Gigabyte Z490 Vision G im Test - Moderate Ausstattung trifft auf hohen Preis

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mobotest gigabyte z490 visiong 004 logoIntel läutet mit den Comet-Lake-S-Prozessoren und dem Z490-Chipsatz eine neue Runde ein. Mit bis zu 10 Kernen und 20 Threads in Verbindung mit Intels zehnter Core-Generation ist nicht nur Gaming möglich, sondern es lässt sich auch problemlos Content Creation auf höchstem Niveau betreiben. Zumindest von Gigabyte gibt es zwei Mainboards mit dem Z490-Chipsatz, die genau für diesen Einsatz konzipiert wurden. Eines davon haben wir in der Redaktion unter die Lupe genommen.

Am 30. April fiel auch bei Gigabyte der Vorhang für die Präsentation der Z490-Mainboards. Insgesamt 14 Modelle wurden vorgestellt, zwei von ihnen wurden für den Content-Creation-Bereich abkommandiert: Neben dem Z490 Vision D handelt es sich um das Z490 Vision G. Während das Z490 Vision D eine etwas bessere Ausstattung erhalten hat, stellt das Z490 Vision G dennoch nicht zu unterschätzende Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung.

Auch das Z490 Vision G wurde im ATX-Format entworfen und bietet Grund-Features, wie vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, einige Erweiterungssteckplätze und dazu ausreichende Storage-Anschlussmöglichkeiten. Ein kleines Highlight ist jedoch das VRM-Design mit zwölf direkt angebundenen Spulen ohne Doubler und Co. Zusätzlich wurde von Gigabyte für das Z490 Vision G ein frisches neues Design kreiert.

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Mehr Kontrast geht eigentlich nicht: Das schwarze PCB trifft auf überwiegend weiße Kühler und sonstige Elemente. Einzig beim I/O-Panel-Cover und beim PCH-Kühler wurde jeweils ein farblicher Streifen als Akzent hinterlassen. Während der Streifen am I/O-Panel zwischen Blau und Lila wechselt, ist der Streifen am Chipsatzkühler durchgehend in Lila gehalten.

Die technischen Eigenschaften

Dies sind die Spezifikationen des Gigabyte Z490 Vision G:

Die Daten des Gigabyte Z490 Vision G in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
Z490 Vision G
CPU-Sockel LGA1200 (für Comet Lake-S)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin ATX +12V
Phasen/Spulen 14 Stück (13x für CPU, 1x für RAM)
Preis ab 250 Euro
Webseite Gigabyte Z490 Vision G
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z490 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 5.000 MHz
Speicherausbau max. 128 GB RAM UDIMM Non-ECC
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 4.0/3.0 x16 (elektrisch mit x16) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z490
2x PCIe 3.0 x1 über Intel Z490

PCI -
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen

6x SATA 6 GBit/s über Intel Z490
1x M.2 mit PCIe 4.0 x4 über CPU (nur mit Rocket Lake-S!)
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z490 (M-Key, 32 GBit/s, shared)

USB

5x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, 4x extern, 1x intern) über Intel Z490
6x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, 4x am extern, 2x intern) über Realtek RTS5411E/Intel Z490
4x USB 2.0 (4x intern) über Intel Z490

Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4b
1x DisplayPort 1.4
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I225-V 2,5-GBit/s-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
6x 3,5 mm Audio-Jacks
FAN-Header

1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin CPU/Water-Pump-Header
3x 4-Pin Chassis-FAN/Water-Pump-Header

LED-Beleuchtung 2x 4-Pin-RGB-Header
2x 3-Pin-ARGB-Header
Onboard-Comfort Q-Flash-Plus-Button

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Das mitglieferte Zubehör

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Die Liste beim Zubehör ist in der Tat ziemlich kurz. Mehr als das Handbuch, den Support-Datenträger und vier SATA-Kabel liegen dem Gigabyte Z490 Vision G nicht bei.


Für die Comet-Lake-S-Prozessoren hat Intel als größtes Chipsatz-Modell den Z490-PCH vorgesehen, der sich vom Vorgänger, dem Z390-PCH, nur in einem Punkt unterscheidet. Statt der WLAN-AC- ist nun eine WLAN-AX-Vorbereitung im Chipsatz hinterlegt und kann nun mit dem Intel-Wi-Fi-6-AX201-CNVio-Modul kombiniert werden. Davon ab bleibt es bei maximal 10 USB-3.2-Gen1-, sechs USB-3.2-Gen2- und sechs SATA-6GBit/s-Ports. Insgesamt sind es unverändert 30 PCIe-3.0-HSIO-Lanes (High Speed I/O) und 24 frei verteilbare PCIe-3.0-Lanes. Die Anbindung zwischen Chipsatz und CPU erfolgt weiterhin per DMI 3.0 (PCIe 3.0 x4).

In Sachen Arbetsspeicher bleibt es ebenfalls beim Dual-Channel-Interface mit maximal vier DDR4-DIMM-Speicherbänken und zwei DIMMs pro Kanal. Verwendet werden können ausschließlich DDR4-UDIMMs ohne ECC, doch dafür steigt die native RAM-Geschwindigkeit auf effektiv 2.933 MHz.

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Plattform-Vergleich: Intel Z390 und Z490
Z490
Z390
Plattform
Mainstream
Fertigung 14 nm
CPU-Sockel
LGA1200
LGA1151v2
max. CPU-Kerne/Threads
10/20
8/16
CPU Code Name
Comet Lake-S
Coffee Lake-S (Refresh)
max. Arbeitsspeicher
128 GB DDR4 UDIMM
max. RAM-Takt (nativ)
DDR4-2933
DDR4-2666
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16 oder 2x8 oder 1x8 + 2x4
Multi-GPU SLI / CrossFireX
Max. Displays/Pipes 3/3 3/3
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 2/2 2/2
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja
integr. WLAN-AX-Vorbereitung (Wi-Fi 6) Ja Nein
integr. WLAN-AC-Vorbereitung (Wi-Fi 5) Ja Ja
Intel Smart Sound Technology Ja Ja
Optane-Memory-Unterstützung Ja Ja
integr. SDXC-(SDA 3.0)-Support Ja Ja
USB-Ports (USB 3.2 Gen1) 14 (10) 14 (10)
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 10/6 10/6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 6 6
Anzahl HSIO-Lanes 30 30
Max. PCIe-3.0-Lanes 24 24
Intel Rapid Storage Technology Ja Ja
Max. Intel RST für
PCIe-Storage-Ports
(M.2 x2 oder x4)
3 3
Intel RST PCIe RAID 0, 1, 5 Ja Ja
Intel RST SATA RAID 0, 1, 5, 10 Ja Ja
Intel RST CPU-attached
Intel-PCIe-Storage
Ja Ja

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Schauen wir uns zunächst einmal den VRM- und PCH-Kühler an. Für den VRM-Kühler hat Gigabyte zwei Kühlkörper gewählt, die mit einer Heatpipe verbunden sind und zumindest teilweise aus Aluminium gefertigt sind. Beide Kühler bieten zudem Kühlfinnen, die jedoch beim unteren Teil deutlich stärker ausgeprägt sind. Beim PCH-Kühler gibt es hingegen weniger zu beachten, da der Z490-PCH nicht wärmer wird als der Z390-Chipsatz. Die von Gigabyte gewählte Größe ist absolut ausreichend.

Dreht man den VRM-Kühler auf den Kopf, sieht man, dass die 13 Spannungswandler, die umliegenden Kondensatoren und auch der PWM-Controller direkt mit der Heatpipe in Kontakt treten, wenn man vom Wärmeleitpad absieht.

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Um den Sockel LGA1200 herum sind 13 Spulen zu sehen, von denen zwölf Stück für die VCore zuständig sind und die 13. für den UnCore-Bereich gedacht ist. Gigabyte setzt hierbei pro Spule auf einen SiC651-MOSFET von Vishay, der bis zu 50A bietet. Somit sind natürlich keine Taktrekorde zu erwarten, dies ist für ein Content-Creation-Mainboard jedoch auch nicht notwendig.

Als Main-PWM-Controller verwendet Gigabyte den ISL69269, der sich um die 12 VCore-Spulen direkt kümmert. Für den letzte Spule (UnCore-Bereich) wurde ein separater PWM-Controller verbaut. Die gesamte CPU-Spannungsversorgung wird von jeweils einem 8-Pin- und 4-Pin-Stromanschluss mit der nötigen Energie versorgt.

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Im Bereich der vier DDR4-DIMM-Slots gibt es keine Besonderheiten zu entdecken. Es lassen sich bis zu 128 GB verstauen und dabei ausschließlich DDR4-UDIMMs ohne ECC. Gigabyte gibt dabei einen maximalen Effektiv-Speichertakt von sehr guten 5.000 MHz an. Davon ab sind ganz in der Nähe ein USB-3.2-Gen2- und USB-3.2-Gen1-Header zusehen.

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Die beiden mit Metall verstärkten PCIe-3.0-x16-Slots (mechanisch) arbeiten direkt mit der LGA1200-CPU zusammen, sodass die 16 PCIe-3.0-Lanes, des Comet-Lake-S-Prozessors mit entweder x16/x0 oder x8/x8 angesprochen werden. Sofern später ein Rocket-Lake-S-Prozessor installiert wird, ist zumindest der obere Steckplatz mit dem PCIe-4.0-Standard kompatibel. Beide PCIe-3.0-x1-Slots sowie der untere mechanische PCIe-3.0-x16-Anschluss arbeiten hingegen mit dem Z490-Chipsatz zusammen.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 4.0 x16 x16 (CPU) x16 x8 x8
-
- - - -
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (Z490) - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (Z490) - - x4

Wie gehabt, wurden in den freien Zwischenräumen insgesamt drei M.2-M-Key-Schnittstellen hinterlassen. Die obere Port wurde an den CPU-Sockel angebunden und kann daher mit den Comet-Lake-S-Prozessoren nicht verwendet werden. Vielmehr dient der oberste M.2-Anschluss als Vorbereitung für die nachfolgende elfte Core-Generation (Rocket Lake-S), die dann neben 16 PCIe-4.0-Lanes für die Grafikkarte(n) vier zusätzliche Lanes bereitstellen soll.

Die M.2-Slots in der Mitte und unten arbeiten hingegen über den Z490-PCH und werden damit im Optimalfall mit PCIe 3.0 x4 angesprochen. Restriktionen gibt es beim mittleren M.2-Slot zum Glück nicht, dies gilt jedoch nicht für den unteren Anschluss. Sobald dort eine M.2-SATA-SSD installiert ist, wird der zweite SATA-Port (SATA3 1) deaktiviert und damit unbrauchbar.

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Alle sechs SATA-6GBit/s-Ports wurden nativ an den Z490-Chipsatz angebunden und sind um 90 Grad angewinkelt. Von Haus aus bringt das Gigabyte Z490 Vision G kein Thunderbolt 3.0 mit, doch lässt sich dies vom Anwender mit Leichtigkeit mittels einer Zusatzkarte nachrüsten. Hierfür bietet die Platine entsprechende Header zum Anschluss an die Zusatzkarte.


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Folgende Anschlussmöglichkeiten bietet das I/O-Panel:

Das I/O-Panel des Gigabyte Z490 Vision G in der Übersicht
2x USB 2.0 4x USB 3.2 Gen1
über Realtek RTS5411E (Typ-A)
2,5 GBit/s LAN (Intel I225-V) 6x 3,5 mm Klinke
PS/2 DisplayPort 1.4
HDMI 1.4b
USB 3.2 Gen2 Typ-A (Z490)
USB 3.2 Gen2 Typ-C (Z490)
2x USB 3.2 Gen2 Typ-A (Intel Z490)
(oben: Q-Flash-Plus)

Am I/O-Panel halten sich gleich zehn USB-Anschlüsse auf, die sich in jeweils viermal USB 3.2 Gen1 und Gen2 sowie zweimal USB 2.0 aufteilen. Bis auf einmal USB 3.2 Gen2 Typ-C liegt der Rest in Typ-A vor. Mit dabei ist einmal PS/2, der 2,5-GBit/s-LAN-Port und die sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen. Leider ist kein optischer Digitalausgang (TOSLink) verfügbar. Übrig bleiben der DisplayPort-1.4- und HDMI-1.4b-Grafikausgang, für die jedoch zwingend ein LGA1200-Prozessor mit integrierter Grafikeinheit notwendig ist.

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Die sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen werden über den Realtek-ALC1220-Codec realisiert. Unterstützt wird der Codec von sieben Audio-Kondensatoren. Fehlen darf natürlich auch der Audio-Front-Header für das Gehäuse nicht.

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Direkt unter den Audio-Anschlüssen wurde Intels neuer I225-V-Netzwerkcontroller platziert, der bis zu 2,5 GBit/s realisiert. Bei dem Realtek-Chip ein gutes Stück weiter rechts handelt es sich um den RTS5411E und ist ein 4-Port-USB-3.2-Gen1-Hub, der sich den vier Typ-A-Buchsen am I/O-Panel annimmt.

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Hier haben wir den M.2-M-Key-Steckplatz, der zunächst nicht genutzt werden kann. Gigabyte hat mit "Reserved for Future" einen entsprechenden Hinweis hinterlassen und meint damit die Rocket-Lake-S-Prozessoren (elfte Core-Generation), die später erscheinen sollen.

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Einziger Onboard-Komfort stellt der Q-Flash-Plus-Button dar, mit dem das BIOS auch ohne CPU geflasht werden kann. Am I/O-Panel wurde der entsprechende und einzig funktionierende USB-Anschluss in weiß gefärbt.

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Gigabytes Z490 Vision G hat ein übersichtliches aber sehr aufgeräumtes Layout im Gepäck, was natürlich auch an der moderaten Ausstattung liegt. Uns hat bei dem Gigabyte Z490 Vision G die komfortable Möglichkeit gefehlt, das BIOS mittels eines CMOS-Clear-Buttons zurückzusetzen. Stattdessen bleibt einzig der Weg übrig, die BIOS-Batterie zu entfernen, die sich jedoch direkt unter der Grafikkarte befindet.


BIOS

Auf dem Gigabyte Z490 Vision G war bereits das BIOS-First-Release F3 vorinstalliert, doch auf der Gigabyte-Webseite stand uns mit der Version F4 ein Update zur Verfügung. Mit der eingebauten Instant-Flash-Funktion war es natürlich kein Problem, das BIOS fix aufzuspielen. Als einzige Verbesserung gibt Gigabyte "3D Gaming Performance Optimized" an.

oben links: CPU-OC; unten links: RAM-OC mit XMP; unten rechts: manuelles RAM-OC
Die USB-3.2-Gen2-Performance über Intels Z490-Chipsatz.
Die USB-3.2-Gen1-Performance über Intels Z490-Chipsatz.
Die USB-3.2-Gen1-Performance über den Realtek-RTS5411E-Hub.
Die SATA-6GBit/s-Performance über Intels Z490-Chipsatz.
Die M.2-Performance über Intels Z490-Chipsatz mit PCIe 3.0 x4.
Die M.2-Performance über Intels Z490-Chipsatz mit PCIe 3.0 x4.
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Es wird auch bei den Z490-Mainboards unverändert zwischen dem Easy- und dem Advanced-Mode unterschieden, wobei Gigabyte beim EZ-Mode ein paar Detailveränderungen vorgenommen hat. Links oben in der Ecke werden weiterhin grundlegende Informationen wie das Mainboard-Modell inklusive BIOS-Version, die installierte CPU, deren derzeitige Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Mit der CPU- und System-Temperatur und der CPU-Spannung bekommt der Nutzer einen ersten Einblick auf aktuelle Werte und kann somit beispielsweise feststellen, ob die Kühlung richtig montiert wurde. Auch lässt sich das Extreme-Memory-Profile direkt aktivieren.

Gestrichen wurde nun jedoch der EZ-OC-Bereich, bei dem der Anwender sich zwischen dem Eco-, Performance- oder Silent-Modus entscheiden konnte. Geblieben sind Infos zur derzeitigen DIMM-Belegung inklusive Takt. Wer möchte, kann auch gleich die Boot-Prioritäten per Drag & Drop festlegen beziehungsweise verändern. Ein Shortcut zur (De-)Aktivierung von Intels Rapid-Storage-Technology wurde ebenfalls implementiert, was auch für die Übersicht der angeschlossenen Lüfter und den dazugehörigen Drehzahlen gilt. Mit der Smart-FAN-Funktion können hingegen manuelle Lüfterkurven angelegt werden.

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Beim ersten Menüpunkt bekommt der Anwender Zugriff auf die favorisierten Einstellungen. Aus ehemals M.I.T. wurde nun schlicht der Tweaker-Menüpunkt. Auf dieser Seite versammeln sich die zahlreichen Overclocking-Features. Unter "Settings" können grundlegende Mainboard-Einstellungen vorgenommen werden und unter System Info werden lediglich einzelne Infos wie das Mainboard-Modell, die aktuell vorliegende BIOS-Version, die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Sprache ändern. Im UEFI sind weiterhin zahlreiche Einstellungen zu finden, die den Startvorgang betreffen, die unter einem eigenen Menüpunkt aufgelistet werden. Last but not least ist der "Save & Exit"-Reiter vorhanden, der selbsterklärend ist.

Es war problemlos möglich, auf angenehme Art und Weise per Maus und Tastatur durch die Menüs zu navigieren. Bis auf einen Umstand beim Overclocking, wurden die von uns gewählten Einstellungen problemlos in die Tat umgesetzt umgesetzt.

Overclocking

Auf dem Gigabyte Z490 Vision G sind zwar nicht die stärksten Spannungswandler (50A) verbaut, dennoch ist moderates Overclocking mit der zehnten Core-Generation problemlos möglich. Für die VCore zeigen sich zwölf Spulen verantwortlich und im BIOS sind zahlreiche Einstellungen verfügbar.

Gigabyte erlaubt beim Z490 Vision G eine Veränderung des BCLK von 80 MHz bis 500 MHz. Die Intervalle betragen auch hier sehr feine 0,01 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset, Adaptive und sogar Fixed zur Verfügung. Im Override- und Adaptive-Modus lässt sich die Spannung von 0,500 V bis 1,700 V in 0,001-V-Schritten einstellen. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,300 V bis +0,400 V ebenfalls sehr ansprechend aus. Der Fixed-Modus erlaubt das Fixieren der VCore von 1,100 V bis 1,800 V in 0,005-V-Intervallen, wie beim Offset-Modus.

Bei den RAM-Teilern reicht es von DDR4-800 bis DDR4-8400, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte Z490 Vision G in der Übersicht
Base Clock Rate 80,00 MHz bis 500,00 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,500 V bis 1,700 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
1,100 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,500 V bis 1,600 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,800 V bis 1,500 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,800 V bis 1,500 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,800 V bis 1,300 V in 0,020-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VCC Substained, VCC PLL OC, VCC VTT, CPU Core PLL Overvoltage, Ring PLL Overvoltage, GT PLL Overvoltage, SA PLL Overvoltage, MC PLL Overvoltage, DRAM Training Voltage, DDRVPP Voltage, DRAM Termination Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 63 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, LLC Level in 8 Stufen

Auch wenn Intels zehnte Core-Generation (Comet Lake-S) bereits von Haus aus so ziemlich am oberen Limit agiert, wird dem Anwender mit den K(F)-Modellen erweitertes Overclocking ermöglicht. Für die LGA1200-Mainboardtests haben wir uns als CPU-Modell für den Core i7-10700K entschieden, der natürlich sehr ähnlich zum Core i9-9900K ist und ebenfalls acht physische Kerne inklusive SMT (Hyper-Threading) im Gepäck hat.

Unter Volllast liegen auf allen acht Kernen standardmäßig 4,7 GHz an, doch wir haben uns an die 5-GHz-Grenze herangewagt. Dies war für unser Modell auch kein Problem, doch musste zumindest in Verbindung mit dem Gigabyte Z490 Vision G die VCore effektiv auf 1,332 V angehoben werden. Effektiv deshalb, da wir die höchste LLC-Stufe genommen haben und zusammen mit dem BIOS-VCore-Fixed-Wert 1,250 V die 1,332 V erreicht wurden. Die Angabe von CPU-Z schien auch zu stimmen, denn die Kern-Temperaturen betrugen trotz der 280-mm-AIO-Wasserkühlung um die 95°C. Damit waren wir bereits sehr dicht am Temperaturlimit (TJ Max. 100°C) unterwegs.

oben links: CPU-OC; unten links: RAM-OC mit XMP; unten rechts: manuelles RAM-OC
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Als Arbeitsspeicher verwenden wir das 16-GB-Patriot-Viper-Steel-Kit mit DDR4-4133, das gerade für die LGA1200-Plattform eine gute Basis darstellt. Das XMP wurde vom Gigabyte Z490 Vision G problemlos in die Tat umgesetzt. Anschließend haben wir uns an die manuelle Übertaktung gemacht und konnten aus dem Speicherkit maximal 4.300 MHz bei CL17-19-19-36 herauskitzeln. Zwar konnte das System auch mit 4.400 MHz booten, stabil war dies jedoch trotz erhöhter Latenzen keineswegs. Auch brachte die im BIOS implementierte DDR4-4500+-Optimierung und die Spannungserhöhung bei VCCIO und VCCSA leider nichts.


Mit diesem Testsystem haben wir das Gigabyte Z490 Vision G getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.933 MHz und 16-16-16-36 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte Z490 Vision G mussten wir das im BIOS keine Änderungen vornehmen, die Turbo-Einstellungen arbeiteten bereits korrekt.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark (Time Spy und Fire Strike), SuperPi 8M, Cinebench R15, Cinebench R20 und Sisoft Sandra 2020 Memory Benchmark:

3DMark

Time Spy

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Multi-Thread

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2020

Speicher-Bandbreite

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Im Grunde sind sich das Gigabyte Z490 Vision G und das MSI MEG Z490 Ace einig, was die Benchmarkwerte angeht. Doch besonders beim TimeSpy- und FireStrike-Benchmark zeigte sich die MSI-Platine punktfreundlicher.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Das Gigabyte Z490 Vision G bootet mit 12,36 Sekunden sehr fix, doch das MSI MEG Z490 Ace war mit 13,43 Sekunden dicht dahinter. Letzteres Modell muss jedoch aufgrund besserer Ausstattung zusätzliche Komponenten initialisieren.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte Z490 Vision G hat nur sehr wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 20 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die GeForce RTX 2060. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Im Idle macht sich die moderate Ausstattung des Gigabyte Z490 Vision G bemerkbar. Unser Stromverbrauchsmessgerät zeigte einen Wert von 42,5 W an.

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Unter Last mit Cinebench R20 dann die Ernüchterung: Mit 204 W verbrauchte die Gigabyte-Platine mehr als das MSI MEG Z490 Ace, das bei 190 W lag.

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Größer ist die Differenz dann mit Prime95 inkl. AVX. 273,4 W waren es mit dem Gigabyte Z490 Vision G, 242,8 W hingegen mit dem MSI MEG Z490 Ace.

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Ein Blick auf die CPU-Spannung erklärt dann den Grund für die Unterschiede zwischen den beiden Mainboards. Denn während das Gigabyte Z490 Vision G per Default eine VCore von 1,248 V ansetzt, begnügte sich das MSI MEG Z490 Ace mit lediglich 1,154 V. Und eine Spannungserhöhung sorgt für eine exponentielle Steigerung der Leistungsaufnahme.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die GeForce RTX 2060 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R20 xCPU

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95 inkl. AVX

Verbrauch in Watt
Weniger ist besser

CPU-Spannungen (Prime95)

Inkl. AVX

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Beim Gigabyte Z490 Vision G gibt es keine ergänzenden Komponenten, die wir deaktivieren konnten, um die Leistungsaufnahme weiter nach unten zu drücken. Ganz anders war dies natürlich beim MSI MEG Z490 Ace, wodurch einige Watt eingespart werden konnten.

Gerade im Leerlauf zeigt sich Gigabytes Z490 Vision G von der guten Seite, was sich unter Last jedoch aufgrund der zu hohen Standard-VCore umkehrt. Abhilfe würde hier natürlich eine manuelle Spannungssenkung schaffen, jedoch ist es fraglich, wie weit die beschränkte Spannungsversorgung dies zulässt.


USB-3.2-Gen2-Performance

Das Gigabyte Z490 Vision G stellt insgesamt fünf USB-3.2-Gen2-Schnittstellen bereit. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel und eine Schnittstelle ist intern zu finden. Alle arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen.

Für den Test setzen wir die externe NVMe-SSD WD_Black P50 mit 2-TB-Kapazität von Western Digital ein, die den USB-3.2-Gen2x2-Standard (20 GBit/s) unterstützt und damit mehr als genug geeignet ist, die USB-Schnittstellen zu testen.

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Intels USB-3.2-Gen2-Controller schafft es bis auf 1.037 MB/s lesend und 915 MB/s schreiben. Damit liegt er voll im Soll.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das Gigabyte Z490 Vision G insgesamt sechs Stück an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen beiden Anschlüsse können über den Front-Header realisiert werden. Die vier Ports am I/O-Panel arbeiten über den Realtek-RTS5411E-Hub, zwei Ports über den Header direkt mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.2-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.2-Gen2x2-Lösung verwendet.

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Ob nun über den Realtek-Hub oder nativ über den Z490-Chipsatz, in beiden Fällen werden nahezu identische Werte erreicht. Sowohl lesend als auch schreibend waren es um die 460 MB/s.

SATA-6GBit/s-Performance

Das Gigabyte Z490 Vision G stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z490-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Da Crystal-Disk-Mark in unserem Fall weniger gut mit der SATA-SSD harmonierte, haben wir uns ausschließlich auf den ATTO-Disk-Benchmark verlassen. Doch wurde der SATA-6GBit/s-Standard nicht bis ans Limit ausgereizt, wie die Werte von maximal 514 MB/s Lese- und 470 MB/s Schreibdurchsatz belegen.

M.2-Performance

Auf dem Gigabyte Z490 Vision G halten sich zwei M.2-Schnittstellen über den Z490-Chipsatz bereit, welche mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s, shared). Für den M.2-Test verwenden wir die Corsair MP600 mit 2-TB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Corsair mit 4.950 MB/s lesend und 4.250 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe. Zwar beherrscht die NVMe-SSD den PCIe-4.0-x4-Standard, doch im Falle des Z490-PCHs wird sie logischerweise auf PCIe 3.0 x4 limitiert.

Die obere und die dritte M.2-Schnittstelle ist an den CPU-Sockel angebunden und kann daher nicht berücksichtigt werden, da für einen möglichen Test eine Rocket-Lake-S-CPU (elfte Core-Generation) benötigt wird.

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Aber auch beim M.2-Test werden nicht Maximalwerte erreicht. Nichtsdestotrotz wurden im Lesen um die 3 GB/s und im Schreiben sogar etwas mehr als 3 GB/s erreicht, was natürlich trotz der PCIe-3.0-x4-Limitierung nicht gerade wenig ist.


Gigabytes Z490 Vision G ist gemessen an der Ausstattung der kleine Bruder des Z490 Vision D, beide Modelle jedoch sind der Designare-Produktfamilie angehörig und sollen in erster Linie die Content-Creation-Mainboards darstellen. Einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Modellen ist die Tatsache, dass das Vision D über zwei mechanische PCIe-4.0-x16-Slots verfügt, während beim Vision G nur der obere Steckplatz für PCIe 4.0 vorbereitet ist. Und auch wenn die Comet-Lake-S-Prozessoren, wie der Core i9-10900K (Hardwareluxx-Test), bereits am Limit agieren, erlaubt das Gigabyte Z490 Vision G natürlich auch das CPU- und RAM-Overclocking mit einem direkten 12+1-Phasendesign mit 50A-Spannungswandlern.

Dafür jedoch muss der Käufer bis auf vier Status-LEDs beim Booten und des Q-Flash-Plus-Features auf sämtlichen Onboard-Komfort verzichten. Ein CMOS-Clear-Button hätte dem Gigabyte Z490 Vision G auf jeden Fall sehr gut zu Gesicht gestanden. Die restliche Ausstattung ist sehr übersichtlich gestaltet worden. Insgesamt fünfmal USB 3.2 Gen2 (davon einmal intern), sechsmal USB 3.2 Gen1 (davon zweimal intern) und viermal USB 2.0 ermöglichen den Anschluss zahlreicher USB-Geräte. Für den Storage-Part stehen die sechs nativen SATA-6GBit/s-Ports sowie insgesamt drei M.2-M-Key-Schnittstellen bereit. Zwei M.2-Slots agieren über den Z490-PCH und sind instant nutzbar, die dritte wurde jedoch an den CPU-Sockel angebunden und kann erst mit der folgenden elften Core-Generation (Rocket Lake-S) verwendet werden.

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Die vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke nehmen bis zu 128 GB RAM auf und sind von Gigabyte bis effektiv 5.000 MHz bei Minimalbestückung ausgelegt. Im RAM-OC-Test konnten wir bei den DDR4-4133-DIMMs mit 4.300 MHz ein paar zusätzliche MHz herauskitzeln und zudem die Latenzen senken. WLAN gibt es beim Gigabyte Z490 Vision G zwar nicht, dafür jedoch einen 2,5-GBit/s-LAN-Port über Intels I255-V-PHY. Die Soundausgabe erfolgt über Realteks ALC1220-Codec und neun Audio-Kondensatoren. Am I/O-Panel halten sich dazu sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen bereit, denn TOSLink gibt es leider nicht. Auf Wunsch kann über je einen DisplayPort-1.4- und HDMI-1.4b-Grafikausgang die im Prozessor integrierte Grafikeinheit angesprochen werden, sofern es sich nicht um ein F-Modell handelt.

Preislich sind die Z490-Mainboards generell in neue Sphären vorgestoßen und davon ist leider auch Gigabyte Z490 Vision G betroffen, das ab 250 Euro gelistet ist und für die gebotene Ausstattung schon sehr kostenintensiv erscheint. Wer jedoch auf keine Overclocking-Rekorde aus ist, sich mit der Ausstattung zufrieden gibt und den hohen Preis akzeptiert, kann mit dem Gigabyte Z490 Vision G durchaus glücklich werden.

Positive Eigenschaften des Gigabyte Z490 Vision G:

Negative Eigenschaften des Gigabyte Z490 Vision G:

Bei der guten AMD-Alternative fällt der ernsthafte Blick auf die Intel-Z490-Plattform schwierig. Wer jedoch unbedingt ein solches System sein Eigen nennen möchte, bekommt mit dem Gigabyte Z490 Vision G für einen nicht gerade niedrigen Preis eine moderate Z490-Platine.

Das Gigabyte Z490 Vision G ist qualitativ sehr gut und agierte sehr stabil. Optimierungsbedarf besteht beim BIOS, genauer bei der Standard-VCore, denn die war deutlich zu hoch angesetzt. Aber natürlich ist auch der Preis für die gebotene Ausstattung viel zu hoch. (Marcel Niederste-Berg)