ASUS ROG Maximus XI Extreme im Test - Flaggschiff mit Luxusausstattung

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asus rog maximus xi extreme 005 logoViele hätten sich auch ein ASUS ROG Maximus X Extreme mit Intels Z370-Chipsatz gewünscht, doch das Extreme-Modell für die Coffee-Lake-S-Prozessoren wurde von ASUS zunächst übersprungen und für den aktuelleren Z390-Chipsatz aufgehoben. Aus der Maximus-XI-Mainboardserie haben wir uns bereits das ROG Maximus XI Hero und das ROG Maximus XI Formula angeschaut. Nun nehmen wir uns mit dem ROG Maximus XI Extreme das Flaggschiff vor.

Passend zur Veröffentlichung des Core i7-9700K und Core i9-9900K hat sich ASUS dazu entschlossen, auf Basis von Intels Z390-Chipsatz ein Maximus-Extreme-Modell zu veröffentlichen, das konsequenterweise zur mittlerweile elften Maximus-Serie gehört. Passend zum Flaggschiff-Status hat ASUS beim ROG Maximus XI Extreme den Rotstift weggelegt und hat (fast) sämtliche Features verbaut, die das Unternehmen derzeit im Consumer-Segment anzubieten hat.

Mit vertreten ist natürlich auch der DIMM.2-Slot, wie er auch beim ROG Maximus XI Apex und ROG Maximus XI Gene anzutreffen ist, dessen Modul zwei weitere M.2-SSDs aufnehmen kann. Mitgeliefert wird auch die erweiterte FAN-Platine, sodass noch zusätzliche Lüfter angeklemmt werden können. Zu den weiteren Highlights gehören der 5-GBit/s-LAN-Port und das LiveDash-OLED-Display.

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Optisch sehen wir natürlich die Ähnlichkeit zum ROG Maximus XI Hero und ROG Maximus XI Formula. Das PCB ist beim ROG Maximus XI Extreme daher natürlich ebenfalls schwarz, was auch für die Anschlüsse gilt. Als einziges Modell aus der Serie kommt das Extreme-Modell auf E-ATX-Abmessungen.

Die technischen Eigenschaften

Das ASUS ROG Maximus XI Extreme wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des ASUS ROG Maximus XI Extreme in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
ROG Maximus XI Extreme
CPU-Sockel LGA1151v2 (für Coffee Lake-S/R)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
2x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin Molex
Phasen/Spulen 12 Stück (10x für CPU, 2x für RAM)
Preis ab 498 Euro
Webseite ASUS ROG Maximus XI Extreme
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z390 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), max. 4.400 MHz
Speicherausbau max. 128 GB (mit 32-GB-UDIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z390 (shared)
1x PCIe 3.0 x1 über Intel Z390

PCI -
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen

6x SATA 6 GBit/s über Intel Z390
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z390 (M-Key, 32 GBit/s)
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über DIMM.2 (CPU, M-Key, 32 GBit/s)

USB

5x USB 3.1 Gen2 (4x extern, 1x intern) über Intel Z390
10x USB 3.1 Gen1 (6x am extern, 4x intern) 4x über Intel Z390, 4x über ASMedia ASM1074, 2x über ASMedia Hostcontroller
4x USB 2.0 (4x intern) über Intel Z390

Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4b
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11a/b/g/n/ac ((max. 1,73 GBit/s), Bluetooth 5.0 (Intel Wireless-AC 9560)
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I219-V Gigabit-LAN
1x Aquantia AQtion AQC111C 5-GBit/s-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel ROG SupremeFX S1220
ESS ES9023P DAC
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header

1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin CPU-OPT-Header
3x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WaKü-Pump-Header
1x 4-Pin High-Amp-Header
1x 4-Pin AIO-Pump-Header
1x 4-Pin W_Pump-Header
1x 2-Pin W_In-Header
1x 2-Pin W_Out-Header
1x 3-Pin W_Flow-Header
1x 5-Pin Ext-FAN-Header

LED-Beleuchtung RGB-LEDs
2x RGB-Header
2x AURA adressierbarer Header
Onboard-Comfort Power-Button, Reset-Button, Retry-Button, MemOK!-II_Switch,
CMOS-Clear-Button, USB-BIOS-Flashback-Button, LiveDash-OLED-Display
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Das mitgelieferte Zubehör

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Die Beigaben sind denen vom ROG Maximus XI Formula sehr ähnlich, allerdings um einiges Zubehör erweitert. So liefert ASUS natürlich auch das DIMM.2-Modul mit, bei dem auch zwei Kühler inkludiert sind. Alle neueren ROG-Maximus-Mainboards bringen auch einen Anschluss für die FAN-Erweiterungskarte mit, beim ROG Maximus XI Extreme liegt diese Karte bei, die ansonsten separat erworben werden muss.


Intels Z390-PCH reiht sich direkt in die 300er-Chipsatzserie ein und rundet die Reihe, ausgehend vom H370, B360 und H310, nach oben hin ab, stellt ebenfalls nativ USB 3.1 Gen2 bereit und hat von Intel ebenso eine WLAN-AC-Vorbereiterung integriert bekommen. Der Z390-Chipsatz stellt damit eine Überarbeitung des Z370-PCH dar und ermöglicht ebenfalls eine CPU- und RAM-Übertaktung, kann allerdings im Vergleich zum H370 und B360 bis zu sechs native USB-3.1-Gen2-Schnittstellen steuern.

Aufgrund der 14-nm-Lieferschwierigkeiten soll der Z370-Chipsatz allerdings vorerst nicht gänzlich vom Markt verschwinden. ASUS beispielsweise hat einige seiner Z370-Mainboards neu aufgelegt.

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Die folgende Tabelle ermöglicht einen übersichtlichen Vergleich der Intel-300-Chipsatzserie:

Die Intel-300-Chipsatzserie im Überblick
Key Feature
Z370
Z390
H370
B360
H310
Fertigung 22 nm 14 nm 14 nm 14 nm 14 nm
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16, 2x8
oder
1x8+2x4
1x16 1x16 1x16
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossFireX -
Max. Displays (iGPU) 3 3 3 3 2
RAM Channel/ DIMMs pro Kanal 2/2 2/2 2/2 2/2 2/1
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja Nein Nein Nein
integr. WLAN-AC-Vorbereitung Nein Ja Ja Ja Ja
Intel Smart Sound Technology Ja Ja Ja Ja Nein
Optane-Memory-Unterstützung Ja Ja Ja Ja Nein
integr. SDXC-(SDA 3.0)-Support Ja Ja Ja Ja Ja
Anzahl HSIO-Lanes 30 30 30 24 14
USB-Ports (USB 3.1 Gen1) 14 (10) 14 (10) 14 (8) 12 (6) 10 (4)
Max. USB-3.1-Gen1/2-Ports 10/0 10/6 8/4 6/4 4/0
Max. SATA-6GBit/s-Ports 6 6 6 6 4
Max. PCIe-3.0-Lanes 24 24 20 12 6 (Gen2)
Intel Rapid Storage Technology Ja Ja Ja Ja Ja
Max. Intel RST für
PCIe-Storage-Ports
(M.2 x2 oder x4)
3 3 2 1 0
Intel RST PCIe RAID 0, 1, 5 Ja Ja Ja Nein Nein
Intel RST SATA RAID 0, 1, 5, 10 Ja Ja Ja Nein Nein
Intel RST CPU-attached
Intel-PCIe-Storage
Ja Ja Nein Nein Nein

Intels Z390-Chipsatz wird wie die restlichen Modelle in der 14-nm-Lithografie hergestellt. Einzig der Z370-PCH weist noch die 22-nm-Fertigung auf. Die CPU- und Arbeitsspeicher-Übertaktung ist ausschließlich in Verbindung mit dem Z370- und Z390-Chipsatz möglich, wobei hier schließlich ein LGA1151v2-Prozessor mit dem K-Suffix (offener Multiplikator) die Voraussetzung darstellt.

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Auf der Rückseite des ROG Maximus XI Extreme hat ASUS partiell eine Backplate angebracht, die jedoch keinerlei Kühlungsvorteile bietet, sondern lediglich die RGB-LED-Leiste an Ort und Stelle festhält.

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Der Chipsatzkühler wurde groß bemessen, damit dieser auch als Kühler für zwei M.2-SSDs dienlich sein kann. Auch der VRM-Kühler bietet eine große Kühlfläche. Dadurch kann er es auch im Zusammenspiel mit dem Core i7-9700K und Core i9-9900K aufnehmen. Der kleine Kühler unterhalb ist für den 5-GBit/s-LAN-Controller.

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Auf dem ROG Maximus XI Extreme wird die LGA1151v2-CPU von insgesamt 12 Spulen angetrieben, wobei jede Spule von einem IR3555M-PowIRstage-MOSFET angefeuert wird, der von International Rectifier stammt. Der umgelabelte IR35201-PWM-Controller (hier als ASP1405I) übernimmt hierbei die Steuerung der insgesamt 12 Spulen, ist allerdings auf maximal acht Spulen begrenzt. Demnach wurden jeweils zwei Spulen zusammengeschaltet, damit die Rechnung aufgeht.

Vom Netzteil aus können die beiden 8-Pin-EPS12V-Anschlüsse belegt werden und sind gerade beim Overclocking eine Hilfe. Ganz oben auf dem Bild ist hingegen der 5-GBit/s-LAN-Controller zu sehen. Es handelt sich um den AQtion AQC111C von Aquantia.

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Oben sind die vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke sichtbar, die bis zu 128 GB RAM aufnehmen können, wenn das entsprechende BIOS installiert wurde. Laut ASUS kann der Anwender UDIMMs bis zu einer effektiven Taktfrequenz von 4.400 MHz verwenden. Unter den Speicherbänken gibt es dann noch einen Steckplatz, der jedoch keinen RAM aufnehmen kann, sondern das mitgelieferte DIMM.2-Modul.

Das DIMM.2-Modul nimmt bis zu zwei M.2-M-Key-SSDs auf und ist an den Prozessor angebunden. Wird das DIMM.2-Modul verwendet, werden maximal acht PCIe-3.0-Lanes vom Prozessor abgezwackt, was dann zur Folge hat, dass die Grafikkarte höchstens im x8-Mode läuft. Im BIOS lässt sich der gewünschte Modus aktivieren, ob beide Slots vom DIMM.2-Modul aktiviert sein sollen oder nur einer.

ASUS hat am PCB-Rand allerdings noch weitere Features hinterlassen. Sei es der USB-3.1-Gen2-Header, der Power- und Reset-Button, der Retry- und Safe-Boot-Button oder auch die Debug-LED. Auch der MemOK-II-, der Slow-Mode-, der LN2-Jumper und der RSVD-Switch sind mit an Bord. Letzterer ist für ASUS-Techniker vorgesehen und bringt für den Anwender keinerlei Funktion. Übrig bleiben die Status-LEDs und zahlreiche FAN-Header.

Aber selbst einige Spannungen lassen mittels eines Multimeters direkt ablesen. Es handelt sich um folgende Spannungen: VCore, ST, SA, PLL, PCH, IO, iGPU und DRAM1.


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In Sachen Erweiterungssteckplätzen setzt ASUS beim ROG Maximus XI Extreme auf zweimal PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16 und x8) über die CPU und einmal PCIe 3.0 x1 und PCIe 3.0 x16 (mechanisch, elektrisch mit x4) über den Z390-Chipsatz.

Wird das DIMM.2-Modul nicht verwendet, werden die 16 PCIe-3.0-Lanes vom Prozessor mit x16/x0 oder x8/x8 aufgeteilt. Nutzt der Anwender das DIMM.2-Modul, werden acht PCIe-3.0-Lanes von der CPU genommen, sodass nun mehr acht Lanes für die Grafikkarte übrig bleiben.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-
CrossFireX
PCIe 3.0 x1 x1 (Z390) - - -
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
-
- - - -
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (Z390) - - x4

Es sollte beachtet werden, dass der untere PCIe-3.0-x16-Slot (angebunden über den PCH) mit den SATA-Ports 5 und 6 shared angebunden ist. Sind Letztere in Verwendung, arbeitet der PCIe-Slot lediglich im x2-Modus.

Wird das DIMM.2-Modul mit eingeschlossen, lassen sich bis zu vier M.2-SSDs einbinden. Zwei Stück davon direkt onboard, denn dicht in der Nähe des Chipsatzes halten sich zwei M.2-M-Key-Schnittstellen auf. Beide sind mit PCIe 3.0 x4 angebunden, wobei ein Modul bis 11 cm Länge und ein Modul bis 8 cm Länge eingesetzt werden kann.

Ganz unten am Rand des PCBs sehen wir zwei weitere RGB-Header und auch einen 4-Pin-Molex-Stromanschluss, der im Falle einer Multi-GPU-Konfiguration verwendet werden sollte.

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Die sechs SATA-Ports agieren in der dritten Generation und kommen auf eine Brutto-Datenrate von 6 GBit/s. Sie arbeiten natürlich nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen. Rechts daneben sehen wir einen von insgesamt zwei USB-3.1-Gen1-Frontheadern. Auf der linken Seite sind zahlreiche Anschlüsse für Wasserpumpen vertreten, sodass also auch diese Anwender vollends zufriedengestellt werden sollten. Unter ihnen versteckt sich auch noch der BIOS-Switch, mit dem der Anwender zwischen den beiden BIOS-ROMs umschalten kann.

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Es ist keine Überraschung, dass auch die I/O-Blende beim ASUS ROG Maximus XI Extreme bereits vormontiert wurde, was ein Vergessen bei der System-Montage verhindert. Am I/O-Panel sind viermal USB 3.1 Gen2 und dazu sechsmal USB 3.1 Gen1 anzutreffen. Mithilfe eines HDMI-1.4b-Grafikausgangs kann auf Wunsch die im Prozessor integrierte Grafikeinheit angesprochen werden.

Für den Netzwerkbereich wurden neben einem 5-GBit/s-LAN-Anschluss ein Gigabit-LAN-Port (Intel I219-V) sowie Intels Wireless-AC-9560-Modul (CNVi) vorgesehen. Letzteres kommt auf eine maximale WLAN-Übertragungsrate von 1,73 GBit/s und beherrscht auch den Bluetooth-5.0-Standard. Übrig bleiben die gewöhnlichen Audio-Anschlüsse. Ein CMOS-Clear- und USB-BIOS-Flashback-Button steigern den Komfort.

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Beim Onboard-Sound und beim Super-I/O-Controller gibt es keinerlei Überraschungen. ASUS setzt natürlich auch beim ROG Maximus XI Extreme auf den umgelabelten Realtek ALC1220. Dieser wird unterstützt von zwölf Audio-Kondensatoren, einem ESS-ES9032P-DAC sowie einem leistungsstarken Kopfhörerverstärker. Links neben dem Sound-Bereich überwacht der Nuvoton NCT6798D die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten.

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ASUS hat die E-ATX-Platine gut ausgenutzt, ohne jedoch die Übersichtlichkeit zu vernachlässigen. Die silber gefärbten Kühlelemente sind natürlich Geschmackssache, allerdings hat uns die sehr gute Verarbeitung generell gefallen.


BIOS

Auf dem ASUS ROG Maximus XI Extreme war die BIOS-Version 0220 vorinstalliert, welche noch nicht das First Release (0506) darstellt. Zum Testzeitpunkt war Version 0702 aktuell. Folgende Änderungen hat ASUS seit dem First Release vorgenommen:

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Generell werden dunkle Farben auf den Monitor gezaubert, passend zum ROG-Mainboard. Dabei werden die einzelnen Punkte gelb hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift dargestellt. Oben links angefangen, sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Mit dabei ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das Setup mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden, und es sind wieder einmal sehr viele Funktionen implementiert worden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite umgesetzt, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind an dieser Stelle die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon häufiger kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

Overclocking

Mithilfe des Z390-Chipsatzes und mittels der 12 CPU-Spulen ist das ASUS ROG Maximus XI Extreme in Verbindung mit den zahlreich vertretenen Overclocking-Funktionen hervorragend für die Übertaktung vorbereitet.

ASUS erlaubt beim ROG Maximus XI Extreme eine Veränderung des BCLK von 40 MHz bis 650 MHz. Die Intervalle betragen auch hier feine 0,05 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset und Adaptive zur Verfügung. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 Volt bis 1,700 Volt fixieren. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,635 Volt bis +0,635 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Das Ganze findet in 0,005-Volt-Schritten statt. Wird der LN2-Mode aktiviert, lassen sich viele Spannungen noch weit mehr erhöhen.

Bei den RAM-Teilern reicht es bis DDR4-8533, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.


Die Overclocking-Funktionen des ASUS ROG Maximus XI Extreme in der Übersicht
Base Clock Rate 40,00 MHz bis 650,00 MHz in 0,05-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
0,250 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,0000 V bis 2,0000 V in 0,0050-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,70000 V bis 1,60000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V in 0,01000-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU Standby, BCLK Aware Adaptive, PLL Termination, Boot Voltages, DRAM REF Voltages, DRAM VTT
VPPDDR, DMI, Internal PLL, GT PLL, Ring PLL, SA PLL, IMC PLL, Eventual PLL Termination
Eventual CPU Standby, Eventual DMI
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 92 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, LLC Level 1 bis 8

Wir haben gleich zu Anfang erwartet, dass das ASUS ROG Maximus XI Extreme den Core i7-8700K stabil mit 5 GHz betreiben kann. Und so war es dann glücklicherweise auch. Im BIOS mussten wir dazu 1,3 Volt festlegen. Inklusive Load-Line-Calibration wurde die VCore auf 1,270 Volt gedrückt.

Wir haben auch die VRM-Kühler-Temperatur beobachtet und diesen mit 5 GHz bei einer VCore von 1,350 Volt erwärmt. Nach zehn Minuten Prime konnten wir lediglich eine Temperatur von etwas mehr als 50 °C feststellen, wobei die Spannungswandler selbst natürlich noch etwas wärmer waren.

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Aber auch beim RAM gab es keine negativen Auffälligkeiten. Das XMP-Profil wurde korrekt erkannt und umgesetzt und selbst mit manuellen Settings war ein stabiles Ergebnis mit strafferen Timings möglich.

ASUS AI Suite 3

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Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 weitere Features zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 4 können dagegen die Lüfter nach Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung.

Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", "Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS ROG Maximus XI Extreme getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS ROG Maximus XI Extreme mussten wir das ASUS-MultiCore-Enhancement-Feature deaktivieren, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2017 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2017

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die Grundperformance ist absolut stimmig und entspricht den Erwartungen.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Für die Initialisierung genehmigte sich das ASUS ROG Maximus XI Extreme 12,53 Sekunden und startet damit sehr zügig.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS ROG Maximus XI Extreme hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein WLAN-Controller, ein USB-3.1-Gen1-Controller, ein USB-3.1-Gen1-Hub und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle kratzt das ASUS ROG Maximus XI Extreme an der 50-Watt. Das Verbrauchsmessgerät zeigte im Detail 49,5 Watt an, die für eine High-End-Platine im grünen Bereich liegen.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch unter Last mit Cinebench R15 zeigt sich das ROG Maximus XI Extreme nicht sehr stromhungrig. Es waren gute 151,3 Watt, die wir gemessen haben.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Das Ganze setzt sich dann auch mit Prime95 weiter fort, wo wir genau 143 Watt gemessen haben.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die gute Energie-Effizienz kann teilweise auch mit der geringen VCore unter Last begründet werden, die das Board anlegt. Laut CPU-Z waren es lediglich 1,119 Volt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Beim ASUS ROG Maximus XI Extreme konnten wir den 5-GBit/s-LAN-Controller, das WLAN-Modul und auch die RGB-Beleuchtung deaktivieren. Dadurch wurden im Leerlauf fast zwei Watt weniger verbraucht.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

In Verbindung mit Cinebench R15 wurden sogar 3,6 Watt weniger der Steckdose entnommen, sodass die Leistungsaufnahme nun mehr bei 147,7 Watt lag.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit 2,8 Watt weniger unter Prime95 liegt dieser Wert so ziemlich in der Mitte.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die CPU-Spannung hat sich erwartungsgemäß nicht verändert.

Für eine sehr gut ausgestattete Platine, wie das ASUS ROG Maximus XI Extreme, liegt die Leistungsaufnahme im absolut grünen Bereich, sodass wir keine Beanstandungen haben.


USB-3.1-Gen2-Performance

Das ASUS ROG Maximus XI Extreme stellt insgesamt fünf USB-3.1-Gen2-Schnittstellen bereit. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel, ein weiterer Typ-C-Anschluss kann über den Front-Header realisiert werden. Alle fünf Schnittstellen arbeiten nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s lesend und 530 MB/s schreibend. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

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Bis auf einige Peak-Werte nach oben hin pendelt sich die USB-3.1-Gen2-Performance bei etwa 860 MB/s im Lesen und im Schreiben ein, was durchaus in Ordnung geht.

USB-3.1-Gen1-Performance

An USB-3.1-Gen1-Buchsen bietet das ASUS ROG Maximus XI Extreme insgesamt zehn Stück an. Am I/O-Panel kann auf sechs Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Anschlüsse können über die beiden Front-Header realisiert werden. Vier Ports arbeiten direkt mit dem Z390-Chipsatz zusammen, zwei weitere am I/O-Panel über einen ASMedia-Hostcontroller und die vier internen Anschlüsse über die Header mit dem ASMedia ASM1074 zusammen. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

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Ausnahmsweise konnten wir dieses Mal drei USB-3.1-Gen1-Tests absolvieren. Über den Z390-Chipsatz selbst und über den ASMedia ASM1074 ist die Performance mit über 440 MB/s lesend und um die 460 MB/s schreibend identisch. Über den zusätzlichen ASMedia-Hostcontroller werden mit jeweils über 410 MB/s auch gute Werte erreicht, die allerdings etwas unterhalb vom Chipsatz/Hub liegen.

SATA-6GBit/s-Performance

Das ASUS ROG Maximus XI Extreme stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Als absolut solide kann auch die SATA-Performance bezeichnet werden. Während im Lesen maximal 550 MB/s drin waren, erreicht die Schreibleistung immerhin 504 MB/s.

M.2-Performance

Auf dem ASUS ROG Maximus XI Extreme halten sich zwei M.2-Schnittstellen onboard bereit, welche an den Intel-Chipsatz mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s). Mithilfe des DIMM.2-Modul lassen sich jedoch zwei weitere M.2-SSDs einbinden. Die acht Gen3-Lanes des Moduls kommen vom Prozessor.

Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom Chipsatz.

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Wir haben die M.2-Performance über den Chipsatz und mit dem DIMM.2-Modul (CPU) überprüft. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob das M.2-SSD über den Chipsatz oder über die CPU angebunden ist, die Performance fällt von Messtoleranzen identisch aus. Der Lesedurchsatz kletterte in beiden Fällen auf über 3.330 MB/s, die Schreibrate reichte bis knapp über 1.520 MB/s.


ASUS hat sich das Maximus-Extreme-Modell für die Coffee-Lake-S-Prozessoren für den moderneren Z390-Chipsatz aufgehoben und den umgelabelten Z370-PCH außen vor gelassen. War bei der zehnten Maximus-Reihe (Intel Z370) das ROG Maximus X Formula das Höchste der Gefühle, ist es bei der elften Maximus-Serie (Intel Z390) ganz klar das ROG Maximus XI Extreme. Und bis auf einen VRM-Wasserkühler, der dem ROG Maximus XI Formula vorbehalten ist, hat ASUS die E-ATX-Platine entsprechend ordentlich bestückt.

Der VRM-Bereich stimmt mit dem des ROG Maximus XI Gene (Micro-ATX) überein, das gern als "Mini-Apex" bezeichnet wird und stellt damit mehr als eine gute Basis für die CPU-Übertaktung dar. Zwei 8-Pin-EPS12V-Stromanschlüsse werden daher auch beim ROG Maximus XI Extreme geboten. Dem Anwender werden dabei natürlich wieder jede Menge Funktionen hierzu bereitgestellt. In unserem Overclocking-Test war es für die Platine kein Problem, den Core i7-8700K stabil mit 5 GHz zu betreiben. Richtiges Futter dürfte hier der Core i7-9700K oder gar der Core i9-9900K liefern.

Ordentlich fällt jedoch auch die weitere Ausstattung aus. Plattformbedingt sind es maximal vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke für maximal 128 GB RAM geworden, die von ASUS bis effektive 4.400 MHz freigegeben wurden. Zwei PCIe-3.0-x16-Steckplätze (mechanisch) treten mit der LGA1151v2-CPU in Kontakt, sodass die begrenzten 16 PCIe-3.0-Lanes mit x16/x0 oder x8/x8 verteilt werden. Über den Chipsatz wurden außerdem jeweils einmal PCIe 3.0 x16 (mechanisch, elektrisch mit max. x4) und PCIe 3.0 x1 realisiert.

Für gewöhnliche SATA-Geräte stehen sechs native SATA-6GBit/s-Ports bereit, weiterhin zwei M.2-M-Key-Schnittstellen direkt onboard. Wem das noch nicht ausreichen sollte, kann dann zum mitgelieferten DIMM.2-Modul greifen, das zwei weitere M.2-M-Key-SSDs aufnehmen kann. Dllerdings wird die dedizierte Grafikkarte dann mit höchstens acht Gen3-Lanes von der CPU versorgt. Bei allen M.2-Anschlüssen ist eine passive Kühlung mit inbegriffen. Für den USB-Bereich halten sich fünfmal USB 3.1 Gen2, zehnmal USB 3.1 Gen1 und viermal USB 2.0 für ihren Einsatz bereit.

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Luxuriös geht es dann in Sachen Netzwerk weiter. Neben dem Intel I219-V (1 GBit/s) hat ASUS auch den Aquantia AQtion AQC111C (5 GBit/s) verlötet, mit dem die fünffache Datenübertragungsgeschwindigkeit möglich ist. Unserer Ansicht nach hätte ASUS aber auch gleich zum 10-GBit/s-Chip greifen können. Wenn die Netzwerkverbindung stattdessen lieber kabellos erfolgen soll, hat ASUS mit dem Intel Wireless-AC 9560 (CNVi) das passende WLAN-ac- und Bluetooth-5.0-Modul verbaut. Das SupremeFX-Feature übernimmt dafür sämtliche Audioaufgaben. Hierfür befinden sich am I/O-Panel die üblichen Anschlüsse.

Auf dem E-ATX-PCB wurde neben einigen RGB-LED-Elementen jede Menge Onboard-Komfort hinterlassen: Power-, Reset-, Retry- und Safe-Boot-Button sind hierbei nur ein kleiner Teil. Mit an Bord sind eine Debug-LED, vier Status-LEDs, ein Slow-Mode-Switch, ein LN2-Jumper, ein MemOK-II-Switch und auch Spannungsmesspunkte für die wichtigsten Spannungen. Aber selbst ein BIOS-Switch zum Umschalten der beiden BIOS-ROMs und ein CMOS-Clear- sowie der USB-BIOS-Flashback-Button sind mit von der Partie. 

Als Gimmick ist auch das vom ROG Maximus XI Formula bekannte LiveDash-OLED-Display mit vertreten. Generell können zahlreiche Lüfter und Wasserpumpen angeklemmt werden, doch sollte dies nicht ausreichen, kann auch das mitgelieferte FAN-Erweiterungsmodul mit ins Spiel gebracht werden. Positiv anmerken wollen wir jedoch auch die gute Energie-Effizienz in allen Last-Situationen, die für ein High-End-Mainboard absolut im grünen Bereich liegt.

Insgesamt hat das ASUS ROG Maximus XI Extreme einen guten Eindruck hinterlassen, sodass der einzige Kontrapunkt der zweifellos hohe Preis von rund 500 Euro ist. Wer eine luxuriöse Ausstattung sein Eigen nennen möchte, muss aber natürlich auch bereit sein, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Wenn jedoch auf einige Features verzichtet werden kann, gibt es nach unten hin natürlich jede Menge Optionen. Von der technischen Seite her gibt es von unserer Seite aus jedoch nichts zu beanstanden.

Positive Eigenschaften des ASUS ROG Maximus XI Extreme:

Negative Eigenschaften des ASUS ROG Maximus XI Extreme:

Das ASUS ROG Maximus XI Extreme ist ein Luxus-Mainboard für die LGA1151v2-Prozessoren, das mit einer sehr umfangreichen Ausstattung und einem leistungsstarken VRM-Bereich auftrumpfen kann. Im Gegenzug muss der Interessent allerdings einen hohen Preis einkalkulieren.


Meiner Ansicht nach war ASUS' Entscheidung richtig, mit dem Extreme-Modell auf den Z390-Chipsatz zu warten. Das Ergebnis ist eine zu erwartende Luxus-Platine, das sich an die Spitze der Maximus-XI-Produktreihe positioniert. Der Preis von rund 500 Euro sprechen im ersten Moment allerdings dagegen, denn ASUS lässt sich sämtliche Features gut bezahlen.

Technisch jedoch ist das ROG Maximus XI Extreme, genau wie die anderen Modelle, ein guter Unterbau für Intels achte und neunte Core-Generation. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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