Gigabyte B450 AORUS Pro im Test - B450-Platine mit gehobener Ausstattung

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gigabyte b450 aorus pro 004 logoNatürlich springt auch Gigabyte auf den B450-Zug mit auf und stellt insgesamt vier unterschiedliche Platinen bereit, die den Mainstream-User ansprechen sollen. Neben dem B450M DS3H und dem B450 AORUS M handelt es sich um die Modelle B450 AORUS Pro und B450 AORUS Pro WIFI. Wir haben von Gigabyte das B450 AORUS Pro für einen Test erhalten und schicken es in den Test-Parcours.

Das Gigabyte B450 AORUS Pro ist von den Abmessungen her ein ausgewachsenes ATX-Mainboard und kommt ohne die sonst gewohnte Zusatzbezeichnung "Gaming" aus. Dabei kann die Ausstattung als gehoben angesehen werden. Von Gigabyte wurden vier DDR4-DIMM-Slots, genügend Erweiterungssteckplätze und Storage-Anschlüsse und auch eine ausreichende Anzahl an USB-Schnittstellen berücksichtigt.

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Das PCB ist tiefschwarz und dies gilt auch für die meisten der Anschlüsse. Auf Höhe der Erweiterungssteckplätze ist das AORUS-Logo zu sehen.

Die Spezifikationen

Das Gigabyte B450 AORUS Pro wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des Gigabyte B450 AORUS Pro in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
B450 AORUS Pro
Mainboard-Format ATX
CPU-Sockel PGA AM4 (für Summit Ridge, Raven Ridge und Pinnacle Ridge)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
Phasen/Spulen 12 Stück
(11x CPU, 1x RAM)
Preis
folgt
Webseite Gigabyte
  Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz AMD B450 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel), bis effektiv 2.933 MHz
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-UDIMMs), ECC-Unterstützung
SLI / CrossFire 2-Way-CrossFireX
  Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (x16) über CPU, 1x PCIe 3.0 x16 (x8) über APU
2x PCIe 2.0 x16 (x4/x1) über AMD B450
1x PCIe 2.0 x1 über AMD B450

SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen
4x SATA 6GBit/s über AMD B450
2x SATA 6GBit/s über CPU/APU
1x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x4 über CPU/APU
1x M.2 M-Key mit PCIe 3.0 x2 über AMD B450
USB 2x USB 3.1 Gen2 (extern, Typ-A/C) über AMD B450
6x USB 3.1 Gen1 (4x extern, 2x intern) 4x über CPU/APU, 2x über AMD B450
4x USB 2.0 (4x intern) über AMD B450
Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.0b
1x DVI-D
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN 1x Intel I211-AT Gigabit-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1220 Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
LED-Beleuchtung RGB-LEDs
2x RGB-Header
FAN- und AIO-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin CPU-OPT-Header
2x 4-Pin Chassis-FAN-Header
1x 4-Pin Chassis/W_Pump-Header
Herstellergarantie 3 Jahre (nur über Händler)
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Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes Zubehör konnten wir neben dem Mainboard finden:

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In der Verpackung konnten wir das Mainboard-Handbuch, dazu natürlich die Support-DVD, immerhin zwei SATA-Kabel, den G-Connector und M.2-Befestigungsmaterial finden.


Die I/O-Verteilung ist bei der AM4-Plattform etwas komplexer, als sie es bei Intels Kaby-Lake-Plattform ist. Während die SATA-Schnittstellen beispielsweise bei Intel ausschließlich aus dem PCH kommen, erfolgt dies bei AMDs AM4-Plattform zweigeteilt.

Neben 16 Gen3-Lanes, welche in erster Linie für die Grafikkarte(n) gedacht sind, bringen die Ryzen-Prozessoren zusätzlich vier weitere Gen3-Lanes mit, die allerdings für den Storage-Bereich reserviert sind und sich durch die Mainboard-Hersteller unterschiedlich belegen lassen. Zur Auswahl stehen die Modi "2x SATA + 1x NVMe x2", "2x SATA + 1x PCIe x2" und "1x NVMe x4". Zusätzlich bringen die Ryzen-CPUs einen USB-3.1-Gen1-Controller mit, welcher bis zu vier Schnittstellen steuern kann.


Chipsatz
Feature
X370/X470
B350/B450
AM4-CPU (ab Summit Ridge)
PCIe 3.0- - 24 (x4 FCH, x4 M.2)
PCIe 2.0 8 6 -
USB 3.1 Gen2 2 2 -
USB 3.1 Gen1 6 24
USB 2.0 6 6 -
SATA 6GBit/s 8 6 2 (2 Lanes weniger)
Multi-GPU SLI / CrossFireX CrossfireX -
Overclocking Ja / Ja Ja / Ja Ja
RAID (0, 1, 10) Ja / Ja Ja / Ja -
XFR Ja / Ja Ja / Ja ab Summit Ridge (1. Gen)
XFR 2 (Enhanced) Nein / Ja Nein / Ja ab Pinnacle Ridge (2. Gen)
Precision Boost Overdrive Nein / Ja Nein / Jaab Pinnacle Ridge (2. Gen)

AMDs B450-FCH selbst bringt noch sechs Gen2-Lanes, bis zu sechsmal SATA 6GBit/s, dazu jeweils zwei USB-3.1-Schnittstellen der ersten und zweiten Generation sowie sechsmal USB 2.0 mit. Demnach bietet der B450-FCH dieselben Schnittstellen an wie der B350-Chipsatz. Beim B450-Chip ist jedoch, genau wie beim X470-Modell, die Unterstützung für Precision Boost Overdrive und XFR2 Enhanced mit an Bord, mit denen die Pinnacle-Ridge-CPU unter günstigen Bedingungen einen höheren Turbotakt erreichen kann.

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Der FCH-Kühler wird an dem PCB verschraubt, die beiden VRM-Kühler hingegen wurden mit dem Push-Pin-Verfahren befestigt.

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Im VRM-Bereich sind insgesamt 11 Spulen sichtbar, doch aufgrund der inneren Verschaltung kommt effektiv ein 4+3-Phasendesign zum Einsatz. Gigabyte setzt hierbei auf NTMFS4C06N als Low-Side- und auf NTMFS4C10N als High-Side-MOSFET. Beide Modelle stammen von Onsemi. Jede physikalische Spule bekommt einen eigenen Low-Side-MOSFET zugeteilt, doch bei den VCore-Spulen kümmert sich ein High-Side-MOSFET um zwei Spulen. Im SOC-Bereich sind es jeweils ein Low- und High-Side-MOSFET.

Der verbaute ISL95712 von Intersil ist in diesem Fall eine exzellente Wahl, denn dieser erlaubt im Höchstfall eine 4+3-Konfiguration. Für den Strom-Input hält sich der 8-Pin-EPS12V-Anschluss bereit.

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Bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher lassen sich auch auf dem Gigabyte B450 AORUS Pro unterbringen. Die garantierte Speichertaktfrequenz liegt bei unterstützten DIMMs bei bis zu 2.933 MHz. Je nach Wahl kann der Anwender entweder gewöhnliche UDIMMs oder UDIMM-ECC-Module verbauen.


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Für die Erweiterung stehen einerseits der PCIe-3.0-x16-Slot über die CPU/APU sowie zwei mechanische PCIe-2.0-x16-Steckplätze und einmal PCIe 2.0 x1 zur Verfügung. Die Zwischenräume hat Gigabyte mit zwei M.2-M-Key-Schnittstellen gefüllt. Zur Anbindung der PCIe-Anschlüsse haben wir entsprechende Tabellen angefertigt.

Lane-Verteilung der PCIe-Slots
mit Summit Ridge und Pinnacle Ridge
Mechanisch elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU 2-Way-CrossFireX
PCIe 2.0 x1 (*2) x1 (B450) - -
PCIe 3.0 x16
x16 (CPU)
x16 x16
- - - -
- - - -
PCIe 2.0 x16 (*1) x4 (B450) - x4
- - - -
PCIe 2.0 x16 (*3) x1 (B450) - -
Hinweis: Es besteht eine gemeinsame Nutzung mit dem PCIe-2.0-x16-Erweiterungsslot (*1), sodass bei Belegung der beiden PCIe-2.0-Slots (*2 und *3) nur zwei Lanes für den PCIe-2.0-x16-Steckplatz bereitgestellt werden.


Lane-Verteilung der PCIe-Slots
mit Raven Ridge (Ryzen 3 2200G(E) und Ryzen 5 2400G(E))
Mechanisch elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU 2-Way-CrossFireX
PCIe 2.0 x1 (*2) x1 (B450) - -
PCIe 3.0 x16
x8 (APU)
x8 x8
- - - -
- - - -
PCIe 2.0 x16 (*1) x4 (B450) - x4
- - - -
PCIe 2.0 x16 (*3) x1 (B450) - -
Hinweis: Es besteht eine gemeinsame Nutzung mit dem PCIe-2.0-x16-Erweiterungsslot (*1), sodass bei Belegung der beiden PCIe-2.0-Slots (*2 und *3) nur zwei Lanes für den PCIe-2.0-x16-Steckplatz bereitgestellt werden.

Der obere M.2-Steckplatz kommt auf maximal 32 GBit/s (PCIe 3.0 x4) über die CPU/APU und nimmt ein Modul mit einer Länge zwischen 4,2 cm bis 11 cm auf. Der Untere kann ein Modul zwischen 4,2 cm bis 8 cm Länge aufnehmen und wurde mit 16 GBit/s an den Chipsatz angebunden.

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Zu den Storage-Anschlussmöglichkeiten kommen dann noch sechsmal SATA 6GBit/s. Dabei wurden die vier schwarzen und angewinkelten Ports an den B450-Chipsatz angebunden, die beiden vertikalen Ports in Grau arbeiten über die CPU. Im Hintergrund neben dem FCH sehen wir auch gleich den SuperI/O-Controller in Form des ITE IT8686E.

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Das I/O-Panel fällt sehr übersichtlich aus. Gigabyte hat hierbei viermal USB 3.1 Gen1, zweimal USB 3.1 Gen2 (Typ-A/C), dazu einen Gigabit-LAN-Port und die obligatorischen Audioanschlüsse berücksichtigt. Für Raven-Ridge-Anwender bietet sich zudem ein DVI-D- und HDMI-2.0-Grafikausgang an. Die I/O-Blende selbst wurde bereits vormontiert und liegt demnach nicht dem Zubehör dabei.

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Unter dem EMI-Shield verbirgt sich Realteks ALC1220-Audio-Codec, welcher neben sieben Audiokondensatoren außerdem von vier roten WIMA-Kondensatoren begleitet wird. Rechts davon sehen wir Intels I211-AT-Netzwerkcontroller, der auf maximal 1 GBit/s kommt.

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An dem Gesamtlayout gibt es nichts zu meckern. Das Gigabyte B450 AORUS Pro fällt sehr übersichtlich aus. Für die beiden M.2-Schnittstellen liefert der Hersteller auch gleich zwei Kühler mit, was absolut begrüßenswert ist.

Aber auch für einige Gehäuselüfter oder auch Wasserpumpen stehen in ausreichender Anzahl Anschlüsse bereit.


BIOS

Auf dem Gigabyte B450 AORUS Pro war die BIOS-Version F1 vorinstalliert. Zum Testzeitpunkt gab es auch keine aktuellere Version.

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Die UEFI-Oberfläche kommt im optischen Bereich ohne Veränderungen aus. Demnach wird nun erneut zwischen dem Easy- und dem Advanced-Mode unterschieden. Links oben in der Ecke werden grundlegende Informationen wie das Mainboard-Modell inklusive BIOS-Version, die installierte CPU, deren derzeitige Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Mit der CPU- und System-Temperatur und der CPU-Spannung bekommt der Nutzer einen ersten Einblick auf aktuelle Werte und kann somit beispielsweise feststellen, ob die Kühlung richtig montiert wurde.

Mittels "EZ OC" kann sich der Nutzer für einen Betriebsmodus entscheiden. Neben dem normalen Modus halten sich auch ein Eco- und Performance-Modus bereit. Auch werden Infos zur derzeitigen DIMM-Belegung inklusive Takt zu den SATA-Geräten aufgelistet. Wer möchte, kann auch gleich die Boot-Prioritäten per Drag & Drop festlegen beziehungsweise verändern. Ein Shortcut zur (De-)Aktivierung von Intels Rapid-Storage-Technology wurde ebenfalls implementiert, was auch für die Übersicht der angeschlossenen Lüfter und den dazugehörigen Drehzahlen gilt. Mit der Smart-FAN-Funktion können hingegen manuelle Lüfterkurven angelegt werden.

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Beim ersten Menüpunkt bekommt der Anwender Zugriff auf die Overclocking-Funktionen, welche im "M.I.T."-Reiter hinterlegt sind. Auf dieser Seite sind noch sechs weitere Unterpunkte vorhanden, hinter denen sich die zahlreichen Overclocking-Features verbergen. Unter "System" werden lediglich einzelne Infos wie das Mainboard-Modell, die aktuell vorliegende BIOS-Version, die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Sprache ändern. Im UEFI sind weiterhin zahlreiche Einstellungen zu finden, die den Startvorgang betreffen, die unter einem eigenen Menüpunkt aufgelistet werden. Alle auf dem Mainboard vorhandenen Onboard-Komponenten können unter "Peripherals" individuell konfiguriert werden. Chipsatz-relevante Einstellungen sind dagegen in dem separaten Chipset-Menüpunkt anzutreffen. Ferner können im nächsten Punkt "Power" die entsprechenden Einstellungen gesetzt werden. Last but not least ist der "Save & Exit"-Reiter vorhanden, der selbsterklärend ist.

Es war problemlos möglich, auf angenehme Art und Weise per Maus und Tastatur durch die Menüs zu navigieren. Die Maus-Empfindlichkeit lässt sich zudem verändern. Alle von uns gewählten Einstellungen wurden problemlos in die Tat umgesetzt. Das größte Manko am BIOS (aktuell) sind die wenigen RAM-Latenz-Einstellungen sowie die schlechte erweiterte Übertaktung des Arbeitsspeichers.

Overclocking

Trotz des 4+3-VRM-Designs und den Onboard- und BIOS-Features ist das Gigabyte B450 AORUS Pro natürlich zum übertakten geeignet. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können. Bei den Achtkern-CPU-Modellen stehen neben "Auto" (4+4) folgende Modi zur Auswahl: 1+1, 2+2 und 3+3.

Das Gigabyte B450 AORUS Pro lässt keine Veränderung des Grundtakts zu, was jedoch verschmerzbar ist. Bei der CPU-Spannung steht dem Anwender über das BIOS ausschließlich der Offset-Modus zur Auswahl, was wir sehr schade finden. Der Spannungskorridor beträgt -0,300 Volt bis +0,204 Volt in 0,006-Volt-Intervallen. Mithilfe der EasyTune-Software lassen sich jedoch weitere Einstellungen festlegen. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte B450 AORUS Pro in der Übersicht
Base Clock Rate - nicht möglich -
CPU-Spannung 0,50000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus, nur mit EasyTune)
-0,300 V bis +0,204 V in 0,006-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 1,80000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung -0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,00 V bis 3,00 V in 0,02-V-Schritten (Fixed-Modus, nur mit EasyTune)
CPU-VDDP-Spannung - nicht möglich
FCH-Core-Spannung 0,90 Volt bis 1,40 Volt in 0,01-Volt-Schritten (Fixed-Modus, nur mit EasyTune)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen 2,5 Volt SB, 1,8 Volt SB, 1,05 Volt PROM, 2,5 Volt PROM, DRAM Termination, 
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 41 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und drei optionale FANs,
CPU-LLC Low, Medium, High, Turbo, Extreme

Um einen stabilen Takt von 4 GHz zu erreichen, mussten wir im BIOS lediglich 0,048 Volt mehr auf die CPU geben. Die VRM-Kühler wurden mit gemessenen 76 °C zwar spürbar heiß, ein CPU-Throttling fand aufgrund der generellen Wärme jedoch nicht statt.

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Das in den DIMMs hinterlegte Profil wurde vom Gigabyte B450 AORUS Pro korrekt in die Tat umgesetzt. Mit manuellen Einstellungen konnten wir die Latenzen noch etwas anziehen. Die VDIMM lag in beiden Fällen bei 1,35 Volt.

Gigabyte EasyTune-Utility

Auch dem B450 AORUS Pro gibt Gigabyte das Overclocking-Tool "EasyTune" mit auf den Weg. Mit diesem bekommt der Anwender die Möglichkeit, das System direkt unter Windows zu übertakten:

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Soll eine erweiterte Übertaktung des Prozessors automatisch vorgenommen werden, steht der OC-Modus zur Verfügung. Alternativ lassen sich auch die Modi "ECO" und "AutoTuning" aktivieren. Wer es genauer festlegen möchte, findet hierfür alle wichtigen Funktionen auf der "Advanced CPU OC"-Seite. Dort können der Grundtakt, die CPU-Multiplikatoren sowie die Spannungen individuell angepasst werden. Darüber hinaus können weitere Spannungen gewählt werden, die im BIOS nicht angezeigt werden.

Auf der nächsten Seite steht das RAM-Overclocking auf dem Programm. Schließlich lässt sich mit "Advanced Power" die Stromversorgung an sich beeinflussen, worunter die Phasen und die Hauptspannungen gemeint sind. Generell können die gewählten Einstellungen, sofern gewünscht, nach einem Systemneustart wieder automatisch geladen werden.


Mit diesem Testsystem haben wir das Gigabyte B450 AORUS Pro getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte B450 AORUS Pro ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Von der Performance her zeigt sich das Gigabyte B450 AORUS Pro von der besten Seite und kann teilweise Spitzenwerte erreichen.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bestleistung auch im Bereich Boot-Geschwindigkeit mit lediglich 12,46 Sekunden. Damit kann das B450 AORUS Pro alle anderen AM4-Mainboards klar hinter sich lassen.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte B450 AORUS Pro hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Schon im Leerlauf verbraucht das Board zusammen mit dem Restsystem 52,1 Watt und stellt den schlechtesten Wert dar, den wir bei den AM4-Platinen bislang gemessen haben.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Das bezieht sich auch auf die Lastzustände. Während des Cinebench-R15-Benchmarks preschte der Stromverbrauch auf beachtliche 168,7 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Prime95 zeigte das Verbrauchsmessgerät 164,1 Watt an. Auch mit diesem Wert belegt unser Testboard leider den letzten Platz.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Der Grund für die hohe Leistungsaufnahme unter Last kann in der hohen CPU-Spannung begründet sein, die bei 1,236 Volt lag.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich, sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir keine Zusatzkomponenten deaktivieren, da eben keine vorhanden waren. Daher werden dieselben Verbrauchswerte angegeben.

Das Gigabyte B450 AORUS Pro verbraucht in allen drei Last-Zuständen zu viel Strom. Ein Grund dafür ist die erhöhte VCore.


USB-3.1-Gen2-Performance

Das Gigabyte B450 AORUS Pro stellt zwei native USB-3.1-Gen2-Schnittstellen am I/O-Panel bereit, die an den FCH angebunden wurden.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s lesend und 530 MB/s schreibend. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

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Der B450-Chipsatz liefert mit Werten bis 940 MB/s lesend und maximal 979 MB/s schreibend sehr gute Ergebnisse ab.

USB-3.1-Gen1-Performance

An USB-3.1-Gen1-Buchsen bietet das Gigabyte B450 AORUS Pro insgesamt sechs Stück an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen zwei Stück können über den internen Header realisiert werden. Dabei arbeiten die drei Anschlüsse am I/O-Panel direkt mit der CPU/APU und der Rest mit dem B450-FCH zusammen. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

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Bei der USB-3.1-Gen1-Performance zeigt der B450-Chipsatz gewohnt höhere Transferraten als der Controller in der CPU. Anstatt mit 448 MB/s und 465 MB/s im Lesen und Schreiben kommt der CPU-Controller auf maximal 405 MB/s lesend und 429 MB/s schreibend.

SATA-6GBit/s-Performance

Beim Gigabyte B450 AORUS Pro werden sechs SATA-6GBit/s-Ports zur Verfügung gestellt. Dabei arbeiten vier Ports mit dem B450-Chipsatz zusammen, die anderen Beiden hingegen mit der CPU/APU. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Ähnlich sieht es bei der SATA-6GBit/s-Performancemessung aus. Der Chipsatz schaffte es auf 555 MB/s im Lesen und 527 MB/s im Schreiben. Der Lese- und Schreibdurchsatz über die CPU betrug höchstens 557 MB/s und 507 MB/s.

M.2-Performance

Den M.2-Test absolvieren wir natürlich auch bei der Ryzen-Plattform. Mithilfe der Ryzen-CPUs erfährt der angebundene M.2-Steckplatz eine anständige Performance, dank der vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom AM4-Prozessor.

Das Gigabyte B450 AORUS Pro bietet zwei M.2-M-Key-Schnittstellen, die maximal mit 32 GBit/s (PCIe 3.0 x4) über die CPU/APU respektive mit höchstens 16 GBit/s (PCIe 3.0 x2) über den FCH arbeiten.

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Der M.2-Unterschied mit PCIe 3.0 x4 und PCIe 3.0 x2 wird auf den Bildern sehr deutlich dargestellt. In ersterem Fall wurden Transferraten von 3.371 MB/s lesend und 1.516 MB/s schreibend erreicht. Über den Chipsatz wurde dagegen eine Leserate von 1.772 MB/s und eine Schreibrate von 1.361 MB/s herausgequetscht.


Das Gigabyte B450 AORUS Pro ist eines von vier neuen Mainboards des Herstellers, das mit AMDs neuem B450-Chipsatz ausgestattet wurde und eine gehobene Ausstattung für den Mainstream-User zu bieten hat. Das Design der Stromversorgung ermöglicht generell die CPU-Übertaktung. In unserem Overclocking-Test war es für das Mainboard jedenfalls keine große Herausforderung, den Ryzen 7 1700X stabil mit 4 GHz zu betreiben. Für den Arbeitsspeicherausbau bis 64 GB halten sich vier DDR4-DIMM-Bänke bereit, die auch UDIMM-ECC-Module aufnehmen können.

Bei den Erweiterungssteckplätzen kann der Besitzer auf einmal PCIe 3.0 x16, zwei mechanische PCIe-2.0-x16-Slots und einem PCIe-2.0-x1-Anschluss zurückgreifen. Die letzten drei Steckplätze hat Gigabyte aufgrund der wenigen FCH-Lanes shared anbinden müssen. In den Zwischenräumen wurden gleich zwei M.2-M-Key-Schnittstellen inklusive Kühler untergebracht, von denen eine mit 32 GBit/s über die CPU/APU und die andere mit 16 GBit/s über den Chipsatz ans Werk geht. Ergänzend kommen dann im Storage-Bereich noch sechsmal SATA 6GBit/s hinzu.

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Am I/O-Panel mit vormontierter Blende werden viermal USB 3.1 Gen1, zweimal USB 3.1 Gen2 und natürlich auch einmal Gigabit-LAN (Intel I211-AT) sowie die üblichen Audio-Anschlüsse geboten. Sollte eine APU im Sockel stecken, können der DVI-D- und HDMI-2.0-Grafikausgang genutzt werden. Über interne Header lassen sich zwei weitere USB-3.1-Gen1- und vier USB-2.0-Schnittstellen realisieren. Mit dem Realtek ALC1220 wurde zusammen mit einigen Audiokondensatoren eine gute Onboard-Sound-Lösung integriert.

Als negativ kann jedoch die hohe Leistungsaufnahme, sowohl im Idle als auch unter Last, bezeichnet werden. Wird kein Overclocking angewendet, kann jedoch mit einer reduzierten VCore etwas entgegengewirkt werden. Auf und unter dem Board wurden einige RGB-LEDs untergebracht, mit zwei RGB-Headern kann die gesamte Beleuchtung optional erweitert werden.

Letztendlich wird der noch unbekannte Preis darüber entscheiden müssen, ob das Gigabyte B450 AORUS Pro eine Empfehlung wert ist. Sollte WLAN ein Thema sein, bietet Gigabyte übrigens ein baugleiches Modell mit einem WLAN-ac-Modul. Bis auf die hohe Leistungsaufnahme hat sich das Gigabyte B450 AORUS Pro als überzeugende Platine erwiesen.

Positive Eigenschaften des Gigabyte B450 AORUS Pro:

Negative Eigenschaften des Gigabyte B450 AORUS Pro:

Das Gigabyte B450 AORUS Pro ist ein gut ausgestattetes B450-Mainboard und ist für die Ryzen-Prozessoren vorbereitet. Zu kämpfen hat es lediglich mit der Leistungsaufnahme.

Persönliche Meinung

Vom technischen Aspekt her bin ich von dem Gigabyte B450 AORUS Pro sehr angetan. Die Verarbeitung ist tadellos und die Ausstattung wird dem Großteil der Anwender absolut ausreichen. Etwas abschreckend ist jedoch die hohe Leistungsaufnahme, eine gute Energie-Effizienz ist für mich allerdings auch sehr wichtig. (Marcel Niederste-Berg)