Mini-ITX-Duell: ASUS ROG Strix B450-I Gaming vs. ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac

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asus b450 i gaming und asrock b450 gaming itxac 004 logoMainboards im Mini-ITX-Format werden noch immer in geringen Varianten entwickelt, doch dabei werden diese Platinen mit jeder neuen Generation heiß erwartet. Mit ihnen lässt sich nämlich ein leistungsstarkes und gleichzeitig kompaktes System erstellen. In diesem Duell treten das ASUS ROG Strix B450-I Gaming und das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac gegeneinander an.

Zwar sind beide Mini-ITX-Mainboards gut ausgestattet, doch bewegen sie sich preislich in völlig unterschiedlichen Ligen. Denn während für das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac etwa 115 Euro auf den Tisch gelegt werden müssen, sind für das ASUS ROG Strix B450-I Gaming mindestens 175 Euro fällig. Generell liegen aber gerade die ASUS-ROG-Mainboards in noch deutlich höheren Preisbereichen.

Auf Seiten der technischen Ausstattung herrscht dagegen sehr viel Ähnlichkeit. Platzbedingt passt nur ein Erweiterungssteckplatz auf das kleine Mini-ITX-Format, weshalb natürlich zu PCIe 3.0 x16 gegriffen wird. In beiden Fällen sind noch viermal SATA 6GBit/s an Bord und dazu einmal M.2 beim ASRock-Modell bzw. zweimal M.2 beim ASUS-Mainboard mit inbegriffen. Natürlich haben beide Testkandidaten zahlreiche USB-Schnittstellen, dazu einmal Gigabit-LAN und sogar WLAN wird berücksichtigt.

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Auf den ersten Blick wirkt das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac etwas aufgeräumter als das ASUS-Modell. Dies liegt daran, dass ASUS vorderseitig einen M.2-Anschluss, den Onboard-Sound-Bereich und den FCH-Kühler in Stacking-Form unterbringen wollte, genau wie beim bereits getesteten ASUS ROG Strix X370-I Gaming. Ferner fällt sofort auf, dass der VRM-Kühler beim ASUS-Mainboard um einiges größer dimensioniert wurde.

Die technischen Eigenschaften

Beide Mainboards wurden mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des beider Platinen in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
ROG Strix B450-I Gaming
ASRock
Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac
Mainboard-Format Mini-ITX
CPU-Sockel PGA AM4 (für Summit Ridge, Raven Ridge und Pinnacle Ridge)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 8 Stück (7x CPU, 1x RAM) 9 Stück (8x CPU, 1x RAM)
Preis ab 175 Euro ab 116 Euro
Webseite  ASUS  ASRock
 
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz AMD B450 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 2x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 32-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire -
 
Onboard-Features
PCI-Express 1x PCIe 3.0 x16 (x16)
SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen

4x SATA 6GBit/s über AMD B450
2x M.2 M-Key (PCIe 3.0 x4, 1x shared)

4x SATA 6GBit/s über AMD B450
1x M.2 M-Key (PCIe 3.0 x4)

USB

2x USB 3.1 Gen2 (2x Typ-A, AMD B450)
4x USB 3.1 Gen1 (2x CPU/2x B450)
2x USB 2.0

2x USB 3.1 Gen2 (Typ-A/C, AMD B450)
4x USB 3.1 Gen1 (4x CPU/2x B450)
4x USB 2.0

Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.0b
1x DisplayPort 1.2
1x HDMI 2.0b
WLAN / Bluetooth WLAN-AC (max. 867 MBit/s) + Bluetooth 4.2
WLAN-AC (max. 433 MBit/s) + Bluetooth 4.2
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel ROG-SupremeFX (Realtek ALC1220)
3x 3,5 mm Audio-Jacks
8-Channel Realtek ALC1220
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
LED-Beleuchtung RGB-LEDs
1x RGB-Header
1x addr. RGB-Header
1x RGB-Header
1x addr. RGB-Header
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin Chassis-FAN-Header
1x 4-Pin AIO_Pump-Header

1x 4-Pin CPU-FAN-Header
2x 4-Pin W_Pump/Chassis-FAN-Header

Herstellergarantie 3 Jahre (nur über Händler)
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Die I/O-Verteilung ist bei der AM4-Plattform etwas komplexer, als sie es bei Intels Kaby-Lake-Plattform ist. Während die SATA-Schnittstellen beispielsweise bei Intel ausschließlich aus dem PCH kommen, erfolgt dies bei AMDs AM4-Plattform zweigeteilt.

Neben 16 Gen3-Lanes, welche in erster Linie für die Grafikkarte(n) gedacht sind, bringen die Ryzen-Prozessoren zusätzlich vier weitere Gen3-Lanes mit, die allerdings für den Storage-Bereich reserviert sind und sich durch die Mainboard-Hersteller unterschiedlich belegen lassen. Zur Auswahl stehen die Modi "2x SATA + 1x NVMe x2", "2x SATA + 1x PCIe x2" und "1x NVMe x4". Zusätzlich bringen die Ryzen-CPUs einen USB-3.1-Gen1-Controller mit, welcher bis zu vier Schnittstellen steuern kann.

Chipsatz
Feature
X370/X470
B350/B450
AM4-CPU (ab Summit Ridge)
PCIe 3.0- - 24 (x4 FCH, x4 M.2)
PCIe 2.0 8 6 -
USB 3.1 Gen2 2 2 -
USB 3.1 Gen1 6 24
USB 2.0 6 6 -
SATA 6GBit/s 8 6 2 (2 Lanes weniger)
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossfireX -
Overclocking Ja / Ja Ja / Ja Ja
RAID (0, 1, 10) Ja / Ja Ja / Ja -
XFR Ja / Ja Ja / Ja ab Summit Ridge (1. Gen)
XFR 2 (Enhanced) Nein / Ja Nein / Ja ab Pinnacle Ridge (2. Gen)
Precision Boost Overdrive Nein / Ja Nein / Jaab Pinnacle Ridge (2. Gen)

AMDs B450-FCH selbst bringt noch sechs Gen2-Lanes, bis zu sechsmal SATA 6GBit/s, dazu jeweils zwei USB-3.1-Schnittstellen der ersten und zweiten Generation sowie sechsmal USB 2.0 mit. Demnach bietet der B450-FCH dieselben Schnittstellen an wie der B350-Chipsatz. Beim B450-Chip ist jedoch, genau wie beim X470-Modell, die Unterstützung für Precision Boost Overdrive und XFR2 Enhanced mit an Bord, mit denen eine Pinnacle-Ridge-CPU unter günstigen Bedingungen einen höheren Turbotakt erreichen kann.

Auf den nächsten Seiten werden wir beide Mainboards im Detail betrachten.


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Das mitgelieferte Zubehör entspricht größtenteils dem des ASUS ROG Strix X370-I Gaming. Somit liegen auch dem B450-Modell eine I/O-Blende, das Mainboard-Handbuch und die dazugehörige Support-DVD mit bei. Zusätzlich gehören zwei SATA-Kabel, die 2T2R-WLAN-Antenne, sieben Kabelbinder und ein RGB-Verlängerungskabel zum Lieferumfang. Für die beiden M.2-Steckplätze befindet sich natürlich auch entsprechendes Befestigungsmaterial im Karton.

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Anhand der beiden Wärmeleitpads ist zu erkennen, dass der Kühler nicht nur für die Spannungswandler zuständig ist, sondern außerdem für die Kühlung der sechs Spulen. Der Kühler an sich wird mit dem PCB verschraubt.

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Beim ROG Strix X470-I Gaming und B450-I Gaming hat ASUS im Vergleich zum ROG Strix X370-I Gaming und B350-I Gaming den VRM-Bereich etwas überarbeitet und umstrukturiert. Weg von Infineon und hin zu International Rectifier. Jede Spule bekommt es nun nämlich mit einem IR3553 zu tun. Doch es bleibt weiterhin bei einer Spule für die CPU-SoC-Spannung, die ihren Input von einem IR3555-MOSFET bekommt.

Ohne Änderung kommt auch dieses Mal wieder der ASP1405I-PWM-Controller zum Einsatz, der auf vielen weiteren ASUS-Mainboards Verwendung gefunden hat. Als genereller Strominput wurde ein 8-poliger EPS12V-Anschluss verlötet.

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Es können natürlich nur zwei DDR4-DIMM-Speicherbänke verbaut werden und somit beläuft sich die maximale Ausbaustufe auf 32 GB.  Rechts unten in der Ecke sehen wir vier Status-LEDs, des Weiteren aber auch vier vertikal ausgerichtete SATA-6GBit/s-Ports und jeweils einen USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Header.


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Für eine bestenfalls potente Grafikkarte steht ein PCIe-3.0-x16-Steckplatz zur Verfügung, der über den AM4-Prozessor angebunden ist. Wie wir bereits beim ASUS ROG Strix X370-I Gaming sehen konnten, verwendet ASUS ein ausgeklügeltes Stacking-PCB. Auf diesem ist auch der Onboard-Sound mit dem Realtek ALC1220 zu finden.

Unter dem PCB mit der M.2-Schnittstelle (angebunden mit PCIe 3.0 x4 über CPU) befindet sich der B450-Chipsatz samt Kühlkörper. Und das installierte M.2-Modul mit einer Länge von 6 cm oder 8 cm wird von ASUS mit einem M.2-Kühler überdeckt.

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Das I/O-Panel wurde komplett übernommen, jedoch um einen HDMI-2.0b-Grafikausgang erweitert. Dieser ist allerdings nur dann nutzbar, wenn sich im Sockel eine APU befindet. Davon ab bleibt es also bei viermal USB 3.1 Gen1, zweimal USB 3.1 Gen2. einem Gigabit-LAN-Port und bei drei 3,5-mm-Klinke-Buchsen. Aber auch das WLAN-ac- und Bluetooth-4.2-Modul ist wieder mit an Bord stellt eine Alternative zur kabelgebundenen Netzwerkverbindung dar.

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Ebenfalls unverändert ist der rückseitig angebrachte M.2-M-Key-Anschluss, der mit ebenfalls vier Gen3-Lanes über die installierte CPU ans Werk geht und somit immerhin noch auf maximal 32 GBit/s kommt. Die vier Gen3-Lanes werden dann allerdings von den 16 Gen3-Lanes abgezwackt, die für die Grafikkarte gedacht sind. Letztere arbeitet dann im x8-Mode. Entsprechende Gewindebohrungen für die Abstände 6 cm und 8 cm stehen für ein Modul zur Verfügung.

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Für die Fans der RGB-Beleuchtung hat ASUS das ROG-Logo auf dem M.2-Kühler mit LEDs beleuchtet, darüber hinaus wurden auch am unteren Rand rückseitig einige RGB-LEDs verbaut. Erweitert werden kann das Licht-Spektakel mit drei RGB-Headern, von denen einer adressierbar ist.

Mit einem 4-Pin-CPU-FAN-, 4-Pin-Chassis-FAN- und einem 4-Pin-AIO-Pump-Header muss der Anwender auskommen. Sollte die Anzahl nicht genügen, muss ein zusätzlicher FAN-Controller herhalten.


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Auch beim ASRock-Modell lieg Zubehör mit im Karton. Neben der I/O-Blende, dem Handbuch und dem Support-Datenträger lagen außerdem ein Software-Setup-Guide, zwei SATA-Kabel, zwei WLAN-Antennen, eine M.2-Schraube und dazu ein ASRock-Sticker und eine ASRock-Fatal1ty-Postkarte im Karton.

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Im Vergleich zum ASUS-Kühler fällt der von ASRock verbaute Kühler recht minimalistisch aus und kühlt ausschließlich die MOSFETs.

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Sechs Spulen für die CPU-Core-Spannung und zwei Spulen für die CPU-SoC-Spannung stehen auf dem ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac bereit. Doch in diesem Fall geht der VRM-Bereich effektiv in der 3+2-Konfiguration ans Werk. Als MOSFETs wurden Modelle des Typs SM7341EHKP von SinoPower verwendet. Insgesamt sechs Stück für die CPU-Core-Spulen und vier Stück für die beiden CPU-SoC-Spulen.

Der Intersil ISL95712 passt hierbei wunder ins Bild, da dieser maximal eine 4+3-Konfiguration erlaubt und sogar noch etwas Luft nach oben gehabt hätte. Der 8-polige EPS12V-Anschluss ist auch beim ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac präsent.

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Maximal zwei UDIMMs lassen sich auch beim ASRock B450 Gaming-ITX/ac unterbringen, demnach also höchstens 32 GB RAM. ASRock hat am unten am PCB-Rand vier SATA-6GBit/s-Buchsen und auch einen USB-3.1-Gen1-Header untergebracht.


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Wie man klar sehen kann, verzichtet ASRock darauf, auf der Vorderseite eine M.2-Schnittstelle anzubringen. An der Unterseite ist ein PCIe-3.0-x16-Slot für eine Grafikkarte zu finden sowie links unten in der Ecke der Onboard-Sound. Auch ASRock setzt auf den Realtek ALC1220 und packt auch zwei Audiokondensatoren hinzu.

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In diesem Fall wurde das I/O-Panel etwas in die Breite ausgebaut und bietet alle aktuellen Anschlüsse. Dazu zählen jeweils zwei Anschlüsse der ersten und zweiten USB-3.1-Generation sowie der USB-2.0-Spezifikation. Mit dabei sind zudem eine PS/2-Schnittstelle, einmal Gigabit-LAN und die üblichen Verdächtigen in Sachen Audio-Anschlüsse.

Wird eine APU verwendet, stehen außerdem ein DisplayPort-1.2- und HDMI-2.0b-Grafikausgang bereit. Kann der Anwender auf die LAN-Verbindung verzichten, kann er stattdessen auf das WLAN-Feature zurückgreifen. Wie man es jedoch von ASRock her kennt, kommt auch dieses Modul nur auf maximal 433 MBit/s, wohingegen die verwendeten Module der Konkurrenz bis zu 867 MBit/s schaffen und vereinzelt sogar theoretisch auf 1,73 GBit/s kommen.

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Auf der Vorderseite ist kein M.2-Anschluss vorgesehen, doch muss das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac nicht ohne M.2-Schnittstelle auskommen. Diese wurde nämlich aus Platzgründen auf die Rückseite des PCBs verfrachtet und bekommt maximal vier Gen3-Lanes von der CPU zugesprochen. Es kann dabei ausschließlich ein Modul mit einer Länge von 8 cm installiert werden.

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Aufgrund des fehlenden Stacking-Aufbaus sieht das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac natürlich etwas übersichtlicher aus. Bis auf den recht klein geratenen VRM-Kühler waren wir mit dem Gesamtlayout zufrieden.

Für RGB-Fans stehen außerdem zwei AMD-FAN-LED-Header und ein adressierbarer RGB-Header bereit. Auf oder unter dem PCB selbst wurden von ASRock keine RGB-LEDs untergebracht.


BIOS

Auf dem ASUS ROG Strix B450-I Gaming war die BIOS-Version 0207 vorinstalliert und damit älter als das First Release mit der Versionsnummer 0504. Wir haben jedoch auf der ASUS-Webseite die Version 0901 auffinden können, die wir mit der Instant-Flash-Funktion im UEFI problemlos aufspielen konnten. Als Veränderung werden einzig verbesserte Benchmark-Werte in Final Fantasy XIV genannt.

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Generell wurde die bekannte UEFI-Optik beibehalten. Dabei werden die einzelnen Punkte in Gelb hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift. Oben links angefangen sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (DOCP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das Setup mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden, und es sind wieder einmal sehr viele Funktionen implementiert worden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite umgesetzt, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind an dieser Stelle die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon häufiger kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

Overclocking

Mit sieben Spulen und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features eignet sich natürlich auch das ASUS ROG Strix B450-I Gaming zum Übertakten. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können. Bei den Achtkern-CPU-Modellen stehen neben "Auto" (4+4) folgende Modi zur Auswahl: 1+1, 2+2 und 3+3.

Auf dem ASUS ROG Strix B450-I Gaming ist eine Veränderung des Grundtakts von 96 MHz bis 118 MHz in 1-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung stehen dem Anwender der Override- und der Offset-Modus zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,75000 Volt bis 2,00000 Volt in 0,00625-Volt-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,50000 Volt bis +0,50000 Volt in ebenfalls 0,00625-Volt-Schritten. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.


Die Overclocking-Funktionen des ASUS ROG Strix B450-I Gaming in der Übersicht
Base Clock Rate 96 MHz bis 118 MHz in 1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,75000 Volt bis 2,00000 Volt in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 1,80000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,75000 Volt bis 1,80000 Volt in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,80000 V bis 2,20000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung - nicht möglich
FCH-Core-Spannung 1,05000 Volt bis 1,10000 Volt in 0,05000-Volt-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen 2,5 Volt SB, VTTDDR Voltage, VPPMEM Voltage, VDDP Standby Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 43 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale FANs,
CPU-LLC Level 1-5

Der 4-GHz-Takt war für das kleine ASUS ROG Strix B450-I Gaming kein Problem. Im BIOS mussten wir für einen stabilen Betrieb eine VCore von 1,3825 Volt anlegen. Während des Stabilitätstests haben wir uns auch die VRM-Kühler-Temperatur angeschaut. Mit dem Laserthermometer konnten wir schon spürbar warme 62 °C messen. Die MOSFETs selbst, die unter dem Kühler liegen, sind jedoch noch um etwa 25 °C heißer. Zu keinem Zeitpunkt ist ein CPU-Throttling eingetreten, was die Hauptsache ist.

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Das in den DIMMs hinterlegte Profil wurde vom ASUS ROG Strix B450-I Gaming korrekt in die Tat umgesetzt. Mit manuellen Einstellungen konnten wir die Latenzen noch minimal anziehen, auch wenn ein Betrieb mit CL 14 nicht möglich war. Die VDIMM lag in beiden Fällen bei 1,35 Volt.

ASUS AI Suite 3

ASUS legt dem ROG Strix B450-I Gaming die bekannte AI Suite bei, mit der sich jede Menge Features unter Windows einstellen lassen.

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Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 auch die vier anderen Punkte zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 3 können dagegen die Lüfter nach Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung.

Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.


BIOS

Zum Testzeitpunkt bot ASRock auf der eigenen Webseite die BIOS-Version P1.20 an, die wir anstandslos mit dem integrierten Instant-Flash-Feature aufspielen konnten. ASRock hat dort bereits die AGESA-Version 1.0.0.4 (PinnaclePi) implementiert und einen Fehler mit dem XMP-Feature nach dem S5- und G3-State behoben.

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ASRock hat die EZ-Übersichtsseite gestrichen und belässt es einzig bei der Advanced-Oberfläche. Davon ab hat der Anwender die Möglichkeit, festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender einige Overclocking-Funktionen. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Insgesamt lassen sich fünf Profile abspeichern.

Doch sehr viele Einstellungen, die vor allem den Arbeitsspeicher betreffen, wurden erneut in den Advanced-Tab verlagert, was das Ganze etwas fragmentiert erscheinen lässt. Auf der "Advanced"-Seite kann wie immer auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevante Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Overclocking

Das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac wurde ebenfalls mit sechs VCore-Spulen ausgestattet. Das UEFI unterstützt auf Wunsch auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können. Bei den Achtkern-CPU-Modellen stehen neben "Auto" (4+4) folgende Modi zur Auswahl: 1+1, 2+2 und 3+3.

Das ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac erlaubt leider keine Veränderung des Grundtakts. Bei der CPU-Spannung hat der Anwender der Override- und den Offset-Modus zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,90000 Volt bis 1,55000 Volt in 0,00625-Volt-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -100 mV bis +400 mV in 50-mV-Schritten.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac in der Übersicht
Base Clock Rate - nicht möglich -
CPU-Spannung 0,90000 V bis 1,55000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-100 mV bis +400 mV in 50-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,100 V bis 1,500 V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,00625 V bis 1,55000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-105 mV bis +420 mV in 35-mV-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,700 V bis 2,100 V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung - nicht möglich -
FCH-Core-Spannung 1,000 V bis 1,280 V in 0,050/0,020-Volt-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen -
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 36 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und ein optionaler Fan,
CPU-LLC Level 1-5

Auch das ASRock-Mainboard war dazu in der Lage, den Takt von 4 GHz stabil zu halten. An Spannung waren 1,381 Volt notwendig, also fast soviel, wie beim ASUS-Brett. Besorgniserregend war jedoch die sehr hohe Temperatur des VRM-Kühlers mit knapp über 90 °C. Man bedenke, dass die Spannungswandler selbst noch eine Spur heißer unterwegs sind.

Zu einem CPU-Throttling aufgrund zu hoher Spannungswandler kam es zwar nicht, aber schön ist das Ganze dennoch nicht. Da wir einen offenen Aufbau betrieben haben, kann es je nach Gehäuse und gerade bei sommerlichen Temperaturen zum ernsten Problem kommen. Grund dafür ist der unserer Ansicht nach unterdimensionierte VRM-Kühler.

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Das in den DIMMs hinterlegte Profil wurde vom ASRock Fatal1ty B450 Gaming-ITX/ac korrekt umgesetzt. Mit manuellen Einstellungen hat der Anwender die Wahl zwischen den "ASRock Settings" und "AMD CBS". Hierbei muss zwischen den ASRock Settings und AMD CBS entschieden werden. Eine gemeinsame Verwendung ist nicht möglich.

In unserem Fall haben wir die ASRock-Settings verwendet und konnten die Latenzen etwas weiter anziehen als beim ASUS-Probanden. Die VDIMM betrug dabei 1,35 Volt.

ASRock F-Stream