MSI MEG Z490 ACE im Test - Unterbau mit starker CPU-Spannungsversorgung

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mobo msi meg z490 ace 004 logoMit dem MEG Z490 ACE hat MSI ein Oberklasse-Mainboard aus der Enthusiast-Gaming-Produktreihe im Angebot, das besonders gut zum Übertakten geeignet sein soll und zudem über eine erweiterte Grundausstattung verfügt. MSI hat uns ein Sample zukommen lassen, das wir ausführlich getestet und natürlich auch durch den Benchmark-Parcours geschickt haben.

MSIs MEG-Reihe stellt unabhängig von den Intel- und AMD-Plattformen die Speerspitze des jeweiligen Portfolios dar. Das Flaggschiff der Z490-Mainboards von MSI ist hierbei ganz klar das MEG Z490 GODLIKE, doch das MEG Z490 ACE ist dem Flaggschiff in einigen Punkten auf den Fersen. Seien es die ähnlich starke CPU-Spannungsversorgung, der Onboard-Komfort oder auch die Storage-Anschlüsse. Vom Preis her unterscheiden sich beide Modelle mit einer Differenz von satten 400 Euro. MSIs MEG Z490 ACE wird ab 434 Euro angeboten, das MEG Z490 GODLIKE kostet mit mindestens 837 Euro wesentlich mehr. Auf dem ersten Blick besitzt daher das MEG Z490 ACE das bessere Preis-/Leistungsverhältnis. 

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Ganz klassisch hat sich MSI für ein schwarzes PCB mit ATX-Abmessungen entschieden und setzt dabei auch grundlegend auf dunkle Kühlkörper. Doch als Eye-Catcher hat MSI auch goldfarbene Akzente gesetzt, die insgesamt einen hochwertigen Eindruck vermitteln sollen. Passend zur Oberklasse liefert MSI für alle drei M.2-Steckplätze auch Passivkühler mit.

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die Spezifikationen des MSI MEG Z490 ACE:

Die Daten des MSI MEG Z490 ACE in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
MEG Z490 ACE
CPU-Sockel LGA1200 (für Comet Lake-S)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
2x 8-Pin EPS12V
Phasen/Spulen 18 (17x CPU, 1x RAM)
Preis ab 426 Euro
Webseite MSI MEG Z490 ACE
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z490 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 4.800 MHz
Speicherausbau max. 128 GB RAM UDIMM Non-ECC
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 4.0/3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z490
2x PCIe 3.0 x1 über Intel Z490
PCI -
Storage 6x SATA 6 GBit/s über Intel Z490
3x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z490 (M-Key, 32 GBit/s)
1x M.2 mit PCIe 3.0 x1 über Intel Z490 (E-Key, belegt)
USB 1x USB 3.2 Gen2x2 (20 GBit/s, 1x extern) über ASMedia ASM3241
4x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, 3x extern, 1x intern) über Intel Z490
4x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, 2x extern, 2x intern) über Intel Z490
6x USB 2.0 (2x extern, 4x intern) über Intel Z490
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth WiFi 802.11a/b/g/n/ac/ax über Intel Wi-Fi 6 AX201 CNVio, Dual-Band, max. 2,4 GBit/s, Bluetooth 5.1
Thunderbolt -
LAN 1x Realtek RTL8125B-CG 2,5-GBit/s-LAN
1x Intel I219-V Gigabit-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
ESS Sabre9018Q2C DAC
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN- und
WaKü-Header
1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin Water-Pump-Header
6x 4-Pin System-FAN-Header
LED-Beleuchtung Chipsatzkühler
1x 4-Pin RGB-Header
2x 3-Pin ARGB-Header
1x 3-Pin Corsair-LED-Header
Onboard-Komfort Status-LEDs, Power-Button, Reset-Button, Debug-LED, CMOS-Clear-Button, Flash-BIOS-Button, Slow-Mode-Jumper, Spannungsmesspunkte
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Folgendes Zubehör bringt das MSI MEG Z490 ACE mit:

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Das Zubehör beim MSI MEG Z490 ACE besteht aus vier SATA-Kabeln, dazu SATA-Kabel-Stickern und einer frei positionierbaren WLAN-Antenne. Davon ab sind selbstverständlich das Mainboard-Handbuch, die Support-DVD, auch hier der Quick-Start-Guide dabei. Hinzu kommen die drei RGB-LED-Verlängerungskabel, ein schwarz-goldener MSI-Gehäusesticker, die Infokarte zur Produktregistrierung und das MSI-Produktheftchen.


Für die Comet-Lake-S-Prozessoren hat Intel als größtes Chipsatz-Modell den Z490-PCH vorgesehen, der sich vom Vorgänger, dem Z390-PCH, nur in einem Punkt unterscheidet. Statt der WLAN-AC- ist nun eine WLAN-AX-Vorbereitung im Chipsatz hinterlegt und kann nun mit dem Intel-Wi-Fi-6-AX201-CNVio-Modul kombiniert werden. Davon ab bleibt es bei maximal 10 USB-3.2-Gen1-, sechs USB-3.2-Gen2- und sechs SATA-6GBit/s-Ports. Insgesamt sind es unverändert 30 PCIe-3.0-HSIO-Lanes (High Speed I/O) und 24 frei verteilbare PCIe-3.0-Lanes. Die Anbindung zwischen Chipsatz und CPU erfolgt weiterhin per DMI 3.0 (PCIe 3.0 x4).

In Sachen Arbeitsspeicher bleibt es ebenfalls beim Dual-Channel-Interface mit maximal vier DDR4-DIMM-Speicherbänken und zwei DIMMs pro Kanal. Verwendet werden können ausschließlich DDR4-UDIMMs ohne ECC, doch dafür steigt die native RAM-Geschwindigkeit auf effektiv 2.933 MHz.

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Plattform-Vergleich: Intel Z390 und Z490
Z490
Z390
Plattform
Mainstream
Fertigung 14 nm
CPU-Sockel
LGA1200
LGA1151v2
max. CPU-Kerne/Threads
10/20
8/16
CPU Code Name
Comet Lake-S
Coffee Lake-S (Refresh)
max. Arbeitsspeicher
128 GB DDR4 UDIMM
max. RAM-Takt (nativ)
DDR4-2933
DDR4-2666
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x8 oder 1x8 + 2x4
Multi-GPU SLI / CrossFireX
Max. Displays/Pipes 3/3 3/3
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 2/2 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja
integr. WLAN-AX-Vorbereitung (Wi-Fi 6) Ja Nein
integr. WLAN-AC-Vorbereitung (Wi-Fi 5) Ja Ja
Intel Smart Sound Technology Ja Ja
Optane-Memory-Unterstützung Ja Ja
integr. SDXC-(SDA 3.0)-Support Ja Ja
USB-Ports (USB 3.2 Gen1) 14 (10) 14 (10)
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 10/6 10/6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 6 6
Anzahl HSIO-Lanes 30 30
Max. PCIe-3.0-Lanes 24 24
Intel Rapid Storage Technology Ja Ja
Max. Intel RST für
PCIe-Storage-Ports
(M.2 x2 oder x4)
3 3
Intel RST PCIe RAID 0, 1, 5 Ja Ja
Intel RST SATA RAID 0, 1, 5, 10 Ja Ja
Intel RST CPU-attached
Intel-PCIe-Storage
Ja Ja

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Etwa ein Drittel der PCB-Rückseite wird von einer Backplate unterstützt, die jedoch keine Kühlungsabsichten hat, sondern rein aus Stabilitätsgründen vorhanden ist. Zusätzlich ist sehr gut zu erkennen, dass einige Kondensatoren vom VRM-Bereich von einer Passivkühlung auf Temperatur gehalten werden.

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Unten links auf dem linken Bild sind der PCH-Kühler und die beiden VRM-Backplates zu sehen. Doch wesentlich interessanter ist dann doch der VRM-Kühler selbst. MSI hat zwei Kühlkörper mit einer Heatpipe miteinander verbunden, um die Kühlfläche generell zu erhöhen. Dabei fällt positiv auf, dass alle Spannungswandler ordentlich mit den Wärmeleitpads bedeckt sind. Doch MSI hat sich außerdem dazu entschlossen, einen kleinen 30-mm-Axiallüfter mit zu verbauen, um die Kühlleistung weiter zu verstärken.

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Beim MSI MEG Z490 ACE haben wir es mit einer massiven CPU-Spannungsversorgung mit insgesamt 17 Spulen als 16+1-Design zu tun. Dabei arbeiten 16 Spulen für die VCore- und eine Spule die UnCore-Spannung(en). Um die 16 VCore-Spulen kümmert sich je ein ISL99390-MOSFET von Intersil mit satten 90A (Smart Power Stage), sodass man in diesem Fall bereits theoretisch bis auf eine Ausgangsleistung von 1.440 A kommt. Die letzte Spule für den UnCore-Bereich wird stattdessen von je einem NTMFS4C029N-Wandler mit 46 A und einem NTMFS4C024N-Wandler mit 78 A von On Semi versorgt. Zwei 8-Pin-Anschlüsse sollen für den nötigen Energie-Input sorgen.

Da der ISL69269-PWM-Controller maximal 12 Spulen steuern kann, wurden von MSI auf der PCB-Rückseite acht Phasen-Doppler verlötet, sodass das MSI MEG Z490 ACE zwar effektiv eine 16+1-Spannungsversorgung bietet, in Wirklichkeit jedoch eine 8+1-Versorgung ist. Einziger Unterschied zum MSI MEG Z490 GODLIKE ist, dass das Flaggschiff-Modell eine weitere Spule für den UnCore-Bereich besitzt.

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In den vier DDR4-UDIMM-Speicherbänken können vom Anwender aus bis zu 128 GB RAM verstaut werden und je nach Bestückung einen Speichertakt bis effektiv 4.800 MHz fahren. MSI hat dem MEG Z490 ACE außerdem das Steel-Armor-Feature verpasst. Eine Spule versorgt die DIMM-Steckplätze mit Strom, die wiederum ihren Input von zwei NTMFS4C024N-MOSFETs und einem NTMFS4C029N-Spannungswandler erhält.

Unterhalb der DIMM-Slots konnten wir neben dem 24-Pin-Stromanschluss einen USB-3.2-Gen2-Header, vier Status-LEDs und sogar vier Spannungsmesspunkte für folgende Spannungen finden: VCore, VDIMM, VCCSA und VCCIO.

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Für Erweiterungskarten stellt das MSI MEG Z490 ACE zwei mechanische PCIe-4.0-x16- und zwei PCIe-3.0-x1-Steckplätze sowie einen mechanischen PCIe-3.0-x16-Slot bereit. Alle drei großen Steckplätze wurden mit dem Steel-Armor-Feature versehen. Die ersten beiden genannten arbeiten dabei direkt mit der CPU zusammen, sodass hierbei unterschieden werden muss, dass mit Comet Lake-S "nur" der PCIe-3.0-Standard nutzbar ist. Die 16 Lanes von der CPU teilen sich dann entweder in x16/x0 oder x8/x8 auf. Zumindest ist es positiv, dass MSI das MEG Z490 ACE bereits für PCIe 4.0 mit den Rocket-Lake-S-Prozessoren vorbereitet hat.

Die restlichen Steckplätze sind hingegen an den Z490-Chipsatz angebunden. Der unterste Steckplatz agiert dabei höchstens mit PCIe-3.0-x4-Modus.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
- - - - -
PCIe 4.0 x16 x16 (CPU) x16 x8 x8
-
- - - -
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 4.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (Z490) - - x4
Hinweis: Für die Nutzung von PCIe 4.0 ist eine Rocket-Lake-S-CPU notwendig (elfte Core-Generation). Mit einer Comet-Lake-S-CPU (zehnte Core-Generation) ist ausschließlich die Nutzung von PCIe 3.0 möglich.

In den Zwischenräumen wurden insgesamt drei M.2-M-Key-Steckplätze positioniert, von denen der Untere ohne Sharing genutzt werden kann. Der zweite SATA-Port wird hingegen unbrauchbar, wenn im oberen M.2-Anschluss eine SSD installiert wird. Beim mittleren Anschluss werden generell die SATA-Ports 5 und 6 unbrauchbar, wenn ein Modul verbaut wird.


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Alle sechs SATA-6GBit/s-Ports arbeiten nativ über den Z490-Chipsatz und wurden auch um 90 Grad angewinkelt. Rechts daneben ist ein USB-3.2-Gen1-Header zu sehen und links an der Ecke befinden sich ein Power- und Reset-Button, eine Debug-LED sowie ein LED-Switch zum Deaktivieren sämtlicher RGB-LED-Beleuchtung.

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Das I/O-Panel des MSI MEG Z490 ACE in der Übersicht
CMOS-Clear-Button, Flash-BIOS-Button PS/2 - Gigabit-LAN(Intel I219-V) 2,5 GBit/s LAN
(Realtek RTL8125B-CG)
WLAN-Modul
(Intel Wi-Fi 6 AX201)
5x 3,5 mm Klinke
1x TOSLink
2x USB 2.0 2x USB 3.2 Gen2 (Z490) 2x USB 3.2 Gen1 (Z490) 1x USB 3.2 Gen2 Typ-A (Z490)

1x USB 3.2 Gen2x2 (Typ-C, ASM3241)

Einmal PS/2, das WLAN-ax- und Bluetooth-5.1-Modul sowie die sechs Audio-Anschlüsse sind nur ein Teil des I/O-Panels, wobei die fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen vergoldet wurden. Für die kabelgebundene Netzwerkverbindung hat MSI nicht nur den 2,5-GBit/s-LAN-Port über Realteks RTL8125B-CG verbaut, sondern als Ergänzung außerdem einen Gigabit-LAN-Port über Intels I219-V-PHY.

Zweimal USB 2.0, zweimal USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s), dreimal USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s) und sogar einmal USB 3.2 Gen2x2 (20 GBit/s) über den ASMedia ASM3241 halten sich am I/O-Panel bereit. Weitere USB-Schnittstellen sind über einen USB-Typ-C- (USB 3.2 Gen2), einen USB-3.2-Gen1- und zwei USB-2.0-Header realisierbar. Rechts neben dem PS/2-Anschluss befindet sich auf der Innenseite ein 30-mm-Lüfter, der den VRM-Kühler unterstützt.

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Mit dem Realtek-ALC1220-Codec verbaut MSI beim MEG Z490 ACE aus der Oberklasse den passenden Soundchip. Als Ergänzung jedoch sind auch ein eigenständiger DAC des Typs ESS Sabre9018Q2C sowie elf Audio-Kondensatoren mit an Bord.

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Nun kommen noch ein paar Zusatzchips: Links sehen wir Realteks RTL8125B-CG-2,5-GBit/s-Controller, rechts daneben dann Intels I219-V-PHY und schließlich ASMedias ASM3241-USB-3.2-Gen2x2-Controller.

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Auch wenn das MSI MEG Z490 ACE zweifellos ein Oberklasse-Mainboard ist, hat es MSI geschafft, die ATX-Platine übersichtlich zu gestalten. Zusätzlich haben die Taiwaner direkt unter dem oberen PCIe-x16-Slot keinen weiteren Erweiterungssteckplatz verbaut, da dieser ansonsten im Regelfall beim Einsatz einer potenten Grafikkarte sowieso unbrauchbar werden würde.


BIOS

Zum Testzeitpunkt wurden wir von MSI mit einer aktuelleren BIOS-Version versorgt, als zu dieser Zeit auf der Webseite angeboten wurde. Es handelt sich um die Version 7C71v113, bei der MSI weitere Optimierungen für die Turbo-Modi vorgenommen hat. Mittels M-Flash konnten wir das BIOS ohne Probleme aufspielen.

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Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. Natürlich setzt MSI hauptsächlich auf die Farben Rot und Schwarz. Unterschieden wird dabei weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um die RGB-LED-Beleuchtung, die Debug-LED und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Anders gestaltet wurde der Game-Boost-Bereich, für den MSI nun sowohl eine CPU- und XMP-Schaltfläche für die Aktivierung und Deaktivierung vorgesehen hat. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Bei der Advanced-Oberfläche wird das neue MEG-Logo genutzt. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genauso ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Auf dem MSI MEG Z490 ACE erhält der Anwender eine sehr leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung mit 16 Intersil-MOSFETs mit jeweils 90A. Für die VCore zeigen sich daher 16 Spulen verantwortlich und im BIOS sind zahlreiche Einstellungen verfügbar.

MSI erlaubt beim MEG Z490 ACE eine Veränderung des BCLK von 10,00 MHz bis 655,25 MHz. Die Intervalle betragen auch hier feine 0,012/0,013 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset, Adaptive und auch Adaptive + Offset zur Verfügung. Im Override- und Adaptive-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten einstellen. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,990 V bis +0,990 V ebenfalls sehr ansprechend aus. Neu ist der Advanced Offset Mode: Mit den festen Multiplikatoren 8, 25, 35, 43, 46, 48, 50 und 51 kann der Anwender unterschiedliche Offset-Werte hinterlegen, negativ oder positiv.

Bei den RAM-Teilern reicht es von DDR4-800 bis DDR4-8400, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MEG Z490 ACE in der Übersicht
Base Clock Rate 10,00 MHz bis 655,25 MHz in 0,012/0,013-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 1,850 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,600 V bis 1,750 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU PLL SFR, Ring PLL SFR, SA PLL SFR, MC PLL SFR, CPU ST, CPU STG, DRAM VREF
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 60 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, LLC Level 1-8

Aufgrund der hohen Kern-Temperaturen, war auch beim MSI MEG Z490 ACE mit dem Core i7-10700K bei 5 GHz Schluss. Doch im Vergleich zum Gigabyte Z490 Vision G (Hardwareluxx-Test) konnten wir die VCore im BIOS auf 1,265 Volt fixieren. Zusammen mit dem Load-Line-Calibration Mode 2 wurde die VCore unter Last leicht angehoben und lag dann laut CPU-Z bei 1,277 V. Durch die niedrige Effektiv-Spannung lagen die Kern-Temperaturen bei um die 90 °C, doch weit von der TJ Max war dies natürlich nicht mehr entfernt.

Wer sich Gedanken um den kleinen 30-mm-Lüfter am VRM-Kühler macht, kann ganz beruhigt sein. Während der Overclocking-Session sprang der Lüfter zu keinem Zeitpunkt an. Falls doch, lässt sich der Lüfter im BIOS glücklicherweise mit einer manuellen Lüfterkurve steuern. Doch bei einer VRM-Kühler-Temperatur von rund 60 °C ist der Einsatz des Lüfters auch noch nicht verpflichtend, wobei die Spannungswandler selbst natürlich noch ein Stück heißer unterwegs sind.

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Als Arbeitsspeicher verwenden wir das 16-GB-Patriot-Viper-Steel-Kit mit DDR4-4133, das gerade für die LGA1200-Plattform eine gute Basis darstellt. Das XMP wurde vom MSI MEG Z490 ACE problemlos in die Tat umgesetzt. Anschließend haben wir uns an die manuelle Übertaktung gemacht. Dabei konnten wir maximal 4.300 MHz bei CL17-18-18-36 herauskitzeln, womit wir etwas straffere Werte als mit dem Gigabyte Z490 Vision G erreicht haben. Zwar konnte das System auch mit 4.400 MHz booten, stabil war dies jedoch trotz erhöhter Latenzen keineswegs. Auch brachte die Spannungserhöhung bei VCCIO und VCCSA leider nichts.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI MEG Z490 ACE getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.933 MHz und 16-16-16-36 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI MEG Z490 ACE mussten wir das im BIOS keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Einstellungen arbeiteten bereits korrekt.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark (Time Spy und Fire Strike), SuperPi 8M, Cinebench R15, Cinebench R20 und Sisoft Sandra 2020 Memory Benchmark:

3DMark

Time Spy

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2020

Speicher-Bandbreite

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Im Grunde sind sich das Gigabyte Z490 Vision G und das MSI MEG Z490 Ace einig, was die Benchmarkwerte angeht. Doch besonders beim TimeSpy- und FireStrike-Benchmark zeigte sich die MSI-Platine punktfreundlicher.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Für die Initialisierung benötigt das MSI MEG Z490 Ace 13,43 Sekunden und wird als ziemlich fix angesehen, wenn man bedenkt, dass das Gigabyte Z490 Vision G nur eine Sekunde schneller war.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI MEG Z490 ACE hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.2-Gen2x2-Controller, ein WLAN- und Bluetooth-Modul und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 20 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die GeForce RTX 2060. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Im Idle platziert sich das MSI MEG Z490 ACE mit genau 47 W noch unterhalb der 50-Watt-Marke und ist dem Gigabyte Z490 Vision G in diesem Punkt unterlegen, wobei Letzteres auch deutlich weniger Ausstattung zu bieten hat.

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Unter Teillast mit Cinebench R20 zeigt sich dann ein ganz anderes Bild. Das MSI-Mainboard zeigt sich mit 190 W relativ sparsam, wohingegen die Gigabyte-Platine bei etwas über 200 W lag.

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Ähnliches Spiel dann mit Prime95 inklusive AVX, wo es mit dem MSI MEG Z490 ACE bis auf knapp 243 W hinaufging. Mit 273,4 W war das Gigabyte Z490 Vision G deutlich stromhungriger.

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Der Grund der deutlich besseren Energie-Effizienz des MSI MEG Z490 ACE unter Last ist der deutlich geringeren Default-VCore geschuldet, die bei 1,154 V statt 1,248 V lag.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die GeForce RTX 2060 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Beim MSI MEG Z490 ACE konnten wir den 2,5-GBit/s-LAN-Controller, die RGB-LED-Beleuchtung und das CNVio-Modul deaktivieren. Hierdurch wurden im Idle immerhin 1,5 W eingespart.

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Die Differenz von 0,5 W mit Cinebench R20 kann auch als Messtoleranz angesehen werden.

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Am meisten eingespart wurde ironischerweise mit Prime95. Unser Verbrauchsmessgerät zeigte nun 240,4 W an, was einem Unterschied von 2,4 W entspricht.

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Sowohl im Idle als auch unter Last zeigte sich das MSI MEG Z490 ACE mit einer vergleichsweise guten Energie-Effizienz, wenn man den generellen Stromhunger der großen Comet-Lake-S-Modelle berücksichtigt. Grund hierfür ist die stärkere CPU-Spannungsversorgung.


USB-3.2-Gen2x2-Performance

Das MSI MEG Z490 ACE stellt auch eine USB-3.2-Gen2x2-Schnittstelle (Typ-C) bereit, die vom ASMedia ASM3241 gesteuert wird.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Zwar schaffte es der ASM3241 nicht, die volle Bandbreite von 20 GBit/s auszufahren, allerdings sind die Ergebnisse mit 1,7 GB/s im Lesen und 1,65 GB/s im Schreiben mehr als solide.

USB-3.2-Gen2-Performance

Das MSI MEG Z490 ACE stellt insgesamt vier USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Drei Stück befinden sich am I/O-Panel und eine Schnittstelle ist intern zu finden. Alle arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.2-Gen2-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Volle Fahrt voraus hieß es dann mit dem USB-3.2-Gen2-Controller im Z490-Chipsatz, der es bis auf 1,06 GB/s lesend und 1,01 GB/s schreibend schaffte und damit absolut im Soll liegt.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das MSI MEG Z490 ACE insgesamt vier Stück an. Am I/O-Panel kann auf zwei Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen beiden Anschlüsse können über den Front-Header realisiert werden. Alle USB-3.2-Gen1-Ports arbeiten direkt mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Und auch die USB-3.2-Gen1-Performance zeigt sich mit entsprechend hohen Lese- und Schreibraten bis 465 MB/s respektive 462 MB/s.

SATA-6GBit/s-Performance

MSIs MEG Z490 ACE stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Das Sorgenkind ist weiterhin SATA 6GBit/s, was unserer Ansicht jedoch nicht an Intel oder AMD, sondern an der aktuelleren Windows-10-Version liegt. Dennoch wurden immerhin maximal 521 MB/s im Lesen und 485 MB/s im Schreiben erreicht.

M.2-Performance

Auf dem MSI MEG Z490 ACE halten sich drei M.2-Schnittstellen über den Z490-Chipsatz bereit, welche mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s, 2x shared). Für den M.2-Test verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe. Zwar beherrscht die NVMe-SSD den PCIe-4.0-x4-Standard, doch im Falle des Z490-PCHs wird sie logischerweise auf PCIe 3.0 x4 limitiert.

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Das MSI MEG Z490 ACE zeigt sich mit besseren M.2-NVMe-Werten. Laut Crystal Disk Mark wurde sequentiell eine Lese- und Schreibperformance von 3,345 GB/s bzw. 3,278 GB/s ermittelt. Mit dem ATTO-Disk-Benchmark lagen die Werte zwar etwas darunter, aber dennoch bei über 3 GB/s. Für PCIe 3.0 x4 sind die Werte insgesamt sehr solide.


Sollte explizit der Schritt zu Intels neuer LGA1200-Plattform mit den Comet-Lake-S-Prozessoren gefallen sein, eine bestenfalls groß dimensionierte Custom-Wasserkühlung vorhanden und dazu erweitertes Overclocking geplant sein, erhält man mit dem MSI MEG Z490 ACE eine sehr gute Basis mit einer kräftigen CPU-Spannungsversorgung. Denn das Vize-Flaggschiff aus MSIs MEG-Reihe bringt eine 16+1-Spannungsversorgung mit, deren 16 VCore-Spulen von jeweils einem 90-A-Spannungswandler befeuert werden und somit bis auf 1.440 A kommen.

Dazu hat MSI auch zahlreichen Onboard-Komfort nicht weggelassen und wichtige Features, wie einen Power- und Reset-Button, eine Debug-LED, einen Slow-Mode-Modus und sogar vier Spannungsmesspunkte berücksichtigt. Speziell zum BIOS ist auch ein CMOS-Clear- und Flash-BIOS-Button mit an Bord. Die VRM-Kühlung zeigte sich zumindest für moderates Overclocking sehr robust mit angenehmen Temperaturen, auch wenn MSI für den Fall der Fälle auch einen 30-mm-Lüfter am VRM-Kühler angebracht hat. Während der OC-Session sprang der Lüfter jedoch nicht an und kann optional im BIOS manuell mittels Lüfterkurve gesteuert werden.

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Bei der restlichen Ausstattung ist MSI größtenteils auf Intels Plattform-Begrenzungen limitiert. Entsprechend gibt es vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke für maximal 128 GB RAM (bis 4.800 MHz), dazu drei M.2-M-Key-Schnittstellen (2x shared) inklusive Kühler sowie drei mechanische PCIe-3.0-x16- und zwei PCIe-3.0-x1-Steckplätze. Zwei von den x16-Slots sind über die CPU angebunden und sind bereits für PCIe 4.0 vorbereitet. Zu den M.2-Storage-Anschlüssen gesellen sich ferner sechs native SATA-6GBit/s-Buchsen, allerdings verbunden mit einigen Restriktionen. Neben 14 USB-Schnittstellen ist auch ein USB-3.2-Gen2x2-Anschluss (20 GBit/s) mit von der Partie.

Bei der Netzwerkverbindung hat der Anwender die Wahl zwischen der kabellosen Variante über das Intel-WiFi-6-AX201-CNVio-Modul oder aber der kabelgebundenen Option über den 2,5-GBit/s- und 1-GBit/s-LAN-Port. Der Realtek-ALC1220-Codec wird vom ESS Sabre9018Q2C-DAC und einigen Audio-Kondensatoren unterstützt. Obendrauf lassen sich auf dem MSI MEG Z490 ACE auch zahlreiche Lüfter und eine Wasserpumpe anklemmen und im BIOS steuern. Positiv werten wir die Leistungsaufnahme, sowohl im Idle als auch unter Last.

Wenn wir etwas beim MSI MEG Z490 ACE auszusetzen haben, dann ist dies der Preis von mindestens 435 Euro. Zum Vergleich kostete das Vorgängermodell MEG Z390 ACE zum Markstart gerade einmal 268 Euro. Ein Aufpreis von satten 167 Euro muss man zunächst einmal hinnehmen. Rein technisch gesehen hat uns das MSI MEG Z490 ACE absolut überzeugt.

Positive Eigenschaften des MSI MEG Z490 ACE:

Negative Eigenschaften des MSI MEG Z490 ACE:

Wer den Preis ausblenden kann, erhält mit dem MSI MEG Z490 ACE ein sehr leistungsstarkes Mainboard für Intels Comet-Lake-S-Prozessoren inklusive umfangreicher Ausstattung.

Gerade die CPU-Spannungsversorgung des MSI MEG Z490 ACE hat mich ziemlich beeindruckt und gerade auch der Unterschied mit der Default-VCore. Aber auch davon ab hatte ich stets das Gefühl, ein hochwertiges Mainboard in der Mangel zu haben. Natürlich kann ich wie immer auf die RGB-LED-Beleuchtung verzichten, aber auch in dieser Hinsicht hat MSI nachgelegt und bietet eine einfache Möglichkeit, die LED-Beleuchtung auf Wunsch zu deaktivieren. (Marcel Niederste-Berg)