nach oben gegangen. Während das ROG Maximus XI Hero (Wi-Fi) (Hardwareluxx-Test) mit dem Beginn der Listung für 289 Euro erworben werden konnte, ging es beim Nachfolger bei 431 Euro los, was einem Preisaufschlag von knapp 50 % entspricht. Stand August 2020 sank der Preis aber immerhin auf 362 Euro.

Positive Eigenschaften des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi):

Negative Eigenschaften des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi):

Sollten die negativen Eigenschaften nicht zu abschreckend wirken, kann mit dem ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) durchaus seine Freude haben, gerade in der Disziplin Overclocking.

Persönliche Meinung

Das ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) hat zwar viele positive Eigenschaften, aber leider auch einige negative, was sich in etwa auf Plus-Minus-Null aufwiegt. Dabei kann man sich mit ein paar der Kritikpunkte sicherlich arrangieren, doch würde ich mir im Jahr 2020 keine Platine mehr kaufen, wo nicht klar ist, ob das neu erworbene Mainboard den PCIe-4.0-Standard unterstützt. Da steht für mich persönlich das große Overclocking-Potential definitiv hinten an. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi)
Nicht verfügbar 399,90 Euro Ab 379,99 EUR