Inklusive USB 3.2 Gen2x2 und Thunderbolt 3.0: MSI Creator X299 im Test

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msi creator x299 004 logoNeben ASRock bietet auch MSI Platinen an, die vorrangig für den Content-Creation-Bereich konzipiert wurden und dem Anwender eine größtmögliche Flexibilität bei der Anschlussvielfalt bieten sollen. Zuletzt hatten wir das ASRock X570 Creator im Test und heute folgt das brandneue Creator X299, das als Teil der drei Refresh-Modelle von MSI für Intels Cascade-Lake-X-Prozessoren vorgestellt wurde.

Gerade die HEDT-Plattformen von AMD und Intel sind für umfangreiche und komplexe Content-Creation-Anwendungen durchaus empfehlenswert. Zwar bietet sich mit AMDs Ryzen 9 3950X eine sehr gute Mainstream-Variante an, wer allerdings mehr als 16 physische Kerne verwenden möchte, ist derzeit zwingend auf AMDs neuen Sockel sTRX4 für die dritte Threadripper-Generation, alternativ auf AMDs Sockel TR4 mit der zweiten Threadripper-Generation oder auf Intels Sockel LGA2066 angewiesen, welcher mit dem Core i9-10980XE (Cascade Lake-X) als Flaggschiff-Modell immerhin 18 Kerne und 36 Threads ermöglicht.

In Sachen Ausstattung können wir bereits vorab anmerken, dass die Besitzer des MSI Creator X299 keinerlei Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Von PCIe 4.0 einmal abgesehen, bietet das MSI Creator X299 sämtliche Schnittstellen, die derzeit aktuell im Consumer-Bereich möglich sind. Für einen gelisteten Preis für das MSI Creator X299 ab 529 Euro darf man das allerdings auch erwarten. Gehen wir nun im Detail auf das MSI Creator X299 ein.

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Wer generell dunkle Farben favorisiert, dem könnte das MSI Creator X299 durchaus zusagen, denn nicht nur das PCB mit E-ATX-Abmessungen ist schwarz, sondern auch sämtliche Kühlkörper. Einzige Ausnahme stellen die beiden RGB-LED-Zonen am I/O-Panel und am Chipsatzlühler dar, die in Kristalloptik entworfen wurden.

Die technischen Eigenschaften

Das MSI Creator X299 wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des MSI Creator X299 in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
Creator X299
CPU-Sockel LGA2066 (für Skylake-X (Refresh) und Cascade Lake-X)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
3x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin Molex
Phasen/Spulen 17 Stück (13x für CPU, 4x für RAM)
Preis ab 531 Euro
Webseite MSI
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X299 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel), max. 4.266 MHz
Speicherausbau max. 256 GB UDIMM
SLI / CrossFire SLI (4-Way), CrossFireX (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x8/x8/x16/x8 oder x16/x0/x16/x8 mit 44/48 Lanes; x8/x8/x8/x0 oder x16/x0/x8/x0 mit 28 Lanes)

PCI -
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen

8x SATA 6 GBit/s über Intel X299
1x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s) über Intel X299
1x U.2 mit PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s) über Intel X299
2x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s) über CPU
4x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x4 (32 GBit/s) via mitgelieferter Zusatzkarte

USB

1x USB 3.2 Gen2x2 (20 GBit/s, 1x extern) über ASMedia ASM3242
1x USB 3.2 Gen2 (10 GBit/s, 1x intern) über ASMedia ASM3142
11x USB 3.2 Gen1 (5 GBit/s, 7x extern, 4x intern), 7x über 2x ASMedia ASM1074, 4x über Intel X299
6x USB 2.0 (2x extern, 4x intern) über Intel X299

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth WLAN-a/b/g/n/ac/ax über Intel Wi-Fi 6 AX200 mit max. 2,4 GBit/s, Bluetooth 5.0
Thunderbolt Thunderbolt 3.0 (40 GBit/s) mit 2x Typ-C und 2x DisplayPort 1.4 über Intel JHL7540 (via mitgelieferter Zusatzkarte)
LAN

1x Intel I219-V Gigabit-LAN
1x Aquantia AQtion AQC107 10-GBit/s-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Audio Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header

1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WaKü-Pump-Header
4x 4-Pin System-FAN-Header (regelbar)
2x 4-Pin Extend-System-FAN-Header
1x 3-Pin Water-Flow-Header

LED-Beleuchtung 2 Zonen: I/O-Panel und PCH-Kühler
1x 4-Pin RGB-Header
2x 3-Pin adressierbarer RGB-LED-Header
1x Corsair-LED-Header
Onboard-Comfort Status-LEDs, Debug-LED, Power-Button, Reset-Button, BIOS-Switch, OC-Genie-Knob, CMOS-Clear-Button, Flash-BIOS-Button
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Das mitgelieferte Zubehör

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Nicht nur die Spezifikationstabelle ist voll bepackt, sondern auch das Zubehör fällt sehr umfangreich aus. Obligatorische Beigaben wie das Mainboard-Handbuch und der Quick-Installation-Guide fehlen natürlich auch beim MSI Creator X299 nicht. Selten gesehen wird der Treiber- und Software-Datenträger in USB-Stick-Form. Wir finden es begrüßenswert, dass MSI in diesem Fall nicht mehr auf die ausgediente DVD setzt. Das kann gerne generell der Fall sein.

Mit im Boot sind außerdem vier SATA-Kabel, diverse RGB-Verlängerungskabel, natürlich die 2T2R-WLAN-Antenne, drei M.2-Schrauben und auch der MSI-Gaming-Sticker. Als besondere Beigaben zählen die Thunderbolt-3.0-Erweiterungskarte (PCIe 3.0 x4) mit zweimal Typ-C und zweimal DisplayPort 1.4 sowie die M.2-XPander-AERO-Gen4-Zusatzkarte, die bis zu vier M.2-SSDs aufnehmen kann und mit einem Axiallüfter zur Kühlung ausgestattet ist.

Die Karte unterstützt zwar offiziell PCIe 4.0 x16, im Falle des MSI Creator X299 wird die Karte allerdings höchstens mit der PCIe-3.0-Spezifikation angesprochen. Auf diese Weise können vier NVMe-SSDs mit jeweils vier Gen3-Lanes zeitgleich angesteuert werden. Die dann benötigten 16 Lanes kommen von der LGA2066-CPU. In der Theorie ließe sich die Karte auch mit einem TRX40-Mainboard verwenden, sodass die Karte dann mit PCIe 4.0 x16 voll angebunden wäre.

An der Slotblende befinden sich vier Access- und sechs Temperatur-LEDs. Zum Abschalten der LEDs und des Lüfters ist jeweils ein Switch verbaut. Für die erweiterte Stromversorgung dient ein 6-Pin-PCIe-Stromanschluss.


In der Summe kann der X299-Chipsatz 14 USB-Schnittstellen steuern, davon sind bis zu zehn Anschlüsse der ersten USB-3.1-Generation drin. Die Kommunikation zwischen CPU und PCH erfolgt - genau wie bei der Intel-100- und 200-Chipsatzserie für den Sockel LGA1151 - per DMI 3.0 (Direct Media Interface) mit vier Gen3-Lanes. Somit beträgt die Bandbreite in der Theorie ebenfalls maximal 32 GBit/s.

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Auf der Rückseite des PCBs ist eine kleine Backplate im VRM-Bereich zu sehen, die für die Kühlung einiger Kondensatoren zuständig ist. Den VRM-Kühler hat MSI unserer Ansicht nach angemessen dimensioniert. Mittels einer Heatpipe wurden zwei Kühler miteinander verbunden. Während der kleine Kühler direkt auf den Spannungswandlern sitzt, ist der zweite Kühler wesentlich größer und überdeckt auch gleich das I/O-Panel.

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Vom außergewöhnlichen ASUS ROG Dominus Extreme abgesehen, das gleich viermal 8-Pin-EPS12V und zweimal 6-Pin-PCIe für die CPU-Stromversorgung bietet, sieht man drei 8-Pin-EPS12V-Anschlüsse auf einem Desktop-Mainboard eher selten. Zweimal 8-Pin gehören in dieser Preisklasse zur Pflicht und sind ab einer erweiterten CPU-Übertaktung - gerade mit dem Core i9-10980XE - auch sinnvoll. Ein weiterer Anschluss stellt hierbei den Luxus dar und wird unserer Ansicht nach auf dem MSI Creator X299 eher weniger benötigt, schadet aber auch nicht.

Dieser immense Strominput versorgt die 13 Spannungswandler. MSI setzt hierbei auf zwölf ISL99360 für die VCore und einen TDA21472 für die Uncore-Spannungen. Für jeden Spannungswandler wurde eine Spule vorgesehen, sodass hierbei 13 Spulen zu finden sind. Ein neuer und bisher unbekannter PWM-Controller mit der Bezeichnung "Nova-1" übernimmt die Steuerung der 13 Spulen. Da keinerlei Phasen-Doppler-Chips zu finden waren, gehen wir davon aus, dass die 12 VCore-Spulen in Zweier-Teams agieren, sodass wir es hier mit einer 6+1-Konfiguration zu tun haben sollten.

Links und rechts neben der LGA2066-CPU-Fassung wurden wie immer die insgesamt acht DDR4-UDIMM-Speicherbänke positioniert, die kombiniert bis zu 256 GB RAM mit einer maximalen Taktfrequenz von effektiv 4.266 MHz aufnehmen können. Jede 4-DIMM-Gruppe wird von zwei MOSFETs und zwei Spulen angetrieben. Als MOSFET wurde auf Fairchild FDPC5018SG gesetzt und als PWM-Controller auf den IR35204 von Infineon, die sich beide auf der Rückseite aufhalten.

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Am PCB-Rand links ist zunächst der USB-3.2-Gen2-Header zu sehen, der vom ASMedia ASM3142 bedient wird. Rechts vom 24-Pin-Hauptstromanschluss sind nicht nur einige RGB-LED- und FAN-Header sichtbar, sondern auch vier Status-LEDs, die Debug-LED sowie der drehbare Game-Boost-Knob. Mit letzterem kann das System auf einfache Art und Weise in sieben Stufen übertaktet werden. Dies muss dann allerdings nicht stabil sein und hängt sehr von der CPU ab.

Folgende Werte gibt MSI an:

Stufe
CPU-Taktfrequenzen mit Skylake-X
i7-7800X
i7-7820X
i9-7900X
i9-7920X
i9-7940X
i9-7960X
i9-7980XE
0
Game-Boost deaktiviert
1 4,1 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz 4,3 GHz 4,3 GHz
2 4,2 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz
4 4,3 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz
6 4,4 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz
8 4,5 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz
10 4,6 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz
11 4,7 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz

 

Stufe
CPU-Taktfrequenzen mit Skylake-X Refresh
i7-9800X
i9-9820X
i9-9900X
i9-9920X
i9-9940X
i9-9960X
i9-9980XE
0
Game-Boost deaktiviert
1 4,5 GHz 4,2 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz 4,5 GHz
2 4,6 GHz 4,3 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz 4,6 GHz
4 4,7 GHz 4,4 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz
6 4,8 GHz 4,5 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz
8 4,9 GHz 4,6 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz
10 5,0 GHz 4,7 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz
11 5,1 GHz 4,8 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz

 

Stufe
CPU-Taktfrequenzen mit Cascade Lake-X
i9-10900X
i9-10920X
i9-10940X
i9-10960X
i9-10980XE
0
Game-Boost deaktiviert
1 4,6 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz
2 4,7 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz 4,8 GHz
4 4,8 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz 4,9 GHz
6 4,9 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz
8 5,0 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz 5,1 GHz
10 5,1 GHz 5,2 GHz 5,2 GHz 5,2 GHz 5,2 GHz
11 5,2 GHz 5,3 GHz 5,3 GHz 5,3 GHz 5,3 GHz

 

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Für Erweiterungskarten bieten sich die vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze an, die von MSI elektrisch mit x16/x8/x16/x8 beschaltet wurden. Je nach CPU-Modell unterscheidet sich jedoch die jeweilige Lane-Anbindung, denn das MSI Creator X299 unterstützt Skylake-X (Refresh) und Cascade Lake-X mit 28, 44 und 48 Lanes. Berechtigterweise fällt Kaby Lake-X generell raus und wird nicht unterstützt. Doch in der Praxis ist selbst mit den neuen Cascade-Lake-X-Prozessoren kein Betrieb x16/x8/x16/x8 möglich, denn acht Lanes müssen für zwei von insgesamt drei M.2-M-Key-Schnittstellen berücksichtigt werden, die in den Zwischenräumen platziert wurden.

Das Höchste der Gefühle mit einem 48/44-Lane-Prozessor sind deshalb die Modi x8/x8/x16/x8 oder x16/x0/x16/x8. Generell sei gesagt, dass ausschließlich mit den neuen Cascade-Lake-X-Prozessoren die genannten Lane-Verteilungen inkl. zwei NVMe-SSDs mit jeweils PCIe 3.0 x4 möglich ist. Mit einem Prozessor mit 44 Lanes arbeitet der untere PCIe-3.0-Slot mit höchstens vier Lanes, sofern beide CPU-seitigen M.2-Anschlüsse belegt werden möchten. Mit dem Core i7-7800X und i7-7820X, die beide über lediglich 28 Lanes verfügen, wird das MSI Creator X299 beschnitten. Zwei (Grafik-)Karten arbeiten im x8/x8 oder x16/x8-Modus und drei Karten mit x8/x8/x8, wobei der untere Steckplatz generell nicht nutzbar ist. Zudem steht nur ein CPU-seitiger M.2-Anschluss zur Verfügung.

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick:

PCIe-3.0-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 48-Lane-CPU
(Core i9-10900X/10920X/10940X/10960X/10980XE
)
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-SLI/
CrossFireX
4-Way-SLI/
CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x16 x16 x8
-
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - - x8
- - - - - -
PCIe 3.0 x16 x16 (CPU) - x16 x16 x16
- - - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - x8 x8

 

PCIe-3.0-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 44-Lane-CPU
(Core i9-7900X bis 7980XE, Core i9-9800X bis 9990XE
)
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-SLI/
CrossFireX
4-Way-SLI/
CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x16 x16 x8
-
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - - x8
- - - - - -
PCIe 3.0 x16 x16 (CPU) - x16 x16 x16
- - - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - x8 x8
Hinweis: Wird der unterste M.2-Anschluss (M.2_3) belegt, arbeitet der unterste PCIe-3.0-x16-Steckplatz im x4-Modus.

 

PCIe-3.0-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 28-Lane-CPU
(Core i7-7800X und Core i7-7820X)
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-SLI/
CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x16 x8
-
- - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - x8
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x16 (CPU) - x8 x8
- - - - -
PCIe 3.0 x16 - - - -
Hinweis: Der unterste PCIe-3.0-x16-Steckplatz und der unterste M.2-Anschluss (M.2_3) sind nicht nutzbar.

Der Übersicht halber möchten wir noch anmerken, dass der obere M.2-Anschluss (M.2_1) über den X299-Chipsatz mit PCIe 3.0 x4 ans Werk geht, während die beiden darunter mit der CPU in Kontakt stehen (M.2_2 und M.2_3). Alle drei nehmen ein Modul mit einer Länge von 4,2 cm bis 11 cm auf und wurden mit einem Passivkühler ausgestattet. Sollten die drei M.2-Schnittstellen nicht ausreichen, kann die beiliegende Erweiterungskarte mit vier weiteren Schnittstellen zum Einsatz kommen.

Im Falle einer Multi-GPU-Konfiguration bietet das MSI Creator X299 außerdem einen 4-Pin-Molex-Stromanschluss am unteren Rand des PCBs zur elektrischen Stabilisierung an.


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Zum weiteren Storage-Aufgebot kommen noch acht native SATA-6GBit/s-Buchsen und auch ein U.2-Port. Letzterer ist ebenfalls mit PCIe 3.0 x4 an den X299-Chipsatz angebunden. Dies gilt auch für den rechts benachbarten USB-3.2-Gen1-Header. Der zweite Header hält sich links neben dem U.2-Port in horizontaler Ausrichtung auf.

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Das I/O-Panel von links nach rechts und von oben nach unten:

Bis auf die fehlende Thunderbolt-3.0-Unterstützung onboard lässt das I/O-Panel keinerlei Wünsche offen. In der Summe stehen zehn USB-Anschlüsse zur Wahl, von denen sieben Stück mit der USB-3.2-Gen1- und zwei Stück mit der USB-2.0-Spezifikation arbeiten. Der zehnte im Bunde stellt eine Besonderheit dar, denn die Typ-C-Schnittstelle ist an den neuen ASMedia ASM3242 angebunden, der die USB-3.2-Gen2x2-Spezifikation erfüllt und Daten in der Theorie bis 20 GBit/s schnell schieben kann.

Ein modernes WLAN-ax und Bluetooth-5.0-Modul (Intel Wi-Fi 6 AX200), einmal Gigabit-LAN und sogar 10-GBit/s-LAN kümmern sich um die Kommunikation. Komfort bilden der CMOS-Clear- und BIOS-Flash-Button, und auch ein PS/2-Anschluss ist noch mit von der Partie. Übrig bleiben die üblichen Audioanschlüsse. Anders als auf dem Bild dargestellt, ist die I/O-Blende fest an dem VRM-Kühler mittels vier Schrauben fixiert.

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Mittig ist der Nuvoton NCT6797D-M als SuperI/O-Controller sichtbar, rechts davon der Audio-Bereich mit dem Realtek-ALC1220-Codec inklusive neun Audio-Kondensatoren und dem Kopfhörerverstärker.

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Zwar rudimentär, aber immerhin vorhanden: Gemeint sind der Power- und Reset-Button. Auch dabei ist ein praktischer BIOS-Switch zum Umschalten zwischen den beiden BIOS-ROMs.

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Dort wo der VRM-Kühler sitzt, befinden sich wichtige Controller und Hubs. Angefangen von links mit silbernem Heatspreader ist der Aquantia-AQtion-AQC107 zu sehen, dank dem 10-GBit/s-LAN möglich ist. Weiter rechts ohne sichtbare Beschriftung sitzt der neue ASM3242 von ASMedia und spricht die Typ-C-Schnittstelle am I/O-Panel mit der USB-3.2-Gen2x2-Spezifikation mit bis zu 20 GBit/s an. Beide Controller werden vom VRM-Kühler gekühlt. Dies gilt nicht für die beiden ASM1074-USB-3.2-Gen1-Hubs von ASMedia. Intels I219-V-PHY wurde von MSI auf die PCB-Rückseite verfrachtet.

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Trotz der großen Abmessungen ist MSI ein übersichtliches Layout gelungen. Davon abgesehen hat MSI an alle wichtigen FAN-Header gedacht und auch ein Pumpenanschluss wurde nicht vergessen. Auf Höhe des I/O-Panels und des Chipsatzes wurde eine RGB-LED-Beleuchtung hinterlassen, die sich mit einigen RGB-LED-Headern erweitern lässt.


BIOS

Zum Testzeit bot MSI keine neuere BIOS-Version an. Vorinstalliert war die First-Release-Version, die aber bereits einen guten Eindruck hinterlassen hat.

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Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. Für das Creator-Mainboard setzt MSI auf die Schwarz-Weiß-Optik der Pro-Serie. Unterschieden wird dabei weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Bei der Advanced-Oberfläche befindet sich mittig das Pro-Series-Logo. Oben links hat MSI neben der Uhrzeit und dem Datum den OC-Genie-Button hinzugefügt. Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genauso ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Mit dem MSI Creator X299 ist Overclocking bedingt durch die drei 8-Pin-Stromanschlüsse für die CPU absolut kein Problem. Auch wurde eine sehr gute CPU-Spannungsversorgung verbaut und der VRM-Kühler wurde ausreichend groß dimensioniert.

Das BIOS erlaubt eine BCLK-Veränderung von 70,00 MHz bis 655,12 MHz in feinen 0,02/0,03-MHz-Intervallen. Anlässlich des Mesh-Bus wurde auch dafür eine entsprechende Spannungseinstellung hinterlassen. Neben der VRIN-Spannung lässt sich die CPU-Spannung im Override-, Offset- und Adaptive-Modus festlegen. In Zahlen ausgedrückt sind es 0,500 V bis 1,920 V und -0,999 V bis +0,999 V. Die Intervalle fallen mit 0,001 V sehr feingliedrig aus.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Creator X299 in der Übersicht
Base Clock Rate 70,00 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Core-Spannung 0,800 Volt bis 2,100 Volt in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 Volt bis +0,990 Volt in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VRIN-Spannung 1,200 V bis 2,400 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Mesh-Spannung -
CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt nicht einstellbar
Weitere Spannungen Ring, UnCore Voltage Offset, DRAM VPP, DRAM VRef, CPU PLL Trim, MC PLL Trim
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate ist einstellbar
Timings 98 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie Intel Speed-Step, C1E
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU VCore LLC 1-8

Ein stabiler Takt von 4,8 GHz stellte für das MSI Creator X299 kein Hindernis dar. Im Vergleich zum ASUS ROG Strix X299-E Gaming II konnten wir die VCore sogar um 0,050 Volt senken. Booten konnten wir zwar auch mit 4,9 GHz, für ein stabiles Ergebnis war allerdings dann schon eine erhöhte CPU-Spannung nötig. Problematisch war dann allerdings das Temperatur-Limit, denn die Kerne erreichten teilweise die 100-°C-Schwelle, sodass es zum Throttling kam.

Beim Kühler gibt es von unserer Seite aus auch keine Bedenken. Wir haben die CPU bei 4,8 GHz mit 1,35 Volt unter Volllast rechnen lassen, was den VRM-Kühler auf etwas über 50°C aufwärmte.

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Für das RAM-Overclocking haben wir wieder auf das G.Skill Trident Z Neo (F4-3600C16Q-32GTZN) gewechselt. Auf den DIMMs befinden sich die beliebten Samsung-B-Dies mit 8 GBit in der 20-nm-Fertigung. Das Extreme-Memory-Profile wurde ohne Probleme umgesetzt und auch ein manuelles RAM-Overclocking gelang uns ohne Zwischenfälle. Dabei waren mit manueller Übertaktung sogar effektiv 4.200 MHz möglich mit den Timings CL19-19-19-41-2T möglich.

CPU-Z erkennt die Platine nicht unter der offiziellen Bezeichnung "Creator X299", sondern unter dem Namen "Prestige X299 Creation".


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI Creator X299 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI Creator X299 ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2017 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2017

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die Performancewerte des MSI Creator X299 liegen im erwarteten Bereich. Einzig bei Cinebench R15 fehlen ein paar Pünktchen.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Ganze 23,8 Sekunden hat sich das MSI Creator X299 für den POST genehmigt, die exakt dem Durchschnitt entsprechen.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI Creator X299 hat viele Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein WLAN-Modul, jeweils ein USB-3.2-Gen2- und USB-3.2-Gen2x2-Controller, zwei USB-3.2-Gen1-Hubs und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Die üppige Ausstattung macht sich bei der Leistungsaufnahme bemerkbar. Bereits im Idle haben wir 68,5 W gemessen.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Last mit Cinebench R15 zeigte unser Verbrauchsmessgerät einen Wert von 237,5 W an. Auch hier messen wir also einen erhöhten Verbrauch.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

In Verbindung mit Prime95 kletterte der Stromhunger dann auf 243,7 W. 

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Das MSI Creator X299 legte mit Default-BIOS-Werten eine VCore von 1,053 V an, die dann doch ein gutes Stück über dem ASUS ROG Strix X299-E Gaming II liegen und somit für die höhere Leistungsaufnahme sorgen.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich, sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im UEFI konnten wir leider den USB-3.2-Gen2- und Gen2x2-Controller nicht deaktivieren. Lediglich den 10-GBit/s-LAN-Controller und die RGB-LED-Beleuchtung waren abschaltbar. Im Idle wurden aus diesem Grund immerhin 1,7 W weniger verbraucht.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench R15 wurden nun 234,7 W angezeigt, was einer Differenz von 2,8 W entspricht.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Genau 1 W betrug der Unterschied mit Prime95. Ein Wert, den man fast vernachlässigen kann.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Wie erwartet, hat sich die CPU-Spannung unter Last nicht verändert.

Die hohe Anschlussvielfalt zahlt ihren Tribut bei der Leistungsaufnahme. Im Leerlauf werden fast 70 W verbraten und unter Last steigt der Stromhunger entsprechend an. Allerdings ist dies ein Punkt, den Interessenten bei der HEDT-Plattform in Kauf nehmen müssen und dies in der Regel auch tun.


USB-3.2-Gen2-Performance

Das MSI Creator X299 stellt jeweils eine USB-3.2-Gen2- und USB-3.2-Gen2x2-Schnittstelle bereit. Hierfür kommen jeweils der ASM3142 und ASM3242 Controller von ASMedia zum Einsatz.

Bei Western Digital haben wir eine Anfrage zur WD Black P50 hinterlassen und werden die externe SSD mit offizieller USB-3.2-Gen2x2-Unterstützung (20 GBit/s) zu einem späteren Zeitpunkt erhalten. Aus diesem Grund konnten wir die neue Schnittstelle leider nicht testen. Dies gilt auch für den USB-3.2-Gen2-Controller in Header-Form.

USB-3.2-Gen1-Performance

An USB-3.2-Gen1-Buchsen bietet das MSI Creator X299 insgesamt elf Stück an. Am I/O-Panel kann auf sieben Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über die beiden internen Header realisiert werden. Die sieben Anschlüsse am I/O-Panel agieren über zwei ASM1074-Hubs, die internen Header gehen über den X299-PCH ans Werk.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s lesend und 530 MB/s schreibend. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.2-Gen1-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

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Ob direkt über den X299-Chipsatz oder indirekt über den ASMedia ASM1074, in beiden Fällen fällt die USB-3.2-Gen1-Performance mit Werten bis knapp über 420 MB/s und 443 MB/s im Lesen und Schreiben sehr gut aus.

SATA-6GBit/s-Performance

Beim MSI Creator X299 werden acht SATA-6GBit/s-Ports zur Verfügung gestellt. Alle acht Stück arbeiten nativ mit dem X299-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Auch im Falle des MSI Creator X299 werden keine SATA-Bestwerte erreicht. Aber immerhin ging es bis auf 532 MB/s lesend und knapp 500 MB/s schreibend.

M.2-Performance

Den M.2-Test absolvieren wir natürlich auch mit den X299-Refresh-Modellen. Mit Hilfe der LGA2066-CPU und dem X299-Chipsatz erfährt der angebundene M.2-Steckplatz eine anständige Performance, dank der vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom LGA2066-Prozessor und vom X299-Chipsatz.

Das MSI Creator X299 bietet drei M.2-M-Key-Schnittstellen. Zwei arbeiten mit 32 GBit/s (PCIe 3.0 x4) über die CPU, die dritte Schnittstelle mit 32 GBit/s (PCIe 3.0 x4) über den X299-Chipsatz.

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Beim NVMe-SSD-Test zeigt sich erneut, dass die CPU-Lanes vorgezogen werden sollten, wenn die bestmögliche Leistung erzielt werden soll. Dort wurde nämlich eine Lese- und Schreibperformance von bis zu 3,13 GB/s respektive 1,42 GB/s erreicht. Intels X299-Chipsatz schaffte es im Lesen hingegen "nur" bis 2,8 GB/s.


Neben ASUS hat auch MSI die Gunst der Stunde genutzt und drei neue X299-Mainboards für den Launch der neuen Cascade-Lake-X-Prozessoren auf die Beine gestellt. Dabei stellt das nun von uns getestete Creator X299 das Highlight dar und soll vorwiegend Content Creator ansprechen, die anstatt auf die AMD-Alternativen lieber auf die Intel-HEDT-Plattform setzen wollen. Und bei der Ausstattung hat sich MSI wahrlich nicht lumpen lassen, denn das Creator X299 hat die aktuellste Consumer-Technik erhalten.

Als eine der ersten Platinen überhaupt verfügt das MSI Creator X299 über den neuen ASMedia ASM3242, der bekanntlich ein USB-3.2-Gen2x2-Controller ist und Daten bis zu 20 GBit/s (2 GB/s netto) schnell schaufeln kann. Neben einem USB-3.2-Gen2-Frontheader über den ASM3142 wurden stattliche elf USB-3.2-Gen1- und sechs USB-2.0-Anschlüsse auf die E-ATX-Platine verfrachtet. Weitere Highlights sind ein 10-GBit/s-LAN-Port über den Aquantia AQtion AQC107 und die M.2-Zusatzkarte, was zu insgesamt satten sieben M.2-M-Key-Anschlüssen und dazu achtmal SATA 6GBit/s und einmal U.2 führt.

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Beeindruckt hat uns dann aber auch die CPU-Spannungsversorgung mit gleich drei 8-Pin-EPS12V-Anschlüssen samt neuem PWM-Controller, den wir bisher nicht in der freien Wildbahn entdeckten konnten und welcher es der CPU erlaubt, mit deutlich weniger Spannung stabile 4,8 GHz zu fahren. Der VRM-Kühler wurde dafür auch angemessen groß dimensioniert. WLAN-ax und Bluetooth 5.0 sind natürlich ebenfalls an Bord und selbst Thunderbolt 3.0 mit zwei Typ-C-Anschlüssen ist mit von der Partie, wenn auch in Form einer Zusatzkarte, die auch noch DisplayPort bietet.

Ganz so tief wie bei den kommenden AMD-TRX40-Mainboards muss der Interessent beim MSI Creator X299 zwar nicht in den Geldbeutel greifen, allerdings ist der Preis ab 531 Euro auch nicht zu verachten. Für den Preis bekommt dieser jedoch eine technisch einwandfreie Platine für Intels aktuelle Cascade-Lake-X-Prozessoren mit einer beachtlichen Ausstattung.

Positive Eigenschaften des MSI Creator X299:

Negative Eigenschaften des MSI Creator X299:

Mit dem Creator X299 zeigt MSI, was derzeit alles an Consumer-Technik auf einem Mainboard möglich ist und packt als Zusatz auch noch eine M.2-Erweitertungskarte für vier weitere M.2-SSDs mit dazu. Und bis auf den hohen Preis hat das MSI Creator X299 keine Schwächen gezeigt, sodass wir den Excellent-Hardware-Award rausrücken.

Persönliche Meinung

Eigentlich gibt es wenig Grund, bei maximal 18 physischen Kernen auf Intels gegenwärtige HEDT-Plattform zu setzen, denn AMD bietet mit dem Ryzen 9 3950X für die Mainstream-Plattform gleich einen 16-Kerner inklusive SMT. Wer jedoch partout auf die Intel-HEDT-Plattform setzen möchte, bekommt mit dem MSI Creator X299 eine Luxus-Platine, die für den Content-Creation-Bereich gedacht ist, sich allerdings auch vorzüglich für andere Zwecke nutzen lässt. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
MSI Creator X299
Nicht verfügbar 499,90 Euro Ab 499,90 EUR