MSI MEG Z390 Godlike im Test - Große Ausstattung und effizienter VRM-Bereich

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msi meg z390 godlike 005 logoNun ist er endlich da! Heute endet das NDA für den Z390-Chipsatz, der als Grundlage für neue Mainboards verwendet wird und das Intel-300-Chipsatzportfolio nach oben hin abrundet. In der Redaktion sind auch bereits einige Z390-Platinen eingetroffen, die auf den Test-Parcours warten. Als erstes nehmen wir uns das MSI MEG Z390 Godlike vor.

Der brandneue Z390-PCH ist einseits das neueste Mitglied der Intel-300-Chipsatzserie und gleichzeitig das Flaggschiff-Modell. Denn neben der nativen USB-3.1-Gen2-Unterstützung mit bis zu sechs Schnittstellen können mit dem Z390-Chipsatz natürlich auch der Prozessor und der Arbeitsspeicher übertaktet werden. Zusätzlich ist die WLAN-ac-Vorbereitung auch dort mit an Bord.

Mit dem MEG X399 Creation hat MSI die Produktbezeichnungen umgestaltet, damit der Interessent die drei Gaming-Produktserien einfacher unterscheiden kann. So erhalten die neuen MSI-Mainboards der Arsenal-Gaming-Riege als Zusatzbezeichnung das Kürzel "MAG", die Performance-Gaming-Platinen "MPG" und die Enthusiast-Gaming-Bretter schließlich "MEG". Als Flaggschiff ordnet sich das MEG Z390 Godlike daher logischerweise ins Enthusiast-Gaming-Portfolio ein. Das "M" deutet in allen drei Fällen schlicht auf "MSI" hin.

Passend zum Flaggschiff-Image kann selbstverständlich ein Vollausbau in Sachen Ausstattung erwartet werden und MSI hat uns zu diesem Punkt versichert, dass in der Tat alle verfügbaren MSI-Features ins MEG Z390 Godlike integriert wurden. Dies trifft auf die Anschlussmöglichkeiten, auf das Zubehör, aber auch auf die CPU-Spannungsversorgung zu. Gerade der letzte Punkt wird dabei besonders die Overclocker interessieren.

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Das MSI MEG Z390 Godlike tritt im Flaggschiff-würdigen E-ATX-Format auf und legt mit den großen VRM-Kühlern, den drei M.2-Kühlern und den restlichen Kunststoff-Abdeckungen einen imposanten Auftritt hin. Die Schwarz/Silber-Farbkombi erzeugt zudem einen hochwertigen Eindruck.

Die technischen Eigenschaften

Das MSI MEG Z390 Godlike wurde mit folgenden Spezifikationen versehen:

Die Daten des MSI MEG Z390 Godlike in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
MEG Z390 Godlike
CPU-Sockel LGA1151v2 (für Coffee Lake-S/R)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
2x 8-Pin EPS12V
1x 6-Pin PCIe
CPU/RAM-Phasen/Spulen 18 Stück für CPU
2 Stück für RAM
Preis folgt
Webseite https://www.msi.com
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z390 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB UDIMM (mit 32-GB-UDIMMs), max. DDR4-4600
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x4/x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z390
1x PCIe 3.0 x1 über Intel Z390

PCI -
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen

6x SATA 6 GBit/s über Intel Z390 (shared)
3x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z390 (M-Key, shared)
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Zusatzkarte (M-Key)
1x U.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z390 (shared)

USB

6x USB 3.1 Gen2 (4x extern, 2x intern) über Intel Z390
6x USB 3.1 Gen1 (2x extern, 4x intern) 2x über ASMedia ASM1042 und 4x über ASMedia ASM1074
4x USB 2.0 (4x intern) über Intel Z390

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Rivet Networks Killer Wireless-AC 1550 (Dual-Band), WLAN 802.11a/b/g/n/ac (max. 1,73 GBit/s), Bluetooth 5.0
Thunderbolt -
LAN

2x Rivet Networks Killer E2500 Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
2x 8-Channel Realtek ALC1220 Audio Codec
1x ESS E9018 DAC
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
1x 6,3 mm Klinke
FAN/WaKü-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin Water-Pump-Header
8x 4-Pin System-FAN-Header (regelbar)
1x 3-Pin Water-Flow-Header
LED-Beleuchtung RGB-LEDs
1x 4-Pin RGB-LED-Header
2x 3-Pin Rainbow-LED-Header (adressierbar)
1x 3-Pin Corsair-LED-Header
Onboard-Komfort Power-Button, Reset-Button, Game-Boost-Knob, OC-Retry-Button
Force-Enter-BIOS-Button, Multi-BIOS-Switch
PCIe-Slot-DIP-Schalter, 4x Status-LEDs, Debug-LED
5x Spannungsmesspunkte, Clear-CMOS-Button
BIOS-Flashback+-Button, OLED-Display (Dynamic Dashboard)
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Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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Die Liste ist lang und das bedeutet diesbezüglich, dass MSI nicht nur das nötigste Zubehör in den Karton legt, sondern einige Zusatzbeigaben berücksichtigt hat. Mit dabei ist eine passende Antenne für das WLAN-Modul, dazu sechs SATA-Kabel, eine 2-Way-SLI-HB-Brücke und zahlreiche LED-Erweiterungskabel.

Als großer Bonus liegt wie schon beim MSI Z370 Godlike Gaming auch hier die M.2-Spander-Zusatzkarte für zwei M.2-M-Key-SSMs inkl. Kühler und dazu neu die Streaming-Boost-Zusatzkarte mit einem HDMI-Anschluss bei.


Intels Z390-PCH reiht sich direkt in die 300-Chipsatzserie ein und rundet die Serie, ausgehend vom H370, B360 und H310, nach oben hin ab, stellt ebenfalls nativ USB 3.1 Gen2 bereit und hat von Intel ebenso eine WLAN-AC-Vorbereiterung integriert bekommen. Der Z390-Chipsatz stellt damit eine Überarbeitung des Z370-PCH dar und ermöglicht ebenfalls eine CPU- und RAM-Übertaktung, kann allerdings im Vergleich zum H370 und B360 bis zu sechs native USB-3.1-Gen2-Schnittstellen steuern.

Aufgrund der 14-nm-Lieferschwierigkeiten soll der Z370-Chipsatz allerdings vorerst nicht gänzlich vom Markt verschwinden. ASUS beispielsweise hat einige der Z370-Mainboards von letztem Jahr neu aufgelegt.

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Die folgende Tabelle ermöglicht einen übersichtlichen Vergleich der Intel-300-Chipsatzserie:

Die Intel-300-Chipsatzserie im Überblick
Key Feature
Z370
Z390
H370
B360
H310
Fertigung 22 nm 14 nm 14 nm 14 nm 14 nm
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 1x16, 2x8
oder
1x8+2x4
1x16 1x16 1x16
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossFireX -
Max. Displays (iGPU) 3 3 3 3 2
RAM Channel/ DIMMs pro Kanal 2/2 2/2 2/2 2/2 2/1
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja Nein Nein Nein
integr. WLAN-AC-Vorbereitung Nein Ja Ja Ja Ja
Intel Smart Sound Technology Ja Ja Ja Ja Nein
Optane-Memory-Unterstützung Ja Ja Ja Ja Nein
integr. SDXC-(SDA 3.0)-Support Ja Ja Ja Ja Ja
Anzahl HSIO-Lanes 30 30 30 24 14
USB-Ports (USB 3.1 Gen1) 14 (10) 14 (10) 14 (8) 12 (6) 10 (4)
Max. USB-3.1-Gen1/2-Ports 10/0 10/6 8/4 6/4 4/0
Max. SATA-6GBit/s-Ports 6 6 6 6 4
Max. PCIe-3.0-Lanes 24 24 20 12 6 (Gen2)
Intel Rapid Storage Technology Ja Ja Ja Ja Ja
Max. Intel RST für
PCIe-Storage-Ports
(M.2 x2 oder x4)
3 3 2 1 0
Intel RST PCIe RAID 0, 1, 5 Ja Ja Ja Nein Nein
Intel RST SATA RAID 0, 1, 5, 10 Ja Ja Ja Nein Nein
Intel RST CPU-attached
Intel-PCIe-Storage
Ja Ja Nein Nein Nein

Intels Z390-Chipsatz wird wie die restlichen Modelle in der 14-nm-Lithografie hergestellt. Einzig der Z370-PCH weißt die 22-nm-Fertigung auf. Die CPU- und Arbeitsspeicher-Übertaktung ist ausschließlich in Verbindung mit dem Z370- und Z390-Chipsatz möglich, wobei hier schließlich ein LGA1151v2-Prozessor mit dem K-Suffix (offener Multiplikator) die Voraussetzung darstellt.

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Die Spannungswandler werden mit zwei Kühlern auf Temperatur gehalten, die mit einer Heatpipe verbunden sind, und fühlen sich sehr hochwertig an. Für die Demontage des PCH-Kühlers mussten einige Schrauben gelöst werden. Die Kühlfläche reicht für den Z390-Chipsatz problemlos aus.

Der VRM-Bereich beim MSI MEG Z390 Godlike (Vorderseite).
Der VRM-Bereich beim MSI MEG Z390 Godlike (Rückseite).
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MSI hat auf dem MEG Z390 Godlike satte 18 Spulen unterbringen können, wobei sich 16 Stück um die VCore kümmern und zwei Stück hingegen um den Uncore-Bereich. Um jede der 16 VCore-Spulen kümmert sich je ein IRTDA21462-MOSFET, die von International Rectifier stammt. Auf der UnCore-Seite wird jede der beiden Spulen von jeweils einem NTMFS4C024N-Lowside- und NTMFS4C029N-Highside-MOSFET angetrieben. Insgesamt handelt es sich also um eine 8+2-Konfiguration.

Als PWM-Controller kommt für die 16 VCore-Spulen der IR35201 zum Einsatz, der bekanntlich maximal acht Spulen steuern kann. Aus diesem Grund wurden von MSI rückseitig neben zwei MOSFET-Drivern acht IR3599-Phasen-Doppler verlötet, sodass die Rechnung dann aufgeht. Um die beiden UnCore-Spulen kümmert sich hingegen der PV3205-PWM-Controller von Powervision.

Passend dazu wurden gleich zwei 8-Pin-EPS12V-Stromanschlüsse vorgesehen, um mehr als genug Luft beim Overclocking zur Verfügung zu stellen.

Die vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke beim MSI MEG Z390 Godlike.
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Typisch für die Plattform, kommen maximal vier DDR4-DIMM-Speicherbänke zum Einsatz, die kombiniert bis zu 64 GB RAM aufnehmen können. In Verbindung mit den Samsung-32-GB-UDIMMs lassen sich theoretisch bis zu 128 GB RAM unterbringen. Laut MSI werden mit den entsprechenden DIMMs bis zu DDR4-4600 garantiert, was schon ziemlich beachtlich ist.

Angetrieben werden die DIMMs von zwei Spulen, wobei jede Spule von einem NTMFS4C024N-Lowside- und NTMFS4C029N-Highside-MOSFET angefeuert wird. Zwischen den DIMM-Steckplätzen und dem 24-poligen ATX-Stromanschluss ist der Flachband-Port für das Dynamic-Dashboard-OLED-Display positioniert worden, rechts daneben ist auch eine Debug-LED zu Diagnosezwecken sichtbar. Am unteren PCB-Rand hat MSI allerdings zusätzlich auch das EZ-Debug-Feature hinterlassen.

Als Bonus kann sich der Anwender auf fünf Spannungsmesspunkte freuen: CPU, VCCIO, SA, DRAM und PCH (+ Massepunkt)

Die Erweiterungs- und M.2-Steckplätze im Überblick.
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Bei den Erweiterungssteckplätzen gibt es keinen Unterschied zum MSI Z370 Godlike Gaming. Primär für Grafikkarten bieten sich vier mechanische PCIe-3.0-x16-Slots an, wobei MSI auch in diesem Fall auf einen PEX8747-Chip verzichtet und auf die identische Lane-Anbindung setzt.

Die oberen drei PCIE-3.0-x16-Steckplätze arbeiten direkt mit der CPU zusammen und unterstützen folgende Modi: x16/x0/x0, x8/x0/x8 und x8/x4/x4. Somit bekommt der unterste Steckplatz vier Gen3-Lanes vom Z390-Chipsatz zugesprochen. Mittig sitzt noch ein PCIe-3.0-x1-Anschluss, der ebenfalls über den Chipsatz ans Werk geht.

Ganz oben sorgt ein 6-Pin-PCIe-Stromanschluss dafür, dass im Falle einer Multi-GPU-Konfiguration die elektronische Stabilität gewährleistet wird.

Die folgende Tabelle macht das Ganze übersichtlicher:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-
CrossFireX
4-Way-
CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8 x8
Kein Slot
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (CPU) - - x4 x4
PCIe 3.0 x1 x1 (Z390) - - - -
PCIe 3.0 x16 x8/x4 (CPU) - x8 x4 x4
Kein Slot - - - - -
PCIe 3.0 x16 (*1) x4 (Z390) - - - x4
Hinweis: Der unterste PCIe-3.0-x16-Steckplatz (*1) teilt sich die Anbindung mit der M.2_3-Schnittstelle. Wenn Ersterer belegt ist, ist die M.2_3-Schnittstelle unbrauchbar.

Zur Besonderheit der drei M.2-Anschlüsse gehören nicht nur entsprechende Kühlkörper für die Oberseite, sondern auch für die Unterseite, was man bisher eher selten zu Gesicht bekommt. Oben und unten kann ein Modul mit einer Länge von 4,2 cm bis 11 cm eingesetzt werden. Der mittlere Anschluss nimmt ein Modul mit 6 cm oder 8 cm auf.


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Unverändert erhält der Besitzer Zugriff auf sechsmal SATA 6GBit/s und einmal U.2, die die Storage-Anschlüsse erweitern. Allerdings sind nicht alle Schnittstellen zeitgleich nutzbar. Die Restriktionen sind denen vom Z370 Godlike Gaming sehr ähnlich:

Anschluss
Kombination
M.2_1
PCIe-Mode
SATA-Mode
SATA1 Ja Nein
SATA2 Ja Ja

 

Anschluss
Kombination
U.2_1
frei
belegt
M.2_2 PCIe-Mode SATA-Mode frei Nein
SATA5 Nein Nein Ja Nein
SATA6 Nein Ja Ja Nein

 

Anschluss
Kombination
PCIe_5
frei
belegt
M.2_3 PCIe-Mode SATA-Mode frei Nein
SATA3Ja Nein Ja Ja

So teilen sich der M.2_1-Anschluss sowie die SATA-Ports 1 und 2 die Anbindung. Wird der PCIe-Modus verwendet, gibt es keine Probleme. Beim SATA-Mode hingegen wird der SATA-Port 1 unbrauchbar. In Verbindung mit dem U.2-Port geht es knallhart zu. Ist dieser in Verwendung, können der M.2_2-Anschluss sowie die SATA-Ports 5 und 6 nicht mehr genutzt werden. Wird der U.2-Port links liegen gelassen, kommt es drauf an, in welchem Modus sich der M.2_2-Anschluss befindet. Während im PCIe-Mode die SATA-Ports 5 und 6 unbrauchbar werden, wird im SATA-Mode lediglich der Port 5 blockiert.

Anders geht es stattdessen bei der PCIe-5-Schnittstelle zu, welche mit maximal vier Gen3-Lanes an den Z370-Chipsatz angebunden ist. Befindet sich eine Karte in dem Steckplatz, wird der M.2_3-Anschluss unbrauchbar. Der dritte SATA-Port ist einzig dann unbrauchbar, wenn der M.2_3-Anschluss im SATA-Modus arbeitet.

Jeweils zwei USB-3.1-Gen1- und USB-3.1-Gen2-Frontheader befinden sich rechts von den SATA-Ports. Dabei arbeiten die USB-3.1-Gen1-Header über den ASMedia ASM1074-Hub und die beiden USB-3.1-Gen2-Header nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen.

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Die I/O-Anschlussmöglichkeiten von oben nach unten und von links nach rechts:

Einige Änderungen betreffen dann jedoch das I/O-Panel. Waren es beim Z370 Godlike Gaming noch dreimal Gigabit-LAN, so wurde nun ein LAN-Port gestrichen. Geblieben ist allerdings jeweils der Killer E2500 von Rivet Networks. Vom selben Hersteller ist auch das WLAN-ac- und Bluetooth-5.0-Modul mit dem Killer Wireless-AC 1550, der von der Hardware her auf Intels Wireless-AC 9260 und damit auf aktuellster Technik basiert.

Dazu wurden zwei USB-Anschlüsse gestrichen, doch dafür sind nun viermal USB 3.1 Gen2 vertreten, davon einmal in der Typ-C-Ausführung. Aber auch einmal PS/2 ist wieder mit von der Partie. Mit einem CMOS-Clear- und BIOS-Flashback+-Button wurde auch am Komfort gefeilt. Übrig bleiben dann die üblichen Audioanschlüsse, davon ab jedoch wieder mit der 6,3-mm-Klinke, die auf damit auch auf dem MEG Z390 Godlike zum Alleinstellungsmerkmal zählt.

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In der Mitte der Nuvoton NCT6797D-M (SuperI/O-Controller), links und rechts davon jeweils ein Realtek-ALC1220-Codec. Während sich ein Realtek ALC1220 um die I/O-Panel-Audiobuchsen kümmert, wird ein zweiter Realtek ALC1220 für den 6,3-mm-Klinke-Ausgang reserviert, der zudem an den ESS-E9018-DAC gekoppelt ist. Zusätzlich wurden insgesamt 12 Audio- und vier WIMA-Kondensatoren verlötet, um den Klang positiv zu beeinflussen.

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Auf diesem Bild ist noch einmal sehr deutlich der 6-Pin-PCIe-Stromanschluss sichtbar. Darüber hinaus auch die beiden Killer-E2500-Netzwerkcontroller.

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Der Großteil des Onboard-Komforts konzentriert sich im unteren Bereich. Angefangen von links bietet der BIOS-Switch das Umschalten zwischen den beiden BIOS-ROMs. Direkt rechts daneben können mit den drei DIP-Schaltern auf Wunsch die drei CPU-seitigen PCIe-3.0-x16-Steckplätze de- und aktiviert werden. Unter dem drehbaren Game-Boost-Knob halten sich mit dem OC-Force-Enter-BIOS- und OC-Retry-Button Overclocking-spezifische Features auf. Neben dem Game-Boost-Knob gehören der Power- und Reset-Button zum Pflichtprogramm.

Kommen wir nun zum Game-Boost-Knob selbst. Dieser wurde auch auf dem Z370 Godlike Gaming verbaut und ermöglicht mit sieben Stufen das einfache, aber möglicherweise eher instabile Overclocking. Mit jeder höheren Stufe wird der Prozessor um einige weitere MHz übertaktet, wobei natürlich ein K-Prozessor benötigt wird.

Stufe
CPU-Taktfrequenzen
Core i3-8350K
Core i5-8600K
Core i7-8700K
Core i7-8086K
Stufe 0 Game-Boost deaktiviert
Stufe 1 4,1 GHz 4,2 ~ 4,4 GHz 4,4 ~ 4,8 GHz 4,4 ~ 5,1 GHz
Stufe 2 4,2 GHz 4,3 ~ 4,5 GHz 4,5 ~ 4,9 GHz 4,5 ~ 5,2 GHz
Stufe 4 4,3 GHz 4,4 ~ 4,6 GHz 4,6 ~ 5,0 GHz 4,6 ~ 5,3 GHz
Stufe 6 4,4 GHz 4,5 ~ 4,7 GHz 4,7 ~ 5,1 GHz 4,7 ~ 5,4 GHz
Stufe 8 4,5 GHz 4,6 ~ 4,8 GHz 4,8 ~ 5,2 GHz 4,8 ~ 5,5 GHz
Stufe 10 4,6 GHz 4,7 ~ 4,9 GHz 4,9 ~ 5,3 GHz 4,9 ~ 5,6 GHz
Stufe 11 4,7 GHz 4,8 ~ 5,0 GHz 5,0 ~ 5,4 GHz 5,0 ~ 5,7 GHz

Anstatt fester Taktfrequenzen sind auch in diesem Fall ungefähre Taktraten angegeben und sollen die Kompatibilität je nach CPU-Güte verbessern. Für den Core i5-8600K reicht die Range von 4,2 GHz bis 5,0 GHz. Beim Core i7-8700K beträgt die Range mindestens 4,4 GHz bis höchstens 5,4 GHz, wobei der Anwender gerade ab 5 GHz sehr viel Glück mit seinem erworbenen Prozessor haben muss.

In Verbindung mit dem Core i3-8350K beträgt der Korridor 4,1 GHz bis 4,7 GHz. Die Minimaltaktraten für die Jubiläums-Edition (Core i7-8086K) sind mit den Werten für den Core i7-8700K identisch, die maximalen Taktfrequenzen jedoch werden jeweils um 300 MHz überboten.

Doch selbst die Möglichkeit zum Anschließen von zwei Buttons für das Verändern des BCLK-Grundtakts und des CPU-Multiplikators auf Knopfdruck sind gegeben.

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Das MSI MEG Z390 Godlike ist als Evolutionsmodell zum Z370 Godlike Gaming anzusehen. Sehr viele Anschlussmöglichkeiten werden geboten, auch wenn nicht alles zur selben Zeit genutzt werden kann (siehe Restriktionen).

Neben einem CPU-FAN- und Wasserpumpen-Header sind auf dem E-ATX-PCB noch ganze acht weitere 4-Pin-FAN-Header verteilt worden, sodass also auch zahlreiche Lüfter angeschlossen werden können. Dank der integrierten Lüftersteuerung kann der Anwender die Lüfter an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

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Auf dem MEG Z390 Godlike hat MSI als großes Feature das Dynamic-Dashboard-OLED-Display verbaut, das sich in vielerlei Hinsicht verwenden lässt. Ob unterschiedliche animierte Logos oder auch hardwarebezogene Informationen, wie CPU-Temperatur, die CPU-Spannung oder auch den RAM-Takt, der Anwender kann sich das frei aussuchen.

Auf Höhe des I/O-Panels hat MSI eine RGB-LED-Spiegeloptik eingesetzt, die für einen 3D-Eindruck sorgt und eine gelungene Abwechslung darstellt.


BIOS

MSI hat uns mit der BIOS-Version E7B10IMS.112 versorgt, zu denen uns allerdings keine Änderungen bekannt sind. Mit dem M-Flash-Tool konnten wir das BIOS ohne Probleme aktualisieren.

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Bei der UEFI-Oberfläche gibt es keine Veränderungen zu dem, was wir von MSI zuletzt gesehen haben. So bleibt es bei der Rot-Schwarz-Optik. Unterschieden wird weiterhin Zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Bei der Advanced-Oberfläche wurde der MSI-Gaming-Drache gegen eine Metalloptik mit der Aufschrift "Enthusiast Gaming" ausgetauscht. MSI hat oben links neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt, der das aktuelle Level anzeigt (weißer Punkt). Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Speziell für die Gaming-Mainboards wurden passenderweise die Farben Rot und Schwarz verwendet. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Das MSI MEG Z390 Godlike ist hervorragend für das Overclocking vorbereitet, sei es von der Hardware oder von der Software aus. 16 CPU-Spulen (effektiv acht Spulen) feuern die Coffee-Lake-S-CPU an und bekommen ihren Strom-Input von maximal zwei 8-Pin-EPS12V-Buchsen. Zusammen mit den UEFI-Einstellungen kann der LGA1151v2-CPU mit K-Suffix also auch ordentlich Beine gemacht werden.

MSI erlaubt beim MEG Z390 Godlike eine Veränderung des BCLK von 70 MHz bis 655,12 MHz. Die Intervalle betragen feine 0,06 MHz/0,07 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,600 Volt bis 2,155 Volt fixieren.

Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. In allen Fällen betragen die Intervalle 0,005 Volt. 

Insgesamt fallen die Spannungskorridore und die Anzahl sehr ähnlich aus, wie letztes Jahr beim MSI Z370 Godlike Gaming. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MEG Z390 Godlike in der Übersicht
Base Clock Rate 70 MHz bis 655,12 MHz in 0,06/0,07-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU DMI, CPU PLL OC, CPU PLL SFR, RING SFR, SA PLL SFR, MC PLL SFR, CPU ST, CPU STV6, DRAM VPP, DRAM VREF
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 99 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-8, Enhanced DRAM Training

Unser Core-i7-8700K-Sample schafft mit dem passenden Mainboard problemlos einen stabilen Takt von 5 GHz auf allen sechs Kernen. Dies war für das MSI MEG Z390 Godlike wirklich keine Herausforderung und wir konnten die VCore im BIOS sogar auf 1,330 Volt herabsetzen. Beim Z370 Godlike Gaming waren dagegen 1,370 Volt nötig.

Überrascht waren wir über die sehr niedrigen VRM-Kühler-Temperaturen, die nach 10 Minuten bei einem Takt von 5 GHz bei eingestellten 1,370 Volt stets unter 50 °C geblieben sind und damit regelrecht kühl waren, auch wenn die darunterliegenden Spannungswandler um einige Grad wärmer sind. Für eine kräftige CPU-Übertaktung ist das MSI MEG Z390 Godlike damit auch für höhere CPU-Spannungen gerüstet.

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Absolut problemlos und wie es zu erwarten war, konnte der effektive RAM-Takt von 3 GHz erreicht werden. MSI gibt das Board bis DDR4-4600 frei, im BIOS reichen die RAM-Teiler gar bis DDR4-6000.

MSI Command Center

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Darüber hinaus hat MSI das Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen. Als Bonus lassen sich natürlich auch die aktuellen Parameter-Werte zu den Spannungen ablesen.

Das Command Center kann den Anwender auch bei selbst definierten Werten warnen, falls die jeweilige Barriere überschritten wird. Wer möchte, kann zu Überwachungszwecken die wichtigsten Spannungen, Lüftergeschwindigkeiten und Temperaturen aufzeichnen.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI MEG Z390 Godlike getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI MEG Z390 Godlike mussten wir den Enhanced-Turbo deaktivieren, damit ein fairer Vergleich gezogen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2017 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2017

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die Grundperformance liegt genau dort, wo sie liegen soll.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Mit gerade einmal 14,84 Sekunden bootet das MSI MEG Z390 Godlike für ein Flaggschiff ziemlich flott und kann selbst das hauseigene B360M Mortar Titanium hinter sich lassen.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI MEG Z390 Godlike hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein WLAN-ac- und Bluetooth-Modul, einen USB-3.1-Gen1-Hub, einen USB-3.1-Gen1-Hostcontroller und zwei Audio-Codecs tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle haben wir keinen positiven Rekord erwartet. Trotzalledem lag das Testsystem mit dem MSI MEG Z390 Godlike bei angenehmen 51,1 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Cinebench zeigt sich erfreulicherweise, dass das MEG Z390 Godlike das Vorgängermodell Z370 Godlike Gaming mit beachtlichen 18,7 Watt abhängt und deutlich effizienter arbeitet. Selbst im Vergleich zum hauseigenen Z370 Gaming Pro Carbon (AC).

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Gleiches Spiel auch in Verbindung mit Prime95, wobei die Differenz in diesem Fall bei fast 20 Watt liegt, zugunsten des MSI MEG Z390 Godlike.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Und einer der Hauptgründe ist die vom MSI MEG Z390 Godlike veranschlagte VCore, die bei 1,219 Volt gelegen hat und damit weit geringer ausgefallen ist, als beim Z370 Godlike Gaming und auch beim Z370 Gaming Pro Carbon (AC). Damit zeigt sich die sehr gute Effizienz des VRM-Bereichs.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir lediglich einen von zwei LAN-Ports deaktivieren, der nicht wirklich ins Gewicht gefallen ist, sodass dieselben Verbrauchswerte genommen wurden.

Es ist also doch möglich: Ein Flaggschiff-Mainboard mit einer umfangreichen Ausstattung und dennoch einer guten Energie-Effizienz. Dies stellt das MSI MEG Z390 Godlike sehr beeindruckend unter Beweis. Zu verdanken hat es die Platine vor allem dem guten VRM-Bereich.


USB-3.1-Gen2-Performance

Das MSI MEG Z390 Godlike stellt insgesamt sechs USB-3.1-Gen2-Schnittstellen bereit. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel, zwei weitere Typ-C-Anschlüsse können über den Front-Header realisiert werden. Alle sechs Schnittstellen arbeiten nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s lesend und 530 MB/s schreibend. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

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Auch wenn der ASMedia ASM3142 etwas bessere Werte abliefern kann, sind die Ergebnisse über den Z390-Chipsatz dennoch alles andere als langsam. Der Datendurchsatz im Lesen kletterte bis auf 930 MB/s (Peak), schreibend waren höchstens 964 MB/s (ebenfalls Peak) drin. Der Durchschnitt lag in beiden Fällen bei ca. 840 MB/s.

USB-3.1-Gen1-Performance

An USB-3.1-Gen1-Buchsen bietet das MSI MEG Z390 Godlike insgesamt sechs Stück an. Am I/O-Panel kann auf zwei Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über die beiden Front-Header realisiert werden. Die beiden Ports am I/O-Panel wurden an den ASMedia-ASM1042-Hostcontroller angebunden, die beiden Front-Header kommunizieren über den ASMedia-ASM1074-Hub. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

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Man erkennt sehr deutlich, dass der ASMedia-ASM1042-Hostcontroller nicht mit den nativen Controllern in den Intel- und AMD-Chipsätzen mithalten kann. Im Lesen wurden zwar immerhin 414 MB/s ermöglicht, aber etwas ernüchternd fielen die 371 MB/s im Schreiben aus.

Deutlich besser agiert hier der ASMedia ASM1074, der als USB-3.1-Gen1-Hub fungiert und damit die indirekte Verbindung zum Z390-Chipsatz darstellt. Werte von 442 MB/s lesend und 462 MB/s schreibend zeigen dies sehr deutlich.

SATA-6GBit/s-Performance

Das MSI MEG Z390 Godlike stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs SATA-Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z390-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Im SATA-6GBit/s-Benchmark werden hohe Lese- und Schreibdatenraten von 550 MB/s und 512 MB/s erreicht. Absolut maximiert sind diese Werte jedoch nicht, auch wenn die minimalen Unterschiede einzig an den Messwerten zu erkennen sind.

M.2-Performance

Auf dem MSI MEG Z390 Godlike halten sich drei M.2-Schnittstellen bereit, welche an den Intel-Chipsatz mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s, shared). Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom Chipsatz.

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Es werden normale M.2-Werte mit 3.338 MB/s lesend und 1.521 MB/s erreicht, sodass es in diesem Fall kein Grund für Beanstandungen gibt.


Intels Z390-Chipsatz ist nun endlich da und soll dem Z370-Chipsatz Paroli bieten. Er bietet im Vergleich zum mittlerweile alten Z370-Modell (umgelabelter Z270-PCH) sechs native USB-3.1-Gen2-Schnittstellen und auch eine WLAN-ac-Vorbereitung an. Somit schließt sich der Z390-PCH der neueren Intel-300-Chipsatzserie an (der Z370er ausgeklammert) und wird ebenfalls in der feineren 14-nm-Lithografie gefertigt. Die Serie wird damit nach oben hin abgerundet. Zusätzlich können mit ihm die K-Prozessoren und auch der Arbeitsspeicher übertaktet werden.

Eine unserer Ansicht nach sehr gute Hardware-Basis stellt hierbei das brandneue MSI MEG Z390 Godlike (MEG: MSI Enthusiast Gaming) dar, dem Flaggschiff der MSI-Z390-Produktpalette. Die E-ATX-Platine kann im Vergleich zum MSI Z370 Godlike Gaming von letztem Jahr als Evolutions-Modell bezeichnet werden, wobei MSI sich neue Features hat einfallen lassen.

Mit einem kräftigen und effizienten VRM-Bereich, bestehend aus 18 Spulen (effektive 8+2-Konfiguration) lehrt die CPU-Spannungsversorgung der LGA1151v2-K-CPU regelrecht das Fürchten. Denn sowohl von der Effektivität, über die Effizienz bis hin zur geringen Wärmeentwicklung hat MSI sehr gute Arbeit geleistet. Dies trifft zumindest auf den Core i7-8700K mit sechs Kernen zu. Hierzu wurden gleich zwei 8-Pin-EPS12V-Anschlüsse verlötet, sodass es hierbei zu keinen Stromengpässen kommen kann.

Aber auch die weitere Ausstattung kann überzeugen. Maximal vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke nehmen theoretisch bis zu 128 GB RAM auf, wenn man die 32-GB-UDIMMs von Samsung mit einbezieht. Dabei gibt MSI die Steckplätze bis DDR4-4600 frei, wobei die RAM-Teiler bis DDR4-6000 reichen. Für Grafikkarten oder andere Erweiterungskarten stehen vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze inkl. Steel Armor bereit, von denen drei Stück über den Prozessor ans Werk gehen. MSI hat auf den Einsatz eines PEX8747-Chips verzichtet. Genau mittig davon hält sich auch einmal PCIe 3.0 x1 bereit.

Im Falle einer Multi-GPU-Konfiguration hat MSI auch an einen Onboard-6-Pin-PCIe-Stromanschluss gedacht, um die nötige, elektrische Stabilität zu gewährleisten. Für Lüfter und Co. wurde von MSI ein Arsenal an Anschlüssen hinterlassen, sodass eine umfangreiche Kühlung eingerichtet werden kann.

Ein zweischneidiges Schwert ist dagegen der Storage-Bereich. MSI hat gänzlich auf Storage-Zusatzchips verzichtet, was zur Folge hat, dass die vielen Storage-Anschlüsse shared angebunden werden mussten. Neben sechsmal SATA 6GBit/s und dreimal M.2 (M-Key) ist auch ein U.2-Port an Bord. Alles zeitgleich kann allerdings nicht genutzt werden. Löblich sind dafür allerdings die drei M.2-Kühler (M.2 Shield Frozr), wobei auf dem MSI MEG Z390 Godlike selbst für die Rückseite Kühlerflächen bereitgestellt werden.

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Und sollten die drei M.2-Schnittstellen nicht ausreichen, liegt dem MSI MEG Z390 Godlike außerdem die M.2-Xpander-Z-Karte bei, sodass zwei weitere M.2-M-Key-SSMs verwendet werden können. Das nötige PCIe-3.0-x8-Interface wird dann vom Prozessor bezogen, sodass der Grafikkarte nur noch acht Gen3-Lanes zugesprochen werden können. Als Bonus liegt außerdem die Stream-Boost-Zusatzkarte mit einem HDMI-Anschluss bei.

Die Anzahl der USB-3.1-Gen1-Anschlüsse wurde verglichen mit dem Vorgänger-Mainboard um vier Stück reduziert, sodass es nun sechs Stück sind (2x am I/O-Panel und 4x über zwei Front-Header), doch dafür wurden die sechs nativen USB-3.1-Gen2-Ports vom Z390-Chipsatz vollumfänglich ausgenutzt. Vier Stück am I/O-Panel (3x Typ-A und 1x Typ-C) und dazu zwei Front-Header (Typ-C). Zur Liste kommen dann noch zwei USB-2.0-Front-Header hinzu.

Mit zwei Gigabit-LAN-Ports (Killer E2500) und einem Killer-Wireless-AC-1550-Moduls wurde auch im Netzwerkbereich nicht gegeizt. Letzteres beruht von der Hardware her auf Intels Wireless-AC 9260 und bringt es bis auf 1,73 GBit/s im WLAN (brutto). Mit dabei ist Bluetooth in der Version 5.0. Groß aufgebaut wurde zudem der Audio-Bereich mit gleich zwei Realtek-ALC1220-Codec. Einer ist für die fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und für TOSLink verantwortlich, der Andere für den 6,3-mm-Klinke-Kopfhörerausgang, der zusätzlich auch noch einen ESS-DAC erhalten hat.

Generell wurde von MSI jede Menge Onboard-Komfort und Extras verbaut. Angefangen vom Dynamic-Dashboard-OLED-Display, das unterschiedliche animierte Logos oder auch Hardware-Informationen anzeigen kann, einer Debug-LED, fünf Spannungsmesspunkten, natürlich einem Power- und Reset-Button, bis hin zu einem BIOS-Switch, drei PCIe-DIP-Schaltern, einem OC-Retry- und OC-Enter-BIOS-Button und einem CMOS-Clear- und BIOS-Flashback+-Button. Nicht zu vergessen der drehbare Game-Boost-Knob für schnelles, aber möglicherweise unpräzises Übertakten und jeweils ein Header zum Anklemmen eines Buttons, mit denen der BCLK-Grundtakt und der CPU-Multiplikator erhöht werden kann.

Gerade für ein Flaggschiff-Mainboard kann dabei die Energie-Effizienz des MSI MEG Z390 Godlike beeindrucken und stellt eine deutliche Verbesserung zum Z370 Godlike Gaming dar. Und natürlich ist auch RGB-LED ein Thema. Auf Höhe des I/O-Panels ist MSI eine schick anzusehende RGB-Spiegeloptik gelungen. Mit zahlreichen Headern kann die RGB-Beleuchtung zudem erweitert werden. 

Dies Ganze hat natürlich auch seinen Preis, den uns MSI bisher noch nicht nennen konnte. Zum Markteinstieg des MSI Z370 Godlike Gaming lag der Preis bei 465 Euro, sodass dieser Preis als grobe Richtung für das neue MSI MEG Z390 Godlike herangezogen werden kann. Der Preis wird und würde natürlich sehr hoch ausfallen, was zum Teil auch an Intels 14-nm-Lieferschwierigkeiten liegen wird. Wer jedoch High-End möchte, der muss sich allerdings auch auf High-End-Preise einrichten. Rein von der Hardware her kann das MSI MEG Z390 Godlike von den Storage-Restriktionen abgesehen überzeugen.

Positive Eigenschaften des MSI MEG Z390 Godlike:

Negative Eigenschaften des MSI MEG Z390 Godlike:


Trotz der teilweise scharfen Storage-Einschränkungen ist auch ein Jahr später das MSI MEG Z390 Godlike ein beeindruckendes Stück Hardware für einen LGA1151v2-Prozessor.

Persönliche Meinung

Ein ganz schönes Kaliber von Mainboard das MSI MEG Z390 Godlike. Auch wenn die Platine als Evolution angesehen werden kann, hat MSI besonders an der Leistungsaufnahme gefeilt, was immer zu begrüßen ist. Besonders beeindruckt hat mich der VRM-Bereich in Verbindung mit der geringen Abwärme, die entstanden ist.

Eine solche Spannungsversorgung wünscht man sich auf günstigeren Platinen, denn der Preis für das MSI MEG Z390 Godlike fällt definitiv nicht gering aus. Das E-ATX-Mainboard hat die Storage-Restriktionen vom Vorgänger-Modell geradezu geerbt, was meiner Ansicht nach das größte Übel ist. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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